Stellvertreterkrieg neu aufgelegt: Deutsche Raketen gegen von den USA trainierte Spezialeinheiten

Deutschland liefert Waffen an die Kurden im Irak. Zahlen dazu hat gestern der Tagesspiegel veröffentlicht: „24.000 Gewehre sind darunter, 8000 Pistolen, 1200 Panzerabwehrraketen und 400 Panzerfäuste, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auch Funkgeräte, Nachtsichtgeräte gehören zur deutschen Ausstattungshilfe. Mehr als 3000 kurdische Kämpfer, Peschmerga, wurden außerdem für den Kampf gegen den IS von Bundeswehrsoldaten ausgebildet“.

Heute haben Truppen der irakischen Regierung die Besetzung von Kirkuk durch die Einnahme der Provinz von Altun Kupri abgeschlossen. Dabei soll es auch Gefechte zwischen den irakischen Regierungstruppen, die von den USA-trainierte Spezialeinheiten und vom Iran finanzierte Truppen und Polizeieinheiten umfassen, und den Peshmerga, die wiederum von der Bundeswehr trainiert werden, gegeben haben.

Dabei dürfte es sich um den ersten militärischen Zwischenfall handeln, bei dem Truppen, die von NATO-Staaten unterstützt werden, gegeneinander antreten. Wie die Zeitung Al Arabiya berichtet, behaupten irakische Regierungstruppen von Peshmerga mit deutschen Milan-Panzer-Abwehrraketen beschossen worden zu sein.

Die Weitsicht der Bundesregierung hätte, wenn diese Behauptung zutrifft, dazu geführt, dass sich die Animositäten, die zwischen Deutschland und den USA seit der Wahl von Donald Trump, der deutschen Politikern nicht genehm ist, vorhanden sind, zum ersten Mal in einer militärischen Konfrontation von Stellvertretern niedergeschlagen haben. Die Stellvertreterkriege, die in den 1960er und 1970er Jahren vor allem in Afrika geführt wurden, sie erfahren gerade eine Neudefinition, wobei es auch neu ist, dass ein militärischer Zwerg wie Deutschland sich mit einem militärischen Übergewicht wie den USA anlegt.

Die Komplexität der Moderne, die so gerne angeführt wird, um politische Gegner zu diskreditieren, die Bundesregierung scheint ihr nicht gewachsen. Dass einem dann, wenn man Waffen in ein militärisches Pulverfass liefert, so manches um die Ohren fliegen kann, ist eine Überlegung, die in Berlin offensichtlich niemand angestellt hat.

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