Warum Journalismus in Deutschland so unterirdisch schlecht ist

Ein Erklärungsversuch.

Wir hatten gerade in der Redaktion eine kurze Diskussion, über deren Inhalt wir unsere Leser nicht in Unkenntnis lassen wollen.

Zusammenfassung in Form einer These:

Die Zunahme diffamatorischer und derogativer Beiträge in den Medien ist eine Folge der Entprofessionalisierung der Medien, die zunehmend zu dem werden, was man in der Ökonomie einen market for lemons nennt, eine Abraumhalde für diejenigen, deren Qualifikation nicht dazu reicht, einen guten Job auszuüben.

Dass dem so ist, ist – wie wir denken – eine Folge von drei Prozessen:

race-to-the-bottomIsomorphie
Irgendwie scheinen Journalisten alle dieselbe schlechte Ausbildung, die allein unter dem Motto „Frechheit siegt“, steht, zu erhalten. Die Gleichschaltung deutscher Mainstream-Medien, in denen man eine kritische oder auch nur eine abweichende Stimme vergeblich sucht, z.B. wenn es darum geht, die Einheitsfront der Trump-Hasser und –Diffamierer aufzubrechen, zeigt, dass Journalisten in einem Echo-Chamber sitzen, dessen Wände gegen jeden Einfluss von außen abgeschirmt sind.

Entprofessionalisierung
Die mangelhafte Ausbildung von Journalisten führt dazu, dass viele die Grundtechniken des Journalismus, Recherche, Abwägen von Fakten, korrekte Darstellung der Fakten, die keine Wertung und keine Suggestion enthält usw. nicht mehr beherrschen. Da sie die Techniken und Methoden des Journalismus nicht mehr beherrschen müssen sie sich mit Affekt und Emotionalität behelfen. Entsprechend berichten sie nicht, sie bewerten, sie stellen nicht dar, sie beschimpfen, sie recherchieren nicht, sie wissen schon. Entprofessionalisierung hat mit dem Absenken von Standards, z.B. in Schulen zu tun, denn mit dem Absenken von Standards steigt einerseits das Ausmaß der mangelhaft Gebildeten, die unfähig sind, sich ein eigenes Urteil zu bilden oder auch nur Fakten nach bestimmten Kriterien zu ordnen, andererseits die Wahrscheinlichkeit, dass nachhaltig Verblödete auf gesellschaftlichen Positionen landen.

Politische Korrektheit
Die Entprofessionalisierung wiederum ist das Ergebnis politischer Korrektheit. Politische Korrektheit verlangt nach Individuen, die nicht selbst denken, sondern sich das Denken vorgeben lassen. Journalisten, denen die Aufgabe zugewiesen ist, politische Korrektheit zu verbreiten, ein Eindruck, den man jeden Tag aufs Neue bestätigen kann, müssen entsprechend aus dem Teil der Bevölkerung rekrutiert werden, in dem man sich gerne sagen lässt, was richtig ist und Angst davor hat, ein eigenes Urteil zu bilden. Im Ergebnis ist die Rekrutierung von Journalisten ein Race to the Bottom, das immer häufiger unfähige Nachplapperer offizieller Verlautbarungen in Redaktionen ankommen sieht.

sciencefiles-rationaler-widerstand-vorlageMit dem Zustrom der Unterdurchschnittlichen sinkt das Image von und der Wert, der sich in Form von sozialem Status durch den Beruf „Journalist“ gewinnen lässt, weiter und die Wenigen, die Fähigkeit und Willigkeit zum Journalismus noch in ihrer Person vereinen, werden davon abgeschreckt, Journalismus zu betreiben. Übrig bleiben diejenigen, die selbst wenn sie zwei Leben zu leben hätten, nie in die Verlegenheit kämen, eine neue Idee zu denken und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Übrig bleiben diejenigen, die Journalismus durch Zufall, nicht aus Berufung ergriffen haben. Übrig bleiben diejenigen, die ihren Mangel an Fähigkeit, Journalist zu sein, durch ein Mehr an Unterordnung unter die Fittiche der politisch korrekten Darstellung kompensieren wollen. Da man Unterordnung nicht mit dem, was Journalismus eigentlich ausmacht, in Einklang bringen kann, mit Recherche, mit Darstellung von Fakten und Präsentation von Neuem, bleibt ihnen nur, sich als 100%tige Anhänger der vorgegebenen Meinung und dadurch zu profilieren zu versuchen, dass sie diejenigen, die zu Feinden der politische korrekten Ansicht erklärt wurden, verbal bekämpfen, sie beleidigen, sie diffamieren, sich mit lauter und aufgeregter Stimme in den Chor derer einreihen, die nicht nur im Gleichklang marschieren, sondern auch schreien können.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind Sozialismus und seine Spielart der Feminismus, die beide mit Entprofessionalisierung einhergehen und regelmäßig dazu führen, dass Unfähige in gesellschaftliche Positionen gelangen, die sie dann, aufgrund ihrer Unfähigkeit, nachhaltig zerstören.

