Dilettanti: Racial Profiling – Institutioneller Rassismus – irgendwas halt

Glatzköpfe sind gegen Racial Profiling weitgehend immun!
Das glauben Sie nicht?
Die ARD-Tagesschau hat es gerade verkündet:

Die Haarfarbe ist, nach Ansicht von irgend einem der vielen Ahnungslosen, die die Tagesschau täglich auf unschuldige, harmlose Konsumenten ihrer Seite loslässt, ein Anlass zu Racial Profiling. Besser könnte man die Tatsache, dass bei der Tagesschau wieder über Dinge geschrieben und vor allem gewertet wird, von denen keiner auch nur einen blassen Schimmer hat, was sie eigentlich beschreiben, kaum illustrieren.



Die aberwitzige Definition der ARD dessen, was “Racial Profiling” sein soll, ist das heutige Beispiel dafür, dass der Dunning-Kruger-Effekt offenkundig bei Angestellten des öffentlichen Rundfunks besonders stark ist. Dunning-Kruger haben den Zusammenhang zwischen Ahnungslosigkeit und großer Klappe empirisch bestätigt: Je weniger Ahnung, desto größer die Klappe, so ihr Befund. Die ARD ist Anschauungsbeispiel.

Zum Beispiel in Person von Franka Welz, ARD-Hauptstadtstudio – scheinbar denkt man bei der ARD, der Zusatz “Hauptstadtstudio” verschaffe noch einen positiven Beiklang. Das Gegenteil ist der Fall – das Gegenteil.

“Denn sie wollen nicht wissen, was sie tun?” So hat Welz ihren Beitrag überschrieben. Den sie weiß nicht, wovon sie schreibt, so könnte man die Realsatire, die bei der ARD-Tagesschau Kommentar geworden ist, betiteln. 

Es geht um “Racial Profiling” im Kommentar von Welz und schon im ersten Absatz zeigt sie, dass sie nicht weiß, was Racial Profiling bezeichnet ist. Sie schreibt: 

“Es ist zum Verzweifeln. Die Bundesregierung will institutionellen Rassismus bekämpfen, versteht aber offenbar nicht, was das genau ist.”

Für Welz ist “institutioneller Rassismus” wohl gleichbedeutend mit “Racial Profiling”, so muss man schließen und ausrufen: Es ist zum Verzweifeln, die öffentlich-rechtlichen Ahnungslosen, verstehen nicht, worüber sie schreiben, reißen aber dennoch den Mund bis zum Anschlag auf. Im nächsten Abschnitt wird der “institutionelle Rassismus” dann zur “anlasslosen Kontrolle”, und somit einem logischen Unding, das die ganze Aufregung obsolet macht, denn wenn jemand anlasslos kontrolliert wird, dann kann, definitionsgemäß auch seine Hautfarbe KEIN Anlass gewesen sein. Einen Abschnitt weiter ist dann von der gelebten Erfahrung “nicht-weißer” Menschen in Deutschland die Rede, unter denen kaum jemand sei, so Welz, der “nicht schon ohne konkreten Anlass von der Polizei kontrolliert wurde”. Die anlasslose Kontrolle ist mittlerweile zur Kontrolle ohne konkreten Anlass mutiert, so dass man feststellen kann, die Hautfarbe kann offenkundig kein “konkreter Anlass” sein. Abermals vermittelt Welz das Bild eines raving madman, der vor sich hinbrabbelt oder besser: der raving mad woman in the attic. Wir fragen an dieser Stelle nicht, woher Welz weiß, dass es in Deutschland kaum einen “nicht-Weißen” gibt, der “nicht schon ohne konkreten Anlass von der Polizei kontrolliert wurde”. Der Anlass des Kommentars von Welz ist, dass Horst Seehofer keine Studie über Racial Profiling in Auftrag geben will. Eine Entscheidung, die Welz bejammert, weil mit der Studie “Licht ins Dunkel” der “anlasslosen Kontrollen” gebracht werden würde. Wenn die “anlasslosen Kontrollen”, wie Welz schreibt, im Dunkeln sind, niemand weiß, ob und wenn ja, wie viele es davon gibt, dann fragt man sich, woher Welz weiß, dass es in Deutschland “kaum einen nicht-Weißen gibt, der nicht schon ohne konkreten Anlass von der Polizei kontrolliert wurde”. Entweder Welz hat private Kenntnisse, die sie durch eine umfassende und natürlich repräsentative Befragung aller nicht-Weißen in Deutschland gewonnen hat, so dass sie weiß, dass es in “Deutschland kaum einen nicht-Weißen gibt, der nicht schon ohne konkreten Anlass von der Polizei kontrolliert wurde” oder sie ist das, was man im Englischen einen blithering Idiot nennt, jemand, der bei Dunning Kruger ganz links zu finden ist (siehe Abbildung).



