Horror!
Erst war es der Morbus Marburg, dann kam das Nipah-Virus, dann Hyalomma Marginatum, die Riesenzecke, die Europäer mit dem Krim-Kongo-Fieber um die Gesundheit bringen wollte (als wären nicht Pharmaunternehmen für diesen Zweck ausreichend). Eine kurze Episode Camp-Hill-Virus, ein Intermezzo mit Dengue-Fieber, zuletzt die Hanta Festspiele und der derzeitige Ebola-Ausbruch im Kongo, die Versuche der Shitstream-Medien, die eigenen Konsumenten in „Suspense“ und Angst zu halten, sind so zahlreich, man kann kaum Schritt halten kann.
In der Regel dauert es nur eine kurze Zeit, bis die Verbreitung von Viren, die sich alle dadurch auszeichnen, recht üble Gesellen mit üblen Einwirkungen auf den Gastorganismus, den sie überfallen, zu sein, beim angeblich von Menschen verursachten Klimawandel und der damit verbundenen Ausbreitung von allem, was ekelig ist und krank macht, ankommt.
Nun hat man wieder CHIKUNGUNYA ausgegraben.
Das Virus, das im Wesentlichen Schulterschmerzen verursacht, wurde schon Mitte 2025 als eines, das in China große Verbreitung gefunden hat, mit viel Reklame durch Shitstreammedien versorgt, als potentielle Gefahr für Europäer und Pathogen mit plandemischem Potential. Nun gibt es die erste „wissenschaftliche Studie“, in der die große CHIKUNGUNYA-Gefahr, in der unter anderem der Norden und Zentraleuropa schweben, herausmodelliert wurde, eine Studie, die postwendend Eingang in die Daily Mail und den dort betriebenen Malstrom aus Bullshit gefunden hat:
Lassen Sie sich nicht von dem dramatisch platzierten Hinweis auf den Moskito, der Tropenkrankheiten verbreiten kann und in Kent gefunden wurde, täuschen. Das hat nichts mit CHIKUNGUNYA zu tun. Der Link verweist auf einen Text aus dem Jahre 2025 als ein einsamer Moskito, der im Verdacht steht, Dengue-Fieber zu verbreiten, in Kent aufgestöbert wurde.
Aedes aegypti
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn ich in Überschriften das Wort „Klimawandel“ lese, das ausschließlich im Zusammenhang mit etwas Negativem gebraucht wird, dann reicht es mir bereits und der Verdacht, einmal mehr zum Mülleimer für eine Junk Studie, die gerade lanciert wird, gemacht zu werden, stellt sich ein, nein, drängt sich auf.
Einmal mehr ist der Verdacht berechtigt.
Bleiben wir kurz bei CHIKUNGUNYA oder CHIKV, wie das Virus kaum kürzer abgekürzt wird. CHIKV bedient sich zweier Trägersysteme: Aedes aegypti und Aedes albopictus, zwei Stechmücken, die CHIKV als Zugabe zum Jucken mitbringen (können). Nach dem Biss durch einen infizierten Moskito dauert es rund 2 bis 12 Tage, ehe sich Symptome einstellen, die in der Regel aus einem plötzlich einsetzenden Fieber und erheblichen Gelenkschmerzen bestehen und wie so viele Virenerkrankungen von Nettigkeiten wie Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit oder Ausschlägen begleitet werden. Wer gebissen wird, der hat also eine Galgenfrisst, bevor er ein Bett aufsuchen muss, um die nächsten Tage zu überdauern, gemeinhin unter einem Moskitonetz und unter Isolation von Mitmenschen, so dass eine Verbreitung von CHIKUNGUNYA allein durch die Symptome der Erkrankung behindert bzw. die Zielmenge reduziert wird.
Ein Zyklus von CHIKUNGUNYA beginnt mit dem ersten Biss durch einen infizierten Moskito. Das RNA-Virus infiziert Zellen in der Haut, Keratinozyten, Monozyten oder Langerhans Hautzellen, beginnt mit der Replikation und wandert über das lymphatische System in Lymphknoten und von dort in die Blutbahn. In der Blutbahn angekommen, steht dem Virus der gesamte Organismus offen, indes, CHIKV hat eine Vorliebe für Gelenke, daher sein Name:
CHIKUNGUNYA ist ein Wort aus der Sprache der Bantu, aus Kimakonde einer Makonde Sprache. Übersetzt heißt CHIKUNGUNYA etwa: „die Krankheit, die beugt“ – was (1) ein Hinweis darauf ist, dass CHIKUNGUNYA schon vor 1952 in Tansania bekannt war und (2) darauf hinweist, das CHIKV, das Virus hinter CHIKUNGUNYA Vorlieben für Gelenke entwickelt hat, sich dort besonders gerne einnistet und zu erheblichen Gelenkschmerzen führt, meist von wenigen Tagen Dauer, zuweilen als eine Form von „long CHIKUNGUNYA“ über Wochen und Monate verkrüppelnd.
Das zeigen die Ergebnisse von Auerswald et al. (2018):
Aedes aegypti
Auerswald, Heidi, Camille Boussioux, Saraden In, Sokthearom Mao, Sivuth Ong, Rekol Huy, Rithea Leang et al. (2018). Broad and long-lasting immune protection against various Chikungunya genotypes demonstrated by participants in a cross-sectional study in a Cambodian rural community.“ Emerging microbes & infections 7(1): 1-13.