Journalismus ist ein Beispiel dafür.
Politik ist ein anderes Beispiel.
Und die Wissenschaft, zumindest die Sozialwissenschaft, ist auf dem besten Weg, dem Beispiel der beiden Erstgenannten zu folgen.

Berliner Modell: Wie man Grundschulen zerstört und ein Bildungssystem ruiniert

In Berlin vollzieht sich derzeit eine Katastrophe mit Ansage, eine hausgemachte Katastrophe, an der man demonstrieren kann, wie politische Eingriffe die Qualität erbrachter Leistungen reduzieren und die Leistungsvermittlung in Grundschulen auf ein Niveau reduzieren, das sich wenig oberhalb der Legasthenie zu bewegen scheint.

Zunächst die Situation, wie sie sich derzeit darstellt:

Kaum jemand will in Berlin Grundschullehrer werden: Bei der Suche nach Aspiranten auf 33 offene Stellen konnten in Reinickendorf gerade einmal 6 Willige aufgefunden werden. Ob es sich bei den sechs Freiwilligen, die Grundschullehrer in Reinickendorf werden wollen, um die Vorzeigelehrer ihres Jahrgangs handelt – diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Die Berliner Schüler landen im Ländervergleich auf dem letzten Platz: Viele Berliner Schüler verlassen die allgemeinbildenden Schulen mit einem Kompetenzniveau, das weit hinter dem von Schülern anderer Bundesländer zurückbleibt.

Besonders in Mathematik schneiden Berliner Schüler, Grundschüler insbesondere, schlecht ab.

race-to-bottomDeshalb hat der Berliner Senat Maßnahmen ergriffen: Grundschullehrer, die in Berlin unterrichten wollen, müssen während ihres Studiums Mathematik als Fach belegen. Damit erhofft man sich im Berliner Senat, die Leistung der Schüler über die Leistung der Lehrer zu verbessern. Die Pflicht, Mathematik zu belegen, kommt entsprechend dem Eingeständnis gleich, dass an Berliner Grundschulen weitgehend Mathematik-Inkompetente unterrichten, vor allem wenn es um Mathematik geht.

Nun hat die Pflicht, Mathematik zu belegen, dazu geführt, dass die Abbrecherquote unter den Lehramtsstudenten und die Durchfallerquote sprunghaft gestiegen sind. Die Vorkenntnisse in Mathematik, die Studenten mitbrächten, seien verheerend, so erklärt man an der FU-Berlin die hohe Durchfallerquote. Das Problem beginnt offensichtlich bereits in den Schulen, in denen Mathematik in derart rudimentärer Form vermittelt wird, dass sich die entsprechenden Kenntnisse nicht im Langzeitgedächtnis der Schüler festsetzen.

Der Berliner Senat ist abermals tätig geworden: Die Pflicht Mathematik zu belegen, hat man belassen, aber die Anzahl der Prüfungen und die Anforderungen an die Prüflinge wurden reduziert: Viermal kann ein Lehramtsanwärter in Berlin nun versuchen, einen läppischen Mathematiktest zu bestehen. Auf diese Weise soll die Qualität der Lehrer an Berliner Grundschulen erhöht werden.

Race to the bottom nennt man das im Englischen.

Tatsächlich ist die Fehlerdiagnose des Senats grundlegend falsch, denn die verheerend schlechte Ausbildung, die Schüler an Berliner Grundschulen erhalten, ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Schulpolitik, die Lehrern den Eindruck vermittelt hat, Lehren sei eine Nebenbeibeschäftigung und die Fähigkeiten, die man dafür benötigt, eher Beiwerk.

Statistische Daten aus Berlin machen dies sehr deutlich.

So hat sich der Anteil der Grundschullehrer, die vollzeitbeschäftigt sind, von  31% im Jahre 1992 auf 17% im Jahre 2015 halbiert. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der teilzeitbeschäftigten Lehrer von 40% auf 48% angewachsen. Rund die Hälfte der Berliner Lehrer ist demnach nur ab und zu da, wobei ab und zu das entscheidende Kriterium zu sein scheint, denn 30% (1992) und 36% (2015) der Lehrer sind nur stundenweise beschäftigt.

