Vielleicht sind sie in einem der MS-Medien bereits über die neueste Hiobsbotschaft aus dem Hause “Schulbildung” gestolpert. Die Ergebnisse von PISA-2025 wurden heute in Auszügen veröffentlicht. Bei der OECD versucht man mittlerweile das Thema warm zu halten, in dem man Häppchen verfüttert.
Die bereits zubereiteten Häppchen betreffen die Gesamt-Scores, die einmal mehr ein schlechtes Abschneiden der deutschen Teilnehmer dokumentieren, Schüler im Alter zwischen 15 Jahren und drei Monaten und 16 Jahren und zwei Monaten. Wissenschaftlichkeit wird heute per Pseudo-Präzision zu begründen versucht.
Bringen wir das leidige Zahlenbingo schnell hinter uns. Insgesamt rangieren deutsche Schüler unter den rund 760.000 Schülern aus 91 Ländern und Gebieten, die getestet wurden, darunter Länder wie Ruanda oder Kenia oder die “Palästinensischen Gebiete”, die sich mit um die letzten Plätze streiten, auf Platz 23 bis 25 in den entsprechenden Tests für Naturwissenschaften, Lesen, Mathematik und computergestütztes Problemlösen. Die Zahlen sind wenig bis überhaupt nicht aussagekräftig, am meisten Info kann man den erreichten Werten vielleicht entlocken, wenn man sie in Relation zum OECD-Durchschnitt und zum Spitzenreiter, den Schülern aus China in Beziehung setzt:
Man kann bei der Größenordnung der Leistungsunterschiede ohne zu übertreiben davon schreiben, dass deutsche Schüler von chinesischen Schülern abgehängt werden, und zwar vor allem in Mathematik und Naturwissenschaften. Eine reife Leistung für ein Schulsystem, das auf dem Erbe von Carl Friedrich Gauß, Georg Simon Ohm, Peter Gustav Lejeune Dirichlet, Hermann von Helmholtz usw. aufbaut. Eine vorhersehbare Leistung für ein Schulsystem, dessen ohnehin aufgrund der Komposition der Schüler vorhandene Probleme durch eine Feminisierung des Lehrerberufs und seine Verteilzeitlichung amplifiziert werden.
Darüber haben wir bereits zahlreiche Beiträge verfasst, wenn Sie interessiert sind, suchen Sie auf Sciencefiles.org nach “Feminisierung” oder “Nachteile von Jungen”.
Ich habe keine Lust, mich einmal mehr mit dem vorhersehbar schlechten Abschneiden deutscher Schüler zu befassen, will vielmehr die Frage stellen, was PISA eigentlich noch misst, als Leistungstest, der immer globaler angelegt ist und in dem Schulsysteme verglichen werden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wie jeder, der schon einmal Einblick in die Schulkultur in China, Japan, Südkorea genommen hat und seinen Einblick mit den Zuständen in deutschen Schulen vergleicht, leicht bestätigen kann.
Seit 2006 ist in PISA ein Modul enthalten, das “Umweltbezogene Leistungen” testet. Es wurde 2015 letztmals genutzt und 2025 in stark erweiterter Version eingesetzt, offenkundig um herauszufinden, ob Schüler auch ordentlich in den herrschenden Gospel von Umwelt und Klima indoktriniert werden. Welche Fragen dieses Modul umfasst, wird von der OECD mit dem lahmen Verweis darauf, man wolle die Fragen weiter verwenden und daher nicht öffentlich machen, geheim gehalten. Die Beispielaufgaben, die zugänglich sind, lassen indes schlimmes befürchten.
Eine Aufgabe behandelt die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, die von Fleischkonsum ausgehen. Ich bin selbst Vegetarier und habe entsprechende Vorstellungen vom Umgang mit Lebewesen, dessen ungeachtet sehe ich nicht, was Fragen, die letztlich eine individuelle Entscheidung, in die moralische und ethische Bewertungen ebenso einfließen, wie Geschmack, in einem schulischen Umfeld, geschweige denn in einem Test der schulischen Lernleistung zu suchen haben.
Dessen ungeachtet befinden sich entsprechende Fragen im PISA-Test, werden den Schülern als Submodul zum naturwissenschaftlichen Modul untergeschoben und – weil das alles nicht reicht – wird auch gleich der ideologische Gehorsam der Schüler als Index des Umweltbewusstseins, Index des Vertrauens der Schüler in ihre Fähigkeit, Umweltveränderungen herbeizuführen, ihre eigenen umweltbezogenen Aktivitäten, ihr Interesse, mit ihrem künftigen Beruf zum Umweltschutz beizutragen und als Einschätzung der Möglichkeiten umweltbezogenen Lernens in der Schule abgefragt.
