Feministische Haltung: NRW-Ministerium finanziert Gesetzesbrecher

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landeshauptstadt Düsseldorf finanzieren aus Steuergeldern einen jener vielen Vereine, die eigentlich gemeinnützig sein sollen und ihr Angebot dennoch nur an Mädchen richten. Der Verein trägt den Namen „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V..

Der gemeinnützige Verein bezeichnet sich selbst als „feministischen Verein“, unterhält eine Mädchenberatungsstelle und einen Mädchentreff und hat Zugang zu Schulen, um dort Präventions- und Projektarbeit anzubieten. Und weil das alles noch nicht reicht, wird das Angebot, das sich nur an Mädchen richtet, erweitert:

„Als neuen Baustein wird ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V. eine Zuflucht für Mädchen und junge Frauen in Bedrohungssituationen eröffnen. Hierbei handelt es sich um eine anonyme Kriseneinrichtung. Für diese neue Einrichtung suchen wir zum schnellst möglichen Zeitpunkt mehrere pädagogische Fachkräfte in Teil- und Vollzeit. Das Arbeitsverhältnis ist zunächst befristet bis zum 14.06.2018. Eine Entfristung ist angestrebt.“

Wer diesen neuen Baustein finanziert, das dürfte keine offene Frage sein. Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, kann die Hand heben, sofern er steuerpflichtig ist. Er kann zudem die Verantwortung dafür übernehmen, dass mit seinem Steuergeld ein offener Bruch des Gesetzes zur Allgemeinen Gleichbehandlung verbunden ist (oder etwas dagegen tun).

Denn im Ausschreibungstext steht, völlig offen, so als ginge es darum, einen neuen Pastor für die katholische Kirche zu rekrutieren und als Voraussetzung für eine Einstellung:

„Erfahrungen in der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen, eine feministische Haltung und Wissen um die Grundlagen von parteilicher Mädchenarbeit“

Außer der katholischen Kirche sind kaum Arbeitgeber bekannt, die eine Einstellung von einem Glaubensbekenntnis abhängig machen. Insofern wäre es an der Zeit, Feminismus ließe sich als eine weitere Religion eintragen. Bis zu dieser Eintragung ist die Ausschreibung aber eben aufgrund des zitierten Passus ein Verstoß gegen das AGG, in dem es bekanntlich heißt:

§ 1:
Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

§ 2:
1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf:

  1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,

Die geforderte „feministische Haltung“ ist somit ein klarer Verstoß gegen § 2 Absatz 1 des AGG, und sie wird besonders dadurch pikant, dass der Gesetzesbrecher von einem Landesministerium und von der Kommune Düsseldorf finanziert wird. Im Jahre 2017 ist eben nichts ausgeschlossen, auch nicht, dass offene Gesetzesbrüche noch mit steuerlicher Vergünstigung belohnt werden, wie sie gemeinnützigen Vereinen zukommt.

Indes hat der Bundesfinanzhof unlängst geurteilt, dass ein Verein, der „entgegen Artikel 3 Absatz 3 GG die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede stellt“, mangels Förderung der Allgemeinheit nicht als gemeinnützig einzustufen sei.

Die feministische Indoktrination von Mädchen stellt zweifelsohne die wesensmäßige Gleichheit aller Menschen in Abrede, wäre dem nicht so, es müsste keine „feministische Haltung“ zur Voraussetzung der Einstellung gemacht werden. Deshalb sollte dem Finanzamt, das die Steuerbegünstigung von „ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V.“ bejaht hat, gerade vor dem Hintergrund des Urteils des Bundesfinanzhofs, das übrigens am 17. Mai diesen Jahres ergangen ist, etwas zur Steuerbegünstigung einfallen, z.B. ein Widerruf.

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Sinnlose Zerstörung: Mit dem Staatsfeminismus in die Armut

Das Heil der Welt, es liegt in der Gleichstellung von Frauen (und LGBusw). Das erzählen die Ministerien, die Milliarden Steuergelder dafür verschwenden, eine Frauenförderung zu finanzieren, die sich, wie wir vor einiger Zeit in einem Post gezeigt haben, gesellschaftlich nicht lohnt. Sie schadet vielmehr allen, weil die Opportunitätskosten den Nutzen der Frauenförderung übersteigen.

