Daten: Linke Landesregierungen machen Bürger krank!

Darum leidet Deutschlands Jugend unter Kopfschmerzen“, so lautet die Überschrift eines Beitrags in der Welt. Laurin Meyer versucht sich in diesem Text an der Interpretation statistischer Daten und scheitert. Sätze wie: „Junge Erwachsene leiden häufiger unter Kopfschmerzen“ machen dies deutlich. „Häufiger“ ist ein zweistelliger Funktor der förmlich nach einem „als“ schreit. Indes, im Text von Meyer schreit der Funktor vergeblich. Kein als stellt sich ein. Und deshalb müssen wir rätseln. Junge Erwachsene leiden häufiger unter Kopfschmerzen als

  • Mittelalte Erwachsene,
  • Kinder
  • ganz alte Erwachsene
  • der Durchschnitt der Erwachsenen
  • Migränepatienten
  • die Besucher eines Rockkonzerts
  • Rennfahrer
  • Stahlarbeiter
  • noch vor zehn Jahren?

Niemand weiß es. Aber es ist auch irrelevant, denn der Text von Laurin Meyer ist ein solches Meisterwerk in Dilettantismus, dass man selbst dann, wenn man wüsste, häufiger als wer nun noch einmal junge Erwachsene Kopfschmerzen haben, Schwierigkeiten, wie die durch die folgenden Sätze aufgeworfenen, unüberwindlich sind:

„Zwar ist die Zahl der Kopfschmerzen-Patienten in fast allen Altersgruppen gestiegen. Bei den Jüngeren wuchs sie gegenüber 2005 allerdings um 42%,“

rowntree-statistic-without-tearsSind die 42% bei den Jüngeren nun mehr Anstieg als der nicht bezifferte Anstieg in fast allen Altersgruppen? Sind die Jüngeren die Jungen Erwachsenen von ein paar Sätzen zuvor oder ganz junge Erwachsene oder gar nicht Erwachsene, sondern Jugendliche? Auch dieses Mal lässt Meyer seine Leser im Regen stehen. Es geht ihm ja auch nicht um Zahlen, nein es geht ihm darum, seine wilden Spekulationen darüber, wo der Anstieg der Verbreitung von Kopfschmerzen bei nun „jüngeren Menschen“ herkommt. [Ob jüngere Menschen mit Jüngeren oder jungen Erwachsenen identisch sind?].

Der Druck auf jüngere Menschen habe zugenommen, so mutmaßt er. Stressreaktionen auf Schul- und Berufsalltag seien die Kopfschmerzen, deshalb brauche man bessere Präventionsangebote und hier könnten Unternehmen helfen: Flexible Arbeitszeiten, Sofas zur Entspannung, kostenlose Säfte oder ein Feierabendbier: Wenn es um die Prävention von Kopfschmerzen geht, dann hält die Hausapotheke von Laurin Meyer einiges bereit. Kurse zur Stressbewältigung sind das Antidot, das er Studenten anempfiehlt, von denen Baris Ünal, Referatsleiter der Studienberatung der TU Berlin, der Ansicht ist, dass ihr Aufwand im Studium nicht wirklich gestiegen ist (das ist seine Art zu sagen: Es gibt keinen Grund für Stress.).

Wer die vor-Computer-Zeit an Universitäten miterlebt hat, die Schreibmaschinen in der Fernleihe in ebenso guter Erinnerung behalten hat, wie den Papierstau im Drucker oder die in Falten gelegte Stirn des Präsenzbibliothek-Bibliothekars und sein resigniertes: „Wenn das Buch nicht am Standort ist, dann ist es verstellt, verloren oder gestohlen worden“, der kann angesichts dieses Euphemismus des Jahrhunderts, den Ünal da von sich gibt, in einer Zeit, in der Studenten durch ihr Studium getragen werden und sich saublöd anstellen müssen, wenn sie es nicht schaffen, nur in hektisches Lachen ausbrechen, entstressendes Lachen so zu sagen.

