Grüne Zerschlagen: Politisches Monopol auf Unsinn muss beseitigt werden

Wir müssen gestehen, dass wir die Inauguration von Robert Habeck als Chef der Grünen nicht verfolgt haben. Die Darsteller wechseln zu schnell, als dass es noch Sinn machen würde, ihre Namen zur Kenntnis zu nehmen, solange es sich vermeiden lässt und sie nicht Unsinn erzählen.

„Parteichef Habeck“, wie ihn die WELT nennt, hat Unsinn erzählt.

Er hat gefordert, den US-Konzern „Facebook“ zu zerschlagen. Das ist gleich mehrfacher Unsinn.

Er hat gesagt: Facebook würde ein Modell, wohl ein Geschäftsmodell, verfolgen, das nach dem Prinzip „Friss oder stirb“ funktioniere. Das ist Unsinn.

Er behauptet, dass es da [wohl in dem Marktsegment], wo Facebook sei, keinen „Wettbewerb“ gebe. Das ist weiterer Unsinn.

Hier die Begründungen:

Facebook zerschlagen

Zunächst: Habeck hat sich im Wirtschaftssystem geirrt. Eine Marktwirtschaft kennt eine Unternehmenszerschlagung nur im Kontext einer Insolvenz. Im Kartellrecht, das Habeck „fortentwickeln“ will, ist eine Unternehmenszerschlagung nicht vorgesehen. So gibt es im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) ausdrücklich Bestimmungen, die sich auf das Verhalten von „markbeherrschenden Unternehmen (> 40% Marktanteil) beziehen (§§ 18, 19 GWB). Das Bundeskartellamt ist gehalten auf der Grundlage des GWB zum einen Fusionen zwischen Unternehmen zu prüfen und gegebenenfalls, zu verbieten, die Bildung von Kartellen zwischen Unternehmen, also von Preisabsprachen durch mehrere Unternehmen nach Möglichkeit zu verhindern und wenn dies nicht gelingt zu ahnden und die Art und Weise, wie sich marktbeherrschende Unternehmen verhalten, zu beaufsichtigen. Eine Zerschlagung von Unternehmen ist rechtlich nicht vorgesehen, denn wir leben in einer Marktwirtschaft, nicht in einer sozialistischen Planwirtschaft wie Habeck zu denken scheint.

In einer Marktwirtschaft gibt es die Unternehmenszerschlagung als Option des Insolvenzverwalters, also als Mittel, ein Unternehmen, das Insolvenz anmelden musste, zu liquidieren. Als solches ist es eine Form der Vermögensverwertung (Heunen 1986: 517) und ein selten gewähltes Mittel, denn Unternehmenszerschlagungen schädigen alle am „Unternehmen beteiligten Parteien, Eigentümer und Gläubiger, verlieren in Unternehmen eingesetztes Kapital, Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz, Lieferanten einen Abnehmer und Kunden eine Bezugsquelle“ (Fischer 1999: 2). Aber was sind schon individuelle Schäden von Kunden, Arbeitnehmern oder Gläubigern, wenn Grüne auf dem Kreuzzug sind?

Selbst wenn es im deutschen Recht eine Möglichkeit gäbe, ein Unternehmen zu zerschlagen, bestünde das kleine Problem, dass Facebook kein deutsches Unternehmen ist, sondern ein US-amerikanisches. Öko-Populismus Marke Habeck ignoriert solche Kleinigkeiten. Aber vielleicht denkt Habeck auch in historischen Dimensionen. Eines der wenigen Unternehmen, das je außerhalb von sozialistischen Systemen zerschlagen wurde, ist die IG-Farben, die seit Beginn der 1950er Jahre in Insolvenz, damals noch Konkurs gegangen ist. Die Abwicklung sollte bis 2003 erfolgt sein. 2012 wurde das Unternehmen dann aus dem Handelsregister gelöscht. Treibende Kraft hinter der Zerschlagung waren u.a. die Alliierten, die aufgrund der Verquickung der IG-Farben mit der Rüstungsindustrie des Dritten Reiches und dessen Ausnutzung von Zwangsarbeitern aus Konzentrationslagern ein Fortbestehen des Unternehmens nicht akzeptieren wollten. Vielleich plant Habeck ja eine Invasion deutscher Bundeswehreinheiten und eine Übernahme der USA zu dem Zweck, Facebook zerschlagen zu können (Späte Rache).

