Krieg der Soziologen

Krieg, lassen Sie sich nicht erzählen, es gebe einen Krieg, der stattfinde, um Menschenrechte durchzusetzen, Krieg dient einzig dazu, Zugänge zu Ressourcen zu gewinnen oder zu verteidigen. Wer einen Krieg beginnt, will in der Regel die Ressourcen dessen, den er mit Krieg überzieht, einver- und übernehmen.

Bei Soziologen ist dies nicht anders.

Vor einiger Zeit haben wir von der Spaltung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) berichtet. Die DGS ist letztlich ein Zusammenschluss in öffentlichen Einrichtungen praktizierender Soziologen, der einerseits dem Austausch von Erkenntnissen dient, andererseits und in letzter Zeit vornehmlich, ein Vehikel darstellt, um an staatliche Mittelzuweisungen zu gelangen und Wissenschaftspolitik z.B. über die Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Sinne der DGS und somit im Sinne von weiteren Mittelzuweisungen zu beeinflussen.

Nun hat sich die Soziologie über die letzten Jahrzehnte und vor allem dadurch, dass Ideologen aller Art in das Fach geströmt sind, um dort ihren Sozialismus und ihren Genderismus zu predigen, von einer Vorwissenschaft, die in Kuhns Terminologie an der Schwelle zu einer Normalwissenschaft stand, zu einer Pseudo-Wissenschaft entwickelt, in der jeder seinen privaten Senf als Lehrmeinung vertreten und seine privaten Kreuzzüge unter dem Signum der Soziologie führen darf. Die Soziologie und ihre Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) sind zu einer Spruchbeutelversammlung der Heilsbringer verkommen, deren Fachtagungen zu Veranstaltungen, die oft genug nurmehr der Verkündung heiliger, genderistischer und sonstwie sozialistischer Worte gewidmet waren.

Gegen diesen Missbrauch des Mantels von Wissenschaft, um Ideologien zu verbreiten, haben wir vor nunmehr bereits sechs Jahren unser Grundsatzprogramm gestellt und mit ScienceFiles ein Forum geschaffen, das der Welt zeigen soll, dass Soziologie und andere Sozialwissenschaften Fächer sind, die einer Methodologie und einem Erkenntnisinteresse, die Nachprüfbarkeit, Falsifizierbarkeit und intersubjektiver Reproduzierbarkeit verpflichtet sind.

Dieses Programm steht im krassen Gegensatz zum „alles-ist-möglich-Gelaber“, aus Genderistischen Weltbetrachtungen, sozialistischen was-mir-nicht-passt-Publikationen und wie-mir-die-Welt-vorkommt Spinnereien, die die heutige Soziologie auszeichnen und zu einer willkürlichen Ansammlung von wirren Ideen machen.

Nun hat sich ein Häuflein, vielleicht auch ein Haufen von Soziologen, die dem Ausverkauf ihrer Wissenschaft nicht mehr länger zusehen wollen und wie wir der Ansicht sind, wissenschaftliche Texte müssen bestimmten Anforderungen, wissenschaftliche Konzepte bestimmten Kriterien entsprechen und wissenschaftliche Dozenten bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse aufweisen, um sich als Soziologie bzw. Soziologe zu qualifizieren, unter der Bezeichnung „Akademie für Soziologie“ zunächst zusammengeschlossen, dann von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie abgespalten und tritt nunmehr in direkte Konkurrenz mit der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS).

Das bedeutet Krieg, denn nun geht es um Ressourcen und bei aller Lethargie, die die DGS seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten auszeichnet, wenn es um die Ressourcen, das Geld, den Zaster geht, dann werden sie wach, die institutionalisierten und im geistigen Gefängnis der DGS wohnenden Soziologen. Wenn ihnen jemand an die Pfründe will, sagt, er leiste das, was die DGS nicht leiste, brauchbare, nachvollziehbare Forschung, aus Theorien abgeleitet, in Hypothesen gegossen und mit empirischer Falsifizierung oder Bewährung versehen, dann ist Schluss mit lustig, dann nimmt selbst der herkömmliche DGS-Soziologe den Griffel in die Hand und verfasst eine zunächst irritierte und dann erzürnte Schrift wider die Spalter.

Wir zitieren:

„Die Gründung der „Akademie für Soziologie“ im Juli 2017 hat für viele Mitglieder der DGS fachliche und professionspolitische Fragen aufgeworfen, u.a. nach dem Verhältnis zwischen DGS und „Akademie““

[…]

Unsere Übersetzung: Der Vorstand der DGS sieht sich genötigt zur Kenntnis zu nehmen, dass es selbst in der DGS sozialen Wandel gibt.