Studierende, so sinniert Ünal weiter, „würden aber häufig glauben, gestresst sein zu müssen“. Kurz: Studenten bilden sich ein, sie hätten Stress, und wie wir wissen, ist die Einbildung eines Menschen sein Himmelreich: So wird Einbildung zu Stress, schon weil man mit Stress so viele Unzulänglichkeiten, Versäumnisse und Faulheiten gesellschaftlich akzeptiert entschuldigen kann. Und für den eingebildeten Stress gibt es Kurse zur „Stressbewältigung“ an Universitäten. Es gibt eben keinen Unsinn, den es nicht gibt. Natürlich dienen die Kurse gegen den eingebildeten Stress der Bekämpfung von Kopfschmerzen, die in Deutschlands Jugend, unter „jungen Erwachsenen“, „Jüngeren“ oder jüngeren Menschen „zugenommen“ haben.

Heureka, die Welt ist eine rosarote Cornflakes-Schüssel und der Beitrag von Laurin Meyer ist die Sahne über dem Sprach-Porridge, dem kalten Porridge, denn was Laurin Meyer hier als Erklärung für die Kopfschmerzen anführt, ist Unfug.

Wir haben es getestet.

Jeder weiß, dass junge Menschen, also jüngere, als die Jugend Deutschlands, dass diese noch nicht oder fast erwachsenen in Schule und Ausbildung einem Trommelfeuer an indoktrinierend gemeintem Unsinn ausgesetzt sind, von der Gleichstellung über die queeren Vorstellungen verklemmter Linker bis zu Anti-Gewalt, Anti-Rassismus und Anti-Rechtsextremismus Seminaren, das Leben eines jungen Menschen, also der Jüngeren …, Sie wissen schon, dieses Leben es ist angefüllt mit sprachlichem Dauerfeuer, das diejenigen, die sich für Gutmenschen halten, im Minutentakt abschießen, um die rationale Festung, die Gehirne in den Köpfen von jungen Menschen (oder Jüngeren) in der Regel noch sind, zum Einsturz zu bringen.

Wie auch jeder weiß, finden sich diese Gutmenschen in größerer Menge in linken Parteien und besonders kumuliert trifft man sie in Regierungen an, die sich aus mehreren linken Parteien zusammensetzen, Parteien die miteinander in politisch-korrekten Umerziehungsprogrammen wetteifern und ihre Bürger und vor allem die jungen Menschen in ihrem Land (also die Jüngeren) mit Indoktrination im Bildungsplan schon ab dem Kindergarten verfolgen.

Das kann nicht gutgehen.

Die Berieselung mit Unfug muss im gesündesten Gehirn irgendwann zu Kopfschmerzen führen und diese Kopfschmerzen müssen umso verbreiteter sein, je dauerhafter die Berieselung ist. Die Berieselung ist in Bundersländern, in denen linke Parteien den Lehrplan gestalten und ihre Bürger mit Unisex-Toiletten, politisch-korrektem Gendersprech und anti-rassistischer Straßenbenennung in den Wahnsinn treiben wollen, besonders dauerhaft und intensiv. Entsprechend würde man erwarten, dass mit der Anzahl der Linken an der Landesregierung die Verbreitung der Kopfschmerzen steigt.

Das haben wir geprüft.

Vorgehen:
Je mehr linke an einer Regierung beteiligt sind, desto höher ist der Wert, den wir der Landesregierung zugewiesen haben. In Berlin besteht die Regierung aus SPD, Grüne und Linke. Das macht 12 Punkte (3 (SPD) + 4 (Grüne) + 5 Linke). In Bayern regiert die CSU alleine, das macht einen Punkt. Die Punkte für die Bundesländer haben wir mit dem Anteil der Bevölkerung, der unter Kopfschmerzen leidet (10,04% in Berlin, 8,49% in Sachsen) korreliert.

kopfschmerzenDas Ergebnis ist eindeutig:
Pearson’s R = 0,55 (Signifikant auf dem 1%-Niveau).

Je linker die Landesregierung, desto mehr Bürger im Land haben Kopfschmerzen. Damit hat sich unsere Hypothese, nach der linker Unsinn die Deutschen krank macht, bestätigt.


Hinweise für ScienceFiles?
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... concerned with and about science

18 Responses to Daten: Linke Landesregierungen machen Bürger krank!

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Daten: Linke Landesregierungen machen Bürger krank!

  2. Katalysator says:

    Genial, Sciencefiles! You made my day.

