Raucher-Kriminelle: Rauchen als abweichendes Verhalten

Umfasst die Freiheit von Menschen auch die Freiheit, sich mit einem bestimmten Verhalten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, selbst zu schädigen?

Die Antwort auf diese interessante Frage, fällt je nach Gegenstand unterschiedlich aus. Die vielen Gutmenschen, die sich so rührend und so mittelmäßig bezahlt um ihre Mitmenschen kümmern, ihnen das Trinken und das Rauchen madig und dass Essen von Chips vergällen wollen, sie bejahen die Intervention in Anderer Freiheit, wenn es um das für diese Menschen vermeintlich Beste geht. Dieselben Gutmenschen haben Probleme mit Quoten an Hochschulen für Kinder aus Arbeitnehmerhaushalten, um die soziale Schieflage, die vornehmlich Beamtenkinder und Kinder aus der prekären Mittelschicht studieren sieht, zu beseitigen. Und natürlich wird sich auch kein Gutmensch je die Freiheit nehmen, um eklatante Ungerechtigkeiten wie sie z.B. durch die öffentliche Finanzierung von Studienplätzen dann entstehen, wenn die armen Menschen aus der Unterschicht auch noch steuerlich gemolken werden, um die Studienplätze für die Kinder aus der Mittelschicht zu finanzieren, zu beseitigen.

Die Antwort auf die oben gestellte Frage, sie ist eine, die davon abhängt, welche Vorteile sich die Antwortgebenden selbst versprechen. Die Eingriffe in die Freiheit anderer sind deshalb immer da am heftigsten, wo man sich in Eintracht mit anderen gutmeinenden Egoisten befindet, die den Schutz Dritter vor deren Verhalten zu ihrem Verdienst- oder Unternehmensmodell gemacht haben.

Das ist so beim Trinken.
Das ist so wenn nicht gesittet im Restaurant, sondern mit Fingern bei McDonalds gegessen wird.
Das ist so, wenn zu viel vom Falschen, also Korn statt Prosecco getrunken wird.
Das ist so, wenn Menschen, die man zur Bewegung angehalten hat, sich falsch bewegen, also nunmehr in die Kneipe laufen, anstatt zu fahren oder im Wald zu rennen.
Das ist so, wenn geraucht wird.

Rauchen ist zum abweichenden Verhalten geworden.

Wer Filme aus den 1940er oder 1950er Jahren ansieht, dem muss die Normalität auffallen, mit der zur Zigarette gegriffen wird. Menschen in dieser Zeit waren frei, zu rauchen wie ein Schlot, die nächste mit der letzten Zigarette anzuzünden, im Auto, auf der Straße, in der Kneipe, in ihrer Wohnung, im Kino, im Theater, im Flugzeug zu rauchen. Rauchen war ein Ausdruck von Freiheit, eine Funktion, die es heute bestenfalls noch für Jugendliche erfüllt.

Heute ist Rauchen ein abweichendes Verhalten. Als abweichendes Verhalten ist eine Handlungsweise definiert, die vom normativen Konsens einer Gesellschaft abweicht. Früher war Homosexualität als deviant, als abweichendes Verhalten definiert. Darüber war sich die Mehrheit der Gesellschaft einig. Deviant war es, von anderen zu schmarotzen, Drogen zu nehmen, zu lügen und zu betrügen. Das verweist darauf, dass deviantes Verhalten eine Schnittstelle mit delinquentem Verhalten aufweist. Homosexualität war oftmals beides, deviant und delinquent.

Die Antwort auf die Frage, wo die Grenze zwischen deviantem Verhalten und delinquentem Verhalten verläuft, ist normalerweise das Ergebnis von Verhandlungen und Diskussionen innerhalb einer Gesellschaft. Normalerweise. Seit es Gutmenschen und u.a. ihre WeltGutmenschenOrganisation WHO gibt, ist dies jedoch anders. Seither werden Normen einfach gesetzt.

Organspende wird von Gutmenschen als wünschenswert angesehen, obwohl es eine seltsame Form des Recyclings ist und eigentlich ein Indikator für einen Markt der Ausbeutung, wenn Güter, die für Dritte einen Wert darstellen, an denen sie verdienen oder aus denen sie einen Vorteil beziehen, von denen, die sie bereitstellen, umsonst abgegeben werden müssen. Aber Gutmenschen-Organisationen versuchen dennoch, die Organspende zur Norm zu machen und nicht-Spender als deviant zu stigmatisieren.

Die Beispiele für die Versuche, bestimmte Verhaltensweisen zur Norm zu erklären und diejenigen, die sich anders verhalten, als deviant zu stigmatisieren, sie sind zahlreich. Sie ranken sich in der Regel um die Begriffe „sozial“, „gerecht“ und „gleich“. Sieht man sich als Empfänger, an den diese Begriffe gerichtet werden, dann ist immer Vorsicht geboten.

Und natürlich ist die Stigmatisierung eines Verhaltens als deviant die Vorstufe zur Kriminalisierung des entsprechenden Verhaltens. Diesen Prozess der Kriminalisierung kann man derzeit im Hinblick auf das Rauchen beobachten. Die Freiheit von einst ist zum fast schon delinquenten Verhalten geworden, die Grenze zur Kriminalität überschreitet der bereits, der in einer nicht zum Rauchen freigegebenen Zone oder in einem Ministerium zum Glimmstängel greift.

