Untersuchung zeigt die wahre Motivation der Gutmenschen

Das „Soziale“ ist der Schrein der Moderne, der Tabernakel des Guten und Reinen, hinter dem sich eine Horde von Gutmenschen versammelt hat. Das „Soziale“ wird zunehmend überhöht, soweit, dass Menschen kein Recht auf eine eigene Exsitenz mehr zugestanden wird, sofern sie sich nicht in das „Soziale“ einordnen, das nicht nur vorhanden ist, sondern als „Gemeinschaft“ bereits Ansprüche auf z.B. individuelles Eigentum erhebt. Das „Soziale“ als das, was den Menschen angeblich ausmacht, soll fest im öffentlichen Bewusstsein fixiert werden: „Du bist nichts ohne deine Gemeinschaft.“ „Der Mensch ist ein soziales Wesen.“ Allein die Suchanfragen, in denen „der Mensch ist ein soziales Wesen“ in welcher Variation auch immer gesucht wird, die auf ScienceFiles führen, sind so hoch, dass es uns das Fürchten lehrt, vor dem, was da in Deutschland gelehrt werden soll bzw. gelehrt wird.

wandervogel_gDas „Soziale“ ist nicht nur existent, man kan sich auch am „Sozialen“, an der Gemeinschaft vergehen. Banker, Uli Hoeneß, alle, die nicht „solidarisch“ sind, wenn Dritte zur Solidarität aufrufen, vergehen sich an der Gemeinschaft, sie schädigen die Gemeinschaft und sind auf dem besten Weg, als „Volksschädling“ wiederentdeckt zu werden. Und natürlich müssen diese Vergeher an der Gemeinschaft, diese Feinde des Sozialen bestraft werden. Die Forderungen danach, „Besserverdienende“ höher zu besteuern, Bankern, die Bonuszahlungen zu streichen, Spekulateuren ihren Gewinn zu entziehen und vieles mehr, sind Formen der Bestrafung, Formen einer Bestrafung, die insofern  problematisch ist, als sie von Personen gefordert wird, denen keinerlei Nachteil durch das Verhalten von Banker X oder Uli Hoeneß entstanden ist und auch nicht entstehen wird. Dennoch fordern diese Personen die Bestrafung Dritter.

Warum?

Eine Erklärung, die von einer Reihe von Forschern vorgebracht wurde, allen voran die beiden Züricher Ökonomen Ernst Fehr und Urs Fischbacher, ist seit wenigen Jahren unter dem Begriff „altruistische Bestrafung“ bekannt. Altruistische Bestrafung besagt im Wesentlichen, dass Unbeteiligte einen (vermeintlichen) Übergriff auf einen Dritten bestrafen oder bestraft sehen wollen, weil dadurch gegen Fairnessregeln verstoßen wird. Wenn sich also Hans Moser auf Kosten von Fritz Fischer bereichert, dann sind altruistische Bestrafer zur Stelle und sorgen für „Fairness“, in dem sie Hans Moser bestrafen oder die Bestrafung von Hans Moser fordern. Demnach wären alle, die die Bestrafung von Uli Hoeneß fordern, altruistische Bestrafer, die zwar selbst keine Vorteile davon haben und auch keine Kosten davon, dass Uli Hoeneß bestraft wird, die aber „für die Gemeinschaft“ eintreten und „die Gemeinschaft“ zu ihrem Recht kommen lassen wollen.

Wir_statt_GierInteressanter Weise ist dieser Einsatz für die Gemeinschaft, diese Forderung der Bestrafung der Vergeher gegen die Gemeinschaft genau das, was von Bündnis 90/Die Grünen, von Gewerkschaften und von einer Reihe von selbsternannten Schützern der Gemeinschaft zu hören ist, und natürlich nehmen sie für sich altruistische Motive in Anspruch, denn sie haben nichts davon, dass Uli Hoemeß, Hans Moser oder Banker X bestraft werden, nein, sie kämpfen für Fairness, zuweilen behaupten sie auch, für Gerechtigkeit, besonders gerne für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, und immer kämpfen sie für andere, nie für sich selbst, reine Altruisten sind sie, wahre Gutmenschen.

Sind Sie das wirklich?

EnviousEine bemerkenswerte und methodisch saubere Untersuchung von Eric J. Pedersen, Robert Kurzban und Michael E. McCullough, die in der Mai-Ausgabe der Proceedings of the Royal Society B: Biological Science erscheinen wird, räumt massiv mit dem Mythos der altruistischen Bestrafer, ja mit dem Mythos des sozialen Menschen als solchem auf. In drei verschiedenen Experimenten mit 315 Studenten, 538 Bürgern und abermals 394 Studenten, können die Autoren nicht nur zeigen, dass es kaum altruistische Bestrafung gibt, sondern sie können auch zeigen, dass die wenigen Personen, die Dritte bestrafen, ohne dass sie etwas davon haben, von einem ganz eigenen Motiv getrieben sind: Neid.

Wenn die Probanden in den Experimenten der drei Autoren mit einer Situation konfrontiert waren, in der sie eine ungerechte Behandlung von O durch D beobachteten und ihnen anschließend die Möglichkeit gegeben wurde, die ungerechte Behandlung von O durch eine altruistische Bestrafung von D zu „revidieren“, dann zeigte sich, dass nur ein sehr kleiner Teil der Probanden ein Interesse daran hatte, zu bestrafen: „…humans do not impose meaningful amounts of third-party punishment on behalf of absolute strangers. The nominal and statistically non-significant amount of punishment we did observe was apparently motivated by envy because of a comparatively unfavourable personal outcome rather than by moralistic anger“ (6-7).

