Lachen ist gesund.
Torsten Grothmann „vom Lehrstuhl für Ökologische Ökonomie der Universität Oldenburg“ ist aber gar nicht zum Lachen zumute. Er hat ein Problem.
Grothmann, der vom Tagesspiegel den seltsamen Zusatz „vom Lehrstuhl für“ verpasst bekommt, weil er dort nur Mitarbeiter, nicht Inhaber ist, kennt die Bücher zum Problem, dass Einstellung selten entsprechendes Verhalten nach sich zieht und Verhalten noch seltener auf Einstellung schließen lässt, offenkundig nicht, sonst wüsste er, dass man aus Einstellung in der Regel nur dann etwas schließen kann, wenn man es schließen will, wenn man Politiker ist, der ein Interesse daran hat, seine Politik zu legitimieren.
Die verzweifelten Bemühungen, Verhalten auf Grundlage von Einstellung vorherzusagen, sie sind rührend und rühren eigentlich zum Lachen an. Aber, wie gesagt, Grothmann ist nicht zum Lachen zumute, denn Grothmann WEISS um den Klimawandel, von Menschen verursacht, wie er noch genauer weiß, der eine Bedrohung, ein Problem, eine Krise darstellt, dass Menschen deshalb ihr Verhalten ändern müssen, weiß er auch, und wie das richtige Verhalten aussieht, das weiß er insbesondere. Grothmann fehlt das, was einen Wissenschaftler auszeichnet: Der Zweifel. Grothmann hat Zweifel durch Konsens ersetzt und ist nun heftig dabei, dem Konsens zu dienen.
Wie so oft, wenn versucht wird, Unwissenschaftliches wissenschaftlich zu erklären, gerät die Übung zur Realsatire, zu etwas, worüber wir lachen, während Grothmann immer noch nicht zum Lachen zumute ist.
Wir zitieren, ob des damit verbundenen Spaßes:
„Wie Menschen mit dem Wissen um den Klimawandel umgehen, hängt auch von ihrem ideologisch Standpunkt ab. Ein hohes Wissen über den Klimawandel führt nicht unbedingt dazu, dass er als ein höheres Risiko wahrgenommen wird. Grothmann berichtet von einer US-Studie, die zeigte, dass Menschen, die den dortigen Republikanern nahestanden, mit zunehmendem Wissen über den Klimawandel die Bedrohung sogar geringer einschätzten. Das wirkt zunächst unlogisch, liegt aber an der Art, wie wir Informationen verarbeiten. „Wissen strömt nicht einfach in unser Gehirn ein und wird 1:1 in unserem Gedächtnis abgebildet. Es wird verzerrt, verdreht, ausgewählt, gefiltert“, sagt der Wissenschaftler. Am Ende werde das gespeichert, was unseren Wert- und Normvorstellungen entspricht. Was dem widerspricht, wird verdrängt oder bezweifelt. „Bei vielen Republikanern gehört es eben zur Ideologie, dass es den Klimawandel entweder nicht gibt oder dass er nicht vom Menschen verursacht wird. Bei Anhängern der AfD ist es ähnlich.“
Das sagt einer, der ein paar Zeilen zuvor behauptet hat:
„In unserem Gehirn laufen zwei Verarbeitungsprozesse gleichzeitig: Einerseits der erfahrungsbasierte, der schnell und emotional verläuft. Andererseits der analytische, langsamer und weniger emotional“, erklärt Wissenschaftler Grothmann. Analytisch kämen viele Menschen zu dem Schluss, dass der Klimawandel eine Bedrohung darstelle. „Ihre persönlichen Erfahrungen sagten ihnen aber lange, dass noch nicht viel Schlimmes passiert ist.“
Spätestens hier, kugeln wir vor Lachen auf dem Boden.
Warum?
Darum:
Ersetzen wir die Prämisse, dass „viele Menschen analytisch zu dem Schluss kommen, dass der Klimawandel eine Bedrohung darstelle“, durch den viel naheliegenderen Schluss, dass viele Menschen aufgrund analytischer Betätigung zum gegenteiligen Schluss kommen, nämlich dass der angeblich von Menschen verursachte Klimawandel eine von pseudo-Intellektuellen ausgehende Hysterie ist, eine Form neuronaler Hyperchondrie. Dieser Schluss hat den Vorteil, dass nunmehr der analytische Teil unseres Hirns mit dem „erfahrungsbasierten“ Teil übereinstimmt. Sowohl unsere Ratio als auch unsere Erfahrung sagen uns, dass die Erzählung vom menschengemachten Klimawandel aufgeblasene Hysterie ist, die einige der daran Leidenden befähigt, sich als guter Mensch zu fühlen und es Opportunisten ermöglicht, viel Geld dadurch zu verdienen.
Er scheitert in einer Weise, die so erheiternd und lustig ist, dass wir gerne unseren Spaß mit unseren Lesern teilen. Lachen Sie herzlich über mit Torsten Grothmann, der die Normen von Deutschen ändern will, weil er der Ansicht ist, ein Bürgermeister „der überall hin mit dem Rad fährt“, gelte Normalbürgern als „Vorbild“ und nicht als Trottel. Die Mitgliedschaft in Sekten hat die Nebenwirkung, in Realitätsverlust zu münden. Grothmann scheint ein klassisches Beispiel dafür zu sein, ein totalitäres obendrein, denkt er doch, man könne menschliches Verhalten mit Gesetzen ändern. Wie viele Jahrtausende leben Menschen schon gleichzeitig mit einem wie auch immer kodifizierten Strafrecht und Straftaten. Offenkundig kann man menschliches Verhalten mit Gesetzen nicht ändern, bestenfalls mit den Reaktionen auf deren Nichteinhaltung einschränken. Es wird also der Panzer bedürfen, um die Ungläubigen zur Einhaltung der Grothmannschen Klimaverhaltensregeln und -normen zu bewegen. Das setzt ihn in die Fussstapfen großer Vorbilder (?) wie Mao Tse Tung, Pol Pot oder Josef Stalin.
Nette Gesellschaft.
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