Grenzen der Volkserzieher: Freie Märkte sind unvereinbar mit Totalitarismus


Der neue Mensch ist nicht dick. Sicher nicht. Er ist auch nicht unsportlich. Das schon gar nicht. Er raucht nicht. Himmel hilf. Seine Kritikfähigkeit reduziert sich auf Aussagen wie „Du Nazi“ oder „Das ist ja anti […. beliebiges Gutwort einsetzen]“. Der neue Mensch, wie er den Do-Goodern und Regierungen in dem, was sich moderne Staaten nennt, vorschwebt, ist bereit, einen kleinen Selbstbehalt zu akzeptieren und den größten Teil seines Einkommens als Steuer zu entrichten. Er zahlt gerne mehr für den Strom, weil er Öko-Strom unterstützen will. Er zahlt gerne mehr für soziale Ausgaben, weil 1.000.000 Flüchtlinge den moralischen Wert von Deutschland steigern. Er geht zwanzig, oder dreißig oder fünfzigmal zum Arzt, zur Vorsorgeuntersuchung gegen X, Y und Z, weil er ein guter Bürger ist, der seine Ansprüche gegenüber der Krankenkasse nicht verlieren will. Der neue Mensch und gute Bürger murrt nicht einmal, wenn er im Alter feststellt, dass trotz der horrenden Abzüge für die Rentenversicherung nicht genug Geld vorhanden ist, um ein Alter in Würde zu führen. Es macht dem guten Bürger schlicht nichts aus. Er geht dann zur Tafel oder wühlt sich durch öffentliche Mülleimer. Der neue Bürger ist auch sehr darauf bedacht, die Hygiene der öffentlichen Meinung zu wahren. Deshalb sagt er nichts, was anstößig ist, bringt zur Anzeige, was er anstößig findet und tut alles, damit es anderen nicht besser geht als ihm selbst.

Der neue Bürger ist leicht zu schaffen, wenn totalitäre Strukturen es befördern. Wer keine Alternative hat, weil sein Staat Alternativen mit hohen Kosten versehen hat, der lässt sich leicht in eine Richtung schieben oder nudgen, wie es heute heißt. Wer sich vor sozialen Kosten fürchtet, weil jeder, der seine Organe der wichtigen Nachwelt nicht übergeben will, auf dass Ärzte und Händler sich eine goldene Nase an dem unentgeltlich überlassenen Gut verdienen, dem kann man gut die Option, die Spende zu verweigern, lassen. Er wird sie nicht nutzen. Wer fürchten muss, durch ein falsches Wort, eine unangepasste Äußerung von der Horde der Gutmenschen verfolgt und verbal gekreuzigt zu werden, in der Folge seinen Job zu verlieren und Gefahr zu laufen, in Obdachlosigkeit zu enden, der ist leicht gefügig zu machen, leicht zum Verstummen zu bringen, leicht einzunorden. Nun ergänzen wir noch Kinder und die Verhaltenspflichten, die als staatliche Forderung an die richtige Aufzucht gestellt werden und fertig ist das totalitäre Umfeld, in dem kaum mehr jemand den Mund aufmacht.

In einem freien Markt ist das anders.

Ein Markt ist im Wesentlichen ein Ort der Optionen. Es gibt viele unterschiedliche Angebote und Nachfrager. Jeder findet etwas, was zu ihm passt.

Ein Markt als solcher ist zu groß, als dass man ihn kontrollieren und beherrschen könnte. Freiheit hat den großen Nachteil, mit Phantasie verbunden und genutzt zu werden.

Deshalb schränken Staaten Märkte ein.
Deshalb verknappen sie das Angebot.

Denn mit jeder Regulation, die den Markt wieder ein Stück beseitigt, geht auch ein Stückchen Freiheit verloren.

Und mit jedem Stückchen Freiheit, das beseitigt wird, werden Bürger gefügiger, so die Rechnung. Mit jedem Stückchen Gefügigkeit, das Staaten gewinnen, verschwindet ein Stückchen Widerstand.

Deshalb ist es oberste Priorität totalitärer Staaten, Märkte, seien es Märkte, auf denen Produkte, Waren, Dienstleistungen getauscht werden, seien es Märkte, auf denen Meinungen oder Informationen getauscht werden, zu beschränken, zu regulieren, zu kontrollieren.

Was passiert, wenn Staaten oder staatliche Organe keine Kontrolle über Märkte haben, zeigt ein Beispiel aus Seattle. Dort haben Do-Gooders beschlossen, dass sie die Adipositas vieler US-Amerikaner nicht mehr mitansehen wollen und deshalb den Preis von Coca Cola, Dr. Pepper und den anderen Softdrinks, die viel Zucker für wenig Geschmack anbieten, verdoppelt.

Das geschieht natürlich nur zum Besten der Bürger. Immer wenn Freiheiten von Bürgern eingeschränkt werden, haben die staatlichen Gefängniswärter nur das Beste der Bürger im Sinn, deren Sicherheit, deren Gesundheit, deren Lebensfreude … Und Lebensfreude gewinnt man bekanntlich nicht dadurch, dass man Coca Cola trinkt …

Man stelle sich ein entsprechendes Gesetz in Deutschland vor. Die Bundesregierung beschließt, dass alle Softdrinks, die Zucker enthalten, mit einer hohen Steuer belegt werden und nunmehr das Doppelte des vorherigen Preises kosten. Der Beschluss ist flächendeckend. Von Rewe in Kiel bis Aldi in Berchtesgaden gelten die erhöhten Preise. Die Gängelung der Verbraucher ist umfassend. Es gibt kein Schlupfloch außerhalb von Schmugglerringen. Die Beschränkung der Freiheit zu trinken, was man trinken will, ist uneingeschränkt.

