ARD-Faktenfinder-Echokammer: Junk Studien zu Fake News

Vorrede I
Wenn Journalisten Studien zitieren, die von Mitgliedern einer „Stiftung“ erstellt worden sind und sich auf Beiträge der Journalisten beziehen, die die vermeintlichen Studien zitieren, dann ist einerseits mehr als Vorsicht geboten, andererseits ein interessanter Einblick in das Echozimmer, in dem öffentlich-rechtliche Journalistendarsteller ihre Fakten zu finden pflegen, gewährt.

Vorrede II
Der Wert jeder Studie hängt davon ab, wie gut die Ergebnisse der Studie die Realität, über die sie berichten sollen, widerspiegeln.
Dabei gibt es zwei grundsätzliche Probleme, die sich mit der Grundgesamtheit verbinden. (1) Ist die Grundgesamtheit bekannt, will man z.B. Aussagen über alle Deutschen im Alter von 18 bis 75 Jahren machen, dann muss man sicherstellen, dass die Stichprobe, die man zieht, dies ermöglicht bzw. die Abweichung der Ergebnisse, die man auf Grundlage der Stichprobe produziert, von den „tatsächlichen Ergebnissen“, die man nicht kennt, nicht zu groß ist. Das beschriebene Spiel ist ein Spiel der Normalverteilung, der F- oder der t-Verteilung mit der Realität, das sich hinter dem Begriff „Repräsentativität“ verbirgt, von der Kritiker wie wir meinen, dass es sie nicht geben kann. (2) Ist eine Grundgesamtheit unbekannt, dann kann man KEINERLEI Aussagen über sie machen, weil man sie nicht kennt. Entsprechend ist jede Aussage, die über die eigene Stichprobe hinausreicht: JUNK.

Wir befinden uns mit der Studie, die heute die ARD-Faktenfinder beschäftigt, im Bereich des JUNK, knöcheltief im Junk. Die Studie „Fakten statt Fakes“, die die „Stiftung Neue Verantwortung“ zu verantworten hat, wird von Faktenfinder „Wolfgang Wichmann“, von dem wir nur wissen, dass er als @wollvieh auf Twitter firmiert, den Lesern des ARD-Faktenfinder als bare Münze verkauft. Die „umfangreiche Studie“ basiere auf einem „Methodenmix“, der „entsprechend detaillierte Erkenntnisse rund um relevante Fake-News-Meldungen aus den Wochen vor der Wahl im September 2017“ erlaube.

Merkposten: umfangreiche Studie, Methodenmix, detaillierte Erkenntnisse und relevante Fake-News.

Über die ausgewählten Beispielfälle von Fake-News, die in der Studie, nein der Junk-Studie (Begründung folgt) der Stiftung Neue Verantwortung besprochen werden, habe „auch der ARD-Faktenfinder seinerzeit berichtet“, so Wichmann, von dem wir hier nicht wissen, ob er absichtlich eine Falschmeldung streut oder unabsichtlich. Im ersteren Fall hätten wir es, gemessen an der irren Definition von Fake News, die die Nicht-Spezialisten für Sozialforschung der seltsamen Stiftung vornehmen, mit Fake News zu tun, im letzteren Fall mit einer Ente (Dazu kommen wir noch).

Tatsächlich steht schon weit vorne im viel zu langen Bericht zur Junk Studie der Stiftung „Neue Verantwortung“, was wohl anzeigen soll, dass alle Verantwortung für methodisch sauberes Arbeiten abgelehnt wird, die folgende Passage (genau auf Seite 14):

„Die Identifikation relevanter Fake-News-Fälle erfolgt zuvorderst über ein kontinuierliches ‚Monitoring der Monitorer‘ […] Dazu zählen der Faktenfinder der Tagesschau.de-Redaktion, die Redaktion des Recherchekollektivs Correctiv, Spezialseiten wie mimikama.at und nicht zuletzt klassische Nachrichtenseiten wie Spiegel Online, die es ebenfalls als eine ihrer Aufgaben ansehen, falsche Informationen zu widerlegen.“

Mit anderen Worten, dass die Studie über Fälle vermeintlicher Fake News berichtet, die auch der ARD-Faktenfinder aufgegriffen hat, ist kein Zufall, wie Wichmann suggerieren will, es ist zwangsläufig, weil die Pseudo-Sozialwissenschaftler der Stiftung ihre Fälle u.a. beim ARD-Faktenfinder gesammelt haben.

Wo wir das so schreiben. Eigentlich ist die Frage nach Fake News oder Ente entschieden: Wichmann versucht seine Leser hinters Licht zu führen. Er verbreitet Fake News.

Der ganze Täuschungszinnober und der ganze Aufwand dieser Junk Studie wurde betrieben um die folgende Meldung an die Leser der ARD-Faktenfinder zu bringen:

„Fake News, so wie sich das Phänomen in Deutschland empirisch darstellt, werden vor allem von Rechten, Rechtspopulisten… und Rechtsextremen verbreitet. Dabei bildet die AfD die Speerspitze der Verbreitung, in sieben von zehn von uns dokumentierten Fällen ist sie unter den Top-10 der reichweitenstärksten Verbreiter.“

So steht es im Bericht zur Junk Studie auf den Seiten 2 und 3. Die redaktionelle Bearbeitung von Wichmann liest sich wie folgt:

„Vielmehr seien die Quellen für Falschmeldungen hierzulande am rechten Rand zu suchen:

Fake News, so wie sich das Phänomen in Deutschland empirisch darstellt, werden vor allem von den Rechten, RechtspopulistInnen und Rechtsextremen verbreitet.
Besonders auffällig agierten demnach Vertreter der Alternative für Deutschland: Sieben der zehn untersuchten Fälle seien von AfD-Accounts verbreitet worden – darunter die reichweitenstarke Facebookseite der Bundespartei oder das Profil des Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen.“

Die Zielsetzung ist klar: AfD diskreditieren und behaupten, was man berichtet sei durch eine angebliche Studie belegt.

