Insektenausrottung vertagt: RWI bestätigt Kritik von ScienceFiles

Aus Lust, große Katastrophen, das vor der Tür stehende Aussterben von Spezies, die Vergiftung ganzer Habitate oder den Untergang des Planeten zu beschwören, haben sich Aktivisten und Journalisten kürzlich zusammengetan, um die Population der Fluginsekten in Deutschland um 76% zu reduzieren und das Ende der Bestäubung anzukündigen. Diese Lust, sich in Horrorszenarien hinein zu steigern, ist etwas, was uns schon lange fasziniert. Ob es um Homosexuelle geht, die sich partout häufiger selbst das Leben müssen als andere, obwohl die Daten diese Behauptung in keiner Weise belegen oder ob es eben um Fluginsektensterben geht, immer scheinen diejenigen, die sich angeblich um Fluginsekten oder Homosexuelle sorgen, besondere Lust daraus zu gewinnen, so viele wie nur möglich von denen, zu deren verbalen Beschützern sie sich auserkoren haben, tot zu sehen.

Ein angeblich vom Aussterben bedrohtes Fluginsekt, das Hallmann et al. im Datensatz haben

Es ist eine morbide Lust an der Katastrophe, die vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass die eigene Leistung als verbaler Mahner vor dem Ende der Welt (wie wir sie kennen) als mit der Größe der Gefahr zunehmend wahrgenommen wird. Wir haben es hier mit einem bekannten Missverständnis zu tun, das Menschen denken lässt, Heldentum könne auch verbal erfolgen.

Wie dem auch sei.

Wir waren die einzigen, die gegen den Strom der Aufgeregten und die vielen Auguren der nahenden Katastrophe eingewandt haben, dass die Daten, die zur Vorhersage der Apokalypse der Fluginsekten genutzt werden, diese Apokalypse nicht stützen. Vielmehr stützen die Daten dann, wenn man sie mit der Interpretation, die vor allem Caspar A. Hallmann vorgenommen hat, vergleicht, die Ansicht, dass hier die wissenschaftliche Lauterkeit zu Gunsten anderer Erwägungen vernachlässigt wurde.

Unsere gesamte Kritik kann hier nachgelesen werden.

Heute hat nun das RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, vertreten durch den Statistikprofessor Walter Krämer unsere Einschätzung bestätigt und seinerseits eine mit unserer gleichlautende Kritik an der Studie von Hallmann et al. und vor allem der Behauptung, rund 76% der deutschen Fluginsekten wären bereits verstorben, angebracht. Die Kritik aus dem RWI verweist einerseits darauf, dass man aus wenigen, punktuell gewonnenen Daten keine Aussagen über ganz Deutschland ableiten könne. Sie verweist andererseits darauf, dass der 76%ige Rückgang der Fluginsekten, dann, wenn man andere Jahre als die von den Forschern genutzten, zu Grunde legt, viel geringer ausfällt.

Stammleser werden sich erinnern: Wir haben anstelle der wenigen Datenpunkte des Jahres 2016, die Hallmann et al. für ihr Schreckensszenario nutzen, unsere Berechnung auf die viel bessere Datengrundlage des Jahres 2014 gestützt und sind zu einem Rückgang von rund 22,8% gelangt. Krämer und sein Team beim RWI haben einen anderen Weg gewählt und das Anfangsjahr variiert. Sie vergleichen nicht die Daten für das Jahr 1989 mit den Daten für das Jahr 2016 sondern die Daten für das Jahr 1991 und kommen zu einem Rückgang von rund 30%, ebenfalls deutlich weniger als die Primärforscher.

Krämer et al. im O-ton:
„Genauso wichtig für die Bewertung der „76 Prozent“ ist aber auch ein allgemeines Prinzip des kritischen Denkens: Jede berichtete Abnahme zwischen zwei Zeitpunkten hängt davon ab, welchen Anfangszeitpunkt man wählt. Dies gilt besonders bei drastisch schwankenden Werten, wie bei Börsenkursen und Biomassen von Insekten. Hätte man das Jahr 1991 statt 1989 als Anfangspunkt gewählt, dann wären es statt 76 Prozent weniger Insekten nur etwa 30 Prozent weniger gewesen. Das ist immer noch ein Anlass zum Nachdenken über die Ursachen – eine Frage, worauf die Studie keine Antwort findet. Es ist aber auch ein Anlass darüber nachzudenken, warum man immer wieder versucht, uns mit möglichst erschreckenden Zahlen Panik zu machen.“

Wir nehmen die Frage zum Ende des zitierten Absatzes zum Anlass, um eine weitere Frage zu ergänzen: Sind deutsche Journalisten, die ja maßgeblich daran beteiligt sind, die von Hallmann et al. übertriebenen Daten von der Hysterie zur Panik und zum drohenden Untergang des Deutschen Ackerbaus weiterzuentwickeln wirklich zu dumm, um einfache statistische Zusammenhänge zu prüfen bzw. wissenschaftliche Studien daraufhin abzuklopfen, ob man ihren Ergebnissen trauen kann oder nicht? Oder sitzen in den Redaktionen tatsächlich und fast ausschließlich Verschwörungstheoretiker, die an dunkle Mächte der kapitalistischen Umweltzerstörung glauben, deren Ziel darin besteht, die Erde in eine Wüste zu verwandeln.