In Berlin sitzt man dem Mythos auf, dass ein Lehrer, der nur ab und zu an seiner Grundschule weilt, den gleichen Einsatz, die gleichen Kompetenzen, die gleiche Professionalität und die gleiche Motivation mitbringt, wie ein Lehrer, der vollzeitbeschäftigt ist. Entsprechend haben die Verantwortlichen im Senat seit Jahrzehnten den Beruf “Grundschullehrer” entwertet und gedacht, sie würden für den immer wertloseren Job eines Grundschullehrers fähige, qualifizierte und engagierte Lehrer finden, die Schlange stehen, um Berliner Grundschüler unterrichten zu dürfen.

Wie die Daten aus Reinickendorf zeigen, ist das Gegenteil der Fall. Berliner Schulämter müssen betteln, um überhaupt jemanden zu finden, der bereit ist, Grundschulkinder zu unterrichten. Die Kompetenzen, die diejenigen mitbringen, die unter diesen Umständen Lehrer in Berlin werden wollen, kann sich jeder selbst ausmalen.

grundschullehrer-berlin

Zudem geht mit der Entwertung des Berufs des Grundschullehrers, wie immer, wenn Berufe in ihrem sozialen Status, in ihren Anforderungen und in ihrer Bezahlung entwertet werden, eine Flucht von männlichen, in diesem Fall: Lehrern einher. Die Zahlen aus Berlin belegen dies eindrücklich: Nur 18% der vollbeschäftigten Grundschullehrer waren 1992 noch männlich. 2015 sind es noch knapp 10%. Dagegen sind 98% der teilzeitbeschäftigten Lehrer weiblich, d.h. die Mehrheit der Berliner Lehrer ist weiblich und arbeitet in Teilzeit.

Das sind zwei Variablen die man zusammen als Garant dafür ansehen kann, dass das Leistungsniveau in einem Bereich dramatisch sinkt. Die Berliner Grundschulkatastrophe ist somit eine hausgemachte Katastrophe, die die politisch Verantwortlichen auf ihre Kappe nehmen müssen. Sie haben ein sehr effektives Modell für all diejenigen geliefert, die beabsichtigen, ihr Schulsystem zu ruinieren.

Zuviele Frauen: Grundschulen pfeifen auf dem letzten Loch

Die Entprofessionalisierung von Grundschulen, die mit einer Erhöhung des Anteils der teilzeitbeschäftigten Lehrer und einer massiven Erhöhung des Frauenanteils unter den Lehrern einhergeht, sie erreicht gerade neue Dimensionen.

Das ist ein Anfang, den wir diesem Post geben könnten. Ein anderer lautet wie folgt:

GEW, Frauenförderer und andere Lobbyisten haben gerade eine neue Kampagne eingeläutet, die dazu dient, Grundschullehrer mit u.a. Gymnasiallehrern in der Bezahlung gleichzustellen, d.h. die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus bei der Bezahlung nicht mehr zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck hat die GEW eigens ein so genanntes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss gekommen ist, dass das geringere Gehalt, das Grundschullehrer im Vergleich zu z.B. Gymnasiallehrern erhalten, eine Diskriminierung von Frauen darstellt, da die meisten der Grundschullehrer weiblich sind. Verantwortlich für diesen Unsinn ist Eva Kocher, die offensichtlich der Rabulistik zu neuen Höhen verhelfen will.

Nachdem die GEW den Boden bereitet hat, wird nun über die Welt am Sonntag ein Katastrophenbericht lanciert, der seinen wörtlichen Niederschlag in der ARD wie folgt gefunden hat: „Gesucht: Rektoren für etwa 1000 Grundschulen“. Vor allem in Berlin und Nordrhein-Westfalen, so erfährt der Leser, könnten die Stellen von Rektoren und Konrektoren an Grundschulen nicht mehr besetzt werden. Die Ursachen dafür fänden sich in den „hohen Anforderungen“ und der „vergleichsweise geringen Bezahlung“. Zudem seien die meisten „Lehrkräfte an Grundschulen Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten“. Udo Beckmann, oberster Interessenvertreter der Lehrer vom Verband Bildung und Erziehung fordert entsprechend mehr Geld für Grundschullehrer (der Ball von der GEW wurde also aufgenommen), und die GEW fordert die Gleichstellung von Grundschul- und Gymnasiallehrern (nicht was Fähigkeiten, Kompetenzen und Leistung angeht, sondern im Hinblick auf die Bezahlung) und mehr Verwaltungsstellen an Grundschulen (angesichts sinkender Schülerzahlen vielleicht eine Möglichkeit, GEW-Mitglieder unterzubringen).