Kommen wir zurück auf Problem 2 von oben, das die Frage, welche Aussagen man aus einer Stichprobe ableiten kann, zum Gegenstand hat.

Wie viele Fake News es im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 gegeben hat, das weiß niemand. Entsprechend haben wir es mit einer unbekannten Grundgesamtheit zu tun. Aussagen über Fake News als solche sind deshalb nicht möglich. Wer sie dennoch macht ist dumm oder verlogen.

Die Stichprobe, die die sozialwissenschaftlich Unkundigen der Stiftung „Neue Verantwortung“ gezogen haben, besteht aus 10, in Worten: ZEHN Fake News. Diese 10 Fälle haben sie untersucht und auf Grundlage dieser 10 Fälle wollen sie generelle Aussagen über die Menge von Fake News, die Reichweite von Fake News und diejenigen, die Fake News verbreitet haben, machen. Wir haben es nicht nur mit einer Stiftung zu tun, die Verantwortung neu definiert, auch Lauterkeit wird hier neu definiert als unlauter, verlogen, haltlos, …

Wir haben es also mit einer Grundgesamtheit von Fake News zu tun, die niemand kennt und mit einer Junk Studie, deren Urheber aus 10 Fallstudien Schlüsse auf die unbekannte Grundgesamtheit der Fake News ziehen wollen. Das allein reicht schon, um festzustellen, dass die Autoren dieser Junk Studie entweder bar jeglicher methodischen Kenntnis sind oder den ganzen Zinnober nur betreiben, um die AfD diskreditieren zu können. Aber wir sind noch nicht am Ende.

Was passiert wohl, wenn man eine Umfrage unter Mitgliedern der Mafia zum Thema Schutzgelderpressung macht? Etwa: „Wie finden Sie Schultzgelderpressung?“ Antwortmöglichkeiten: super, Ganz super, XXL super? Das klingt lustig und niemand würde derartigen Blödsinn forschen wollen? Doch. Denn genau das haben die – uns fehlen die Worte – Neu Verantwortlichen getan. Wie oben zitiert haben sie Fake News ausschließlich aus Quellen bezogen, die jenseits jeden Verdachts stehen, sie könnten auch Fake News von Personen verarbeiten, die sie nicht für rechts halten oder die von links kommen. Dieses methodisch indiskutable Vorgehen, das in einer verzerrten Stichprobe ohne jeden Wert selbst dann resultiert hätte, wenn man die Grundgesamtheit kennen würde, schlägt sich in den 10 Beispielen von Fake News nieder: 8 der 10 Fake News betreffen Flüchtlinge, in einem Fall geht es um die Gleichsetzung von Deutschen und Nazis, in einem weiteren um die Folgen von Antifa Ausschreitungen.

Diese 10 Fälle wollen die Neu Verantwortlichen und die Faktenfinder, die mit ihnen eine Echokammer teilen, in die die Kunde von sozialwissenschaftlichen Methoden und Standards noch nicht vorgedrungen ist, als Grundlage nutzen, um auf die Verbreitung und die Verbreiter von FAKE NEWS als solcher zu schließen.
Zu sagen, das ist unseriös ist eine Untertreibung. Bewusste Täuschung durch eine Fake Studie, denn der Junk ist nicht einmal als Junk Studie geeignet, trifft es schon eher.

Die Merkposten von oben, die im Werbetext von Wichmann, mit dem er die Fake Studie anpreisen will, zu finden sind, sie lauten: umfangreiche Studie, Methodenmix, detaillierte Erkenntnisse und relevante Fake-News. Weder ist die Studie umfangreich noch ist der Methodenmix auch nur ansatzweise sinnvoll. Detaillierte Erkenntnisse lassen sich bestenfalls für 10 Einzelfälle von Fake News, aber nicht darüber hinaus finden und auch das nur, wenn man das Problem ignoriert, dass man nicht weiß, warum gerade diese Fake News ausgewählt wurden, also bereit ist, willkürliches Geschwätz abzusondern. Das bringt uns zum letzten Punkt: Dass die betrachteten Fake News relevante Fake News sind, bedarf der Begründung. Diese Begründung wiederum bedarf der Kenntnis der Grundgesamtheit. Die Grundgesamtheit ist unbekannt. Selbst wenn die Grundgesamtheit bekannt wäre, ist eine Analyse, die relevante Fake News ausschließlich im rechten Lager sucht, sicher keine Analyse, die relevante Fake News untersucht, denn die Feststellung, dass relevante Fake News untersucht worden sind, bedarf des Vergleichs, mit Fake News aus anderen Quellen. Dieser Vergleich fehlt vollständig.