Beide Alternativen sind nicht unbedingt erfreulich…

Was die Wissenschaftler um Caspar A. Hallmann  angeht, so kann man nun, nachdem die Studie von zwei Seiten geprüft und jedes Mal dasselbe Ergebnis dabei herausgekommen ist, mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sie mit wissenschaftlicher Lauterkeit wenig am Hut haben.

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Das große Insektensterben – oder doch nicht?

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Das große Insektensterben – oder doch nicht?

Deutschland ist angeblich auf dem Weg zum insektenlosen Gebiet. Die mediale Panik, sie ist in vollem Schwung, nachdem ein „renommiertes Wissenschaftsjournal“, eine Wertung, die die Grünen immer dann zuschreiben, wenn ihnen die publizierten Ergebnisse in den Kram passen, einen Artikel veröffentlicht hat, in dem die Ergebnisse einer Studie beschrieben werden, die 27 Jahre umfasst.

„Am 18. Oktober 2017 hat ein renommiertes Wissenschaftsjournal eine Studie veröffentlicht, die das rasante Insektensterben ein weiteres Mal eindeutig belegt. 76 Prozent weniger Insekten – in Teilen sogar bis zu 82 Prozent weniger – wurde in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 festgestellt.“

Auf Plos One, dem renommierten Wissenschaftsjournal der Grünen, findet man dann tatsächlich einen Text mit dem Titel „More than 75 percent decline over 27 years in total flying inscet biomass in protected areas“. Verfasst hat diesen Text Caspar A. Hallmann unter Beihilfe von 11 weiteren Autoren. Und seit seiner Veröffentlichung macht der Text Furore:

Damit wäre ein weiterer Beleg dafür geführt, dass Medienvertreter vor allem dann in ihrem Element sind, wenn sie schlechte Nachrichten verbreiten können. Aber wer von ihnen hat die Studie denn überhaupt gelesen? Manche Beiträge, z.B. der Beitrag in der Welt, zeichnen sich durch eine recht hohe Sachkundigkeit aus, scheinen diese aber ausschließlich aus den Angaben von Caspar A. Hallmann zu beziehen, und Hallmann hat natürlich kein Interesse daran, auf die Schwächen seiner Studie hinzuweisen.

Deshalb machen wir das.

Vorweg: In den Daten von Hallmann et al. findet sich ein Rückgang der Insekten-Biomasse. Das ist unbestritten. Die Frage ist, was bedeutet dieser Rückgang und welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

1. Kann man die Daten auf Prozentwerte (75% weniger Insekten-Biomasse in 27 Jahren) herunterbrechen?

Um Aussagen darüber machen zu können, wie sich eine Variable (die Anzahl der Insekten) über Zeit verändert hat, benötigt man so genannte longitudinale Daten, also hier: Messungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten an denselben Orten durchgeführt wurden. Hallmann et al. haben keine longitudinalen Daten und schreiben das auch selbst: „Our data do not represent longitudinal records at single sites, suitable to derive location specific trends“. Vielmehr basieren die Aussagen von Hallmann et al. auf Daten, die von 1989 bis 2016 jährlich an zwischen einem und 23 Orten, im Durchschnitt an 3,5 Orten pro Jahr gesammelt wurden. Dabei sind 1.503 Stichproben zusammen gekommen, 56 pro Jahr, 16 pro Ort. Dass im Schnitt für 27 Jahre nur 16 Stichproben pro Ort zusammengekommen sind, zeigt, dass Messungen in der Regel nicht an den selben Orten durchgeführt wurden, so dass das beste, was man über die Daten von Hallmann et al. sagen kann, in der Feststellung besteht, dass die Autoren für 27 Jahre Daten an verschiedenen Orten gesammelt haben, von denen nicht bekannt ist, ob sie in irgend einer Weise für Deutschland repräsentativ sind. 57 Orte, an denen Daten gesammelt wurden, befinden sich in Nordrhein-Westfalen, einer in Rheinland-Pfalz und fünf in Brandenburg, wie im Anhang zum Beitrag von Hallmann et al. beschrieben. Ob Informationen, die an 57 Orten in Nordrhein-Westfalen gewonnen wurden, auf Bayern oder den Schwarzwald übertragbar sind, ob ein Ort in Rheinland-Pfalz Aussagen für ganz Rheinland-Pfalz ermöglicht, ist eine Frage, die wir klar mit nein beantworten. Daraus folgt, dass man die Ergebnisse, die Hallmann et al. berichten NICHT auf Deutschland übertragen kann. Tatsächlich haben sie einen Rückgang von Insekten nicht einmal für alle die Orte festgestellt, die sie untersuchen, sondern nur für einige Orte, die sie untersucht haben.

