Unwort des Jahres – Die alternative Wahl

Demnächst werden die Mitglieder der Darmstädter-Unwort-Jury wieder ihr Unwort des Jahres 2018 aus dem Bereich der Worte wählen, die Linken bzw. Linksextremen sauer aufgestoßen sind und von denen sie sich einen moralisch erhobenen Zeigefinger erhoffen. Bei Mainstream-Medien werden pflichtschuldig mit gerunzelter Stirn agierende Journalismus-Aktivisten die Meldung des Unwortes des Jahres an ihre Leser, Seher oder Hörer verbreiten, um die Masse der tumben Wortgebraucher von den Gefahren des Unwortgebrauchs, wie sie die Darmstädter Sprachwächter gerade erfunden haben, zu überzeugen.

Wir haben dieses Jahr keine Lust auf diese Inszenierung richtiger Gesinnung und deshalb beschlossen, ein alternatives Unwort des Jahres nicht von einer Jury seltsamer Gestalten mit mehr oder weniger bekannter Leistung oder „Unleistung“ bestimmen, sondern von unseren Lesern wählen zu lassen.

Zur Wahl stehen 10 Worte, die die Experten von ScienceFiles als gegen vier Kriterien, auf denen die Demokratie basiert, verstoßend ansehen:

  • Bürgerliche Freiheit
  • Gleiche Mitwirkungsrechte
  • Gleiche Zugangsrechte zum Markt der Ideen
  • Offene Kommunikation ohne Manipulationsabsicht

Hier unsere Vorschläge:

 

  1. Hate Speech

Der Begriff Hate Speech, der nach wie vor unbestimmt ist, wurde erfunden, um bestimmte Themen aus der öffentlichen Diskussion zu verbannen und Meinungsfreiheit zu beseitigen.

 

  1. Qualitätsjournalismus

Den Medien kommt in einer Demokratie eine wichtige Rolle, nicht zuletzt als Kontrollinstanz von Regierung, Parlament und politischen Akteuren zu. Das Wort „Qualitätsjournalismus“ suggeriert, dass Medien diese Rolle erfüllen würden, was sie de facto aber nicht tun, da die meisten Medien zu Verlautbarungsorganen politisch korrekter Vorgaben geworden sind.

 

  1. Demokatie leben!

„Demokratie leben!“ ist der Titel eines Programms, das dazu dient, ein Heer von Vasallen auf Kosten von Steuerzahlern durchzufüttern. Anders als der Begriff suggeriert, geht es nicht darum, Demokratie zu leben, sondern im Gegenteil geht es darum, politische Korruption und Vetternwirtschaft zu leben und die Meinungsfreiheit zu unterdrücken.

 

  1. Schutzsuchende

Der Begriff des „Schutzsuchenden“ hat sich als Bezeichnung für Migranten, die nach Deutschland kommen, eingebürgert. Er wird undifferenziert verwendet und suggeriert, die Arbeitsmigranten, die nach Deutschland kämen, seien auf der Flucht und müssten vor etwas Schutz suchen. Eine Flucht endet gewöhnlich dann, wenn die unmittelbare Gefahr für Leib und Leben abgewendet, wenn Schutz gefunden ist. Dieses Ziel ist bereits mit dem Erreichen eines ortsnahen Flüchtlingslagers und nicht erst nach dem Durchqueren weiterer Länder mit dem Endziel Europa erreicht.

 

  1. Seenotretter

Der Begriff des Seenotretters hat sich für die Nichtregierungsorganisationen eingebürgert, die im Mittelmeer kreuzen, um Personen zu bergen, die auf seeuntüchtigen Booten das Mittelmeer überqueren wollen. Da Menschen rationale Wesen sind, wird sich kein Mensch mit Verstand in ein seeuntüchtiges Boot begeben, um hunderte von Seemeilen zu durchqueren, es sei denn, er hat die Aussicht, gerettet zu werden, von Seenotrettern. Letztere sind somit ein Anreiz für Menschen, sich in Gefahr zu begeben, sie sind Gefährder nicht Retter.

 

  1. Stiftung

Hinter der Bezeichnung „Stiftung“ verbirgt sich eine Vielzahl von Organisationen, die keinerlei Stiftungskapital besitzen. So sind die Stiftungen der Parteien eingetragene Vereine, die nie über ein Stiftungskapital verfügt haben (Ausnahme Naumann-Stiftung) und seit ihrer Gründung ausschließlich auf Kosten der Steuerzahler leben.

 

  1. Zusammenrottung

Zusammenrottung ist ein Begriff mit DDR-Tradition, der verwendet wurde, um Bürger, die ihre demokratischen Rechte in Anspruch nehmen, zu diffamieren. Angela Merkel hat diesen Begriff im Zusammenhang mit einer überwiegend friedlichen Demonstration in Chemnitz benutzt (nicht etwa im Zusammenhang mit den Demonstrationen anlässlich des G20-Treffens, in deren Verlauf Teile Hamburgs in Schutt und Asche gelegt wurden). Ziel der Verwendung des Begriffes ist es, legitime Formen demokratischer Mitwirkung zu diskreditieren.

 

  1. Rechtspopulismus

Rechtspopulismus ist zum Gegenstand medialer Berichterstattung und pseudo-wissenschaftlicher Forschung geworden. Der Begriff wird in der Regel mit Rechtsextremismus verschmolzen, so dass die legitime Äußerung einer konservativen, vielleicht auch rechten Meinung, die – deshalb Populismus – in Teilen der Gesellschaft populär ist, im öffentlichen Diskurs stigmatisiert werden kann. Der Begriff dient dazu, eine Auseinandersetzung mit legitimen Meinungen zu vermeiden.

 

  1. Brexit-Chaos

Die Angst vor Veränderung, die Demokratien immer gelähmt und ihr Ende eingeläutet hat, wird im Begriff Brexit-Chaos besonders deutlich. Mit dem Begriff soll suggeriert werden, dass es nicht möglich sei, die EU geordnet zu verlassen, dass ein geordnetes Verlassen der EU die einzige Möglichkeit darstelle, dass die EU quasi zur historischen Selbstverständlichkeit geworden sei, deren Verlassen mit allem nur denkbaren Unheil verbunden ist.

 

  1. Wir sind mehr

Die infantile Losung „wir sind mehr“ suggeriert eine Verbindung von Quantität und Qualität, die es in Demokratien nicht gibt. Demokratien leben davon, dass um Mehrheiten gestritten wird, dass Mehrheiten wechseln und das, was heute für richtig gehalten wurde, morgen modifiziert, wenn nicht gar beseitigt werden kann, um etwas Besseres an seine Stelle zu setzen. Der Begriff „wir sind mehr“ beseitigt jede Konkurrenz und jeden Streit um die richtige Handlung und will das feiern, was Alexis de Tocqueville die Tyrannei der Mehrheit genannt hat, unabhängig davon, ob „wir sind mehr“ auch mehr sind.

Das sind unsere 10 Vorschläge, nun sind unsere Leser an der Reihe.

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