Somit ist es auch kein Wunder, dass die Unkundigen sozialwissenschaftlicher Methoden Fake News vornehmlich bei Rechten, Rechtspopulisten oder Rechtsextremen finden. Wer vornehmlich bei denen sucht, die er für Rechte, Rechtspopulisten oder Rechtsextreme hält, der wird auch vornehmlich bei Rechten, Rechtspopulisten oder Rechtsextremen fündig. Daran ist nichts verwunderlich, höchstens, dass ARD-Faktenfinder und Neu Verantwortliche denken, ihre Leser wären so dumm, diesen offenkundigen Schwindel nicht zu durchschauen. In ihrer Echokammer herrschen sehr geringe intellektuelle Standards. Wir warnen davor, diese Standards zu verallgemeinern …

Bleibt noch der größte Unsinn nachzutragen. Die Definition von Fake News.
Fake News liegt für die Neu Verantwortlichen dann vor, wenn „falsche oder irreführende Informationen, die jemandem (Personen, Gruppe, oder Organisation) Schaden zufügen soll“, gezielt verbreitet wird, wenn eine Intention nachgewiesen werden kann.

Witzigerweise qualifiziert sich nicht eines der 10 Fallbeispiele nach dieser Definition als Fake News. Es sei denn, man geht davon aus, dass z.B. in acht der 10 Fällen Flüchtlinge geschädigt werden sollen, was Unsinn ist, denn man kann nur konkrete Personen, keine Gruppen schädigen oder davon, dass die Antifa geschädigt werden soll, was weitgehend unnötig ist, denn die Antifa schädigt sich durch das Verhalten ihrer Mitglieder besser als es jede Fake News je könnte. Die Definition ist tautologisch, denn es ist nicht möglich, die Schadensintention von der angeblichen Nachricht zu trennen. Ebenso ist es unmöglich, die Intention überhaupt zu bestimmen. Dazu müsste man wissen, wer Fake News in erster Linie in die Welt setzt, was man nicht weiß, man weiß lediglich, wer sie verbreitet.

Damit sind wir beim nächsten Problem. Die Verbreitung von Fake News sagt nichts darüber aus, ob die Fake News im Glauben, sie sei echt, verbreitet wird, oder mit dem entsprechenden Vorsatz, dass es sich dabei um Fake News handelt. Letztlich kann man auf Basis dessen, was die Neu Verantwortlichen da geforscht haben wollen, nur sagen, dass sie von Sozialforschung so viel Ahnung haben, wie ein Tauber von Beethovens Fünfter Symphonie.

Wir könnten noch Seiten lang Unsinn aus der Fake Studie anführen. Okay, einen haben wir noch: Satire kann keine Fake News sein, so steht es auf Seite 12, denn Satire werde nicht in böser Absicht gemacht. Die Neu Verantwortlichen sind nicht nur im Hinblick auf Methoden der empirischen Sozialforschung ahnungslos. Die sind in einer Weise naiv, die Mitleid erweckt.

Wir haben noch einen (aber dann ist Schluss):
Die böse Absicht als sinnloses Kriterium zur Identifikation von Fake News ist notwendig, um Enten, als Falschmeldungen von Journalisten von der Boshaftigkeit zu befreien, die z.B. mit der wiederkehrenden Falschmeldung, dass es zwischen Männer und Frauen in Deutschland ein Pay Gap von 21 Prozent gäbe, verbunden ist. Wie einfältig und ideologisch motiviert eine solche unbrauchbare Abgrenzung ist, wird spätestens dann deutlich, wenn man weiß, dass die Neu Verantwortlichen dann keine Absicht unterstellen, wenn eine Falschmeldung korrigiert wird. Diese Naivität ist wirklich nicht zu steigern. Wer also nicht in den Ruch kommen will, Fake News zu verbreiten, der muss Fake News verbreiten und nach zwei, drei Tagen, länger, so haben die Neu Verantwortlichen herausgefunden, wirke Fake News nicht, sagen: „Ey, ich habe mich geirrt“. Schon ist er ein ehrlicher Journalist, der sich mit seiner Berichterstattung Mühe gibt.

Kann man so dumm sein wie die Neu Verantwortlichen und ihre Faktenfinder-Freunde?
Man kann es.
Offensichtlich.


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Wissenschaftlicher Artikel über Ethik ist ein Plagiat

Eine unserer Lieblingsseiten ist die Seite von Retraction Watch. Die Betreiber stecken viel Zeit und Liebe (und Funding, das man in den USA für solche Seiten erhält) in die Erfassung von wissenschaftlichen Beiträgen, die zunächst veröffentlicht und dann zurückgezogen werden, weil sie sich bei genauer Betrachtung als Plagiat herausstellen, weil sie auf Daten beruhen, die es nicht gibt, auf einer Interpretation von Ergebnissen, die die Daten nicht hergeben oder aus einer Reihe anderer Gründe.

Heute findet sich auf Retraction Watch ein Beitrag über einen Artikel, den das Scottish Medical Journal nunmehr zurückgezogen hat. Nach 10 Jahren ist den Herausgebern aufgefallen, dass ein Text mit dem Titel „Bioethics and Medical Education“, der im Heft 2 des Jahres 2008 erschienen ist und ganze zwei Seiten umfasst, weitgehend identisch ist mit einem Text, der den Titel „Bioethics and Medical Education“ trägt, aber schon 2003 in Heft 6 des Journals of the Pakistan Medical Association erschienen ist.