Leider müssen wir einmal mehr feststellen, dass diejenigen, die sich mit Methoden des Freiheitsentzugs für Dritte beschäftigen, in der institutionalisierten Wissenschaft zu finden sind. An der Vorderfront wenn es darum geht, freie Menschen zu bevormunden und ihr Verhalten zu stigmatisieren, finden sich regelmäßig Ärzte, denen es offensichtlich nicht genug ist, zu heilen. Sie wollen auch missionieren. Vielleicht wollen sie auch missionieren, weil das Heilen nur selten gelingt …

Wie dem auch sei. Die medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf vertreten durch Daniel Kotz, Melanie Böckmann und Sabrina Kastaun tut sich im Ärzteblatt vom 5. April 2018 mit einem Artikel hervor, der mit „Nutzung von Tabak und E-Zigaretten sowie Methoden zur Tabakentwöhnung in Deutschland“ überschrieben ist. Der Artikel ist das, was man früher als deskriptiven Beitrag bezeichnet hätte, der aber in seiner aktuellen Variante nicht ohne Wertung und nicht ohne Kniefall vor der Obrigkeit auskommt (soviel zur Unabhängigkeit der Wissenschaft).

Wir berichten mit Zwischenüberschriften (von uns):

Deviantes Verhalten:

„Immer noch greifen 25% der Bevölkerung über 15 Jahre zur Zigarette oder zu anderen Tabakprodukten“, so entrüsten sich die Autoren.

Gutmenschen-Allüren:

Vor allem „sozial schwächere Bevölkerungsgruppen“ rauchen häufiger und sind „weniger erfolgreich“ mit dem Versuch, sich das Rauchen abzugewöhnen. Die CareArbeit, sie macht erst richtig Spaß, wenn man sich nicht nur bevormundend, stigmatisierend und mit ausreichend Entrüstungspotential über das Verhalten Anderer echauffieren kann, sondern wenn diese Anderen einer sozialen Klasse zugeordnet werden können, die man unter sich wähnt. Da kommt Freude auf.

Kontrollfreude im O-Ton:

„Die WHO empfiehlt, das Rauchverhalten in der Bevölkerung zu überwachen“ (235). Und natürlich machen sich Kotz, Böckmann und Kastaun gerne zu Blockwarts, die das Überwachungsbedürfnis der WHO in die Tat umsetzen. Nicht nur, sind sie Gutmenschen, die sich über das Verhalten Dritter (das sie überhaupt nichts angeht) echauffieren, nicht nur laben sie sich an der Tatsache, dass sie diese devianten Anderen in einer sozialen Klasse unter der ihren verorten, nein, sie sind auch auf der Seite ihrer Obrigkeit.

Andienen bei der Obrigkeit:

Das wahre Gutmenschentum zeigt sich nicht nur darin, Andere zu stigmatisieren und denen, die man für die Obrigkeit hält, in den Allerwertesten zu kriechen, es zeigt sich auch darin, Gesetzesverschärfungen, Verbote zu fordern, Kriminalisierung durchzusetzen. So:

„Der Tabakkonsum resultiert unter anderem vermutlich aus einer unzureichenden Umsetzung von Tabakkontrollmaßnahmen in Deutschland. Deutschland ist beispielsweise das einzige EU-Land, in dem Außenwerbung für Tabakprodukte noch erlaubt ist. … Der Nichtraucherschutz in Deutschland ist noch vergleichsweise schlecht umgesetzt: So wurden etwa in Italien, Irland oder Finnland bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Kinder mitfahren“ (239).

In Kurz: Wir wissen nichts Genaues, aber wir wollen verbieten. Man muss Gutmenschen langsam Einhalt gebieten, bevor sie die Welt in ein Gefängnis verwandelt haben.

Der Andien-Beitrag, den wir unter Legitimationsforschung ablegen, er wird seinen Niederschlag in den Medien der prekären Mittelschicht finden, denn dort sind diejenigen beschäftigt, die sich ihr karges Salär dadurch gutschreiben müssen, dass sie sich als den „sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen“ überlegen und normenkonform darstellen. Denn die WHO hat gesagt: Du sollst nicht rauchen. Also rauchen sie nicht.

Geschrieben wurde dieser Beitrag übrigens von einem Nichtraucher, der sich mit dem Gedanken trägt, aus Renitenz mit dem Rauchen zu beginnen, er ist alt genug, um mit den Folgen noch lange genug leben zu können.

Kotz, Danile, Böckmann, Melanie & Kastaun, Sabrina (2018). Nutzung von Tabak und E-Zigaretten sowie Methoden zur Tabakentwöhnung in Deutschland. Deutsches Ärzteblatt 115(14): 235-242.


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Tabakindustrie schuld an Rassismus: Opfer von Rassismus rauchen [Junk Science]

Wer es schon immer geahnt hat, jetzt ist es amtlich: Marlboro, Pferd und cooler Reiter, Django, Staubmantel und Zigarre, die weiße-Mann-Werbung und Darstellung, sie produziert Rassismus, denn nur weiße Männer (mit und ohne Pferd) können Rassismus produzieren und rassistisch sein, und sie sind nur deshalb rassistisch, weil die Opfer von Rassismus anfangen zu rauchen, was wiederum die Kassen von Philip Morris füllt.