Die Frage, die niemand im Zusammenhang mit dem plötzlich entdeckten Faktum, dass es unter Grundschullehrern immer weniger gibt, die Schulleiter sein wollen, stellt, sie lautet: Wieso entsteht dieser Mangel gerade jetzt?

Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, ein paar Fakten in die Diskussion zu bringen:

  • Die meisten Schulleiter an Grundschulen sind nach wie vor männlich, obwohl nur noch 12,5% aller Grundschullehrer männlich sind.

Dazu ein Auszug aus dem Jammerbericht des BMFSFJ, dem Daten-Genderreport:

“Daten zur Verteilung von Frauen und Männern auf die Positionen der Schulleitungen werden vom Statistischen Bundesamt aktuell nicht erhoben. Von Lutzau und Metz-Göckel (1996) berechneten die Geschlechterverteilung im Amt der Schulleitung für die einzelnen Bundesländer im Schuljahr 1993/1994. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Schulleitungen ein starkes Ost-West-Gefälle auftritt. Während in allen westdeutschen Bundesländern mehr Männer als Frauen als Schulleitung fungierten (in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sogar zu über 80 %), wurde diese Position in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich häufiger von einer Frau besetzt. Die meisten weiblichen Schulleiterinnen fanden sich im Schuljahr 1993/1994 mit 63 Prozent in Sachsen-Anhalt. Neuere Stichprobenberechnungen (Roisch 2003: 37 ff.) zeigen, dass sich die Situation in den westdeutschen Bundesländern im letzten Jahrzehnt nur leicht zu Gunsten der Frauen verbessert hat, während sie in den ostdeutschen Bundesländern relativ stabil blieb.”

  • Die Anteil der Grundschullehrer hat sich über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich verringert, selbst auf geringem Niveau: So waren 2002 16,2% der Grundschullehrer männlich, 2015 sind es noch besagte 12,5%.
  • Wenig verändert hat sich im Hinblick auf die Arbeitszeit männlicher Lehrer, 64,0% der männlichen Grundschullehrer sind 2015 vollzeitbeschäftigt, 66,7% waren es 2002.
  • 54,8% der weiblichen Grundschullehrer waren 2002 teilzeitbeschäftigt, 2015 waren es 42,7%, denn die Verweiblichung der Grundschulen, sie hat dazu geführt, dass nunmehr 44,4% der weiblichen Lehrer Vollzeit arbeiten (müssen) im Gegensatz zu 35,7% im Jahr 2002.

Offensichtlich gehen die Probleme mit der Besetzung von Schulleiterstellen an Grundschulen mit der Verweiblichung der entsprechenden Schulen einher: Je mehr weibliche Lehrer, desto größer die Probleme, einen Schulleiter zu finden. Und während männliche Lehrer an Grundschulen, die es früher in höherem Anteil gab, offensichtlich bereit waren, das mehr an Arbeit und die „hohen Anforderungen“ die mit der Position eines Schulleiters einhergehen, zu schultern, auch bei „vergleichsweise geringer Bezahlung“, sind weibliche Grundschullehrer dazu ganz offensichtlich nicht bereits.

parttime.jpgDas können sie auch nicht, wie der Beitrag in der ARD suggerieren will, denn die meisten von ihnen arbeiten nur Teilzeit. Sicher geht mit der Entprofessionalisierung, die durch Teilzeitarbeit geschaffen wird, auch ein Verlust an Führungskompetenz und Arbeitserfahrung einher, der es mit sich bringt, dass Tätigkeiten, die (männliche) Grundschullehrer früher nebenbei und aufgrund ihrer Kompetenzen und Leistungsbereitschaft als Schulleiter erledigt haben, nunmehr nicht mehr erledigt werden, entsprechende Positionen nicht mehr gefüllt werden können. Doch gerade in den beiden herausragenden Beispielen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die Riesenprobleme haben, Schulleiter und Konrektorenstellen zu besetzen, trifft diese Erklärung nicht zu.

In Berlin arbeiten 70% der Grundschullehrer in Vollzeit, weit mehr als im Bundesdurchschnitt (47%). Auch in Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil der vollzeit-beschäftigten Grundschullehrer mit 50% über dem Bundesdurchschnitt. Auch beim Frauenanteil liegen Berlin und Nordrhein-Westfalen über dem Bundesdurchschnitt. Nord-Rheinwestfalen mit 91% weiblichen Grundschullehrern etwas mehr und Berlin mit 88% weiblichen Grundschullehren etwas weniger (Bundesdurchschnitt: 87%).