Das ist ein vernichtendes Zeugnis für Gutmenschen, die ausnahmslos behaupten, im altruistischen Dienst am Nächsten, an der Gemeinschaft oder an was auch immer unterwegs zu sein und die darüber hinaus die Bestrafung Dritter fordern, die ihre Mission als Gutmensch als „Schädlinge“ an der Gemeinschaft oder als unfair oder als was auch immer identifiziert hat. Dahinter, so zeigen die Ergebnisse von Pedersen, Kurzban und McCullough steht blanker Neid, Neid, weil die nämlichen Gutmenschen im Hinblick auf Ressourcen, die sie sehr hoch einschätzen, schlechter abgeschnitten haben, als ihr Opfer, das Sie zum Feinde der Gemeinschaft stilisiert haben, um ihren Neid auszuleben.

Diese Erklärung hat Gutmenschen zum Gegenstand, die sich einen unmittelbaren Vorteil (und wenn er nur darin besteht, sich erleichtert und anderen schlecht gemacht zu haben) versprechen, wenn sie ihren Neid auf andere, zumeist in Form derogativer Ausbrüche gegenüber denjenigen, die gerade am öffentlichen Pranger stehen, öffentlich machen. Darüber hinaus gibt es noch eine Gruppe von opportunistischen Gutmenschen, die sich z.B. in Parteien finden und die ihren Nutzen daraus ziehen, dass sie den beschriebenen Neid ausnutzen wollen, um ihre ideologischen Ziele zu verwirklichen, indem sie z.B. eine höhere Besteuerung von „Besserverdienenden“, wer auch immer sie sein mögen, fordern. Was moralisch verwerflicher ist, den eigenen Neid als „Sorge um die Gemeinschaft“ zu verpacken oder diesen Neid für die eigenen ideologischen Zwecke auszunutzen, ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Pedersen, Eric J., Kurzban, Robert & McCullough, Michael E. (2013). Do Humans Really Punish Altruistically? A Closer Look. Proceedings of the Royal Society B: Biological Science.
doi://dx.doi.org//10.1098/rspb-2012.2723

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40 Responses to Untersuchung zeigt die wahre Motivation der Gutmenschen

  1. oliver sagt:

    zwei drittel der studienteilnehmer bestrafen, nicht, ein drittel tut es. das deckt sich perfekt mit allem was arno gruen jemals geschrieben hat.😉

  2. nobelier sagt:

    Wäre doch mal interessant, herauszufinden, wie sich der Gutmensch selbst definiert, bzw. von wem und aus welchen Motiven er als Gutmensch etikettiert wird. Mit anderen Worten: Man muss sich ja nicht jeden Schuh anziehen, der irgendwo hingestellt wird, oder?!😉

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  4. Heidi sagt:

    In die Richtung paßt auch die Geschichte von den „Bio-Einkäufern“ die sich im Umgang miteinander tendentiell grenzwertiger verhalten als „normale“ Konsumenten.
    Wenn ich mal die Kernaussagen zusammenführe – komme ich zu folgendem Resultat:

    Das Problem eines jeden „Gutmenschen“ ist sein Anspruch. Er stellt an sich selbst den Anspruch „gut“ – vielleicht sogar „besser“ zu sein. Dies hat zur Folge daß Jedes bewußte tatsächliche oder vermeintliche „gutes-tun“ oder „besser-tun“ als individuelle Leistung im Sinne eines Dienstes am Nächsten (oder der Allgemeinheit) verstanden wird. Etwas wofür einerseits Dankbarkeit erwartet wird und was abweichendes Verhalten aber auch als „böse“ interpretiert.
    Im Umkehrschluß folgt aus dieser Einstellung auch eine spezifische Erwartungshaltung an Andere (auch die Allgemeinheit!) die bei Nichtbeachtung/Nichterwiderung in Aggression münden kann.

    Mit Blick auf diese Zusammenhänge verwundert es eben dann auch nicht mehr daß der sexuelle Kindesmißbrauch und körperliche Gewalt an Internaten eine Erscheinung waren die fast ausnahmslos in kirchlichen Einrichtungen UND reformpädagogischen Anstalten auftrat.
    Pädaogen die sich selbst „fast unfehlbar“ halten und obendrein irgendeine „Dankbarkeit“ erwarten neigen natürlich eher dazu Grenzen zu überschreiten – Sei es um sich vorenthaltenen „Dank“ einfach zu nehmen und/oder „abweichendes=undankgares=böses“ Verhalten zu bestrafen.

    Fast noch spannender ist der Aspekt der von der Allgemeinheit erwarteten Dankbarkeit. Hier kann der „Gutmensch“ objektiv sogar zum Schmarotzer werden dem die Allgemeinheit sozusagen für seine bloße Existenz Dank schuldet. Transferleistungsempfänger zu sein ist für ihn kein Grund an sich selbst und seinem Nutzen für die Allgemeinheit zu zweifeln.
    Es handelt sich dann eher um eine Art „schlecht artikulierte Dankbarkeit“ die ruhig noch etwas angemessener sein könnte. Dies gilt so natürlich für ihn auch in seiner Eigenschaft als von Solarförderung begünstigter. In seinen Augen nicht das Abgreifen von Mitteln die vielleicht an anderer Stelle größeren (auch ökologischen) Nutzen bringen könnten – sondern eine Art übefällige Genugtuung für seinen persönlichen lobenswerten Einsatz.

