Prozedurale Gerechtigkeit: Warum Rentner nichts und Flüchtlinge viel wert sind

Mal ein wenig Philosophie zum Einstieg:

Am Ende eines Par Force Ritts durch die Philosophiegeschichte definieren wir Gerechtigkeit in drei Grundsätzen:

Lebe ehrenhaft, also im Einklang mit dem Recht;
Füge niemandem Schaden zu;
Gib‘ und belasse jedem das Seine.

Die drei Grundsätze konstituieren ein Leistungsprinzip, das jedem die Ergebnisse garantiert, die seinen Anstrengungen entsprechen.

Dieses Leistungsprinzip bezeichnen wir und die meisten Gerechtigkeitstheoretiker als Materiale Gerechtigkeit, als die Gerechtigkeit eines Ergebnisses.

Nun ersinnen Menschen zuweilen Verfahren, mit denen sie behaupten, Materiale Gerechtigkeit herstellen und sichern zu wollen. Die Gesetzliche Rentenversicherung ist ein solches Verfahren das prozedurale Gerechtigkeit, also eine über ein bestimmtes Verfahren erzeugte Gerechtigkeit des Ergebnisses herstellen will.

rentner-in-deutschlandVerfahrensregeln sollen dafür sorgen, dass über das System der Gesetzlichen Rentenversicherung eine gerechte Rentenzahlung für alle, die am System teilnehmen, erreicht wird. Nun sind Verfahrensregeln keine Binnenregeln, die nur für das entsprechende System gelten. Es sind relationale Regeln, die sich dem Vergleich mit anderen Verfahrensregeln aussetzen und in diesem Vergleich bewähren müssen.

Vergleichen wir doch einmal Hartz IV und die gesetzliche Rentenversicherung.

Die Höhe einer Regelrente, die nach 45 ununterbrochenen Erwerbsjahren erreicht ist, beträgt 1.176 Euro. Ein Rentner, der keine Unterbrechung seiner Erwerbsbiographie aufzuweisen hat und in allen Jahren einen Entgeltpunkt angesammelt hat, also in jedem Jahr das durchschnittliche Jahreseinkommen erzielt hat, erhält diese Rente. Im Jahr 2015 beträgt das Durchschnittseinkommen 34.999 Euro, 2.916.58 Euro brutto monatlich (also vor Abzug von u.a. den Rentenbeiträgen). Ein solcher Rentner, der 45 Jahre lang jährlich seinen Rentenbeitrag in Höhe von derzeit 18.7%, also rund 545 Euro bezahlt hat, erhält eine Rente in Höhe von 1.176 Euro.

Das ist der Idealrentner. Ein normaler Rentner hat Zeiten der Arbeitslosigkeit, erreicht in manchen Jahren das Durchschnittseinkommen nicht uvm. Der Gewinner der Abweichung vom Idealrentner ist immer die Rentenversicherung, wie sich schon daran zeigt, dass der durchschnittliche Auszahlbetrag für einen Rentner im Westen Deutschlands 785 Euro beträgt, also 391 Euro weniger als der Idealrentner erhält.

Nun hat unser Rentner von seiner monatlichen Rente die Miete und die Heizkosten zu tragen. Sagen wir, er bewohnt eine kleine Ein-Zimmer Wohnung in Neufahrn bei München, die 20 Quadratmeter groß ist und kalt 400 Euro kostet. Natürlich muss er auch die Betriebskosten für seine Wohnung aufbringen. Laut Mieterbund addieren sich die durchschnittlichen Betriebskosten für Heizung, Warmwasser, Abwasser, Grundsteuer, Müllabfuhr usw. im Jahr 2015 auf 2,17 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Somit hat unser Rentner Betriebskosten in Höhe von 43,40 Euro monatlich zu tragen.

Daraus ergibt sich eine einfach Rechnung:
Ein Rentner, der 45 Jahre ideal gearbeitet und in die GRV eingezahlt hat, erhält

  • 1.176 Euro monatliche Rente

Davon finanziert er seine Wohnung:

  • 400 Euro Kaltmiete
  • 43,40 Euro Betriebskosten

Es bleiben ihm 732,60 Euro.

Nun ist unser Rentner nicht der Normalrentner, sondern ein Idealrentner. Der durchschnittliche Normalrentner erhält nicht 1.176 Euro monatlich sondern 33% weniger, nämlich 785 Euro aus der Gesetzlichen Rentenversicherung. Entsprechend verbleiben dem Normalrentner nach Abzug der Kosten für Miete und Betriebskosten seiner Einzimmer-Bleibe: 341,60 Euro.

bayles-justiceVergleichen wir den Lebensstandard, den ein alter Mensch nach einem Erwerbsleben erreicht, in dem er regelmäßig Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hat, mit dem Lebensstandard, den ein Hartz-IV-Bezieher erreicht, der, sagen wir nach 15 Erwerbsjahren arbeitslos geworden ist und nunmehr von Hartz IV lebt. Wir haben uns die Rechnung etwas erleichtert und keine Pauschalen, die Hartz-IV-Bezieher erhalten, berücksichtigt. Unter Annahme von 400 Euro Kaltmiete und 40,34 Euro Heizkosten erhält der Hartz-IV-Bezieher, der 15 Jahre gearbeitet und Sozialabgaben gezahlt hat, 847,40 Euro. Nach Miete und Betriebskosten bleiben ihm davon 407,06 Euro und somit 65,46 Euro mehr als dem Normalrentner.

Hartz-IV in der selben Höhe erhält ein Flüchtling, der z.B. im Saalekreis in einer privaten Wohnung zu Konditionen untergebracht ist, die den Wohnbedingungen unseres Rentners entsprechen. Der Flüchtling erhält 65,46 Euro mehr als der Normalrentner, obwohl er im Gegensatz zum Normalrentner und im Gegensatz zum Hartz-IV-Bezieher werden in Deutschland einen Beitrag zu einer Sozialversicherung geleistet noch Steuern bezahlt hat.

Aus Sicht prozeduraler Gerechtigkeit ist dies eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, und deshalb ist es an der Zeit, eine öffentliche Diskussion über die Art und Weise zu führen, in der Menschen instrumentalisiert werden, wenn sie einer Rent Seeking Community nützlich sind, wie dies z.B. für Flüchtlinge der Fall ist bzw. wie Menschen abgespeist und ausgesondert werden, wie dies für Rentner der Fall ist, die ein Erwerbsleben geführt und den Wohlstand mit erwirtschaftet haben, den deutsche Politiker nun so großzügig umverteilen, von denen, die ihn erwirtschaftet haben, zu denen, die keinerlei Beitrag geleistet haben, wie z.B. Flüchtling oder Berufsmütter.

Es ist höchste Zeit eine Diskussion über Verteilungsgerechtigkeit zu führen, darüber wer aufgrund welcher Leistung welches Ergebnis, welche finanzielle Ressourcen verdient.


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74 Responses to Prozedurale Gerechtigkeit: Warum Rentner nichts und Flüchtlinge viel wert sind

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  2. GRM aus T says:

    Das ist ein sehr guter Beitrag, den ich normalerweise in den Mainstreammedien erwarte, damit man den Bürgern zeigt, was in diesem Rentensystem tatsächlich abläuft. Stattdessen finde ich dort nur geträumte Hochrechnungen die irgendwas von 2000-3000€ fabulieren, dem zukünftigen Rentner Sand in die Augen streuen und die heutigen Rentner als Superkapitalisten und Systemausbeuter darstellen.

  3. corvusalbusberlin says:

    das ist ein sehr guter Beitrag, den man sich sogar ausdrucken und hinter den Spiegel stecken sollte, um ihn hervorzuholen, wenn man als deutscher Bürger mal wieder von den Behörden oder vom Finanzamt gemoppt wird, was heutzutage keinen Seltenheit – sondern alltäglich ist. Danke!

  4. rote_pille says:

    Aus meiner Sicht handelt es sich bei beiden Gruppen um Überbevölkerung. Die Rentner haben ihren Anteil längst aufgefressen und die Flüchtlinge hatten nie irgendwelche legitimen Ansprüche, weder auf Unterkunft, noch Versorgung.

    • GRM aus T says:

      Lösungsvorschläge ihrerseits? Alte Lager wieder von Museen in den ursprünglichen Verwedungszweck umwidmen?

      • rote_pille says:

        Ich schulde Ihnen keine Lösungsvorschläge. Es interessiert mich nicht, was mit denen passiert.

        • corvusalbusberlin says:

          Mich auch nicht. Aber man könnte wie in Japan nachts den Rentnern – alten Menschen und in diesem Falle auch den Flüchtlingen die Schwimmbäder für die Nacht zur Verfügung stellen. Soll es da wirklich geben. .
          Morgens um 6 müssten sie wieder raus, um den Putzfrauen Platz zu machen.

          Warten Sie’s ab. Kommt alles noch. Und erste private Wohnungen werden bereits auch schon belegt. Gut, dass ich nur 46 qm habe.

        • Heike Diefenbach says:

          @rote_pille

          Angesichts der Tatsache, dass auch Sie nicht jünger werden, werden Sie sich früher oder später und wohl oder übel zu einem Lösungsvorschlag zumindest mit Bezug auf Ihre Person durchringen müssen, auch, wenn Sie noch so ungern Verantwortung tragen oder Entscheidungen treffen.

          Oder vielleicht tue ich Ihnen Unrecht und Sie planen, sich selbst zu entsorgen, bevor Sie von der Bundesregierung in die Kategorie “Rentner” katapultiert werden. Wer weiß, vielleicht hatten Sie Ihren “Anteil” ja schon zu dem Zeitpunkt “aufgefressen”, zu dem Sie Ihren sehr, sehr seltsamen Kommentar verfasst haben?!?

          Immerhin schuldet Ihnen ja wohl auch niemand einen konstruktiven Vorschlag zu irgendetwas oder Ihren Unterhalt ….

