“Jeder fünfte Gründer hat Migrationshintergrund” – Falsch: Die ARD verbreitet Fake News

“Wie aus einer Sonderauswertung des Deutschen Start-up-Monitors hervorgeht, wurde zuletzt jedes fünfte Start-up in Deutschland von Migranten der ersten oder zweiten Generation gegründet. Der “Migrant Founders Monitor” des Bundesverbands Deutscher Start-ups und der Friedrich-Naumann-Stiftung hat sich dazu knapp 2000 Start-ups angeschaut, von denen 354 von Menschen aus Familien mit Einwanderungsgeschichte gegründet wurden.”

So liest man bei der Tagesschau. Der Fairness halber: Die Fake News findet ihren sprachlich für Unbedarfte, und solche sind bei der ARD wohl reihenweise beschäftigt, missverständlichen Ausdruck in dem wirklich seltsamen Bericht, der Sonder-Auswertung des Bundesverbands Deutscher Start-ups und der Friedrich-Naumann-Stiftung:

“Zentrale Bedeutung
Mit einem Anteil von gut 20 % nehmen Gründer*innen mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle im Startup-Ökosystem ein und sind damit eine treibende Kraft wirtschaftlicher Innovation in Deutschland.” [Ein statistischer Connoisseur liest und fragt: Was ist die Basis der 20%? Ein Unbedarfter übernimmt die Prozentzahl und rechnet sie als Eigenleistung in “Jeder Fünfte” um. Immerhin sind ARD-Redakteure zu einfachen Transformationen in Grundrechenarten fähig.]

Wäre der seltsame Report, den die Friedrich-Naumann-Stiftung herausgibt und in dem ein “Verband” als Autor angegeben wird, mehr an Daten und korrekter Analyse, denn an Einhaltung der Genderidiotie orientiert, dem ein oder anderen, der hier ausgewertet hat, wäre vielleicht aufgefallen, dass der Datensatz KEINERLEI Aussagen darüber ermöglicht, wie groß der Anteil von Gründern mit Migrationshintergrund unter denen ist, die in Deutschland ein Start-Up auf den Weg bringen. Der Datensatz, der Deutsche Start-up-Monitor (DSM), ist Ergebnis einer Online-Befragung, von der nicht wirklich klar ist, wer daran eigentlich teilnimmt. Aber immerhin ist es den Autoren des DSM klar, dass es nicht klar ist, wer daran teilnimmt. Sie schreiben:

“Die wissenschaftliche Auswertung wurde nach Abschluss der Datensatzbereinigung durchgeführt. Dem DSM 2020 liegen 1.946 Datensätze von Gründerinnen und Gründern sowie leitenden Angestellten (Geschäftsführung bzw. C-Level) zugrunde. Somit enthält der DSM keine Vollerhebung aller deutschen Startups und kann angesichts der unbekannten Grundgesamtheit der Startups in Deutschland keine Repräsentativität für sich beanspruchen. (Seite 64)”

Der Versuch der ARD, einmal mehr die Schalmei der Diversität zu tröten, ein Versuch, der – wären bei der ARD Personen mit Grundkompetenzen und nicht Mietmäuler beschäftigt, die durchreichen, was ihnen an ideologisch Passendem präsentiert wird, gar nicht unternommen worden wäre, ist somit gründlich in die Hose gegangen. Niemand weiß, wie viele Gründer von Start-ups einen Migrantionshintergrund haben, und ehrlich gesagt, niemand, außer ein paar rassistisch angehauchten Ideologen interessiert sich dafür, denn der Erfolg eines Start-ups hat mit vielem, aber wohl kaum mit dem Migrationshintergrund des Gründers zu tun.



Der seltsame Bericht, den ausgerechnet eine liberale Stiftung vertreibt, ist darüber hinaus vollkommen nutzlos, weil Analysen, die Aufschluss über eine Bevölkerungsgruppe geben sollen, sofern man denn begründen kann, warum es überhaupt von einem Erkenntniswert, nicht von einem ideologischen Wert sein soll, sich mit Migrationshintergrund bei Start-up-Gründern zu befassen, grundsätzlich einen VERGLEICH voraussetzen. Will man also, dem ideologischen Zeitgeist hinterherrennen und einmal mehr das Loblied der Diversität singen, dann wird man nicht umhin können, harte Zahlen, Abschlüsse, Bilanzen, Überlebenszeiten mit einzubeziehen, und zwar für Start-ups, deren Gründer Migrationshintergrund haben, und solche, deren Gründer keinen haben. Alle anderen Vergleiche sind Luftnummern ohne konkreten Wert, die aber natürlich für Ideologen einen konkreten Nutzen haben, z.B. dann, wenn sie beklagen, dass die Finanzierungslücke bei Gründern mit Migrationshintergrund größer ist als bei allen Gründern, die im Datensatz vorhanden sind, oder wenn man feiern will, dass unter Gründern mit Migrationshintergrund ein höherer Anteil mit akademischem Abschluss ist als unter allen Gründern im Datensatz, wie es in dem seltsamen Bericht der Fall ist. Beklagen oder feiern kann solche Ergebnisse nur, wer schon mit einer Voreinstellungen, einem Vorurteil an die Daten herangeht, ein Vorurteil, das dem Ideologen Gewissheit darüber gibt, dass Gründer mit Migrationshintergrund eine diverse Wohltat für die Ökonomie sind, die aber benachteiligt werden, wie die größere Finanzierungslücke zeigt. Dass diese Finanzierungslücke als Divergenz zwischen tatsächlicher und gewünschter Finanzierung berechnet wird, also rein subjektiv ist, das stört nur Wissenschaftler, Ideologen sehen darin die Diskriminierung, die sie so sehnlichst zu finden gehofft haben.

