Zeitalter der Dummen – Herrschaft des Straßenmobs

Demokratie, man kann es nicht oft genug betonen, ist eine Sammlung FORMALER Regeln.
Die wohl kürzeste Definition von Demokratie stammt von Sir Karl Raimund Popper. Sie entstammt einem Beitrag, den Popper für den Spiegel im Jahre 1987 verfasst hat. Heute würde Popper den Spiegel wohl nicht einmal mehr mit auf die Toilette nehmen.

“Es gibt eigentlich nur zwei Staatsformen: solche, in denen es möglich ist, die Regierung ohne Blutvergießen durch eine Abstimmung loszuwerden, und solche, in denen das nicht möglich ist. Darauf kommt es an, nicht aber darauf, wie man diese Staatsform nennt. Gewöhnlich nennt man die erste Form ‘Demokratie’ und die zweite Form ‘Diktatur’ oder ‘Tyrannei’. Aber es steht nicht dafür, über Worte (wie DDR) zu streiten. Das Entscheidende ist allein die Absetzbarkeit der Regierung, ohne Blutvergießen.

Für diese Absetzbarkeit gibt es verschiedene Methoden. Die beste Methode ist die einer Abstimmung: Eine Neuwahl oder ein Votum in einem gewählten Parlament kann die Regierung stürzen. Darauf kommt es an. Es ist eher falsch, wenn man die Betonung auf die Frage legt (wie es von Platon bis Marx und auch später immer wieder getan wurde): ‘Wer soll regieren? Das Volk (der Pöbel) oder die wenigen Besten? Die (guten) Arbeiter oder die (bösen) Kapitalisten? Die Mehrheit oder die Minderheit? Die Partei von links oder die Partei von rechts oder die Partei der Mitte?’ Alle diese Fragen sind falsch gestellt. Denn es kommt nicht darauf an, wer regiert, solange man die Regierung ohne Blutvergießen loswerden kann. Jede Regierung, die man wieder loswerden kann, hat einen starken Anreiz, sich so zu verhalten, dass man mit ihr zufrieden ist. Und dieser Anreiz fällt weg, wenn die Regierung weiß, dass man sie nicht so leicht loswerden kann.”

Damit eine Staatsform, die darauf ausgerichtet ist, die Regierung wieder loszuwerden, funktionieren kann, sind eine Reihe von Regeln notwendig, die Popper hier stillschweigend für eine demokratische Auswahl vorausgesetzt hat, weil sie für ihn wohl so selbstverständlich waren, dass er sie nicht zu erwähnen müssen glaubte:

  • Die Auswahl der Regierung findet unter gleichberechtigten Kandidaten statt. Niemand wird ausgeschlossen, niemand bevorteilt.
  • Alle an der Auswahl einer Regierung Beteiligten, akzeptieren deren Ausgang.
  • Ist eine Regierung für eine bestimmte Zeitspanne gewählt, dann werden ihre Entscheidungen akzeptiert. Es gibt keine Nebenregierungen, keine Versuche, eine Legislative oder Exekutive der Straße aufzubauen. Das Recht, gegen Regierungsentscheidungen zu protestieren, bleibt davon unbenommen.

Bei allen beschriebenen Regeln spielen Inhalte keine Rolle. Ob die Kandidaten, die für die Auswahl einer Regierung bereitstehen, weiß, gelb, schwarz oder braun sind, ist irrelevant. Welche Ideologie sie vertreten, ist irrelevant. Jeder hat das gleiche Recht, sich zur Auswahl zu stellen. Niemand, um es noch einmal zu betonen, wird bevorzugt, niemand benachteiligt.



Es ist eigentlich ganz einfach.

  • Auswahl unter gleichen Kandidaten;
  • Keine Bewertung von Kandidaten oder Inhalten;
  • Akzeptanz der Auswahl;
  • Keine Proteste gegen gewählte Regierungen;
  • Keine Nebenregierungen;
  • Keine Herrschaft des Pöbels;

Lässt man diese Kriterien Revue passieren, dann kann man den Schaden, den linke Identitätspolitiken an der Form unblutiger Absetzung von Regierungen angerichtet haben, deutlich erkennen.