          • rote_pille says:

            Ich denke, jeder sollte für sich selbst ansparen. Die haben kein Recht mich dazu zu zwingen für andere Leute zu bezahlen, und ich erwarte im Gegenzug auch gar nichts mehr von staatlichen Systemen. Wenn ich die Wahl hätte sie abzuschaffen, würde ich das ungeachtet der Konsequenzen tun. Die sollen zuschauen wie sie zurechtkommen. Wahrscheinlich wird die Regierung es von sich aus irgendwann in Erwägung ziehen, um die Effizienz des Systems zu erhöhen. Es gibt sowieso niemanden mehr, der dagegen protestieren würde.

        • fawkes says:

          Da ich sie nicht kenne, spekuliere ich mal: Sie haben ein großes Vermögen ererbt oder irgendwie erwirtschaftet (Auf ehrliche Weise? Spekulationsgeschäfte betrachte ich eher nicht als ehrlich, das Führen eines eigenen Produktions- oder Handelsbetriebes schon) Deshalb können Sie nun – praktisch von einem “Hohen Ross” herab auf andere spucken. Ich bin nun wirklich kein Linker- aber Ihre erbarmungslose, kalte Grausamkeit ist wirklich unverständlich. Mitmenschlichkeit und Herzenswärme scheinen Ihnen fremd. Sie machen auf mich den Eindruck einer Person, in deren Herzen nicht einmal genug Wärme und Mitgefühl vorhanden sind, um ein verwaistes Bakterium zu wärmen. (Sagen Sie- sie haben doch nicht etwa Kinder, oder????) Mich fröstelt angesichts einer solchen Menschenverachtung- aber ich weiß- sie schulden mir nichts, ist Ihnen egal, was ich denke, sie sind abgesichert, ich bin eine linke Gutmenschenzecke usw. pp…..
          Ich wünsche ihnen – in einem Monat- ein schönes Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben und ein schönes Silvester im Kreise ihres sicherlich sehr umfangreichen Freundeskreises- alles Leute, die Sie von Herzen lieben werden und die sie nícht nur umschmeicheln, weil sie Reich und vielleicht auch mächtig sind.

      • Thomas says:

        Als Bismarck 1889 die gesetzliche Rentenversicherung einführte, war das Renteneintrittsalter 70 Jahre und 30 Jahre Beitragszahlung.
        Die durchschnittliche Lebenserwartung lag jedoch bei 40 Jahren! Deswegen ist das Herabsetzten des Renteneintrittsalters, wie es unter der großen Koalition vorgenommen wurde, volkswirtschaftlicher Wahnsinn. Das Rentenalter müsste daher, auch wenn es niemand gerne hören möchte, massiv heraufgesetzt werden.

        • luisman says:

          1891 betrug der Beitragssatz 1,7%, 1949 betrug er ca. 10%, seit den 70’ern zwischen 17 und ca. 20%.

          Bei Zwangsbeitraegen bis 20% kann man eigentlich nicht mehr von einer Versicherung reden, sondern es ist eine Steuer, die nach politischer Kassenlage umverteilt wird. Eine Versicherung waere ein Betragssatz im einstelligen Prozentbereich, womit man sich dagegen absichert, dass man es wegen widriger persoenlicher Umstaende nicht geschafft hat selbst fuer’s Alter vorzusorgen, d.h. genug anzusparen.

        • Hans says:

          Nein, das wahre Problem hat mehrere Ursachen. Die erste ist wohl das ungleiche, verschobene Verhältnis zwischen Einzahlern und Empfängern. Das zweite ist die Verlagerung der Produktion – und damit der Arbeit – auf Maschinen. Die leisten keine Sozialbeiträge. Drittens die ungerechtfertigte Leistung an Dritte, die niemals einen nennenswerten beitrag geleistet haben. Sicherlich gäbe es noch mehr Urachen aufzuzählen, würde diesen Rahmen aber sprengen. Wir brauchen dringenst eine vernünftige, vor allem aber eine gerechte Reform der Renten. Und auch diese Schmarotzer, die sich Politiker nennen, brauchen alles, aber nicht diese exorbitanten Pensionen!

        • Livia says:

          Als Bismarck die Rentenversicherung einführte wollte er auch die Geburtenrate senken, was ihm damit auch gelungen ist; denn allzuviele junge Leute wanderten damals in die USA aus, da Deutschland ursprünglich keine Kolonieen wollte und hatte. Kinder waren aber damals die einzige Versicherung für Lebensrisiken wie Invalidität, Witwenschaft und die Versorgung der kleineren Geschwister. Die ursprüngliche Rentenversicherung deckte aber auch – und vor allem – die Risiken Berufsunfähigkeit und Hinterbliebenenversorgung ab. (Dies wurde alles mehr oder weniger inzwischen abgeschafft)

          Auch hat sich kürzlich jemand die Mühe gemacht und die durchschnittliche Lebenserwartung für 1880/81 abzüglich der damals hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit mit 72 Jahren für beide Geschlechter ausgerechnet. Die Menschen bezogen also damals im Schnitt etwas mehr als 2 Jahre Rente, aber nicht 20! Die Beiträge konnten also entsprechend niedrig sein, sodaß auch keiner Anspruchsdenken gegenüber der Versicherung entwickelte, also anstrebte möglichst alt zu werden, um möglichst viel rauszubekommen.
          Die Bismarcksche Rentenversicherung war für abhängig beschäftigte Arbeiter gedacht, die irgendwann körperlich nicht mehr in der Lage waren zu arbeiten. Im Laufe der Zeit sind aber immer mehr Leute in die Rentenversicherung gekommen, die eine lange Ausbildung hatten, körperlich nicht sehr beansprucht werden und im Grunde viel länger arbeiten könnten.
          Auch ist die Rentenversicherung ein Generationenvertrag, d.h. die aktuellen Beiträge finanzieren die aktuellen Renten – das hat aber mit Verzinsungen auch garnichts zu tun! Verzinsungen sind eben nicht sicher – z.Zt. driften sie sogar ins Negative ab – der Generationenvertrag aber auch nicht, wenn (fast) gar keine Kinder mehr geboren werden! Deswegen versucht man schon lange immer mehr Menschen in die Rentenversicherung hineinzubekommen, auch durch Import von Jungen (Flüchtlinge), läßt aber außer acht, daß diese auch irgendwann Anspruchsberechtigt werden. Und wenn man die Hausfrau abschafft, gibt es auch immer weniger Kinder! Das hat schon die römische Ober- und Mittelschicht vor 2000 Jahren durchgezogen. Und weniger Kinder – weniger Beitragszahler – weniger Geld! Auch das Wirtschaftswachstum ist ohne Bevölkerungswachstum nicht möglich.
          Die Rentenversicherung sollte statt auf Alter auf Berufsunfähigkeit basieren. Das wäre dann eine echte Risikoversicherung und ältere Menschen werden nicht nur auf Grund der Tatsache, daß sie eine bestimmte Zahl erreicht haben, ausgemustert. Und es sorgt auch für mehr Gerechtigkeit: Wer mit 16 in einem Knochenjob anfängt, hört eher auf als ein Akademiker, der bis 30 studiert. Daß genug Arbeit für alle da sein muß, steht auf einem anderen Blatt und sollte selbstvertändlich sein. Bei genug Arbeit für alle erledigt sich auch die Frage um Hartz IV. Andererseits muß aber der Unsinn aus den Köpfen, daß man als Rentner alles nachholen kann, was man in der Jugend verpaßt hat.

          Die Politik hat, um Wahlen zu gewinnen, in der Vergangenheit die Renten unverhältnismäßig erhöht und den Leuten dabei genau dies eingeredet. Die Betroffenen mit den sehr hohen Renten sind heute weit über 80. Die gut situierten Rentner aus dieser Generation wirken in den Köpfen aber noch nach!

          • Heike Diefenbach says:

            @Livia

            Ich stimme Ihnen in vielen Dingen, die Sie schreiben zu, aber Ihre Auffassung, die Renten seien “unverhältnismäßig erhöht” worden, und DIE Renter in Deutschland seien “gut situiert” kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen!

            Haben Sie unseren Text gar nicht gelesen, und sind Sie noch niemals Rentern in “freier Wildbahn” begegenet?

            Dessen ungeachtet hätten wir einen guten Teil der sozialen Ungerechtigkeiten nicht, wenn wir in Niedrigsteuerländern leben würden mit minimalen Transferleistungen (die klassischen: im Berufsunfähigkeitsfall, wie Sie ja auch geschrieben haben …) und keinen Pflicht-Sozialversicherungen, so dass es jedem frei steht und möglich ist, sich gegen seine persönlichen Risiken angesichts seines persönlichen Lebensentwurfes zu versichern.

        • Eloman says:

          In die durchschnittliche Lebenserwartung ist aber die Kindersterblichkeit mit eingerechnet.

    • Sven Kuchary says:

      Rote Pille, ich widerspreche dem Satz: “Die Rentner haben ihren Anteil längst aufgefressen.” Hier geht es um prozedurale Gerechtigkeit. Der Eckrentner im Artikel hat 45 Jahre lang monatlich 545 Euro in die Rentenkasse eingezahlt. Was bekommt er dafür Wer hat das aufgefressen?

      • rote_pille says:

        Es gibt keine Ersparnisse für diese Leute. Das System lebt von Umverteilung. Das Geld aus der Rentenkasse haben die Politiker schon für die Erfüllung anderer Versprechen ausgegeben. Sie wurden dafür von dieser Generation gewählt.

  5. Thomas says:

    Wenn man die genannten 545€, die monatlich in die Rentenversicherung einbezahlt werden, nun nähme, 45 Jahre mit durchschnittlich 3,5% verzinste, dann käme nach dieser Zeit eine Summe von über 700.000€ heraus.
    Nimmt man nun an, es handle sich um eine weibliche Perrson, die mit 65 Jahren in Rente ginge und eine Lebenserwartung von weiteren 20 Jahren hätte, dann könnte diese Rentnerin von rund 3000€ im Monat leben, bis ihre Ersparnisse aufgebraucht wären.
    Die Differenz zur tatsächlich ausgezahlten Rente ist dazwischen im System versackt.