„Die DGS will mit der neuen Einrichtung, analog zum Umgang mit vielen anderen Vereinigungen, das konstruktive Gespräch suchen und pflegen. Kontroversen gehören dazu. Zugleich weist die DGS den allgemeinen Vertretungsanspruch für die Disziplin, den die „Akademie“ durch die – falsche – Verallgemeinerung eines letztlich spezifischen epistemologischen und methodologischen Programms formuliert, zurück. Allein die DGS ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft für die Soziologie in ihrer gesamten Pluralität und Breite. Innerhalb der DGS sind alle wissenschaftlichen Paradigmen und methodologische[n] Perspektiven des Faches vertreten; einschließlich derjenigen Positionen, die die „Akademie“ für sich reklamiert. Die jeweilige Sichtbarkeit und Wirkmächtigkeit von Positionen hängt von innerverbandlichen Dynamiken ab. Der Vorstand der DGS befürwortet ausdrücklich die breite und plurale Diskussion und den Austausch zwischen unterschiedlichen Positionen in ihren Gremien und Sektionen.“

Unsere Übersetzung: Du sollst keine andere Standesvertretung neben der DGS haben. Wir lieben Pluralismus, hassen den Wettbewerb und haben kein Problem mit Widersprüchen.

[…]

„Der Name „Akademie für Soziologie“ sowie die bisherigen Stellungnahmen legen im Gegensatz dazu einen allumfassenden Vertretungsanspruch für das Fach nahe. Damit nimmt die „Akademie für Soziologie“ ein Spannungsverhältnis zur DGS in Kauf. Der DGS-Vorstand sieht in der Gleichzeitigkeit von allgemeinem Anspruch und spezifischem Programm einen eklatanten Widerspruch. Mit ihrem epistemologischen Bekenntnis zu einem spezifischen Verständnis der empirisch-analytischen Soziologie geht seitens der „Akademie“ eine Engführung des Faches und der Sozialwissenschaften einher, die dem pluralen wissenschaftlichen Verständnis der DGS nicht entspricht. Zugleich wird die Wissenschaftlichkeit und Professionalität anderer soziologischer Richtungen in Frage gestellt.

[…]

Unsere Übersetzung: Soziologie muss nicht nachvollziehbar sein. Auch Sätze, die vollkommen wirr und keiner empirischen Prüfung zugänglich sind, Sätze, die in soziologischer Trance nach zwei Flaschen Rotwein (Fusel) zu Schriftsprache geronnen sind, sind dann Soziologie, wenn sie vom soziologischen Katheder aus verkündet werden.

„Sowohl die Bezeichnung als auch der Vertretungsanspruch der „Akademie“ lässt für ihre Koexistenz mit der DGS Konfliktpotentiale erwarten. Deutlich wird dies u.a. an der Absicht der „Akademie“, bei der DFG-Fachkollegienwahl in Konkurrenz zur DGS zu treten. Dieses Vorhaben ist fachlich nicht zu rechtfertigen. Es ist die DGS, die die multiparadigmatische Ausrichtung des Faches programmatisch beherbergt, bislang auch einschließlich der Ansätze einer empirisch-analytischen Soziologie.“

Unsere Übersetzung: Wir hassen die Marktwirtschaft und den Wettbewerb. Man sollte alle Versuche, der DGS Beine unterm Hintern zu machen, verbieten, sie sind mit dem Alleinvertretungsanspruch der DGS nicht zu vereinbaren und deshalb müssen sie von dunklen Kräften lanciert worden sein, um die DGS zu bewegen, ihr die Ressourcen abzugraben, sie zu zerstören…

Heureka.
So langsam kommt Leben in die Bude.
Wir hätten es gar nicht zu hoffen gewagt und werden natürlich als Kriegsberichterstatter aus dem ersten Graben berichten.

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Endlich: Die deutsche Soziologie hat sich gespalten

Es liest sich, wie unser Grundsatzprogramm, was die Gründungsmitglieder der Akademie für Soziologie in ihren Gründungsaufruf geschrieben haben. Nennen wir es ein Ergebnis kultureller Diffusion oder ein Spillover, dass sich nun all das, was wir seit 2011 als Kern soziologischer und sozialwissenschaftlicher Analyse verteidigen, in einem Gründungsaufruf und in den Grundsätzen der neuen Akademie der Soziologie findet.

