63% rechnen mit Wahlfälschung bei der Bundestagswahl 2017

Wenn politische Systeme an Legitimität bei ihrer Bevölkerung verlieren, dann ist dies, je nach System, schlecht oder sehr schlecht.

Verlieren totalitäre System an Legitimität, dann muss die Schraube des staatlichen Zwangs zur Gleichförmigkeit und Angepasstheit angezogen werden, u.a. dadurch dass die Anzahl der staatlichen Überwacher, die dafür sorgen, dass die staatlichen Vorgaben auch unwidersprochen umgesetzt werden, z.B. im Hinblick auf ein Verbot bestimmter Aussagen oder auf die Umsetzung eines Fünfjahresplans, erhöht wird.

talmon-totalitaere-demokratieVerlieren demokratische Systeme an Legitimation, dann hat dies entweder zur Folge, dass das politische Establishment ausgetauscht wird, oder es hat zur Folge, dass die Demokratie zum offen oligarchischen System mutiert und sich langsam aber sicher in Totalitarismus transformiert. Indikatoren für Letzteren sind z.B. eine Ausweitung staatlicher Überwachung und Kontrolle, zumeist unter dem Vorwand, die Bevölkerung oder die Jugend vor Furchtbarem schützen zu müssen. Ein weiterer Indikator dafür, dass demokratische Systeme eine Transformation zum oligarchischen und totalitären System durchmachen ist ein immer größerer Wasserkopf, der immer mehr Bürger in eine komplette finanzielle Abhängigkeit von ihrem Staat bringt, entweder als Empfänger staatlicher Almosen (Transferzahlungen genannt) oder als Begünstigte staatlicher Erziehungs- und Überwachungsprogramme. Ein größer werdender Wasserkopf hat schließlich zur Folge, dass der Schutz des Eigentums aufgeweicht und letztlich beseitigt wird. Da Besteuerung über kurz oder lang nicht mehr ausreicht, um das Herr der Staatsdiener zu versorgen, werden immer ausgefeiltere Techniken ersonnen, um an das Ersparte bzw. das Eigentum von Bürgern, die noch nicht zu 100% von ihrem Staat abhängig sind, zu gelangen. Kurzfristige Solidaritätsabgaben, die ihre Kurzfristigkeit nach 27 Jahren in eine Dauerhaftigkeit umgewandelt haben, sind hier ebenso beliebt, wie die Erfindung neuer Abgaben und Steuern, mit denen verhindert werden kann, dass es sich Bürger leisten können, eine Existenz unabhängig von ihrem Staat zu führen.

Kurz: Eine Demokratie in Transformation, die sich in ein totalitäres System verwandelt, ist dadurch gekennzeichnet, dass Bürger immer weniger Raum haben, um ein selbstbestimmtes Leben zu leben, immer weniger Geld, um ein selbstbestimmtes Leben zu finanzieren und immer weniger Gelegenheit, ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Und dies alles führt zu einer weiteren De-Legitimation des politischen Systems.

Und damit sind wir bei der Befragung, die wir vor einigen Tagen auf ScienceFiles durchgeführt haben.

Ein Maß dafür, wie groß das Ausmaß der De-/Legitimation eines demokratischen politischen Systems bereits ist, ist das Ausmaß an Vertrauen, das Bürger, demokratischen Prozessen entgegenbringen. Wahlen sind der zentrale Prozess in parlamentarischen Demokratien wie der deutschen, schon weil Bürger ansonsten keine Gelegenheit haben, sich zumindest symbolisch einzubilden, sie hätten einen Einfluss auf das Geschehen in ihrem Land. Entsprechend wichtig ist es für das politische Establishment, auf eine demokratische Legitimation durch Wahlen verweisen zu können, Wahlen, an denen die Mehrzahl der Bevölkerung teilgenommen hat, und Wahlen, die den regierenden Parteien unter denen, die gewählt haben, eine Mehrheit beschwert haben.

Damit Wahlen als Legitimationsmittel taugen, ist es wichtig, dass die Bürger glauben, bei Wahlen ginge alles mit rechten Dingen zu. Entsprechend kann man die Ansicht, bei Wahlen würde geschoben und Wahlergebnisse würden gefälscht, als einen, wenn nicht den Indikator für die Legitimation bzw. De-Legitimation eines demokratischen politischen Systems ansehen.

