Es kam der „Experte Simon Wendt“ im ZDF zu einem vernichtenden Urteil:
„Das Urteil von Professor Simon Wendt zu Trumps Vorstoß, die Antifa in den USA als Terrororganisation einzustufen, ist vernichtend: „Lächerlich“, sagt der Experte vom Institute of English and American Studies der Frankfurter Universität im Gespräch mit ZDFheute. „Die Antifa ist keine einheitliche Gruppe, sie hat keine Struktur, keine Führer. Sie zu verbieten ist einfach nicht möglich.“
Der „Experte Simon Wendt“, gleichzeitig „Professor Simon Wendt“ bekräftigt sein Urteil gleich zweimal:
„“Die Antifa ist ein loser Verbund von Aktivistinnen und Aktivisten die ein gemeinsames Ziel haben: Rechtsextreme in die Schranken zu weisen – auch mit Gewalt“, so Wendt. Die Aktivisten würden sich nicht auf öffentlichen Facebook-Seiten tummeln, sondern ausschließlich über verschlüsselte Messaging-Apps kommunizieren. „Deshalb ist es auch so schwer, einzuschätzen, wie viele es sind: Schätzungen reichen von einigen Hundert bis mehrere Tausend. Es könnte unter Umständen Hunderte von Gruppen geben – wobei eine Gruppe auch mal nur aus zwei bis drei Leuten bestehen kann“, erklärt Wendt.“
Deshalb, so spricht der Experte und Professor, Simon Wendt, ist „Trumps Vorstoß, die Antifa in den USA als Terrororganisation einzustufen, lächerlich“.
Nun besteht alles, was Experte „lächerlich“ hier von sich gibt, aus Behauptungen. Ob man sie glaubt, ist eine Frage des Vertrauens oder der Naivität, je nachdem. Damit man es glaubt, wird beim ZDF der Fehlschluss ad auctoritatem gleich doppelt bemüht, denn Wendt ist Experte und Professor zugleich. Wenn das nicht doppelter Beleg seiner Qualifikation ist. Diese Art der Pseudo-Berichterstattung ist in deutschen Medien weit verbreitet. Die Unfähigkeit, die eigene Position zu begründen, wird durch eine Positionsgläubigkeit, die sich seit Heinrich Mann den Untertan geschrieben hat, nicht verändert hat, zu vertuschen versucht. Man soll dem Experten und Professor Wendt seine Behauptung abnehmen, WEIL er als Experte und Professor gleich zweifach als Autorität verkauft werden soll, formal, versteht sich, nicht inhaltlich.
Prüfen wir, ob der Experte „Professor lächerlich“ auch hält, was er verspricht.
Beginnen wir mit dem Master of Puppets, der es wieder geschafft hat, deutsche Linke in volle Hysterie zu versetzen:
The United States of America will be designating ANTIFA as a Terrorist Organization.
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) May 31, 2020
Experte „lächerlich“ weiß das offenkundig nicht, sonst würde er weder von einem Verbot der Antifa faseln, noch die falschen Plattitüden von sich geben, die man in den letzten Tagen in einer Vielzahl von deutschen Medien, die im Hass auf Trump vereint Bewertung verbreiten, nicht Bericht erstatten, lesen kann.
An seinem Status als Experte werden somit erhebliche Zweifel geweckt, zumal seine Vita keinerlei Hinweis darauf enthält, dass er ein Experte in Rechtsfragen ist, durch besondere Kenntnisse des US-Rechtssystems auffällt, geschweige denn durch irgend eine Veröffentlichung in diesem Kontext seine Befähigung, sich als Experte ein Urteil über eine Entscheidung von Donald Trump anmaßen zu können, unter Beweis gestellt hätte. Experte „lächerlich“, Simon Wendt, veröffentlich solche Dinge:
Ob die Beschäftigung mit „Marginalized Maskulinities“ oder den „Töchtern der Amerikanischen Revolution“ als Expertise, sich über die Rechtsfrage zu äußern, welche Konsequenzen die DESIGNATION der ANTIFA, nicht deren VERBOT, als terroristische Vereinigung für die Sympathisanten, Anhänger, Unterstützer und Mitglieder dieser Organisation hat, gelten kann? Beim ZDF offenkundig. In der realen Welt eher nicht.