Entsprechend muss man die Erklärung für die in Teilen nicht vorhandene Bereitschaft, die Leitung einer Grundschule zu übernehmen, wohl oder übel bei weiblichen Grundschullehrern suchen. Sie schrecken offensichtlich davor zurück, eine Position mit Verantwortung zu übernehmen – obwohl sie besser bezahlt wird. Sie haben offensichtlich nicht die Kompetenzen, um die Jobs, die männliche Lehrer früher übernommen und nebenbei erledigt haben, zu erledigen. Oder Sie haben nicht dieselbe Bereitschaft wie männliche Grundschullehrer, Altruismus walten zu lassen und die Arbeit eines Schulleiters auch für die Bezahlung eines Grundschullehrers zu erledigen. In jedem Fall haben die Späher der Gewerkschaften das Problem erkannt und Witterung aufgenommen. Und so wie sich ein Aasgeiher zielsicher bei einem Kadaver einfindet, so kreisen seit einiger Zeit die Vertreter der GEW und anderer Lobbyverbände über den entprofessionalisierten Resten von Grundschulen und krächzen ihr übliches Lied. Mehr Geld. Mehr Gehalt. Mehr Cash bei weniger Leistung. Die Diskriminierung von Frauen ist schuld. Neue Stellen braucht das Land, um nunmehr fünf Leute die Arbeit erledigen zu lassen, die früher von zweien erledigt wurde. Fragt sich nur, welche Leistungs- und Motivationsstandards die 88% weiblichen Grundschullehrer in ihrer Mehrzahl der nachwachsenden Generation vermitteln.


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Geschenkte Doktortitel, weiße Männer und viel Ahnungslosigkeit

Ist es nicht seltsam, dass bei all der Empörung über Plagiate, die als eigene wissenschaftliche Arbeiten eingereicht und von wohlmeinenden Doktorvätern durchgewunken wurden, eine Frage nie gestellt wurde? Welche Frage? Na die nach der Qualität der deutschen Wissenschaft, danach, ob denn unter den Arbeiten, die als Eigenleistung durchgehen, nicht welche sind, immer mehr sind, die zwar keine Plagiate darstellen, deren Qualität aber so niedrig ist, dass man feststellen muss: Hier wurde ein Doktortitel verschenkt, die Qualifikation all jener, die einen Doktortitel redlich erworben haben, relativiert und darüber hinaus eine Situation geschaffen, die sich nur unwesentlich von der unterscheidet, die entsteht, wenn ein Plagiator einen Doktortitel erhält.

Wir schreiben das, nachdem uns ein Buch, eine Dissertation auf den Tisch gekommen ist, deren Besprechung demnächst in einem Fachjournal zu lesen sein wird (wir werden davon berichten), die nicht einmal die rudimentärsten Anforderungen an eine Dissertation erfüllt – eigentlich nicht einmal die Anforderungen, die man an eine Bachelorarbeit stellen würde. Die Arbeit ist einfach nur schlecht, von einer ideologischen Besessenheit durchdrungen, und ihre Autorin bar jeglicher methodischer und theoretischer Kenntnisse.

Wie konnte es dazu kommen, dass Teile der deutschen Wissenschaft derart verkommen sind? Wie kann es sein, dass Doktortitel verschleudert werden und damit die Arbeit all derer, die einen Doktortitel redlich erwerben, die den wissenschaftlichen Ansprüchen an eine Dissertation genügen, relativiert wird?

Nun, die Antwort kann man auf zwei Ebenen finden. Die erste Ebene, die der Hochschulen und Universitäten hat nicht durch die Bachelorisierung, sondern durch die Ideologisierung der Hochschulen einen weitgehenden Verlust wissenschaftlicher Standards, Methodenkenntnisse und Techniken gesehen. Verantwortlich dafür, ist der Einzug von Ideologen, die dafür sorgen, dass das Ansehen von Wissenschaft zerstört, Hochschulen als Orte, an denen Wissenschaft betrieben wird, diskreditiert und Methoden und Standards, die einst Wissenschaft ausgemacht haben, erodiert werden.

