The Day After: AfD Erfolg und Idiotien in den Kommentarspalten

Was machen eigentlich Medienwissenschaftler oder Kulturwissenschaftler? Wann, wenn nicht jetzt, wollen Sie die unglaubliche Armut der deutschen Medienlandschaft analysieren und zu dem Schluss kommen, dass drei Jahrzehnte der Isomorphie, die nach dem Anschluss der BRD an die DDR vergangen sind, eine Gleichschaltung der Medien hervorgebracht haben, die man in ihrer Langeweile und Hilflosigkeit nicht überbieten kann. Besonders deutlich wird dies, wenn man die Kommentare zum AfD-Erfolg in Deutschland analysiert und die Prämissen, die hinter den jeweiligen Kommentaren stehen, herausarbeitet.

Wir haben dies beispielhaft an vier Kommentaren getan, die wir zufällig ausgewählt haben.

Fangen wir mit der Mittelbayerischen Zeitung an, in der Reinhold Zweigler u.a. das Folgende von sich gibt:

Mittelbayerische Zeitung“Das Abschneiden der AfD in Mecklenburg-Vorpommern war nicht einfach Protest gegen “die da oben”, sondern vor allem eine Wutwahl gegen Angela Merkel … Allerdings darf man aus dem derzeitigen Auftrieb der AfD auch nicht den Untergang des Landes herauslesen. Rund vier Fünftel der Wähler sind eben nicht den Rechtspopulisten auf den Leim gegangen.”

Reinhold Zweigler ist also der Ansicht, dass Wähler der AfD Wutbürger sind, die ihre Wut dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie den Rechtspopulisten, also der AfD, auf den Leim gehen. Idiotische Wüteriche, die mit Schaum vor dem Mund ihr Kreuz bei der AfD machen. Das ist, was Reinhold Zweigler als Wahlanalyse anzubieten hat – und es baut auf einem klassischen Widerspruch: Wer die Wahl dazu benutz, seine Wut zum Ausdruck zu bringen, geht entsprechend niemandem auf den Leim.

In der Tageszeitung hat sich Barbara Junge auf Basis ihrer wohl umfänglichen Daten über die Wähler der AfD, deren Ursprung sie leider für sich behält, zu folgendem Kommentar durchgerungen:

evil-gnome“Es ist nicht das ganze Bundesland. Es ist ein kleiner Teil seiner Einwohner. Dieser braune Bodensatz ist seit vielen Jahren bereit, menschenverachtende, rassistische Parteien zu wählen, ganz gleich, ob sie im Gewand der NPD oder AfD daherkommen. … So entschieden, wie es gilt, die Grenze nach ganz rechts zu ziehen, muss aber der Diskurs mit einem anderen Teil der Wähler stattfinden – jenen, die am Sonntag erstmals AfD gewählt haben, weil sie den Eindruck haben, in diesem Land stimme etwas nicht. … In Mecklenburg-Vorpommern beklagen viele Menschen, die nun AfD gewählt haben, man habe sie vergessen. Das Geld ginge immer nur zu anderen, Straßen bröckelten, Jugend sei ohne Perspektive.“

Herz-Schmerz-Schnulze mit Dominanz-Phantasie, so kann man den Kommentar zusammenfassen, in dem einerseits zwischen menschlichem Abfall, also Bodensatz unterschieden wird, der NPD oder AfD wählt und Erstwählern der AfD, die die AfD nur wählen, weil sie vergessen wurden, weil man sie nicht, wie die Wähler anderer Bundesländer kauft, um für die richtigen Parteien zu stimmen. Ob Junge den Bodensatz der menschenverachtend wählt, wie sie befindet, so sehr verachtet, dass sie ihn auch eliminieren lassen würde, diesen Bodensatz aus Menschen? Und was sie wohl sagen würde, wenn sie wüsste, dass die Nichtwähler, die die AfD zu mobilisieren vermag, in der Regel die Einstellungen der anderen Wähler der AfD zumindest teilen, wenn sie sie nicht noch pointierter zum Ausdruck bringen? Aber das weiß sie natürlich nicht. Da wo wir unsere Aussagen mit dem Verweis auf rund 7.000 Interviews mit AfD-Wählern belegen können, hat Junge eben ihre Phantasien.

