Terroristen finanzieren? Norbert Röttgen droht „unseren Bürgern“

Denn sie wissen nicht, was sie sagen.

Die Wortbedeutung im postfaktischen Zeitalter ist im Niedergang, so wie die Logik und die Semantik . Seit der öffentliche Diskurs weitgehend in Affekten geführt wird, ist es wurscht, was man sagt, Hauptsache es und man kommt gut rüber, spricht die Affekte derjenigen an, die adressiert sind.

Das, was gesagt wird, tritt zunehmend in den Hintergrund. Wie es gesagt wird, welchen Wohlfühlfaktor die Worte, die gesagt werden, transportieren – das ist wichtig. Sprache dient immer weniger dazu, Informationen zu vermitteln und immer mehr dazu, dem Gegenüber zu signalisieren, dass man ein guter Mensch ist, der zwar nicht mit Sprache umgehen kann, aber, nun, aber gut ist.

So gut wie Norbert Röttger, der den Europäern unumwunden droht, er werde alles dafür tun, weder Kosten noch Mühen scheuen, um „die Bedrohungen der Sicherheit“ der Europäer zu gewährleisten. Ob das Entscheidende, das Röttger „für die Bedrohungen der Sicherheit“ der Europäer tun will, darin besteht, Terroristen auszubilden und Terrororganisationen mit Steuergeldern zu finanzieren, damit die entsprechende „Bedrohungen der Sicherheit unserer Bürger“ auch fachmännisch erfolgen kann, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Vielleicht fragt jemand Norbert Röttgen, und vielleicht kann Norbert Röttgen auch in verständlichem Deutsch antworten.

Über Michael Klein
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17 Responses to Terroristen finanzieren? Norbert Röttgen droht „unseren Bürgern“

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Terroristen finanzieren? Norbert Röttgen droht „unseren Bürgern“

  2. Katalysator says:

    Nach meiner Erfahrung auf wissenschaftlichen Konferenzen (Zeitgeschichte, Politische Bildung) ist es in der Tat von zweitrangiger Bedeutung, was jemand sagt, auch wie er/sie es sagt, am wichtigsten ist, wer derjenige ist, der etwas sagt.

  3. merxdunix says:

    Was ist an Röttgens Äußerungen missverständlich? Die Europäer und voran die Deutschen sind ihm zu sicher, schließlich landen ja letztlich alle Ersparnisse und Rücklagen bei den Versicherern und die kaufen davon ganz Europa. Also muss man für mehr Bedrohungen sorgen, damit noch mehr Geld in Sicherheit fließt, wovon man dann als Nächstes vielleicht Afrika kaufen könnte, wenn man schon Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages ist.
    Terroristen sind Versicherungsagenten, das sieht Röttgen völlig richtig. Als erstes sollte er jedoch für seine VERTEIDIUNGSAUSGABEN ein „G“ kaufen.

  4. WILSON says:

    röttgen der scharf macher, ein polit ohne weitsicht, da will man mit mehr waffen demokratie
    schaffen.

  5. xyz says:

    Es das können langsam keine belanglose Versprecher mehr sein. Heiko Maas hatte doch auch schon gesagt, dass die Regierung „alles dafür tun“ müsse, bis die [„Menschen, die hierher gekommen sind“] „sich in unserem Land radikalisieren und in den radikalen Islamismus abgleiten.“

    Ich meine, bei einem solcher Sätze könnte man ja vielleicht noch von einem Versprecher sprechen. Wenn solche Sätze sich aber bei verschiedenen Politikern aus den Regierungsparteien häufen und einen die tatsächliche Politik auch nicht unbedingt vom Gegenteil überzeugt, dann ist eher davon auszugehen, dass den Politikern lediglich versehentlich ihre tasächlichen Motive ihres Handelns rausgerutscht sind.

  6. Uranus says:

    Der Herr Röttgen ist wohl gerade dem Quarktopf entstiegen. Offenbar hat er noch gar nicht mitbekommen, daß mit der unkontrollierten Masseneinwanderung bereits seit eineinhalb Jahren Entscheidendes für die Bedrohungen der Sicherheit „unserer“ (also des Herrn Röttgens und seiner Freunde?) Bürger getan worden ist.