Also freut es uns zwar nicht, unzitiert geblieben zu sein, aber wir trösten uns damit, dass auch Max Weber, der im Gründungsaufruf wörtlich zitiert wird, nicht namentlich genannt ist. Insofern sind wir in guter Gesellschaft und freuen uns, dass wir diejenigen sind, die der institutionellen Soziologie und ihren Vertretern nicht nur intellektuell auf die Sprünge geholfen haben. Und wir hoffen, wir hoffen, dass das Auslassen der Quellenangabe kein Dauerzustand ist und dass die Akademie der Soziologie, die sich von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie abgespalten hat, nun auch zu dem steht, was sie als ihre Ziele verkündet.

Denn diese Ziele lassen kein nebeneinander von Soziologen und Gender Studierten zu. Konsequenter Weise müssen die Mitglieder der Akademie nun das Verschwinden der Gender Studies aus der Soziologie betreiben.

Die Ziele lassen sich auch nicht mit den Weltbetrachtungen der sozialistischen Soziologen vereinbaren, die Heilsanalysen durchführen, um ihre ideologischen Vorstellungen in passende Gefäße füllen und unter den Naiven vertreiben zu können.

Last but not least lassen sich die Ziele der Akademie der Soziologie auch nicht mit Legitimationsstudien für Ministerien vereinbaren, wie sie regelmäßig von Ministerien bestellt und von institutionellen Soziologen geliefert werden.

Wir werden die Akademie und ihre Mitglieder an ihren Zielen messen und auf diese Weise entscheiden, ob wir es mit heißer Luft, Trittbrettfahrern oder einem soziologischen Aufbruch zu tun haben.

Aber das ist Zukunft. Derzeit sind wir zufrieden damit, dass viele Soziologen nach Jahrzehnten des Schweigens nunmehr eine Stimme gefunden haben, um die folgenden Grundsätze, die wie gesagt inkompatibel mit Gender Studies, Whiteness-Studies, Post-Colonial-Studies, Betroffenheits-Studies und all den Formen der Beförderungs-Studies für Sozialismus sind, zu verkünden.

Nun müssen sie nur noch entsprechend handeln.

“Nachfolgend finden sich die zentralen Grundsätze empirisch-analytischer Soziologie im Detail:

  • “Die soziale Realität ist grundsätzlich erkennbar und besteht von Einzelansichten und Hypothesen unabhängig. Dass gleichwohl jede soziale Realität von Subjekten konstruiert wird, widerspricht dem nicht, sondern weist auf die Bedeutung von Theorien und Paradigmen für jede Wissenschaft hin. Deshalb kann auch die soziale Realität mit wissenschaftlichen Verfahren – wie sie für alle Wissenschaften gelten – beschrieben, theoretisch erfasst und erklärt werden.

  • Die Soziologie ist daher – auch vor dem Hintergrund ihrer Besonderheiten – eine Realwissenschaft, welche die gesellschaftlichen Strukturen und Prozesse intersubjektiv nachvollziehbar beschreiben und in ihrem Ablauf und ihren Zusammenhängen verstehen und erklären will.

  • Alle deskriptiven Aussagen, Hypothesen und Ergebnisse – auch die aus eigener Forschung – sind – wie in jeder Wissenschaft – einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. Methodische Annahmen sind offenzulegen und selbstkritisch zu reflektieren.

  • Normative Überzeugungen und Aussagen sind ein wichtiger Teil der sozialen Realität und bilden daher einen zentralen Gegenstand gerade der soziologischen Forschung. Normative Positionen spielen im Entstehungs- und Verwertungszusammenhang wissenschaftlicher Erkenntnisse ohne Zweifel ebenfalls eine große Rolle. Sie sollten allerdings die soziologische Analyse möglichst nicht beeinflussen: Für die Geltung von Aussagen, Hypothesen oder Ergebnissen ist es unerheblich, ob sie jeweils für wünschenswert angesehen werden oder nicht. Die Deklaration und möglichst weitgehende Kontrolle von Werturteilen und anderen Verzerrungen, etwa aus Interessen, modischen Strömungen oder politischer Korrektheit ist daher ein wichtiger Bestandteil der soziologischen Arbeit. Dies schließt einen Rückbezug auf die gesellschaftliche Wirklichkeit durch praktische und politische Anwendungen und deren Folgen keineswegs aus.

  • Ausgangspunkte empirisch-analytischer Sozialforschung sind traditionell präzise theoretische Modelle, theoretische Fragestellungen oder einzelne Hypothesen, die aus theoretischen Modellen abgeleitet und einer systematischen empirischen Prüfung unterzogen werden. Aber auch umgekehrt können mittels explorativen Methoden Theorien und Hypothesen anhand empirischer Daten entwickelt, verfeinert und eventuell mittels neu erhobener Daten geprüft werden.

  • Die empirisch-analytische Soziologie kennt sowohl deduktive als auch explorative Methoden und betont zugleich den hohen Stellenwert von präzisen Theorien.