  • Linke wollen nur Kandidaten zur Auswahl zulassen, die ihnen ideologisch genehm sind;
  • Linke akzeptieren getroffene Auswahlen nur, wenn sie zu ihren Gunsten ausgefallen sind;
  • Linke mobilisieren alle ihnen zur Verfügung stehenden Kräfte, um eine Pöbelherrschaft gegen die gewählte Regierung aufzustellen;

Damit haben Linke den Boden einer demokratischen Auswahl der Regierung verlassen. Sie von Demokratie reden zu hören, ist folglich kaum erträglich. Linke versuchen seit Jahren, eine Pöbelherrschaft zu etablieren, wie man deutlich am Beispiel der Versuche, die Mehrheitsentscheidung der britischen Wähler, die EU zu verlassen, zu untergraben sehen kann, oder wie man an den unerbittlichen und seit nunmehr bald vier Jahren andauernden Versuchen, Donald Trump lächerlich zu machen, seines Amtes zu entheben usw., den u.a. Straßen- und Medienmob betreiben, sehen kann.

Die neueste Episode dieser Zerstörung all dessen, was bislang akzeptierte demokratische Regeln und Auswahlverfahren waren, Auswahlverfahren, es sei noch einmal wiederholt, die die unblutige Absetzung der Regierung garantieren, wird seit Tagen unter dem Vorwand ‘#blacklivesmatter” inszeniert. Dass es dabei nicht um das Leben von Schwarzen geht, kann man leicht sehen. Wir haben gestern den ideologischen Boden, auf dem kommunistische Plünderer gedeihen, beschrieben, um das zu zeigen, es gibt auch andere Belege dafür, dass den Demonstranten “black Lives” vollkommen egal sind. Diesen hier zum Beispiel:

Die Aktionen vom gestrigen Tag aus dem Vereinigten Königreich, das Beschmieren der Statue von Winston Churchill in London und die Zerstörung der Statue von Edward Colston in Bristol sind die letzten Beispiele dafür, dass es den Linken nicht nur darum geht, demokratische Prozesse zu zerstören, sondern darum, eine Herrschaft des Pöbels zu errichten.

Edward Colston, Händler aus Bristol, der von 1636 bis 1721 gelebt hat, vornehmlich in London, ein Mann mit umfassenden Handelsinteressen, wurde 1680 Teilhaber der Royal African Company und hatte ab 1689 etliche Führungspositionen inne. Die Royal African Company war am sogenannten Triangulation Trade beteiligt: Waren von Bristol nach Afrika, Sklaven von Afrika auf die Westindischen Inseln, Zucker zurück nach Bristol. Seit im Jahre 1990 die linke Identitätspolitik, deren Hauptziel darin besteht, heutigen Nichtsen eine Möglichkeit zu verschaffen, bei Personen des öffentlichen Lebens, die lange tot sind, etwas aus heutiger Sicht Beanstandenswertes zu finden, aus dem man heute einen pekuniären Nutzen machen kann (Selbstbereicherung) und durch den man seine eigene moralische Überlegenheit dokumentieren zu können hofft, sitzt der seit bald 300 Jahren Tote, auf der Anklagebank. Seitdem gilt Edward Colton als Sklavenhändler. Nichts anderes definiert den Mann. Er wurde geboren und ist gestorben als Sklavenhändler. Diese erstaunliche Borniertheit führt dazu, dass die vielen Spenden, die Colston nach Bristol überwiesen hat, mit denen u.a. Armenhäuser gebaut und – wie man heute wohl sagen würde: soziale Ungleichheit bekämpft wurde, die Philanthropie, die ihm letztlich seine Statue eingebracht hat, völlig irrelevant werden. Der linke Gesinnungsmob, der oben zu sehen ist, wie er – Geiern gleich – sich über die Statue des Bösen hermacht, wohl in der vergeblichen Hoffnung, dadurch moralischen Wert zu erhalten, kennt nur den Sklavenhändler, hat das Recht in die eigene Hand genommen und die Statue zerstört.



