Warum Journalismus in Deutschland so unterirdisch schlecht ist

Ein Erklärungsversuch.

Wir hatten gerade in der Redaktion eine kurze Diskussion, über deren Inhalt wir unsere Leser nicht in Unkenntnis lassen wollen.

Zusammenfassung in Form einer These:

Die Zunahme diffamatorischer und derogativer Beiträge in den Medien ist eine Folge der Entprofessionalisierung der Medien, die zunehmend zu dem werden, was man in der Ökonomie einen market for lemons nennt, eine Abraumhalde für diejenigen, deren Qualifikation nicht dazu reicht, einen guten Job auszuüben.

Dass dem so ist, ist – wie wir denken – eine Folge von drei Prozessen:

race-to-the-bottomIsomorphie
Irgendwie scheinen Journalisten alle dieselbe schlechte Ausbildung, die allein unter dem Motto „Frechheit siegt“, steht, zu erhalten. Die Gleichschaltung deutscher Mainstream-Medien, in denen man eine kritische oder auch nur eine abweichende Stimme vergeblich sucht, z.B. wenn es darum geht, die Einheitsfront der Trump-Hasser und –Diffamierer aufzubrechen, zeigt, dass Journalisten in einem Echo-Chamber sitzen, dessen Wände gegen jeden Einfluss von außen abgeschirmt sind.

Entprofessionalisierung
Die mangelhafte Ausbildung von Journalisten führt dazu, dass viele die Grundtechniken des Journalismus, Recherche, Abwägen von Fakten, korrekte Darstellung der Fakten, die keine Wertung und keine Suggestion enthält usw. nicht mehr beherrschen. Da sie die Techniken und Methoden des Journalismus nicht mehr beherrschen müssen sie sich mit Affekt und Emotionalität behelfen. Entsprechend berichten sie nicht, sie bewerten, sie stellen nicht dar, sie beschimpfen, sie recherchieren nicht, sie wissen schon. Entprofessionalisierung hat mit dem Absenken von Standards, z.B. in Schulen zu tun, denn mit dem Absenken von Standards steigt einerseits das Ausmaß der mangelhaft Gebildeten, die unfähig sind, sich ein eigenes Urteil zu bilden oder auch nur Fakten nach bestimmten Kriterien zu ordnen, andererseits die Wahrscheinlichkeit, dass nachhaltig Verblödete auf gesellschaftlichen Positionen landen.

Politische Korrektheit
Die Entprofessionalisierung wiederum ist das Ergebnis politischer Korrektheit. Politische Korrektheit verlangt nach Individuen, die nicht selbst denken, sondern sich das Denken vorgeben lassen. Journalisten, denen die Aufgabe zugewiesen ist, politische Korrektheit zu verbreiten, ein Eindruck, den man jeden Tag aufs Neue bestätigen kann, müssen entsprechend aus dem Teil der Bevölkerung rekrutiert werden, in dem man sich gerne sagen lässt, was richtig ist und Angst davor hat, ein eigenes Urteil zu bilden. Im Ergebnis ist die Rekrutierung von Journalisten ein Race to the Bottom, das immer häufiger unfähige Nachplapperer offizieller Verlautbarungen in Redaktionen ankommen sieht.

sciencefiles-rationaler-widerstand-vorlageMit dem Zustrom der Unterdurchschnittlichen sinkt das Image von und der Wert, der sich in Form von sozialem Status durch den Beruf „Journalist“ gewinnen lässt, weiter und die Wenigen, die Fähigkeit und Willigkeit zum Journalismus noch in ihrer Person vereinen, werden davon abgeschreckt, Journalismus zu betreiben. Übrig bleiben diejenigen, die selbst wenn sie zwei Leben zu leben hätten, nie in die Verlegenheit kämen, eine neue Idee zu denken und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Übrig bleiben diejenigen, die Journalismus durch Zufall, nicht aus Berufung ergriffen haben. Übrig bleiben diejenigen, die ihren Mangel an Fähigkeit, Journalist zu sein, durch ein Mehr an Unterordnung unter die Fittiche der politisch korrekten Darstellung kompensieren wollen. Da man Unterordnung nicht mit dem, was Journalismus eigentlich ausmacht, in Einklang bringen kann, mit Recherche, mit Darstellung von Fakten und Präsentation von Neuem, bleibt ihnen nur, sich als 100%tige Anhänger der vorgegebenen Meinung und dadurch zu profilieren zu versuchen, dass sie diejenigen, die zu Feinden der politische korrekten Ansicht erklärt wurden, verbal bekämpfen, sie beleidigen, sie diffamieren, sich mit lauter und aufgeregter Stimme in den Chor derer einreihen, die nicht nur im Gleichklang marschieren, sondern auch schreien können.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind Sozialismus und seine Spielart der Feminismus, die beide mit Entprofessionalisierung einhergehen und regelmäßig dazu führen, dass Unfähige in gesellschaftliche Positionen gelangen, die sie dann, aufgrund ihrer Unfähigkeit, nachhaltig zerstören.

