Die Gemeinden Öschingen, Gomaringen, Mössingen und Nehren sind von einem geplanten Windpark betroffen, der derzeit von Schöller SI geplant wird, und zwar im Waldgebiet zwischen den vier Gemeinden:
Außer dem Gemeinderat von Nehren haben die „Vertreter“ der betroffenen Bürger in ihren kommunalen Räten mehrheitlich der Planung und damit dem Bau zugestimmt. Versprochene 100.000 Euro pro geplanter Windturbinge und Betriebsjahr zuzäglich Gewerbesteuer sind ein Anreitz, der zu groß ist, als dass die Gemeindevertreter sich um z.B. die Bedenken kümmern könnten, die der Naturschutzbund geäußert hat, und zwar u.a. mit Blick auf Rotmilane.
Schon jetzt gehören Rotmilane zu den häufigsten Opfern, die die Rettung des Planeten per ineffektiver Technologie zur Energiegewinnung fordert:
Mehr zu diesem schrecklichen Thema finden Sie hier.
Vielleicht denken die Ortsvertreter: Angesichts der vielen Rotmilane, die jährlich von Windturbinen geschreddert werden, komme es auf ein paar mehr oder weniger nicht an, sofern sie überhaupt an etwas anderes als die Gemeindekasse denken.
Geplant sind 5 bis 7 Enercon E-175 Windturbinen, das sind Ungetüme mit einem Rotordurchmesser von 175 Metern und Nabenhöhen zwischen 112 und 175 Metern, woraus dann Gesamthöhen von 200 bis 262 Metern werden. Bei Waldstandorten, wie dem im „Steinlachtal“ geplanten, bewegen wir uns im Bereich maximaler Gesamthöhe.
Wir rechnen unsere Rentabilitätsrechnung, die Anwohner bei uns angefragt haben, mit 6 Enercon E-175 EP5 EL-Windturbinen (5 bis 7 sind geplant). Des weiteren berücksichtigen wir die 100.000 Euro pro Anlage Pachtzahlung, die Gemeinden versprochen wurde, sowie weitere 100.000 Euro pro Jahr als Pauschale für die Gewerbesteuer. Der Kosten, die für Bau (CAPEX) und Betrieb (OPEX) entstehen, belaufen sich auf 78 Millionen Euro (CAPEX) bzw. 1.4 Millionen Euro pro Jahr (OPEX). Rückbaukosten von 1.8 Millionen Euro sind zusätzlich berücksichtigt. Die Gesamtkosten, die wir aus vergleichbaren Projekten entnommen bzw. auf Basis vergleichbarer Anlagen geschätzt haben, setzen sich wie folgt zusammen:
Investitionskostenaufstellung
Position
Kosten €
Turbinen (6 × E-175 EP5 E2)
48,000,000
Türme / Hybridfundamente
12,000,000
Erschließung, Wege, Kabel intern
6,000,000
Netzanschluss / Umspannwerk-Anteil
5,000,000
Planung, Genehmigung, Gutachten
2,500,000
Projektentwicklung / Reserve / Sonstiges
4,500,000
CAPEX gesamt
78,000,000
Die Rentabilität einer Anlage, wie der, die im Steinlachtal entstehen soll, steht und fällt mit einer Bezuschussung auf Basis des Erneuerbaren Energiengesetzes. Die letzten Ausschreibungen der Bundesnetzagentur waren deutlich überzeichnet, Anbieter für 5.250 MW bewarben sich um ausgeschriebene 2.520 MW. Entsprechend sind die Zuschläge in ihrem Wert gesunken und rangieren derzeit bei einem Durschnittswert von 4,79 ct/kwh.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der geplante Standort im Steinlachtal einen Zuschlag erhält, schätzen wir auf 35% bis 45%: Die Schätzung trägt der Tatsache Rechnung, dass der geplante Standort nicht für Windturbinen geeignet ist, weil es schlicht zu wenig Wind gibt. Der ungeeignete Standort muss mit besser geeigneten oder weniger ungeeigneten Standorten im Norden Deutschlands konkurrieren, das reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Zuschlags. Schöller SI, das Unternehmen, das die Planung ausführt, gilt in der Branche als renommiert. Deshalb haben wir die Wahrscheinlichkeit auf 35% bis 45% gehoben, etwas höher als die typische Zuschlagswahrscheinlichkeit im Jahr 2026 für Schlechtwindstandorte.