Wir verdanken diese Erkenntnis einem ganzen Rudel von Autoren um Urusla M. Read, die im wesentlichen am Kings College in London „kongregieren“. Dort treffen sie sich, um Daten zu analysieren und die Welt zu verbessern, wie es nur Pseudo-Wissenschaftler ohne Zweifel, aber mit einer linken Weltanschauung tun können. Wegen dieser Weltanschauung wissen sie, dass Ungleichheit, Sparpolitik, Terrorismus, zunehmende Migration, der Brexit, Donald Trump, nein, Trump haben die Autoren vergessen, zu Gesundheitsproblemen führen, die wiederum Rassismus im Schlepptau haben, vielleicht auch umgekehrt, so genau wissen die Autoren das auf Seite 3 ihres Werkes noch nicht.

Derart ideologische Überzeugungen sind für Linke in der Regel genug, um sich ans Werk zu machen, ans Datenwerk. Wozu soll man sich mit Fragen von Theorie und Hypothesenbildung beschäftigen, wozu sich wissenschaftstheoretische Probleme schaffen, etwa durch die Erkenntnis, dass man in der Regel jeden Humbug bestätigen kann? Die Methode der Wissenschaft sieht daher vor, Hypothesen zu bilden und sie der Möglichkeit des Scheiterns auszusetzen.

Bah, Humbug!

Am Kings College in London teilt man keine dieser, der eigenen Überzeugung hinderlichen Prämissen. Dort wissen acht angebliche Wissenschaftler ganz genau, wonach sie suchen: Rauchen führt zu Rassismus, oder war es umgekehrt? Ja, natürlich, es war umgekehrt, Rassismus führt zu Rauchen und zwar und vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahren bzw. 14 bis 16 Jahren. 6.643 von diesen Jugendlichen, haben die Autoren bis in ihre Schulen verfolgt und dort so lange bearbeitet, bis sie bereit waren, Fragen in einem quantitativen Fragebogen zu beantworten, Fragen wie: Bist Du schon einmal wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schikaniert worden. oder hast Du Dich wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schon einmal schlecht gefühlt?“

Wenn derartiger Fragenjunk keine zustimmenden Antworten mehr ergibt, dann wissen wir auch nicht weiter. Wie allgemein soll man noch fragen, wie umfassend und wie sehr soll man noch offen lassen, wonach man eigentlich fragt, um hohe Zustimmungsraten zu erhalten. Und dennoch finden die Autoren nur rund 15% – 20% zustimmende Antworten. Zu was auch immer, die Schüler zugestimmt haben.

Aber natürlich wissen Autoren wie Read und die ruhmlosen Sieben, dass mit dieser Frage eindeutig und ohne Zweifel Rassismus gemessen wird, also Viktimisierung durch Rassismus. Und natürlich gibt es keinerlei Zweifel daran, dass die 11 bis 13jährigen oder die 14 bis 16jährigen, die befragt wurden, genau das unter der Frage verstanden haben, was Read et al. fragen wollten: Bist Du Opfer von Rassismus geworden?

Zweifel hindern den Selbstbestätigungsprozess, und darum und um nichts anderes geht es doch: Rassismus führt zu Rauchen, Rassismus macht krankt. Und zwangsläufig: Milliardenschwere Tabakkonzerne stecken eigentlich hinter dem Rassismus… [Das ist unser Beitrag zu dieser Junk Science].

Read et al wissen schon, was bei der Befragung herauskommt. Deshalb haben sie komplett auf jeden Versuch verzichtet, eine theoretische Begründung für ihre Behauptung, dass Rassismus zu Rauchen führt, zu finden und deshalb diskutieren sie auch keinerlei methodische Probleme, die sich mit der quantitativen Befragung von Kindern und Jugendlichen und den dazu benutzten Maßen verbinden. Wozu? Sie wissen, dass das, was sie messen wollen, auch herauskommt. Wozu also methodischen Kinkerlitz diskutieren? Eben!

Also werfen wir die Antworten der Kinder und Jugendlichen darüber, ob sie einmal Opfer von Rassismus oder was auch immer geworden sind, mit einer Unzahl anderer Variablen, die ebenso ohne jeden Bezug auf eine Theorie auskommen, aber in der Regel von irgend jemand anderem auch schon einmal benutzt wurden, in ein Modell, eines, das odds-ratio ausgibt, also vermutlich ein „Logit-Modell“. Für diese Annahme sprechen auch die Wald-Tests, die im Kleingedruckten erwähnt werden und wohl gerechnet wurden.

Selbstverständlich kommt dabei auch etwas heraus: Wenn Kinder und Jugendlichen angegeben haben, dass sie schon einmal geraucht haben, dann sagen dieselben auch häufig, dass sie schon einmal wegen Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schikaniert wurden oder sich wegen derselben schlecht gefühlt haben und das ist ja dasselbe, sich schlecht fühlen und schikaniert werden. Es gibt noch eine Unzahl anderer Zusammenhänge, z.B. wenn die Mutter raucht, dann rauchen die Kinder und Jugendlichen auch eher, als wenn die Mutter nicht raucht, oder wenn sie Black African oder Indian oder Pakistani sind oder nicht im Vereinigten Königreich geboren wurden, dann geben sie auch eher an, schon einmal geraucht zu haben und überhaupt, weibliche Kinder oder Jugendliche geben signifikant häufiger an, schon einmal geraucht zu haben (wenn die Kodierung der Autoren richtig ist) und noch so manches mehr. Dieses manche mehr, das vergessen wir. Stellen Sie sich vor, wir hätten es nie erwähnt, denn wir wollen ja nur zeigen, dass diejenigen, die sich wegen ihrer Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schon einmal schlecht gefühlt haben, was gleichbedeutend mit „deshalb schikaniert worden sind“, eher angeben schon einmal geraucht zu haben als diejenigen, die das nicht gefühlt haben bzw. schikaniert worden sind. Und das haben wir gezeigt. Ganz theorielos und hypothesenlos …