Journalismus ist ein Beispiel dafür.
Politik ist ein anderes Beispiel.
Und die Wissenschaft, zumindest die Sozialwissenschaft, ist auf dem besten Weg, dem Beispiel der beiden Erstgenannten zu folgen.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

28 Responses to Warum Journalismus in Deutschland so unterirdisch schlecht ist

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  2. twsan says:

    Diese These kann nicht stimmen: Man betrachte die Autoren der Artikel einer bekannten, überregionalen, ehemals liberal-konservativen Zeitung. Das sind viele bekannte Namen darunter, die für „alte Hasen“ stehen – die es wissen müssten! Und die „Jungen“ scheinen nur das nachzumachen, was sie vorgelebt bekommen.

    • Was Sie sagen, ist nur dann ein gültiger Einwand, wenn man annimmt, die „alten Hasen“ seien jemals besser ausgebildet gewesen als die „Jungen“ oder annimmt, die „alten Hasen“, so sie denn jemals besser ausgebildet gewesen sein sollten, würden ihre bessere Ausbildung und vielleicht ihr besseres Wissen in einen Arbeitsethos verwandeln, der nicht käuflich ist. Im übrigen beschreiben wir einen Prozess!

      • twsan says:

        Na – früher haben die „alten Hasen“ jedenfalls ordentliche Artikel geschrieben. Also mussten sie „es“ einmal gekonnt haben.

        • corvusalbusberlin says:

          „…..eine Leserschaft die nicht bereit ist auch nur einen Euro im Monat zu zahlen. “
          Das stimmt doch gar nicht.

        • Tim Buktu says:

          Aber früher hatte man keine Möglichkeit, das Können der alten Hasen zu prüfen (wie heute im Internet) was blieb einem also übrig, als es zu glauben.

  3. gunst01 says:

    Der Niedergang ist eine reine Frage des Geldes und weniger eine Ursache des virulenten Feminismus. So gibt es im Baugewerbe folgendes Sprichwort: Wer bezahlt bestimmt.
    Inzwischen kontrolliert eben eine Hand voll regierungsnaher Verleger die Medien und bestimmt damit die Rolle des Journalismus. Mit Geld wird eine Reihe von Claqueuren domestiziert, die die Elite feiern soll.

    • Ich bin zwar ein Freund des Reduktionismus, aber diese Erklärung ist selbst mir zu reduktionistisch (und brachial). Mir fehlt der Prozesscharakter, denn man kann zwar mit Geld einiges bewirken, aber eine derartige geistige Gleichschaltung, wie sie derzeit in Medien zu beobachten ist, nicht bzw. nur dann, wenn man annimmt, dass in Medien ausschließlich kognitive Röhrchen beschäftigt sind, die nach links durchleiten, was man rechts in sie einfüllt. Das wiederum führt zur Frage: Warum sollte das so sein? Isomorphie? Politische-Korrektheit? Entprofessionalisierung?

      • gunst01 says:

        Wir haben den Peak an Utopien längst überschritten und dies ist mit eine Ursache für den Niedergang und die Gleichgültogkeit, die in totaler Anpassung mündet. Allein das monetäre Glück bietet heute noch Trost um das Versagen zu verdrängen.
        Dieses kurze irdische Glück ist heute der Prozess, der die Menschheits-maschine noch in Schwung hält. Es wird wohl noch einige Jahrzehnte dauern, aber dann rückt der Frühlingspunkt weiter in den Wassermann. Mit dem Weiterwandern sind ja bislang auch immer neue Gedanken entstanden. dann wird auch das Lamento mal ein Ende haben.