  5. Matthias sagt:

    Zitat aus dem Zeit-Artikel: „Der gute Mensch handelt gut im Dienste eines konkreten einzelnen Menschen. Ansonsten leitet er nichts daraus ab, es fällt ihm nicht ein, anderen ein schlechtes Gewissen zu machen. Der Gutmensch aber stellt sein Gutsein in den Dienst der Menschheit, darunter macht er es nicht. Sein Ziel besteht darin, als gut zu wirken, und er erreicht es am schnellsten, wenn er die anderen als Sünder erscheinen lässt.“

    Das deckt sich ziemlich mit dem was ich sonst ohne den Zeit-Artikel schreiben wollte. Selbstlose Handlung finden immer direkt zwischen zwei oder mehreren Personen statt. Gestern oder Vorgestern kam auf einem der Öffentlich-Rechtlichen in einer Sendung ein Beitrag über drei Rentner, ehemalige Ingenieure, Elektriker und Techniker, die in Ihrem „Block“ für die dort lebenden Rentner Haushaltgeräte reparieren und das kostenlos. Das sind meiner Meinung nach gute Menschen.

    Die meisten Personen die Menschen aus oder in der Ferne helfen wollen, zählen für mich zu den Gutmenschen. Wenn Leute z.B. nach Afrika fliegen um da den armen Kindern zu helfen, ist das natürlich toll. Aber warum helfen die nicht den armen Kindern hier. Ist das Wetter hier nicht gut genug. Da gibt es naturlich Ausnahmen, aber teilweise sind das für mich fast sowas wie „Poser“: „Hier seht mich, wie ich in Afrika eine Schule baue. Was habt ihr geleistet?“. Ein Beispiel für den Gutmenschen der Leuten in der Ferne helfen will, wurde heute auf telepolis beschrieben: http://www.heise.de/tp/artikel/39/39002/1.html. Da soll in Norwegen der Striptease für Frauen verboten werden, weil damit Frauen unterdrückt werden. Wenn Männer strippen ist das aber OK. Was mich daran stört, ist das mal wieder keiner mit den betroffenen spricht, also den weiblichen Stripteasetänzerinnen, und die nach deren Meinungen fragt. Das Argument der Gutmenschen ist, dass die Frauen aus armen Länder in Norwegen zu arbeitet für einen Hungerlohn gezwungen werden. Wenn diese Frauen für denselben Hungerlohn als Haushaltshilfe eingestellt werden ist, dass aber in Ordnung. Wie in dem Artikel zusammengefasst, wird den Menschen somit vorgeschrieben, wie sie in Armut zu leben haben.

  6. Markus sagt:

    Ich habe ein Problem mit der Behauptung „…Formen einer Bestrafung, die insofern problematisch ist, als sie von Personen gefordert wird, denen keinerlei Nachteil durch das Verhalten von Banker X oder Uli Hoeneß entstanden ist“. Ich sehe es nicht so, dass mir persönlich kein Nachteil dadurch entstanden ist. Betrachtet das ganze doch mal eher systemisch: Meine persönliche Steuerlast ist so hoch, dass ich mit 4 Kindern permanent am Rande des finanziellen Infarkts stehe (Mit Steuerlast meine ich nicht die Lohnsteuer, sondern die indirekten Steuern wie MwSt, die Verbrauchssteuern und die Abgaben für Energie und Wasser). Mein Bruder müsste nicht 2 Jahre auf eine medizinische Versorgung warten, nur weil Gesundheitsbudgets gekappt sind.

    Das ist keine Neiddebatte, sondern nur die Feststellung, dass die Verteilung der Gelder so weit ist, dass es nicht mehr reicht, dass alle davon in Ruhe und Frieden leben können.

    Würden Hoeneß und Co. *alle* ihre Steuern zahlen, könnte meine Stadt schuldenfrei sein und dann hätte der Mathelehrer meines Sohnes vielleicht mehr Zeit für ihn, weil NRW keine Vertretungslehrerbudgets streichen würde.

    Man kann auch unabhängig von einer „Gutmensch“-Haltung das Thema Gerechtigkeit für wichtig erachten. Und hier geht es gerade nicht darum, jemanden zu bestrafen, sondern es geht darum, zu fragen, ob das aktuelle System wirklich geeignet ist, uns *allen* gemeinsam ein friedvolles und gesundes Leben zu ermöglichen.

    Die Gesamtmenge an Gut und Geld würde reichen, das wissen wir. Wenn wir nun feststellen, dass unsere Gesetze dazu führen, dass ausgerechnet diejenigen, die mehr als genug haben, sich ohne Konsequenzen aus dem Gesamtsystem zurückziehen können, wird es Zeit zu handeln.

    Es ist immer leicht, Leute zu belächeln, die für Gerechtgkeit einstehen, und sie als Gutmenschen zu brandmarken, die ja „nur neidisch“ sind, solange man selbst auf der Sonnenseite steht. Ich bin gespannt auf Eure Statements, wenn das System mal kippt.