 

2. Kann man den Rückgang der Insekten, den Hallmann et al. behaupten, so wie sie ihn behaupten, behaupten?

Um zu den dramatischen Zahlen von 75% Insektenrückgang zu gelangen, haben Hallmann et al. im Wesentlichen die Daten, die ihnen für die Jahre 2016 und 1989 zur Verfügung stehen, voneinander subtrahiert (9). Sie haben somit stillschweigend vorausgesetzt, dass Insektensterben ein linearer Prozess ist, der sich entsprechend auch linear beschreiben lässt. Indes, hätten sie das Insektensterben auf Grundlage der Jahre 2014 und 1989 berechnet, das Insektensterben wäre um 70% geringer ausgefallen, also nicht 75% der Insekten, die noch 1989 gezählt wurden, wären gestorben, sondern rund 22,8%. Entsprechend müssen die restlichen 53,2% zwischen den Jahren 2014 und 2016 gestorben sein, was einen exponentiellen und keinen linearen Verlauf voraussetzen würde, der in den Daten von Hallmann et al, wie sie in Tabelle 1 dargestellt sind, nicht auffindbar ist. Kurz: Die Autoren scheinen hier etwas dramatisiert zu haben, was insofern nicht nachvollziehbar ist, als das Jahr 2014 die mit Abstand beste Datenlage aller Meßzeitpunkte aufweist. 23 Orte, an denen Stichproben zur Insekten-Population genommen wurden, und 348 Stichproben hätten zur Verfügung gestanden, um Aussagen über ein Insektensterben zu machen, das mit 22,8% allerdings deutlich geringer ausgefallen wäre. Also haben sich Hallmann et al. mit den 7 Orten, an denen 2016 nur 62 Stichproben gewonnen wurden, begnügt und können zur Belohnung ein Insektensterben von 75% verkünden. Man sieht, wie abhängig die Behauptungen, die auf Grundlage von Daten erhoben werden, zuweilen von den Absichten der Forscher, die die Behauptungen erheben, sind. Kurz: Zu behaupten, dass in Deutschland die Zahl der Insekten in den letzten 27 Jahren um 76% zurückgegangen wäre, ist unlauter und durch die Daten von Hallmann et al. in keiner Weise gestützt. Was man sagen kann ist, dass die Daten von Hallmann et al. einen Rückgang für manche Orte, an denen Daten gesammelt wurden, zeigen.

 

3. Kann man der Arbeit von Hallmann et al. Informationen über die Ursachen des Rückgangs von Insekten entnehmen.

Noch ein Fluginsekt, das Hallmann et al. im Datensatz haben

Nein. Und die Autoren sagen das auch deutlich, denn sie finden keinen Zusammenhang mit Klimawandel und auch keinen mit landwirtschaftlicher Bewirtschaftung und schon gar keinen mit Glyphosat. Dieser Zusammenhang ist ausschließlicher Bestandteil der Phantasie der Grünen, die wieder einmal eine Studie für ihre Zwecke missbrauchen. Liest man die entsprechende Studie, dann finden sich statt dessen Aussagen wie: „In light of previously driving mechanisms, our analysis render two of the prime suspects, i.e. landscape and climate change as unlikely explanatory factors for this major decline in aerial insect biomass …“ (15) Und: Agricultural intensification (e.g. pesticide usage …) that we could not incorporate in our analyses, may form a plausible cause … “ (15). Allerdings haben die Autoren, wie sie feststellen, keine Daten, die die “plausible Ursache“ dingfest machen. Vielmehr rufen sie zum Abschluss ihres Beitrags explizit dazu auf, die Ursachen des Insekten-Rückgangs, den sie dramatisch nennen, zu untersuchen.

Die Dramatik der Studie von Hallmann et al. besteht nun weniger in dem angeblichen Rückgang von 75% als darin, dass die Annahmen, die gemacht wurden, um diese 75% zu errechnen, eher windig zu nennen sind und darin, dass man auf Grundlage der Daten von Hallmann et al. doch viel Bereitschaft mitbringen muss, über schiefe und fehlende Verteilungen und Probleme der Auswahl hinweg zu sehen, um zu dem Ergebnis zu kommen, das Hallmann et al. popularisieren und das deutsche Medien in ihrer Gier nach Schreckensszenarien natürlich verbreiten.

Um nicht missverstanden zu werden: Wir würden auch einen Rückgang von Insekten-Biomasse auf Basis der Daten von Hallmann et al. feststellen, aber einen deutlich geringeren und einen auf die Orte, an denen die Beobachtung wiederholt gemacht wurde und das waren nur 26 Orte insgesamt, reduzierten. Damit ist natürlich die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse nicht gegeben und die Dramatik beim Teufel. Dafür haben wir die wissenschaftliche Lauterkeit wiederbelebt. Unabhängig davon ist es in jedem Fall ein Verdienst dieser Studie, Fragen aufgeworfen zu haben.

Zu den selben Ergebnissen kommt mittlerweile auch das RWI Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

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Wissenschaftliche Revolution abgesagt: Daten falsch!

Gerade haben Catherine Gunzenhauser, Henrik Saalbach und Antje von Suchodoletz eine kleine wissenschaftliche Revolution verkündet. In der März-Ausgabe von PsyCh, der ersten psychologischen Zeitung Chinas, die von Wiley verlegt wird, haben sie gerade erst die Revolution verkündet, und nun haben sie sie wieder abgesagt.