Indes: Die gute Nachricht: Wer CHIKUNGUNYA durchlitten hat, der ist ab dann immun. Die Mortalität von CHIKUNGUNYA ist recht gering und findet sich vornehmlich bei Alten mit Vorerkrankungen, bei Leuten mit Immunschwäche oder bei Neugeborenen: von 100.000 Infizierten sterben im Durchschnitt 37. Das Virus ist auf Regionen beschränkt, in denen Aedes aegypti und Aeades albopictus gut gedeihen, auf feuchte, warme Gebiete, die in der folgenden Weltkarte leicht identifizierbar sind:
Indes, die weitgehende europäische Ruhe vor CHIKUNGUNYA, die nur durch Reisemitbringsel durchbrochen wird, hat ein Ende, wenn es nach den Autoren des in der Daily Mail gepushten Artikels geht:
Die Autoren aus Hangzhou, Zhejiang, in China nutzen die IPCC-Tools, um Europäern Geschmack an in China heimischen Moskitos zu machen, die schon 2025 genutzt wurden, um Europäer auf das, was als Plandemie im Busch sein könnte, vorzubereiten:
Die Studie von Zhang et al. (2026) ist eine dieser prospektiven Studien, bei denen durch Masseneinsatz von Information reduzierenden Mitteln, von MARS (Multivariate Adaptive Regression Splines) über MaxENT (Maximum Entropie) und Random Forest bis Gradient Boosting Machine alles in Stellung gebracht wird, was man in Stellung bringen kann, um am Ende den Feind „kein Ergebnis“ mit der schieren Masse der aufgefahrenen Algorithmen zu erschlagen. 11 Algorithmen, 16 Szenarien, 660 Modelle haben die Autoren aufgefahren, um mit Masse statt Klasse ein Ergebnis zu produzieren, das zumindest die Leichtgläubigen bei der Daily Mail beeindruckt:
Vergleichen Sie die vier Weltkarten mit der oben dargestellten Weltkarte und, falls sie zählen, werden sie feststellen, dass 139 Länder als neue Breeding Grounds für Aedes aegypti und Aedes albopictus am Ende der Methodenschlacht hinzugekommen sind, als Ergebnis der unfehlbaren Data speak to me Methode, die letztlich auf nicht mehr und nicht weniger als Temperatur, Luftfeuchtigkeit / Niederschlagsmenge und Höhenangaben pro 50 Quadratkilometer belandete Erdenfläche basiert.
SciFi-Supt
FINANZKRISE
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Bei allen Unterstützern bedanken wir uns bereits an dieser Stelle sehr HERZLICH!
Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Höhe sind die Variablen, auf deren Grundlage die Autoren die Biotope bestimmen, in denen sich CHIKUNGUNYAS Transportsysteme besonders wohl fühlen. Mit diesen Variablen können sie die derzeitige Verbreitung der beiden Aedes recht genau vorhersagen, so sagen die Autoren. Glauben wir es ihnen. Im nächsten Schritt werden die derzeitigen Regionen optimaler Lebensbedingungen zum Ausgangspunkt genommen und mit prognostizierten Veränderungen der derzeit nicht optimalen Lebensbedingungen in anderen Regionen der Erde verrechnet, wobei die Entwicklung die Regionen der Erde nehmen, auf Basis der Szenarien prognostiziert wird, die CMIP sind, also der Klimamodelle aus dem Coupled Models Intercomparison Project, dem Project, das gerade RCP8.5 und SSP585 aus dem Verkehr gezogen hat, weil beide Szenarien doch zu unplausibel sind. Und, ja, die Ergebnisse der Chinesischen Autoren basieren unter anderem auf SSP585, die weiteste Verbreitung für ihre beiden Aedes errechnen die Autoren für SSP585, also das Szenario, das selbst beim IPCC als Unfug angesehen wird.
Hat man offenkundig bei der Daily Mail übersehen (wollen).
Indes, der Hinweis darauf, dass die zunehmende Verbreitung von Aedes aegypti und Aedes albopictus auf Basis eines selbst dem IPCC zu unplausiblen Szenarios berechnet wurde, ist nicht wirklich erforderlich, denn die Tatsache, dass 11 Algorithmen erforderlich waren, um am Ende zu einem genehmen (?) Ergebnis zu kommen, spricht bereits Bände. Dass die 11 Algorithmen mit unplausiblen Szenarien gefüttert wurden, ist, was dem Unfug die Krone aufsetzt.
Kurz: Falls Sie gehofft haben, CHIKUNGUNYA in Europa begrüßen zu können, werden Sie sich auch in Zukunft auf Reisemitbringsel beschränken müssen. Bis auf Weiteres muss der Urlaub in Brasilien oder China als beste Methode gelten, sich mit CHIKUNGUNYA zu versorgen. Die Panik, die die Autoren verbreiten wollen, ihre Diagnose, dass Nord- und Zentraleuropa zu „Hochrisiko“-Zonen für CHIKUNGUNYA werden, kann mangels Plausibilität bis auf weiteres verschrottet werden.
„This study estimated CHIKV potential distribution under present and future conditions. The findings indicate that 139 countries face risk, covering 21.26% of global land area. Our models explained the primary role of vectors (84% contribution) and identified the direct influence of mean temperature of wettest quarter on viral transmission. While future projections show significant inter-model variability, North-central Europe, Northeastern North America, and Eastern Asia emerge as highpriority zones. We recommend that these regions implement proactive entomological surveillance and adaptive public health infrastructure by 2040 to mitigate the threat of emerging arboviral epidemics.“
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