Nicht so in den USA.
Hier scheitern die Versuche, bürgerliche Freiheiten zu beschränken, regelmäßig am Pluralismus der US-Kultur, der sich u.a. darin äußert, dass Persönlichkeitsrechte weitgehend unantastbar sind und keine Regelung so umfassend oder durchsetzbar ist, als dass man sie nicht unterlaufen könnte. Dass dem so ist, hat die Stadt Seattle bzw. die Do-Gooders, die dort die Stadt-Regierung bilden, gerade erfahren. Sie wollen das Verhalten ihrer Bürger so steuern, dass Letztere weniger Softdrinks trinken. Steuern ist hier wörtlich zu nehmen, denn ausgeheckt wurde eine Steuer auf Softdrinks, die eine fast Verdoppelung des Preises zum Ergebnis hat. In einem totalitären Staat ohne Alternative, in dem der Markt reglementiert und unfrei ist, käme eine solche Regelung dem Zwang für Bürger gleich, ihre Präferenzen nunmehr mit dem doppelten Einsatz von finanziellen Ressourcen zu verfolgen. Nicht so in den USA. Dort gibt es nicht nur einen Markt. Dort gibt es auch selbstbewusste Marktakteure. Mehr noch: Die selbstbewussten Marktakteure betreiben Supermärkte.

Und so hat Costco, ein großer Einzelhändler, nicht nur seine Preisschilder dahingehend geändert, dass die Kunden über die Höhe der Steuer, die in einen Preis eingeht, unterrichtet werden, Costco informiert seine Kunden auch darüber, dass die selben Produkte außerhalb von Seattle deutlich billiger sind, ergänzt durch die Adresse des nächsten Supermarkts außerhalb der Jurisdiktion von Seattle. Als Ergebnis haben sich die Absätze von Softdrinks in Seattle erheblich reduziert und sind im Umland fast explodiert.

Sozialwissenschaftler sprechen hier von Renitenz. Renitenz setzt immer dann ein, wenn ein Akteur von einem anderen zu etwas gezwungen werden soll, das er nicht tun will. Höhere Preise für etwas bezahlen zu müssen, weil ein Gutmensch meint, es sei der Gesundheit eines anderen schädlich, zu viel davon zu trinken, weshalb er Einfluss auf dessen Trinkmenge nehmen will, ist ein Zwang, der mit Sicherheit Renitenz nach sich zieht. Wie gesagt, in totalitären Systemen haben diejenigen, die Zwang ausüben, gleich welche Form der Zwang annimmt, leichtes Spiel mit ihren Opfern. Wer sich nicht fügt, wird in den Untergrund gezwungen und bezahlt sein Beharren auf Handlungsfreiheit damit, kriminalisiert zu werden. In einem freien Markt ist das nicht möglich. Dort kann ein Gezwungener den Anbieter wechseln und seine Bedürfnisse woanders befriedigen. Dort haben diejenigen, die Zwang ausüben, nicht so leichtes Spiel mit denen, die sie zwingen wollen.

Deshalb ist bei denen, die gerne Zwang auf andere ausüben wollen, die deren Handlungen, Entscheidungen und Gewohnheiten durch Zwang verändern wollen, der Markt so verhasst. Deshalb wollen sie Märkte, gleich welcher Art, dadurch zerstören, dass sie sie reglementieren. Denn Märkte sind die Feinde des Totalitarismus.

Eine gute Zusammenfassung der Bauchlandung, die die Gutmenschen in Seattle erlitten haben, findet sich hier.

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Deutscher Irrsinn 2017: Der Glockenklang der Nazis

In den Wissenschaften, die sich mit den Ergebnissen einer menschlichen Gehirntätigkeit auseinandersetzen, wird der Strich zwischen der Normalität und der Abnormalität von Verhaltensweisen oder von Wahrnehmungen in der Regel da gezogen, wo Verhalten oder Wahrnehmungen nicht mehr rational nachvollziehbar sind. Wenn jemand überall Aliens, Geister oder CIA-Agenten sieht, dann ist dies für den Fall, dass niemand sonst die behaupteten Aliens, Geister oder CIA-Agenten sieht, bedenklich. Wenn jemand, weil er und nur er, Aliens, Geister oder CIA-Agenten sieht, der Ansicht ist, er müssen sich ständig unter Tischen verstecken und könne sein Wohnzimmer nicht mehr verlassen, dann ist das nicht nur bedenklich, sondern sehr bedenklich. Und er dann, unter seinem Tisch einen Computer aufbaut und Nachrichten in die Welt sendet, in denen er vor Aliens, Geistern oder CIA-Agenten warnt, die allgegenwärtig und derzeit dabei sind, die Welt zu übernehmen, dann ist es nicht nur sehr bedenklich, dann liegt eine geistige Krankheit vor, die man behandeln muss.

Da denkt man jahrelang, die Pfalz sei eine der Regionen in Deutschland, die von Irrsinn, Hysterie und Gutmenschen verschont geblieben sind, und jetzt das: In Herxheim am Berg gibt es Hysteriker, die sich einbilden, man könne einer Kirchenglocke anhören, was aufgedruckt ist, auf die Glocke.

Seit 1934 läutet in Herxheim am Berg eine Glocke. Jahrzehnte lang gab es nichts zu beanstanden. Weder der Klang noch die Lautstärke der Glocke gaben Anlass zu Klagen. Dann sickerte etwas durch, sickerte quasi aus der Höhe des Glockenturms in die Niederungen, die menschlichen Niederungen des Ortes.