In der Berliner Zeitung, in der sich wohl niemand traut, zum folgenden Kommentar zu stehen, werden keine anderen Schlußfolgerungen aus der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gezogen:

Berliner Zeitung“Die AfD bietet sich als ideale Projektionsfläche für Wut, Resignation, Gefühle von Benachteiligung und vor allem Angst an. Keine etablierte Partei, keine anständige Partei macht den Menschen vor, sie könne ihnen die Unwägbarkeiten des Lebens abnehmen. Die AfD tut genau das.”

Früher gab es den Begriff der Randständigkeit. Wer auch immer den Kommentar in der Berliner Zeitung geschrieben hat, scheint bei den Wählern der AfD an Randständige, an Verlierer, Angsthasen und Hysteriker zu denken, die denken, sie kämen zu kurz. Nun, dem unbekannten Schreiber sei gesagt: Die AfD ist eine Partei der Besserverdienenden, diejenigen, die sich für das Konzept der relativen Armut qualifizieren, wählen in ihrer Mehrzahl SPD und Linke.

Der absurdeste Kommentar, den wir zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gefunden haben, der eine intellektuelle Selbstfindung wiedergibt, die den Begriff Unsinn als vollkommen inadäquat erscheinen lässt, kommt – wie könnte es anders sein – von der ZEIT. Dort hat Lamya Kaddor die folgenden tiefen Einsichten:

facepalm-Godzilla“Es besagt, dass die AfD die Menschen nicht über den Kopf anspricht, sondern über den Bauch – sprich: über Gefühle, nicht über Vernunft.
Solche Wähler holt man nicht mit Inhalten und sachlichen Diskussionen zurück. Ihr Wahlverhalten ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Wir müssen also lernen, die inneren Botschaften hinter den äußeren zu erkennen: Wenn von Islam die Rede ist, geht es nicht um Religion, sondern um Veränderungsangst. Die Politik muss sich fragen, warum die Menschen unzufrieden sind, und diese Unzufriedenheit angehen.
Reden wir mit Anhängern von Rechtspopulisten nicht mehr über Asyl oder Islam, sondern über materielle Absicherung, persönliche Probleme und Empowerment!”

AfD-Wähler auf die Couch, in Tiefenhyponose sollen sie ihre tiefsten Sorgen und Nöte bekannt geben, und zwar dem von der Krankenkasse finanzierten Kummeronkel oder der entsprechenden Kummertante. Nur so ist zu verhindern, dass die AfD weiterhin zum Kummerkasten für die Wahlentscheidung derjenigen wird, die ihren Schrei nach Aufmerksamkeit nur stumm und mit dem Bleistift zu machen im Stande sind. Das ist mit Abstand der größte Unsinn aus der journalistischen Zunft, den wir zu lesen bekommen haben.

Zusammenfassend kann man eine ganze Reihe von Befunden über die journalistische Kommentarzunft zusammenstellen:

  • Sie sind nicht in der Lage, Wähler als autonome und eigenverantwortliche Wesen zu akzeptieren. Wähler sind entweder verführbare Idioten, Wüteriche oder arme Schlucker, sie sind psychisch Vernachlässigte, die ihren Schrei nach Aufmerksamkeit nur zu festgesetzten Wahltermine loslassen können oder menschlicher Müll, den man eigentlich beseitigen müsste (was die taz sich natürlich [noch] nicht zu schreiben traut).
  • Wenn Journalisten Wähler nicht als autonome und eigenständige Wesen anerkennen können, dann ist es kein Wunder, dass die Rezepte, die sie verkünden, um die Fehlgeleiteten wieder mit ihrem Kreuz ins richtige Kästchen zu führen, dem entsprechen, was man als Therapie für psychisch Kranke oder Kinder verschreiben würde: Man müsse die Wähler emotional ansprechen, ihr Innerstes erkennen, sie in einen Wutbewältigungskurs schicken. Man müsse ihnen die Angst (vor was auch immer) nehmen, sie vermutlich in den Arm nehmen und trösten, ihnen gut zureden und sie vielleicht sogar finanziell unterstützen, ihnen sagen, dass man an sie denkt, jedenfalls dann, wenn sie in Zukunft nicht AfD wählen.