Dass selbst Broschüren, wie die der Friedrich-Naumann-Stiftung, die viel Bild, wenig Text und ganz wenig Analyse enhält, zuweilen Ergebnisse verbreiten, denen man anmerkt, wie befremdet die Autoren von ihnen sind, ist das, was demjenigen, der solche seltsame Berichte liest, dann doch ein Schmunzeln in die Mundwinkel treibt und dort für einige Zeit vorhält:

Wie sag’ ich es den Lesern, ohne dass sie es verstehen? Das ist das Problem, vor dem die unbekannten Autoren dieses seltsamen Berichts hier stehen. Man kann förmlich greifen, wie befremdet sie von diesem “Exit-Problem” sind, so befremdet, dass sie die Mehrzahl der Leser im Dunklen darüber lassen, worum es hier eigentlich geht. Es geht letztlich um die Motivation, ein Start-up auf den Weg zu bringen. Und wie man sieht, ist die Motivation der meisten Gründer eine sehr einfache, wenngleich in der woken Gemeinschaft, bei der Diversität in Hautfarbe gerechnet wird, Strom aus der Steckdose und Geld von der Bank kommt, verpönte Motivation: GELD. Viel Geld, um genau zu sein, denn rund ein Drittel der Gründer hat das Ziel, die Neugründung für irgendwo zwischen 10 Millionen und 100 Millionen Euro zu verkaufen. Gut 70% derjenigen, die nicht in Deutschland geboren sind, gründen nur, um nach Erfolg zu verkaufen, eine Strategie, die von Venture Capitalists bekannt ist, oder von Private Equity Funds, die ja bekanntlich mehrheitlich aus dem Ausland kommen, so dass man sich fragt, wer hier eigentlich als “Gründer mit Migrationshintergrund” befragt wurde. 

Aber das fragen nur wir uns. Die ARD-Tölpel fragen sich das nicht. Sie verbreiten lieber Fake News und behaupten, jeder Fünfte Gründer habe Migrationshintergrund. Selbst die Broschüre der Friedrich-Naumann-Stiftung, die nun wirklich wenig Text und noch weniger Information bereitstellt, sie enthält einen Hinweis darauf, dass das Eingangs Zitierte, das in der Zusammenfassung zu Beginn der ewas mehr als 20 Seitchen zu finden ist, also auf der Seite, über die ARD-Schreiber nicht hinauskommen, (absichtlich) so formuliert ist, dass ein Unbedafter, der z.B. bei der ARD beschäftigt ist, daraus den Schluss ziehen könnte, die Zahlen gülten für Gesamtdeutschland, seien verallgemeinerbar.

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Doch das sind sie nicht, denn wie steht auf Seite 9 dieses Machwerks:

“Basis der regionalen Verteilung ist die DSMStichprobe – sie spiegelt nur Tendenzen wider.  Werte um 0 % deuten darauf hin, dass die Anzahl in diesen Regionen sehr gering ist.”

Mit anderen Worten, was man mit dieser Sonderauswertung an Erkenntnis gewinnen kann, das ist unbekannt, was man sicher NICHT als Ergebnis herausnehmen kann, ist, dass jeder fünfte Gründer Migrationshintergrund hat. Aber genau diese Fake News serviert ihnen die ARD – Ihre Gebühren bei der Arbeit.


Quantitative Befragungen sind ein Mittel, das dazu dient, Theorien, die über Hypothesen operationalisiert wurden, zu prüfen. Sie sind kein Mittel, um die Bedürfnisse von Ideologen zu befriedigen. Auswertungen wie die, die hier Gegenstand ist, sind vollkommen nutzlos, wenn sie nicht mit einem theoretischen Rahmen einhergehen, was wiederum voraussetzt, dass man eine Theorie darüber hat, warum Migrationsstatus bei der Gründung von Start-ups einen Unterschied machen soll. Sie sehen das Problem …?


Quelle: Featured Image


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