  4. Simon says:

    Die Jungen:

    Als sie noch Kinder waren, haben ihre Eltern ihnen jedes kleine Steinchen aus dem Weg geräumt, während ihrer Zeit auf dem Gymnasium haben ihre Eltern jedes kleine Problemchen mit ihren Lehren geregelt, sind sind wohlbehütet in Wohlstand herangewachsen, Wohkstand ist für sie eine naturgegebene Selbstverständlichkeit,

    sie legen ein Abitur ab, bei dem die Prüfungsanforderungen von Jahr zu Jahr anspruchsloser werden, damit möglichst alle ihr Abitur bestehen, sie kommen als vertätschelte Kinderchen an die Uni und sind im Kopf und im Verhalten immer noch Kinder, ohne jegliche Reife,

    an der Uni sind sind sie die reinsten Heulsusen u. laufen wegen jedem Mist zum Professor, früher gab es an der Uni viele gute Studierende u. wenige schlechte, die dann problemlos mitgeschleppt wurden, heute ist das Verhältnis umgekehrt, an der Uni werden die Notenspiegel für Klausuren jedes Jahr weiter nach unten gesetzt, damit überhaupt noch genügend Studierende die Klausuren bestehen,

    wenn man das beobachtet, braucht man sich nicht zu Wundern, welche Entwicklung unsere Gesellschaft macht.

  5. corvusalbusberlin says:

    Alfred Grosser erklärt , warum der heutige Journalist so schlecht ist und gibt Beispiele.

  6. Friedhelm Traumstein says:

    Mag ja sein das die beschriebenen Effekte so stimmen. Da ich hier in Hamburg (einer sog. Medienstadt) sitze und viele Bekannte in dem Bereich habe trage ich gern mit einem „Frontbericht“ bei. Gottseidank nur als Beobachter.

    Erstmal ist es so dass es richtig bergab geht. Entlassungen, langjährige Art Directoren die nebenbei in Restaurants jobben, Praktikas mit prekärer Entlohnung usw. usf. Der Rest schreibt Advertisals und/oder jobbt irgendwo im Nirgendwo.

    Auf der anderen Seite eine Leserschaft die nicht bereit ist auch nur einen Euro im Monat zu zahlen. Dafür aber fordert man möge ihre geistigen Ergüsse unter jedem Artikel zulassen. Wird die Frage gestellt wie das alles finanziert werden soll boheit die Meute das die Journaille einfallslos wäre und doch bitteschön „Neue Geschäftsfelder“ erschließen möge. Im gleichem Atemzug wird dann noch der eigene Adblocker gelobt der ja die böse böse Werbung ausblendet.

    Diese sog. „kostenlos Mentalität“ wird bei mir mit „Die Ars…..er wollen alles umsonst haben“ übersetzt. Mich wundert nur das der geneigte Leser sich darüber aufregt das er so behandelt wird wie er sich verhält.

    Alle Printausgaben die ich kenne (von Mopo mal ab) sind übrigens besser als das Web Zeugs. Das soll nur die doofen anlocken da die anderen weder zahlen noch Ads klicken. Vom primitiven Russland bashing und der Lobhudelei auf die Politik (von der ja die Kulturabgabe beschlossen werden soll) mal ab steht da auch vieles in höherwertiger Schreibe. Aber warum soll ein Verlag Perlen vor die Säue werfen?

    • Dievonhier says:

      @Friedhelm Traumstein

      „Auf der anderen Seite eine Leserschaft die nicht bereit ist auch nur einen Euro im Monat zu zahlen. “

      Das ist falsch und lediglich eine Schutzbehauptung von Journalisten.
      Richtig müsste es heißen:

      Auf der anderen Seite eine Leserschaft die nicht bereit ist auch nur einen Euro im Monat FÜR DIESE ART JOURNALISMUS zu zahlen.

      Es sind den Medien vor allem die Leser verloren gegangen, die früher sehr viel Geld für Zeitungen/ Zeitschriften ausgegeben haben, weil sie nicht nur ein Medium gelesen haben. Diese Leser weisen im Normalfall eine höhere Bildung und Medienkompetenz auf und haben irgendwann erkannt, dass sie dafür bezahlen sollen, dass sie von angeblichen Journalisten für dumm verkauft, belogen und erzogen werden wollen.