Die Überlappungen sind in der Abbildung, die wir von Retraction Watch übernommen haben, markiert. Wer sich für die Originale interessiert: Wir haben sie besorgt und hier und hier verlinkt.

Müßig darauf hinzuweisen, dass die Autoren der beiden Texte nicht identisch sind, was die Annahme sehr wahrscheinlich macht, dass der Autor, der seinen Text fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Textes des anderen Autoren veröffentlicht hat, dessen Text einfach übernommen hat.

Das Pikante an dieser Angelegenheit ist nicht so sehr, dass hier plagiiert wird, pikant ist, was plagiiert wird, fragt sich doch der plagiierende Autor wie der, von dem das Original stammt, die folgenden Fragen:

Why is there a need for ethics education to medical students and graduates? Inculcation of moral values in an individual starts from the cradle. By the time an individual starts medical schooling, basic values are assumed to be firmly and unshakably entrenched. But is this really the case?

Die Antwort auf die letzte Frage ist zumindest für den Plagiator klar: Dass grundlegende Werte von Ehrlichkeit, Lauterkeit oder Respekt von Individuen verinnerlicht wurden, wenn sie aus der Schule kommen, kann (für ihn) nicht angenommen werden….

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Schweizer Professor beklaut den Papst – posthum

Nicht einmal als Papst ist man noch davor sicher, bestohlen zu werden.

Für das Portal „Retraction Watch“ ist Peter J. Schulz, der an der Universität von Lugano eine Professur innehat, kein Unbekannter. Drei Fälle hat das Portal bereits dokumentiert, in denen Schulz die Äußerungen anderer als die eigenen ausgegeben, in denen er plagiiert hat oder in politisch korrekt: in denen er nicht kenntlich gemacht hat, dass das, was er schreibt, nicht von ihm stammt.

Der neueste Vorwurf, den man wohl angesichts der Beweislage als erwiesen ansehen kann, lautet einmal mehr auf Plagiarismus. Dieses Mal hat Schulz u.a. eine Publikation von Karel Wojtyla, Papst Johannes Paul dem II ausgewertet und für seine Zwecke benutzt. Unter anderem die folgende Passage hat Schulz für sich reklamiert, tatsächlich stammt sie von Karel Woityla, der sie unter dem Titel „On Person and Subjectivity“ veröffentlicht hat.

“The passage of the “Ego” seems to be important since it could be understood as an indicator of the primordial uniqueness of the human being, and thus for the basic irreducibility of the human being to the natural world. This assumption forms the basis of understanding the human being as a person. Traditional Aristotelian anthropology was based on the definition anthropos zoon noetikon (homo est animal rationale). This definition fulfills Aristotle’s requirements for defining the species (human being) through its proximate genus (living being) and the feature that distinguishes the given species in that genus (endowed with reason). At the same time, however, the definition is constructed in such a way that it excludes – at least at first glance – the possibility of accentuating the irreducible in the human being. In this definition the human being is mainly an object, one of the objects in the world to which the human being visibly and physically belongs. In this perspective, objectivity was connected with the general assumption of the reducibility of the human being. The term subjectivity, on the other hand, proclaims that the human being’s proper essence cannot be reduced and explained by the proximate genus and specific difference. In other words: Subjectivity is a synonym for the irreducible in the human being.”

Bei Peter J. Schulz ist die zitierte Passage komplett in seinem Beitrag „Subjectivity From a Semiotic Point of View“ übernommen und als Eigenleistung ausgegeben.

Peter Schulz, “Subjectivity from a Semiotic Point of View,” in Nordic-Baltic Summer Institute for Semiotic and Structural Studies, Part IV. Ecosemiotics: Studies in Environmental Semiosis, Semiotics of the Biocybernetic Bodies, Human / Too Human / Post Human, edited by Eero Tarasti, Richard Littlefield, Lotta Rossi, Maija Rossi (International Semiotics Institute, 2001): 149-159.

Herausgefunden hat dies Michael V. Dougherty von der Ohio Dominican University und mit Bezug auf den oben zitierten Beitrag von Schulz wie folgt zusammengefasst:

“The chapter appears to consist substantively of texts pieced together from various authors without quotation marks, either with inadequate attribution or no attribution at all.

The document accompanying this letter highlights select passages from the article that are taken verbatim or near verbatim from works by other authors. As the document makes evident, the fundamental problem is that readers of the chapter have no way of knowing that sentences and paragraphs that appear to be written by Prof. Schulz are in fact verbatim and near verbatim extracts from other authors. A range of citation problems appear to plague the chapter; even when at times the original sources are listed in the bibliography and referenced with an in-text citation, in the absence of quotation marks the reader has no way of knowing that the sentences are verbatim the work of authors other than Prof. Schulz.

For significant portions of the article, the writings of Pope John Paul II, Anthony Kenny, and Calvin Schrag appear in the article, and no reference to their work is given anywhere in the chapter. We believe that these three undocumented sources in particular constitute the core of the article.”

Retraction Watch hat einen Brief von Dougherty und 13 anderen Unterzeichnern dokumentiert, in dem der Beitrag von Schulz mit den unzitierten Originalen verglichen werden. Wörtliche Übereinstimmungen sind mit gelbem Textmarker kenntlich gemacht. Der Text von Schulz ist nach dieser Überarbeitung nahezu vollständig gelb. Besonders perfide ist eine lange Textstelle, die Schulz komplett von Anthony Kenny übernommen hat, nicht ohne eine Eigenleistung zu erbringen. Kenny nennt seinen eigenen Namen im Rahmen eines Beispiels. Schulz hat den Namen Anthony Kenny mit Peter Schulz ersetzt. Das ist die Eigenleistung.