Kommen wir daher zu dem, was die Autoren aus ihren Ergebnissen machen wollen: Wer Opfer von Rassismus geworden ist, der wird dadurch gestresst und diese Stressreaktion, die führt dazu, dass er zu rauchen anfängt. Das schreiben die Autoren auf Seite 20 ihres beachtlich dummen Werkes. Daraus folgt für sie: Rassismus macht krank. Und wenn wir jetzt noch mit den Autoren annehmen, dass Stressoren im Leben nicht nur durch Rassismus bereitgestellt werden, dann können wir ihnen zustimmen, wenn sie behaupten, dass multiple Formen der Diskriminierung im Verlauf eines Lebens die Gesundheit negativ beeinträchtigen KÖNNEN. Ja, da KÖNNEN wir sicher zustimmen. Kommen somit zur Konklusion, zu dem einzigen, was den Autoren aus ihrem Modell, in das 14 Variablen und 41 Ausprägungen eingegangen sind, von denen sich 23 als statistisch signifikant erwiesen haben, erwähnenswert erscheint:

“These findings highlight the role of racism in sustaining health inequalities and the need to address racism as an important social determinant of health within ‘whole system’ approaches which include families, communities, health and social services, and the wider political and economic context. Failing to consider the impact of discrimination and disadvantage on health behaviours such as smoking, where the social gradient remains significant, means that preventive strategies are likely to widen inequalities in health”

Wenn jemand ein Beispiel für eine Studie sucht, die nicht nur Junk ist, sondern darüber hinaus in einer idealen Weise zeigt, wie Engstirnigkeit, ideologisch-geistige Selbstbeschränkung und völlige methodische Ahnungslosigkeit dazu führen, dass Junk produziert wird, die Studie von Read et al. sei jedem wärmstens empfohlen. Sie ist quasi Premium-Junk.

Das alles wäre schon schlimm genug, aber derart beseelte Gutmenschen, die ihre Daten dazu missbrauchen, ihre eigenen geistigen Beschränkungen auszuleben, lassen es ja in der Regel nicht damit sein Bewenden haben, dass Sie Junk produzieren. Sie wollen diesen Junk regelrecht ausschlachten, sich darin suhlen. Und so sagt „Seeromanie Harding“, der letztgenannte der neun Autoren: „Our findings have public health implications for improving community interventions and finding new ways to support and encourage people not to take up smoking at a young age. An important point here is that racism affects both physical and mental health outcomes”.

Wer noch einen Beleg dafür benötigt hat, dass sich die Autoren im freien geistigen Sinkflug befinden, hier ist er: Natürlich untersucht die Studie keinerlei Zusammenhang mit „physical and mental health outcomes“, der Gesundheitszustand der Befragten wird überhaupt nicht erfragt, muss er auch nicht, denn Harding und seine sieben Mitverschworenen, sie wissen dass es den Zusammenhang gibt. Sie brauchen keine Daten um zu schreiben, dass ihre Überzeugung zutrifft. Sie mühen sich nur deshalb mit Daten ab, weil man das so macht, und weil es besser aussieht, wenn man das, was man genau weiß, mit Daten verbinden kann.

Tyler Vigen weiß genau, dass die Luftfeuchtigkeit in King County Wyoming die Wahrscheinlichkeit, sich durch Sturz von einem hohen Ort (Hochhaus, Berg, Brücke) das Leben zu nehmen, beeinflusst. Fragen Sie uns nicht, wie er auf diesen Zusammenhang gekommen ist. Wie die acht angeblichen Wissenschaftler vom Kings College, weiß Vigen einfach, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftfeuchtigkeit und der beschriebenen Art von Selbstmord besteht. Alle Programme, die sich in Zukunft mit der Verhinderung von Selbstmord beschäftigen, müssen entsprechend die Luftfeuchtigkeit in King County, Wyoming, in Rechnung stellen.

Und natürlich ist das alles die Schuld von Kapitalisten, von denen, die ihr Geld mit der Krankheit anderer verdienen. Nein, nicht Ärzte und Pfleger, die TABAKINDUSTRIE. Mensch! Die produzieren ihre Sargnägel doch nur, um Menschen krank zu machen. Und damit sie Menschen krank machen können, deshalb verbreiten sie Rassismus in ihrer Werbung, wohlwissend, dass die Opfer von Rassismus zu rauchen beginnen.

Gut, dass es Forscher wie die vom Kings College gibt. Ohne sie, hätten wir keine derartig tiefschürfenden Erkenntnisse.

Welche deutschen “Qualitätsmedien” sind wohl die ersten, die diesen Junk in allem Ernst aufnehmen?

Read, Ursula M., Karamanos, Alexis, Silva, Maria Joao, Molaodi, Oarabile R., Enayat, Zinat E., Cassidy, Aidan, Cruickshank, J. Kennedy & Harding, Seeromanie (2018). The Influence of Racism on Cigarette Smoking: Longitudinal Study of Young People in a British Multiethnic Cohort.

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Junk-Umfrage der Drogenbeauftragten soll zeigen: “Die Mehrheit ist vernünftig”

Als empirische Sozialforscher, die ihr Handwerk noch von der Pike auf gelernt haben, die mit Kollegen stundenlang über die beste Frageformulierung diskutiert und Pre-Tests benutzt haben, um die eigenen Annahmen darüber, wie Fragen von Befragten verstanden werden, zu prüfen, kommen uns regelmäßig die Tränen, wenn wir das sehen, was derzeit als “empirische Sozialforschung” oder auch “Umfrageforschung” bezeichnet wird.