    Eine Buchempfehlung zum Abschluss: http://www.amazon.com/With-Liberty-Justice-Some-Equality/dp/1250013836. Hier wird das Hoeneß-Problem (Gesetze nur für die Armen) sehr sauber recherchiert dargestellt. Lesenswert!

    • Ich habe dazu nur eine Frage: Wer hat Sie gezwungen, vier Kinder in die Welt zu setzen, wenn Sie es sich offensichtlich nicht leisten können?

      • Sogar Kinder-Feindlichkeit gibts hier. Ich lese und staune.

        Sind das nicht die Kinder die in 10 oder 15 Jahren an fangen die Renten ihre Eltern und Großeltern zu schultern. Oder woher sollen sonst die Einzahlungen in die Rentenkasse kommen?

        Ach nein, es geht ja anders. Man gründet ein Unternehmen, mit eigenem Kapital. Dann stellt man viele Leute ein und lebt von deren Arbeit – sowohl vor dem Renten-Alter wie auch nach dem Renten-Alter. Die eigene Rente ist damit gesichert – nur die der ganzen Arbeiter dort im Unternehmen, die sollen halt selber weiter sehen wie sie Rente bekommen wenn sie aus Alters-Gründen den Betrieb wieder verlassen.

        Kurz-Meldung: Wer heute Hartz-IV, z.B. mit Vollzeit-Arbeit und Aufstockung weil das Einkommen nicht reicht, der hat wird auch im Renten-Alter davon nicht los kommen.

        • Ehrlich. Und wenn Sie staunen, warum teilen Sie uns dann nicht den Grund für Ihr Staunen mit? Warum belegen Sie nicht ihre Ansicht, dass es hier Kinder-Feindlichkeit zu lesen gebe und worin sie sich niederschlägt.

          Ah, das Rentenargument. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Kinderlose zahlen nicht mehr in die gesetzliche Rentenkasse ein und dafür bekommen sie auch keine gesetzliche Rente. Damit wäre dieses Problem gelöst, denn sicher sind Kinderbesitzer ja selbst-sustainable, und können sich darauf verlassen, dass ihre Kinder einmal für ihre Rente aufkommen.

          Was soll dieser Psudo-Leninistische Kampfschwall? Niemand ist zum Hartz IV Bezug verurteilt und wenn es nicht so viele wie Sie gäbe, die es berauschend finden, auf Kosten der Hartz IV Empfänger die vermeintliche „Ungerechtigkeit der Gesellschaft“ zu feiern, dann wäre einiges gewonnen… Wussten Sie eigentlich (meine Kurz-Meldung) dass Karl Marx ein großer Bewunderer des britischen Kapitalismus war, dass er erfolgreiche Kapitalisten gerade als Voraussetzung für seine „Gesellschaftsutopie“ gesehen hat. Das hat man heute vergessen, in einer Zeit, in der Leute wie Sie denken, daas, was verteilt werden soll, schon von irgendwo herkommen wird.

    • Sven sagt:

      „Würden Hoeneß und Co. *alle* ihre Steuern zahlen, könnte meine Stadt schuldenfrei sein und dann hätte der Mathelehrer meines Sohnes vielleicht mehr Zeit für ihn, weil NRW keine Vertretungslehrerbudgets streichen würde.“

      Ein typischer Fehlschluss, den man schon daran sieht, dass der Staat Jahr für Jahr höhere Steuereinnahmen macht und selbst bei „unerwarteten“ Steuermehreinnahmen seine Aufgaben nicht erfüllt. Der Staat hat kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem – nicht nur, dass er sich anmaßt zu wissen, was staatlich finanziert gehört, auch das Problem „Mit fremden Geld etwas für Fremde zahlen“ verursacht Schäden:

      http://fdogblog.wordpress.com/2013/04/30/fremdes-geld-fur-fremde-leute/

      „Die Gesamtmenge an Gut und Geld würde reichen, das wissen wir.“

      Nein, würde sie nicht. Umverteilter Wohlstand führt zu Wohlstandsverlust, denn warum sollte sich jemand über dem hinaus anstrengen, was ihm gelassen wird?

      „Wenn wir nun feststellen, dass unsere Gesetze dazu führen, dass ausgerechnet diejenigen, die mehr als genug haben, sich ohne Konsequenzen aus dem Gesamtsystem zurückziehen können, wird es Zeit zu handeln.“

      Wer von anderen behauptet, sie hätten mehr als genug, bewegt sich schon auf eine Neiddebatte zu, abgesehen davon ist „ohne Konsequenzen“ in zweierlei Sicht falsch. Erstens wird Rechtsbruch bestraft und zweitens ist es eine Falschbehauptung (ob aus Unwissen, Nichtwissenwollen oder glatter Lüge überlasse ich jedem selbst), die unterschlägt, was die benannten Leute an Steuerzahlungen geleistet haben oder noch leisten.
      Beispiel Hoeness: Hier geht es um bereits versteuertes Einkommen, dessen Erzielung (z.B. Wurstfabrik) seinerseits Steuern und Abgaben generiert hat, also wo hat er sich aus dem Gesamtsystem zurückgezogen?