Friss oder Stirb Geschäftsmodell

Niemand wird gezwungen, sich bei Facebook anzumelden, nicht einmal Robert Habeck. Jeder Kunde, dem die Geschäftspolitik von Facebook nicht gefällt, der kann seinen Account bei Facebook löschen. Facebook hat entsprechend kein Friss oder Stirb-Geschäftsmodell. Ein solches Geschäftsmodell haben dagegen deutsche Parteien. Wer es nicht glaubt, der kann ja versuchen, seinen Steueraccount beim nächsten Finanzamt mit der Bemerkung zu löschen, dass er nicht gedenkt die Selbstbedienung der Parteien aus seinen Steuergeldern weiter zu unterstützen.

Facebook ist Monopolist

Wie entrückt und wie weit entfernt vom Internet muss man eigentlich sein, wenn man denkt, Facebook sei so eine Art „Monopolist“ auf dem Markt der sozialen Netzwerke? Es gibt ein Internet jenseits von Facebook, Whatsapp und Instagram. Dass Habeck meint, jenseits von Facebook, Whatsapp und Instagram sei die Internet-Welt zuende, das sagt viel über seine Kenntnisse des WWW aus, und es ist vollkommener Unsinn. Man muss nicht einmal Twitter bemühen, um diesen Unsinn als solchen zu entlarven. Es gibt die Kleinigkeit von etwas mehr als 110.000 Internetforen weltweit, alleine bei WordPress lesen zudem 409 Millionen Menschen monatlich 22,9 Milliarden Seiten, die in Blogs veröffentlicht werden, die wiederum bei WordPress gehostet sind. Es gibt Baidu, Digg, Flipboard, Pusha, Pocket, Qzone, Reddit, Slack, Sodahead, Symbaloo, Taringa und viele viele mehr, die soziales Netzwerk sind.

Wie eng muss der Horizont sein, wenn man Facebook zu einem marktbeherrschenden Unternehmen erklärt?

Uns reicht es jetzt.

Weil die Grünen sich mehr und mehr zum Monopolisten für politischen Unsinn aufspielen und mit Forderungen, die an intellektuellem Mangel kaum zu unterbieten sind, glänzen, fordern wir das Bundeskartellamt auf, das schon der Fusion von Grünen und Bündnis90, die beide zu einem Großanbieter für politischen Unsinn aller Art gemacht hat, untätig zugesehen hat, nunmehr auf Grundlage von § 19 Abs. 4 GWB durchzugreifen und den Grünen aufzugeben, auch anderen politischen Anbietern Zugang zum Markt politischen Unsinns zu gewähren oder die Partei mit einer Strafzahlung in der Höhe von zwei Jahren Parteienfinanzierung zu belegen. Zerschlagen, wie in der Überschrift gefordert, kann man die Grünen natürlich nicht, schließlich leben wir in einer freien Marktwirtschaft, in der sich jeder in aller Unkenntnis lächerlich machen kann. Aber ein wenig Wettbewerb zwischen politischen Dummheitsanbietern wäre schon wünschenswert, einfach, um einmal etwas anderes als grünen Unsinn zu lesen.


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10 Responses to Grüne Zerschlagen: Politisches Monopol auf Unsinn muss beseitigt werden

  1. Ketzerlehrling says:

    Dann sollte es schleunigst ein Gesetz geben, welches es erlaubt, Parteien zwecks Dämlichkeit aufzulösen und dessen Mitgliedern verbietet, neue Parteien zu gründen. Den Grünen sollte man jegliche weitere politische Betätigung untersagen, bei Zuwiderhandlung mit drakonischen Strafen belegen.

  2. derPragmatiker says:

    Ist das mit der Forderung an das Bundeskartellamt ernst gemeint? Wird da ein Antrag gestellt werden? Ich kenne mich da nicht so aus, wenn da wirklich Jemand eine Idee für einen Weg hat, den “Grünen” das gefräßige Maul zu stopfen…

  3. Eloman says:

    Standard Oil wäre ein Beispiel für einen Konzern, der zerschlagen bzw. entflochten wurde

    • Michael Klein says:

      Standard Oil ist ein Beispiel für sehr clevere dissolution, nicht für Zerschlagung/Entflechtung (Angelsachsen unterscheiden zwischen dissolution und liquidation).