Datenfehler.

Studien, die die Fähigkeit von Kindern im Grundschulalter, ihr Verhalten selbst zu regulieren, die Leistung von deren Arbeitsgedächtnis oder deren kognitive Flexibilität untersuchen, kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass Mädchen weiter entwickelt sind als Jungen, dass Mädchen in den entsprechenden Tests bessere Leistungen erbringen als Jungen. Gunzenhauser, Saalbach und von Suchodoletz von der Universität Leipzig sind zum gegenteiligen Ergebnis gelangt.

“With respect to the second goal, our results indicate that boys might outperform girls with regard to inhibitory control/cognitive flexibility and behavioral self-regulation at both time-points.”

Dieses Ergebnis, wie gesagt, ist überraschend, steht es doch im Widerspruch zu bisheriger Forschung. Entsprechend sind auch Gunzenhauser, Saalbach und von Suchodoletz zunächst überrascht.

„The results were somewhat surprising given that prior studies with preschool and adolescent samples have suggested advantages for girls (Duckworth & Seligman, 2006; Matthews et al., 2009; Ponitz et al., 2009). The similar pattern of results across measures (computer-based tasks versus caregiver rating) indicates that our findings are not a result of methodological particularities of the measures.”

Manche Forscher zeichnen sich dadurch aus, dass sie selbst überraschende Ergebnisse so interpretieren können, dass sie am Ende denken, es habe für die ursprüngliche Überraschung gar keinen Anlass gegeben, ja die Ergebnisse seien eigentlich gar nicht überraschend, wenn man nur lange genug daran heruminterpretiert. Gunzenhauser, Saalbach und von Suchodoletz gehören zu diesen Forschern:

“Indeed, recent findings suggest that the sex gap in self-regulation decreases among elementary school children. The longitudinal study of children in Germany aged 5–6 years (Gunzenhauser & von Suchodoletz, 2015) documented that girls outperform boys with regard to self-regulation at age 4 years, but that boys catch up during the following year and the previously observed sex difference no longer existed at age 6 years. While this study did not follow children into elementary school, it seems plausible to assume that boys maintain a faster growth rate in self-regulation. Thus, at some point during the early elementary school years, the advantage for girls might turn into an advantage for boys. Further support for this assumption comes from the PIRLS Study (Bos et al., 2012). Specifically, results document a significant decrease in female students’ advantage in literacy skills from the beginning of the PIRLS in Germany (Bos et al., 2012). Notably, we did not find any influences of child sex on growth in self-regulation over the course of the third school year. This finding might indicate that the male advantage in self-regulation growth (that might have enabled boys to catch up on and even exceed the self-regulation skills of their female counterparts over the course of the preschool and early elementary school period) vanishes towards the end of elementary school. Consistently, evidence from the United States among middle-school students (Duckworth & Seligman, 2006) indicates better self-regulation in girls than in boys. It is up to further research to investigate sex differences over a longer period of time to improve understanding of variability in the timing and strength of sex differences in various self-regulation components and across sociocultural contexts. As a preliminary conclusion, the findings from various countries and different age groups suggest that boys’ disadvantages in self-regulation may neither be a universal nor an unchangeable phenomenon. Reflecting on practical implications, self-regulation skills are an important resource for optimal cognitive and social-emotional functioning at all stages of life and should be supported in girls and boys alike to promote their healthy development.”

Man kann in diesen Zeilen den Prozess, in dessen Verlauf die drei Autoren sich selbst davon überzeugen, dass ihre überraschenden Ergebnisse gar nicht überraschend sind, sehr gut nachvollziehen.

Nun gibt es auch andere Forscher, Wissenschaftler, die überraschende Ergebnisse zunächst einmal zum Anlass nehmen, die Daten und vor allem deren Kodierung zu prüfen. Hätten Gunzenhauser, Saalbach und von Suchodoletz das getan, viel Peinlichkeit wäre ihnen erspart geblieben, denn sie hätten bemerkt, dass das überraschende Ergebnis dadurch zustande gekommen ist, dass die Kodierung von Jungen und Mädchen vertauscht wurde. Entsprechend haben die Autoren die Ergebnisse für Mädchen als die Ergebnisse von Jungen interpretiert und umgekehrt.

Nichts ist es, mit der schönen Interpretation und auch die kleine Revolution musste abgesagt werden: Jungen bleiben mit Blick auf ihre Selbstbeherrschung, kognitive Fähigkeiten und Gedächtnisleistung im Grundschulalter hinter Mädchen zurück. Die bisherige Forschung ist bestätigt.

Manchmal besteht der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg nur aus einem binären Zeichen … Die Binarität des wissenschaftlichen Erfolgs, wenn man so will. Zur Ehrrettung der drei Leipziger Autoren muss man noch anführen, dass sie selbst nach Monaten den Fehler entdeckt und veranlasst haben, dass ihr zu diesem Zeitpunkt längst veröffentlichter Text zurückgezogen und durch eine richtige Version ersetzt wurde.