Die PISA-Studie ist zum ideologischen JUNK geworden, oder es ist mit dem Testjahr 2025 sehr deutlich geworden, dass die PISA-Studie ideologischer Junk ist.
Volle Punktzahl erhalten Schüler, die auf pflanzliche Alternativen zum tierischen Protein hinweisen und Aussagen wie “Eine informierte vegetarische Ernährung kann alle benötigten Nährstoffe liefern“ – also Einschätzungen, die jemand vorgibt, als “wissenschaftliche Aussage” bezeichnen, während sie Aussagen wie „unsere Zähne sind zum Fleischverzehr gemacht” als “unwissenschaftlich” ablehnen. Eine floskelhafte Einschätzung, die auf unbestimmten Begriffen wie “informiert” “benötigt” basiert, wird als “wissenschaftliche Aussage” verkauft, eine falsche Aussage über menschliche Zähle als “unwissenschaftliche Aussage” benutzt, um die ebenso unwissenschaftliche Einschätzung zur “wissenschaftlichen Aussage” zu machen.
Am deutlichsten wird die ideologische Ladung, die PISA enthält an einer Aufgabe, die André und Jeanne um eine Abbildung streiten sieht. In der Abbildung zu sehen sind zwei Kurven, eine zeigt den Verlauf der CO-Konzentration in der Atmosphäre, die andere die Entwicklung der Temperatur. Die Aufgabe wird für die Schüler mit den folgenden Sätzen geframt:
“Living things need energy to survive. The energy that sustains life on the Earth comes from the Sun … The Earth’s atmosphere has the same effect as a greenhouse, hence the term greenhouse effect. The greenhouse effect is said to have become more pronounced during the twentieth century. It is a fact that the average temperature of the Earth’s atmosphere has increased. In newspapers and periodicals the increased carbon dioxide emission is often stated as the main source of the temperature rise in the twentieth century.”
Lebewesen benötigen Sonnenlicht, um zu überleben. Die Atmosphäre der Erde ist wie ein Treibhaus. In den letzten Jahren ist das Treibhaus wärmer geworden. Es ist eine Tatsache, dass die durchschnittliche Temperatur der Erdatmosphäre gestiegen ist. In Zeitungen und Magazinen wird CO2 als Ursache für die im 20. Jahrhundert angestiegene Temperatur angegeben.
André, der männliche Part, übernimmt dieses Framing unkritisch und interpretiert die Abbildung kausal: mehr CO2 bedeutet mehr Temperatur. Wer genau diese Beziehung: mehr CO2 ergibt höhere Temperatur als Möglichkeit nennt, um André Position zu bestätigen, der erhält volle Punktezahl.
Dann kommt Jeanne ins Spiel, die die kausale Interpretation in Frage stellt. Offenkundig gelten bei der OECD immer noch die Rollen-Stereotype aus der Zeit des Genderismus, kritisch-gebildete Göre und naiv-dummer Junge. Der Hinweis darauf, dass von 1900 bis 1910 die Temperatur gesunken, aber CO2-gestiegen ist, führt zu voller Punktezahl.
Der eigentlich ideologische Trick kommt im nächsten Absatz, in dem die Schüler aufgefordert werden, Faktoren zu benennen, die UNABHÄNGIG von CO2 die Erdtemperatur beeinflusst. Quasi über die Hintertür wird die gerade pseudo in Frage gestellte Kausalität wieder eingeführt, als “Mitkausalität”, denn dass CO2 die Temperatur erhöht, daran gibt es keinen Zweifel, jedenfalls nicht bei denen, die PISA-Tests konzipieren und mit ihrer ideologischen Fracht zu Junk-Tests verstümmeln.
Die Ideologisierung der Schulen und der Schulleistungstests schreitet weiter voran. Und während sie die Schulen und die zugehörigen Tests mit Ideologie überfrachten, jammern die “Bildungsexperten” der OECD, dass die Leistungen 2025 hinter denen des Jahres 2022 zurückbleiben, die 2025 getesteten Schüler in allen Bereichen hinter den Leistungen der 2022 getesteten Schüler verharren.
Woran mag dieser Niedergang der Bildung, der sich vor allem in Kontinentaleuropa zu vollziehen scheint, nur liegen?
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