      „Es ist immer leicht, Leute zu belächeln, die für Gerechtgkeit einstehen, und sie als Gutmenschen zu brandmarken, die ja “nur neidisch” sind, solange man selbst auf der Sonnenseite steht. Ich bin gespannt auf Eure Statements, wenn das System mal kippt.“

      Würden diese Leute tatsächlich für Gerechtigkeit einstehen, würden sie nicht nach mehr Geld rufen und Steuerhinterzieher moralisch aburteilen, sondern dafür arbeiten, Menschen die Teilnahme am Markt zu ermöglichen. Aber lieber zeigt man anklagend auf die wachsende Nachfrage bei den Tafeln, anstatt zu hinterfragen, warum sich Menschen dort versorgen und warum andere mit dem gleichem Geld auskommen.
      Und was die Sonnenseite angeht: Während meiner Umschulung lebte ich drei Jahre von weniger als HartzIV, ich hatte eine voll ausgestattete warme Wohnung und genug zu essen, ich finde es immer lustig, wenn einer etwas über ach so schlimmen Schattenseiten in Deutschland lamentiert!

    • Wolf-D. sagt:

      Zitat: „Würden Hoeneß und Co. *alle* ihre Steuern zahlen, könnte meine Stadt schuldenfrei sein und dann hätte der Mathelehrer meines Sohnes vielleicht mehr Zeit für ihn, weil NRW keine Vertretungslehrerbudgets streichen würde. “
      Würde, hätte,könnte…das ist reichlich naiv, lieber Freund. In der Realität sieht es leider anders aus: Die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr waren fast überall und bei den indirekten sowieso in Rekordhöhe. Wurden sie deshalb aus „Dank“ an die Bevölkerung gesenkt? Nein der Staat (Kreis, Kommune) braucht immer mehr und verschwendet die eingenommenen Steuern wie es niemand mit seinem persönlichen Geld tun würde. Wären Sie ein überdurchschnittlich erfolgreicher Geschäftsmann, Erfinder etc., würden Sie nicht lieber auch selbst entscheiden wollen, wo ihr Geld hin fließt und anderen ganz konkret helfen kann? Denn Sie haben ja in ihrem Leben bewiesen, dass Sie mit Geld umgehen können, oder? Dann ist es nur logisch, dass Sie selbst in Konflikt geraten, irgendwelchen unfähigen Beamten und Politikern (also Schmarotzern) überlassen wollen, wie ihr Geld verteilt wird. Ich weiß, dass Hoeness auf Anfrage persönlich vielen kleinen Vereinen aus der Patsche geholfen hat, um die Jugendarbeit und ehrenamtliches Engagement zu erhalten. Dagegen werden Steuerverschwender wie Beck und Wowereit geehrt. Diese haben mehr als 10-fache an Geld nachweislich ohne Skrupel verschleudert. Oder nehmen wir die sogenannte „Energiewende“, da werden völlig ohne Sinn Milliarden verpulvert. Dort und nur dort liegt die kausale Ursache dafür, dass ihre Stadt nicht schuldenfrei ist und keine Vertretungslehrerbudgets da sind bzw. Sie sich keine private Nachhilfe für ihren Sohn leisten können. Deken Sie mal darüber nach!

  7. Bei einem bestrafen unfairer Geschäfte (wie beim Ultimatum Game) spielt denke ich häufig nicht nur Neid eine Rolle, sondern auch der Wunsch, nicht als jemand gesehen zu werden, mit dem man es machen kann und bei dem Dritten der Wunsch zu zeigen, dass man gerechte Deals mag.
    Um so stärker die soziale Einbindung um so eher müsste eigentlich gestraft werden. Ob man das dann noch altruistisch nennen kann wäre eine andere Frage.

  8. Don Filu sagt:

    Ist ja süß wie hier versucht wird den Egoismuss zu legitimieren…
    Mir scheinen hier einige ein großes Interesse zu haben am status quo nichts zu verändern.
    Warum wohl….
    Eine Gesellschaft die nicht in der Lage ist Umstände zu schaffen in denen sich mindestens 2 Kinder pro Partnerschaft vernünftig großziehen lassen wird aussterben.
    Die Deutschen sind in Deutschland auf dem Weg eine Minderheit zu werden,
    weil man es sich angeblich nicht leisten kann Kinder zu erziehen.

    • Ich lasse diesen Kommentar ausnahmsweise durch, obwohl er keinerlei Argument und nur blasierte Sinnlosigkeit enthält.

      Wir sind ein Wissenschaftsblog. Wenn Sie etwas sagen wollen, dann sagen Sie es begründet, in Form eines Arguments. Wie das geht, können Sie unserem Grundsatzprogramm entnehmen.

      Wie egoistisch muss man als Kinderbesitzer eigentlich sein, wenn man der Meinung ist, die Gesellschaft und nicht man selbst habe die eigenen Kinder durchzufüttern? Soviel zum Thema Egoismus und wie man angesichts von rund 70 Millionen Deutschen und knapp 10 Millionen Migranten, die in der Mehrzahl seit zwei bis drei Generationen in Deutschland leben, behaupten kann, die Deutschen seien auf dem Weg, eine Minderheit zu werden, ist mir nicht nachvollziehbar, aber ich reagiere auch nur auf rationale Argumente und nicht auf emotionale Erregtheit, was es zumindest psychologisch oder psychotherapeutisch (?) erklärt.

      • Da die Rentenkasse eine Gemein-Kasse ist, ist es nur logisch deren Haupt-Bilanz-Faktor, nämlich die Förderung einer nachwachsenden Generation, also Kinder-Förderung, ebenfalls als eine Gemein-Aufgabe zu sehen.

