Donald Trump: Ich bin ein Pfälzer!

Die USA hatten schon eine ganze Reihe von Präsidenten oder Präsidentschaftskandidaten, die das sind, was man im Englischen „Outspoken“ nennt: Sie sagen ihre Meinung bzw. das, was sie für richtig halten, und nehmen dabei wenig Rücksicht auf psychologische Befindlichkeiten ihrer Zuhörer oder politische Korrektheit: Ronald Reagan war einer dieser Präsidenten, John F. Kennedy ein anderer.

Ein Politiker, der seinem Publikum seine Meinung einfach zumutet und nicht versucht, seinen Zuhörern nach dem Mund zu reden, wird entweder geliebt, oder er wird gehasst. Vor allem in Deutschland hat die entsprechend Urteilsbildung bei vielen nichts mit Rationalität, Gründen und der Anwendung von Überzeugungen zu tun, sondern mit Gefallen, mit Emotionen und sehr oft mit Anpassung an das, was in öffentlich-rechtlichen Medien als korrekte Beurteilung vorgegeben wird [In Zeiten des Widerstands gegen die öffentlich-rechtliche Indoktrination tritt Renitenz an die Stelle von Anpassung].

NYT Donald TrumpWir können das derzeit am Beispiel von Donald Trump gut beobachten. Sofern es zu Donald Trump in öffentlich-rechtlichen Medien jemals eine Beitrag gegeben hat, in dem keine negative Bewertung der Person des Präsidentschaftskandidaten und wahrscheinlich nächsten Präsidenten der USA enthalten war, mögen diejenigen, die den Beitrag kennen, uns bitte darauf hinweisen. Wir kennen nur Beiträge, die zwischen Diffamierung und dem Versuch, Trump lächerlich zu machen, schwanken und denen man die Meinung des Schreibers, seine Abneigung gegenüber Trump, nur zu leicht entnehmen kann.

Worauf derartige emotionale Reaktionen zurückzuführen sind, ist eine Frage, die man in der Regel vor dem Hintergrund der herrschenden Themen in einer Gesellschaft beantworten muss. Deutschland wird derzeit von einer Welle des Irrationalismus durchspült, deren Ziel darin besteht, Kritik generell als Hassrede zu stilisieren und bestimmte Themen jeder kontroversen Diskussion zu entziehen. Wir bezeichnen diese Welle des Irrationalismus auch als Infantilismus, denn nur Kinder sind z.B. der Meinung, Ressourcen seien unbegrenzt, so dass man Flüchtlinge aufnehmen könne, so viel man wolle (für die man in der Regel nicht selbst zahlt, sondern andere die Rechnung schultern lässt), nur Kinder sind der Meinung, dass man Meinungen dadurch beseitigen kann, dass man sie verbietet und nur Kinder versuchen andere, deren Meinung ihnen nicht gefällt, mit physischen oder sonstigen Drohgebärden ins Bockshorn zu jagen.

Politiker die keine Rücksicht auf diesen Infantilismus nehmen und Probleme pointiert und zuweilen auch polarisierend ansprechen, sind folglich in der Gemeinde der Kinder nicht gerne gesehen. Donald Trump ist ein solcher Politiker.

John F. Kennedy war auch ein solcher Politiker. Er hat sich in einer Zeit, zu der in Deutschland und in anderen Ländern die Entscheidung darüber, ob Kapitalismus oder Kommunismus das bessere Gesellschaftssystem ist, eindeutig für die Freiheit, die es nur im Kapitalismus gibt, positioniert. Und siehe da, die Berliner, die zum einen vor Augen hatten, was Kommunismus bedeutet und zum anderen die Errungenschaften des Kommunismus aus eigener Anschauung kannten, sie haben Kennedy zugejubelt. Damals war der Zeitgeist auf Freiheit ausgerichtet:

ich-bin-ein-berliner1“There are many people in the world who really don’t understand, or say they don’t, what is the great issue between the free world and the Communist world. Let them come to Berlin.

There are some who say that Communism is the wave of the future. Let them come to Berlin.

And there are some who say in Europe and elsewhere we can work with the Communists. Let them come to Berlin.