Die Schäden, die von einer Frauenförderung ausgehen, sind jedoch nicht nur finanzieller Natur, sie sind auch physischer und immaterieller Natur.

Seit wir im Jahre 2002 unseren Beitrag „Bringing Boys Back In“ veröffentlicht haben, ist in Deutschland bekannt und seither kann niemand, der noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, bestreiten, dass die Mädchenförderung dazu geführt hat, dass Jungen erhebliche Nachteile bei der allgemeinen Schulbildung aufweisen (oder Mädchenförderung nie notwendig war). Jungen werden später eingeschult, bleiben häufiger sitzen, landen häufiger auf Sonderschulen, bleiben häufiger ohne Schulabschluss oder Abitur als Mädchen und sind mittlerweile unter den Studenten in der Minderheit.

Dass diese Nachteile auch auf aktive Benachteiligung durch Lehrer zurückzuführen sind, dafür sprechen Analysen, die zeigen, dass Jungen bessere Leistungen erbringen müssen als Mädchen, um dieselben Noten oder dieselben Grundschulempfehlungen zu erhalten.

Dass diese Benachteiligung u.a. auf Lehrer zurückgeführt werden muss, die sich in einem allgemeinen jungenfeindlichen Schulklima dem Klima gemäß verhalten, ist ein mehr als naheliegender Schluss, schon weil Schulnoten so wenig wie Schulempfehlungen vom Himmel fallen.

Dass die Mehrzahl der deutschen Lehrer weiblich ist  und wir einen Zusammenhang nachgewiesen haben, der zeigt, dass Jungen umso schlechter abschneiden, je höher der Anteil weiblicher Grundschullehrer ist, ist ebenfalls lange bekannt.

Dennoch hat sich an der Mädchen- und Frauenförderung nichts geändert. Was sich geändert hat, das ist die öffentliche Wahrnehmung. So berichtet Hadmut Danisch heute von einem Beitrag in den Stuttgarter Nachrichten, in dem beklagt wird, dass der Frauenanteil unter den Lehrern mittlerweile bei über 90 Prozent an Grundschulen liege und dass viele dieser Lehrer in Teilzeit arbeiten würden. Hadmut nennt dies das Veterinärsyndrom. Dazu kommen wir noch.

Die Ideologie des Staatsfeminismus macht nämlich nicht da halt, wo die Biographien von unzähligen Jungen zerstört werden. Staatsfeminismus zerstört auch Arbeits- und Leistungsbereitschaft, die Qualität von Servicen und letztlich ganze Berufszweige und das, was in ihnen einmal geleistet wurde.

Dies geschieht über den Irrsinn der Work-Life-Balance, der dazu geführt hat, dass die Anzahl derer, die in Teilzeit arbeiten, stetig gewachsen ist. So kommt es, wie wir bereits 2016 in einem Beitrag berichtet haben, dass im Jahre 2015 rund 82.000 mehr Ärzte als 1992 insgesamt weniger Arbeitsstunden arbeiten als es weniger Ärzte 1992 getan haben. Die Erklärung ist einfach. Frauen arbeiten lieber Teil- als Vollzeit. In der Ärzteschaft ist der Anteil von Frauen gestiegen. Man braucht also mehr Ärzte, um letztlich dasselbe Arbeitsvolumen zu erreichen, das man zuvor mit weniger Ärzten erreicht hat. Teilzeitarbeit ist vor allem in Krankenhäusern attraktiv und in Landarztpraxen eher nicht durchzusetzen. Deshalb gibt es ein Überangebot von Ärzten in Städten und einen Mangel an eben diesen auf dem Land. Schließlich gibt es, trotz aller Versuche des Staatsfeminismus, etwas anderes in weibliche Gehirne zu hämmern, immer noch Frauen, die ein Studium als Einstieg in den Heiratsmarkt oder Fortpflanzungs-Partnermarkt betreiben. Sie studieren, um einen attraktiven Heiratspartner zu finden, beenden in der Regel ihr Studium, heiraten und werden auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gesehen. So steigt der Anteil der nicht praktizierenden Ärzte mit dem Anteil der weiblichen Ärzte seit Jahren an. Im Ergebnis wird viel Steuergeld in die Ausbildung weiblicher Ärzte investiert, die nie praktizieren. Ökonomen sprechen in diesen Fällen von sunk cost, also von Geld, das aus dem Fenster geworfen wurde.