KuhnDeutlich wird dies am Beispiel der Soziologie, einer Sozialwissenschaft, die in der Terminologie von Thomas Kuhn an der Grenze von einer Vor- zu einer Normalwissenschaft stand. Und dann haben die Ideologen Einzug gehalten, vor allem die Genderista. Für die Soziologie hat dies ein abruptes Ende theoretischer Diskussionen zur Folge gehabt. Der Rational-Choice-Ansatz, bis zum Einzug der Genderista so etwas wie der Hoffnungsträger soziologischer Theoriebildung, er ist weitgehend verschwunden. Die Methode der Hypothesenableitung und –prüfung, die mit vornehmlich quantitativem Instrumentarium verbunden wurde, sie ist der qualitativen Sozialforschung gewichen, die sich weitgehend auf das Fallenlassen von Begriffen reduziert. Man sagt „Instrumentarium der Grounded Theory“ und fühlt sich erhaben, man führt so genannte Expertengespräche und hofft, dass die vermeintlichen Experten die eigene Ahnungslosigkeit reduzieren und man treibt Diskursanalysen, schwätzt und schwätzt und schwätzt, ohne Sinn und Zweck, seitenweise, ohne roten Faden, theoretischen Rahmen und methodische Begründung. Die Schwatzbude der reflektiven intersektionalen Beschauung heteronormativer, vielleicht auf interkulturell-diversifizierter Trivialitäten, sie hat das Erkenntnisinteresse verdrängt und die Soziologie vom Fach auf dem Sprung zum Fach, in dem um ein Verständnis von Wissenschaftlichkeit gekämpft werden muss, reduziert. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Ideologisierung der Sozialwissenschaften die deutschen Sozialwissenschaften weit hinter die Aufklärung zurückgeworfen haben und eine geistige Engstirnigkeit und professionelle Ahnungslosigkeit salonfähig gemacht haben, die man unter rationalen Wesen nicht für möglich gehalten hätte.

Ähnlich wie am Beispiel der Soziologie beschrieben, wurden mit den Gender Studies Hochschulen gekapert und mit Unterstützung eines politisch-korrekten Diskurses, der Hochschulen von Ministerien ebenso aufgezwungen wurde, wie die Lehrstühle für Gender Studies, eine Atmosphäre produziert, in der sich Wissenschaftler lieber in den Elfenbeinturm zurückziehen, um dort Wissenschaft zu betreiben, als sich mit den Kadern der Gender Studies und ihrem ideologischen Auftrag auseinanderzusetzen. Letztere nutzen den dadurch geschaffenen Freiraum, um nun ihrerseits Hinz und Kunz mit akademischen Titeln zu versorgen und auf diese Weise eine Erosion von Standards und Methoden, von Wissenschaft als solcher zu betreiben.

Die beschriebene Entwicklung vollzieht sich in einem gesellschaftlichen Klima, in dem toleriert wird, dass es in öffentlich lesbaren Printerzeugnissen, in Tageszeitungen, für die manche sogar Geld ausgeben, möglich ist, Unsinn wie den folgenden abzusondern:

“Die Gender Studies sind tatsächlich ein Betrug an der Wissenschaft, zumindest an jener im altertümlichen Sinne einer unveränderbaren Erkenntnis verstandenen, einer, die an Objektivität der ForscherInnen glaubt, an eine Wahrheit gar. Dieser geht die Selbstreflektion vollkommen ab. Denn diese Wissenschaft betreibt der kleine Gott – ein Mensch, der sich in dieser von Ausschüssen und Hierarchien zerfressenen Welt nicht hinterfragen muss. In der Regel ist das der bürgerliche weiße heterosexuelle Mann“.

Das schreibt eine Sonja Vogel in der Taz, in der sie beschrieben wird als „taz2-Redakteurin und Teilzeitverlegerin, Geschlechter- und Osteuropawissenschaftlerin“.

Geschlechterwissenschaftlerinnen zeichnen sich also dadurch aus, dass sie einem Wissenschaftsverständnis anhängen, das zuletzt vielleicht im 16. Jahrhundert gesichtet wurde, bevor die empirische Wissenschaft Einzug gehalten hat und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer kritisch-rationalen Wissenschaft weiterentwickelt wurde, die dem Erkenntnisgewinn als Ziel der Wissenschaft verschrieben war. Auf die Suche nach der Wahrheit macht sich bestenfalls noch die Katholische Kirche und die – wie man so hört – nur noch bedingt. Wenn also Frau Vogel einen Glauben an die Objektivität und die Wahrheit sieht, dann muss dieser Glaube an die Objektivität und die Wahrheit bei ihr verankert sein. Vermutlich wäre ihr die Tatsache, dass ihre Vorstellung bestenfalls von Gender Studierten geteilt wird, mit etwas Selbstreflektion aufgefallen, aber das fehlt den weißen, bürgerlichen und zumeist a-sexuellen Nicht-Männern, die sich z.B. in Zeitungen über etwas aufregen, eine Wissenschaft, wie sie schreiben, die außer ihnen selbst und der Gender Studierten Sekte niemand sieht.