Und so haben wir unsere Leser folgende Frage gefragt:

Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass das Ergebnis der Bundestagswahl 2017 gefälscht werden wird?

753 Leser von ScienceFiles haben sich an der Befragung beteiligt. Das Ergebnis ist recht eindeutig: 63% sind der Meinung, das Ergebnis der Bundestagswahlen 2017 werde sehr wahrscheinlich (34%) bzw. wahrscheinlich (29%) gefälscht werden. 16% halten es für unwahrscheinlich, dass das Ergebnis gefälscht werden wird, 15% für sehr unwahrscheinlich.

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Auf Basis dieses Ergebnisses muss man von einer De-Legitimation des politischen Systems Deutschlands ausgehen. Wenn nur mehr 31% der Ansicht sind, bei Wahlen ginge alles mit rechten Dingen zu, dann ist der Karren schon sehr weit in den Dreck gefahren.

Aber, so können wir die ewigen Einwänder schon hören, das Ergebnis ist ja gar nicht repräsentativ. Erstens, ist die Behauptung, das Ergebnis sei nicht repräsentativ, das, was man im Englischen einen red herring nennt, mit dem versucht werden soll, ein Ergebnis auf Basis einer schlichten und noch dazu unbegründeten Behauptung zu diskreditieren (Ob unser Ergebnis die Kriterien, die gemeinhin erfüllt sein müssen, damit von „Repräsentativität“ gesprochen werden kann, erfüllt, weiß außer uns niemand). Zweitens haben wir zum Mythos der Repräsentativität, den wir schon mehrfach auseinander genommen haben, nicht mehr zu sagen, als das, was wir bereits dazu gesagt haben. Drittens, ist es nur von Politikern aus totalitären Systemen bekannt, dass sie Ergebnisse, wie das unsrige, vom Tisch wischen und für irrelevant erklären, denn: Politiker in totalitären Systemen interessieren sich nicht für die Meinung ihrer Bürger, sie interessieren sich dafür, dass Bürger den politischen Vorgaben folgen, tun sie es nicht, wird eben Zwang angewendet.

Anhand der drei Punkte und der Reaktionen auf unser Ergebnis dürfte es sehr leicht sein, das Stadium der Transformation von Demokratie nach Totalitarismus, in dem sich Deutschland befindet, festzustellen.

Zur weiteren Lektüre und zur Wahrscheinlichkeit von Wahlbetrug bzw. Wahlfälschung bei vergangenen Wahlen: Wahlbetrug aus wissenschaftlicher Sicht.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

21 Responses to 6321 rechnen mit Wahlfälschung bei der Bundestagswahl 2017

  1. Kai says:

    Das ist bei mir einer dieser gefühlsmäßigen Momente um unsere bisher grossartigste Kanzlerin aller Zeiten zu zitieren: „Wir schaffen das“

  2. Sven Kuchary says:

    Ja, es gibt Wahlfälschungen. Christian Breunig und Achim Goerres: Searching for electoral irregularities in an established democracy: Applying Benford’s Law tests to Bundestag elections in Unified Germany: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0261379411000370

  3. Pingback: 63% rechnen mit Wahlfälschung bei der Bundestagswahl 2017 — ScienceFiles | volksbetrug.net

  4. Aufgewachter says:

    Seit dem 23. Mai 1949 gibt es die BRD. Seit dem haben die Deutschen immer hübsch an Wahlen geglaubt. Und die breite Masse wird es auch weiterhin glauben.

  5. Pingback: Umfrage: „63% rechnen mit Wahlfälschung bei der Bundestagswahl 2017“ | LW-Freiheit

  6. FDominicus says:

    Vor einigen Tagen hielt ich fest:

    Herr Gauck hat recht ?!
    Schreibe eine Antwort

    wenn er meint die Demokratie sei in Gefahr. Durch ihn und seine Räubergesellen. Fakt 1) wir haben in D keine Demokratie sondern eine repräsentative. Die Herrschaft geht in Deutschland von einer kleiner Clique innerhalb einer kleinen Clique aus. Die Möglichkeiten für den Bürger existieren so gut wie nicht

    Weiterhin tun Gauck und Konsorten alles um alleine an der Macht zu bleiben. Unser Unwahlrecht ist nur ein Beispiel. Sollten Sie eine Partei haben, kommen Sie nicht automatisch auf die Wahlzettel. Sondern müssen in jedem Land sammeln gehen. Der Wähler hat also nicht einmal die Auswahl zwischen Parteien die bei einer Wahl antreten wollen.