Die Glocke ist keine normale Glocke.
Die Glocke ist eine Glocke des Teufels.
Die Glocke ist eine Nazi-Glocke.
Die Glocke ist eine Hitler-Glocke.
Die Glocke trägt die Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“.
Und ein Hakenkreuz.
Die Aufschrift oder das Hakenkreuz sieht zwar niemand bzw. es sehen sie nur wenige.
Aber seit Aufschrift und Aufdruck bekannt sind, häufen sich die Klagen über die Nazi-Glocke.

Menschen, die Jahrzehntelang nicht gehört haben, dass die Glocke eine Nazi-Glocke ist, die behaupten, sie hörten es jetzt. Sie hörten jetzt, dass eine rechte Glocke im Glockenturm hängt, eine, auf der sich ein Hakenkreuz befindet, eine, die nach Hakenkreuz klingt:

Das interessante an dieser Form der Hysterie ist, dass man sie gar nicht als Hysterie fassen muss. Man kann sie auch als Opportunismus fassen, als Opportunismus, der an Glocken ausgelebt wird. Dazu benötigt man nur eine Person, die allen anderen zeigen will, dass sie eine politisch-korrekte und gute Person ist. Im Dritten Reich hat man das dadurch gezeigt, dass man andere denunziert hat oder die Läden von Juden geplündert hat, heute macht man das anders. Heute zeigt man, dass man auf der richtigen Seite steht, in dem man sich einbildet, man hörte es einer Glocke an, welcher Aufdruck und welche Aufschrift sich darauf befindet. Virtue Signalling nennt dies James Bartholomew. Virtue Signalling hat bereits Charles Dickens beschrieben, und zwar in der Person von Mrs. Jellyby, der Dickens eine telescopic philantropy attestiert. Voller Sorge darüber, einem afrikanischen Stamm (damals musste man seine Gutheit dadurch zur Schau stellen, dass man sich um vermeintlich benachteiligte Menschen in Afrika kümmert oder sich zu kümmern vorgibt) Gutes in Form von Pamphleten und Aufrufen zu tun, schadet sie all denen in ihrer direkten Umgebung. Charles Dickens hat den Busybody, den Do-Gooder vorgezeichnet.

Für die Glocken-Kritiker, die im Klang die Aufschrift mithören, folgt daraus: Sie ergreifen die Gelegenheit beim Schopfe und versuchen, sich als gut und korrekt und voller virtue zu inszenieren.

Die Erklärung durch Hysterie ist nicht weniger „bleak“. Bildet man sich erst ein, dass man einer Glocke die Aufschrift anhört, dann folgen daraus eine ganze Reihe weiterer Einbildungen, von den Nazis, die durch den Glockenklang aus ihrem tausendjährigen Schlaf geweckt werden, bis zum bösen Ohmen, das die Glocke für Hochzeiten darstellt (Wie ist eigentlich die Scheidungsquote in Herxheim am Berg?). Eine derartige Vorstellung vom verderblichen Einfluss des Nazi-Klangs, den sie jahrelang nicht als solchen erkannt haben, scheint diejenigen zu treiben, die sich einem Bericht der Rheinpfalz zur Folge darüber ärgern, dass man unter der Nazi-Glocke gar Ehen schließen könne.

Rationalität und Vernunft haben es derzeit in Deutschland sehr schwer, fasst dass es den Anschein hat, als wären beide aus Deutschland weggelaufen, denn etwas Besseres als Irrationale, die nach Jahrzehnten etwas hören wollen, was sie jahrzehntelang nicht gehört haben, findet man überall.

Die Glocke wird übrigens abgeschaltet.
Bevor sich der Volkszorn gegen die Glocke und diejenigen, die sie, die aus Bronze gegossen nichts dafür kann, welchen Aufdruck und welche Aufschrift man ihr verpasst hat, verteidigen, richtet, hat man die Glocke zum Verstummen gebracht. Es hat übrigens noch nie etwas genutzt, Irrationalität, Unvernunft und Wahnsinn zu hofieren, ihnen gefügig zu sein. Damit erreicht man nur mehr Unvernunft, Wahnsinn und Irrationalität. Man kann sie schon sehen, die guten Menschen, die Kirchtürme erklimmen, die sie Jahrzehnte mit Ignoranz gestraft haben, die aber nun versprechen, etwas ganz Besonderes zum Vorschein zu bringen: Eine Nazi-Glocke, dies höchste Gutmenschenglück auf Erden, an dem man demonstrieren kann, was man doch für ein toller Mensch ist, einer, der die Welt verändert, einer, der Glocken zum Verstummen bringt.

Die Nationalsozialisten haben übrigens auch Wasserrohre verlegt. Es steht zu befürchten, dass Deutsche, vor allem Deutsche in Städten, auf einem wahren Labyrinth nationalsozialistischer Embleme und Widmungen leben, täglich darauf laufen, darauf fahren, daraus trinken… Na, wem schmeckt sein Wasser nicht mehr? Wasser, das durch nationalsozialistische Rohre geleitet wurde, schmeckt nämlich anders – oder?

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Neid und Verachtung: Was den Gutmenschen ausmacht

Gutmenschen haben wir bereits einige Posts gewidmet. Von Studien über Gutmenschen haben wir berichtet und unsere eigene Definition und Typologie des Gutmenschen entwickelt. Dazu später.

Zunächst zum Neger, jenem Begriff, der für Gutmenschen so unerträglich ist, dass sie ihm die Existenz verweigern, in verfolgen, ausmerzen und seine Benutzung verbieten wollen.