PatronizingAngesichts dieser Form des Paternalismus, in der sich Journalisten anmaßen, ihre nur gering verborgene Verachtung für den menschlichen Müll, nein: Bodensatz, der AfD wählt, zu verbergen, mit der sie sich, aufschwingen über die menschliche, geistige und berufliche Qualifikation der Wähler der AfD zu richten und sich selbst einen moralischen Höhepunkt zu verschaffen, der vielleicht selbstbefriedigend sein mag, aber Menschen mit Verstand und der Fähigkeit, zu denken, nur verärgert zurück lassen kann, muss man feststellen, dass nicht nur die politische Klasse in Deutschland ein Problem hat, die journalistische Klasse hat auch ein Problem. Wie es der Zufall so will, haben beide das identische Problem: Sie haben Angst um ihre Pfründe. Sie sind wütend darüber, dass die Zeit des unbeobachteten und unbeschwerten Selbstbedienens ebenso zu Ende geht wie die Zeit, in der man die dummen Bürger ungestraft belehren konnte. So langsam merken die politische und ihr Anhängsel die journalistische Klasse, dass der Status, den sie zu haben, sich einbilden, auf Sand gebaut ist, schlimmer noch, sie sehen sich einem Sandsturm gegenüber, der ihr Fundament so sehr zum Wackeln gebracht hat, dass sie so verängstigt sind, dass man sie nun wirklich zum Arzt schicken muss, schon damit sie ihre Leser mit ihren Ergüssen verschonen, während sie auf der Couch liegen und ihr Innerstes preisgeben.

Schließlich – Erstes Gesetz der Persuasion: Um Menschen zu überzeugen, muss man sie ernstnehmen. Wenn man Menschen zu Idioten erklärt oder zu psychisch Kranken und Hilfsbedürftigen, denn zeigt dies nicht nur, das man sie nicht ernst nimmt, es zeigt auch, wie weit man selbst sich von der Realität entfernt hat, wie entfremdet man der Realität ist, so entfremdet, dass alle, die dieses Spektakel verbaler Entfremdung beobachten, nicht anders können als Mitleid zu empfinden angesichts dieser unglaublichen Unfähigkeit, mit gesellschaftlichem Wandel fertig zu werden.

Anti-ad-hominem und anti-genetischer-Fehlschluss Disclaimer
Kein Mitglied der ScienceFiles-Redaktion hat je die AfD gewählt.


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22 Responses to The Day After: AfD Erfolg und Idiotien in den Kommentarspalten

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] The Day After: AfD Erfolg und Idiotien in den Kommentarspalten

  2. (noch) ein deutscher michel says:

    Ich bin selbstständig, relativ wohlhabend und einigermaßen abgesichert. Abitur, Ausbildung in IT, IQ134, sozial sehr gefestigte Position… und was wähle ich? Richtig, die AfD. Warum? Weil alle anderen jetzt ein Jahrzehnt bewiesen haben, dass sie Deutschland abschaffen wollen, finanziell, kulturell, und die Deutschen an sich. Ich will das nicht. Ich will auch nicht vom Islam bedrängt werden, und schon gar nicht will ich eine Mehrheit von Moslems in Deutschland. Wenn ich vom Islam spreche, dann spreche ich vom Islam. Ich hab keine Angst vor Islam, ich verabscheue ihn. Niemand sollte solch einer rückständigen Ideologie den Weg bereiten, wir müssen den Islam in Deutschland in Grenzen halten, oder besser noch ganz abschaffen. Und zu den Flüchtlingen gibts auch nur eins zu sagen, es sind zu 90% keine Flüchtlinge. Es ist eine Völkerwanderung im Gange, und wenn wir sie nicht aufhalten, leben hier in 5 Jahren 100 Mio Menschen, in 10 Jahren 120 Mio. Und die meisten werden fundamentalistische Moslems sein. Es wird immer behauptet, wir hätten “Angst” vor Veränderungen. Nun ja, diese Veränderung kann einem auch Angst machen, und niemand kann sich das ernsthaft wünschen. Daher kann man eigentlich nur die AfD wählen. Und wenn das Land im Chaos versinkt, dann ist das vielleicht endlich unsere Chance den ganzen alten Filz endlich loszuwerden.

