Ein einfaches Argument dafür, dass Russland Nordstream NICHT gesprengt hat und in paar Fakten, die es stützen

Wer ist für die Umweltkatastrophe in der Baltischen See verantwortlich, die sich nach der Sprengung von Nordstream I und II immer weiter ausbreitet?

Eine Frage, die in westlichen Medien sehr schnell beantwortet wurde, zu schnell, als dass die Antwort auf Grundlage von Belegen und Fakten erfolgt sein kann. Wir haben zwei Beispiele, die vom RND, der Medienkrake der SPD, verbreitet werden, eingesammelt:

“Berlin. Der Fachsprecher für Krisenprävention der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Roderich Kiesewetter, geht davon aus, dass die Leckagen der Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 auf einen Sabotageakt Russlands zurückzuführen sind. „Aus sicherheitspolitischer Perspektive dient ein solcher Sabotageakt der Abschreckung und Bedrohung. Mit einem Angriff auf die Infrastruktur der Energieversorgung soll Angst und Schrecken verbreitet werden“, so Kiesewetter weiter.Es ist deshalb wahrscheinlich, dass Russland auf diese Weise versucht, einerseits Verunsicherung in der europäischen Bevölkerung zu schüren und anderseits auf staatlicher Ebene ein weiteres Mal auf die Bedrohungsmöglichkeit durch den Angriff auf kritische Infrastruktur hinweist“, fügte der Abgeordnete hinzu. Dass die Nord-Stream-Pipelines als Werkzeug, und Energie als Waffe gegen uns eingesetzt werden, habe Russland bereits in der Vergangenheit gezeigt, betonte der CDU-Politiker. „Deshalb würde ein solcher Sabotageakt auch zu der von Staatsterrorismus geprägten und hybriden Vorgehensweise Russlands passen“, sagte er weiter.”

Kiesewetter, offenkundig bemüht, sich als Experte für “sicherheitspolitische Perspektiven” auszuweisen, argumentiert, dass ein “solcher Sabotageakt der Abschreckung und Bedrohung” diene. Gegenstand des “Sabotageakts” ist jedoch russisches Eigentum, denn die Pipeline gehört Gasprom. Warum sollte Putin die Infrastruktur eines russischen Unternehmens zerstören, um Deutschland abschrecken und bedrohen zu wollen?

Mit was im übrigen? Die Sabotage macht Nordstream I und II nicht mehr nutzbar, auf Monate hinaus. Welche Abschreckung ist damit verbunden? Das Argument von Kiesewetter scheint ein ziemlich unsinniges Argument zu sein. Und es wird im weiteren Verlauf nicht besser. Die Angst und der Schrecken, den Kiesewetter als Zielsetzung anführt, sie gehören beide zu den Zielen von Terroristen. Terroristen wollen Unsicherheit und Angst verbreiten, arbeiten mit Willkür, willkürlichen Orten, willkürlichen Opfern, um Unsicherheit durchzusetzen. Das müssen sie tun, weil sie keinerlei Handhabe über die Regierung haben, die sie mit ihren Aktionen in der Regel zum Einlenken in Forderungen, die sie, die Terroristen aufstellen, zwingen wollen. Und gerade deshalb würde ein solcher Angriff NICHT zu der Vorgehensweise passen, die Russland und Putin, die irgendein rationaler Akteur an den Tag legen würde.

Mit Nordstream I und II hatte Putin zwei perfekte Hebel, um Druck auf die EU und Deutschland im Besonderen auszuüben. Einerseits konnte er mit dem Gashahn spielen und Verhaltensweisen Deutschlands mit mehr oder weniger Gaslieferung belohnen, andererseits konnte er sich zurücklehnen und den wachsenden Unmut, der in Tauenden Demonstranten, die die Öffnung von Nordstream II fordern, seinen Niederschlag findet, genießen. Warum sollte er sich diese beiden Möglichkeiten durch einen höchst sinnlosen Akt, der ihm jedes Leverage, wie wir im englischen sagen, jenen Hebel, mit dem er seine Interessen amplifizieren kann, nimmt, warum sollte er also russisches Eigentum zerstören?

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Man kann über Putin sicher vieles behaupten, aber nicht, dass er dumm ist. Und letztlich reduziert sich das, was Kiesewetter im Bemühen, informiert und gelehrt zu erscheinen, vorträgt, auf die Aussage, dass Putin verzweifelt und irrational handelt, was letztlich darauf hinweist, dass er sich in die Ecke gedrängt fühlt. Das passt zwar zu der Erzählung, die im Westen verbreitet wird, aber wohl kaum zu dem, was im Kreml passiert. Irrational ist vielmehr die Ansicht, ein Akteur, der einen anderen im Würgegriff hat, würde sich die Hand abhacken, um denjenigen, der sich im Würgegriff befindet, zu schädigen. Aber genau das will Kiesewetter den Lesern des RND und der SPD-Postillen, die das RND u.a. beliefert, erzählen. Und mit diesem Blödsinn ist er nicht einmal allein:

“Auch die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, vermutet Russland hinter dem Sabotageakt. „Je länger und brutaler der russische Überfall auf die Ukraine andauert, desto größer ist auch die Gefahr, dass es zu solch enthemmten Anschlägen kommt“, sagte Strack-Zimmermann dem RND. „Nicht ausgeschlossen ist, dass sie von Russland gelenkt werden, um unsere Märkte zu erschüttern“, so die Abgeordnete weiter.”