Warum?

darwin-greatNeger ist ein deskriptiver Begriff. Er bezeichnet einen schwarzen Menschen. Mit dem Begriff Neger eine Bewertung zu verbinden, z.B. eine positive Bewertung, weil Neger in der Regel athletischer sind als Weiße, wie man bei Olympischen Spielen oder im Basketball regelmäßig sehen kann, ist eine Leistung dessen, der die entsprechende Bewertung vornimmt.

Man kann also festhalten, dass die Bewertung gar nichts mit der Beschreibung zu tun hat, dass sie von demjenigen, der sie mit dem Begriff “Neger” in Verbindung bringt, gemacht wird.

Wenn nun also ein Gutmensch nicht anders kann als mit dem Begriff “Neger” eine negative Bewertung zu verbinden, dann ist das seine negative Bewertung, dann kommt darin seine Verachtung für Neger zum Ausdruck, nicht die derjenigen, die den Begriff deskriptiv benutzt haben.

Man kann also festhalten, dass die Behauptung, der Begriff “Neger” sei negativ, sei diskriminierend, eine Behauptung ist, die sich nicht unbedingt aufdrängt, und es ist eine projektive Behauptung, die derjenige, der die negative Bewertung vornimmt, auf den Begriff und alle seine Benutzer überträgt.

Meyer WeltaltasNun stellt sich die Frage, warum sollte man allen seinen Mitmenschen, die den Begriff “Neger” benutzen, von Erich Kästner bis Otfried Preußler, von Immanuel Kant bis zu den Autoren von Meyers Weltatlas für Kinder, auf dessen Seite 64 der Begriff “Neger”, als historisch ethnographischer Begriff, der er nuneinmal ist, allein fünfmal geschrieben steht, warum sollte man ihnen allen niedrige Motive unterstellen, ihnen nachsagen wollen, sie wollten Neger diskriminieren?

Die Antwort kann keine rationale Antwort sein, denn wer andere vorab-bezichtigt, sie diskreditiert noch bevor er sie kennt, quasi in einem Rundumschlag, der macht damit Kooperation unmöglich und schadet sich auf lange Sicht selbst. Die Antwort muss entsprechend eine psychologische sein, und die Antwort, die sich hier quasi aufzwingt, ist ein Schuldkomplex, eine pathologische Projektion des eigenen schlechten Gewissens auf andere:

Weil Gutmenschen, die den Begriff “Neger” verbieten wollen, Neger verachten, deshalb wollen sie anderen den Begriff “Neger” verbieten, quasi als Form der Selbstbestrafung und Selbstreinigung. Ein solcher Masochismus ist nicht neu, neu ist, dass die Bestrafung über den Umweg der öffentlichen Reinigung vollzogen wird. Sie ist somit eine Form des Exhibitionismus, mit der Gutmenschen sich von jedem Verdacht, die Verachtung zu empfinden, die tatsächlich in ihnen schlummert, reinigen wollen. Zudem wollen sie die eigene Verachtung zum Massenphänomen stilisieren, um nicht mit ihren schlechten Gedanken alleine zu sein.

Dass dem so ist, dafür spricht die Wahl der Zielgruppen, die sich Gutmenschen für ihre Hilfe auserkoren haben. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gruppen von Menschen, die man als weißer Gutmensch sozial unter sich verortet, Menschen, die in scheinbar armen Verhältnissen leben und deshalb zu Bildungsfernen degradiert werden können. Menschen, die keinen deutschen Stammbaum, der mindestens drei Generationen zurückreicht, nachweisen können, weshalb sie als dem eigenen deutschen Weißsein unterlegen angesehen werden und zu Personen mit Migrationshintergrund stereotypisiert werden können und besonders: Neger.

Alle Schwarzen eignen sich nach Ansicht von Gutmenschen hervorragend zur Degradierung, denn sie sind in Deutschland farbfremd, kommen nach Ansicht der Gutmenschen zumeist aus Entwicklungsländern, die man unter sich verortet, kurz: Sie erfüllen alle Kriterien, um von Gutmenschen auf der sozialen Leiter noch unterhalb der eigenen Position eigneordnet werden zu können.

Und deshalb können sie missbraucht werden, dazu missbraucht werden die Verachtung, die Gutmenschen für alle empfinden, die sie sozial unter sich wähnen, zu zelebrieren und dafür zu sorgen, dass für alle sichtbar wird, dass die entsprechenden Gruppenangehörigen auch sozial untergeordnet sind. Wie zeigt man das am besten: Indem man die entsprechenden Gruppenangehörigen zum Schutzgut degradiert, indem man erklärt, sie seien zu hiflos, um sich selbst zu helfen. Deshalb bedürften sie der Hilfe durch Gutmenschen, die auf diese Weise ihre soziale Position gesichert haben und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: (1) Sie können sich als Helfer zelebrieren, die denjenigen, die sie kleingeredet haben, helfen wollen, wieder groß zu werden, und (2) sie können die Verachtung kaschieren, wie sie denken, die sie in erster Linie motiviert hat die entsprechenden sozialen Gruppen zu Zielgruppen zu machen.

Und deshalb haben wir für Gutmenschen des beschriebenen Typs nur Verachtung (Das war eine Bewertung, die auf einer Begründung basiert: all das, was vor “Und deshalb” steht.).

Entsprechend müssen wir unsere Typologie der Gutmenschen um den “bösartigen Gutmenschen” ergänzen, der seinen Minderwertigkeitskomplex in Verachtung gegenüber denjenigen umwidmet, die er unter sich wähnt. Seine angebliche soziale Überordnung, will er dadurch sicherstellen, dass er sich in der Person des Helfers zelebriert.

