Doing Schwachsinn: Münchner Soziologen verwischen Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn

Es sind Texte wie der folgende, die dazu beitragen, Soziologen einen schlechten Leumund zu verschaffen und in der Öffentlichkeit das Bild des akademischen Spinners entstehen zu lassen, eines Spinners, der in seiner Selbstwichtigkeit gar nicht merkt, welchen Unsinn er gerade von sich gibt.

Den Text haben wir von der Seite der DGS (Deutsche Gesellschaft für Soziologie) gefischt. Er steht dort unter der Überschrift „DGS goes public: Ist die Wirklichkeit veränderbar“. Falls jemand aus diesem Text Sinn machen kann, so ist er herzlich dazu eingeladen, dies entweder im Forum oder in Form eines Kommentars hier zu tun. Im Anschluss an die nun folgende Ansammlung von Worten geben wir noch ein paar kleine Interpretationshilfen…

„Soziologie trifft auf Theater. Am 28. Juli findet im Rationaltheater in München ab 20 Uhr eine performative Vernissage zum Abschluss eines an der LMU durchgeführten Seminars statt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich soziale Ordnungen performativ reproduzieren und verändern lassen. Im Zentrum stehen Performativitäts- und Alteritätstheorien, sowie kunstphilosophische und theaterwissenschaftliche Ansätze, die das erfahrende Subjekt und seine subversive Widerstandskraft in den Mittelpunkt stellen. Den Abend einleitend, wird einem öffentlichen Publikum vermittelnd ein Überblick über die im Seminar behandelten Themen und Texte gegeben. Diese reichen von Autoren wie Helmuth Plessner, Victor Turner, Erika Fischer-Lichte und Thomas Düllo bis hin zu Jill Dolan, Chantal Mouffe und Jacques Rancière. Anschließend wird eine Performance der vom Shadow-Yoga inspirierten Bewegungskünstlerin invisible movements den theoretischen Rahmen mit einer leiblichen Erfahrung anreichern. Dabei scheint im Performativen das Andere auf, die Zuschauer*innen fühlen sich in eine andere Zeitstruktur versetzt und erleben subtile Metamorphosen durch die unmerklichen Bewegungen. Ausklingen soll der Abend im Dialog mit den Studierenden und der Künstlerin in einer Durchwanderung des Raumes, in dem Flipcharts die Arbeiten der Studierenden präsentieren. Einzelne Seminarinhalte wurden hier nochmals verdichtet und können an ein interessiertes Publikum vermittelt werden. So wollen wir im dialogischen Austausch ergründen: Ist eine andere Wirklichkeit möglich?“

Alles klar?
Hier die versprochenen Interpretationshilfen:

Performativitätstheorien im hier verstandenen Sinne sind formulierte Trivialitäten, die letztlich besagen, dass es etwas gibt, dass dieses etwas einen Niederschlag findet und dass der Niederschlag, den es findet, von Menschen beeinflusst werden kann. Vermutlich hatten die Neanderthaler bereits, ohne es zu wissen, ein Konzept von Performativität.

Alteritätstheorien sind eine Ausgeburt der Psychoanalyse. Sie beschreiben letztlich Wechselbeziehungen nach innen und außen und können die herausragende Erkenntnis reklamieren, dass man nach innen das Selbstverhältnis reflexiv überdenken solle und nach außen mit anderen konfrontiert sein kann. Als der Neanderthaler vor seinem Feuer saß, hat es sich bestimmt gefragt, warum das Feuer so wenig wärmt und warum sein Nebenmann, der näher am Feuer sitzt, die Wärme blockt. Die Alteritätstheorie war geboren.

Nun, da Sie die grundlegenden Erkenntnisse aus dem Text oben reflexiv und in Innenansicht mit sich erörtert haben, wird es ihnen sicher auch ohne Shadow-Yoga möglich sein, eine Manifestation, es muss keine leibliche Manifestation der Gedanken, die ihre Innenansicht mit sich gebracht hat, an uns als ihre virtuellen Gegenüber quasi in gelebter Außensicht weiterzugeben. Bitte seien sie in Ihrem Urteil nicht zu performativ, denn es könnte sein, dass wir bestreiten wollen, was sie behaupten, dass ist. Sollten Sie diesen Außenrat performativer Entität nicht berücksichtigen, werden wir sie mit der subversiven Kraft individuellen Widerstands konfrontieren.

Doing Schwachsinn!

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5 Responses to Doing Schwachsinn: Münchner Soziologen verwischen Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn

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  2. hgb says:

    Unter Crystal Meth ist alles möglich. Beck fragen.

  3. xamterre says:

    Der Nestor der deutschen Philosophie Prof. Dr. Hans Albert nannte solche Texte mal ebenso treffend wie boshaft:
    Imponier-Prosa
    Banalitäten gepaart mit purem Unsinn in unverständlicher Sprache, die Tiefe suggerieren soll!

  4. Jan Dietrich says:

    Eigentlich müsste man meinen, das derartiges verbales Erbrochenes nur durch eine Psychose oder starke Halluzinogene hervorgerufen werden kann. Aber nein, es gibt in Deutschland eine neue Droge: Die autoinduzierte Geschwätzigkeitstrance. (AIG). Sollt man eventuell als erstes psychisches Betäubungsmittel klassifizieren….

  5. Zawehn says:

    Es war doch ganz einfach. Zwar nur sehr kurz und kurz vor Schluss erwähnt, geht es natürlich um RAUM. Die Performation schafft in der leiblichen Formation einen sich aufspannenden Raum im urbanen Kontext, der durch die Öffnung für die Öffentlichkeit getragen wurde durch den Spannungsbogen endend bei der Perforation. Damit all das wieder aus unseren Köpfen abfließen konnte. Ein gelungener Abend!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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