  • Daneben hat in der empirisch-analytischen Sozialforschung die Deskription der sozialen Welt einen wichtigen Stellenwert. Nur anhand präziser, methodisch kontrollierter Beschreibungen können wir einen Wissensbestand über die soziale Welt aufbauen.

  • Der empirisch-analytische Forschungsprozess wird klar und transparent dargestellt und für Replikationen zugänglich gemacht. Damit sollen die Prüfbarkeit und Kontrolle der Aussagen, Hypothesen und Ergebnisse der soziologischen Forschung gerade angesichts der Besonderheiten des soziologischen Gegenstandes und der Einbettung in die gesellschaftlichen Prozesse gesichert werden.

  • Die empirisch-analytische Vorgehensweise gilt für alle Varianten, Felder und Ausrichtungen der Soziologie: Für quantitative wie für qualitative, eher handlungs- wie eher strukturtheoretische, mehr beschreibend wie eher theorietestend ausgerichtete Forschung sowie für die verschiedenen Varianten der normativ-institutionellen, interpretativen oder utilitaristischen Ansätze in allen speziellen Anwendungsbereichen.

  • Die Gemeinsamkeit in der beschriebenen grundsätzlichen Ausrichtung als empirisch-analytische Realwissenschaft bildet damit die Klammer für die ganze Vielfalt der Soziologie. Diese Vielfalt kann dann ihrerseits dafür sorgen, dass es bei aller Arbeitsteilung und Spezialisierung keine unfruchtbaren Einseitigkeiten gibt, dass Irrtümer korrigiert und dass neue Entwicklungen offen aufgenommen werden. Es gilt aber auch, dass nicht immer wieder ganz von vorne angefangen werden muss, sondern alles jeweils wieder in das bekannte Wissen eingeordnet werden kann – und sollte.”


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Doing Schwachsinn: Münchner Soziologen verwischen Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn

Es sind Texte wie der folgende, die dazu beitragen, Soziologen einen schlechten Leumund zu verschaffen und in der Öffentlichkeit das Bild des akademischen Spinners entstehen zu lassen, eines Spinners, der in seiner Selbstwichtigkeit gar nicht merkt, welchen Unsinn er gerade von sich gibt.

Den Text haben wir von der Seite der DGS (Deutsche Gesellschaft für Soziologie) gefischt. Er steht dort unter der Überschrift „DGS goes public: Ist die Wirklichkeit veränderbar“. Falls jemand aus diesem Text Sinn machen kann, so ist er herzlich dazu eingeladen, dies entweder im Forum oder in Form eines Kommentars hier zu tun. Im Anschluss an die nun folgende Ansammlung von Worten geben wir noch ein paar kleine Interpretationshilfen…

„Soziologie trifft auf Theater. Am 28. Juli findet im Rationaltheater in München ab 20 Uhr eine performative Vernissage zum Abschluss eines an der LMU durchgeführten Seminars statt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich soziale Ordnungen performativ reproduzieren und verändern lassen. Im Zentrum stehen Performativitäts- und Alteritätstheorien, sowie kunstphilosophische und theaterwissenschaftliche Ansätze, die das erfahrende Subjekt und seine subversive Widerstandskraft in den Mittelpunkt stellen. Den Abend einleitend, wird einem öffentlichen Publikum vermittelnd ein Überblick über die im Seminar behandelten Themen und Texte gegeben. Diese reichen von Autoren wie Helmuth Plessner, Victor Turner, Erika Fischer-Lichte und Thomas Düllo bis hin zu Jill Dolan, Chantal Mouffe und Jacques Rancière. Anschließend wird eine Performance der vom Shadow-Yoga inspirierten Bewegungskünstlerin invisible movements den theoretischen Rahmen mit einer leiblichen Erfahrung anreichern. Dabei scheint im Performativen das Andere auf, die Zuschauer*innen fühlen sich in eine andere Zeitstruktur versetzt und erleben subtile Metamorphosen durch die unmerklichen Bewegungen. Ausklingen soll der Abend im Dialog mit den Studierenden und der Künstlerin in einer Durchwanderung des Raumes, in dem Flipcharts die Arbeiten der Studierenden präsentieren. Einzelne Seminarinhalte wurden hier nochmals verdichtet und können an ein interessiertes Publikum vermittelt werden. So wollen wir im dialogischen Austausch ergründen: Ist eine andere Wirklichkeit möglich?“

Alles klar?
Hier die versprochenen Interpretationshilfen:

Performativitätstheorien im hier verstandenen Sinne sind formulierte Trivialitäten, die letztlich besagen, dass es etwas gibt, dass dieses etwas einen Niederschlag findet und dass der Niederschlag, den es findet, von Menschen beeinflusst werden kann. Vermutlich hatten die Neanderthaler bereits, ohne es zu wissen, ein Konzept von Performativität.