Wir haben uns deshalb entschieden, neben der Kategorie der Junk-Studie nun auch die Kategorie der Junk-Umfrage zu eröffnen, um darin die Umfragen zu sammeln, bei denen jemand gemeint hat, er könne eben einmal ins Feld gehen, dort ein paar Fragen stellen, anschließend die Ergebnisse verkünden und sich für den produzierten Meinungsumfrage-Junk fürstlich bezahlen lassen.

insa consulereDie erste Junk-Umfrage, mit der wir die neue Kategorie bestücken, kommt aus dem Hause INSA-Consulere, einem Meinungsforschungsinstitut, das die Drogenbeauftrage des Bundes, Marlene Mortler, zu kennen scheint, denn sie hat INSA-Consulere mit einer Umfrage beauftragt. Vielleicht wurde der Prozess des Kennenlernens auch dadurch erleichtet, dass der Geschäftsführer von INSA-Consulere – Hermann Binkert, der diese Position seit dem 15. August 2011 inne hat, zuvor als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei gewirkt hat. Damals war Binkert auch noch CDU Mitglied.

Wie dem auch sei, INSA-Consulere hat eine Umfrage durchgeführt, zu der wir folgende Informationen erhalten:

  • Es wurden 2.187 Personen befragt.
  • Der Befragungszeitraum war vom 19. September bis zum 21. September 2015.

Die Menge der Befragten und die Kürze der aufgewandten Zeit verweisen auf eine telefonische Befragung, die aus nur wenigen Fragen bestanden haben kann.

Die Befragung hat Rauchen zum Gegenstand und scheint im Wesentlichen eine Itemskala umfasst zu haben sowie die Fragen nach Alter und Geschlecht der Befragten.

Die Itemskala lässt sich wie folgt rekonstruieren:

Stimmen Sie den folgenden Aussagen eher zu oder nicht zu?

  • Ich rauche Tabak auch wenn Kinder mit im Auto sitzen.
  • Ich kenne die gesundheitlichen Risiken, denen Kinder durch rauchende Erwachsene im Auto ausgesetzt sind.
  • Die Gesundheit lässt sich auch noch im hohen Alter durch regelmäßige Bewegung verbessern.

Als Antwortalternative hatten die Befragten dann offensichtlich die Möglichkeit “stimme zu”, “stimme nicht zu” und “weiß nicht/Keine Angabe” zu nennen.

Herauskommt, dass 89% meinen, sie würden die gesundheitlichen Risiken kennen, denen Kinder durch rauchende Erwachsene im Auto ausgesetzt sind und 4% der Aussage zustimmen, dass sie auch Tabak rauchen, wenn Kinder im Auto sitzen.

Und jetzt kommt Marlene Mortler und interpretiert:

scully facepalm“Die weit überwiegende Mehrheit der Raucher in Deutschland verhält sich heute vorbildlich und schützt nichtrauchende Mitmenschen. Doch rauchen immer noch Einzelne im Beisein von Kindern. In der aktuellen Umfrage gaben dies 4 Prozent der Befragten an. Es ist zu vermuten, dass die Dunkelziffer noch sehr viel höher ist. Insbesondere dann, wenn man weiß, dass in derselben Umfrage 11 Prozent angaben, nicht genügend über die Risiken informiert zu sein. So kann es nicht bleiben.”

Schon im ersten Satz liegt Marlene Mortler falsch, denn davon, dass INSA-Consulere ausschließlich Raucher befragt hat, kann keine Rede sein. Es finden sich keinerlei Anzeichen dafür, dass ausschließlich Raucher befragt wurden, was auch schwierig ist, da es sich um eine telefonische Befragung handelt und man der Telefonnummer nicht entnehmen kann, ob jemand raucht oder nicht raucht.

INSA-Consulere behauptet, eine repräsentative Umfrage durchgeführt zu haben, was, zusammen mit der ungewöhnlich hohen Fallzahl von 2.187 Befragten nur den Schluss zulässt, dass nicht nur Raucher befragt wurden, denn für Raucher sind keine sozialdemographischen Grunddaten verfügbar, die man nutzen könnte, um vermeintliche Repräsentativität zu errechnen.

Folglich hat INSA-Consulere nicht nur Raucher befragt.

Das macht die Antworten, die Marlene Mortler so erregen, unbrauchbar, denn was kommt wohl heraus, wenn man Raucher und Nichtraucher gleichermaßen fragt, ob sie der Aussage zustimmen, “Ich rauche Tabak auch wenn Kinder mit im Auto sitzen”? Es macht irgendwie keinen Sinn, Nichtrauchern diese Frage zu stellen, oder?

Und weil dem so ist, stellt sich die Frage, wer hier wen hinters Licht führen will – Marlene Mortler die Bevölkerung oder INSA-Consulere Marlene Mortler.

Betrachtet man die “detaillierten Ergebnisse”, die für die Studie zur Verfügung stehen, dann finden sich zu den einzelnen Abbildungen regelmäßig 2.187 Befragte als Basis. Entsprechend muss man davon ausgehen, dass Nichtraucher und Raucher in gleicher Weise mit den jeweiligen Fragen belästigt wurden und Marlene Mortler das entsprechend nicht verstanden hat, weil sie von Rauchern spricht, oder man es Marlene Mortler schlicht nicht gesagt hat.