Die für Ärzte dargestellte Entwicklung findet sich auch für Veterinärmediziner. Sie stellt sich über kurz oder lang in all den Berufen der Mittelschicht ein, die durch einen Zustrom von Frauen und einen Rückzug von Männern gekennzeichnet sind.

Nicht nur für die Humanmedizin führt dies zu einem Race to the bottom:

Immer mehr weibliche Ärzte, die immer weniger arbeiten. Immer weniger männliche Ärzte, deren Motivation, mehr zu arbeiten, angesichts der immer mehr weiblichen Ärzte, die weniger arbeiten, sinkt, immer mehr weibliche Studenten der Humanmedizin, die nicht vorhaben, Humanmedizin jemals auszuüben und ein Anstieg von 152 Millionen Fällen allein bei der ambulanten Behandlung in Krankenhäusern zwischen 2004 und 2014. Das sind die Zutaten einer hausgemachten Katastrophe…

Es sind die Zutaten, die vorhersehbar dazu führen, dass auch die Qualität des Services leidet. Ärzte, die weniger Arbeitserfahrung sammeln, weil sie Teilzeit arbeiten, haben ein höheres Risiko, einen Kunstfehler zu begehen. Man kann also vorhersagen, dass die Anzahl der Kunstfehler an deutschen Krankenhäusern steigen wird, denn die Qualität der erbrachten Leistungen sinkt.

Bei Lehrern ist dieser Prozess weiter fortgeschritten als bei Ärzten. Die Qualität des Schulunterrichts hat über die letzten Jahrzehnte massiv gelitten. Die Motivation unter den Lehrern, die sich in Vollzeit-Pädagogen und Teilzeit-Schülerbetreuer gliedern, hat gelitten. Lehrer, ein Beruf, der einst von Studenten häufig nachgefragt wurde, er ist zu einem Ladenhüter unter denen geworden, die gute Lehrer wären. Lehrer ist weitgehend ein Beruf für diejenigen geworden, die in Teilzeit Familie und Arbeit in genau der Reihenfolge unter einen Hut bringen wollen. Und nun, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, der Beruf „Lehrer“ für Männer weitgehend unattraktiv geworden ist, der Anteil weiblicher Lehrer über 70% gestiegen ist, nun entdeckt ausgerechnet die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), dass die Doktrin, nach der man Frauen immer mit bezeichnen müssen, indem man ein Innen anhängt, verzichtbar ist. Wann ist diese Doktrin verzichtbar? Wenn man die vorhandene Katastrophe, die nahezu vollständig durch den Staatsfeminismus zu verantworten ist, nicht mehr länger unter den Teppich kehren kann und sich mit Fragen danach konfrontiert sieht, wie der vorhandene Scherbenhaufen der Bildung nicht nur zu erklären ist, sondern beseitigt werden kann.

Abermals hat Hadmut Danisch ein bemerkernswert ungegendertes Dokument der GEW ausgegraben, in dem weibliche Lehrer um den wichtigen Anteil, den sie daran hatten, den Bildungskarren in den Dreck zu fahren, betrogen werden und auch der Staatsfeminismus nicht in den Genuss der Folgen und Schäden kommt, die er so freudig und vorhersehbar angerichtet hat.

Wir empfehlen unseren Lesern dieses bemerkenswerte Machwerk öffentlich-rechtlicher Propaganda, das im SWR erschienen ist, bei Hadmut Danisch nachzulesen.

Was den Staatsfeminismus angeht, so können wir feststellen, dass seine Vertreter zwar nicht davor zurückschrecken, mit irren und in ihren Auswirkungen vorhersehbar katastrophalen Entscheidungen, den Karren in den Dreck zu fahren, aber erhebliche Probleme damit haben, für diese Folge der eigenen Entscheidung auch die Verantwortung zu übernehmen. Deshalb muss man Staatsfeministen daran erinnern, dass sie es waren, die dafür gesorgt haben, dass die Bildung in Deutschland zur Brache wurde, dass sie für Ärztemangel, mangelhafte Servicequalität und all die der anderen Folgen verantwortlich sind, die sich einstellen, wenn man nicht einsehen will, dass eine erfolgreiche Wirtschaft auf denen basiert, die bereit sind, Leistung zu bringen, nicht auf denen, die versuchen, von der Leistung anderer zu leben.