Das ganze Problem, das Ahnungslose wie Franka Welz haben und darstellen, wird am Beispiel anekdotischer Evidenz deutlich, die belegen soll, dass es in Deutschland “anlasslose Kontrollen” von nicht-Weißen gibt. Beispiel 1: Gerald Asamoah, bekanntlich nicht weiß, kauft sich einen dicken Mercedes, fährt von Hof und wird kontrolliert. Rassismus schreit Franka, die Ahnungslose. Beispiel 2: Cem Özdemir sitzt im Zug und verschanzt sich hinter seiner Zeitung, weil ein paar Betrunkene Stimmung machen. Er wird von der Polizei kontrolliert: Rassismus schreit Franka, die Ahnungslose.

Das Problem in aller Kürze ist, dass zu viele, vom kenntnislosen Schlage Welz bei Dingen mitreden wollen, die Klappe weit aufreißen, von denen sie keine Ahnung haben. 

Quelle

Wenn man die Schutthaufen aus falsch benutzen Worte aufräumen will, hat man wirklich Probleme einen Anfang zu finden. Am besten, wir beginnen mit Racial Profiling. Wie der Name schon sagt, ist damit eine AUSWAHL verbunden, die auf Race, in politisch korrektem Deutsch: Hautfarbe, basiert. Achtung: Racial Profiling ist sinnvoll. Wenn man z.B. nach einem Terroristen von Al Kaida sucht, ist es nach wie vor sinnvoll, unter Arabern zu suchen. Ergo kontrolliert man arabisch aussehende Menschen bevorzugt. Sucht man einen Mörder in den USA, dann ist es oft sinnvoll, die Suche zunächst auf Schwarze zu begrenzen, denn Schwarze sind überproportional häufig Mörder. Kurz: Racial Profiling dient der Verengung der Suche nach einem Täter oder präventiver Maßnahmen, um einen Straftat zu verhindern, und ist als solches ein Prozess bei dem zwischen dem Schutz der Bevölkerung und den Persönlichkeitsrechten dessen, der kontrolliert wird, abgewogen werden muss. Was die richtige Abwägung ist, ist eigentlich nicht wirklich problematisch zu zeigen, denn wird ein Schwarzer zu unrecht kontrolliert, dann entsteht KEIN Schaden, geht ein Mörder durchs Fahndungsnetz, weil z.B. Racial Profiling nicht genutzt wird, dann entsteht ein Schaden.

In der Literatur gibt es zwei konkurrierende Typen von Definitionen zu Racial Profiling. Die erste Definition entspricht der Definition, die wir gerade gegeben haben. Demnach ist Racial Profiling

“any police-initiated action that relies on race, ethnicity, or national origin rather than the behavior of an individual or information that leads the police to a particular individual who has been identified as being, or having been, engaged in criminal activity” (Ramirez, McDevitt & Farrell 2000: 3).

Racial Profiling ist also ein Mittel der Prävention, mit dem Straftaten verhindert werden sollen.

In der konkurrierenden Definition wird Racial Profiling erschlossen, es liegt dann vor

“when minorities are stopped at disproportionately higher rates than they are represented within the benchmark that indicates the proportional racial representation …” (Lamberth 2010: 27)

Die beiden Definitionen machen in aller Deutlichkeit klar, dass in Deutschland wieder einmal voller Emotion und Eifer über etwas gestritten wird, von dem kaum jemand eine Idee hat, was es eigentlich ist, sicher nicht Frau Welz. Denn: Racial Profiling wird einmal definiert als normale Polizeipraxis, die der Prävention von Straftaten dient, sie basiert somit auf konkreten Annahmen über die Hautfarbe eines Täters oder die Wahrscheinlichkeit, dass ein Täter aus einer durch ihre Hautfarbe bestimmbaren Tätergruppe stammt. Racial Profiling hat also nichts mit Rassismus oder institutionellem Rassismus (, den es ohnehin nicht gibt) zu tun. Zum anderen wird Racial Profiling als dann problematische Polizeipraxis definiert, wenn sie dazu führt, dass Personen mit einer bestimmten Hautfarbe z.B. im Zusammenhang mit der Prävention von Straftaten, sagen wir: Gewalttaten, häufiger kontrolliert werden, als es ihrem Anteil an Gewalttätern entspricht.



Einmal mehr handelt es sich also um das was für deutsche Journalismus-Darsteller unverständlich ist: ein relationales und vor allem EMPIRISCHES Konzept. Auf Grundlage dieser Ausführungen kann man nun auch zeigen, dass weder Gerald Asamoah noch Cem Özdemir Opfer von Racial Profiling geworden sind, denn um zu zeigen, dass Racial Profiling vorliegt, müsste man zeigen, dass die Polizisten in ihrer Schicht nur Cem Özdemir keine Weißen kontrolliert haben, dass Asamoah der einzige Autofahrer war, der an diesem Tag kontrolliert wurde, dass Özdemir wegen seiner Hautfarbe kontrolliert wurde und Asamoah wegen der Diskrepanz zwischen dickem Mercedes Benz und seiner Hautfarbe, wie Welz behauptet. 