Gunzenhauser, Catherine, Saalbach, Henrik & von Suchodoletz, Antje (2017). Boys have caught up, family influences still continue: Influences on executive functioning and behavioral self-regulation in elementary students in Germany. PsyCh 6(1): 29-42.

Wer bezahlt bestimmt! “Gutachter”: Der Münchner Amokläufer war ein Rechter!

Zwei Bemerkungen vorweg:

(1)
Es gehört zu den schlechten Angewohnheiten, die jeden Stil vermissen lassen und die mit wissenschaftlicher Lauterkeit überhaupt nicht vereinbar sind, dass in Deutschland seit einiger Zeit die öffentliche Meinung mit Studien beeinflusst werden soll, die „exklusiv“ bestimmten Zeitungen bekannt sind, die noch nicht veröffentlicht sind und deren wissenschaftlicher Wert daher nicht geprüft werden kann. Man muss annehmen, dass die Hoffnung der Verantwortlichen ist, den öffentlichen Diskurs in ihrem Sinne zu beeinflussen, bevor es möglich ist, die vermeintliche Studie, die angeblich belegt, was behauptet wird, zu prüfen und zu analysieren, ob die medialen Behauptungen durch die vermeintliche Studie überhaupt gestützt werden.

Das, wie gesagt, ist mindestens schlechter Stil und wenn es im Einverständnis mit den angeblichen Wissenschaftlern erfolgt, die die Studie zu verantworten haben, dann ist es zudem ein Verstoß gegen die wissenschaftliche Lauterkeit und leicht als Versuch zu identifizieren, sich selbst durch in der Regel politisch korrekte Inhalte am Zeitgeist anzubiedern, sich zu produzieren und ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu befördern.

(2)
Irgendwie gibt es in Deutschland eine Clique von Leuten, deren ganzes Wohl und Wehe davon abhängt, dass sie Tote oder Opfer zuschreiben können. Wir erinnern uns noch an eine eher groteske Diskussion, die Dr. habil. Heike Diefenbach mit einem Aktivisten aus dem Bereich der LSBusw führen musste, der partout darauf bestehen wollte, dass sich LSBusw. häufiger selbst umbringen als andere Menschen. Dass die Forschung dies in keiner Weise bestätigt und die daraus folgende Tatsache, dass Homosexuelle sich nicht häufiger das Leben nehmen als andere Menschen eigentlich ein Grund zur Freude ist, hat den entsprechenden Aktivisten nicht versöhnt. Er wollte Tote sehen und zählen, vermutlich, um sie im politischen Kampf einzusetzen, dem politischen Kampf, der um Steuermittel geführt wird (Dr. habil. Heike Diefenbach spricht hier von shielding corpses, eine Variante der human shields).

Mit Toten oder Opfern, die ideologischen Überzeugungstätern anheim fallen, ist es ebenso. Eine Clique von Leuten kann nicht ruhen, bis sie die entsprechenden Opfer zugeordnet hat und darauf verweisen kann, dass Rechte aber zwei Opfer mehr zu verzeichnen haben als Linke. Auch dieses makabre Schauspiel dient der Beschaffung von Munition, die sich einsetzen lässt, um z.B. die Notwendigkeit eigener Finanzierung aus Geldern der Steuerzahler zu begründen, wobei natürlich der Kampf gegen die rechte Gefahr der zu finanzierende Gegenstand ist.

Eines jener grotesken Schauspiele kann man derzeit in München bewundern.

Dort hat die Süddeutsche Zeitung aus einem Gutachten berichtet, das erst am Freitag veröffentlicht wird. Das Gutachten wurde von der „Fachstelle für Demokratie der Stadt München“ in Auftrag gegeben. Die Fachstelle, so kann man hier bereits feststellen, hat zu viel Geld, so viel, dass sie es aus dem Fenster werfen kann.

Gegenstand des vermeintlichen Gutachtens ist der Amoklauf von David S., wie David Sonboly in deutschen Medien immer noch heißt, in dessen Verlauf Sonboly u.a. neun Menschen im Münchner OEZ ermordet hat. Die Frage, die die Fachstelle begutachten lassen wollte, ist nicht etwa die Frage, wie man derartige Amokläufe verhindern oder was man aus dem Münchner Amoklauf lernen kann. Es ist auch nicht die Frage, ob man durch welche Vorkehrungen auch immer den Amoklauf hätte verhindern können. Und es ist schon gar nicht die Frage, welche Konsequenzen der Amoklauf für alle, die durch ihn viktimisiert wurden, hat. Nein, Opfer sind nicht das, was die Fachstelle für Demokratie interessiert. Prävention ist es auch nicht. Die Fachstelle für Demokratie der Stadt München verschwendet ihr Geld lieber dafür zu klären, ob der Täter ein rechts motivierter Täter war, ob seine politische Einstellung eine rechte Einstellung war.