Wie dem auch sei, die Umfrage ist schon als Junk-Umfrage qualifiziert, weil keinerlei Filter genutzt wird, um eine Frage, die nur Raucher betrifft auch nur Rauchern zu stellen (bzw. für den Juristen als Geschäftsführer, hilfsweise: die Umfrage ist schon deshalb Junk, weil an keiner Stelle Angaben dazu zu finden sind, wie viele Raucher sich überhaupt unter den Befragten finden (es müssen mindestens 127 gewesen sein).

Marlene Mortler macht in ihrer Pressemeldung drei Angaben zu Ergebnisse aus der vermeintlichen Szudie von INSA-Consulere, alle drei Angaben sind falsch.

Die Studie umfasst nicht nur Raucher, die 4% sind entsprechend nicht vier Prozent der Raucher, sondern 4% aller Befragten, was notwendiger Weise bedeutet, dass 4% der Befragten aber mehr als 4% der befragten Raucher im Auto rauchen wenn Kinder mitfahren.

insa consulere leereSchließlich sind es nicht 11%, die der Aussage “Ich kenne die gesundheitlichen Risiken, denen Kinder durch rauchende Erwachsene im Auto ausgesetzt sind” nicht zustimmen, sondern 7%. Dass Mortler aus 7% 11% macht und Befragten, die der zitierten Aussage nicht zustimmen, unterstellt, sie seien “nicht genügend über die Risiken informiert”, kann nur auf die Dunkelziffer zurückzuführen sein, die es logisch und normal denkenden Menschen unmöglich macht, vermeintliche Gedankengänge von Politikern wie Mortler nachzuvollziehen. Wenn Marlene Mortler demnächst im Bundestag am Rednerpult steht und einem Einwurf aus den Reihen der Opposition nicht zustimmt, dann bedeutet das also nicht, dass Mortler nicht zustimmt, sondern dass sie nicht genügend informiert ist, um auf den Einwurf zu reagieren.

Kurz: Der Junk-Umfrage folgt eine Junk-Pressemeldung, die voller Fehler steckt und in der Marlene Mortler entsprechend Junk erzählt.

Dass die Mehrheit vernünftig ist, wie es in der Überschrift zu dieser Pressemeldung heißt, kann entsprechend nur auf die allgemeine Bevölkerung abzüglich all derer, die mit der Pressemeldung und der Umfrage befasst waren, bezogen sein.

INSA-Consulere will auf seiner Seite den Eindruck vermitteln, es handle sich dabei um ein weitverzweigtes Unternehmen mit den Sparten:

http://www.insa-meinungstrend.de/
http://www.50plus-studie.de/
http://www.insa-online.de/

Indes, keine der Seiten ist aktiv bzw. vorhanden, für alle Seiten ergibt sich die selbe Fehlermeldung, die Nutzern von Parallels Plesk Panel bestens vertraut sein dürfte:

Insa non consulere

Letztlich geht es bei derartigen Umfragen nicht darum, Ergebnisse zu erzielen, sondern darum, Legitimation für zukünftige Ausgaben zu beschaffen, mit denen z.B. eine Kampagne gegen das Rauchen im Auto oder das Verbot des Rauchens im Auto legitimiert werden soll. Es macht also nichts, dass die Ergebnisse aus einer Junk-Umfrage stammen und Mortler den Junk-Ergebnissen durch eine Junk-Interpretation weitere Gewalt antut. Die Junk-Umfrage ist vielmehr Teil eines sich selbst erhaltenden Systems, das der Finanzierung und dem Unterhalt von Nutznießer-Netzwerken aus Steuermitteln dient.

Statistik und mit Zahlen spielen

Es soll ja welche geben, die den Satz, ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe, gerne und oft vor sich hersagen. Nur zu, können wir da nur sagen, denn das Fälschen einer Statistik, so dass es keiner merkt, ist nicht so einfach, wie den entsprechenden Glaubenssatz vor sich hinbrabbeln.

StatistikZugegebener Maßen werden wir mit Statistiken überflutet. In der Regel mit sinnlosen Statistiken, von denen man sich fragt, warum sie geführt werden. Für den Selbstläufer der Armutsgefährdung, einer Absurdität mit hohem politischen Potential, der immer wieder gerne von Gutmenschen beklagt wird, haben wir dies schon mehrfach gezeigt. Viele Beispiele sinnloser Statistik, falscher Interpretation richtiger Statistik oder falscher Anwendung von Statistik finden sich auf unstatistik.de, wo Gerd Girgerenzer, Walter Krämer und Thomas K. Bauer, die monatliche Unstatistik präsentieren.

Statistiken stellen bestimmte Zahlen zusammen. Schon die Zusammenstellung ist eine Auswahl, denn: Warum wählt man bestimmte und nicht andere Zahlen aus, um sie in einer Statistik zu versammeln? Kurz: Die Erstellung von Statistiken ist von einem Interesse angeleitet. In den meisten Fällen öffentlicher Statistiken waren dies ein Kontrollinteresse und ein Planungsinteresse: Kontrolle z.B. im Hinblick auf die Entwicklung der Anzahl der Straftäter, Planung z.B. im Hinblick auf die Anzahl von Kindern, die in fünf Jahren eine Schule besuchen. Kurz: Statistiken sollten dabei helfen, öffentliche Ausgaben effizient und passgenau zu machen.