Darüber hinaus gibt es noch die folgenden Typen von Gutmenschen:

Weber Wissenschaftslehre

  • Zweckrationale Gutmenschen; Sie missionieren andere, um sich damit einen eigenen Vorteil zu verschaffen.
  • Wertrationale Gutmenschen; Ihnen geht es um die Seele ihrer Opfer. Wertrationale Gutmenschen verfolgen ihre Opfer, wenn es sein muss bis ans Kreuz, werten Menschen mit anderer Meinung ab, wo sie ihnen begegnen.
  • Affektive Gutmenschen; Affektive Gutmenschen halten sich einfach für gut. Es gehört zu ihrem Selbstbild. Sie hinterfragen nichts und verfolgen keine Ziele, sie bilden die unterstützende Masse, die auf die Führung durch Führer (vermutlich Opportunisten, also zweckrationale Gutmenschen) warten.

Gutmenschen haben wir wie folgt definiert:

“Das, was den Gutmenschen ausmacht, ist sein missionarischer Eifer, der sich wiederum aus der eingebildeten Überlegenheit des eigenen unvernünftigen Überzeugungssystems speist. Dieses Überzeugungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass es völlig unbegründet ist. Unbegründet ist ein Überzeugungssystem dann, wenn es keinerlei empirische Belege für seine Gültigkeit gibt. Das Überzeugungssystem ist unvernünftig, weil es auf transzendete Werte rekurriert, die das Zusammenleben unter Menschen erschweren oder gar verunmöglichen. Diesen transzendeten Werten opfern Gutmenschen das gute Zusammenleben mit anderen.”

Die Argumentation im vorliegenden Post ergänzt die Forschungsergebnisse von Eric J. Pedersen, Robert Kurzban und Michael E. McCullough, die gezeigt haben, dass Gutmenschen in erster Linie von Neid getrieben werden.

Langsam nähern wir uns dem an, was Clifford Geertz “dichte Beschreibung” genannt hat, eine dichte Beschreibung von Gutmenschen.

©ScienceFiles, 2015

Gegen die Europäischen Toleranzwächter

Wir haben bereits über das European Council on Tolerance and Reconsiliation berichtet. Dem Council gehören Yoram Dinstein, Ugo Genesio, Rein Müllerson, Daniel Thürer und Rüdiger Wolfrum an.

ECTRDas European Council on Tolerance and Reconsiliation ist ein schönes Beispiel dafür, wie heutzutage Organisationen, die aus selbsternannten Gutmenschen bestehen und die über keinerlei demokratische Legitimation verfügen, als Lobbyisten für ein Thema auftreten, das ihnen besonders am Herzen liegt und ihr Pet-Project für andere zum verbindlichen Umgangston zu machen versuchen. (Was wir unter Gutmenschen verstehen, haben wir hier definiert.)

Das European Council on Tolerance and Reconsiliation beschreibt sich selbst als eine “international NGO, established in October 2008 by Aleksander Kwasniewski, former President of Poland and Moshe Kantor, President of the European Jewish Congress. … The European Council on Tolerance and Reconciliation is a non-partisan and non-governmental institution. It is envisaged to be an opinion-making and advisory body on international tolerance promotion, reconciliation and education. It fosters understanding and tolerance among peoples of various ethnic origin; educates on techniques of reconciliation; facilitates post-conflict social apprehensions; monitors chauvinistic behaviors, proposes protolerance initiatives and legal solutions.”

Es ist das Schicksal von Themen, die in den Bereich von Ethik, Philosophie oder Sozialwissenschaften gehören, dass selbsternannte Experten glauben, sie könnten als “opinion-maker” auftreten und anderen erklären, wie man als guter Mensch zu leben hat, wie z.B. Toleranz geht, was Toleranz ist und wem gegenüber man tolerant zu seint hat. Es ist das Los von Menschen, die in Logik und Statistik geschult sind, sich derartige Widersprüche ansehen zu müssen und zu wissen, die Widersprüche ergeben sich aus der Normalverteilung von Intelligenz gepaart mit der negativen Selektion von Politikern und ergänzt um das Faktum, dass es, um die eigenen Beschränkungen zu erkennen, einer Kompetenz bedarf, die, wäre sie vorhanden, die Widersprüche, wie die, in die sich die Möchtegern-Wächter europäischer Toleranz verstricken, gar nicht erst hätte entstehen lassen

Dabei ist nicht nur keine demokratische Legitimation bei dieser Art von Gutmenschen-Lobbyismus vorhanden, es ist auch vollkommen unklar, welche Qualifikation z.B. die oben genannten Personen dazu legitimieren und ausweisen soll, anderen vorzuschreiben, was sie wie wann und wo zu tun oder zu lassen haben. Dessen ungeachtet ist das European Council on Tolerance and Reconcilliation derzeit als Toleranz-Lobbyist unterwegs und versucht, das “European Framework National Statute for the Promotion of Tolerance” für die Europäische Union verbindlich zu machen.

Wie gesagt, wir haben bereits ausführlich über dieses absurde Machwerk geschrieben. Wir wollen uns daher auf einige Highlights im Text und auf eine komprimierte Form der Darstellung der logischen Fehler in diesem “Toleranz-Statut”, dem gegenüber man, wie wir glauben, keinerlei Toleranz zeigen darf, beschränken.

Die logischen Fehler in Kürze:

Wer fühlt sich nicht an das ZK der SED erinnert?

Wer fühlt sich nicht an das ZK der SED erinnert?