Um diese Frage deren ausstehende Antwort in Deutschland bereits Millionen um den Schlaf gebracht haben dürfte, zu beantworten, hat die Fachstelle in München eine mindestens fünfstellige Summe eingesetzt und gleich drei Gutachter beauftragt, die lebenswichtige, ja für Münchens Bestand bedeutende Frage zu klären.

Bei den Gutachtern handelt es sich um gute Bekannte.

  • Matthias Quent: Er leitet das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft und ist ein Angestellter der Amadeu-Antonio-Stiftung
  • Christoph Kopke: Er ist seit kurzem Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und war jahrelang als Mitarbeiter im Zentrum für jüdische Studien Berlin Brandenburg beschäftigt.
  • Florian Hartleb ist derzeit noch ein Einzelkämpfer, der sich in Kemper-Manier als Publizist für Fragen von Rechtspopulismus usw. durchschlägt und es in den Dunstkreis der Bertelsmann-Stiftung geschafft hat.

Und diese drei haben die für München so wichtige Fragestellung, der die ARD entsprechend einen langen Bericht widmet, beantwortet.

David Sonboly sei politisch (rechts) motiviert gewesen, er war ein Rechtsterrorist.

Nun, da wir wissen, dass David Sonboly ein rechts motivierter Täter war, können wir wieder ruhig schlafen. Die Opfer werden aus ihren Gräbern auferstehen, die Verletzten ihre Verletzungen vergessen, die Angehörigen freudig die Kunde hören und die Fachstelle für Demokratie in München, sie wird am Freitag, wenn das angebliche Gutachten tatsächlich veröffentlicht wird, von ganz selbstgewichtigen Menschen bevölkert werden, denn: Sie haben etwas bewegt. Sie haben die Welt verändert. David S. war ein Rechtsterrorist. Klasse!

Makaber oder gar verantwortungslos?
In jedem Fall haarig, wenn man das Wenige, was bislang vom „Gutachten“ bekannt ist, in Rechnung stellt:

Obwohl die Eltern von David Sonboly. iranischer Nationalität sind, gilt Sonboly den Gutachtern als Ausländerfeind, der München vor Überfremdung sichern will. Er habe beweisen wollen, „ein echter Deutscher“ zu sein.

Aussagen wie diese muss man sich merken, um sie in Seminaren verwenden zu können, handelt es sich doch um Aussagen, die man nicht widerlegen kann, um Tautologien, die in der Wissenschaft nichts zu suchen haben, denn Wissenschaftler wollen wissen, ob der Hahn durch sein Gekrähe das Wetter vorhersagen kann. Sie sind nicht mit Sätzen wie: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“, zufrieden. Bei der Fachstelle für Demokratie in München scheint das anders zu sein, so lange die politisch motivierten Schlussfolgerungen des Gutachtens mit dem Auftragsziel übereinstimmen.

Dass David Sonboly keinerlei Verbindung zu terroristischen Organisationen hatte, dass er ein Einzelkämpfer war, der keinerlei institutionelle Unterstützung hatte, dass er alles in Eigenarbeit geleistet hat, das ändert nichts daran, dass er den Gutachtern als Terrorist gilt. Sie führen extra eine neue Kategorie für ihn ein, den einsamen, wölfischen Rechtsterroristen. Nicht einmal das Fehlen jeglicher Verbindung zu rechtsextremistischen Gruppen kann Sonboly vor dieser Einschätzung retten. Er ist ein Rechtsterrorist. Dass Terrorismus dadurch definiert ist, dauerhaft auf das öffentliche Leben einen Effekt auszuüben, um u.a. Regierungen dazu zu zwingen, die Ziele, die Terroristen verfolgen, umzusetzen, dass Terrorismus deshalb per definitionem ein auf Dauer angelegtes und Organisation voraussetzendes Unternehmen ist, das schießen die Gutachter einfach so in den Wind. Wen kümmert es, dass damit mehr als 75 Jahre sozialwissenschaftliche Forschung vom Tisch gewischt werden. Wenn es darum geht, David Sonboly. als Rechtsterroristen zu stempeln, dann ist die wissenschaftliche Forschung eher hinderlich.

Und so wissen wir jetzt, dass David Sonboly keines der Kriterien erfüllt, die man der Einordnung einer Tat als rechtsextremistisch motiviert oder als Ergebnis terroristischer Planung zu Grunde legt, aber dennoch wird seine Tat rechtsextremistisch motiviert und Rechtsterrorismus konstruiert und aufgebauscht.

Es lebe der Wahnsinn, der etwas und sein Gegenteil in gleicher Weise für gegeben hält. Nieder mit dem Satz der Identität, der behauptet, etwas könne nicht gleichzeitig es selbst und sein Gegenteil sein. Wenn es darum geht, Steuerzahlers Mittel zu verprassen, dann sind Logik, Anstand und Lauterkeit nur hinderlich.

So liest man in der ARD, dass einer der drei Gutachter den folgenden Unsinn von sich gegeben hätte: „Dass S. keine Verbindung zu rechtsextremen Gruppen pflegte, sei kein Beleg, dass er kein Terrorist sei“. Der logische Stellenwert dieses Satzes wird am besten deutlich, wenn man ihn umformt und schreibt, dass die Tatsache, dass der Gutachter keine Verbindung zur Mensa hat kein Beleg dafür ist, dass er kein Idiot ist.