    • Monika Skadock says:

      dies entspricht genau meiner Meinung. Der Koran – Grundlage des Islam- ruft in einigen Suren und Versen zum Töten auf. Das missfällt mir absolut. ( Sure 49 Vers 15 und auch Sure 9 Vers 41). Damit sollten sich mal die beschäftigen, die meinen “der Islam gehört zu Deutschland”

      • Papier ist bekanntlich geduldig. Nach Ihrer Logik gehört das Christentum auch nicht zu Deutschland steht doch im alten Testament u.a.:

        “Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?” (4. Mose 31,14-15)

        oder:

        “So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.” (4. Mose 31,17-18)

    • Heike Diefenbach says:

      … wie schade!! Ich denke, es gibt weit bessere Gründe, die AfD und nicht eine der etablierten Parteien zu wählen als ein abstruses Feindbild, “Islam” genannt!

      Wie wäre es mit Sicherung der demokratischen Grundrechte wie z.B. Freiheit der Meinungsäußerung oder mit der Sicherung von Eigentumsrechten (gegen Enteignungen oder horrend hohe Steuern) oder mit dem Recht, als Eltern zu fordern, dass Kinder von ideologischer Indoktrination in öffentlichen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen verschont werden? Es gibt sooooooo viele Punkte, an denen man ansetzen sollte und müsste, wenn man den neuesten deutschen demokratischen Versuch retten möchte – aber was passiert?: anstatt sich hierauf zu konzentrieren, konstruiert man sich munter einen Feind, der das Deutsch-Sein bedroht; dabei ist Deutschland als eine Demokratie bedroht, und zwar für ALLE seine Einwohner, gleich, welchen Aufenthaltsstatus oder welcher kultureller Verbundenheit.

      Man würde meinen, die Deutschen hätten andere Sorgen als ein Schattenboxen gegen einen imaginierten Feind!

      Bleibt zu hoffen, dass die Abgeordneten der AfD (wenn schon nicht einige und hoffentlich nicht viele ihrer Wähler) intelligent oder gebildet oder mutig (oder alles zusammen) genug sind, sich den tatsächlich existierenden Mißständen zu widmen und gegen Intoleranz, Indoktrination und Gleichheitsideologie (statt Gerechtigkeit und Leistung) vorzugehen, statt auf dem Abzieh-Feindbild “Islam” herumzuhacken, denn das wird nichts, aber auch gar nichts an den eigentlichen, sehr tiefgehenden Mißständen in Deutschland ändern!

  3. hgb says:

    Ergänzen möchte ich die Befunde über die journalistische Kommentarzunft wie folgt:
    – nach meinem Empfinden teilweise amateurhaftes Gestottere. Rettung gab es nur durch die ständige Betonung eines Sieges der SPD und daß die Bevölkerung den Ministerpräsidenten Sellering gewählt hätte. Wobei mir neu ist, daß bei einer Landtagswahl der Ministerpräsident gewählt werden kann.
    – Zwar wurden natürlich die übrigen Grafiken gezeigt und die Wählerwanderung. Und die Gründe dazu. Allerdings nur in Bezug auf die AFD. Bei anderen Parteien schienen die Gründe zur Wählerwanderung nicht zu interessieren.
    – Gleiches gilt für die Gründe, weshalb Wähler die AFD wählten. Auch hier interessierten die anderen Parteien nicht.
    – Bei der späteren Berichterstattung wurde zunehmend der Wähler bereits eliminiert und eher im Spotmodus kommentiert; also z.B. gewonnen hat die Mannschaft der SPD.
    – Ein schönes Beispiel für Wunschdenken und Realitätserkenntnis (fehlende) sind diese beiden Videos der grünen Silke, einmal 2011 ( https://youtu.be/kMRuB5JYjg4 )und nun aktuell
    ( https://youtu.be/gCcOYFM6DKg ). Da ist der Wahlerfolg jetzt nicht mehr genial und Grund ist die hohe Wahlbeteiligung.

  4. Goofos says:

    Ich frage mich seit einer Weile ob nicht ausgerechnet solche Kommentare oder Artikel in den Zeitungen einen großen Teil des Erfolgs der AfD ausmacht. Die Zeitungen waren bei den letzten paar Wahlen schon Wochen vorher sehr mit Hetze gegen die AfD und ihre möglichen Unterstützer beschäftigt. Da war alles mögliche dabei, von offenen Aufrufen die AfD nicht wählen zu dürfen, über die AfD als unwählbar zu bezeichnen oder die AfD wie auch die Wähler einfach nur zu beleidigen. Nach einer Substanz sucht man darin ziemlich vergebens. Aber trotzdem ist die AfD danach sehr Erfolgreich gewesen.

    Einen ähnlichen Effekt lässt sich zur Zeit auch bei Trump vs. Clinton beobachten. Zeitungen haben mit allen Mitteln gegen Trump gehetzt und Clinton quasi schon zur Heiligen ernannt. Trotzdem liegen sie bei Umfragen inzwischen fast gleichauf.

    Ich würde aber nicht davon ausgehen, dass die politische und ihre Anhängsel die journalistische Klasse inzwischen merken würden, ihr Status, ihr Fundament steht auf wackligen Beinen. Hätten sie das begriffen müssten sie anders agieren und z.B. die Wähler nicht als psychisch Krank bezeichnen und stattdessen Ernst nehmen.

    • iustus amentia says:

      Das haben Sie korrekt beobachtet.
      Der blanke Hass mit der dieser Partei in den Medien und seitens der politischen Konkurrenz begegnet wird, dürfte für viele ein Grund sein, die AfD zu wählen. Entweder weil sie diesen inhaltsbefreiten Umgang ablehnen (oder gar für gefährlich halten) und sie daher unterstützen oder weil sich diese verhasste Partei gerade deshalb anbietet, der eigentlich präferierten Partei eins auszuwischen.

      Ähnliches dürfte für Trump, UKIP, FN, FPÖ, etc. gelten (kenne mich aber in den Medienlandschaften dort nicht wirklich aus).

      Und zum Punkt Registrierung dieses Effekts seitens der etablierten Parteien:
      Selbst wenn sie es bemerkt haben, was sollen sie machen?
      Eingestehen, dass sie vielleicht einwenig vorschnell geurteilt haben; unrecht hatten; zu einem bewährten Mittel gegriffen haben, um sich missliebiger Konkurrenz zu entledigen aber gescheitert sind? Dann verlieren sie.
      Dabei bleiben? Verlieren sie auch.

      Ein schönes, selbstverschuldetes Dilemma, dass sie sich mehr als verdient haben.

      • A.S. says:

        Die etablierten Parteien könnten schon etwas machen. Einen Reset. Va. die CDU muss wieder eine konservative Partei werden. Das wäre möglich, aber eben nicht mit dem aktuellen Stumpfenpersonal.
        Das Dilemma betrift va. die Personen (Merkel, von der Leyen, de Maizière, usw.). Die können keinen glaubwürdigen Kurswechsel mehr vornehmen, das nimmt denen keiner mehr ab. Das diese Leute aber einerseits an der Macht kleben wie Scheiße am Schuh und die CDU dermaßen blutleer ist, dass keiner die Kraft hat diesen Leute was entgegenzusetzen, werden diese Leute vmtl. den Parteikarren solange in den Dreck fahren bis ein Abbruchunternehmen kommt und den Stuhl entsorgt auf denen sie kleben.