Wie man sieht, ist im universitären Kontext nichts mehr heilig, was einst heilig galt. Selbst ein Papst wird der neuen Profanität geopfert, die dem eigenen Fortkommen keinerlei moralische Bedenken oder gar Erwägungen wissenschaftlicher Lauterkeit oder von Anstand in den Weg legen will.

Mehr dazu auf Retraction Watch.

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Von gekauften Wissenschaftlern und Junk Science in the Making

Falls es jemanden gibt, der sich fragt, warum Bundes- und Landesministerien mittlerweile sicher mehr als eine Milliarde Euro aufgewendet haben, um Gender Studies und ihre Ableger an Hochschulen zu installieren, warum Programme von Bund und Ländern dazu benutzt werden, (weibliches) Geschlecht und nicht Kompetenz zum Berufungsgrund zu machen, warum Fördertöpfe von Bund und Land bereitgestellt werden, um das Heer der Unvermittelbaren, das im Rahmen der entsprechenden Programme gekauft wurde, mit Drittmitteln zu versorgen, hier kommt die Antwort.

Wir haben bereits in der Vergangenheit von den Schöpfungen der Ministerien in Bund und Ländern berichtet, die über Bevorzugungsprogramme in Positionen der institutionalisierten Wissenschaft gehievt werden, um dort mit anderen Mitteln des Bundes und der Länder finanziert zu werden und um von dort aus die Drecksarbeit zu machen, für die sich die Herrschaften in Ministerien von Bund und Ländern immer noch – warum auch immer – zu fein sind.

Das Projekt REVERSE, das vom BMBF mit einer Million Steuereuro finanziert wird, ist ein Beispiel für diese Drecksarbeit. Steuereuro werden vordergründig vergeben, um Ursachen und Erscheinungsformen des Anti-Feminismus, der angeblich die Gesellschaft spaltet und unzulässig zu einem „Anti-Pluralismus“ verallgemeinert wird (wie etwas, das distinkt anders ist als der Einheitsbrei, der Genderisten vorschwebt, anti-pluralistisch sein kann, ist ein Rätsel, das man vermutlich nur lösen kann, wenn man die neuronalen Einöden, die die Hirne von Genderisten darstellen, simulieren kann), aufzuarbeiten. Tatsächlich geht es in REVERSE nicht darum, ein Forschungsobjekt wissenschaftlich zu erarbeiten. Tatsächlich geht es um krude Beeinflussung und politischen Aktivismus.

Das wird sehr deutlich, wenn man sich die Zeit nimmt, den hier verlinkten Text zu lesen, den man wie folgt zusammenfassen kann: Debatten, die Kritik am Genderismus üben, beeinträchtigen die öffentliche Meinungsbildung und sind gesellschaftlichem Zusammenhalt abträglich. Die entsprechenden Debatten gehen von denen aus, die Genderisten nicht leiden können und deren Ziel darin besteht, die „Privilegien von Männern“ zu verteidigen. Selbst Frauen tragen diese „anti-feministische Strömung“, Frauen, die „Vorteile in der Re-Traditionalisierung der weiblichen Rolle sehen“. Aus diesem Grund ist es das Ziel von REVERSE die „verschiedenen Dimensionen desintegrierender Spaltungslinien im ‚Anti-Genderismus’-Diskurs” darzustellen. Zunächst sollen “Trägerschichten, Einstellungen, diskursive Strategien, Mobilisierungs- und Radikalisierungspotenziale anti-feministischer Bewegungen mit Fokus auf die Wechselwirkungen von Überzeugungen mit dem Erleben und der Diskursivierung gesellschaftlicher Umbrüche“ untersucht werden, um auf dieser Grundlage Ansatzpunkte zu identifizieren, „um potentiell gesellschaftsspaltenden Diskursen zu begegnen”.

„Gemeinsam u.a. mit Trägern der politischen Bildung werden Bildungsangebote entworfen, die sich mit (Un- )Gleichheitsvorstellungen, anti-/liberalen sowie anti-/demokratischen Deutungen von Geschlechterverhältnissen beschäftigen. In Multiplikator*innen-Workshops erarbeitete Transferkonzepte werden im internen Benchmarking evaluiert und in ein öffentlichkeitswirksames Transferprogramm integriert. Zentrales Instrument sind mehrformatige Veranstaltungsreihen zur Aufklärung, Wissensvermittlung sowie Diskussion geschlechterpolitischer Fragen. Neben klassischen Konzepten für den intra- und interuniversitären Austausch, Expert*innen- und Arbeitsgesprächen, Podiumsdiskussionen und Fachpublikationen werden Seminare und Gesprächsrunden zur Anwendung im Studium Generale oder in Schulen sowie entwicklungspsychologische und pädagogische Konzepte und Manuale für die Aus- und Weiterbildung von Ärzt*innen, Psycholog*innen, Erzieher*innen, Lehrer*innen und Fachkräften der Sozialen Arbeit entwickelt“.