    • merxdunix says:

      @ Uranus
      Das hat Röttgen schon mitbekommen. Ihm fehlt jedoch noch etwas „Entscheidendes“ gegen die Sicherheit der Bürger. Er trennt zwischen Europäern bzw. Deutschen und Bürgern, also zwischen Völkern und Staaten, was heißen könnte, dass er die von Deutschland als Staat ausgehende Sicherheit bedroht sehen will. Die Bürger sollen demnach entscheiden, ob sie mit Deutschland untergehen oder sich einem europäischen Völkerbund anschließen.

      • Uranus says:

        Es ist nicht mit letzter Sicherheit festzustellen, wie Röttgen seine Aussage tatsächlich gemeint hat. Vielleicht ist ihm oder seinem Schreiber ein Lapsus unterlaufen. Vielleicht wäre er überrascht, sofern er den obigen sciencefiles-post läse, das seine Aussage auch anders, als er das eigentlich wollte, verstanden werden kann. Vielleicht hat er seine Aussage aber auch eiskalt und bösartig genau so gemeint, wie er sie formuliert hat. Jedenfalls wollte ich mit meinem obigen Kommentar den Spitzzahn meines Hohnes in das bindegewebsschwache Fleisch seiner bescheuerten Aussage rammen.

  7. Normannen says:

    Diese Republik verblödet immer mehr. Und wenn die, die dieses Land in die Zukunft führen sollen, nicht einmal ihre Gedanken ordendlich artikulieren können, sehe ich wirklich schwarz.
    Man kann sich nur ausmalen (oder es sich aktuell auch anschauen), wie es um die Fähigkeit, gedachtes in die Tat umzusetzen, gestellt ist.
    Die systematische Verdummung fängt in den Schulen an, wird von den Universitäten weitergeführt, und endet zwangläufig mit so genannten „Eliten“ die einfach zu dämlich sind.
    Wenn Deutschland einen „Reset-Knopf“ hat, sollte er gedrückt werden bevor der Point of no return überschritten ist.

  8. packi says:

    Jedem Liebhaber der wunderbaren deutschen Sprache blutet bei solchen, sich anscheinend verstetigenden, Fehlleistungen das Herz. Manchmal habe ich den Eindruck das es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die meisten Menschen brabbelnd, sabbernd, nackt und eingekotet durch die Gegend schlurfen, nur um an jeder Straßenecke, Bonobos gleich, öffentlich zu kopulieren. Das wäre dann der erste Höhepunkt unserer post-kulturellen Zeit.

    • Uranus says:

      Das ist ja vielleicht gerade die Absicht der kulturellen Dekonstrukteure, daß irgendwann die dann Lebenden nur noch die Auswürfe ihres Hirnstammes, also des Reptiliengehirnes, in die Welt hinauszubringen imstande sind und sich der Einzelne nur noch als vermatschtes Individuum in einem völlig konturlosen Kollektivbrei wiederfindet, falls er überhaupt noch irgendetwas finden, wahrnehmen und unterscheiden kann.

  9. Eloman says:

    Ja ja, aber über Trumps „schlampige Ausdrucksweise“ (look at what happened in Sweden last night) machen sie sich lustig, die Brüder.

  10. rjb says:

    Es geht ja nahtlos weiter, nach der Entgleisung des Röttgen kommt die der twitternden qualitätsmedialen Rundfunkbude: „Zwei Prozent des Bundeshaushaltes für Militär ausgeben? Das ist ok, meint Norbert Röttgen“. Wie man sich an geeigneter Stelle informieren kann (bei
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/449433/umfrage/bundeshaushalt-ausgaben-nach-ressorts/
    jedoch nicht, denn dieses angeblich tolle Statistikportal ist zu blöd, sein Zeug ordentlich zu beschriften) beträgt der Verteidigungsetat etwa 10% des Bundeshaushalts:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeshaushaltsplan_(Deutschland)
    Die im Raume stehende 2%-Forderung bezieht sich auf das Bruttosozialprodukt und nicht den Staatshaushalt.

  11. Pingback: News 21.02.2017 | Krisenfrei

  12. Roland K. says:

    Die „schönen“ Rundbrillenträger sehen nicht nur so aus, die sind auch gnadenlos dämlich.

  13. Hosenmatz says:

    Was für ein Freudscher Verbr… äh- Versprecher.

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