Im Statut wird zunächst definiert, was als eine Gruppe anzusehen ist, nämlich alle Menschen, die ein gemeinsames Merkmal teilen (characteristic of similar nature). Besipiele entsprechender Merkmale sind Rasse, kulturelle Wurzeln, ethnische Abstammung, religiöse Anbindung und – man hat es schon vermisst: sexuelle Orientierung.

Es kann festgestellt werden: welche Menschenmenge als Gruppe gilt, ist einerseits eine Frage der Willkür, andererseits eine Frage des gelebten Rassismus, denn wenn Gutmenschen wie die vom European Council on Tolerance and Reconciliation (ECTR) darauf beharren, dass Schwarze eine eigene Rasse formen und dass das Merkmal der Hautfarbe wichtiger ist als z.B. die jeweilige individuelle Intelligenz, die – benutzte man sie als Grundlage der Gruppeneinteilung – notwendiger Weise schwarz-weiß-gelbe Gruppen von Klugen und Dummen etablieren würde, setzen sie den Rassismus voraus, den sie angeblich bekämpfen wollen. Und sie zeigen sich als Muster-Rassisten, denn sie sind diejenigen, die die Gruppenzugehörigkeit nach Hautfarbe gerade festgeschrieben haben.

Ganz nebenbei erlaubt die Formulierung im Statut eine willkürliche Bestimmung der schützenswerten Gruppen – was die Frage aufwirft, wer die entsprechenden Gruppen bestimmen soll und mit welcher Legitimation und mit welcher Begründung, d.h. wer die schützenswerten und der Toleranz werten Gruppen bestimmen und konstruieren darf. Welche Begründung spricht zum Beispiel dafür die Gruppe der Transsexuellen als Gegenstand besonderer Toleranzbemühungen auszumachen, nicht aber die Gruppe der Golfspieler oder Banker oder Bild-Zeitungsleser?

Es geht weiter im Versuch, die Logik abzuschaffen, in dem Stereotypisierungen als “Group libel” (Gruppen-Verunglimpfung), also derogative Kommentare, Kommentare oder Bezeichnungen, die Gruppen lächerlich machen oder mit falschen Anschuldigungen belegen, unter Strafe gestellt werden sollen: Als Beispiel geben die Toleranzwächter Behauptungen an wie: “Zigeuner sind Diebe” oder “Muslime sind Terroristen”. Ergänzen ließe sich: Deutsche verstehen keinen Spass, Iren sind ein chaotischer Haufen und US-Amerikaner spielen sich als Weltpolizisten auf.

Oder wären die zuletzt genannten Aussagen etwa keine “Group-libel” (Gruppen-Verunglimpfung), wie die Toleranzwächter das nennen? Wenn nein, warum nicht? Wenn doch, dann folgt daraus, dass die Toleranzwächter jede Form der Stereotypisierung unter Strafe stellen wollen. In jedem Fall folgt, dass die Toleranzwächter nur bestimmte, von ihnen zu bestimmende Stereotypisierungen unter Strafe stellen wollen.

Nuts in BedlamLiest man das Statut in Gänze, dann wird Letzteres ganz deutlich. Die Toleranzwächter wollen anderen vorschreiben, über welche Gruppen sie Witze machen dürfen und über welche Gruppen nicht, denn Intoleranz gibt es nach ihrer Ansicht nur im Hiblick auf: Rasse, Hautfarbe, Ethnie, Religion, es gibt sie als totalitäre Ideologie, als Fremdenfeindlichkeit, als anti-Semitismus, als anti-Feminismus und als Homphobie.

Abermals findet sich ein logischer Widerspruch, der zum Himmel schreit, denn Toleranz wird von den Toleranzwächtern für ihre Zwecke nicht formal, sondern inhaltlich gefüllt, und es werden Vorgaben gemacht, welche Form der Intoleranz zu bekämpfen ist, wobei die genannten Formen vermeintlicher Intoleranz sich allesamt dadurch auszeichnen, dass niemand weiß, was damit eigentlich gemeint ist, so dass es eines Schriftgelehrten bedarf, der die Heilige Schrift der Toleranzwächter auslegt und im Einzelfall entscheidet, ob eine Aussage intolerant ist oder nicht.

Der Willkür nächster Schritt.

Und um die Idiotie auf die Spitze zu treiben, konzipieren die Toleranzwächter ihre wahre Lehre der richtigen Toleranz als totalitäre Ideologie, die durch Medien, an Schulen, an Universitäten und in öffentlichen Institutionen vertrieben werden muss. Abweichung vom Lehrplan wird nicht toleriert. Personen, die sich der Intoleranz im von den selbsternannten Toleranzwächtern bestimmten Sinne schuldig machen, werden nicht nur als Straftäter bestraft, sondern können durch die Opfer (bei denen es sich um Gruppen handelt!) zu Schadensersatz gezwungen werden. Und Jugendliche, die sich gegen die korrekte Form der Toleranz vergehen, werden in Umerziehungsprogramme gesteckt, um auf diese Weise die “Kultur der Toleranz” zu erlernen.