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Die Gemeinsamkeit von Staatsfeminismus, Genderismus und Stalinismus

Hell on Earth, so der Titel eines Buches über den Stalinismus, das Ludwik Kowalski geschrieben hat. Darin gibt es die folgende kurze Passage:

„Ideology ceased to be an intellectual process of guiding political decisions; it became a means of justifying decisions. A good example is a doctrine according to which the class struggle must naturally intensify after the victory of revolution. This doctrine was invented by Stalin to justify terror; it was not based on Soviet reality in the period of New Economic Policy (late 1920s). Millions of Kulaks, and most of the old Bolsheviks, were liquidated under the banners of that ‘theory’”.

Die Ideologie hörte auf, ein intellektuelles Mittel zu sein, an dem politische Entscheidungen ausgerichtet wurden. Stattdessen wurde es zum Mittel, [politische] Entscheidungen zu rechtfertigen. Ein gutes Beispiel ist die Doktrin, nach der der Klassenkampf sich notwendig nach dem Erfolg der Revolution verstärken musste. Diese Doktrin wurde von Stalin erfunden, um Terror zu rechtfertigen, sie hatte nichts mit der Realität zu tun, wie sie sich zum Ende der 1920er Jahre in der Phase der Neuen Ökonomischen Politik dargestellt hat. Millionen Kulaken und die meisten der alten Garde der Bolschewisten wurden unter dem Banner dieser ‚Theorie“ liquidiert.

Der Unterschied zwischen der Ideologie, die politische Entscheidungen determiniert und der Ideologie, die zur Rechtfertigung des Status Quo genutzt wird, liegt darin, dass dann, wenn Ideologie die Grundlage von Entscheidungen ist, sich die entsprechenden Entscheidungen als falsch erweisen können, was zu führen kann, dass die Ideologie überdacht wird. Wird die Ideologie genutzt, um die Folgen getroffener Entscheidungen zu rechtfertigen, dann ist ausgeschlossen, dass sich die Entscheidungen als falsche Entscheidungen erweisen können. Vielmehr wird die Realität vor dem Hintergrund der Ideologie legitimiert.

Dieses Kennzeichen einer totalitären Ideologie, die Unfähigkeit, Fehler überhaupt nur zuzulassen und die Möglichkeit falscher Entscheidungen überhaupt in Betracht zu ziehen, finden sich auch beim Staatsfeminismus und beim Genderismus, wie er heute in Deutschland vorhanden ist.

Drei Beispiele:

Die Entscheidung, Männer im Rahmen des Professorinnenprogramms zu benachteiligen, ist gegenüber jeder Kritik immunisiert, denn diejenigen, die die Benachteiligung umsetzen, sind der Meinung, sie würden Gutes im Namen des Staatsfeminismus tun. Sie rechtfertigen Unrecht mit ihrer Ideologie und kümmern sich nicht um die Folgen ihrer Ideologie in der Realität.

Dasselbe lässt sich im Hinblick auf die allgemeine Schulbildung feststellen. Allein der Gedanke, dass die jahrzehntelange Förderung von Mädchen und das Klima, das der Staatsfeminismus in Schulen geschaffen hat, an der schulischen Misere von Jungen auch nur eine Mitverantwortung trägt, ist für die Anhänger des Staatsfeminismus Häresie, geschweige denn, dass sie in Betracht ziehen würden, dass es ein Fehler ist, den Teil der Bevölkerung gegenüber dem anderen Teil aufzuwerten, von dem bekannt ist, dass sein Beitrag zum Bruttosozialprodukt davon abhängt, ob er nicht auf dem Heiratsmarkt einen Most Income Earner ausfindig und an sich verheiraten kann.

Die Frauenquote in Aufsichtsräten ist bar jeglicher Rücksicht auf die damit verursachten Folgen. Niemand interessiert sich dafür, ob sich die Verpflichtung von Unternehmen, mehr Frauen in ihre Aufsichtsräte zu setzen, positiv, negativ oder gar nicht auf die Effektivität der entsprechenden Unternehmen auswirkt. Dieses vollständige Fehlen einer Evaluation von Maßnahmen, das es auch in anderen Bereichen gibt, ist ein untrügliches Zeichen einer totalitären Ideologie, deren Vertretern es nur darum geht, einen individuellen Vorteil zu erheischen und die zu diesem Zweck ihre Ideologie als Legitimation und Rechtfertigung für all die gesellschaftlichen Schäden benutzen, die sie anrichten.