        Als Gesellschaft sind wir davon leider noch viel zu weit entfernt, doch wir waren einst schon viel dichter daran. Im früheren bäuerlichen und damit spürbar direkteren Umgang war der Generationen-Vertrage in der Tat dreiteilig: Kinder, Erwerbstätige, Alte. Der Erwerbstätige gab ab und die anderen beiden bekamen von ihm.

        Eine Vorstellung der Kinder-Selektion, ja selbst der Bestimmung über den Kinder-Wunsch durch das Einkommen der mögliche Eltern als Erwerbstätige, erscheint mir ziemlich autoritär bis gruselig. In einer Zeit in der Einkommen als Einstiegsgehalt, wie auch in weiteren ihrem zeitlichen Verlauf schon fast willkürlich fremd-bestimmt sind, und die Arbeitswelt immer deutlicher in extrem gut verdienende und extrem schlecht verdienende Arbeiter eingeteilt werden kann, da wird ein Kind scheinbar zum LUXUS – so verstehe ich die wieder kehrenden Wortmeldungen. Kinder sind die Gesellschaftsgrundlage, der nach wachsende humane „Rohstoff“ aus dem die Gesellschaft ist. Ein Kind ist keine Sache, kein Gut, kein Objekt – damit kann ein Kind kein Luxus sein – und schon gar nicht für unsere Gesellschaft. So wie ein (heutiges) Auto niemals ohne Mineralöl auch nur 1 km weit fahren wird, so wird eine Gesellschaft die Kinder zum Luxus um-definiert nicht sehr lange sehr weit damit kommen.

        Es gibt gesellschaftliche Eckpunkte, von denen manche glauben sie wären veränderlich und in ihrem Sinne formbar, kontrolliebar und gestaltbar. Es steckt in der Natur des Menschen sich zu vermehren, manche haben die biologische Möglichkeit das in größerer Zahl zu machen als andere. Manche wollen auch weniger oder eben gar nicht und in unserer Zeit haben sie die Möglichkeit es auch so zu machen. An statt das Einkommen (ist ohnehin reduziert wenn eine Person im Haushalt weniger arbeitet) darüber entscheiden zu lassen sollte die Gesellschaft alles was geht daran setzen dass es eben nicht so kommt und fördern. Denn wie wir hoffentlich alle schon mal gehört haben ist die Geburtenrate hier zu Lande längst deutlich unter 2 gefallen. Wieso also tut man nichts um denjenigen die wollen und können das mit dem Kinder kriegen und groß ziehen zu ermöglichen? Ist es in der Tat der NEID der Reichen auf die Armen, der NEID der nur-arbeitenden auf die wo 10 bis 20 Jahre nur grob gesagt halb arbeiten – ist es also der NEID dass andere etwas dafür bekommen, während man selbst nichts bekommen wird???

        Oh, da sind wir ja wieder am Kernthema – aber mit Gutmensch hat das nichts zu tun – viel eher sind die Überzahl solcher Neider wirkliche und echte Neider. Sie sind noch nicht mal Altruisten. Nein es sind die Egoisten, die sozial und gesellschaftlich das Ruder in der Hand zu haben scheinen. Und es sind die Habenden so gleich wie ein paar der Nicht-Habenden. Nur ist es in der Tat so, dass die welche die Gesetze machen die unsere Gesellschaft ordnen, die beschliessen Gesetze mit denen Kinder von Reichen mehr Geld vom Staat bekommen, als die Kinder von Armen. Und die Grenze dabei ab der der Unterschied gemacht wird ist bei einem Jahreseinkommen bei dem selbst ein leitender Angestellter mit Hochschul-Abschluss nur marginal einen Unterschied bei seiner Kinder-Förderung spüren wird. Viel zu viele Gesetze werden in reiner asozialer Manier für die oberen Zehntausend + Anhang beschlossen. Der Rest im Lande bleibt arm sitzen und darf sich dann noch an hören, dass er sich doch besser in seiner Situation kein Kind „leisten“ solle. Manchmal fällt schon auf, wer geistig aus der Gesellschaft bereits aus geschert ist. Darauf hin wird von diesem die Gesellschaftsordnung um-definiert um andere, schwächere heraus zu drängen, im Sinne von „es ist meine Gesellschaft, und da hast du keine Rechte“. Haben sie noch nicht begriffen dass diese Gesellschaft ein Wir, ein Uns, ein Alle ist? Vielleicht haben sie, aber vielleicht haben sie ja einen ganz anderen Gesellschafts-Begriff. Da kann man nur sagen, sie sollten mal dran Arbeiten. (Das „sie“ ist hiermit ausdrücklich klein geschrieben im Sinne einer unbestimmten Menge an „A-Sozialen“ der beschriebenen Art, aber wer sich dadurch persönlich angesprochen fühlt sollte mal ganz gut drüber nach denken.)

        • Das sind viele Worte für nur eine geringe Botschaft.

          (1) Ich sehe Kinderförderung nicht als Gemeinaufgabe und würde liebend gerne aus der Gemeinkasse aussteigen. Was machen Sie mit Leuten wie mir? Zwingen, die Kinder anderer Menschen zu finanzieren, mit dem Verweis auf eine Gemeinkasse, in die Sie zwar einzahlen, von der sie aber nichts haben oder sehen sie die negative Rendite, die die gesetzliche Rentenkasse bereitstellt als Opfer an der Gemeinschaft? Wenn ja, wo nehmen Sie die Berechtigung her, andere zu diesem Opfer zu verurteilen?