Der Niedergang der Sozialwissenschaften in Deutschland, er findet in einem Klima des kompetenzlosen Tagtraums kognitiv a-normaler, weißer, bürgerlicher und a-sexueller Nicht-Männer statt und wird an Universitäten durch Gender Studierte Kader umgesetzt, die zwar nicht wissen, was Wissenschaft ist, aber ganz genau wissen, dass sie von weißen Männer betrieben wird, die Wahrheit gefunden haben und Objektivität besitzen und alle heterosexuell sind. Auf so ein Feindbild muss man erst einmal kommen. Und wenn man auf ein solches Feindbild kommt, dann sagt die Wissenschaft, dann sagen die entsprechenden Forschungsergebnisse der Sozialpsychologie vorher, dass der, dem diese Ideen kommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein an Geist und Leben gescheiterter Versuch, Persönlichkeit zu sein, ist.

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Wettbewerb um die Besten: Deutsche Universitäten verzichten freiwillig

Wer sich in Literatur zum Thema “Personalmanagement” umtut, der gewinnt eher früher als später den Eindruck, dass der Wettbewerb zwischen Staaten (nicht nur zwischen Unternehmen) und um die “besten Köpfe” heftig und mit allen Mitteln geführt wird. Selbst die deutsche Ministerin, die sich zu Bildung und Forschung äußert, verweist des öfteren darauf, dass der wissenschaftliche Standord Deutschland mit anderen Standorten konkurrieren und für die “besten Köpfe” interessant sein müsse.

Man würde also erwarten, dass deutsche Universitäten sich im internationalen Wettbewerb auch in einer Weise präsentieren, die an Studenten, Dozenten und gestandene Wissenschaftler appelliert, sich um eine Stelle an den entsprechenden Universitäten zu bewerben, eine Weise die die entsprechende Universität als Arbeitsplatz und als Studienort attraktiv macht.

Wir haben ein wenig Recherche betrieben, um die Selbstverortung deutscher Universitäten im “Wettbewerb um die Besten” in den internationalen Kontext einzuordnen. Herausgekommen ist eine Fotostrecke, die die deutsche Selbstverortung mehr als deutlich macht und die Sie nunmehr auf sich wirken lassen sollten.

So präsentiert sich die Bangor University in Gwynedd in Wales:

Bangor1Bangor2

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So präsentiert sich die Harvard University in Cambridge, Massachusetts:

Harvard1Harvard2

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So präsentieren sich die Universität Bayreuth und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus:

Uni Bayreuth_StartseiteTU Cottbus

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So präsentieren sich die Hochschule Wismar und die Friedrich-Schiller-Universität in Jena:

Hochschule WismarUniversitaet Jena

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Die drei zuletzt genannten Universitäten gehören zu den Universitäten, die Mitglied der Initiative “Familie in der Hochschule” sind. Die Initiative wird, wie könnte es anders sein, mit Steuergeldern finanziert, dieses Mal u.a. von der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer gefördert. Darüber hinaus ist die Bertelsmann-Stiftung über das Centrum für Hochschulentwicklung an der Finanzierung ebenso beteiligt wie die Robert Bosch Stiftung. Gemeinsam wollen sie “Standards für die Vereinbarkeit von Familienaufgaben und Studium” aufstellen und “Vorreiterinnen bei der gesellschaftlichen Entwicklung hin zu mehr Familienorientierung und Wertschätzung von Vielfalt” sein.

Familie in der HochschuleDie beiden zitierten Floskeln stehen in der “Charta Familie in der Hochschule“, die, wenn es nach den Initiatoren geht, von am besten allen deutschen Hochschulen unterschrieben werden soll (Wobei wir uns fragen, was eine Familie, jener Hort der Tradition und des Immergleichen mit Vielfalt zu tun haben soll, aber bitte, jedem seine Einbildung…). In dieser Charta, die mit drei Seiten erfreulich kurz geraten ist, finden sich dennoch recht bemerkenswerte Aussagen:

“Wir sind überzeugt, dass sich Forschungstätigkeit und wissenschaftiche Karriere mit der aktiven Übernahme von Familienaufgaben vereinbaren lässt.”