  6. Alfred says:

    Vielleicht bringt das ja ein wenig frischen Wind in die Diskussion:

    Wir könnten (und müssten eigentlich genaugenommen) ALLE deutlich mehr Geld verdienen oder haben, als wir haben oder verdienen.
    Seit den 1960er Jahren hat sich die wirtschaftliche Produktivität vervierfacht (der besseren Anschaulichkeit halber: vom Doppelten das Doppelte!!!), weshalb das Thema der Verteilungsgerechtigkeit von ganz anderen Grundlagen ausgehen müßte.
    Vom maschinellen Fortschritt sollten alle profitieren, nicht nur einige wenige, die stattdessen dafür büßen.
    So etwas würde auch der, im Hintergrund drohenden, Neiddebatte vorbeugen.
    Oder andersherum gedacht: stellen wir mehr Produkte, Dienstleistungen oder Services frei erhältlich zur Verfügung bzw. an freiwillige Spenden oder Werbepflicht gekoppelt! Das ließe sich mit einem Grundeinkommen für alle mindestens bewerkstelligen.
    Hartz 4 ist schlicht mehr als unzeitgemäß! Die teils drakonischen Strafen welche es vorsieht, kommen so auch nicht im Grundgesetz vor; ein Existenzminimum schon!

    • Und was trägt das zur Lösung von Problemen prozeduraler Gerechtigkeit bei?

      • Sven Kuchary says:

        Ich habe hier einen Vorschlag zur Lösung von Problemen prozeduraler Gerechtigkeit. Das Hauptproblem scheint mir, dass eben Gerechtigkeit durch Regeln nicht funktionieren kann, wenn die Regeln nicht eingehalten werden, im wesentlichen willkürliche Staatseingriffe. Also eine reine Rentenversicherungspflicht, aber mit privatrechtlicher Abwicklung. Bei der Rente muss die Leistung in die Zukunft übertragen werden. Das ist ein grundsätzliches Problem, wegen der Risiken der Vermögensanlage. Aber immerhin Anlage, statt Umlage! Gegen die deutsche Geburtenpyramide hilft nur eine internationale Anlage. – Die “Berufsmütter” schaffen übrigens den Transfer in die Zukunft! Bei der reinen materialen Gerechtigkeit würde sie nämlich von ihren Kindern unterhalten, während die Kinderlosen Vermögen anlegen. Hmm – vielleicht ist doch die reine materiale Gerechtigkeit prinzipiell überlegen?

        • Die Kinderfreien können keine Vermögen anlegen, weil sie viel höher besteuert werden als die Kinderbesitzer. Abgesehen davon finde ich diese Argumentation, angesichts der real gelebten Qualität des Rentendaseins, die zeigt, wie gut die heutige Rentnergeneration von ihren liebenden Kindern unterhalten wird, etwas, nun, was soll ich, verfehlt? blauäugig? dumm?

        • Heike Diefenbach says:

          @Sven Kuchary

          Sie schreiben:
          “Die „Berufsmütter“ schaffen übrigens den Transfer in die Zukunft! Bei der reinen materialen Gerechtigkeit würde sie nämlich von ihren Kindern unterhalten, während die Kinderlosen Vermögen anlegen. Hmm – vielleicht ist doch die reine materiale Gerechtigkeit prinzipiell überlegen?”

          Wie oft muss man gegen diesen Unsinn denn noch argumentieren????

          1. Wie Michael Klein schon sagte, werden Kinderfreie so hoch besteuert, dass ihnen in aller Regel keine Möglichkeit bleibt, “Vermögen an[zu]legen”.

          2. Davon abgesehen sind die derzeitigen Chancen, “Vermögen an[zu]legen”, selbst für Halbwegs-Gutverdiener so schlecht wie m.W. niemals zuvor, nicht zuletzt wegen der absolut skurrilen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. (Das gilt für alle, die “Vermögen” aufbauen wollen, mit oder ohne Kinder.)

          3. Ob oder inwieweit Kinder später willens oder in der Lage sind, auch nur ihre Eltern zu unterhalten, geschweige denn einen Beitrag zum Unterhalt all derer zu liefern, die u.a. ihre Ausbildung bezahlt haben und die Lücken geschlossen haben, die u.a. durch Kinderfreibeträge entstehen, ist eine empirische Frage. Es gibt überhaupt keinen nachvollziehbaren Grund, einfach einmal so anzunehmen, dass ganz bestimmt alle lieben Kindlein ganz fleißige und willige Arbeitnehmer werden, die außerdem noch so viel verdienen, dass sie durch ihren Steuerbeitrag mehr in die Kassen einzahlen werden als sie selbst schon wieder herausnehmen, weil sie lange, lange vor dem Rentenalter alle möglichen Arten von derzeit bereitgestellten Transferzahlungen in Anspruch nehmen,

          4. Es sind nicht die Berufsmütter, die für den Unterhalt ihrer Kinder hauptsächlich aufkommen, sondern vor allem der Steuerzahler!

          Also überlegen Sie noch einmal ganz in Ruhe – weniger ideologisch (von wegen “ich find’ Familie aber toll” oder so), und mehr angesichts der belegbaren Fakten !

          • Sven Kuchary says:

            Ja, es ist total blauäugig, wenn ich auf meine Kinder zu vertraue, dass sie mich später unterhalten werden. Das Vertrauen in den Staat halte ich aber für ebenso blauäugig. – In Sachen Kinderlose stimme ich nicht zu: Ich halte die beruflichen Einschränkungen durch Kinder für höher also den Steuerunterschied. Zum Transfer an Kinder habe ich keine Zahlen – danke aber für den Hinweise, diesen Transferweg auch zu betrachten.

            • Wenn Sie die beruflichen Einschränkungen für höher halten und somit offensichtlich der Ansicht sind, eine falsche Wahl getroffen zu haben, warum wollen Sie dann die Verantwortung für diese falsche Wahl an andere abtreten und diese anderen dafür aufkommen lassen. Niemand wird gezwungen, Kinder in die Welt zu setzen.

            • Heike Diefenbach says:

              “Ich halte die beruflichen Einschränkungen durch Kinder für höher also den Steuerunterschied.”

              Naja, eine weitere ungeklärte Frage ist ja, inwieweit berufliche Einschränkungen durch Kinder tatsächlich bestehen. Das hat ja damit zu tun, wie man meint, Kinder behandeln zu müssen; je mehr man meint, sich Kindern widmen zu müssen, sie rund um die Uhr “betreut” haben zu müssen, desto eher wird man meinen, dass Kinder irgendwie als solche berufliche Einschränkungen bedeuten, obwohl man es tatsächlich selbst ist, der seine eigenen Erwartungen oder Normalitätsmaßstäbe nicht überdenken will (oder aufgrund sozialen Drucks oder staatlichen Zwangs nicht kann).

              Der interkulturelle Vergleich ist diesbezüglich sehr aufschlussreich. Es spricht für sich, dass es gerade westliche, sogenannten moderne Gesellschaften sind, in denen berufliche Einschränkungen durch Kinder stark empfunden (oder behauptet) werden, während viele Tätigkeiten, die man durchführen muss, um seinen Lebensunterhalt zu ernähren, in denselben Gesellschaften nicht die Präsenz und Aufmerksamkeit erfordern, die die entsprechenden Tätigkeiten in nicht-westlichen (ggf. vormodernen) Gesellschaften erfordert.

              Beispielsweise gilt es im Westen nachgerade als Kindesvernachlässigung, wenn man seinem Nachwuchs Freiraum lässt, der vor allem dadurch gekennzeichnet ist, dass einmal kein “betreuender” Erwachsener um ihn herum ist. Auch im Westen war es bis vor kurzer Zeit noch möglich, Kinder allein zu lassen, sie ihren Schulweg allein oder mit anderen Kindern zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad machen zu lassen, sie stundenland irgendwo im Dorf herummachen zu lassen, ohne dass man so genau wusste, wo sie jetzt gerade sind und was sie jetzt gerade wie und mit wem machen. Man kann aus ethnographischer Sicht festhalten, dass Kinder im Westen massiv überbetreut sind (übrigens ohne, dass es erkennbare Vorteile für sie brächte), und aus diesem Anspruch, der eben nicht normal ist, entstehen erst “Einschränkungen” durch Kinder, besonders für Eltern.

              Einschränkungen durch Kinder sind also nur zu einem sehr kleinen Teil evolutionär gegeben. Sie sind vor allem gedacht und gemacht ….

              • Sven Kuchary says:

                Danke. Ja, erfahre ich auch so. Das ist wirklich nur ein Kopfproblem. Manche Nichteltern wollen mit erklären (ich habe drei Kinder), dass das in D. aber schwierig sei: “Drei Kinder!”. Erklären Sie das mal einer Mutter in Kalkutta oder Caracas.

            • corvusalbusberlin says:

              “Ich halte die beruflichen Einschränkungen durch Kinder für höher also den Steuerunterschied. ”
              Ja, ich auch, obwohl ich die ganzen “Kinderjahre ” hindurch gearbeitet habe.
              Und ich will es auch keinem “anhängen.”

              Es war also mehr oder weniger unsere Entscheidung aber man war sich gar nicht so im Klaren darüber, was diese Entscheidung so im Laufe der Zeit mit sich bringt, obwohl wir ja damals noch eine tolle Zeit hatten und ausgesprochene gute Arbeitsbedingungen, wovon die jungen Menschen heute nur träumen können.

              Mein Mann und ich haben uns die “Betreuung” außerdem geteilt.
              Das war in den 70 Jahren durchaus etwas äußerst seltenes.

              Aber mit dem Verstand von heute würde mir das trotzdem nicht noch einmal passieren.

              Dann hätte ich mir vielleicht ein kleine Insel im atlantischem Ozean kaufen können.

              Im Nachhinein ist man immer schlauer.

      • vitus_blank says:

        Wenn es Ihnen nicht gefällt, gehen Sie doch woanders hin, Michael Klein.

        Hetzen Sie in den USA gegen Homeless people. Da haben Sie bessere Chancen als hier. Und müssen auch nicht permanent über staatliche Leistungen für Migranten jammern.