      “John D. Rockefeller was a founder, chairman and a major shareholder. With the dissolution of the Standard Oil trust into 34 smaller companies, Rockefeller became the richest man in the world, as the initial income of these individual enterprises proved to be much bigger than that of a single larger company. Its successors such as ExxonMobil or Chevron are still among the companies with the largest income worldwide.”

      https://en.wikipedia.org/wiki/Standard_Oil

      • Eloman says:

        On May 15, 1911, the US Supreme Court upheld the lower court judgment and declared the Standard Oil group to be an “unreasonable” monopoly under the Sherman Antitrust Act, Section II. It ordered Standard to break up into 34 independent companies with different boards of directors, the biggest two of the companies were Standard Oil of New Jersey (which became Exxon) and Standard Oil of New York (which became Mobil).

        https://en.wikipedia.org/wiki/Standard_Oil#Monopoly_charges_and_anti-trust_legislation

        Klingt unbeachtet der positiven Folgen für das Vermögen von J:D: Rockefeller aber irgendwie nach Zerschlagung und nicht nach freiwilliger Auflösung.

  4. leipzigoma says:

    Habeck könnte sich ja auch bei vk anmelden, das ist dem fb ganz ähnlich, aber leider vom Erzfeind. Und wenn Putin dann erstmal anfängt zu hacken und Daten abzugreifen, man mag es sich nicht ausdenken …
    Hier ist mal eine interessante Hypothese von Dirk Müller/Norbert Häring zum “fb-Skandal”: https://youtu.be/CHXqiiCZSbM

  5. famd says:

    Diese krankhaften Monopolbildungen, das Aufkaufen sogar von ganz kleinen High-Tech-Firmen und der Verkauf (fast Schenkung) von strategischen Patenten an die Konkurrenz ist in der Schwere wie es derzeit global abläuft einfach krank und lässt das Ende dieses Systems absehbar erahnen. Es ist pervers!

  6. Ralf Pöhling says:

    Die Kritik an Facebook ist durchaus berechtigt. Allerdings wird ja niemand gezwungen, sich dort irgendwie zu beteiligen. Nicht nur wegen der großen Anzahl an Alternativen, auch weil die Beteiligung an sozialen Netzwerken keineswegs ein zwingend notwendiger Lebensinhalt ist.
    Man kann den ganzen Käse auch einfach links liegen lassen. Das kollektivistische Gemeinschaftserlebnis zu irgendetwas dazu zu gehören, lässt sich außerhalb von digitalen Tweets, Kommentaren und Statements noch viel besser in der realen Welt erleben, da man dort seinem Gegenüber auch noch direkt in die Augen schauen kann und Missverständnisse und Fehlinterpretationen des Gesagten deshalb weit seltener vorkommen, als bei der stark verkürzten Kommunikation ohne jegliche Gestik und Körpersprache im Netz.

    • Heike Diefenbach says:

      “Die Kritik an Facebook ist durchaus berechtigt.”

      Ja, mag sein. Aber das ist trivial.

      Wie könnte man dem Satz, dass an allem und jedem irgendetwas kritisiert werden kann, widersprechen? IRGENDEINE Kritik an allem und jedem ist immer mehr oder weniger berechtigt – für irgendjemanden, aus einer bestimmten Perspektive heraus betrachtet.

      Das ist also nicht der Punkt. Und wenn ich Sie richtig verstanden habe, sehen Sie das ja auch so, denn wie Sie zutreffend schreiben, kann jemand, der facebook nicht mag, weil er eine bestimmte Kritik an facebook für gerechtfertigt hält, von einem Gebrauch von facebook schlicht absehen.

      Der Punkt ist doch, wie, d.h. mit welchen Argumenten, aus einer aus einem bestimmten Blickwinkel mehr oder weniger berechtigten Kritik an einer Sache eine Kontrolle derselben gerechtfertigt werden soll, insbesondere eine STAATLICHE Kontrolle, die ihrerseits mit den weit größten Gefahren verbunden ist – zweifellos mit größeren Gefahren als denjenigen, die von facebook ausgehen (worauf die jüngere Geschichte viele Hinweise gibt).

      Und wenn man betrachtet, wie solches gerechtfertigt werden soll, dann weiß man nicht, ob man angesichts dieses Ausmaßes an Hysterie oder Opportunismus oder beidem lachen oder weinen soll.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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