Die geistige Verwandtschaft von Genderismus/Staatsfeminismus und Stalinismus ist offenkundig – überraschend ist sie aber nicht.

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Elterngeld erhöht soziale Ungleichheit! Ein Erfolg für Genderisten

Wie man empirische Ergebnisse in aller ideologischen Verklärung zu etwas völlig anderem stilisieren kann als sie nun einmal sind, das kann man derzeit beim DIW sehen. Ulrike Unterhofer, Clara Welteke und Katharina Wrohlich sind derart von Genderismus verzückt, dass sie offensichtlich nicht mehr sehen, was sich in ihren Daten befindet, so sehr, dass Sie mit interpretativen Kanonen auf Ergebnisspatzen schießen.

Das Elterngeld habe soziale Normen verändert, so behaupten sie im Titel. Die Veränderung der sozialen Normen besteht darin, dass Väter zwei Wochen Elternzeit nehmen, dass Mütter mit mittleren und höheren Einkommen nach Einführung des Elterngeldes länger ihrem Arbeitsplatz fernbleiben als vorher und länger als Mütter geringeren Einkommens und dass soziale Nachzugseffekte zu beobachten sind.

Dass derartige Miniaturen der Veränderung menschlichen Verhaltens keine veränderten Normen darstellen, ist das eine, dass der überschwängliche Modus, in den Unterhofer, Welteke und Wrohlich von ihren Ergebnissen versetzt wurden, wird doch aus ihrer Sicht ihre Genderreligion im täglichen Leben relevant, ist das andere, dass die Ergebnisse von Unterhofer, Welteke und Wrohlich etwas ganz anderes zeigen, dass die drei vom DIW vor lauter Genderverzückung die Produktion sozialer Ungleichheit feiern, ist ein letztes, das Letzte, das belegt, dass es möglich ist, sich das Gehirn ideologisch zu vernebeln.

Der Reihe nach.
Wenn man finanzielle Anreize dafür setzt, dass Frauen ihrem Beruf für längere Zeit fernbleiben, dann wird dies bei denen, die es sich leisten können, dazu führen, dass sie ihrem Beruf längere Zeit fernbleiben.

Das Elterngeld setzt solche Anreize.

Entsprechend führt es dazu, dass diejenigen, die es sich leisten können, nämlich Mütter mit mittlerem und höherem Gehalt, ihrem Arbeitsplatz länger fernbleiben als Mütter mit geringerem Gehalt, die es sich eben nicht so lange leisten können, ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben.

Mütter mit mittlerem oder höherem Gehalt werden somit durch das Elterngeld besser gestellt als Mütter mit geringerem Gehalt, es wird soziale Ungleichheit geschaffen, ganz im Sinne der Gender-Ideologie, die ja eine Ideologie von und für Mittelschichtsfrauen ist.

Da das Elterngeld, wie Unterhofer, Welteke und Wrohlich zeigen, vor allem bei Müttern mit mittlerem und höherem Gehalt dazu führt, dass sie ihrer Arbeit länger fernbleiben, produziert das also Elterngeld soziale Ungleichheit. Dass die Autorinnen dies feiern, kann man wohl nur mit der über Leichen gehenden Mentalität der meisten Genderisten erklären. Wenn es darum geht, ihre Genderphantasien durchzusetzen, nehmen sie schon einmal mehr soziale Ungleichheit in Kauf.

Dass Menschen auf finanzielle Anreize reagieren hat indes überhaupt nichts mit veränderten Normen zu tun, es ist vielmehr die Norm, mittlerweile tausendfach in entsprechenden Experimenten der Sozialpsychologie oder der Soziologie belegt. Offensichtlich haben Unterhofer, Welteke und Wrohlich davon keinen blassen Schimmer.