  3. Pingback: Daten: Linke Landesregierungen machen Bürger krank! – MoshPit's Corner

  4. Andreas Damm says:

    Haben sich die Autoren der “Studie” mal gefragt, wieviel jüngere Mensche ihre Kopfschmerzen eventuell als Folge von

    – verfrühtem Rauchen
    – verfrühtem und exzessivem Alkoholkonsum
    – Drogenmißbrauch
    haben könnten???!

    Das wird alles schön unter den Teppich gekehrt.

  5. Michael M. says:

    Großartig!

  6. rote_pille says:

    Das kommt gut. Schon bei den Überschriften dieser verdammten Pussyartikel von wegen “das und das macht angeblich krank” ist der Brechreiz nur schwer zu unterdrücken. Mein Favorit ist natürlich: “Hartz 4 macht psychisch krank”, heul … nein, ihr Journo-Flaschen, genausogut kann man vorgeben krank zu sein um in Ruhe faulenzen zu können, aber um das zu begreifen seid ihr viel zu beschränkt.

  7. motte says:

    Mache mich gerade schlau, bzw. versuche es.
    http://www.statisticshowto.com/what-is-the-pearson-correlation-coefficient/
    In diesem Video-Beispiel werden Meßwerte verwendet.

    Die Punktevergabe in diesem Beispiel verstehe ich nicht:
    “Das macht 12 Punkte (3 (SPD) + 4 (Grüne) + 5 Linke). In Bayern regiert die CSU alleine, das macht einen Punkt”
    Das sind ja keine Meßwerte, sondern frei vergeben Punkte.

  8. Spreeathener says:

    Einsamer Spitzenreiter Berlin. Der neugewählte rot rot grüne Senat hat sich ja unter Federführung der Grünen folgendes auf die Fahnen geschrieben. Berlin soll Gendergerechte Hauptstadt werden.Straßen sollen bevorzugt nach Frauen oder Homosexuellen Aktivisten benannt werden.Zu den politisch korrekten Strassenumbennung die Grünen möchten zu gerne das die Mohrenstraße verschwindet und es gab schon einen Antrag die Straße des 17.Juni umzubenennen. Es ist als ob der Berliner Senat keine anderen Sorgen hat wie die Dauerbaustelle BER die Sanierung der Staatsoper unter den Linden oder die vollkommen unnötige Verlängerung der U-Bahn Linie 5 oder das ständige Chaos bei der Berliner S-Bahn.Ach Kopfschmerzen macht auch die Forderung des Regierenden Bürgermeister Michael Mueller (SPD) das Berlin noch mehr Flüchtlinge aufnehmen soll.Ich könnte die Aufzählung für die Ursachen von Kopfschmerzen beliebig fortsetzen. Wobei der erwähnte Schulstress mit eine Ursache sein könnte das immer mehr an Kopfschmerzen erkranken.

  9. Volker says:

    Haha, wirklich gelungen! Ihre kleine (Satire-)”Studie” zum Zusammenhang der Linkslastigkeit von Landesregierung und Kopfschmerz erinnert mich stark an so manche medizinische Doktorarbeit – allerdings nur von der prinzipiellen Vorgehensweise, nämlich das, was man schon an Meinung hat, auf Biegen und Brechen mit vermeintlich nüchternen Zahlen zu “belegen”. Was fehlt, sind weitere 49 Seiten Blabla, aber der Kern ist da. Und Sie müssten sich etwas mehr Mühe geben, den dahinter liegenden Unfug besser zu tarnen…obwohl…nee, das ginge auch bei manchem “Doktorvater” so durch 🙂

  10. Bernhard says:

    Schwachsinn ist nur noch mit Satire zu ertragen,trotzdem gibt es immer noch Menschen,die Satire nicht erkennen können oder wollen,gel motte

    • motte says:

      Meine Fragestellung bezieht sich auf den mathematischen Aspekt.
      Mag sein, dass manche Menschen das nicht erkennen können.
      Pearson’s R ist ein interessantes Ding, kannte ich zuvor nicht.