      • Friedhelm Traumstein says:

        Bis auf die Zahlungsbereitschaft ist das sicherlich (auch) richtig. Nur haben sich nicht die Medien sondern die Leser geändert. Der Konsument ist heute in der Lage sich sein Weltbild aus allerlei Quellen selbst zusammen zu stellen. Dem haben die Verlage anfangs versucht Rechnung zu tragen, was aber den Auflagenschwund nicht stoppen konnte.

        An den Medien ist lediglich neu das diese es komplett aufgegeben haben den Anschein einer kritischen Position einzunehmen. MMn aus wirtschaftlichen Gründen. Sie generieren immer weniger Umsätze mit Klicks (selbst bei Google ist das so) bei gleichzeitigem Sinken der Impressions.

        Die Frage warum der Konsument für etwas zahlen soll das er direkt und ohne Mittler besser und meist kostenlos bekommt bleibt. Selbst der beste „Qualitätsjournalismus“ wird sich imho wirtschaftlich nicht tragen. Das ist z.B. daran erkannbar das auch viele unpolitische Sparten die gleichen Probleme haben.

        Schaue ich mir die langen Reihen an Zeitschriften in den Bahnhofsbuchhandlungen an dann scheint mir aber dass nur Mainstreamzeugs betroffen ist.

        • Dievonhier says:

          @Friedhelm Traumstein

          „Nur haben sich nicht die Medien sondern die Leser geändert. Der Konsument ist heute in der Lage sich sein Weltbild aus allerlei Quellen selbst zusammen zu stellen. Dem haben die Verlage anfangs versucht Rechnung zu tragen, was aber den Auflagenschwund nicht stoppen konnte.“

          Ich würde eher sagen: Es hat mit der Nutzung des Internets durch eine immer größer werdende Zahl von Bürgern eine Revolution stattgefunden. Dadurch haben die herkömmlichen Medien ihre Meinungs- und Deutungshoheit verloren und es wurde offenbar, in welch riesigem Ausmaß Journalisten ihrer Verantwortung als „vierte Macht im Staat“ nicht gerecht wurden und werden.

          Nun ich kenne viele Menschen, die würden liebend gerne Geld ausgeben für wirklichen Journalismus. Aber eben nicht für diesen.

          Meinetwegen können Journalisten weiter auf ihre (Ex)-Leser verbal einprügeln, es wird ihnen nichts nutzen. Aber vermutlich können sie gar nicht anders, denn sie sind längst zu einem Anhängsel und Verkünder der Mächtigen dieses Staates geworden und werden dies auch bleiben müssen – bis zum Untergang.

    • Roland says:

      Wie das alles finanziert werden soll? Durch „Neue Geschäftsfelder“ natürlich. Und nein Werbe-Popups sind auch kein gewinnbringendes Geschäft. Das war vielleicht einmal in den 90ern so.

      Wenn Sie einen Verlag sehen wollen, der mit seinem Zeitungsangebot keine fachlichen Probleme hat, prächtig floriert und weiter und weiter neue Geschäftsfelder erschließt und seit 1934 stetig expandiert, dann schauen Sie sich die Haufe Umantis Gruppe an.

      So wirds gemacht.

    • merxdunix says:

      @ Friedhelm
      Nach meiner Beobachtung haben die Journalisten ihre Leserschaft selbst verjagt. Weil sie sich mehr und mehr an die Werbung verkauft hatten, auch journalistisch wertvolle Arbeit zunehmend als Werbeträger missbraucht wurde, ging zunächst die Bereitschaft verloren, Journalismus zu bezahlen. Damit setzten dann Sparmaßnahmen ein, die dem Journalismus den Todesstoß gaben. Wer sich als Journalist von der Werbung bezahlen lässt, ist Diener zweier Herren.
      Die Werbung hat den Journalismus als Werbeträge inzwischen jedoch ebenfalls aufgegeben, weil er die Leser nicht mehr erreicht, und so muss mal wieder der Staat als Rettungsboot für den dummen Rest der Journalisten herhalten, der keine neue Heimat gefunden hat. Völlig logisch, wenn der sich jetzt dem Staat und den etablierten Parteien andient, schließlich will er am Futtertrog möglichst weit vorn stehen.