    Noch schlimmer die Schergen des Staate setzen das gesetzliche Zahlungsmittel fest und Sie schreiben die Gesetze die es Banken erlaubt Einlagen ohne Nachfrage verleihen zu können und nicht nur die Einlagen sondern weit darüber hinaus.

    Herr Gauck ist in jedem Maßstab teil einer Bande von Betrügern und Räubern. Klar das diese durch Demokratie gefährdet sind.

    Im Grunde meint der Gauck(ler) nur eins. Das Volk ist eine Bedrohung für Politiker.

    q.e.d ;-(

  7. blubby says:

    „Man muß eine Elite schaffen, die ganz auf Amerika eingestellt ist.
    Diese Elite darf andererseits nicht so beschaffen sein, daß sie im deutschen Volk selber
    kein Vertrauen mehr genießt und als bestochen gilt.“ (Max Horkheimer)

    Ich denke an diesem Punkt im letzten Satz befinden wir uns.

  8. Pingback: 63% rechnen mit Wahlfälschung bei der Bundestagswahl 2017 – MoshPit's Corner

  9. Lumpy says:

    Zitat „Wenn nur mehr 31% der Ansicht sind, bei Wahlen ginge alles mit rechten Dingen zu …“. Hey, das war gar nicht die Frage. Ich habe zwar mit „Unwahrscheinlich“ gestimmt, bin dabei aber von offensichtlichen Wahlbetrug ausgegangen. Bei „Nicht alles mit rechten Dingen“ stimme ich 100%ig zu, siehe Bremen oder AfD 2013. Die Manipulation sind eben nicht so offensichtlich und werden immer als Fehler und Versehen getarnt.

  10. Michael Janz says:

    Die bisher bekannt gewordenen Wahlfälschungen konnten auf manipulativen oder schlicht schlampigen Umgang mit den papiernen Stimmzetteln zurückgeführt werden. Dies oder bewusst ungültig gewertete Stimmzettel können jedoch kein bundesweites Wahlergebnis in eine bestimmte Richtung drücken.

    Die durch die Anwendung des Benfordschen Gesetzes auf Wahlergebnisse in der Vergangenheit legten Wahlfälschung nahe, jedoch können hieraus die Nutznießer der Manipulation nicht abgeleitet werden. Auch die „festgenagelten“ Hochrechnungsergebnisse der AfD bei der letzten Bundestagswahl von zunächst 4,9, später 4,7 % erschienen mir suspekt, da ich beim Auftreten einer neuen Partei erwartet hätte, dass noch nicht so ausgeklügelte „Rechenrezepte“ wie für die Altparteien zur Verfügung standen.

    Die von mir vermuteten Manipulationen dürften an der Schnittstelle zwischen Papier/menschlicher Zählung und Übernahme und Weiterleitung der (Teil-)Ergebnisse mittels IT vorgenommen werden. Ohne die Nachzählung a l l e r Stimmzettel können solche Manipulationen nicht aufgedeckt werden. Und so etwas wie in Österreich werden wir doch wohl vermeiden können 😉

  11. merxdunix says:

    Politik beschränkt sich in Deutschland nur noch auf Verteilungskampf. Wachstum orientierte Wirtschaft wird global betrieben, da haben deutsche Politiker nichts mehr zu sagen. Das gestiegene Steueraufkommen resultiert nicht aus zunehmender wirtschaftlicher Stärke, sondern aus rückläufigen Abschreibungsmöglichkeiten, weil Investitionen ausbleiben. Deutschland fährt, wie jeder sieht, auf Verschleiß und die ersten Totalausfälle stehen unmittelbar bevor.
    Wahlbetrug wird deshalb nun nicht mehr betrieben, um an die Macht zu kommen, sondern sich der Verantwortung zu entledigen. Das daraus hervorgehende totalitäre System ist daher eventuell gar nicht gewollt, sondern notwendiges Übel, um zu retten, was noch zu retten ist, will man nicht im Bürgerkrieg untergehen.