  11. 'Jungbrunnen' says:

    Herrlich aufs Korn genommen!
    Man müsste eigentlich jeden Tag der Länge nach ausgestreckt auf dem Boden liegen….. weil man ständig über Dummheit, Verblödung, Schwachsinn & Fehlinformationen stolpert.
    Junge. Jüngere. …..Jünger als was? Als 1,75 Meter Große?
    Häufiger. …….Häufiger als was? Vergleichsgröße???
    “…der Druck im Schul-, Studien- und Berufsalltag hat zugenommen…”
    Hat der Aufwand in Schule & Uni nicht eher abgenommen? Sämtliche Leistungsanforderungen hat man doch abgesenkt. Wenn dann trotz der Schnulli-Anforderungen eine 4 als Mathe-Ergebnis erscheint – macht man flugs eine 2,9 draus:
    >https://sciencefiles.org/2017/01/12/fake-abitur-hamburger-schulsenator-schoent-abiturnoten/#comment-81549
    Hokus Pokus – wo sollen denn da Stress oder gar Kopfschmerzen herkommen??
    Der BARMER-Gelehrte Laurin Meyer hat neben seinen Entspannungssofas und Feierabendbieren noch den neuesten Schrei vergessen: Die Migräne-App. JÜNGERE (also junge, nicht erwachsene, noch nicht ganz so alte Menschen) können Kopfschmerzen jetzt digital bekämpfen!
    Ein Arztreport, der Kopfschmerzen in die Köpfe von Deutschlands Jugend, von ‘jungen Erwachsenen’ oder ‘jüngeren Menschen’ als “häufiger” und “zwar… gestiegen” diagnostiziert, ist so aussagekräftig wie die belustigenden ‘Studien’, die ein massiv gestiegenes Vertrauen in die Medien bei gleichzeitigem Anwachsen des ‘Überhaupt-Nicht-Vertrauens’ – ergo einem Anstieg des Misstrauens herbei fabulieren:
    >https://sciencefiles.org/2017/01/26/mainzer-studie-vertrauen-von-medien-belogen-zu-werden-steigt/

  12. Williwob says:

    Ich hatte vor Kurzem in der Familie genau dieses Thema: arme gestresste überforderte heutige Jugend…eine Jugend die ich wo ich gehe und stehe, sehe, wie sie zu tausenden teilnahmslos mit Ohrstöpseln am Smartfon daddelnd die Welt ringsumher nicht mehr wahrnimmt und keine Einzige der harten Stunden Arbeit, Mühen und Pflichten der Jugend ihrer Großelterngeneration noch kennt. Und genau zu diesem Thema “arme gestresste überforderte Jugend” empfehle ich zur schulischen Standardliteratur das schonungslos erschütternde Lebensdokument von Erika Riemann “die Schleife an Stalins Bart” – wie eine 15jährige 1946 von den bolschewistischen roten Verbrechern 8 lange junge Lebensjahre mit folgendem lebenslangem schweren Trauma verhaftet, gefoltert und grausamst vernichtet wird, weil sie willkürlich stigmatisiert und diffamiert wurde. Diesem armen Mädchen wurde zwischen Hoheneck, Sachsenhausen und Bautzen u.a. ohne Narkose der Blinddarm entfernt und derart auf den Schädel geschlagen, das sie teilweise die Sinne Hören,Sehen, Schmecken verlor – dieses Mädchen wurde derart oft und grausamst das Leben zur Hölle gemacht das selbst Bundespräsident Horst Köhler, als er von der Veröffentlichung dieser Lebensgeschichte erfuhr ihr sofort die Bundesverdienstmedaille verlieh. Arme gestresste moderne Jugend, lest dieses Schicksal und verdammt beendet endlich Euer peinliches Selbstmitleid als Folge dramatischer Unkenntnis dessen, was wirkliches Leid und Not einer Jugend sein kann! Das Schlimme ist, genaus solche bolschesitischen roten Verbrecher die heute wieder in Amt und Würden an allen Schaltstellen der Gesellschaft ihre triefenden ideologien verbreiten dürfen, stigmatisieren, diffamieren und hetzen heute wieder gegen Andersdenkende, nur gibt es keien schützende BRD mehr, in die man fliehen kann!Der Bolschewismus hat übernommen und die Opfer klagen aus den Gräbern schreiend an: Habt Ihr schon alles vergessen?

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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