Kurz: Professor Wendt, den das ZDF als Experte „lächerlich“ verkaufen will, ist kein Experte, der beurteilen könnte, was er beurteilt, er ist Historiker, der sich mit Maskulinität und Race und Gender befasst, alles Felder, die wir bestenfalls auf der Grenzen zwischen Wissenschaft und Stammtisch verorten würden.
Und ordentlicher Professor ist er auch nicht.
„(1) Professorinnen und Professoren sind entsprechend ihrer Aufgabenstellung in Wissenschaft und Kunst,
Lehre und Forschung in ihren Fächern selbstständig tätig. Sie haben die Aufgabe,
1. Forschungs- oder Entwicklungsvorhaben durchzuführen,
2. den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs zu fördern und zu betreuen,
3. Lehrveranstaltungen ihrer Fächer in allen Studiengängen abzuhalten,
4. die zur Sicherstellung des Lehrangebots gefassten Beschlüsse der Hochschulorgane zu
verwirklichen,
5. Mentorin oder Mentor zu sein,
6. sich an der Studienreform und an der Studienfachberatung zu beteiligen,
7. an Prüfungen mitzuwirken,
8. sich an der Selbstverwaltung der Hochschule zu beteiligen.“
Die Bezeichnung Professor ist an eine entsprechende Stellenbeschreibung gekoppelt und wird, wie § 61 Absatz 4 des hessischen Hochschulgesetzes regelt, als Bezeichnung an den Inhaber der entsprechenden Position vergeben. Wäre Simon Wendt ein ordentlicher Professor, er müsste sich nicht als associated Professor ausgeben, wie der folgende Vergleich aus seinem eigenen Institut zeigt:
Der Unterschied zwischen einem ordentlichen Professor und einem „associate Professor“ ist an der Goethe Universität also bekannt. Wäre die Seite in deutscher Sprache abgefasst, es wäre interessant zu sehen, welche Positionsbezeichnung dann, anstelle von associated professor zu finden wäre.
Fassen wir zusammen:
Das ZDF präsentiert mit Experten „lächerlich“ einen Experten, der den Unterschied zwischen „to designate“ und „to ban / to prohibit“ nicht kennt, obwohl er an einem Institut beschäftigt ist, dass den England- und Amerikastudien gewidmet ist.
Experte „lächerlich“ gibt seine Forschungsinteressen mit Geschichte, Gender, Heroismus an. Er ist offenkundig kein Experte in Rechtsfragen. Dennoch präsentiert ihn das ZDF als solchen.
Im Bemühen, Donald Trump lächerlich zu machen, bekämpft das ZDF mit einem „Experten“, der keiner ist, ein Verbot der Antifa, das niemand will. Fake News at its best.
Auch die Autorität, die dem Experten „lächerlich“ durch die Berufsbezeichnung „Professor“ zugeschustert werden soll, ist fraglich, denn Experte „lächerlich“ ist kein ordentlicher, er ist ein associate Professor, ein Hochschuldozent, der zwischen einem akademischen Rat und einer ordentlichen Professur dümpelt.
Mit seinem Beitrag im ZDF versucht Oliver Klein Donald Trump lächerlich zu machen und macht sich selbst lächerlich, in dem er mit Experten „lächerlich“, vielleicht seinen Spezi aber nachweislich keinen „Experten“ auffährt, der ein Verbot bekämpft, das niemand aussprechen will, das nie im Raum stand, der vom US-Rechtssystem soviel Ahnung hat, wie von der Zusammensetzung von Mondstaub, der Lesern als Professor verkauft werden soll, in der Hoffnung, dessen Behauptungen, die ohne Beleg daherkommen durch das Einflößen von Ehrfurcht glaubhaft zu machen, obwohl seine Berufsbezeichnung „associate professor“ ist. Aber Hochschuldozent klingt so gewöhnlich. Und wenn falsche Behauptungen in ihrer Wirkung auf leicht belügbare Gemüter ausschließlich davon abhängen, dass der, der die falschen Behauptungen aufstellt, als kompetent wahrgenommen wird, dann kann man sich einen Hochschuldozenten nicht leisten…
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