          (2) Ah die Bauer-Großfamilienidylle. War das nicht auch die Zeit des Hungers, in dem die Großfamilie mit geweiteten Augen gen Himmel ob des drohenden Unwetters geblickt hat. Mir scheint, Sie leben in einem Paradies, zumindest, was Ihre Vorstellungen angeht.

          (3) Es gibt kein Recht auf Fortpflanzung, wenn es überhaupt etwas gibt, dann die Pflicht, die Erde nicht noch weiter zu belasten, aber selbst darüber kann man sich streiten. Und: wie kommen Sie auf die Idee, dass ein Gemeinwesen darin besteht, dass manche ihren „Kinderwunsch“, also das, was sie sich einreden zu haben, auf Kosten Dritter verwirklichen? Das scheint mir EGOISMUS pur zu sein. Seien Sie doch einmal altruistisch und denken an all die Menschen, die nicht für Ihre Kinder aufkommen wollen. Haben diese Menschen kein Recht auf Ihr Mitgefühl? Die letzten unveränderlichen gesellschaftlichen Eckpunkte haben im Ruin des Sozialismus in der DDR und sonstwo geendet.

          (4) „Es steckt in der Natur des Menschen sich zu vermehren,… “ Seltsam, dann bin ich wohl aus der Art geschlagen. Und wenn es in der Natur des Menschen steckt, sich zu vermehren, warum haben Menschen dann über Jahrtausende versucht, das Vermehren durch welche Form der Kontrazeption und der nachträglichen Beseitigung auch immer, genau diese Naturgegebenheit zu verhindern. Sie sitzen auch hier einem Irrtum auf, was verständlich ist, weil Kinderbesitzer in der Regel ihre kognitive Dissonanzen mit diesem Irrtum der biologischen Determinante des Kinderwunsches zu beseitigen suchen. Nein, Menschen wollen keine Fortpflanzung, sie wollen Sex, das ist etwas anderes. Und es ist ein Trick der Natur, der Menschen Jahrtausende Lang dafür verurteilt hat, für Phasen des Glücks und der Erfüllung mit Kinderbesitz zu bezahlen, wenngleich die lebenslange Verantwortung für Kinder natürlich eine neuere Erfindung ist.

          (5) Es macht mich wirklich ärgerlich, jemaden wie Sie, der unbeirrt seine Lebensphilosophie in die Welt schwadronniert, und Menschen mit anderer Meinung eben einmal als neidisch u.a. abklassifizieren will, von Egoismus zu sprechen. Ich kenne keine größeren Egoisten als Eltern, die für sich nicht nur die Salbung der Natur reklamieren, sondern auch die Unterstützung der „Gemeinschaft“ einfordern und ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass sie sie erhalten, ja ein Recht darauf haben. Das unterscheidet sich in keiner Weise von Nutznießertum und ist Selbstsucht par excellence. Haben Sie schon jemals auch nur eine Sekunde daran gedacht, dass andere für die Ansprüche arbeiten müssen, die Sie so selbstverständlich in Anspruch nehmen? Sicher nicht, denn wie alle richtigen Sozialisten leben und reden Sie in „Kollektivismen“ und von Dingen, die mit den realen Leben nur am Rande etwas zu tun haben. Und noch ein abschließender Rat: Ich denke, der gesellschatfliche Friede in Deutschland ist deshalb derzeit noch vorhanden, weil sich bislang niemand fragt, was den die Gegenleistung der 400+ Milliarden Euro, die jährlich für Subventionierung von Eltern und Kinder-Infrastruktur ausgegeben werden, ist. Käme ein Ökonom auf die Idee, hier einmal gegenzurechnen, ich bin mir sicher, der entsprechende Friede wäre schnell ziemlich brüchig, deshalb würde ich an Ihrer Stelle diese Büchse nicht öffnen.

  9. Don Filu sagt:

    Es tut mir leid wenn ich Sie anscheinend provoziert habe.
    Ich meinte ja nicht dass die Gesellschaft meine Kinder durchfüttern soll, sondern dass es den Eltern möglich gemacht werden sollte für ihre Kinder vernünftig sorgen zu können und eine Ideologie des Mitgefühls fördern sollte. Muss denn wirklich alles den ökonomischen Zielen unterworfen werden?
    Immer mehr Menschen haben, trotzdem sie fleißig arbeiten gehen, nicht genug Auskommen
    weil die Gehälter immer weniger Kaufkraft haben.
    Gerade in einem Wissenschaftsblog sollte die Frage erlaubt sein ob wir nicht vom „me, myself and I“ wegkommen können. Ich bin selbst ein Migrantenkind und habe auch nur einen Sohn, wundere mich aber nicht darüber dass wenn 2 Personen weniger als 2 Kinder zeugen die Gesellschaft schrumft. Jemanden zu verurteilen der vier Kinder hat nur weil er gewisse Umstände kritisiert finde ich nicht gerade sehr sachlich.
    Und was ist daran schlecht gute Vorsätze zu haben. Das nicht immer das Richtige getan wird ist klar, jedoch wer definiert eigentlich wer ein guter Mensch und wer ein Gutmensch ist? Wird man bei der ersten nicht perfekten Tat ein Gutmensch? Mir ist ein Mensch der gut sein will und Fehler macht lieber als ein Mensch mit wenig Mitgefühl.
    Ich werde Sie jetzt wieder in Ruhe lassen.