Alteritätstheorien sind eine Ausgeburt der Psychoanalyse. Sie beschreiben letztlich Wechselbeziehungen nach innen und außen und können die herausragende Erkenntnis reklamieren, dass man nach innen das Selbstverhältnis reflexiv überdenken solle und nach außen mit anderen konfrontiert sein kann. Als der Neanderthaler vor seinem Feuer saß, hat es sich bestimmt gefragt, warum das Feuer so wenig wärmt und warum sein Nebenmann, der näher am Feuer sitzt, die Wärme blockt. Die Alteritätstheorie war geboren.

Nun, da Sie die grundlegenden Erkenntnisse aus dem Text oben reflexiv und in Innenansicht mit sich erörtert haben, wird es ihnen sicher auch ohne Shadow-Yoga möglich sein, eine Manifestation, es muss keine leibliche Manifestation der Gedanken, die ihre Innenansicht mit sich gebracht hat, an uns als ihre virtuellen Gegenüber quasi in gelebter Außensicht weiterzugeben. Bitte seien sie in Ihrem Urteil nicht zu performativ, denn es könnte sein, dass wir bestreiten wollen, was sie behaupten, dass ist. Sollten Sie diesen Außenrat performativer Entität nicht berücksichtigen, werden wir sie mit der subversiven Kraft individuellen Widerstands konfrontieren.

Doing Schwachsinn!

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Heißer Brei: Erdoğan, Wissenschaft und die Deutsche Gesellschaft für Soziologie

Was macht man mit einem autoritären Führer, der alle Regeln des demokratischen Miteinanders mit Füßen tritt? Denn: Er ist demokratisch gewählt und repräsentiert somit das Legitimationsmodell, auf dem alle westlichen Demokratien und ihre Regierungen basieren.

erdogan.jpgEntsprechend mussten die Mitglieder der politischen Kaste jubeln als der demokratisch gewählte Recep Tayyip Erdoğan einen Militärcoup überstanden und mit aller Brutalität des Siegers gegen die nunmehr Verlierer vorgegangen ist.

Nun ist ein Putsch, der scheitert, eine hervorragende Gelegenheit, um alle möglichen Kritiker und Leute, die man schon immer einmal loswerden wollte, auch tatsächlich loszuwerden. Josef Stalin hat eigens Umsturzbemühungen gegen sich erfunden, um seine Gegner, einen nach dem anderen, nicht nur schauprozessen zu lassen, sondern auch zu exekutieren. Adolf Hitler hat gleich zu Beginn seiner Zeit als Reichskanzler seine Widersacher im so genannten Röhm-Putsch beseitigt. Voraussetzung dafür, dass ein missglückter Putsch dazu genutzt werden kann, Gegner zu beseitigen, ist nicht nur eine minutiöse Auflistung der Gegner, die beseitigt werden sollen, sondern auch das Vorhandensein von Ressourcen, um die Zügel autoritärer Herrschaft straff zu ziehen und bürgerliche Freiheiten zu beseitigen.

In dieser Hinsicht zeigt sich Recep Tayyip Erdoğan als autoritärer Herrscher, der sich auf eine breite Basis von Repressionshelfern stützen kann. Letztere erlauben es ihm nicht nur, die Türkei in einen autoritären Staat zu verwandeln, bürgerliche Freiheiten auszuhebeln und Grundrechte zu beseitigen, sie erlauben es ihm auch, alle möglichen Quellen, aus denen in Zukunft vielleicht einmal Kritik an seinem autoritären Herrschaftsstil kommen könnte, zu beseitigen.

Interessanter Weise ist Erdoğan der Ansicht, Bildungseinrichtungen und Universitäten seien potentielle Horte des Widerstands, weshalb er in großem Stil Lehrer entlässt und Repressalien einführt, um Wissenschaftler einzuschüchtern.

Und die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) hat dazu Stellung genommen.