        Seien Sie mal lieber dankbar, dass Wir so solidarisch waren, Sie in unserem Sozial- und Bildungssystem durchzufüttern und auszubilden.

        Eine Frechheit, was Sie hier fordern.

        Nochmal, wenns Dir hier so schlecht gefällt, du obertoller, megakluger, superverdienender Herr Spaltpilz – keiner hindert Dich daran zu gehen (bitte gehe!).

        • Haben Sie ein Problem, Herr Joachim Koop aus Heiningen? Wenn ja, dann äußern Sie sie doch. Die deutsche Sprache macht Argumentation möglich, nicht nur Beleidigung. Es mag Ihnen neu sein, aber man kann Sprache auch zur Übermittlung von Information benutzen, nicht nur zur Übermittlung von Geifer.

          Ich lebe übrigens seit 10 Jahren auf der Insel der BREXIT-Seligen. Der Gedanke, Menschen wie Ihnen auf der Straße zu begegnen, war einfach nicht mehr erträglich, deshalb habe ich es vorgezogen, unter normalen Menschen zu leben.

        • Heike Diefenbach says:

          Joachim,

          wenn es Dir hier auf dem Blog so wenig gefällt, du unterirdischer, nullkluger, nichtsverdienender Herr Neidmistel – keiner hindert dich daran, dich von diesem blog fernzuhalten und andere blogs mit deinem Hass und deinen Beleidigungen heimzusuchen.

          Bitte, bitte, verschwinde von hier!!!!

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  8. Sachbearbeiter says:

    In der Berechnung fehlt noch der Wohngeldanspruch, den der Rentner möglicherweise hätte. Das könnte u.U. zu einem Anspruch führen, der über dem gesetzlich definietem Existenzminimum liegt.

  9. Der Suchende says:

    Ich möchte gerne Ihren Satz
    „Der Flüchtling erhält 65,46 Euro mehr als der Normalrentner, obwohl er im Gegensatz zum Normalrentner und im Gegensatz zum Hartz-IV-Bezieher werden in Deutschland einen Beitrag zu einer Sozialversicherung geleistet noch Steuern bezahlt hat.“
    nach meinem Verständnis korrigieren bzw. ergänzen zu:
    „Der Flüchtling erhält 65,46 Euro mehr als der Normalrentner, obwohl er im Gegensatz zum Normalrentner und im Gegensatz zum Hartz-IV-Bezieher niemals in Deutschland einen Beitrag zu einer Sozialversicherung geleistet noch Steuern bezahlt hat bzw. bezahlen wird.“

    Oder glaubt jemand ernsthaft, dass der im Mittel 25ig jährige männliche Flüchtling, ungern benutze ich in diesem Zusammenhang den Terminus Flüchtling, mit seinen Defiziten in deutscher Sprach- und Sozialkompetenz, fachlicher Bildung sowie einer bereits im Heimatland stattgefunden sozialen Prägung in Deutschland jemals einer geregelten, sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach unseren Vorstellungen nachgehen wird? Ich glaube das beim besten Willen nicht.

    Ich schließe mich Ihrer Argumentation an das dieser Flüchtling mit seinem Aufenthalt in Deutschland vordergründig dem Zwecke dient, der sogenannten Asyllobby im weitesten Sinne eine munter sprudelnde, lukrative Einnahmequelle zu generieren.

    Ich denke nicht, dass es zu der von Ihnen geforderten offenen Diskussion über Verteilungsgerechtigkeit kommen wird. Vielmehr wird meines Erachtens die Asyllobby mit Hilfe unserer unfähigen Politiker das perfide Spiel mit dem Flüchtling bzw. der ungesunden Umverteilung von monetären Mitteln bis zum unvermeidbaren, finalen Knall forcieren. Den Finalen Knall beispielsweise in der Art, dass der Normalrentner mit sich, seinesgleichen und vielen anderen noch nicht Rentner begreift, dass eine Verteilungsgerechtigkeit politisch nicht gewollt ist, er quasi am Ende der Nahrungskette mit einem bevorzugt behandelten, gesellschaftlich inkompatiblen Flüchtling konkurriert, er gerade in diesem Konkurrenzkampf den Kürzeren zu ziehen beginnt.

    Auge um Auge, Zahn um Zahn, der dünne Lack der Zivilisation ist ab, die ruhigen Zeiten im Lande sind ein für alle Mal unwiderruflich vorbei. Und alles nur der Gier nach bunt bedruckten Papierschnipsel geschuldet oder ist da hintergründig gesehen etwas ganz anderes, viel Größeres in Bewegung?

  10. Tobias George says:

    Das die gesetzliche Rentenversicherung eines der größten Schneeballsysteme ist, die ich je gesehen habe, möchte ich gar nicht kommentieren.
    Des Pudels Kern ist folgende bittere Wahrheit, und es macht mich traurig, dass ScienceFiles sie verschweigt:
    Numerische Beträge in welcher auch immer gearteten Währung sind irrelevant. Am Ende des Tages stehen Transferempfänger (Rentner, Arbeitslose, Minderjährige, etc.) den produktiv Tätigen gegenüber. Die einen arbeiten, damit die anderen es nicht müssen. Wenn jenes Verhältnis auf Dauer und nachhaltig negativ verändert wird, zerbricht es. Selbst wenn Sie vorgesorgt haben, und eine Million Euro angespart haben, wird es Ihnen nicht helfen, denn die eine Million Euro sind nur soviel wert, wie die produktiv Tätigen dafür bereitstellen können.
    Um es anschaulich zu machen: Wenn eines Tages nur noch 1 Mio. Arbeitstätige 79 Mio. Transferempfängern gegenüberstehen, dann ist Ihr Euro/DM einfach nichts mehr wert, denn sein Wert wird den Individuen bestimmt, die unter seinem Regime Waren und Dienstleistungen bereitstellen.
    Damit kommen wir zum Übel des Status Quo: Ein narzisstischer Individualismus hat seit ’68 eine Gesellschaftsordnung geformt (Frauen im Beruf+Karriere, Pille, Abtreibung, etc.), die Versprechungen macht, welche sie niemalsnie einhalten kann. Eine Reproduktionsrate von 1,2 Kindern pro Frau bei gleichzeitig massiver Steigerung der Altersansprüche sind das sprichwörtliche Luftschiff-Bismarck-Omen. Wenn ich mir die Realpolitik der letzten Dekade(n) ansehe, so ließen sich zwei Dinge erkennen: 1.) Ungehinderter Rentenpopulismus bei gleichzeitiger und vorhersehbarer Verschlechterung der Nachhaltigkeit des Konstrukts “Rente”, und 2.) Zunehmende Belastung der Tätigen bei gleichzeitiger Gratifikation der Untätigen. Mit Nichten möchte ich den Rentnern eine fehlende Lebensleistung unterstellen. Aber die Idee durch Sparen eine Altersvorsorge aufzubauen, wenngleich nur 1 oder weniger Kinder in die Welt gesetzt, entlarvt den Narzissmus heutiger Tage. Langfristig werden Kinder wieder die Altersvorsorge werden, nicht das Geld auf unseren Konten.
    Man könnte vortrefflich darüber streiten, warum ausgerechnet aus Arabien extrem geburtenstarke Rassen nach Deutschland importieren werden, anstatt der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland/Portugal/Italien/Frankreich auf die Beine zu helfen. Was Fakt bleibt, ist, dass die westliche Kultur seit ’45 ein Ende findet. Entweder durch “Umvolkung”, oder aber durch Schwund und Zerfall. Denn ein Wertewandel sehe ich trotz der AfD noch nicht mal am Ende des Horizonts.

    • Heike Diefenbach says:

      @Tobias George

      Wenn Sie schreiben:

      “Wenn ich mir die Realpolitik der letzten Dekade(n) ansehe, so ließen sich zwei Dinge erkennen: 1.) Ungehinderter Rentenpopulismus bei gleichzeitiger und vorhersehbarer Verschlechterung der Nachhaltigkeit des Konstrukts „Rente“, und 2.) Zunehmende Belastung der Tätigen bei gleichzeitiger Gratifikation der Untätigen”,

      dann kann ich dem zweiten Punkt zustimmen, und man sollte meinen, dass sich hieraus auf einfache Weise Handlungsanweisungen für die Zukunft ableiten lassen, nämlich dass man die Belastung von Tätigen zugunsten von Untätigen einschränkt.

      Das Problem ist, dass es offensichtlich unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wer zu den “Tätigen” gehört und wer zu den “Untätigen” bzw. welche Tätigkeiten als grundlegend wichtig und welche als weniger wichtig eingeschätzt werden müssen. Das erfordert eine Diskussion, die zu führen, in Deutschland, fürchte ich, weder Wille noch Fähigkeit (sie würde sehr schnell in ein Wortscharmützel gegenseitiger Unterstellungen und Beleidigungen degenerieren …) besteht.

      Sicher bin ich mir aber über eines: einen abgeblichen “narzisstischen Individualismus” durch einen traumtänzerischen und reaktionären Kollektivismus zu ersetzen, ist das allerletzte, was Deutschland (oder sonst irgendein Fleck auf der Weltkarte) brauchen kann. Wie die Geschichte uns gelehrt haben sollte, ist ein Kollektivismus ohnehin nur eine rhetorische Figur, mit deren Hilfe eine Oligarchie oder eine sich selbst als avantgardistisch betrachtende Klasse von Leuten andere, einfältige Leute zu manipulieren versucht. Wer den Kollektivismus predigt, dürfte zwar kein Individualist, aber sicherlich ein Narzisst sein.

      • Tobias George says:

        @Heike Diefenbach
        Ich stimme Ihnen absolut zu. Kollektivismus ist mit das Schlimmste, was einer Gesellschaft passieren kann – insbesondere vor dem Hintergrund der seit einigen Jahren signifikant wiedererstarkenden maxistischen Ideen (häufig im Schlafrock).