Zwischenzeitlich haben sich Statistiken zu Grundlagen für politische “wir brauchen”-Forderungen entwickelt, bei denen nicht mehr Kontroll- oder Planungsinteressen maßgeblich sind. Vielmehr werden Statistiken zum Ausgangspunkt politischer und entsprechend finanzieller Forderungen. Sie sind damit in ihrem Zweck verkehrt worden: Nicht mehr das Sparen von Steuergeldern ist Hauptzweck der Erstellung von Statistiken, sondern die Ausgabe von Steuergeldern. Statistiken sind vom Kontroll- und Planungsinstrument, das zuviel Ausgaben verhindern sollte, zum Legitimationsinstrument verkommen, das viele Ausgaben begründen soll.

Dass dann, wenn Statistiken von Politikern gebraucht werden, um die Notwendigkeit bestimmter Ausgaben zu begründen, Statistiken regelmäßig missbraucht werden und mehr hineingelesen wird, als hineingelesen werden kann, ist selbstredend und braucht keine weitere Ausführung.

Und damit ist der Post am Ende.

Obwohl.

Wie wäre es, wenn wir einmal zeigen, wie schön man Statistiken für rundweg alles missbrauchen kann, einfache, harmlose Statistiken, die erstellt werden, ohne dass sich jemand etwas Böses dabei denkt.

Spielen wir einmal Politker und missbrauchen drauflos:

Binge Drinkers limitJeder zweite Erwachsene in Deutschland ist übergewichtig. 52% der erwachsenen Bevölkerung haben einen Body-Mass-index (BMI) von mehr als 25, was sie als fett ausweist. 180 Zentimeter Körperhöhe und 81 Kilogramm Lebendgewicht ist fett. So will es der Body-Mass-Index, der das Köpergewicht durch die quadrierte Köpergröße teilt. Besonders fett sind ehemalige Raucher. 73% von ihnen sind übergewichtig, jenseits eines BMI von 25, also einfach fett. Und der BMI lügt nicht! Seit 1999 werden die Deutschen immer fetter. Also nicht die Deutschen die 1999 fett waren, werden immer fetter, sondern die Deutschen die 2014 fett sind, sind mehr als die Deutschen die 1999 fett waren.

Und das wird so weiter gehen, denn: Im dritten Quartal 2014 wurden 2,2% weniger Zigaretten versteuert. Das bedeutet mehr Deutsche leben gesund oder doch zumindest: sie rauchen nicht, und es bedeutet: 73% davon investieren ihre Zeit als Nichtraucher in den Aufbau eines Body-Mass-Index von jenseits 25. Wie gesagt, ehemalige Raucher werden fett, was beweist, dass Rauchen zumindest schlank erhält und ein gewisses Dilemma für Gutmenschen, die sich nicht um die eigene, dafür aber die Gesundheit anderer sorgen, darstellt: Sollen sie nun Rauchern das Rauchen abgewöhnen, wohlwissend, dass sie dann fett werden und gegen den BMI verstoßen?

Probleme über Probleme, die noch dadurch vergrößert werden, dass der Bierabsatz im dritten Quartal 2014 ebenfalls gesunken ist, um ganze 4,5%. Nun macht Bier ja bekanntlich nicht schlank, sondern dick, der Rückgang sollte sich also positiv auf die Gesamtfette der deutschen Bevölkerung auswirken, was er aber offensichtlich nicht tut, wie der BMI unmissverstänlich zeigt. Die Hälfte der Deutschen ist fett, da hilft auch kein Bierverzicht.

Allerdings scheint der Rückgang des Bier-, also des Alkoholkonsums nur bestimmte Bevölkerungsschichten zu erreichen, wie eine alarmierende Studie zeigt: Angehende Ärzte und Pfleger, die bald im Gesundheitswesen beschäftigt sind, tun sich durch einen unsachgemäßen Gebrauch von Alkohol hervor. In Deutsch: Sie saufen zu viel. Die Studie basiert auf den Studenten der entsprechenden Fächer, aber es ist ja bekannt, dass: Was Hänschen nicht lernt, Hans nie mehr lernt.

Zudem Rauchen die angehenden Ärzte und Krankenpfleger. Rauchen und Trinken hält den BMI im Gleichgewicht, Rauchen macht schlank, Trinken macht dick, so dass die Ärzte und Krankenpfleger hier zwar als Musterschüler der WHO angesehen werden müssen, allerdings hat Trinken Nebeneffekte, die sich in einer steigenden Anzahl der Operationen niederschlagen.

Um 30% ist die Anzahl der Operationen in Krankenhäusern zwischen 2005 und 2013 gestiegen. Und das ist immens. Böse Zungen sagen natürlich, dass die Steigerung darauf zurückzuführen ist, dass in Krankenhäusern operiert werden muss, was das Zeug hält, um die Behandlungsvollmacht auf die entsprechende Operation nicht von der AOK entzogen zu bekommen, aber das ist falsch, wie wir hier mit Statistiken zeigen konnten: Tatsächlich ist die Zunahme der Operationen eine Folge von Wiederholungsoperationen, die notwendig geworden sind, weil Ärzte und Krankenpfleger durch Alkohol benebelt waren.

Und so haben wir klar und deutlich gezeigt, dass Nichtrauchen fett macht, der Rückgang der Raucher die Zunahme der Adipositas zu verantworten hat, wobei deutlich wurde, dass auch der Rückgang der fetten Biertrinker die Zunahme, die durch den Rückgang der dünnen Raucher verusacht wurde, nicht auffangen kann. Und obwohl angehende Ärzte und Pfleger eine perfekte BMI-Balance zwischen viel Trinken und viel Rauchen gefunden haben, gibt es dennoch unbeabsichtigte Nebenwirkungen, die wiederum Patienten in Kliniken treffen, die dort unter das Messer der entsprechenden Ärzte geraten.