Weil der geplante Standort im Steinlachtal ein Schlechtwindstandort ist, wird der produzierte Strom um einem Faktor von 1.45 besser bezahlt werden als der Strom, der an einem geeigneten Standort produziert wird (1.45 gerechnet auf eine Standortgüte von 55% bis 60%). Der Garantiepreis für den geplanten Windpark wird sehr wahrscheinlich bei 4,79 * 1,45 = 6,9 ct / kwh liegen.
Damit ergeben sich die folgenden Ausgangsbedingungen für unser Modell:
BW Windatlas 2019: ≥215 W/m² ≈5.65-5.9 m/s; konservativ für Steinlachtal-Tal/Vorland
Volllaststunden netto (P50)
2150
h
Nach Park-/Wald-/Verfügbarkeitsverlusten (~10-15%) aus Hersteller-AEP-Kurve
Jahresertrag Park P50
90300
MWh
Kapitalzins / Diskontsatz
4.00%
Vorgabe
Pacht + Gewerbesteuer
700000
€/a
6 × 100.000 € Pacht + GewSt-Anteil
OPEX Basis (Wartung etc.)
140000000.00%
€/a
Industrie-Standard ~30-35 k€/MW/a
OPEX-Steigerung p.a.
0.02
Rückbaukosten (Ende)
1800000
€
Ca. 30 k€/MW
Capex gesamt
78000000
€
Ca. 1,86 M€/MW (Magolsheim-Referenz ~1,8-2,5 M€/MW)
Eigenkapital-Anteil
25.00%
Fremdkapital-Zins
0.04
Amortisation FK linear
2000.00%
Jahre
Zuschlagswahrscheinlichkeit Auktion
0.4
Hohe Überzeichnung 2026 (~2x); Schlechtwindstandort
Erwarteter Zuschlagswert 2026
4.79
ct/kWh
Mengengewichteter Durchschnitt August 2026 BNetzA
Korrekturfaktor (Güte ~55-65%)
1.45
EEG §36h Südregion Schlechtwind, Gütefaktor <70%
Wir rechnen im weiteren Verlauf mit 2.150 Volllaststunden, die wir dem Windatlas für Baden-Württemberg entnommen haben. Wie alle anderen Annahmen, so bewegen sich auch die Daten, die wir dem Windatlas entnommen haben, am oberen Ende, beschreiben das bestmögliche Szenario, an dessen Ende das bestmögliche Ergebnis, das mit diesem Windpark realisiert werden kann, steht. Wir haben uns bei der Berechnung entschieden, ein „optimales Szenario“ zu berechnen, um dem, was in den Hochglanzbroschüren steht, nahe zu kommen, und im nächsten Schritt zu gewichten, was in den Hochglanzbroschüren steht.
Wie in den letzten Analysen, so haben wir auch mit dieser Analyse zunächst auf Basis der letzten 20 Jahre den wahrscheinlichsten Marktpreis in Abhängigkeit von der typischen monatlichen Leistung berechnet, den Strom aus Windkraft am Markt erreichen kann und auf Basis dieser Ausgangsdaten in 400 Läufen einer Monte-Carlo-Simulation die wahrscheinliche Preisentwicklung simuliert und aus den 400 Einzelergebnissen einen Mittelwert für vier unterschiedliche Preisszenarien bestimmt: (1) für Erlöse, die am Markt erzielt werden können, (2) Erlöse, die auf Basis des durchschnittlichen Zuschlagswerts auf Basis von EEG2017 erzielt werden können, (3) Erlöse, die auf Basis des höchsten bislang erzielten Zuschlagswerts (7,25 ct / kwh) im Rahmen von Ausschreibungen der Bundesnetzagentur erzielt werden können und (4) Erlöse, die nach den geplanten Änderungen am EEG und seiner Neufassung erzielt werden können (wir haben die Änderungen in früheren Analysen aufgeführt und diskutiert, suchen Sie z.B. nach „Re-Dispatch“).