Aber wir alle fühlen uns jetzt besser, nun, da wir wissen, dass David Sonboly ein Rechtsterrorist gewesen sein soll, dass seine tat rechtsextremistisch motiviert gewesen sein soll – oder? Und während wir uns besser fühlen, bedienen sich die Mitglieder der nepotistischen Strukturen, deren Leben dem verbalen Kampf gegen den Rechtsextremismus gewidmet ist, weiterhin aus Steuergeldern.

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Politische Korrumpierung der Wissenschaft: Wie Politiker sich Legitimation für ihre Spleens beschaffen: vom Klimawandel bis zu Gender Studies

Ministerien und Ämter, die sich genehme Studien an Hochschulen bestellen.
Ministerien, die ihnen genehme Studiengänge (wie die Gender Studies) an Hochschulen installieren und fördern.
Ministerien, die Programme auflegen, um die Vergabe von Positionen an Hochschulen nach ihrem Willen zu beeinflussen.
Internationale Organisationen, wie die Europäische Union, die ihre eigene Forschung an Hochschulen finanzieren.
Stiftungen, die von Ministerien finanziert werden und einen Teil dieser Finanzierung benutzen, um ihrerseits genehme Studien an Universitäten zu beauftragen.

Medien, die die produzierten Studien willig aufnehmen und als Wahrheit oder Stand der Forschung darstellen und verbreiten, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, die Qualität der Auftragsforschung auch nur in Zweifel zu ziehen.

Im Gegenteil: Mutige Einzelkämpfer, Wissenschaftler, die die angeblichen wissenschaftlichen Ergebnisse in Frage stellen oder kritisieren, werden entweder in den Mainstream-Medien lächerlich gemacht, als Verschwörungstheoretiker oder Spinner hingestellt oder ihre kritischen Einwände werden gleich gar nicht erst berichtet.

Die Entwicklung ist erschreckend.

framingDie Politisierung der Wissenschaft hat dazu geführt, dass Wissenschaftler zu Vasallen der Politik verkommen sind, die in vorauseilendem Gehorsam den Klimawandel beschwören, die gegen Rechtsextremismus agitieren, die dem Sozialismus das Wort reden, die Studenten zu politischen Aktivisten und Claqueuren erziehen, die über keinerlei Urteilsvermögen mehr verfügen; ganz zu schweigen von den Methoden der wissenschaftlichen Erkenntnis und der Überprüfung der entsprechenden Erkenntnis.

Die Wissenschaft liegt danieder. Der Eindruck drängt sich auf.
Denn der Treibstoff von Wissenschaft ist Kritik, ist Widerspruch.
Aber Kritik und Widerspruch sind nicht erwünscht, werden von den Dogmatikern und religiösen Fanatikern, die sich an Hochschulen breit gemacht haben, rigoros bekämpft.

Wer Kritik an den Gender Studies übt, z.B. in dem er darauf hinweist, dass die Gender Studies nichts von dem haben, was ein wissenschaftliches Fach eigentlich auszeichnet, der ist ein Frauenfeind, ein Anti-Feminist oder ein Maskulist.

Wer Kritik an der hysterischen Geldverschwendung im Bereich des gegen Rechts gerichteten universitären Aktivismus übt, der wird als Rechtsextremist oder als Rechten-Versteher abgekanzelt.

Wer die herrschende Meinung in der Archäologie in Zweifel stellt und behauptet, die Sphinx sei deutlich älter als von Mainstream-Wissenschaftlern behauptet, der wird aus der Wissenschaft gemobbt und isoliert.

Wer es wagt, das Narrativ vom menschengemachten Klimawandel in Frage zu stellen, der wird öffentlich in einer Weise hingerichtet, die keinen Zweifel daran lässt, dass das, was als Wissenschaft verkauft werden soll, das, was Politiker benutzen, um ihre politische Agenda mit wissenschaftlicher Legitimation zu versehen, gar nichts mit Wissenschaft zu tun hat, denn: Wissenschaft lebt von Kritik und Widerspruch.

Ein Wissenschaftler, dessen Theorie über Klimawandel kritisiert wird, würde sich darüber freuen, denn sein Herz hängt nicht so sehr an seiner Theorie, als an der Erklärung des Phänomens. Deshalb hat er seine Theorie aufgestellt: Um ein Phänomen zu erklären. Kritik an seiner Theorie ist ihm also willkommen, kann er doch durch Kritik und nachfolgende Prüfung, entweder eine Schwachstelle seiner Theorie beseitigen oder seine Theorie gegen die Kritik verteidigen. In beiden Fällen geht seine Theorie gestärkt aus der Kritik hervor.