        Mit der Beschreibung “nazisstischer Individualismus” bin ich reichlich unbedacht umgegangen. Was ich damit meine: Sozialstaat, Pille und Karriere führen nunmal dazu, dass im Mittel die autochthonen Deutschen lediglich knapp mehr als 1 Kind pro Frau zum Ergebnis haben. Einer schrumpfenden (deutschen) Gesellschaft ggü. bin ich wertneutral eingestellt. Faktisch ist das auch keinerlei Problem (im Sinne des Club of Rome). Wenn aber gleichzeitig die demographische Verteilung in dieser Gesellschaft die Form einer Urne annimmt – und nichts anderes ist in Deutschland seit Jahrzehnten zu beobachten -, dann kommt das Verteilungsregime zu einem schmerzhaften Ende. Und dieses Ende ist letztlich ein Ende der (“freiheitlichen”) Kultur.

        Ich glaube es ist naiv zu denken, durch Verbot von Pille/Abtreibung könnte sich etwas ändern. Der Ansatz “zu verbieten” widerstrebt mir auch völlig. Aber irgendwann müssen wir uns fragen, ob die jüngere Propaganda zu den Geschlechterrollen logisch irgendetwas mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Das heisst nicht, dass Frauen nicht Karriere machen sollen. Aber es heisst besonders auch nicht, dass jede Frau Karriere machen MUSS, oder dass Frauen, die sich für eine primär haushalterische/mütterliche Lebensform entscheiden, die “Dummchen” oder bestenfalls “Hausfrauen” sind. Letztgenannte werden gesellschaftlich heutzutage extrem abgewertet und verachtet. Die logische Konsequenz der gesell. Destruktion will aber niemand debattieren.

        (Ich bin übrigens Single und Ende 20 – auch wenn ich wie ein Weltkriegsveteran rede)

        • Heike Diefenbach says:

          @Tobias George

          Danke, ich freue mich über Ihre Klarstellung zum “narzisstischen Indvidualismus” bzw. zum Kollektivismus!

          Ich glaube, dass wir auch mit Bezug auf das Problem, vor das die demographische Entwicklung das Rentenversicherungssystem stellt, keine Dissonanz haben, ebenso wenig mit Bezug auf die Genderpropaganda, die “wertige” Lebensentwürfe vorgeben will und weniger “wertigen” gegenüberstellen will.

          Eine Dissonanz haben wir aber darüber, dass sie eine “Abwertung” von Hausfrauen/Nur-Müttern sehen. Diese sehe ich nicht, und zwar aus folgenden Gründen:

          1. “Abwerten” kann man nur etwas, was etwas wert ist und dessen Wert man genau kennt, so dass man in Aussagen, die der in Frage stehenden Sache weniger Wert beimessen, eine Abwertung erkennen kann. Die schlichte Tatsache, dass es Leute gibt, die dem Hausfrauen- und Mutterdasein weniger Wert beimessen als andere Leute, zeigt, dass Leute demselben UNTERSCHIEDLICHEN Wert beimessen, sie also unterschiedlicher Meinung darüber sind, wieviel Wert es (für wen oder was auch immer) hat. Das führt dazu, dass manche Leute eine “Abwertung” desselben konstatieren, andere aber vielleicht eine “Aufwertung” durch die hohen Summen, mit denen das Hausfrauen- und Mutterdasein vom Steuerzahler finanziert wird. Nur habe ich noch niemals jemanden von “Aufwertung” reden hören, während die Familienlobby sich nicht zu schade ist, von “Abwertung” zu sprechen und damit ihre eigene Wertung als Prämisse zu setzen, von der allein aus man das Hausfrauen- und Mutterdasein zu bewerten habe. Ich denke, niemand darf sich darüber wundern, dass diese stumpfsinnige Art der Manipulation auf Widerstand trifft!

          2. Fakt ist, dass niemals zuvor in der Geschichte der westlichen Welt Hausfrauen und Mütter vom Steuerzahler so stark und umfassend finanziert wurden wie heute. Falls sie rhetorisch “abgewertet” würden, wäre das also angesichts der Tatsachen völlig bedeutungslos.

          3. Tatsächlich werden sie das aber gar nicht. Selbst die Genderpropaganda legt großen Wert auf die sogenannte Vereinbarkeit, was ja immerhin bedeutet, dass sie Familienleben als ebenso wichtig erachtet wie Berufsleben. Und m.W. hat es auch aus diesen Reihen niemals Widerstand gegen die (weitere) finanzielle Bevorteilung von Eltern gegeben;

          4. Aus liberaler Sicht – und wir bei Sciencefiles identifizieren uns mit Liberalismus -kann es keinen Konsens über wertige und weniger wertige oder gar unwertige Lebensentwürfe oder -ziele geben, und gerade eine pluralistische Gesellschaft kann sich dahingehend nicht selbst betrügen und so tun, als könnte sie jemals einen diesbezüglichen Konsens (außer durch Zwang und Unterdrückung) herbeiführen. Jeder muss selbst wissen, was er mit seinem Leben machen will, und er muss auch das Recht haben, das zu entscheiden. Deshalb darf kein Lebensentwurf gegenüber einem anderen bevorzugt behandelt werden. Wenn aus liberaler Sicht kritisiert wird, dass Hausfrauen und Mütter vom Steuerzahler per Staatszwang finanziell ausgehalten werden wie keine andere Bevölkerungsgruppe, dann handelt es sich hier schlicht um eine Schlussfolgerung aus dem Postulat, dass kein Lebensentwurf gegenüber einem anderen bevorzugt behandelt werden darf; es stellt keine Ablehnung des Hausfrauen- oder Mutterdaseins als solchem gegenüber anderen Daseinsformen dar. Würde eine andere Bevölkerungsgruppe so stark bevorteilt, würde aus liberaler Sicht dieselbe Kritik diese Bevölkerungsgruppe treffen.

          Ungeachtet dessen haben Liberale wie alle anderen Menschen (und wir bei Sciencefiles auch) persönliche Präferenzen für bestimmte Lebensentwürfe, aber sie sind sich bewusst, dass es in einer Gesellschaft nicht darum gehen kann, dass alle versuchen, möglichst allen anderen die eigenen Anschauungen aufzuoktroyieren. Das führt nur zu Lobbyismus, zu Neid und Hass, wovon wir in Deutschland (und nicht nur dort) derzeit mehr als genug zu sehen bekommen.

          Wenn so viele Leute meinen, Hausfrauen und Mütter würden “abgewertet”, weil jemand bemerkt, dass dieser Lebensentwurf unangemessen stark begünstigt wird, dann zeigt das leider, leider einmal mehr, wie viele Leute unfähig sind, ein formales Argument zu erkennen, und bloß auf Inhalte reagieren, die für sie emotional besetzt sind (und damit meine ich jetzt nicht Sie; würde ich Sie meinen, hätte ich es Ihnen hinreichend deutlich geschrieben :-))

          Dass Vorstellungen wie ein Verbot z.B. der Pille jeden Liberalen in einen leichten Schockzustand versetzen, brauche ich hier sicherlich nicht großartig auszuführen; mir wird schon sehr seltsam zumute, wenn ich eine solche Vorstellung, die grundlegende Individualrechte zugunsten eines herbeiphantasierten irgendwie größeren Ganzen einfach in den Wind schreiben will, auch nur schriftlich formuliert lesen muss, und ich bin unendlich erleichtert, dass Sie ausdrücklich feststellen, dass so etwas für Sie nicht in Frage kommt.

          Zum Problem der Rentenversicherung bleibt für mich nur noch zu sagen, dass das Problem ja gerade daraus entstanden ist, dass einfach angenommen wurde, man könne alle Menschen in einer Bevölkerung über einen Kamm scheren, sie als homogene Masse mit denselben Wünschen, Zielen und Lebensverläufen betrachtet und behandeln. Sobald sich real existierende Menschen verhalten, wie sie es für sich für richtig erachten, hier: viele keine Kinder oder nicht so viele Kinder haben wollen wie frühere Generationen, bricht ein so naives, totalitärem Gedankengut verhaftetes Zwangssystem zusammen.

          Es muss daher abgeschafft werden (mit einer hinreichenden Übergangsfrist, versteht sich, um soziale Härten zu vermeiden) und durch ein freiwilliges Versicherungssystem ersetzt werden, bei dem sich jeder gegen die für ihn persönlich wichtigen Risiken versichern kann. Die Folgen seiner Entscheidungen hat er ansonsten prinzipiell selbst zu tragen. Dann kann niemand meinen, er sei zu kurz gekommen, werde “abgewertet”, Gelder für Lobbyismus zweckentfremden, eine Neidkampagne anstrengrn etc.

          Last, but not least, sei daran erinnert, dass Menschen nur zum Teil käuflich sind und die Bestechung durch Geld erkennbar nicht zur Steigerung der Geburtenrate führt. Für die geburtenstarken Jahrgänge gab es z.B. Kindergeld in einem Umfang, der schwerlich mehr als symbolisch gewesen ist. Vielleicht wäre es eine gute Idee, Elternschaft wieder zu einer eigenverantwortlichen Tätigkeit zu machen, dass der Staat sich also aus Fortpflanzung und Elternschaft zurückzieht und Eltern wieder deutlich mehr Rechte, aber auch mehr Pflichten lässt. M.E. würde dies Elternschaft – zumindest für Eltern selbst, aber wahrscheinlich auch in den Augen der “Rest”bevölkerung – zu einer Sache machen, in der man sich wirklich bewähren kann, die man gestalten kann, die man sich als Lebensleistung anrechnen kann, während dies unter den derzeit herrrschenden Bedingungen nahezu unmöglich sein dürfte.

          Leider können solche, naja, sagen wir: innovativen Vorstellungen nicht diskutiert werden, weil noch, bevor man einen diesbezüglichen Satz beendet hat, von überall das Geschrei erklingt: “WAS???? Kindergeld streichen?? Du willst wohl eine kinderfeindliche Gesellschaft, wertest Hausfrauen und Mütter ab”, etc. etc.