DGS_Turkey.jpg

Man lese und staune darüber, dass sich die DGS genötigt sieht, ein negatives Wort über die Vorgänge in der Türkei auszusprechen. Indes, man staunt nur kurz, denn der Text ist eine Meisterleistung im „um-den-heißen-Brei-Herumreden. Wird Eingangs noch das Erdoğan-Regime dafür verantwortlich gemacht, dass der Bildungssektor zum Gegenstand von Repressalien wird, so winden sich die Soziologen Lessenich und Villa aus München, die für den offenen Brief verantwortlich zeichnen, im dritten Absatz in fast schon mitleiderregender Weise, denn:

Es habe als Reaktion auf den Militärcoup weltweite und einstimmige Unterstützung für die demokratisch gewählte Regierung der Türkei gegeben (also das Erdoğan-Regime) und nun brauche die Türkei mehr denn je konstitutionelle und politische Garantien für Wissenschaftsfreiheit und eine freie öffentliche Debatte … Die DGS rufe alle Universitäten und Wissenschaftler dazu auf, Stellung gegen die derzeitigen Entwicklungen in der Türkei zu beziehen und die Demokratie in der Türkei zu unterstützen …

Wie man diesen Kreis quadrieren soll, das ist eine Frage, die Lessenich und Villa sicher nicht beantworten können, die so ungekonnt, um den heißen Brei herumschreiben, der darin besteht, dass die demokratische Regierung, deren Bestand auch nach dem Militärcoup sie so gefeiert haben, das Regime- Erdoğan, die selbe demokratische Regierung ist, nämlich das Regime Erdoğan, die sich nunmehr als gänzlich undemokratisch zeigt und die Gelegenheit nutzt, um Kritiker des Regimes zu beseitigen. Entsprechend ist es nicht klar, wen man denn nach Meinung der beiden Münchner Soziologen unterstützen soll, um die Demokratie in der Türkei zu unterstützen und Stellung gegen die derzeitige Entwicklung in der Türkei zu beziehen: Das Regime- Erdoğan oder dessen Gegner, also mithin diejenigen, die versucht haben, ihn per Militärcoup zu beseitigen?


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Alles Rassisten in der Bürgerlichen Mitte – Die Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der DGS klärt auf

Den Genderisten bläst der Wind ordentlich ins Gesicht, was auch kein Wunder ist, denn wenn sich erst einmal herumgesprochen hat, dass der Kaiser nackt ist, nimmt die Zahl derer, die das kaiserliche Gewandt bewundern, rapide ab.

Achtung heftiger Gegenwind!Und so scheinen den Gender- und Geschlechterforschern und vor allem den “feministischen Gesellschafts- und Wissenschaftskritikern” die Felle davon zu schwimmen, und zwar in einer Geschwindigkeit, die ihnen außer Anomie wenig Zeit zur Reaktion lässt. Anomie beschreibt hier die Reaktion des Kaninchens vor der Schlange.

Und so hat uns gerade ein “Statement der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung in der DGS” erreicht, ein Statement zum “Ratschlag zum Umgang mit Anti-Feminismus”, das an Armseligkeit nicht zu überbieten ist. [Was Frauen- und Geschlechterforschung mit Feminismus zu tun hat, ob Frauen- und Geschlechterforschung überhaupt etwas mit Feminismus zu tun hat, das wäre übrigens noch zu klären. Es gibt genug Anlass anzunehmen, dass die Frauen, die Feminismus als emanzipatives Projekt begründet haben (z.B. Mary Wollstonecraft), beim Anblick der traurigen Gestalten, die heute von sich sagen, sie wären Feministen,  von einem heiligen Zorn erfasst würden.]

Vorab und zur Erinnerung: Bis heute hat es kein Lehrstuhlbesetzer für Gender, Geschlechter oder sonstige Zwischenbein-Forschung geschafft, einfache Fragen zu den Grundlagen, den Methoden, der Erkenntnistheorie seiner vermeintlich doch wissenschaftlichen Betätigung zu beantworten. Alle, die wir oder Günter Buchholz gefragt haben, schweigen beharrlich, was nurmehr den Schluss zulässt, dass sie nicht antworten können, weil sie keine wissenschaftlichen Grundlagen, keine wissenschaftlichen Methoden und keine Erkenntnistheorie haben.

Dafür haben sie einen ausgeprägten Opfersinn und eine ausgeprägte Lamentierfähigkeit, wie man dem Statement der Sektion Frauen und so weiter Forschung entnehmen kann.

Sie sehen sich umzingelt. Von Kritikern gejagt, die ihnen nun schon in der Wissenschaft auflauern und sie mit Fragen traktieren. Offensichtlich wird so langsam auch behäbigen Wissenschaftlern klar, dass sie Ideologen in ihren Reihen und an ihren Fördertöpfen haben (dazu unten mehr).

Dass die Frauen- und Geschlechterforscher_I_*innen Angst um ihre Pfründe haben, dass sie sich in der dummen Situation finden, sich erklären zu müssen, wird auch daran deutlich, dass sie, wie üblich, auf Kritik mit Diffamierung reagieren. So sehen sie eine “mediale Debatte”, die einen “Angriff” auf die “feministische Wissenschaftstradition” führt, was schon deshalb nicht möglich ist, weil es vermutlich eine feministische Tradition, aber eben keine feministische Wissenschaftstradition gibt. Gäbe es dieselbe, die Genderisten könnten die ihnen gestellten Fragen beantworten.