Auch Strack-Zimmermann hat, wie gewöhnlich, kein Argument vorzuweisen. Sie vermutet ebenfalls einen verzweifelten Akt, unterstellt also Putin die gleiche Emotionalität, die sie offensichtlich beherrscht und denkt, Putin wolle mit dieser Maßnahme die Märkte erschüttern, ganz so, als hätten Drosselung und Stop von Gaslieferungen durch Nordstream I die Märkte nicht längst erschüttert. Jeder, der auch nur ansatzweise weiß, wie Märkte funktionieren, dem ist bewusst, dass die schlimmste Waffe, die Putin in seiner Hand hat, nein hatte, das Spiel mit der Volatilität der Märkte ist, und für dieses Spiel ist ein Ab- und Anschalten von Nordstream I der Hebel. Abschalten, Preise steigen, anschalten, Preise fallen, stabilisieren sich, wieder abschalten, Preise steigen wieder, dieses Mal, weil Marktteilnehmer nervös werden, heftiger als beim letzten Mal, wieder anschalten, warten bis der Winter da ist, abschalten … Auf diese Weise hätte Putin die Gasmärkte zu seinem Spielball machen und die deutsche Regierung zum Wahnsinn treiben können, je nach Lust und Laune. Und ausgerechnet diese Möglichkeit soll er durch Sprengung der beiden Pipelines zunichte gemacht haben?

Eher unwahrscheinlich.
Wer wahrscheinlich hinter der Sprenung steckt, ist eine Frage, die man schon deshalb stellen muss, weil sich westliche Medien so schnell so einig sind und diese Einigkeit auf so absurden Aussagen über die Motive und Gründe von Putin basieren. Auch die Not, mit der Verbindungen zusammengeschustert werden, um mit dem Finger auf Russland weisen zu können, macht die Antwort auf diese Frage wichtig:

Aus der WELT:


“An den beschädigten Nord-Stream-Pipelines ist diese Woche auch ein viertes Gasleck entdeckt worden. „CNN“ berichtet derweil unter Berufung auf europäische Geheimdienste, dass russische Kriegsschiffe und U-Boote in der Nähe beobachtet worden sind.”

Wenn räumliche Nähe ein Indikator dafür ist, wer die Pipeline gesprengt hat, dann sind sicher die folgenden Information, die Jack Posobiec zusammengestellt hat, von Bedeutung:

Die räumliche Nähe der gemeinsamen Trainings von US-/ UK-Truppen und Ukrainischen Truppen zu den Stellen, an denen die Sprengungen durchgeführt wurden, ist entweder ein Indikator auf den Täter, wie im oben genannten Fall oder Zufall, was dann auch für den oben genannten Fall russischer Verbände gilt.
Wo wir gerade bei räumlicher Nähe sind:

Ostsee-Zeitung

Indes wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten, dass Creepy Joe bereits im Februar diesen Jahres angekündig hat, dass die USA nach einem Einmarsch Russlands in die Ukraine Nordstream II unbrauchbar machen würden.


Wir gestern unsere Leser auf Telegram gefragt, was Sie glauben, wer für die Leacks in Nordstream I und II verantwortlich ist. Hier das Ergebnis der Befragung, an der bislang 2.236 Leser teilgenommen haben:

Ein eindeutiges Ergebnis.
Und ja, ob das Ergebnis repräsentativ ist, wissen wir nicht. Macht nichts, denn Repräsentativität ist ohnehin ein Ideal, das nicht erreichbar ist, das, dessen ungeachtet von Meinungsforschungsinstituten und Regierungen genutzt wird, um die Illusion von Ergebnissen aufzubauen, die besonders aussagekräftig seien. Das gilt für Meinungsforschungsinstitute, die damit Regierungen Zuträgerdienste leisten, denn Regierungen haben ein Interesse daran, ihre Maßnahmen als von der “repräsentativen Mehrheit” der Bevölkerung akzeptiert oder mitgetragen auszugeben. Letztlich haben sie auch keine anderen Daten als wir, aber andere Interessen, die Daten zu interpretieren und in ihrer Reichweite als weiter auszugeben als sie es sind.

Wir wissen auch nicht, wer letztlich Nordstream I und II gesprengt hat, aber wir können gute Argumente vorbringen, die die Suche nach dem Täter einschränken hilft und auf wahrscheinliche Täter hinweist. Sie finden sich nach unserer Ansicht nicht in Russland.

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