Damit finden sich die linken Mobbies in interessanter Gesellschaft:

Das, was hier von den Taliban in die Luft gesprengt wurde, waren einst die größten stehenden Buddha-Figuren der Welt. Vairocana und Sakyamuni waren 53 Meter bzw. 35 Meter hoch und den Taliban ein Dorn im Auge, denn der Islam erlaubt keine Repräsentationen von Göttern (die Buddhas sind keine) und schon gar keine anderer Religionen (das trifft es schon eher). Also haben die Taliban im März 2001 die beiden Buddhas zerstört und waren damit zufrieden: “Muslims should be proud of smashing idols. It has given praise to Allah that we have destroyed them”, so sprach Mullah Mohammed Omar.

Die Bamiyan Buddhas vor ihrer Zerstörung durch die Taliban.

Was der Mullah sagt, ist direkt in die Jetztzeit, auf die fundamentale Religion der linken Identitätspolitik und ihr modernes Zerstörungswerk übertragbar. Wie viele der Beteiligten sind stolz, was sie geschafft haben. Wie viele davon denken, sie seien nun moralisch erhöht, weil sie die Statue eines (bösen) Mannes, der im 17. Jahrhundert am Sklavenhandel beteiligt war, wenn sie auch nicht wissen, wie, zerstört haben? Wie viele verlieren auch nur einen einzigen Gedanken darüber, dass sie mit ihrer Aktion den demokratischen Kitt der Gesellschaft zerstören, das was die Initiatoren dieser Säuberungsaktionen sicher mit ihren Aktionen als Ziel verfolgen.

Das Problem mit Geschmacksurteilen wie dem, die Statue eines Menschen zu zerstören, der auch, wenn man auch nicht weiß in welchem Umfang und mit welcher Begeisterung, am Sklavenhandel partizipiert haben soll (in einer vollkommen anderen Zeit, mit völlig anderen Selbstverständlichkeiten), der in Afrika übrigens von Arabern kontrolliert wurde, die wiederum gemeinsame Sache mit den Chefs der Stämme gemacht haben, aus denen die Sklaven stammten, ist nun, dass sie gegen jede demokratische Regel verstoßen, denn Entscheidungen über Aufstellung oder Beseitigung von was auch immer, sind nicht Aufgabe eines Straßenmobs, sondern Aufgabe der gewählten Regierung.

Warum dem so ist, ist ebenfalls leicht zu erklären.
Die einen finden Statuen von Sklavenhaltern zerstörenswert. Die römische Gesellschaft war eine Gesellschaft, die auf Sklavenarbeit aufgebaut war. Wollen wir nun alle Überreste des römischen Imperiums zerstören und große Teile der Nachbarstadt von Bristol: Bath platt machen?
Die anderen finden Statuen, die linke Persönlichkeiten zeigen, zerstörenswert.


Wer wollte Ihnen, nun, da linke Identitätspolitik Fakten geschaffen und die Zerstörung von Statuen, die ideologisch nicht gewünscht sind, zur Normalität gemacht hat, ihren Wunsch, Marxen Statue in Schutt und Asche zu legen, verwehren.
Und der nächste findet moderne Statuen abscheulich. Wer will ihn daran hindern, seinem Geschmack entsprechend zu handeln, und moderne Statuen zu zerstören.

Und natürlich werden Linke, wenn man ihre Heiligtümer zerstört, Rache schwören und noch mehr unliebsame Statuen zerstören, was sich wiederum deren Anhänger nicht gefallen lassen werden.

Die Logik eines sich selbst verstärkenden Prozesses in aller Kürze dargestellt.

Welchen Ausweg gibt es aus dieser Situation:

Die linke Lösung ist Faschismus. Die Etablierung einer Regierung linker Erleuchtung, die vorgibt, welche Statuen stehen bleiben dürfen, welche zerstört werden müssen und ihren Willen mit Gewalt durchsetzt. Die linke Lösung ist eine, die in eine Regierung mündet, die man nicht OHNE Gewalt und Blutvergießen wieder loswerden kann.

Der einzige Ausweg, der nicht in den Faschismus führt, ist der Respekt vor Spielregeln, die zum einen Pöbelherrschaft ausschließen, zum anderen dafür sorgen, dass kein Bürgerkrieg über Geschmacksfragen geführt wird.

Das ist alles eigentlich leicht zu verstehen. 
Nur Dumme verstehen das nicht.
Leider verdichten sich die Anzeichen dafür, dass wir in einem Zeitalter leben, das von Dummen geprägt wird.


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