          Eine vernünftige Diskussion ist schwierig, wenn so viele Leute absolutistische Ansprüche für den eigenen Lebensentwurf anmelden und sich ansonsten in der Wiederholung politisch korrekter Floskeln gefallen! Leider, leider …..

  11. Pingback: News 22.11.2016 | Krisenfrei

  12. Stefan says:

    Stichwort Berufsmütter:
    Ich finde es völlig in Ordnung Menschen einfach dafür zu bezahlen, dass sie Kinder groß ziehen, wie es zum Beispiel in meiner Kindheit möglich war, als ein Einkommensträger meist noch in der Lage war eine Familie zu ernähren. Eine Gesellschaft sollte aus Gründen der Selbsterhaltung dazu in der Lage sein, ob nun aufgrund des Lohnniveaus und entsprechender Familienstruktur, oder einer Umlagefinanzierung ist nicht so wichtig.
    Sich daran zu beteiligen andere Länder wirtschaftlich zu Grunde zu richten und/oder die dort lebenden mit Krieg zu überziehen und anschließend die eigene Bevölkerung (Volk darf man ja schon nicht mehr sagen) zu zwingen, die daraus entstehenden Migrantenströme aufzunehmen und zu versorgen, empfinde ich dagegen als mehr als zynisch.
    Berufsmütter und Flüchtlinge sind zwei Paar Schuhe.
    Kindererziehung ist ein Beitrag.
    Was soll mit Berufsmütter gemeint sein? Die ehemalige Hausfrau die es mal gab?
    Nicht alle Hausfrauen waren/sind damit unglücklich, und warum sollte das schlechter sein als in der Kita oder wo anders zu arbeiten und andere dann für das zu bezahlen, für das man selber keine Zeit mehr hat, obwohl die Produktivität ständig steigt, also mehr Zeit über sein müsste, weil ja für die Erwirtschaftung des gleichen BIP’s immer weniger Arbeitszeit benötigt wird.

    • Heike Diefenbach says:

      @Stefan

      “Ich finde es völlig in Ordnung Menschen einfach dafür zu bezahlen, dass sie Kinder groß ziehen, …”

      Dann können sie das ja auch tun. Nein, Sie haben ja gar keine Wahl, und ich auch nicht. Der Staat hat uns ja einfach darauf verpflichtet!

      Ich finde es aber nicht in Ordnung, und ich habe keinerlei Vorteile davon, dass andere Leute Kinder großziehen, während ich während meiner gesamten Lebenszeit für die Kinder anderer Leute aufkommen musste, und zwar zwangsweise. Ich selbst habe während meiner Lebenszeit auch keinerlei Transferzahlungen erhalten. Ich habe NUR EINbezhalt, NIEMALS aus der Kasse HERAUSgenommen.

      Ich würde mich tausendmal besser stellen, wenn ich von allen Verpflichtungen und allen Berechtigungen mit Bezug auf die Kinder anderer Leute freigestellt würde und würde es liebend gerne tun, aber ich bin per Staatszwang dazu verurteilt, mich mit den Kindern anderer Leute verbändeln zu lassen.

      Ich meine, dass Leute, die nicht bereit oder fähig sind, Kinder voll und ganz aus eigener Kraft zu unterhalten, keine Eltern werden sollten. Letztlich tragen sie die Verantwortung für ihre Fortpflanzungsentscheidungen, sonst niemand.

      Das bedeutet nicht, dass ich dagegen wäre, jedem, der Kinder haben will UND DIE GESAMTE VERANTWORTUNG FÜR DEREN AUFZUCHT TRAGEN will, möglichst die Bedingungen dafür zu schaffen, dies auch tun zu können. Wenn es zwei Verdienern nicht möglich ist, ein oder zwei Kinder aus eigener Kraft aufzuziehen, weil sie ihrerseits mit Abzügen und Transferzahlungen belastet werden, dann ist in der Tat etwas nicht in Ordnung in einer Gesellschaft – das sehe ich wie Sie.

      Wir alle sind durch Pflichtversicherungen und Transferansprüche in eine Spirale gegenseitiger Abhängigkeiten hineinmanövriert worden, die uns allen aufgrund unserer verschiedenen Lebensentwürfe und -ziele kaum eine andere Möglichkeit lässt, als allesamt unzufrieden zu sein, und die Versuchung ist groß, nur die eigenen Interessen im Auge zu haben, zu verbittern, weil man meint, man bekommt zu wenig, während die anderen zu viel haben etc. etc.

      Dann ist es für eine Regierung sehr, sehr leicht, nach Belieben Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, und allzu viele Leute gehen dieser Strategie auf den Leim, entwickeln irgendwelche Vorstellungen von superreichen Kinderfreien oder von stinkfaulen Zehn-Kinder-Besitzern, und die mag es im Einzelfall sogar geben, aber prinzipiell sitzen wir alle im selben Boot, und die meisten von uns würden am besten leben, wenn das riesige organisierte Netz von gegenseitiger Aufeinander-Verpflichtung abgebaut würde und wieder daran gearbeitet würde, dass jeder für die Verwirklichung seiner jeweils eigenen Lebenswünsche selbst aufkommt (und aufkommen kann).

  13. Pingback: Prozedurale Gerechtigkeit: Warum Rentner nichts und Flüchtlinge viel wert sind | ScienceFiles | Deutschlandbund

  14. Monika Görling says:

    Monika meint:

    “… VON DENEN, DIE IHN ERWIRTSCHAFTET HABEN, ZU DENEN, DIE KEINERLEI BEITRAG GELEISTET HABEN, WIE Z. B. FLÜCHTLING ODER BERUFSMÜTTER.”

    Sie unverschämter Schreiberling!?
    Was wissen Sie denn vom Herzblut, Verzicht, von der Lebensleistung vieler, sogenannter “Berufsmütter”, die heute vielleicht grad mal 180 Euro Mütterrente beziehen …?
    Ihnen sind wohl “ZEIT, ZUWENDUNG und ZÄRTLICHKEIT” in der Kindheit völlig abgegangen …?
    Schauen Sie gefälligst hin und schämen Sie sich!!!

    • Ich unverschämter Schreiberling weiß, dass Berufsmütter keinerlei Beitrag zur Sozialversicherung und zur Rentenversicherung leisten. Insofern tritt die Aussage zu, ganz unabhängig von ZEIT, ZUWENDUNG und ZÄRTLICHKEIT, die Berufsmütter nur geben können, wenn sie es denn überhaupt tun, weil sie von Dritten finanziert werden. Das ist ein Faktum, wenn Sie dieses Faktum in Hysterie bewerten wollen, dann steht Ihnen das frei, sie unverschämter Kommentierling!

      • corvusalbusberlin says:

        Sie meinen sicherlich Mutter als Beruf (Berufsmütter) und nicht berufstätige Mütter, zu denen ich gehörte und ich sage mir – nie wieder.
        Was hätte ich für einen Rente, wenn ich meine gesamte Zeit in meinem Beruf hätte investieren könnte.
        Aber wenn, wenn , wenn …..

        Glücklicherweise sind meine Kinder klüger gewesen.

    • Heike Diefenbach says:

      @Monika Görling

      Schauen Sie gefälligst auf die REALITÄT statt Ihre Familienromantik, und auf den Ton, den Sie gegenüber anderen Leuten meinen, wählen zu müssen, und schämen Sie sich, Sie unverschämte Kommentar-Schreiberlingin!

      Ihnen ist wohl während Ihrer gesamten Lebenszeit jede Erfahrung von Verantwortung dafür, für den eigenen Lebensunterhalt (und den der Kinder, die Sie meinen in die Welt setzen zu müssen) aufzukommen, abgegangen.

      Haben Sie eine Ahnung, wie viel Herzblut, Verzicht und Lebensleistung darein fließt, einen Beruf zu ergreifen, ihn trotz Frust, unsäglich hohen Abzügen und Konkurrenzneid auszuüben, damit man für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen kann und den Staat mit Geld bestücken kann, um Leute, die für ihren Lebensunterhalt nicht arbeiten, zu unterhalten?

      Wenn Sie dies alles auch nicht aus eigener Erfahrung wissen, dann schauen Sie gefälligst in die Realität, die die meisten Menschen leben, und entschuldigen Sie sich bei ihnen für ihre Anspruchshaltung und ihre grandiose Verwöhntheit!

  15. Xep says:

    Wer solche Fakten öffentlich macht, landet ratzfatz in der rechten Ecke.

    • Heike Diefenbach says:

      … ja, vermutlich ist das derzeit gerade so.

      Aber das ändert sich wieder, wie alles auf der Welt, und vor allem ändert es nichts an den Fakten! Die Realität interessiert es nicht, ob sie jemandem gefällt oder nicht, und Wissenschaftler haben u.a. die Aufgabe, über Fakten aufzuklären, die dem ein oder anderen nicht gefallen mögen.

  16. Gernot Heinrich says:

    Was soll man dazu sagen. Die Ungerechtigkeit fängt doch da an, die, die Rentenbeiträge berechnen. Diese Leute bringen in dasRentensystem nichts aber auch gar nichts ein. Ihre Bezüge sind bis ins hohe Alter durch gesetzliche Regelungen (Lobbyismus) abgesichert. Wir brauchen doch nur mal anschauen, was Abgeordnete im Bundestag in den Landtagen bekommen, ich glaube nicht, dass sie es verdienen. Alle Verbands-, Banken-, Krankenkassenvorstände usw. Was bekommen die Geschäftsführenden der öffentlich, rechtlichen Medien, die durch die Pflichtbeiträge bezahlt werden. Es ist alles ein Hohn, was unsere Bundesrepublik für Zustände zu lässt.
    Meine Rente mit 55 Jahren aktiven Arbeitsleben, bei 30 Jahren Selbständigkeit seit 1970 und sozialer Verantwortung für viele Familien, beträgt 811 €. Was kann man mehr verlangen, reicht doch, wenn andere Jahresgehälter haben, die sie ruhig schlafen lassen. Ab 250 000 €, nach oben gibt es keine Grenzen. Da brauch man einfach nicht neidisch sein. Danke Deutschland, alles in Ordnung?