Das ist die Systematik von Wissenschaft, die Systematik, die von Politikern und ihren pseudo-wissenschaftlichen Helfershelfern unterdrückt werden soll, deren Ziel nicht darin besteht, ein Phänomen mit einer Theorie zu erklären, sondern sich einer Theorie zu bemächtigen, sie für wahr zu erklären und vor den Karren der eigenen Interessen zu spannen. Politik hat Wissenschaft als Legitimationsbeschaffer entdeckt. Kein politischer Spleen, für den sich nicht wissenschaftliche Legitimation beschaffen ließe, also Legitimation dadurch, dass man sich einen Wissenschaftler kauft, der die gewünschten Ergebnisse auch zusammenklaubt und bereit ist, sie zu präsentieren.

Wissenschaft wird von Politik korrumpiert.

Wie sehr Politiker auf die Wissenschaft zugreifen, zeigt sich nicht nur in der Vielzahl der Auftragsstudien, die zu gewünschten Ergebnissen kommen, wie dies z.B. bei der Junk Studie aus Göttingen der Fall war, die pflichtschuldig den Rechtsextremismus zum ostdeutschen Problem erklärt hat. Der Übergriff zeigt sich besonders deutlich im Bereich der Drittmittel. In der folgenden Abbildung haben wir die Entwicklung der Drittmittel, die von Bund, der EU oder Stiftungen aufgewendet werden, um Forschung an Hochschulen zu finanzieren und zu beeinflussen, dargestellt. Das Wachstum spricht für sich: Die Größenordnung der Mittel, mit denen Ministerien und andere Institutionen des Bundes (und der Länder) Auftragsforschung an Hochschulen finanzieren hat sich im Vergleich der Jahre 2002 und 2015 mehr als verdoppelt: Um 127% sind die Drittmittel, die von Bundesinstitutionen stammen, angewachsen: 822 Millionen Euro im Jahr 2002 stehet 1.857 Millionen Euro im Jahr 2015 gegenüber.

Einflussnahme auf Hochschulen Drittmittel

Auch die EU hat die Nützlichkeit von Hochschulen, wenn es darum geht, die eigene Politik mit pseudo-wissenschaftlicher Legitimation zu versehen, entdeckt. Die Mittel, die aus der EU an deutsche Hochschulen fließen, haben sich im Vergleich der Jahre 2002 und 2015 mehr als verdreifacht, von 222 Millionen Euro um Jahr 2002 auf 712 Millionen Euro im Jahr 2015. Auch Stiftungen, oft genug selbst aus öffentlichen Mitteln gefördert, Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, bezahlen Wissenschaftler dafür, Gutachten oder Expertisen zu erstellen, die sich nie dadurch auszeichnen, den Interessen und den verkündeten Wahrheiten der entsprechenden Stiftungen zu widersprechen. Von 220 Millionen Euro auf gut 470 Millionen Euro sind die Mittel angewachsen, die aus Stiftungen an Hochschulen fließen.

Das macht eindrücklich klar, warum die institutionalisierte Wissenschaft mehr und mehr zu einem Sprachrohr und Legitimationsbeschaffer der Politik geworden ist und warum die Forschung letztlich am Boden liegt.

Einer der Professoren, die diesem staatlichen Treiben nicht mehr länger zusehen wollen, ist der Professor für Meteorologie Richard Lindzen, der, wenn man so will, einer der führenden Klimawissenschaftler ist. Er war u.a. Sloan Professor of Meteorology am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und ist heute Fellow bei CATO. Dort hat er auch eine Reihe von Vorträgen gehalten, in denen er beschreibt, wie die Politik die Wissenschaft korrumpiert hat, um den Mythos des menschengemachten Klimawandels zu befördern. Lindzen, der mit seiner Ansicht, dass Klimawandel nicht oder nicht nennenswert menschengemacht ist und auch nicht zum Ende des Planeten führen wird, beileibe nicht alleine steht, ist einerseits einer der Wissenschaftler, deren Ansicht, Kritik und Forschungsergebnisse in den wissenschaftsfeindlichen Mainstream-Medien unterdrückt werden. Andererseits ist er aufgrund seiner Prominenz einer der Wissenschaftler, die sich zunehmen Gehör verschaffen, und es auch finden.

Wir haben uns bei Lew Rockwell einen Hinweis auf zwei Beiträgen Lindzens ausgeliehen und geben beide Beiträge hier wieder.

Im ersten Beitrag, einem kuren Ausschnitt aus einem Interview mit Lindzen, berichtet er, wie politischer Druck die Klimaforschung zerstört und nach seiner Ansicht um einige Generationen zurückgeworfen hat, dadurch, dass Forschung unterdrückt wird und nur Forschung zugelassen wird, die im Einklang mit der Klimawandel-Religion steht.

Im zweiten Beitrag, einem Vortrag bei CATO, führt Lindzen die Mechanismen auf, die nach seiner Ansicht dazu geführt haben, dass die Wissenschaft korrupt geworden ist. Dabei spielt die Aufblähung der Verwaltungen eine wichtige Rolle, denn Administratoren entwickeln ein Interesse an der Sicherung ihres Arbeitsplatzes. Insofern muss man sich nicht wundern, wenn Verwaltungsbeamte, deren Arbeitsplatz davon abhängt, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt, alles tun, um Forschung, die das Gegenteil belegt, zu unterdrücke und aus dem öffentlichen Diskurs herauszuhalten.

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