    • Aktivposten says:

      @ Friedhelm Traunstein
      Ich hatte über fast 20 Jahre im Abo:
      – den Spiegel
      – die FAZ
      – die Regionalzeitung (Kölner Stadt-Anzeiger)
      – dazu leistete ich mir je nach Titelstory noch die „Zeit“ und ab und zu den Focus

      Nach der Übernahme der Rundschau und dem Umzug in das neue Pressehaus fing der Stadt-Anzeiger an, den Leuten schamlos ins Gesicht zu lügen (zufällige Korrelation, keine Kausalität). Da wurden selbst Ereignisse, bei denen ich entweder persönlich anwesend war oder Augenzeigen kannte, nur noch PC beschrieben, dazu fiel peu á peu die Trennung von Nachricht und Meinung weg. Also: weg damit. (Es kam noch dazu, daß das Haus Dumont Gegenstand einer strafrechtlichen Ermittlung war, nicht beim KStA, sondern bei einer anderen Zeitung der Gruppe, und seinen Einfluß dazu einsetzte, daß die Durchsuchung der Redaktionsräume und die vorübergehende Festnahme wichtiger Mitarbeiter sowohl was die Presse als auch Hörfunk/TV anging, totgeschwiegen wurde. Selbst die Ergänzung des Wikipedia-Artikels wurde so oft gelöscht, daß dem Ersteller irgendwann die Lust verging. Solches wollten wir ebenfalls nicht weiter unterstützen.)
      Als nächstes mußte nach dem Tod des Alten und dem quasi sofort einsetzenden Qualitätsverlust der „Spiegel“ weichen, wurde für 1 Jahr durch den Focus ersetzt, der aber auf Dauer auch nicht ging (Focus-Online ist seit der Zusammenarbeit mit der HuffPost noch gruseliger).
      Dann ergab sich die FAZ der Genderei und mußte ebenfalls gehen.
      Letzte Bastion war die „Zeit“, zwar schon unter Schmerzen, wenn es um Bildung und Sicherheitspolitik ging, dafür aber jetzt im Abo. Das Abo wurde gekündigt, nachdem die „Zeit“ meine Frau und mich mit unseren konservativ-christlichen Ansichten zu Staatsfeinden erklärte (Titel war „Brandgefährliche Demokratiefeinde“ oder so ähnlich und wir wurden mit Bombenlegern und Amokläufern auf eine Stufe gestellt).
      Der letzte Versuch war die „Welt am Sonntag“, die sich dann meinen finalen Unmut mit der Hetzkampagne gegen Nadja Drygalla, Ruderin im Deutschland-Achter, zuzog, die einen Freund hatte (oder noch hat), der angeblich mal irgendwann Mitglied der NPD gewesen sei. Niemand wußte etwas Genaues, aber der bloße Verdacht reichte für die WamS aus, um die Vorbereitung der Mannschaft im Trainingslager zu stören, ND regelrecht zu stalken und „Konsequenzen“ beim DOSB zu fordern. Mein erboster Leserbrief (mittlerweile vermutlich schon als Hatespeech klassifiziert) zum Thema „Sippenhaft“ wurde nicht mal einer Antwort würdig befunden.

      Jetzt lese ich zuweilen die „Junge Freiheit“ und die PAZ, evtl. gibt es die JF demnächst im Abo. So ganz ohne Print-Abo, das geht eigentlich nicht, ich bis das von klein auf so gewohnt, und ich bin mittlerweile Mitte vierzig. Aber ich weigere mich, Medien, die enweder in Faschisten-Art agieren oder mir vorschreiben, was ich zu denken, zu tun und zu lassen habe, auch nur mit einem müden Cent zu unterstützen.

  7. Dievonhier says:

    Ihrer Bewertung der Ausbildungsdefizite stimme ich zu. Aber: Wenn ich Ihren Artikel richtig verstehe, dann glauben Sie daran, dass diese Journalisten bei einer besseren Ausbildung wirklich journalistisch arbeiten würden? Das glaube ich nicht – denn die Ursachen liegen doch darin, dass wir es tatsächlich mit einer gleichgeschalteten Presse zu tun haben, bestimmte Meinungen nicht mehr vertreten werden dürfen und die Bevölkerung bestimmte Informationen nicht mehr erhalten darf.
    Würde jetzt jemand wirklich so arbeiten, wie es das Berufsethos eines Journalisten erfordert, müsste er diese (inoffiziellen) Richtlinien verletzen und wäre über kurz oder lang seinen Job los.

    Das soll keine Entschuldigung sein, nur eine Erklärung. Das Versagen der Journalisten ist schändlich.