  17. Pingback: Linke Hasskommentare: Ergebnis psychischer Krankheit | ScienceFiles

  18. Hajo says:

    Ich möchte an dieser Stelle zu bedenken geben, dass eine “Berufsmutter”, unter Verzicht auf eigene Erwerbsarbeit, Beitragszahler für das Sozialsystem erzogen hat. Bei drei Kindern, als durchschnittliche Beitragszahler in das Rentensystem, kommt da schon eine stattliche Rente für diese Mutter zusammen, wenn man ihre Kinder von der Beitragszahlung in die gesetzliche Krankenversicherung freistellen würde!

    • Welch gloreicher Verzicht. Aber Sie haben Recht, nehmen wir also Berufsmütter aus der Rentenversicherung und überantworten deren Rente ihrem eigenen Nachwuchs.

    • Heike Diefenbach says:

      @Hajo

      1. Wenn sich eine Frau dafür entscheidet, Kinder in die Welt zu setzen, und dafür bereit ist, ihren Beruf vollständig an den Nagel zu hängen und andere Leute für ihren Unterhalt aufkommen zu lassen, dann nennt man das eine ENTSCHEIDUNG. Sie verzichtet nicht, sondern sie gönnt sich etwas, was sie haben möchte, obwohl sie weiß, dass andere Leute dafür aufkommen müssen. Rhetorische Tricks wie die Rede vom “Verzicht” finde ich, ehrlich gesagt, reichlich dumm.

      2. Ihre Vorstellung von drei Kindern, die “durchschnittliche Beitragszahler” werden, ist nett, aber inwieweit sie mit der Realität übereinstimmt, ist eine EMPIRISCHE Frage. Es ist durchaus möglich, dass von den drei Kindern nur eines oder gar keines ein durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher Rentenzahler wird, genauso wie es möglich ist, dass keines der drei Kinder überhaupt ein RentenZAHLER wird, während es sicher ist, dass alle drei Kinder RentenBEZIEHER werden.

      Eine ideologisch-romantische Betrachtung der Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, wie – leider keineswegs nur Sie – zu pflegen scheinen, ist fahrlässig! Sie nutzt nur der Massen von Lobbyisten, die vor allem im eigenen Interesse unterwegs sind. Eine Gesellschaft, die als solche überleben will, kann dies nicht einfach dadurch tun, dass sie in “Fleischproduktion” investiert, sie muss vor allem sehen, dass das “Fleisch” eine Überlebenschance oder noch viel besser: eine Chance auf ein zufriedenstellendes Leben hat, und deshalb müssen Fragen nach sozialer Gerechtigkeit an der REALITÄT ansetzen, und zu dieser Realität gehört u.a. dass nicht immer weniger Vollverdiener immer mehr Transferbezieher, auch dann, wenn sie Mütter genannt werden, bezahlen können….

      Das ist keine Frage des Geschmacks oder der Wertvorstellungen, sondern eine praktische Frage, der wir uns in unser aller Interesse (inklusive dem der nachwachsenden Generation) schleunigst widmen sollten.

  19. willy-winzig says:

    Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Schon mit dem Deutsch-Polnischen Vertrag vom 20.11.1976 wurde eine Ungleichheit der Rentenberechnung geschaffen. Dieser Vertrag sah vor, dass alle Polen, welche in Deutschland Asyl beantragen oder alle Deutsch-Polen welche nach Deutschland übersiedelten, ihre Renten so berechnet werden als ob sie ihr Arbeitsleben in Deutschland verbracht hätten. Da es in den sozialistischen Staaten, wie es Polen damals war, keine Arbeitslosigkeit gab, haben diese Aussiedler dann wesentlich höhere Leistungen aus der deutschen Rentenkasse erhalten, wie Bundesdeutsche Arbeitnehmer, die ihr Arbeitsleben in Deutschland verbracht und Beiträge bezahlt hatten. Das führte dann auch zu den Wahlerfolgen der Republikaner in den 1980ziger Jahren. Am 09. November 1989, am Tag der Berliner Maueröffnung, weilte der damalige Bundeskanzler kohl in Polen um diesen Vertrag zu revidieren. Die Bild-Zeitung vom 09. November 1989 hatte die Schlagzeile, “Heute bringt Kohl einen Güterzug voll Gold nach Polen”!
    diese Rentenverträge gibt es heute noch mit der Türkei, Jugoslawien bzw. deren Nachfolgestaaten, Griechenland, Tunesien, Marokko usw. Die Bürger dieser Staaten brauchen hier in Deutschland nur 5 Jahre Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen, dann erhalten sie die Jahre in denen sie in ihrer Heimat gelebt und gearbeitet haben, bei der hiesigen Rentenberechnung so angerechnet, als ob sie diese Zeit in Deutschland gelebt und Beiträge gezahlt hätte. Das ist gerade bei selbständigen Türken sehr beliebt. Diese holen ihrer Eltern mit 55 aus der Türkei nach Deutschland, beschäftigen diese in ihrem Betrieb für 451€ im Monat, so dass diese Sozialpflichtig beschäftigt sind. nach fünf Jahren werden diese dann entlassen, kassieren Arbeitslosengeld, weil sie ja Sozialpflichtig beschäftigt waren, und gehen dann mit 63 Jahren in die Frührente. Bei der Berechnung der Rente werden dann bei Frauen die Babyjahre der Kinder in der Türkei so berechnet wie bei den deutschen Müttern. Arbeitszeiten in der türkei werden so angerechnet, als ob diese in Deutschland geleistet wurden. wenn diese türkischen Rentner dann wieder in die türkei zurückkehren, erhalten sie ihre Rente steuerfrei und müssen auch nichts bei Medikamenten oder Arztbehandlungen zu bezahlen. Das regelt das Deutsch-Türkische Sozialabkommen. Ähnliche Sozialabkommen gibt mit den bereits genannten Staaten.
    Der Milliardenbetrag den die Bundesregierung jedes Jahr als sogenannten Zuschuss für die Rentenversicherung zahlt ist gegen diese Kosten nur ein Trinkgeld.
    Hätte die Bundesregierung diese Sozialabkommen nicht in den 1950zigern und 1960zigern Jahre abgeschloßen, bräuchte heute keiner um seine Rente fürchten!

    • Natürlich ist es nur ein Teil der Wahrheit. In einem Post ist es kaum möglich, ein Thema umfassend zu behandeln, schon gar keines, das anderen in mehrbändigen Werken abarbeiten. Man könnte auch darauf hinweisen, dass die Gesetzliche Rentenversicherung schon bei Einführung eine Ungerechtigkeit dargestellt hat, denn die ersten Rentner, die Rente bezogen haben, hatten nie einen Beitrag geleistet.

  20. Monika Görling says:

    “Bitte Herr, lass Hirn UND Herz wieder verstärkt auf diese Erde regnen.”

    Mit diesen Worten verabschiede ich mich von dieser Seite, welcher ich über viele Monate hinweg zumeist hohen Respekt zollte!

    Danke und weiterhin alles Gute!

    • Es freut uns, dass Sie sich unsere Kommentare zu Herzen genommen haben und das Defizit auf Ihrer Seite erkannt haben. Ob es allerdings mit Beten getan ist, … ich habe so meine Zweifel. Wie wäre es, Sie fangen einfach damit an, zu lernen, dann muss das Hirn nicht vom Himmel regnen. Was das Herz betrifft, so scheint es mir hier weniger eine Frage von Herz als von Verstand und emotionalem Management. Wenn Sie “zumeist hohen Respekt” gehabt haben wollen und wegen einer anderen Meinung, allen hohen Respekt verwerfen, dann kann es, mit dem hohen Respekt nicht so weit hergewesen sein.

    • Heike Diefenbach says:

      Danke für die guten Wünsche, und auch Ihnen alles Gute,

      – und mögen Sie niemals in die Situation geraten, sich und die Kinder vom Herzen allein ernähren zu müssen!

      • Heike Diefenbach says:

        P.S.
        Und wenn Sie so viel Herz hätten, wie sich selbst anscheinend gerne zuschreiben, dann hätte Ihnen Ihr Ausbruch sicherlich leid getan und Sie hätten sich dafür entschuldigt.

        Oder ist Aufrichtigkeit und Integrität eben doch eine Sache des Verstandes?

  21. Aufgewachter says:

    Hat etwas mit dem Sozialgericht zu tun …

    Warum Sozialgerichte wichtig sind und für wen
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/11/22/warum-sozialgerichte-wichtig-sind-und-fuer-wen/

  22. Volker says:

    Das ist ja schlimm, wie emotional und erfolgreich gesteuert hier einige reagieren, wenn man Ihnen ein Stöckchen (“Berufsmütter”) hinhält. Das zeigt, wie erfolgreich einige bereits konditioniert wurden, von vermeintlichen Kämpfern für (soziale) Gerechtigkeit.

    Dabei ist die Sache nüchtern betrachtet ganz einfach. Es handelt sich immer noch um eine Versicherung, unsere Deutsche Rentenversicherung. Eine Versicherung basiert darauf, Beiträge zu erheben und nur im Versicherungsfall für Beitragszahler einzutreten. Im Falle der gesetzl. Rentenversicherung ist der Versicherungsfall das Erreichen des Renteneintrittsalters, und die Versicherungsleistung die monatliche Zahlung eines von der Dauer und Höhe der geleisteten Beiträge abhängigen Betrags. Eigentlich ganz einfach.

    Daraus folgt: Wer sich für Vollzeit-Kindererziehung entschließt, der macht dies in voller Kenntnis der Konsequenzen. Er/Sie nimmt bewusst eine geringere Einzahlung und damit spätere Auszahlung in Kauf. Es ist völlig ungerecht, Leuten eine Versicherungsleistung zu bezalen, die niemals dafür die entsprechenden Beiträge vorher einzahlten – ob Flüchtling, Selbstständiger, In- oder Ausländer.