        • iustus amentia says:

          Sie nennen ja praktischerweise selbst den Grund dafür, warum sie faktisch nichts machen können. Es nimmt ihnen wahrscheinlich keiner mehr ab. Sie werden es aber dennoch versuchen und spekulieren auf das bekannte Kurzeitgedächnis der Wähler. Ob sie damit erfolgreich die AfD wieder verdrängen können wird sich zeigen. Nachdem die AfD lediglich vor Wahlen an die Aussagen und Handlungen der etablierten Wendehälse erinnern muss, um dem beizukommen, denke ich nicht, dass diese Strategie erfolgreich sein wird

    • A.S. says:

      Ich bin mir ziemlich sicher dass die strullerblöden Reaktionen auf die AfD viel von deren “Erfolg” ausmachen. Und sei es nur, weil die Reaktionen ungefiltert zeigen welche unterirdisches Intelligenzniveau sich in der angeblichen “Elite” festgesetzt hat.

  5. Bernhard says:

    Ihr werdet Euch alle wundern, wieviele auf die Gehirnwäsche dieser Medien, hereinfallen.
    Mehrmals schon habe ich erlebt; “Erklär mir doch mal was an der AfD Rechtsextrem ist?
    Reaktion: keine , Argumente : keine , Fazit: das Gespräch ist beendet weil ich diesen Leuten sage: Nur Dummschwätzer posaunen in der Welt herum. Schön anzusehen ist auch wie diese Leute seither einen Bogen um mich machen. Und ich frage mich immer öfter; Warum soll ich mir um diese Dumpfbacken eigentlich einen Kopf machen.

  6. Sir-Jogy says:

    Bin zwar kein Politwissenschaftler, aber auf Grund dass ich im Besitz eines Führerscheines der Klassen A-B-B1E-C-CE und D bin, habe ich wohl genügend Ahnung meine Politische Meinung hier kund zu tun.(Satire aus). Also nach Meinung unserer Politwissenschaftler, und unseren Politikern der alten Coleur sind ca: 79% gegen die AFD bzw Konservatives Gedankengut. Da AFD ja “nur” ca:21% erreichte! Dreht mann aber den Spieß um, dann sind nach meiner Rechnung ca:81% gegen CDU/ Merkel. da sie ja nur rund 19% erreichten. Es kommt wohl wie immer auf den Standpunkt an! Ich hoffe Berlin Topt noch das ergebnis der AFD in MV. Gerne über 40%.

    • Werner Fütterer says:

      Wenn Sie gleich richtig weiter rechnen, und die Wahlbeteiligung mit rd.60% berücksichtigen, dann haben 18%SPD,etwas mehr als 12% AfD, etwas weniger als 12% CDU und rd.7% Linke gewählt.
      Leider wird die Gesamtbetrachtung immer gern unterschlagen.

      • iustus amentia says:

        Diese Gesamtbetrachtung wird unterschlagen, weil sie faktisch bedeutungslos ist.
        Ob nun 10% oder 90% der Wahlberechtigten von ihrer Möglichkeit zu wählen gebrauch gemacht haben, spielt für die Sitzverteilung bzw. Verteilung der politischen Macht keine Rolle.
        Daher ist Nichtwählen auch so sinnfrei.
        Oder eigentlich erleichtert es sogar noch die Bedienung von Partikularinteressen, da man sich seitens der Parteien lediglich auf aktive Interessengruppen zu konzentrieren braucht. Und dabei gilt: je homogener die aktive Wählergruppe desto besser. Bspw. Bauern und Rentner erfüllen dieses Kriterium, was dann auch recht gut erklärt, woher Agrarsubventionen und Rentenerhöhungen vor BT-Wahlen stammen.

