Cyber-War? Was deutsche Medien (bislang) verschweigen

Für deutsche Journalisten sind Trolle, Trollfabriken oder Bots, die in sozialen Netzwerken aktiv sind oder sein sollen, ein Problem der Rechten. Gerade hat die Tagespost eine – nein, nicht: Studie, eine „Analyse“ der Konrad-Adenauer-Stiftung besprochen, die zu dem Ergebnis kommt, dass Fake-Profile in sozialen Netzwerken, Trolle oder Bots, Wahlen beeinflussen können. Natürlich nur zu Gunsten von Rechten, von Rechtsextremen, von Donald Trump und von Brexiters, wie der Beitrag deutlich macht.

Der Spiegel hat viel Aufwand betrieben, um die Wahl von Donald Trump als Ergebnis russischer Trolls und Bots in sozialen Netzwerken erscheinen zu lassen. Ein Unterfangen, das natürlich auch die Hobby-Journalisten der Tagesschau nicht unkopiert an sich vorüber gehen lassen können.

Faktenfinder Gensing hat sich viel Mühe gegeben, Trollfabriken zu erfinden und sie ausschließlich Rechten zuzuordnen, denn eines ist für deutsche Journalisten klar: Trolle, Bots und Fakeaccounts, die gibt es nur von Rechts und aus Russland. Die aus Russland, die sind für Brexit und die Wahl von Donald Trump verantwortlich. Die von rechts, für allen Hass und alle Hetze im Internet, nein, in sozialen Netzwerken im Internet (außer den eigenen).

Und weil dem so ist, sind wir ziemlich sicher, dass die folgende Meldung, die heute durch die britische Presse galoppiert, nicht in Deutschland, zumindest nicht in der Form in Deutschland ankommt, wie sie vorzufinden ist.

Die Geschichte beginnt mit einem Forscher-Team der Universität Swansea um den Ökonomen Oleksandr Talavera. Er und sein Team haben in Russland basierte Twitter-Accounts untersucht, die in englischer Sprache tweeten und dabei rund 6.500 Bots gefunden, automatisierte Accounts, die wenige, dafür aber wiederkehrende Tweets absetzen.

„Many of the automated bots used female, English-sounding names and were identified by researchers due to a similar pattern in the usernames, as well as the speed of interaction between them.“

Die rund 6.500 russischen Bots zeichnen sich durch eine Reihe von Gemeinsamkeiten aus:

  • Sie wurden alle relativ kurz vor der letzten Parlamentswahl im Vereinigten Königreich gegründet.
  • Sie haben alle zu 90% Tweets abgesetzt, die für die Conservatives von Theresa May oder für May persönlich, negativ oder sehr negativ waren.
  • Sie haben konzertierte Aktionen durchgeführt, bei denen aktuelle Ereignisse, wie das Manchester Bombing zum Anlass genommen wurden, um May dafür zu kritisieren, dass angeblich Mittel zur Finanzierung der Polizei (was übrigens im Vereinigten Königreich Aufgabe der Kommunen ist) gekürzt worden seien.
  • Andere konzertierte Aktionen dienten dazu, die Wahlveranstaltungen von Jeremy Corbyn zu bewerben und die Medien dafür zu kritisieren, dass sie mit Corbyn zu kritisch umgehen würden.

Das Hauptergebnis der Untersuchung aus Swansea, deren Ergebnisse in der heutigen Sunday Times berichtet werden, lautet: Tausende russische Bots haben versucht, die Wahl zu Gunsten von Labour zu beeinflussen.

Oder in den Worten von Oleksandr Talavera: „The samples provide evidence that Russian-language bots were used deliberately to try to influence the election in favour of Labour and against the Conservatives”.

Man könnte fast denken, hier fügen sich Puzzleteile zusammen.

Die Idee, dass Bots Wahlen, deren Ausgang Linken nicht gefallen haben, beeinflusst haben, ist eine Idee der Linken, auf die man erst einmal kommen muss. Man kommt natürlich eher auf eine solche Idee, wenn man selbst versucht, mit entsprechenden Mitteln andere zu manipulieren, und dass Linke dann, wenn es darum geht, Andere in ihrem Sinne zu manipulieren, nicht zurückhaltend oder zimperlich sind, ist kein Geheimnis. Die Ideen reichen von einfachen Versuchen, die aus linker Sicht falsch Meinenden zu erziehen, über die Überwachung politischer Gegner durch z.B. AfD-Watch-Blogs bis zu offenen Formen der Diffamierung und Diskreditierung von der anonymen Denunziation bis zum Anschwärzen beim Arbeitgeber.

Die beste Methode um herauszufinden, mit wem man es zu tun hat, ist immer noch, den jemand reden zu lassen und zu sammeln, was er sich alles für andere vorstellen kann. Das gibt einen guten Hinweis auf die moralische Vorstellungswelt, in der dieser jemand lebt. Man muss also nur lesen, was sich Linke von Rechten alles vorstellen können, um zu wissen, in welchem moralischen und psychologischen Morast viele Linke sich aufhalten.

Dass mit russischen oder anderen Bots versucht wird, Wahlen zu beeinflussen, ist das eine, ob es gelingt, ist eine ganz andere Frage. Indes, wenn man die Naivität in Rechnung stellt, die jüngere Generationen, die Millenials, die Generation Schneeflocke usw. auszeichnet, ihren Glauben an den Staat und Autorität in Rechnung stellt und davon ausgeht, dass die russischen Bots sich nicht zufällig weibliche Namen gegeben haben, dann muss man das Schlimmste befürchten bei Generationen, die durch die Indoktrinationsschulen von Genderismus und Sozialismus getrieben wurden.

Wir sind schon gespannt, ob und wenn ja, wann die Faktenfinder der ARD, die Fakten, die wir berichtet haben, auch finden, und wie sie versuchen, die Fakten als Fake darzustellen oder als vernachlässigbar oder als …, aber wahrscheinlich drücken sie sich einfach, die Faktenfinder …, das sagt zumindest Leon Festingers Theorie kognitiver Dissonanz voraus. Finden psychologisch labile oder ideolgische gehärtete Personen Fakten, die nicht zu ihren Überzeugungen passen, dann haben sie eine hohe Wahrscheinlichkeit, die Fakten einfach zu ignorieren.

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One Response to Cyber-War? Was deutsche Medien (bislang) verschweigen

  1. Dr. Dr. Marcus Ermler says:

    Nun bin ich aber enttäuscht. Ich dachte immer Russen, Rechte und die Krebsmenschen hätten die Manipulation des Stimmviehs erfunden!?

    Linke würden niemals Agitation und Propaganda betreiben.

    Fragen sie mal nach bei Lenin nach, deutlicher als er es in seinem Werk “Womit beginnen” von 1901 sagt, kann man es nicht beschreiben: “Die Rolle der [sozialistischen] Zeitung beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Verbreitung von Ideen, nicht allein auf die politische Erziehung und die Gewinnung politischer Bundesgenossen. Die Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator”.

    Hätte Lenin schon Trollfabriken gekannt, wie lange hätte sich da wohl der Kommunismus noch halten können!?

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