    Eine KFZ-Versicherung zahlt ja auch nicht für die Schäden von Leuten, die keine Beiträge leisteten (die gesetzl. Krankenversicherung allerdings schon – daran sieht man, dass “Versicherungen” unter staatlichem Einfluss keine Versicherungen sind, sondern nur das Deckmäntelchen “Versicherung” nutzen, in Wahrheit aber sekundäre Steuererhebung zur Umverteilung ist).

    Nebenbei bemerkt, bei Verheirateten werden laut gesetzlicher Regelung die Rentenpunkte des dann noch Erwerbstätigen anteilig auf den Partner übertragen (spätestens auf Antrag bei Renteneintritt und sofern nicht per Ehevertrag ausgeschlossen). Wenn also ein (Ehe)Paar sich für Kinder entscheidet, haben BEIDE entsprechend weniger Rente später. Daher sollten sich das auch BEIDE überlegen, wie Sie ein Kind finanzieren wollen, ob Ihnen dieser Nachteil das also Wert ist. Aber sowas weiß man ja vorher, es gibt also keinen Grund zum Jammern und zur Neiddebatte. “Berufsmütter”, die nur 180 EUR im Monat Rente beziehen, sind entweder noch verheiratet und beziehen ihren Anteil immer noch über die Rente des Mannes (kriegen also in Wahrheit mehr als die 180 EUR, die auf dem eigenen Konto landen), oder sie waren zu unwissend, diese Übertragung der Rentenpunkte zu beantragen, oder auch der Partner hat entsprechend wenig Beiträge geleistet.

    Bleibt das Problem, dass auch diejenigen, die unverschuldet jung oder im Alter in Not geraten, versorgt werden müssen, genauso wie Leute, die aus welchen Gründen auch immer nie Beiträge leisten konnten (Behinderte/Kranke/Erwerbsunfähige/teils Flüchtlinge/Selbstständige, die gerade so über die Runden kommen) oder wollten (“Berufsmütter”/”Berufshausfrauen”/Linke). Denen kann man gerne auch ein Auskommen bezahlen, nur darf dies niemals aus der Rentenversicherung bezahlt werden. Dazu muss dann eben die Sozialhilfe ran, die aus Steuermitteln finanziert wird. Nur steht denen dann eben nur die Mindestsicherung zu.

    Ein ganz anderes Problem war/ist die Plünderung der Rentenversicherung nach der Wende zur Finanzierung der Einheit, wie auch die diversen Sozialversicherungsverträge mit anderen Ländern. Das alles gehört von der Rentenversicherung entkoppelt und die Beiträge der Versicherten sollten alleine den Versicherten zustehen.

  23. asisi1 says:

    ich habe noch eine Anregung für die Redaktion.
    so einen genauen bericht über die Rentenzahlungen habe ich noch nirgendwo lesen.
    besten dank dafür.
    könnten sie nicht auch einmal einen großen bericht über die Ungerechtigkeiten der Berufsgenossenschaften und deren machenschaften bringen.
    diese sollten ja auch den Arbeitnehmer ,bei berufserkrankungen und Berufsunfällen, schützen. aber genau das Gegenteil ist der fall. sie versuchen alles um nichts zu bezahlen. man muss jahrelange Prozesse führen um eine minirente zu bekommen.

  24. Micha says:

    Mir gefällt das Reichsrentengesetz von Adolf von 1938:
    JEDER zahlt ein, JEDER bekommt etwas heraus.

    Was war daran schlecht? Jetzt ist es doch so, daß sich alle Besserverdienenden aus diesem Solidarsystem ausgeklinkt haben. Wer gut verdient, hat immer noch die Möglichkeit, zusätzlich eine private Vorsorge zu treffen.
    Wenn man unsere Probleme in D. in einfache Diagramme packt und in die Zukunft projiziert, wird eine absurde Entwicklung vorfinden:
    Ab 2035 wird ca. 1/3 unseres Bundeshaushaltes für Beamtenpensionen gebraucht. Das zweite Drittel geht für die aufgelaufenen Bundesschulden drauf. Und mit dem letzten Drittel werden sicher weitere Kriege geführt. Zur Zeit steht die Bundeswehr nur in 18 (!) Ländern. Ist das nicht alles ein Irrsinn?

    Übrigens, wenn man bei einer durchschnittlichen männlichen Lebenserwartung alle zwangsabgeführten GEZ-Beiträge zusammenrechnet, so kommen ca. 12 000 € zusammen.
    ( Geplante Beitragserhöhungen nicht mitgerechnet.)
    Das ist auch eine nette Altersvorsorge – aber eben nicht für uns, sondern für die Gehälter der Chefs der Landesmedienanstalten…

    • Heike Diefenbach says:

      @Micha

      Die Probleme der Rentenversicherer sind inzwischen so groß, dass die Privatversicherer vom Staat während der vergangenen Jahre stark reglementiert wurden, so dass die “private Vorsorge” dem normalen “Schreibtischbeschäftigten” nur noch sehr eingeschränkt möglich ist bzw. keinen nennenswerten Gewinn (nach Inflation und Steuerabzügen) abwirft als die ganz “normale” staatliche Rentenversicherung.

      Ich bin selbst ein Opfer dieser Entwicklung und habe die Konsequenzen gezogen und mein sauer über 20 Jahre monatlich abgeführtes Geld aus der privaten Versicherung abgezogen, weil es unter meiner Matratze ebenso viel Rendite bringt. Die Vorstellung, dass durch eine private Versicherung ganz leicht und quasi nebenbei eine sorgenfreie Altersvorsorge möglich wäre, war, glaube ich, immer nur für einige Leute zutreffend, aber wahrscheinlich niemals so falsch wie heute.

      Aber Sie haben damit Recht, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die hinsichtlich ihrer Rentenansprüche stark bevorteilt werden, und Beamte sind eine dieser Gruppen.
      Leider wird man die Abschaffung des Beamtentums nicht durchsetzen können, solange Beamte darüber entscheiden, ob es abgeschafft wird oder nicht! Das wäre für mich eine Frage, die unbedingt durch einen Volksentscheid geklärt werden müsste, aber die Beamten, die Politiker sind, setzen ja alles daran, der Gefahr von Volksentscheiden entgegenzuwirken ….

  25. Roland K. says:

    Mein Dank fürs Thema und auch für die Diskussion; typisch, daß ein Teil davon auf rein emotionaler Ebene geführt wird.

    Darf ich mir erlauben, einen Punkt hier anzusprechen, der bisher überhaupt nicht erwähnt wurde?

    Wir lesen,reden und schreiben immer sehr viel darüber, daß die Menschheit auf dem Planeten viel zu stark wachse und dies irgendwann problematisch würde. Zudem sei Deutschland (beispielhaft angeführt) ein sehr dichtbesiedeltes Land mit allen daraus resultierenden negativen Folgen, beispielhaft sei der Verkehr genannt.

    Wenns jedoch um Renten geht, dann wird all dies plötzlich vergessen! Dann MUSS die Bevölkerung “wachsen” (damit auch Arbeitsplätze nebst allen Nebenwirkungen -z.B. Verkehr, die doch sonst so häufig abgelehnt und bekämpft werden), damit Renten sicher bleiben.
    Das ist doch unlogisch bis zum geht nicht mehr. Es passiert doch nichts wirklich schlimmes, sollte die Bevölkerung in D meinetwegen auf 60 Mio schrumpfen. Die “Mehrbelastung” durch mehr Bezieher von Renten ist zeitlich ziemlich auf (geschätzt) 15 Jahre begrenzt. Da ist das gefragt, was sich so gerne “Politik” nennt. Es müsste sich einfach vieles ÄNDERN.
    Natürlich geht das nicht unter der Prämisse “weiter so”; allein daran nur zu denken,geschweige das einmal auszurechnen nebst den erforderlichen Massnahmen fällt einer übergrossen Mehrheit offensichtlich schwer. “Rote_Pille” ist dafür ein prima Beispiel. Was anderes als “weiter so” scheints nicht zu geben.

    (Bitte den Angeführten gleichzeitig um Entschuldigung für die Erwähnung. Das ist nichts persönliches, lediglich passt sein Kommentar ausgesprochen gut)

    Es würde auch mit wesentlich weniger Menschen noch genug erwirtschaftet, um allen ein Auskommen zu sichern; allerdings wäre vieles zu verändern.

  26. Alex Meisl says:

    Schreibt aber bitte mal auch dazu, dass der “Durchschnittsrentner” nach dem 12. Sozialgesetzbuch Grundsicherung beantragen kann. Dann hat er unter dem Strich genau so viel Geld wie der Hartzer!!!!!!

  27. Micha says:

    Wer auf Grundsicherung im Alter schielt, sollte sich mal genau die Anforderungen dazu ansehen. Die Kriterien sind noch weit strenger als bei Harz4! Da bleiben nicht viele Anspruchsberechtigte übrig…
    Unbedingt auch diese Beiträge lesen:

    https://sciencefiles.org/2016/11/22/wie-beitragszahler-geprellt-werden-rund-25-der-beitraege-zur-rentenversicherung-werden-zweckentfremdet/

    http://www.fiwi1.uni-freiburg.de/publikationen/280.pdf

    Hier wird der ganze Betrug von Wissenschaftlern offengelegt!

  28. Münchner Kindl says:

    Mein Vater 72 entspricht in etwa dem Normal bis Idealrentner der auch mal zwischendurch (55-56) arbeitslos war, weil seine Branche ausgestorben war. In München gelebt, seit dem er 16 Jahre alt war normalen Tätigkeiten nachgegangen, im Prinzip in den Trümmern des Krieges aufgewachsen. Trotz normaler Einkünfte bis zu seinem 65. Lebensjahr hat er doch mitgeholfen das alles mit aufzubauen indem er stets gezahlt hat. Gott sei dank hat er vor 15 Jahren eine neue Frau gefunden denn wenn nicht hätte er wohl mit dieser mickrigen Rente München verlassen bzw. auch Flaschen sammeln müssen.
    Unglaublich und sowas von traurig was in unserem Land gerade mit den eigenen Menschen passiert bzw. gemacht wird…
    Wo führt das bloß hin?
    Vielen Dank für den Artikel!!!

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