Diese Kultur der Toleranz ist so tolerant, dass sie unerbittlich gegen alle vorgeht, die die Setzung dessen, was korrekte und richtige Toleranz ist, nicht teilen und sich davon abzuweichen trauen, denn: “tolerance does not mean that a group can segregate itself from society as a whole, repudiating the need to interface with other groups. … tolerance does not denote acceptance of such practices as female circumcision, forced marriage, polygamy or any form of exploitation or domination of women” (Insofern es sich bei female circumcision oder polygamy um kulturelle Praktiken handelt, die in  nicht-westlichen Kulturen vorhanden sind, verstoßen die Toleranz-Wächter gegen Section 2d , Section 3b(i) und Section 4b ihres eigenen Statuts, weshalb man sie, sofern ihr Statut je in der EU in Kraft tritt, sofort auf Schadensersatz verklagen sollte.)

narrow minded peopleDas Statut zeigt sich hier ganz offen als das, was es sein soll, nämlich als ein Gängelungsinstrument, das von Engstirnigkeit nur so strotzt und in das die Gutmenschen, die es geschrieben haben, das gepackt haben, was ihnen gerade nicht gefällt. Toleranz ist jedoch ein Wert, der nicht inhaltlich bestimmt werden kann, sondern nur formal. Man kann Toleranz nicht auf die Punkte einschränken, die einem gerade in den Kram passen und alles, was einem nicht in den Kram passt als intolerant abwerten, denn auf diese Weise gerät man unwillkürlich in eine Auseinandersetzung darüber, was der Toleranz wert ist und was nicht. Dass die Statuten-Macher des ECTR dies nicht sehen, sagt viel über ihre Motivation und ihren geistigen Horizont.

Vor Jahrzehnten hat Heike Diefenbach schon formuliert: “Toleranz ist, wenn es einem egal ist”. Und genau das ist die grundlegende Charakteristik von Toleranz: Man interessiert sich nicht dafür, wie andere ihr Leben leben, was sie sagen und was sie tun, so lange sie keine Externalitäten für Dritte produzieren, wie sie z.B. das Gutmenschen-Council der Toleranzwächter für all diejenigen produziert, die weiterhin auf das Recht freier Meinungsäußerung bestehen und es nicht zur von Toleranzwächtern genehmigten Form eingeschränkter Meinungsäußerung verkommen lassen wollen.

Pluralismus und Demokratie leben von freier Meinungsäußerung und davon, dass jeder seine Meinung sagen kann, egal, wie abstrus sie ist. Eine Demokratie, die sich dadurch schützen zu müssen glaubt, dass sie bestimmte Formen der Meinungsäußerung ausschließt, hat damit den Schritt in den Totalitarismus gemacht: Die Bestimmung der auszuschließenden Formen wird zu  Widerstand und in jedem Fall zu Streit führen, schon weil es z.B. Leute gibt, die selbsternannten Gutmenschen wie den Pseudo-Toleranzwächtern vom ECTR am liebsten den Mund verbieten würden. Es führt eben kein Weg daran vorbei, dass man sich in Demokratien auch den Unsinn anhören muss, den Bewegte, die keine Argumente, aber viel Überzeung haben, von sich geben – schon weil Parlamentsdebatten im Fernsehen übertragen werden.

Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu tun, dass selbsternannte Lobbyisten denken, sie könnten den Europäern vorschreiben, welche Form von Toleranz sie zu pflegen und welche Art von Meinung sie zu äußern haben. (Diese Art der Bevormundung widerspricht übrigens den vom Council der Gutmenschen in ihrem Statut niedergelegten Kriterien, weshalb sie sich selbst ad-absurdum führen – der finale Widerspruch, wenn man so will).

Arendt_totalitarismusWir sind auf eine wichtige Petition aufmerksam geworden, die es seit einigen Monaten auch Change.org gibt. Die Petition trägt den Titel: Protect freedom of speech in the EU # FreeSpeechEU und ist an die Mitglieder des Europäischen Parlaments gerichtet, die über den Lobby-Toleranz-Unsinn, den das Gutmenschen Council aus selbsternannten Toleranz-Wächtern verbrochen hat, abstimmen sollen. (Es schon interessant, wie leicht es manchen Interessen-Lobbyisten fällt, zum Gegenstand parlamentarischer Erörterungen zu werden, während manche anderen, die dummerweise nur steuerzahlender Bürger und nicht Brownie-Punkte vergebende Lobbygruppe sind, keinerlei Gehör finden, obwohl sie angeblich der Souverän sind…).

Wir legen allen unseren Lesern dringend nahe diese Petition, die in englischer Sprache verfasst ist, aber im Wesentlichen die Punkte macht, die wir auch machen, zu unterstützen.

Es geht darum, den Möchtegern-Kontrolleuren das Handwerk zu legen, bevor sie Europa zu einer Festung gemacht haben, nicht gegen die, die von außen kommen, sondern gegen die, die hinter den Gittern der Festung sitzen.

Für alle, die es in sozialwissenschaftlicher Sprache hören wollen: Wir sehen hier die Banalität des Alltäglichen am Werk, die Banalität des Alltäglichen, die Hannah Arendt beschrieben hat, als Grundlage von Totalitarismus, Drittem Reich und Vernichtung all derer, denen gegenüber man nicht toleranz war, weil sie die falschen Meinung vertreten haben.

Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Günter Buchholz, der uns das ECTR-Machwerk wieder in Erinnerung gerufen hat.

Was sind Gutmenschen?

Was sind eigentlich Gutmenschen? Sind Sie das Gegenteil von “Schlechtmenschen”? Was zeichnet Gutmenschen aus? Diese Fragen werden uns regelmäßig gestellt, und wir haben Sie auch schon mehrfach beantwortet, aber offensichtlich ist das Bedürfnis nach einer eindeutig abgelegten Definition davon, was Gutmenschen sind, sehr groß.

Deshalb haben wir uns ein paar weitergehende Gedanken gemacht und die Definition von Gutmensch, die wir bereits gegeben haben, ausgearbeitet, auch oder insbesondere auf Grundlage der Erfahrungen, die wir seit nunmehr drei Dekaden als Sozialwissenschaftler gemacht haben.