Dass die Damen von REVERSE versuchen, sich den Anstrich von Wissenschaftlichkeit zu geben, ist ein schlechter Witz, der wieder einmal zeigt, dass man, wie schon ein biologische Abnormalität aus den x-Files weiß, nicht vorgeben kann, etwas zu sein, was man nicht ist. Gender Studierte sind keine Wissenschaftler. Sie sind politische Aktivisten.

Wissenschaftler haben einen Forschungsgegenstand. Genderisten haben ein politisches Anliegen.

Wissenschaftler wollen den Forschungsgegenstand erklären. Genderisten regen sich über einen empirischen Fakt auf und wollen ihn zum Verschwinden bringen.

Wissenschaftler untersuchen einen Forschungsgegenstand, um zur Theoriebildung beizutragen. Genderisten wollen den empirischen Fakt, der sie aufregt, eliminieren.

Wissenschaftler stehen ihrem Forschungsgegenstand neutral gegenüber. Genderisten stehen ihrem Erregungsgegenstand von Anfang an negativ gegenüber. Sie haben Vorurteile, die durch keinerlei Beobachtung veränderbar sind.

Wissenschaftler sind rationaler Argumentation verpflichtet und streben danach, eine Kongruenz zwischen ihrer Theorie und empirischen Beobachtungen herzustellen. Genderisten sind ihrer Heilslehre verpflichtet und streben danach, abweichende empirische Beobachtungen zu eliminieren.

Und deshalb ist es das Ziel von REVERSE, Mittel und Wege zu ersinnen, mit denen man die Kritik an der Heilslehre des Genderismus unterdrücken, beseitigen, eliminieren kann. Wie gewöhnlich sind die angestrebten Mittel nicht Mittel des rationalen Diskurses, denn dazu müsste man die Legitimität von Kritik am Genderismus anerkennen, sondern Mittel des Zwangs, der Manipulation und Indoktrination.

Wer auch immer an REVERSE beteiligt ist und zu den Marburgern, die daran beteiligt sind, liegen uns bereits interessante Analysen zu Querverbindungen und wenn man es einmal so bezeichnen will „Werdegang“ vor, ist alles nur kein Wissenschaftler. Die meisten Beteiligten wurden über Bundes- und Landesprogramme in ihre institutionelle Position gehievt, sind seit Jahren Empfänger von Zuwendungen aus Landes- und Bundestöpfen, die der Förderung ansonsten offensichtlich chancenloser „Projekte“ aus dem Bereich des Genderismus oder schlicht der politischen Zuarbeit dienen, so dass der Verdacht naheliegt, sie wurden in ihren Positionen an Universitäten installiert, um als intellektuelle UBoote jederzeit für politische Zwecke eingesetzt werden zu können, immer in der Hoffnung, man könne sie mit dem Feigenblatt der Wissenschaftlichkeit ausstatten,

Man kann es nicht, wie der neueste Unsinn aus der Gender-Kaderschmiede in Marburg zeigt, den wir auf der Seite der DGS, die einst Soziologen vertreten hat und heute zu einer Nickveranstaltung des politischen Zeitgeistes geworden ist, gefunden haben:

“ERFAHRUNGEN FACH SOZIOLOGIE MIT DISKURSEN ÜBER UND ARGUMENTATIONEN GEGEN GENDER STUDIES, FEMINISMUS UND GENDER MAINSTREAMING
Das Zentrum für Gender Studies der Universität Marburg forscht im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes „REVERSE“ zur Sicht von WissenschaftlerInnen auf Gender Studies, Feminismus und Gender Mainstreaming.

Die ForscherInnen des Projektes bitten die DGS-Mitglieder und LeserInnen der DGS-Website um die Beantwortung der folgenden Frage:
 Welche Erfahrungen gibt es im Fach Soziologie mit Diskursen über und Argumentationen gegen Gender Studies, Feminismus und Gender Mainstreaming?

Bitte richten Sie Ihre Antwort bis zum 31.01.2018 an Dr. Marion Näser-Lather: naeserm(at)staff.uni-marburg.de
Weitere Informationen zum Projekt “REVERSE” finden Sie im Anhang.”

Wir rufen alle Soziologen, die beim Versuch, mit Genderisten zu diskutieren, die Erfahrung gemacht haben, dass sie als Antwort auf ihre Kritik persönlich angegriffen wurden, diskreditiert wurden, dass man versucht hat, sie mundtot zu machen, ihnen nahegelegt wurde, die Universität zu wechseln, wie es einem männlichen Nachwuchswissenschaftler an der Frankfurter Universität geschehen ist, der eine fundierte Kritik zum Mythos „Gender Pay Gap“ publiziert hat, das sie zum Gegenstand einer Rufmordkampagne wurden, wie sie an der Universität Leipzig durchgeführt wurde und vieles mehr, sich bei der angegebenen eMail-Adresse zu melden. Vielleicht gelingt es auf diese Weise Marion Näser-Lather, die es zwar irgendwie zur Promotion geschafft hat, aber nicht zu wissen scheint, dass Wissenschaft nicht darin besteht, Vorurteile bestätigt zu bekommen, sondern darin, einen Forschungsgegenstand zu untersuchen, was es notwendig voraussetzt, ihn von allen Seiten zu betrachten, nicht nur von denen, die einem affektiv und ideologisch gerade in den Kram passen, ein wenig Nachhilfe in wissenschaftlichem Vorgehen, wissenschaftlicher Methode und wissenschaftlicher Lauterkeit zu geben.

