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Impfpflicht ohne Impfstoff: Politischer Aktivismus trifft Realität (ein Sieger!)

Die schöne Welt des Jens Spahn, sie kennt keine Masern. Sie liest sich wie folgt:

“Schul- und Kindergartenkinder sollen wirksam vor Masern geschützt werden. Das ist Ziel des Masernschutzgesetzes [tatsächlich also ein Gesetz zum Schutz von Masern!], das am 14. November in 2./3. Lesung im Bundestag beschlossen wurde.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen. Auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson muss in der Regel ein Nachweis über die Masernimpfung erfolgen.

Gleiches gilt für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal (soweit diese Personen nach 1970 geboren sind). Auch Asylbewerber und Flüchtlinge müssen den Impfschutz vier Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft aufweisen.”

Bonn tut etwas gegen Masern, so könnte man einen Titanic Titel aus den 1980er Jahren abwandeln: An Masern erkranken verboten!





Die Pflichtimpfung muss natürlich nachgewiesen werden. Am besten im “Impfbuch” oder im “gelben Kinderuntersuchungsheft” oder bei “bereits erlittener Krankheit” per ärztlichem Attest. Und jetzt wird der Ton im Bundesgesundheitsministerium militärisch:

“Der Nachweis ist in der Regel gegenüber der Leitung der Einrichtung zu erbringen. Kinder, die schon jetzt im Kindergarten und in der Schule oder in anderen Gemeinschaftseinrichtungen betreut werden, müssen den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen. … Entsprechendes gilt für Personal in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen, wie z.B. in Krankenhäusern oder Arztpraxen.”

Es wird geimpft, damit das klar ist.

Doch irgendwie fühlt man sich an das Medium Terzett erinnert:

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto, womit denn Karl-Otto, Karl Otto womit?
Mit Impfstoff, oh Henri, oh Henri, oh Henri, mit Impftstoff oh Henri, mit IMPFSTOFF.
Kein Impfstoff auf Lager Karl-Otto, Karl-Otto, kein Impfstoff auf Lager, Karl-Otto, NIX DA.

Recht hat er, der Henri.

Das Paul-Ehrlich Institut ist in Deutschland dafür verantwortlich, Lieferengpässe bei Human-Impfstoffen zu erfassen und zu berichten. Bei den Standardimpfstoffen zur Grundimmunisierung für Säuglinge und Kleinkinder findet sich die folgende Meldung über einen Lieferengpass, also nicht vorhandenen Impfstoff:

Im zweiten Jahr in Folge fehlt der Masern-Impfstoff. Ob die Politiker, die gerade eine Impfpflicht beschlossen haben, davon wissen? Beim Robert-Koch-Institut ist der Engpass schon seit langem bekannt:

Das Robert-Koch-Institut (oben) versucht, Auswege aus der Impfstoff-Misere zu finden, schlägt alternative Impfstoffe vor, die genutzt werden können, wenn sie denn verfügbar sind, was beim Robert-Koch-Institut niemand zu wissen scheint. Auch ansonsten ist man beim Robert-Koch-Institut nicht auf der Höhe der Zeit. Die Meldung des Paul-Ehrlich-Instituts über den Lieferengpass bei Masern-Impfstoff stammt vom 26.11.2019. Aus der Verfügbarkeit des Impfstoffes, die beim Robert-Koch-Institut für voraussichtlich Oktober 2019 angekündigt wurde, ist also nichts geworden.

Hol Impfstoff, oh Henri, oh Henri, oh Henri …



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