And there are even a few who say that it is true that Communism is an evil system, but it permits us to make economic progress. Lass’ sie nach Berlin kommen. Let them come to Berlin.

All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words “Ich bin ein Berliner”.

Freedom has many difficulties and democracy is not perfect, but we have never had to put a wall up to keep our people in, to prevent them from leaving us.”

Ob man Kennedy heute noch zujubeln würde? Vermutlich nicht, denn im Gegensatz zum Beginn der 1960er ist der Zeitgeist im heutigen Deutschland, jedenfalls soweit ihn die öffentlichen Medien tragen, ein sozialistischer, einer, der Gleichstellung höher bewertet als Leistung, einer, der Minderheiten vor die Mehrheit stellt und einer, der Übergriffe auf Bürger befürwortet, sofern die Bürger von dem abweichen, was von denen, die den entsprechenden Zeitgeist reiten, für richtig befunden wird.

Der neue Zeitgeist ist ein neuer Totalitarismus, ein Geist, der Mauern baut, keiner, der sich über die Freiheit freut, die Demokratie und Kapitalismus bieten, schlimmer: Ein Zeitgeist der diejenigen bekämpft, die Freiheit lieben und sich für die Freiheit einsetzen und die ihre Freiheit nutzen, um ihre Meinung zu sagen, unmissverständlich zu sagen, wie Donald Trump, der von seinen Gegnern zu einem stilisiert werden soll, der nicht ernst zu nehmen ist, in dem, was er sagt, um auf diese Weise die freie Äußerung von abweichenden Meinungen mit Debilität zu verbinden und zu diskreditieren.

Entsprechend könnte man Trump aus formaler Sicht zu einem Fanal für die Freiheit aufbauen, da er auch bei starkem medialen Gegenwind seine Meinung in der ihm eigenen deutlichen Weise sagt.

kallstadtWir haben uns schon seit einiger Zeit gewundert, wie es im 21. Jahrhundert sein kann, dass ein Politiker unverblümt seine Meinung sagt. Ein solcher Politiker kann nur ein Quereinsteiger sein, das ist klar. Die Zwänge, die in Parteien herrschen, sorgen dafür, dass nur diejenigen erfolgreich sind, die ihre Meinung in alle Richtungen biegen und an alle Gegebenheiten anpassen können. Aber der Quereinstieg ist zwar notwendig, aber nicht hinreichend als Bedingung, es bedarf noch einer bestimmten Persönlichkeit, die den Quereinsteiger befähigt, er selbst zu sein, in Wort und Tat.

Wo findet man derartige Persönlichkeiten in Deutschland. In der Pfalz. Trump ist ein ideeller Pfälzer, aber nicht nur das: er ist ein Pfälzer qua Abstammung:

Wir schreiben das Jahr 1885: Friedrich Trump und Elizabeth Trump geborene Christ machen sich von Hamburg aus auf den Weg in die neue Welt, um dort ihr Glück zu suchen. Beide stammen aus Kallstadt in der Nähe von Bad Dürkheim und beide sind dafür verantwortlich, dass Donald Trump am 14. Juni 1946 in New York geboren wird, denn Friedrich und Elizabeth Trump sind seine Großeltern. Die Südliche Weinstraße, sie reicht bis in die USA des Jahres 2016, und wer weiß, vielleicht wird Trump ja demnächst feststellen: „Ich bin ein Pfälzer“, und zwar mit Recht, denn die meisten Pfälzer machen aus ihrer Meinung ebenso wenig ein Geheimnis wie Trump, und wäm’s nid bassd, der kann sisch aen Staegge dezu stegge.


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9 Responses to Donald Trump: Ich bin ein Pfälzer!