Und deshalb fordern wir:

Den BMI auf 30 erhöhen und die deutsche Bevölkerung damit entfetten.

Die Gesundheit der anderen – Gutmenschen-Galore

Ein Kommentar

Das EU-Parlament hat gerade einer Revision der Tabak-Richtlinie der EU zugestimmt. Entsprechend sollen z.B. Menthol-Zigaretten komplett verboten und die Verpackungen der verbliebenen Tabakprodukte mit abschreckenden Fotos verziert werden, die nach Erkenntnissen, wie sie z.B. David Hammond (2011) über verschiedene Studien gesammelt hat, vor allem junge Raucher vom Rauchen abhalten sollen.

EUtobacco

Die Gesundheitswächter in Brüssel haben also wieder zugeschlagen. Wenn es darum geht, den Europäern die Freiheit zu nehmen, durch den Genuss von Nikotin langfristig die eigene Gesundheit zu ruinieren, dann kennt die EU-Kommission kein Pardon, nicht einmal das Pardon, das mancher Finanzminister gerne gewähren würde.

Folglich wird reglementiert und limitiert, der Teer-Gehalt, der Nikotin-Gehalt und der Gehalt an Kohlenmonoxid und die Fläche der Packung (65%), die ein nettes Bildchen von z.B. einer gesunden und geschädigten Lunge einnehmen muss, und Beschreibungen wie “light” sind gleich ganz verboten, nicht damit ein Raucher denkt, light sei gesundheitlich unbedenklich.

Brand_x_x_filesDer Verbraucher, vor allem der Europäische Verbraucher, ist nämlich ein Idiot, der nicht in der Lage ist, die Folgen seines Handelns abzuschätzen. Wie gut, dass es die Europäische Union und all die vielen Gutmenschen gibt, die sich im Europaparlament zusammengefunden haben, um die Gesundheit ihrer Bürger gegen die suggestiven Kräfte der Zigaretten-Industrie zu verteidigen. Diese Industrie, so muss man wissen, arbeitet nämlich mit ganz schäbigen Tricks, verkauft Zigaretten im vollen Bewusstsein ihres Suchtpotentials und schafft sich auf diese Weise fixe Kunden, Kunden, die gar nicht anders können als zu rauchen, da sie süchtig nach dem Glimmstengel sind. Kunden vor allem, die völlig ahnungslos ob des Suchtpotentials und der gesundheitlichen Folgen in die ihnen gestellte Tabak-Falle tappen.

Aber jetzt gibt es ja die europäischen Gutmenschen, die der Sucht ein Ende bereiten, und zwar mit abschreckenden Bildern, die so heftig sind, dass sie selbst den 20-Zigaretten-am-Tag-Raucher zum Umdenken zwingen – oder doch nicht? Doch nicht, weil es gerade das Markenzeichen einer Sucht ist, dass man sich nicht beherrschen kann und entsprechend raucht, egal, was auf der Packung abgebildet ist?

Gut. Bereits Süchtige sind auch mit Bildchen nicht erreichbar, aber Jugendliche kann man abschrecken, ihnen kann man deutlich machen, dass sie dabei sind, der Zigarettenindustrie auf den Leim zu gehen und eine Abhängigkeit zu begründen, die sich als fixe Einnahme berechnen lässt. Und natürlich sind Jugendliche noch größere Idioten als Erwachsene, die noch viel weniger wissen, was sie tun, wenn sie rauchen, als Erwachsene. Deshalb ist es besonders wichtig, Jugendliche vom Rauchen abzuschrecken, auf ihrem Weg zum eigenständigen, urteilskräftigen und selbstverantwortlichen Erwachsenen. Oder etwa nicht?

Wen stört schon der Widerspruch zwischen der Paternalisierung durch die EU, der Reduzierung von Konsumenten auf unverantwortliche, die Folgen des eigenen Handelns nicht abschätzen könnende Idioten, die der Führung, Lenkung und Pflege durch die Gutmenschen in der Europäischen Union und ihrer Institutionen bedürfen, damit sie sich zum gesunden, eigenständigen, urteilskräftigen und selbstverantwortlichen Erwachsenen entwickeln bzw. derselbe sein können?

Metallica_Master_Of_PuppetsAber man kann Bürger so wenig zur Mündigkeit erziehen, wie man ihnen die Verantwortung abnehmen kann, um sie dadurch zu verantwortlichem Handeln zu ermutigen. Allerdings ist der mündige Bürger, der sich auf freien Märkten bewegt und dort nach eigenen Gutdünken Produkte auswählt, auch nicht das Ziel all der Gutmenschen, die sich auf ihn stürzen, um seine Gesundheit vor ihm selbst zu schützen. Sie wollen den uneigenständigen, den lenk- und kontrollierbaren Bürger, sie wollen, so wie die Zigarettenindustrie, den abhängigen Bürger, abhängig von ihren Vorgaben, denn mit abhängigen Bürgern lässt sich leichter kalkulieren. Sie sind berechenbar und überraschen EU-Bürokraten nicht urplötzlich mit Ausbrüchen unvorhergesehener Individualität, wie sie sich z.B. in der Freiheit niederschlägt, die eigene Gesundheit durch Zigaretten zu ruinieren, wenn einem die Lust danach packt.

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