Der mittlere kumulierte Erlös, der mit dem Windpark „Steinlachtal“ für die jeweiligen Szenarien ermittelt werden kann, sieht wie folgt aus:
Das sind Ergebnisse, die denen entsprechen, mit denen Planer oder Betreiber von Windparks bevor diese in Betrieb gehen und reale Abrechnungen vorgenommen werden müssen, hausieren gehen. Für jedes der vier Szenarien ist die Obergrenze dessen, was erzielt werden kann, berechnet. Da EEG2026 oder EEG2017 Zuschläge dann fällig werden, wenn ein Marktpreis unter dem jeweiligen Garantiepreis liegt, wird der tatsächliche Erlös irgendwo zwischen der oberen und der unteren Kurve liegen, wobei sich dieser Erlös, um es noch einmal zu betonen, aus einem Best Price Scenario ergibt: dem maximal erreichbaren Erlös.
Nun stellt sich die Frage, wie wahrscheinlich ist es, dass der entsprechende Erlös auch erzielt werden kann, eigentlich die Frage, die am Ende jeder Wirtschaftslichkeitsrechnung beantwortet werden sollte, aber in der Regel in dem Material, das veröffentlicht wird, nicht beantwortet wird.
Unsere Vorgehensweise (Random Walk, Monte-Carlo-Simulation) ermöglicht es, die Wahrscheinlichkeit dafür zu berechnen, dass die oben dargestellten Erlöse am Ende von 20 Jahren Betrieb stehen. Das Ergebnis ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst, und zwar für zwei Szenarien, die wiederum Banken bei der Vergabe von Krediten berücksichtigen P50 und P90 (das derzeit wohl wahrscheinlichere). P50 geht davon aus, dass die Volllaststundenzahl von 2.150 pro Jahr in 5 von 10 Jahren auch erreicht wird, P90 legt die Latte höher, auf 9 von 10 Jahren.
Wie viel Risiko würden Sie als Investor eingehen?
Die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende von 20 Betriebsjahren tatsächlich ein Gewinn steht, ist dann am höchsten, wenn der größte Teil dieses „Gewinns“ von Steuerzahlern finanziert wird (EEG2026). Nur für hohe Subventionierung durch Steuerzahler ist es möglich, eine Gewinnwahrscheinlichkeit zu erreichen, die oberhalb von 50% liegt. In allen anderen Szenarien ist die Wahrscheinlichkeit, dass der geplante Windpark im Steinlachtal mit einem Verlust nach 20 Jahren abschließt, höher als die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende ein Gewinn gemacht wird (P90). Stellt man nun noch in Rechnung, dass die Windgeschwindigkeit, die wir aus dem Windatlas von Baden-Württemberg entnommen haben, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ZU HOCH angesetzt ist, wie eine wissenschaftliche Analyse gezeigt hat, dann bleibt von der Wahrscheinlichkeit, die Gewinnzone zu erreichen, wenig bis gar nichts übrig.
Letztlich wird auch der Windpark „Steinlachtal“ vermutlich eines dieser Vehikel sein, mit dem Steuergelder eingezogen werden können, die mehr oder minder in einem Loch verschwinden und keinerlei Mehrwert produzieren.
Der Irrsinn, der hier Kreisfinanzierung geworden ist, sieht vor, dass Steuerzahler, die hohen Strompreise, die ihnen ohnehin aus ideologischen Gründen abverlangt werden, um weitere Zahlungen, die sie Betreibern von Windkraftanlagen über ihre Steuern überweisen, aufstocken, um den Bau und Betrieb von Windturbinen an Orten zu ermöglichen, die für den Betrieb von Windturbinen schlicht nicht geeignet sind. Und natürlich wird diese Subventionierung miserabler Standorte die Strompreise weiter in die Höhe treiben, und so weiter und so fort. Ein Ponzi-Scheme, das irgendwann aus den Fugen gerät und platzt…
Aber bis es das tut, wurden Steuergeld-Millionäre und -Milliardäre geschaffen, Hersteller minderwertiger Technologie, die vollständig aus Steuergeldern am Leben erhalten wird.
Dass Vögel, Fledermäuse und Insekten en masse in Windparks verenden, Waldböden veröden, weil Mikroorganismen verschwinden und erodieren, das sind dann eben Kollateralschäden, die entstehen, wenn man Windkraftmillionäre schafft.
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