Wir bei ScienceFiles sind davon überzeugt, dass sich Forschungstätigkeit und wissenschaftliche Karriere nicht mit der aktiven Übernahme von Familienaufgaben vereinbaren lässt, schon weil das Spielen von Kleinkindern mit den Chemikalien im Forschungslabor der TU-Kaiserslautern, vielleicht doch nicht die gute Idee ist. Also haben wir uns gefragt, ob wir eine Gegen-Charta veröffentlichen sollen. Der Vorteil unserer Überzeugung besteht übrigens darin, dass dann, wenn sie sich als falsch erweisen sollte, die Steuerzahler nicht bereits zur Kasse gebeten wurden, wie dies bei der Überzeugung der Unterzeichner der Charta der Fall ist, denn:

“Wir stellen angemessene personelle Ressourcen sowie Sachmittel und Räume für unsere familienorientierte Infrastruktur bereit. Wir schaffen – gegebenenfalls mit Hilfe von Kooperation – zielgruppenspezifische Information, Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Vereinbarkeit.

Rent Seeking SocietzSofern Sie sich gefragt haben, was angesichts des demographischen Wandels aus all den Erziehern, Sozialarbeitern und Pädagogen werden soll – jetzt wissen sie es. Wir stellen einfach überall die doppelte Infrastruktur auf. Und falls sie sich jemals gefragt haben, ob die geistige oder die körperliche Fortpflanzung wichtiger ist, dann wissen sie auch darauf die Antwort: natürlich ist die köperliche Fortpflanzung der heilige Gral, den es in jeder Biographie leer zu trinken gilt. Nicht cogito ergo sum, sondern fecundo ergo sum.

Nett sind auch die folgenden vollmundigen Erklärungen der Charta:

“Wir schöpfen für Studierende mit Familienaufgaben die Gestaltungsspielräume in der Studien- und Prüfungsorganisation aus. Unsere Angebote tragen dazu bei, individuelle Lösungswege zu finden.”

Wie hat man sich das vorzustellen: 25 ECTS-Punkte für Schwangere? Oder Doppelte Punktezahl für Kinderbesitz? Oder: Wer trotz Kindern studiert, von dem kann man nicht die gleiche Leistung erwarten wie von kinderlosen Studenten, deshalb erhalten kinderbesitzende Studenten bei schlechterer Leistung dieselbe Bewertung? Oder finden Seminare an Universitäten jetzt nur noch innerhalb der Öffnungszeiten der Kindergärten statt? Oder gibt es spezielle Angebote für kinderbesitzende Studenten, z.B. Mutter-Kind-Seminare? Fragen über Fragen.

Wie dem auch sei, Kinderbesitz ist eine Last, oder kann eine solche sein, jedenfalls, wenn es nach den Machern der Charta geht. Deshalb haben sie gleich noch eine Möglichkeit ersonnen, um auch die ganzen Studenten der Gesundheitswissenschaften und der Psychologie, die aufgrund des demographischen Wandels und der bereits vorhandenen Therapeutenschwemme von Arbeitslosigkeit bedroht sind, zu versorgen:

“Wir sind uns bewusst, dass die Kumulation von familiären und beruflichen bzw. studienbezogenen Aufgaben eine hohe körperliche und psychiche Belastung bedeuten kann, auch angesichts des demografischen Wandels. Für eine wirksame Entlastung bieten wir familienorientierte und gesundheitsfördernde Maßnahmen an.”

Fröhliches Nutznießen, kann man da nur sagen und sich fragen, wie es die Neanderthaler geschafft haben, die Doppelbelastung von täglicher Nahrungsbeschaffung und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Vielleicht sind sie ausgestorben, weil es keine Kinderbetreuung gab? Es steht außer Zweifel, dass die Maßnahmen, die in der Charta zusammengefasst sind, das rent seeking ganzer Berufsgruppen befördern, schon weil die Schaffung von Arbeitsplätzen für von Arbeitslosigkeit bedrohte Berufsgruppen, explizit vorgesehen ist. Ob die Charta jedoch der Weg ist, um deutsche Hoschulen im internationalen Wettbewerb gut aufzustellen und im Wettbewerb um die besten Köpfe erfolgreich sein zu lassen? Es ist vielleicht alles eine Frage des Marketings: Wir haben zwar keinen Teilchenbeschleuniger für die Forschung, aber eine Rennbahn für die Kleinen im Kindergarten – deshalb Universität Bayreuth oder: Therapie statt Forschung: Universität Cottbus, wir gehen neue Wege.

P.S.
Falls jemand den Hinweis auf den “demografischen Wandel” (“auch angesichts des demografischen Wandels”) im Zitat oben verstanden hat oder meint verstanden zu haben, so soll er sein Wissen bitte nicht für sich behalten.

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