Die Angriffe werden sodann zu “Vorwürfen der Unwissenschaftlichkeit und der Ideologisierung”, um sich danach zu “polemischen Attacken” aufzubauen, die die  “De-Legitimierung des Feldes” anstreben (als müsste man das “Feld” de-legitimieren), den Genderisten die “Durchsetzung politischer Interessen” vorwerfen und die “Wissenschaftlichkeit der Genderforschung grundsätzlich in Abrede” stellen. Und diese Vorwürfe, Attacken und Angriffe, sie kommen auch aus dem “akademischen Feld”.

Ja, so ist das. Die Zeit des gemächlichen und ungestörten rent seeking ist vorbei.

DGSWer nun denkt, das Statement der XX-Sektion zeige die Unhaltbarkeit dieser “Angriffe”, “Attacken” und “Vorwürfen”, also in normaler Sprache: der Kritik an den Genderista auf, der irrt sich. Wo ein normaler Wissenschaftler mit Argumenten und dem Versuch, die Kritik zu widerlegen oder doch zumindst zu entkräften reagiert hätte, da reagieren die XX-Sektionalen mit … nichts.

Kein Argument, warum die Angriffe ungerechtfertigt sind.

Kein Beleg dafür, dass der Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit falsch ist.

Kein Argument, das zeigt, dass keine Ideologisierung der Wissenschaft durch deren Infiltrierung mit Genderista erfolgt. Einfach nur nichts.

Einen klassischeren Beleg dafür, dass Frauen- und Geschlechterforscher eben keine Wissenschaftler, sondern Ideologen und politische Günstlinge sind, kann man sich kaum vorstellen.

Wir haben uns zwei Stellen aus dem “Statement” herausgegriffen, an denen die ganze Armseligkeit der Genderista deutlich wird:

“… wer anderen Normativität und politischen Etikettenschwindel vorwirft, bewegt sich vor allem selbst auf rhetorisch-ideologischem Glatteis. Der in diesem Zusammenhang geäußerte Vorwurf, kulturelle Aspekte des Geschlechterverhältnisses seien völlig unterforscht, demonstriert Unkenntnis”.

Diese Passage richtet sich gegen Stefan Hirschauer, der es gewagt hat, einen recht biederen und zurückhaltenden Beitrag mit dem Titel “Wozu Gender Studies?” zu verfassen. Wer die Passage gelesen hat, vermisst vermutlich den positiven Teil, wie Hans Albert immer gesagt hat und bis heute wohl sagt: Warum, so muss man die Genderista fragen, bewegt sich derjenige, der anderen Normativität und politischen Etikettenschwindel vorwirft, auf Glatteis? Warum demonstriert jemand, der behauptet, “kulturelle Aspekte des Geschlechterverhältnisses” seien “völlig unerforscht” Unkenntnis?

Den rhetorischen Trick, der hier zur Anwendung kommt, könnte man als offensive Armseligkeit bezeichnen, denn die fehlenden eigenen Belege und Argumente sollen durch einen Angriff auf den Kritiker übertüncht werden. Ein Trick, der unter Genderista klappen mag, nicht jedoch unter Wissenschaftlern, denn Wissenschaftler sind nicht so dumm, als dass sie glauben würden, ein argumentum ad hominem sei gültig.

Wissenschaftler arbeiten an einem kumulativen Projekt . Und ein kumulatives Projekt setzt es voraus, dass man Argumente, nachvollziehbare und nachprüfbare Aussagen aufstellt. Wer nichts anderes kann, als Dritte abzukanzeln, der ist ein Ideologe und hat in der Wissenschaft nichts zu suchen. Ergo haben Genderista und ihre Vasallen in der Wissenschaft nichts zu suchen.