Dass sich die Möglichkeit, dem Arbeitsplatz mit Hilfe von Elterngeld länger fern zu bleiben, in sozialen Netzwerken (nicht Twitter oder Facebook, sondern im Bekanntenkreis bzw. unter Arbeitskollegen) herumspricht und ein Race to the Bottom auszulösen im Stande ist, ist ebenfalls keine neue Norm, sondern ein alter Hut. Dass Mütter, die unter ihren Arbeitskollegen Mütter haben, die die Gelegenheit, die das Elterngeld bietet, nämlich länger als bisher die Arbeit zu schwänzen, eher ergreifen, ebenfalls länger dem Arbeitsplatz fernbleiben als Mütter, die in ihrem Arbeitsumfeld mit Müttern konfrontiert sind, die nach kurzer Zeit wieder am Arbeitsplatz vorzufinden sind, ist so wenig überraschend wie es überraschend ist, dass bei Genderisten Doktortitel für Arbeiten vergeben werden, in denen Aussagen über den englischen Zensus auf Grundlage von Interviews mit Schotten und Iren getroffen werden.

Die Studien, in denen die Effekte sozialer Ansteckung, Nachzugseffekte oder Crowding-Effekte untersucht werden, sind Legion. Unterhofer, Welteke und Wrohlich scheinen noch nie davon gehört zu haben.

Was Unterhofer, Welteke und Wrohlich zeigen, sind keine Veränderungen von Normen, sondern die Empfänglichkeit individueller Akteure für finanzielle Anreize. Anders formuliert: Wie sich zeigt ist es mit Elterngeld möglich, Müttern eine Legitimation zu verschaffen, um ihrem Arbeitsplatz länger als ohne Elterngeldbezug fern zu bleiben. Wobei diese Legitimation vornehmlich für Mütter mit mittlerem oder höherem Gehalt geschaffen wird. Wenn man so will, zeigt die Studie, dass Mütter mit mittlerem und höherem Gehalt eher durch staatliche Subventionen käuflich sind als Mütter mit geringerem Gehalt, und sie zeigt, dass staatliche Subventionen die Ursache sozialer Ungleichheit sind.

Ob man darüber jubeln muss, ob man Normalitäten, die die Forschung seit Jahrhunderten beschreibt, zur neuen Erkenntnis aufbauschen muss und im Sinne der Genderideologie falsch, aber euphorisch interpretieren muss, sind Fragen, die man vor dem Hintergrund der Tatsache beantworten muss, dass die längere Abwesenheit vom Arbeitsplatz bei den Müttern mit mittlerem und höherem Gehalt unweigerlich dazu führt, dass ihr Humankapital verfällt, sie also nach Rückkehr in den Beruf geringere Aufstiegschancen haben als z.B. Männer, für die nach wie vor die Norm des Most Income Earners, des Haupternährers gilt und die offensichtlich für ihr Unternehmen weniger verzichtbar sind als Mütter.

Aber das sind gesellschaftliche Schäden, die bei den Adepten der Genderideologie nicht vorkommen. Ihnen ist die kollektiv-ideologische Gleichschaltung wichtiger als das gute, individuelle Leben.

Unterhofer, Ulrike, Weltekem, Clara & Wrohlich, Katharina (2017). Eltergelnd hat soziale Normen verändert. DIW-Wochenbericht 34/2017.

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Die Opfer der Gleichstellung schlagen zurück

Unsinn muss man sich leisten können.

Wenn es brennt, dann wird es das Feuer wenig beeindrucken, dass eine Gleichstellungsbeauftrage über die männlichen Rollenbilder fabuliert, die weibliche Feuerwehrmänner, die es natürlich in Hülle und Fülle gibt, daran hindern, mit Wasser und anderen Löschmitteln, dem Feuer zu Leibe zu rücken. Und während die Gleichstellungsbeauftragte fabuliert, löschen die männlichen Rollenbilder das Feuer.

Geschwätz und entsprechende Schwätzer muss man sich leisten können.