Aber natürlich ist es kaum zu erwarten, dass sich jemand, der eine Vorstellung davon hat, was wissenschaftliche Lauterkeit ist, als Vasall für die dreckige Arbeit, die Ministerien zu vergeben haben, verdingt, für dreckige Arbeit, die darin besteht, unter dem Deckmantel der Finanzierung von angeblich wissenschaftlicher Forschung Indoktrinationsmaterial zu produzieren, mit dem der politische Gegner derer bekämpft werden kann, die ihren Hintern in Ministerien plattsitzen.

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#StopTheStupid – Wissenschaftliche Fakten sind nicht verhandelbar – Demokratie meint nicht die Herrschaft der Dummen

Das ganze Unglück hat mit dem Auszug des Konstruktivismus aus der Anstalt, in der er gepflegt wurde, in die Öffentlichkeit begonnen. Die fehlgeleitete Idee, man könne über die Realität diskutieren und aushandeln, was Fakt und was Fiktion ist, hat nicht nur die Grundlage dafür geschaffen, dass Wissenschaften erheblich an Ansehen verloren haben, sie ermöglicht es auch Interessenvertretern die Realität zu ihrem Vorteil zu verbiegen, in der begründeten Hoffnung, Anhänger zu finden. Nichtzuletzt hat der Konstruktivismus dazu geführt, dass jeder Hans meint, er könne bei allem mitreden, sich einbildet, er hätte zu allem eine Meinung oder müsse zu allem eine Meinung haben.

Dem ist nicht so.
Die Realität und die wissenschaftlichen Fakten, also das, was wir derzeit gesichert über die Realität wissen, sind nicht verhandelbar. Es ist nicht verhandelbar, dass die Erde eine Kugel mit Delle ist, es ist nicht verhandelbar, dass die Gravitation dafür verantwortlich ist, dass Irre nicht frei im Orbit unterwegs sind, und es ist nicht verhandelbar, das es kein Gender Pay Gap, keinen Insektozid, keine ausschließlich friedlichen Flüchtlinge und keine ausschließlich bösen Weißen gibt.

Dennoch gibt es Nuts, die darüber verhandeln wollen. Sie wollen uns weißmachen, die Erde sei eine Scheibe, ein Gender Pay Gap sei vorhanden oder weiße Menschen seien alle Rassisten. Dass es möglich ist, derartigen Junk in die Welt zu setzen, dass jeder Hans, dessen Selbstkontrolle nicht soweit entwickelt ist, dass er merkt, welchen Unsinn er erzählt, meint, er könne diesen Unsinn in die Welt posaunen, das ist das Ergebnis des Konstruktivismus.

Konstruktivisten haben die Wissenschaften beschädigt, indem sie behaupten, die Realität sei konstruiert, man könne kein gesichertes Wissen über sie sammeln. Sie haben die Gesellschaft beschädigt, weil sie den Eindruck vermitteln, man könne ohne Arbeit, Mühe und Leistung etwas erreichen, sich quasi zur Leistung konstruieren.

Konstruktivisten haben das Vertrauen in die Wissenschaft beschädigt, Fächer wie die Gender Studies, deren Haupttätigkeit darin zu bestehen scheint, a-normale Plattitüden in die Welt zu setzen und zu denken, man habe die Sicht auf die Realität revolutioniert, haben viel dazu beigetragen, Wissenschaft, Sozialwissenschaft in diesem Fall, lächerlich zu machen.

Das daraus entstandene Klima der Skepsis, das den Wissenschaften entgegenschlägt, nutzen Interessenvertreter aus, in dem sie wissenschaftliche Forschung, die ihnen nicht genehm ist, mit hanebüchenen Behauptungen, Fehlschlüssen ad hominem, genetischen Fehlschlüssen oder sonstigem Unsinn in Frage zu stellen versuchen, um ihre eigene Agenda zu befördern.

Das Klima der Skepsis gegen die Wissenschaft, es ist auch ein Nährboden für staatliche Institutionen und ihren Kampf gegen die Freiheit der Bürger. Eingriffe in bürgerliche Freiheiten werden immer häufiger. Begründungen dafür finden sich vornehmlich mit Bezug auf bürgerliches Fehlverhalten (die rauchen, trinken und machen Müll).

Instrumentell im politischen Klima der Skepsis gegen Wissenschaft, ist die fünfte Kolonne der Ministerien, die u.a. mit den Gender Studies in der Wissenschaft installiert wurden. Sie sind willfährige Diener dabei, Wissenschaft zu politischem Aktionismus zu diskreditieren, leisten wertvolle Zerstörungsarbeit mit ihren immer abstruseren Behauptungen, immer mit dem Ziel, Wissenschaft als Anker im Meer der Information zu diskreditieren und mit der eigenen politischen Agenda zu ersetzen.

Die politische Agenda, für die Konstruktivisten und Genderisten stehen, ist eine der Bewertung. Sie verbreiten keine Fakten, sie verbreiten Empfindungen, Gefühle, persönliche Assoziationen, Einstellungen und Hass auf alles, was dem widerspricht. Ihr Ziel ist der menschliche Zellhaufen, der sich über emotionale Stimuli steuern lässt, ohne dass Vernunft die Handlung beeinflusst. Wozu auch: Für sie ist Realität konstruiert, Ergebnis der Interaktion zwischen Menschen, und ihr Ziel besteht darin, ihre Version der Realität anderen zu oktroyieren. Zwang ist auch eine Form menschlicher Interaktion, das wird gerne vergessen.