  8. Trizonesier says:

    Welche Sorte Matschbirnen heutzutage im „Dschornalismus“ unterwegs sind erkennt man schon am Postulat vom „Meinungsjournalismus“. Was soll das sein? Entweder ich arbeite als Journalist ( ich berichte fundiert um Objektivität bemüht und erkläre) ODER ich habe eine Meinung.

  9. Sven Kuchary says:

    Ich bemerke oft, dass Journalisten keine Ahnung von der Sache haben, über die sie berichten. Berichte über chemische Verfahren, Klimawandel, Energie-Themen sind oft sachlich falsch oder knapp daneben. Früher gab es oft naturwissenschaftlich ausgebildete Journalisten, die von Erstberuf umgestiegen sind, und über ihr Fachgebiet kompetent berichten konnten. Heute sind da nur noch Schreiberlinge. Bestätigt die Lemon-These.

    • Reiner Steppkes says:

      Völlig richtig, es gibt auch bei Tageszeitungs-Redaktionen oft keinen, der auch nur die geringsten Kenntnisse in den MINT-Fächern hat.

      Beispiel 1: In der Beilage einer oft zitierten Tageszeitung fand ich einen Beitrag über die Leber. Darunter war ein Bild zu sehen, das den geöffneten Bauchraum zeigte. Leider war das Bild – das kann beim Umbruch schon mal passieren – auf den Kopf gestellt. Bezeichnend aber für die mangelhaften Kenntnisse des Schreibers war die Bildunterschrift: „Die Leber liegt im Bauchraum links unten.“ Ich bin vor Lachen fast vom Stuhl gekippt.

      Beispiel 2: Die gleiche Tageszeitung zeigte vor etwa fünf Jahren im Wirtschaftsteil eine Europakarte, auf der Ungarn ganz fehlte und die Tschechoslowakei noch als einheitlicher Staat existierte. Ich habe die Redaktion von dem Fehler in Kenntnis gesetzt. Wie stets, so erfolgte auch diesmal keine Reaktion, keine Antwort, wenn man davon absieht, dass ein paar Wochen später exakt die gleiche Karte wieder veröffentlicht wurde…

      Schlimm wird es erst, wenn völlig falsche Tatsachen – man nennt sie heute wohl Fake News – im Bereich Politik zu finden sind:

      Beispiel 3: Erst vor wenigen Tagen gab es in der Kolumne eben dieser Tageszeitung die Aussage, dass die EU immerhin dafür gesorgt habe, dass man auf dem Kontinent seit 70 Jahren keine Kriege mehr geführt habe. Die EU existiert also seit 70 Jahren? Muss ich was verpasst haben! Der Balkankrieg hat nicht stattgefunden? Muss ich wieder was verpasst haben.

      Ich will es damit mal gut sein lassen, auch wenn ich fast täglich auf solche Ergüsse stoße.

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  12. corvusalbusberlin says:

    Im Handelsblatt vom 29.01.17 habe ich einen sehr nüchternen Artikel über das Einreiseverbot von Trump gelesen.Obama hat 2011 ein ähnliches Verbot erlassen haben.

    Hoffe, dass er bei Ihnen ankommt. Bin in technischen Dingen nicht gut.

    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=8&ved=0ahUKEwjDn_ee4O_RAhXBIpoKHbedCdgQFgg-MAc&url=http://www.handelsblatt.com/politik/international/einreiseverbot-trump-betont-mitgefuehl-fuer-fluechtlinge/19320152.html&usg=AFQjCNEeN4WG9df7DW0uRjWH6LkRVyHQfg

  13. #NotYourSlave #Libertarian #Politikerpackverrecke says:

    Der Urgrund dafür ist der Staat – eine in sich grundsätzlich sozialistische, menschenrechtsfeindliche, auf Gewalt (Zwang) basierende Struktur, eine Mafia, welche die Journallie durchfüttert und damit die Meritokratie aushebelt.

    Auf einem freien Markt würde die Journallie grösstenteils niemals überleben uund der Rest höchstens in 3tklassigen Klatschbllättern Unterkommen.

    Wird Zeit, dass die Menschen sich dem Politikerpack verweigern.

    After all :

    Ich – bin nicht – euer Sklave !!! – – – dreckiges Politikerpack !

    Ich gehöre einzig mir selbst.
    Das ist mein – sozisagen – gottgegebenes Recht !

    Menschen wacht auf ! Oder wollt ihr auf ewig Sklaven bleiben ?!?

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