Die Definition von Gutmensch, die wir an anderer Stelle bereits gegeben haben, ist die folgende:

darwin-greatGutmenschen sind Indivdiuen, die  ein Überzeugungssystem haben, auf dem sie den Glauben an bestimmte Dinge gründen, z.B. an einen Gott, an den Teufel “Kapitalismus”, an die Benachteiligung von Frauen, an die Überlegenheit der arischen Rasse oder an die Bedeutung ungeborenen Lebens. Von diesem Überzeugungssystem aus – und das ist das entscheidende Kriterium für Gutmenschen- marschieren sie sie, um andere zu ihrem Heil zu bekehren. Das Kriterium, das den Gutmenschen ausmacht, ist somit sein missionarischer Eifer, der sich wiederum aus der eingebildeten Überlegenheit des eigenen Überzeugungssystems speist.

Ausgehend von dieser Definition kann man nun Gutmenschen klassifizieren. Da Gutmenschen ihr Handeln auf andere ausrichten, es sich also um soziales Handeln handelt, bietet sich die von Max Weber aufgestellte Typologie der Handlungsmodi an, um Gutmenschen zu klassifizieren. Entsprechend kann man Gutemenschen  in zweckrationale Gutmenschen, wertrationale Gutmenschen, affektive Gutmenschen und traditionale Gutmenschen unterscheiden.

  • Zweckrationale Gutmenschen missionieren andere, um sich damit einen eigenen Vorteil zu verschaffen. Sie instrumentalisieren ein Überzeugungssystem, um sich Zugänge zu Ressourcen zu verschaffen. Ein herausragendes Beispiel für zweckrationale Gutmenschen sind all die Günstlinge, die sich im Speckgürtel des Bundesministeriums für FSFJ angelagert haben und unnütze Studien anstellen, die Gender Mainstreaming thematisieren oder die sich durch Gender-Was-auch-immer ein Auskommen verschafft haben, das darauf zielt, die gerade opportune Überzeugung, nach der Frauen in Deutschland benachteiligt sind, gewinnbringend einzusetzen. Entsprechend penetrieren sie unbeteiligte Dritte mit dieser opportunen Überzeugung so lange, bis diese Dritten es nicht mehr hören können, um der gerade opportunen Überzeugung Bedeutung zu geben. Das Ziel dieser Verleihung von Bedeutung besteht natürlich darin, Dritten die Notwendigkeit zu vermitteln, für das “Gute” zu bezahlen, und zwar über Steuern und Abgaben. Solange die von zweckrationalen Gutmenschen missionierten den Mund halten und zahlen, sind zweckrationale Gutmenschen zufrieden. Wir glauben, Hinrich Rosenbrock, der sich an den Staatsfeminismus verkauft hat, ist ein gutes Beispiel für einen zweckrationalen Gutmenchen.
  • concentration campBei wertrationale Gutmenschen ist das anders. Ihnen geht es um die Seele ihrer Opfer. Sie verzichten eher auf materielle Aspekte, als dass sie damit leben könnten, dass es in der Welt da draußen Menschen gibt, die nicht glauben, was sie glauben, die nicht der Ansicht sind, dass Menschen soziale Wesen sind, die nicht der Ansicht sind, aller Sinn des Lebens bestehe in Fortpflanzung, die nicht der Ansicht sind, Feminismus sei das Heil, auf das die Welt seit Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, gewartet hat und die nicht der Ansicht sind, Kapitalismus sei schlecht. Wertrationale Gutmenschen verfolgen ihre Opfer, wenn es sein muss bis ans Kreuz, werten Menschen mit anderer Meinung ab, wo sie ihnen begegnen. Sie sind komplette Faschisten, die über Leichen gehen, wenn es die Gelegenheit ergibt, und das ist der Grund, warum wir derzeit wertrationale Gutmenschen nur in Form verbaler Mörder finden. Während zweckrationale Gutmenschen Opportunisten sind, sind wertrationale Gutmenschen Überzeugungstäter. Ein Beispiel dafür scheint uns das zu sein, was sich hinter dem Pseudonym Fiona Baine (oder hier, manchmal überholen einem die Ereignisse stündlich…) bei Wikipedia versteckt.
  • Affektive Gutmenschen halten sich einfach für gut. Es gehört zu ihrem Selbstbild. Sie hinterfragen nichts und verfolgen keine Ziele, sie bilden einfach die unterstützende Masse, die auf die Führung durch Führer (vermutlich Opportunisten, also zweckrationale Gutmenschen) warten. Heike Diefenbach spricht in diesem Zusammenhang von Wasserträgern.
  • Ob es traditionale Gutmenschen gibt, ist eine Frage, die mit Forschung zu klären wäre. Die logische Analyse legt es nahe, ihre Existenz anzunehmen, allerdings sind die Moden der Ideologien zu kurzlebig, als dass man eine Tradition des Gutmenschentums begründen könnte, die eine bestimmte Ausrichtung hat. Entsprechend müsste man annehmen, dass traditionale Gutmenschen leere Eimer sind, in die wahllos die Ideologie gefüllt werden kann, die gerade en vogue ist und von der behauptet wird, dass sie “gut” sei. Von den opportunistischen, zweckrationalen Gutmenschen wären sie entsprechend nur dadurch unterrschieden, dass sie keinerlei Vorstellung und Zweck mit ihrem “Gutsein” verbinden. Sie sind halt so … gut.

Soweit unsere Definition von Gutmensch.

©ScienceFiles, 2013/2014

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