Die derzeitige Diskussion über Racial Profiling ist schlicht ein weiteres Mittel, mit dem Linksextreme versuchen, zum einen Zweifel an der Arbeit der Polizei zu wecken und zum anderen sich selbst als moralische Herrenmenschen zu inszenieren, die natürlich über jede Form von Rassismus erhaben sind. Damit man Letzterem zustimmen könnte, müsste sichergestellt sein, dass Linksextreme oder sich öffentlich echauffierende Angestellt der ARD, die Gebührenzahlern zur Last fallen, auch nur eine ungefähre Vorstellung davon haben, wovon sie reden. Aber das haben sie nicht.

Welz schwadroniert von “anlasslosen Kontrollen”, Racial Profiling und sieht in allem “institutionellen Rasissmus”, ein unbekannter Mitarbeiter der ARD ist gar der Ansicht, Racial Profiling liege vor, wenn man Rothaarige kontrolliere. Dümmer geht es kaum mehr. 

Institutionellen Rassismus, so haben wir oben geschrieben, den gibt es nicht. Dass dem so ist, liegt an zwei Dingen: Rassismus beschreibt eine Handlung, die ausgeführt wird, WEIL derjenige, der Gegenstand der Handlung wird, eine bestimmte Hautfarbe hat. Handeln können nur Menschen. Strukturen oder Institutionen können nicht handeln. Entsprechend kann es keinen institutionellen Rassismus geben. Was kein Beinbruch ist, denn es gibt das gute und seit Jahrzehnten genutzte Konzept der institutionellen Diskriminierung, das beschreibt, dass bestimmte Strukturen oder Gesetze oder Normen gesellschaftliche Gruppen gezielt benachteiligen. Männer sind Opfer institutioneller Diskriminierung, z.B. im Rahmen des Professorinnenprogramms. Jungen sind Opfer institutioneller Diskriminierung, weil die Förderung von Mädchen in Schulen dazu geführt hat, dass Jungen im Bildungssystem zurückbleiben. Rentner, die ihr Leben lang gearbeitet haben, sind Opfer institutioneller Diskriminierung, weil sie in der Altersrente schlechter gestellt werden, als Personen, denen ideologische Boni zugeteilt werden, z.B. weil sie zugewandert sind oder sich fortgepflanzt haben. Schwarze, die im Rahmen von affirmative action bevorzugt werden, sind Nutznießer institutioneller Diskriminierung, denn ihre Bevorzugung geht natürlich zu Lasten aller nicht-Schwarzen, die systematisch schlechtergestellt werden.

Das Konzept der institutionellen Diskriminierung ist gut eingeführt, es ist weit verbreitet, es gibt Unmengen von Literatur dazu. Warum wird es über Bord geworfen und durch das analytische Unding “institutioneller Rassismus” ersetzt? Die Frage ist leicht zu beantworten. Mit “institutionellem Rassismus” soll eine Opferrolle für Schwarze festgeschrieben werden, die zudem einen Ausschließlichkeitsanspruch erhebt. Wenn man die Hautfarbe als ein Merkmal unter VIELEN ANDEREN, die Gegenstand institutioneller Diskriminierung sein können, und somit in den Rahmen stellt, in den sie gehört, dann kann man keinen Ausschließlichkeitsanspruch erheben und vor allem keinen Sonderstatus, der eine staatliche Förderung begründet. 

Es ist eben alles ein Kampf um Ressourcen. Und heute kann man, wenn man die richtigen emotionalen Köder auslegt, eine Vielzahl von Reiz-Reaktions-Deppen zum Anbeißen bringen, die dann durch die Welt laufen und “anti-Rassismus” predigen, um selbst zu den Auserwählen und den Guten zu gehören. So einfach ist es, Wasserträger für krude finanzielle Interessen zu finden. Denn natürlich geht es denen, die hinter der Hysterie stehen, um den eigenen Nutzen, um die Millionen Euro in Steuergeld, die man einstreichen kann, um den Rassismus gegen Schwarze zu bekämpfen und damit ein Problem, das man gerade erst inszeniert hat (dazu bald mehr).


Der Titel ist übrigens eine Anspielung auf die Society of Dilettanti, eine britische Gesellschaft, die 1734 gegründet wurde, und zwar mit dem Ziel, den kruden und erschreckend schlechten Geschmack der britischen Öffentlichkeit zu reinigen und zu korrigieren. Dieses Ziel sollte vor allem durch die Beförderung der Aufführung italienischer Opern erreicht werden. Horace Walpole, der als Zeitzeuge diese Gesellschaft begleitet hat, war der Ansicht, es handle sich bei den distinguierten Peers, die sich zur Erziehung der Massen eingefunden haben um “a club, for which the nominal qualification is having been in Italy, and the real one, being drunk: the two chiefs are Lord Middlesex and Sir Francis Dashwood, who were seldom sober the whole time they were in Italy”.


Lamberth, John (2010). Driving while black. Race, Ethnicity, and Policing: New and Essential Readings. New York: NYU-Press.

Ramirez, Deborah, McDevitt, Jack & Farrell, Amy (2000). A resource guide on racial profiling data collection systems: Promising practices and lessons learned. US Department of Justice.


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