Gemeinsam ist den Konstruktionen, die freien Individuen als die derzeit gültige Realität aufgezwungen werden soll, dass sie entweder als Heilslehre zur Emanzipation von XY verkauft werden oder als Variante der Demokratie, als gelebte Demokratie. Wenn 10.000 Gläubige an den nahen Atomtod gegen Atomkraft oder gegen Glyphosat demonstrieren, dann sei dies gelebte Demokratie, so wollen die Anbieter dieses Schlangenöls ihren Opfern weißmachen. Denn für sie ist die Realität verhandelbar, sie muss verhandelbar sein, denn nur wenn man durchsetzt, dass es möglich ist, über die Realität und wissenschaftliche Fakten zu streiten, kann man die eigene Irrlehre als Verhandlungsmasse einbringen und es zu einem demokratisches Recht machen, die Erde zu einer Scheibe zu erklären.

Die Realität ist aber nicht verhandelbar.
Die Wissenschaften haben über Jahrtausende Wissen akkumuliert, das man als gesichertes oder gut bestätigtes Wissen ansehen kann.
Darüber kann man nicht diskutieren.

[Komischerweise wollen Konstruktivisten immer nur über bestimmte Dinge diskutieren, während sie andere für bare Münze nehmen. Anti-Rassisten z.B., die gegen die weißen, alten Männer kämpfen, haben kein Problem damit, einen Computer für ihre Agitation zu benutzen, den es ohne weiße, alte Männer nicht gäbe.]

Es wird Zeit, die Wissenschaften zu rehabilitieren und die konstruktivistische Plage, die sich in Wissenschaften eingenistet hat, welche Form auch immer sie angenommen hat, aus den Wissenschaften zu vertreiben.

Eine rehabilitierte Wissenschaft führt dazu, dass es wieder möglich ist, sich ein eigenes Bild zu Themen zu machen, das auf dem Stand der wissenschaftlichen Forschung basiert.

Eine rehabilitierte Wissenschaft hat zur Konsequenz, dass die Einlassungen von Interessengruppen, seien es Greenpeace, Campact, Monsanto oder der Verband deutscher Apotheker aus der Bestimmung des Stands der wissenschaftlichen Forschung zu einem Gegenstand ausgeschlossen sind.

Eine rehabilitierte Wissenschaft reduziert diese Interessenverbände auf ihren Bereich der Vertretung von Interessen.

Eine rehabilitierte Wissenschaft ist natürlich nicht das, was manche einfachen Gemüter als Demokratie verkaufen wollen, den Zustand nämlich, in dem jeder meint, er könne seine Meinung zum besten geben, obwohl er keine Ahnung, keinerlei Information und keinerlei notwendige Kenntnis hat, um sich überhaupt eine Meinung zu bilden, denn eine Meinung ist nicht jeder Satz, der durchs Gehirn pfeift, eine Meinung ist eine Aussage, die auf Informationen und Kenntnissen begründet ist. Die AfD ist blöd, ist keine Meinung. Die SPD ist auf dem absteigenden Ast, denn sie hat in 35 Jahren rund 25% an Wählerstimmen verloren, das ist eine Meinung.

Es wird Zeit, die Fühler, Empfinder und sonstigen intuitiven Erleber der Realität in die Schranken ihres eigenen Geistes zurückzuverweisen und begründete Aussage darüber, wie Dinge sind, welche Konsequenzen sie haben und was man daraus folgern kann, denen zu überlassen, die sich der Mühe unterzogen haben, Informationen zu dem infrage stehenden Gegenstand zu sammeln und sich Kenntnisse zu erwerben. Prinzipiell steht diese Möglichkeit jedem offen. Das ist das demokratische an der Wissenschaft. Auch die Aushandlungsprozesse in der Wissenschaft, sind insofern demokratisch als sie an Kriterien und Methoden ausgerichtet sind, die jeder erlernen kann.

Die Demokratie endet jedoch da, wo es zum demokratischen Recht erklärt werden soll, über die Realität abstimmen zu wollen. Ab diesem Punkt wird Wissenschaft zum Herrschaftsmittel derer, die sich über die wissenschaftlichen Fakten informiert haben, über diejenigen, die sich nicht darüber informiert haben. Das Schöne an diesem Herrschaftsmodell ist, jeder hat die Möglichkeit, sich zu informieren… Deshalb ist es so wichtig, dass Wissenschaft und ihre Ergebnisse für jeden zugänglich sind, dass Wissenschaft nicht von Staaten monopolisiert wird und dass der wissenschatfliche Erkenntnisprozess frei ist von Einflusnahme durch Interessenverbände oder Parteien. Deshalb kann sich Wissenschaft nur in einem Klima des Liberalismus, in dem Arbeitsteilung herrscht und jede Form von Kritik (also Kritik als begründete, logisch korrekte Aussage, nicht als: das ist Mist) möglich ist, entwickeln. 

Aus den Gründen, die wir hier dargelegt haben, unterstützen wir die Aktion von David Zaruk, der 2018 zum Jahr der Vernunft machen will, dem Jahr, in dem es gelingt, die Dummen zu stoppen und die Wissenschaft wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen.

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