  7. Florian Geyer says:

    Weder die Blockparteien noch der Dummfunk_Innen oder die Lügenpress_Innen haben aus dem Wahlausgang gestern etwas gelernt.
    Und das auch nie gewollt.
    Und das ist gut so, denn die 40+% Nichtwähler sind nicht nur vom Regime, sondern vom Gesamtsystem angekotzt.
    Und es wäre doch gelacht, wenn die Volldemokraten DIE nicht in den Aufstand treiben könnten!
    Und dagegen wird dann eine 21% starke AfD das kleinste Problem dieser genies sein.

    Ah! Ça ira!

  8. Heiner says:

    “… nach dem Anschluss der BRD an die DDR…”

    Allein für diese Formulierung hat sich der Beitrag gelohnt! 🙂

  9. Pingback: The Day After: AfD Erfolg und Idiotien in den Kommentarspalten – Pholym

  10. FAZ-Blogger Don Alphonso bzw. Rainer Meyer verrät in seinen beiden Blogs nebenher immermal wieder einiges über die Funktionsweise des (online) journalistischen Biotops und einige Fallbeispiele belegen das auch immer wieder: Man liest sich hauptsächlich gegenseitig, man kontrolliert sich gegenseitig und es wird gnadenlos voneinander abgeschrieben.

    Ob dieses hermetisch gegen neue Informationen abgeriegelten Biotops voller erlesener Bestmenschen verwundert die Ähnlichkeit in der Kommentierung also nicht.

    Löbliche Ausnahme ist aber immer wieder faz.net. Hier sind 3 gute Kommentare von heute zur Wahl in MV:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-mecklenburg-vorpommern/muehlstein-fluechtlingspolitik-merkels-reich-zerfaellt-14422032.html

    http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-mecklenburg-vorpommern/wer-ist-jetzt-entzaubert-die-afd-oder-die-cdu-14421417.html

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/landtagswahl-2016-in-mecklenburg-vorpommern-im-tv-14420779.html

    Aber nicht dass hier ein falscher Eindruck von faz.net entsteht, der Großteil der Kommentierung dort entspricht ebenfalls den im Blogeintrag genannten Beispielen:
    “AfD-Wähler sind n bischen doofe und sozial abgehängte Schäfchen. Yeah, SPD / Sellering. MV-CDU hat fast alles richtig gemacht aber Bundespolitik und so.”

  11. Berliner says:

    Die Kommentare zum Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern sprechen fuer sich. Ich sehe den Erfolg der AfD als Denkzettel fuer die Altparteien hauptsaechlich fuer die von Angela Merkel gefuehrte CDU. Die Fluechtlingspolitik von Frau Merkel hat massgeblich mit zum Erfolg der AfD beigetragen. Ich will hier nicht von Wutbuergern reden die Ihre Kreuzchen bei der AfD gemacht haben. Saemtliche Altparteien haben leichtfertig das Vertrauen das die Waehlerinnen und Waehler in Sie und ihre Politik gesetzt hatten verspielt. Daran aendert auch nichts der von Frau Merkel schon Gebetsmuehlenartig wiederholte Satz wir schaffen das. Saemtliche Altparteien.sollten mehr das Ohr am Volke haben und die Aengste und Sorgen der Bevoelkerung ernst nehmen. Grade in den Grossstaedten waechst die Angst vor einer Ueberfremdung und trotz Leugnen von Seiten der Politik breiten sich die No-Go Areas wie Krebsgeschwuere aus ubd es entstehen immer mehr Parallelgeselkschaften die Ihre eigenen Gesetze wie z.b.die Scharia haben und unsere Gesetze nicht akzeptieren.Genau bei diesen Punkten legt die AfD den Finger in die Wunde und das ist mit einer der ausschlaggebenden Punkte fuer den Erfolg der AfD.

  12. Pingback: JAWOs Links am Mittwoch – KW 36/16 – Demokratieverständnis - NICHT-Feminist

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