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  2. sandako says:

    Die stete Voreingenommenheit gegenüber Donald Trump, das ist die eine Seite. Es ist schon erstaunlich, wie wenige sich wirklich mit seiner Agenda auseinandersetzen. So kennen viele in den USA, und besonders viele Menschen in Deutschland, nicht mehr den Unterschied zwischen Maßnahmen gegen illegale Immigration und Fremdenfeindlichkeit. Die andere Seite ist das systematische Verdrängen, Ausblenden und Bagatellisieren des angeschlagenen Gesundheitszustandes, der Fehlentscheidungen, Falschaussagen und Straftaten der derzeitigen Präsidentschaftskandidatin. Hillary Clinton scheint, selbst auf höchster Staatsebene, unantastbar zu sein.
    Dazu gehört die Wahl nach Drehbuch: Die öffentlich rechtlichen und die etablierten Medienanstalten scheinen die Marschorder erhalten zu haben, koste es, was es wolle, eine Kandidatin durchzuboxen – auch gegen den Willen des Volkes. Die Wähler werden für dumm verkauft mit vorfabrizierten Statistiken und retuschierten Videos. Dabei informieren die etablierten Medien natürlich nur am Rande über die beiden anderen Kandidaten: Jill Stein und Gary Johnson. Die im Vorhinein zu Gunsten von Hillary Clinton organisierte Debatte vom 26. September wäre sicher für die Wähler wesentlich sehenswerter gewesen, wenn ein unvoreingenommener Moderator alle vier Kandidaten unter die Lupe genommen hätte.

  3. Heiner says:

    Stellen Sie sich mal vor, was passiert, wenn wieder ein starker Pfälzer an der Macht ist:

    Da verkümmert die Mutti doch wieder zum Mädchen!

    Dem muss mit aller medialer Macht gegengesteuert werden! Die Welt-Muddi haben wir!

    Wir können doch kein Mädchen auf die Weltbühne stellen, denn wie bemerkte sie selbst:
    “Größtes zu leisten, gehört zur Identität unseres Landes” – und das können nur Muttis! 🙂

  4. Jürg Rückert says:

    “untermstrich@schwaebische.de”, Schwäbische Zeitung vom 18.01.16: “F. Trump und E. Christ”

    Einige Auszüge:
    Trump, ein Kerlchen der Marke drollig
    Trumps Haare bedecken nur notdürftig seine raren Gehirnwindungen
    Aufgebaute Frisur mit Rechtsdrall
    … hat man allerdings den Eindruck, alles wäre besser, wenn er ordentlich saufen würde
    “Wir haben uns nun gefragt, wie sich diese Drolligkeiten erklären lassen und sind möglicherweise in seinem Ahnenstamm fündig geworden. … Aber in den genetischen Anlagen Donald Trumps finden sich immer noch “Pegida”-Spuren. Fast alle seine Drolligkeiten verdankt er diesen Genen.”

    Tja, die deutschen Gene! Wir haben es verinnerlicht, ein rassisch minderwertiges Volk zu sein und bitten untertänigst Bomber Harris um die Endlösung der deutschen Frage.
    Dresden, 3. Oktober, wäre das nicht DIE Gelegenheit?

  5. Trizonesier says:

    Der Herr Heinz, der dann in USA mit seinem Tomatenketchup berühmt wurde, soll ja auch aus Kallstadt stammen.

  6. Pingback: Alle im Bundestag vertretenen Parteien sind unwählbar und eine Müllhalde | LW-Freiheit

  7. Kai says:

    Ich würde den Ausspruch “nur Kinder” abändern zu Erwachsenen mit der geistigen Reife von Kindern bis x Jahren

  8. St. Elmo says:

    Ich glaube die Voreingenommenheit gegen Trump ist auch Geschuldet das die deutsche Presse eher pro Demoktraten ist und es zusätzlich mit Hillary Clinton eine Präsidentin geben würde. Da ist eine Ausgewogene Berichterstattung unmöglich.
    Wäre Cruz Präsidentschaftskandidat der Republikaner geworden würde die Presse genauso gegen ihn schießen wie gegen Trump.

    Ich finde es aber immer wieder Interessant das Trump als Gefahr für den Weltfrieden dargestellt wird. Ich habe bei Hillary viel mehr Angst das sie, um zu Beweisen das sie genauso Stark wie ein Mann ist, bereit ist auf den Knopf zu drücken.

  9. Sven Kuchary says:

    Horst Köhler, seines Zeichens Banker und damit wie Trump aus der Wirtschaft kommend, hatte als Quereinsteiger in das Amt des Bundespräsiendenten auch Schwierigkeiten, die m. E. damit zu tun haben, dass er Dinge offen aussprach, die andere nicht hören wollten.

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