Solange eine Gesellschaft wächst und genug zum Verteilen vorhanden ist, fällt es nicht in der Weise auf, wie es auffallen müsste, dass unproduktive Teile der Gesellschaft sich mit Geschwätz einen Lebensunterhalt verschaffen. Solange es in Unternehmen rund läuft  und Motoren immer noch in der Stückzahl produziert werden, die notwendig ist, um die Nachfrage zu befriedigen, so lange der Ertrag aus dem Absatz immer noch ausreicht, um unproduktive Gleichstellungsbeauftragte und weibliche Dabeisitzer in Aufsichtsräten mit durchzufüttern, so lange regt sich niemand wirklich darüber auf. So lange niemand an eine Wissenschaft, eine Sozialwissenschaft, den Anspruch richtet, Steuergelder produktiv einzusetzen und einen Nutzen für die Gesellschaft zu erbringen, so lange können Fächer wie Gender Studies, Whitenessstudies und andere Blüten gelangweilter und undisziplinierter Geister, die sich vormachen, der Unsinn, den sie verbreiten, sei ein Gedanke, sei das Ergebnis von Denken, ihr Dasein mit eben diesem Unsinn und auf Kosten der Steuerzahler fristen.

Wenn aber der Absatz zurückgeht, wenn das, was verteilt werden soll, knapp wird, wenn Wissenschaftler mit Bürgern konfrontiert sind, die einen Nutzen für das viele Steuergeld, das in die Wissenschaft fließt, erwarten, dann wird es eng für die Schwätzer und all die Unproduktiven, die nicht einmal selbst wissen, wofür sie eigentlich gut sind, welchen Nutzen sie der Gesellschaft je gebracht haben, bringen könnten oder je bringen werden.

Seit Jahren werden Programme aufgelegt, die angeblich dazu dienen, Frauen zu fördern. Als Ergebnis der Logik dieser Programme, werden Männer benachteiligt und Positionen mit weiblichen Bewerbern besetzt, die in vielen Fällen eben nicht der beste Bewerber, sondern der Bewerber mit dem richtigen Geschlecht waren. Das Ergebnis kann man z.B. am Niedergang der deutschen Sozialwissenschaften ablesen, die zu einer Schwatzbude verkommen sind, mit nur wenigen „pockets of rational resistance“.

Die angesprochene Logik funktioniert einfach:

  • Hochschulen werden finanziell immer kürzer gehalten.
  • Viele Hochschulen kommen gerade so über die Runden.
  • Den Hochschulen, die nach finanziellen Mitteln dürsten, wedeln Politiker mit finanziellen Mitteln vor der Nase. Es gibt nur eine Bedingung: Es müssen weibliche Bewerber eingestellt werden.
  • Also werden weibliche Bewerber eingestellt, egal, ob männliche Bewerber besser geeignet wären, denn männliche Bewerber bringen den Hochschulen nicht das ersehnte Geld.
  • Das Ergebnis ist eine Degeneration der Wissenschaft im Allgemeinen und der Sozialwissenschaften im Besonderen.
    Sozialwissenschaften können immer weniger die rudimentären Leistungen erfüllen, die von einer Wissenschaft als Triebkraft gesellschaftlicher Entwicklung erwartet werden.

Vor zwei Tagen hatten wir ein Beispiel für solch’ nutzlose Sozialwissenschaft:

“Nicht nur ´Frau´ zu sein, sondern auch ´Schwarz´ zu sein und aus der ´Arbeiterklasse´ – Mit diesem Hinweis auf mehrfache Diskriminierung kritisierte der black feminism eine allzu weiße westliche Frauenbewegung aber auch eine männliche blackpower-Bewegung. In der daran anknüpfende Intersektionalitätsdebatte wird nicht nur Ungleichheit aufgrund von Gender bearbeitet, sondern in der Thematisierung von Ungleichheiten werden die verschiedenen Differenzachsen entlang von Ethnizität/“Rasse“, Gender, Klasse/Schicht, Sexualität, Nationalität, Alter berücksichtigt und zusammen gedacht. In den letzten Jahren ist „Intersektionalität“ auch in Deutschland zu einer zentralen heuristischen und methodologischen sozialwissenschaftlichen Perspektive avanciert.
Im Seminar werden wir der transatlantischen Reise von race-class-gender nachgehen und uns den aktuellen Herausforderungen und Forschungsfeldern (u.a. den Gender-Studies, den media-studies, der kritischen Migrationsforschung) der Intersektionalitätsdebatten widmen. Das Seminar baut auf deutsch- und wenigen englischsprachigen Texten auf und ist als Lektürekurs konzipiert.” (Beschreibung des Seminars „race-gender-class: Intersektionale Ungleichheiten” von Elisabeth Tuider an der Universität Kassel.