    Die Deutschen werden um den Preis ihrer Ersparnisse und Pensionsansprüche darum betteln, in einem europäischen Großstaat aufgenommen zu werden, wenn sie nicht sofort aus dem Sessel kommen, in dem sie unter Merkels Hypnose weggedämmert sind.

  12. Gustavo Woltmann says:

    Ich finde hier wird echt übertrieben. Geradezu als wären wir in einem totalitären Staat. Sicherlich ist nicht alles Gold was glänzt, trotzdem ist Deutschland eine der stabilsten Demokratien überhaupt. Das bezeugt ja alleine die Tatsache, dass Kritik öffentlich geäußert werden kann. Sei es in einem Blog oder auf der Straße. Geht doch mal in die Türkei oder Russland auf die Straße, und kritisiert Erdogan oder Putin. Hier in Deutschland wird gerne auf hohem Niveau gemeckert. Dabei wird dann völlig übersehen, wie gut wir es haben.

    • corvusalbusberlin says:

      „Sei es in einem Blog oder auf der Straße. “
      Es gibt auch Blocks z. B. „Liebe zur Freiheit – feministischer Block/Club von Antje Schrubb, die die harmlosesten Kommentare rausschmeißt, wenn sie ihr nicht passen.
      Und auf der Strasse können Sie nur ihre Meinung unter vorgehaltener Hand äußern.
      In Lesungen begibt man sich sogar in Gefahr, angegriffen zu werden.

      In Russland konnte ich es leider nicht ausprobieren, da mein russisch mehr als jämmerlich ist. Das gilt auch für die Türkei.
      Schade, man müsste viel mehr Sprachen lernen.
      Zu meiner Zeit in Frankreich von 1965 bis 1985 konnte ich meine Meinung frei äußern.
      Doch das ist inzwischen auch vorbei, genau wie bei uns.
      Aber an das Bundeskanzleramt kann man bis jetzt seine Meinung sehr klar formulieren.
      Wer weiß, wie lange noch. Aber was Recht ist, muss Recht bleiben.

      Meine letze E-mail:
      Von: ……….
      Betreff: Mr. Trump – der neue amerikanische Präsident
      Datum: 21. Januar 2017 19:36:42 MEZ
      An: info@bundestag.de

      mein Wunsch hat sich erfüllt. Mr. Donald Trump ist der neue amerikanische Präsident. Er wird auch den deutschen Politikern sagen, wo’s lang geht.
      Den Geldhahn wird er zudrehen.

      Und alle, die ihn schon während der Wahlzeit diffamiert haben, werden in Reih und Glied antanzen, um ihm den Schwanz zu lutschen.
      Unterwerfungsköfferchen – selbst mit Dollars gefüllt – werden da nichts nutzen.

      Die, die sich am widerlichsten benommen haben – wie Steinmeier und einige SPD Lümmels – aber auch der anderen Couleur, werden zuerst angekrochen kommen.

      Was für ein Spaß wird er haben.
      ………

  13. Marcel says:

    Ja, vollkommen repräsentative Umfragen gibt es nicht.

    Ja, unser sogenanntes demokratisches System verliert an Legitimation in der Bevölkerung.

    Nein, man kann dies nicht auf ein Umfrageergebnis auf der eigenen Internetseite beziehen, ohne sich unglaubwürdig zu machen.

    • Ja, die Einschränkung „vollkommen“ ist Unsinn oder: Wie viel Repräsentativität hätten’s denn gerne.
      Ja, volle Zustimmung.
      Nein, man kann unser Umfrageergebnis nicht wie Sie bewerten, vor allem wenn man KEINERLEI Informationen darüber hat, wer die Leser von ScienceFiles sind, die hier abgestimmt haben.

      • Günther says:

        Vielleicht dieselben Leute die schon das DDR-Regime weggefegt haben? Das Honecker- Regime hat auch geglaubt es könnte durch Betrug ewig an der Macht bleiben. Kaum war mit Gorbatschow die Unterstützung aus dem Kreml weg war auch Honey weg. Übrigens hat das Merkel- Regime gerade die Unterstützung aus Washington verloren.

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