Genderista sind auch gar nicht in der Wissenschaft, um Wissenschaft zu betreiben oder Erkenntnis zu gewinnen, nein, sie sind politische Überzeugungstäter, Ideologen, die an einer sozialistischen Gesellschaft bauen wollen:

windbeutel“Dabei sind der sich artikulierende Antifeminismus sowie Trans- und Homophobie kein singuläres Phänomen. Die Diffamierung von Genderforscher_innen und die Verunglimpfung der Gleichstellungspolitik stehen u.a. im Zusammenhang mit kulturellem Rassismus, der sich zunehmend in Hassreden und Praktiken der Abwertung äußert. Europaweit zeigen mediale Debatten und Demonstrationen im öffentlichen Raum, dass die bürgerliche Mitte zunehmend ein ‚Unbehagen‘ artikuliert, das in der Ungleichheitsforschung u.a. auf die Neoliberalisierung und Vermarktlichung der Gesellschaft zurückgeführt wird; aus modernitätstheoretischer Sicht geht dieses ‚Unbehagen‘ mit antiemanzipatorischen und anti-aufklärerischen, d.h. reaktionären Impulsen einher. In diesem Zusammenhang werden kategorial abwertende Zuschreibungen, wie etwa Fremdenfeindlichkeit, immer vehementer artikuliert.”

Die bürgerliche Mitte ist aus Sicht der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der DGS also Hort von Rassimus, Homophobie, Antifeminismus und “Neoliberalisierung” bzw. kurz. von kulturellem Rassismus. So einfach denken die Gender-Sektionalen, ist es, Kritik vom Tisch zu wischen und Kritiker als kultur-rassistische Bourgeois zu diffamieren, die es im neuen Klassenkampf, in dem die gelangweilten Günstlinge öffentlicher Förderprogramme sich nunmehr mit denen konfrontiert sehen, die diese Förderprogramme finanzieren, quasi als Verkehrung dessen, was Marx einst am Werk sah und vielleicht auch als neue Fassung dessen, was er einst als Lumpenproletariat bezeichnet hat, zu bekämpfen gilt.

Die modernen Klassenkämpfer haben jedoch im Vergleich zu ihren Vorgängern ein Handicap: Sie verfügen über keinerlei Produktivkraft. Sie sind vollständig vom Wirt, der sie bedient, abhängig, und das scheint ihnen auch vollkommen bewusst zu sein. Anders ist dieses Mahnmal genderistischer Armseligkeit kaum zu erklären.

Siegwart Lindenberg hat einmal sinngemäß gesagt, dass dann, wenn die Mittel knapp werden, wenn ökonomische Zwänge die Ausgaben determinieren, Rationalität als Kriterium bei den entsprechenden Entscheidungen über die Verwendung begrenzter Ressourcen wieder Einzug hält. Insofern sind wir auf dem besten Weg, Genderista loszuwerden.

Dass nichts verloren ist, wenn wir Genderista von Hochschulen entfernen und im Gegenteil viel gewonnen ist, zeigt die folgende Passage aus dem Statement der Gender-Sektionierten ganz deutlich:

“Die Einsicht in Prozesse der Vergeschlechtlichung der Wissenschaftsorganisation und des wissenschaftlichen Denk- und Begriffsapparats war für die Ausdifferenzierung des Forschungsfeldes zentral; die erkenntnistheoretisch motivierten Debatten der 1990er Jahre um das Verhältnis von sex und gender stellen eine paradigmatische Erweiterung dar und sind Ausdruck eines Selbstverständnisses als emanzipatorischer Wissenschaft, die immer wieder offen über das Verhältnis von Standortgebundenheit, Erkenntnis und Normativität in Verhandlungen getreten ist.”

Wie es sich mit einer angeblich emanzipatorischen Wissenschaft vereinbaren lässt, dass Kritiker der Genderista durch die Bank diffamiert und als Rassisten beschimpft werden, ist eine Frage, die die Schreiber des Statements vielleicht beantworten können, wenn sie demnächst von dem emotionalen Hoch, das ihre Hysterie ihnen verschafft hat, auf den Boden der Realität zurückkehren, sofern Hysterie bei ihnen kein Dauerzustand ist, quasi eine Grundqualifikation zum Genderista.

Inhaltlich hat die zitierte Passage wenig zu bieten und lässt sich unter Auslassung sämtlicher Füll- und Leerwörter wie folgt zusammenfassen: Die genannte Einsicht war wichtig, um zusätzliche Stellen für Gender-XX zu schaffen, und die Debatten der 1990er Jahre haben gezeigt, dass eine emanzipatorische Wissenschaft sich mit sich selbst beschäftigen muss. Die Maxime der feministischen Erkenntnis lautet demnach: “Beschäftige Dich mit Dir selbst und schaffe Stellen für andere, die sich mit sich selbst beschäftigen wollen!”

Zeit, an unsere Petition gegen Genderismus an Schulen und Hochschulen zu erinnern. Sie kann immer noch unterzeichnet werden.

Davon abgesehen, brauchen Stefan Hirschauer und Günther Buchholz Solidaritätsbekundungen, denn die beiden wurden von den Genderista als neue Feinde ins Visier genommen – wie man beim Lesen des Statements und vor allem der Fußnoten schnell bemerkt..

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