Was soll ein Student durch den Besuch dieses Seminars an Wissen erwerben, das einen gesellschaftlichen Nutzen nach sich zieht? Welcher gesellschaftliche Nutzen könnte aus einem solchen Seminar entstehen?

Das beschriebene Seminar ist eines von vielen, die es landauf landab an deutschen Hochschulen gibt und die in der Regel mit einem Verweis auf die Wissenschaftsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre, die nach dieser Lesart offensichtlich die Produktion von Unsinn umfasst, legitimiert werden. Seminare wie das beschriebene sind Ergebnis der Zuwanderung von Quotenfrauen, die über Programme wie das Professorinnenprogramm oder über Klauseln wie „bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzugt“ und unter direkter Benachteiligung von männlichen Bewerbern in Positionen gelangt sind.

Doch mittlerweile scheint das Fass überzulaufen. Offensichtlich gibt es immer mehr Positionen, für die diejenigen, die sie zu besetzen haben, versuchen, um das Diktat des Gleichstellungskommissars herumzukommen und eben den besten Bewerber nicht den weiblichen Bewerber einstellen zu können. Die Not vor Ort muss entsprechend groß sein. Die Phantasie, mit der versucht wird, dem Gleichstellungs-Totalitarismus, den das BMFSFJ und das BMBF ausüben, zu entkommen, ist ebenfalls beachtlich. Ein schönes Beispiel haben wir bei der Universität Koblenz-Landau entdeckt. Es hat die folgende sprachliche Form angenommen:

„Schwerbehinderte Bewerberinnen/Bewerber werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt. Frauen werden bei Einstellungen bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, soweit und solange eine Unterrepräsentanz vorliegt. Dies gilt nicht, wenn in der Person eines Bewerbers so schwerwiegende Gründe vorliegen, dass sie auch unter Beachtung des Gebotes zur Gleichstellung der Frauen überwiegen.“

Frauen werden bevorzugt, nicht nur wenn sie schwerbehindert sind, sondern auch bei gleicher Eignung. Das ist die Standardfloskel die der Gleichstellungstotalitarismus vorsieht. Neu sind die Versuche, um das Bevorzugungsdiktat herumzukommen und sich Luft zu verschaffen, um eben den besten, nicht den weiblichen Bewerber berufen zu können.

Bevorzugte Berücksichtigung, nicht mehr Einstellung von weiblichen Bewerbern erfolgt nur noch, wenn keine Überrepräsentation vorliegt, denn irgend jemand muss ja die Arbeit machen und männliche Bewerber haben eine lange Geschichte, die zeigt, dass sie die Arbeit machen. Und: weibliche Bewerber werden nur solange bevorzugt, so lange nicht „in der Person eines Bewerbers so schwerwiegende Gründe vorliegen, dass sie auch unter Beachtung des Gebotes zur Gleichstellung der Frauen überwiegen“.

Damit haben die Koblenz-Landauer eine geniale Formulierung gefunden, um das Gleichstellungsdiktat und den Bevorzugungstotalitarismus der Genderisten auszuhebeln, denn ein „schwerwiegender Grund in der Person des Bewerbers“ (man bedachte die fehlende weibliche Form: keine schlafenden Hunde wecken!), der genutzt werden kann, um die an der Auswahl der Bewerber beteiligte Gleichstellungskommissarin und vermutlich den Vertreter der Gewerkschaft ruhig zu stellen, ist leicht und schnell gefunden. Allein die Tatsache, dass eine derartige Klausel in Bewerbungen aufgenommen wird, zeigt das Ausmaß der Not, das vor Ort zu herrschen scheint und Hochschulen dazu veranlasst, Ausschreibungen nun so zu formulieren, dass die Berufung weiblicher Bewerber nur dann möglich ist, wenn sie tatsächlich und in jeder Hinsicht und vollkommen unabhängig von ihrem Geschlecht der beste Bewerber sind.

Wir sind also zurück in der Normalität. Allerdings sind dazu Umwege notwendig, da das Gleichstellungsdiktat bestimmte Floskeln vorgibt, die man nun mit Gegenfloskeln bekämpfen muss. 

Die Opfer der Gleichstellung, sie schlagen zurück.

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