    • Don Filu,
      da es mich schon seit Längerem fasziniert, muss ich es hier einmal fragen: Woraus entnehmen Sie, dass Sie mich „anscheinend provoziert“ haben. Ich versuche schon seit längerem herauszufinden, wie auf Basis von Geschriebenem „Emotionen“ bestimmt werden können, musste bislang aber immer passen… Naja, vielleicht können Sie mich ja aufklären.

      Warum muss es den „Eltern möglich gemacht werden“? Von wem? Warum formulieren Sie im Passiv, so als wären Sie das Opfer von Umständen und nicht für Ihre Lebensumstände selbst verantwortlich – bis zu einem bestimmten Punkt? Das vorweg.
      Ihr Anliegen ist legitim, jeder will so wenig wie möglich Steuern zahlen, außer ein paar Lügnern, die das Gegenteil behaupten. Aber sie verpacken Ihr legitimes Anliegen aus meiner Sicht völlig falsch und suchen den Fehler an den falschen Stellen.
      Es geht hier überhaupt nicht um Egoismus oder Altruismus, sondern um Individualität und Freiheit. Ein eigenbestimmtes Leben zu leben, erfordert, Freiheit, es erfordert Individualität und es erfordert die Übernahme von Verantwortung. Wenn Sie in einer Zeit, in der es bekannt ist, dass Steuern von der politischen Klasse zur Fixierung der sozialen Hierarchie und als Herrschaftsmittel missbraucht werden, Kinder in die Welt setzen, dann liefern Sie sich just dieser herrschenden Klasse aus, sind ihrer Freiheit beraubt, denn Kinder sind die Eintrittskarte in den Überwachungsstaat, das fängt damit an, dass man als Kinderbesitzer rechtlich seine Individualität beendet hat und nunmehr zum Erziehungsberechtigten wird und hört damit auf, dass die Subventionierung von Kinderbesitz dazu führt, dass Animositäten, Missgunst und Feilschen um die Höhe der Subventionen entsteht. Also hat man die Wahl: Man kann sich mit Kinderbesitz in das gesellschaftliche Gefüge einordnen und dem Willen der politischen „Herrscher“ auf Wohl und Wehe ausliefern oder man kann seine Entscheidung, Kinder in die Welt zu setzen, auf der Grundlage von Moral (dann lässt man es) oder von Sustainability, dann belässt man es bei der Menge von Kindern, die man auch entgegen aller staatlicher Einflussnahme durchfüttern kann, treffen. In jedem Fall ist und bleibt es eine individuelle Entscheidung, die unter bestimmten Randbedingungen getroffen wurde, denn dass und was ihnen durch Steuern auf ihr Einkommen an Einkommen entzogen wurde, haben sie ebenso wie die Höhe der Vergünstigungen, die durch Kinderbesitz entstehen, zuvor schon gewusst.

      Eine Gesellschaft „muss“ überhaupt nichts, denn es gibt keine „Gesellschaft“. Es gibt zum einen Individuen und zum anderen Nutznießer, die etwas davon haben, anderen gegenüber zu behaupten, es gäbe „die Gesellschaft“. Wenn derzeit 1.4 Kinder pro Frau in Deutschland produziert werden, dann finde ich das aufgrund der vorhandenen Überbevölkerung mehr als ausreichend und selbst wenn die Bevölkerungszahl zurückgeht, so werden weder Sie noch ich es erleben, dass „die Deutschen“ aussterben werden, acuh wenn das vielleicht gar nicht so schlecht wäre, denn auch „die Deutschen“ sind eine kollektive Fiktion, die man langsam überwinden sollte, zu Gunsten der Einsicht, dass man in erster Linie Individuum ist und alles andere an einem herangetragen wird. Das ist der erste Schritt zur Freiheit.

      • aha, ein Verfechter der absoluten Freiheit – auch bekannt als Recht des Stärkeren.
        Was ist Deutschland denn dann bitteschön, wenn es angeblich keine Gesellschaft ist?
        Ach streichen sie Deutschland – denn es ist eh nicht nötig für ihre wahre Grundhaltung.

        PS: Dass sie hier im Internet schreiben können verdanken sie dem Fakt dass es so etwas wie ein Internet samt der ganzen Netz-Technik und der diversen Endgeräte überhaupt gibt. Ohne eine Welt-Gemeinschaft die das mit ihnen bereit ist zu teilen wären sie wahrlich „nichts“.

        • Jetzt wird’s langsam unterirdisch.

          Woraus nehmen Sie ihre neuerliche Behauptung? Aber gut, wenn wir auf diesem Niveau angekommen sind: Woher nehmen Sie Ihre Überzeugung, dass es kollektive Entitäten gibt. Haben Sie ein Deutsch-Gen? Sie haben ein Unsinn-Gen, that’s for certain, aber ein Deutsch-Gen?

          PS: Nein, dass ich hier schreiben kann, liegt daran, dass ich einen Vertrag mit WordPress habe und dafür bezahle. Dass Sie hier schreiben dürfen, wiederum, liegt daran, dass meine Geduld bislang noch nicht überstrapaziert ist und ich ihren Schmarrn hier zulasse. Insofern, ohne mein Mitgefühl mit ihrer Mitteilungsnot, wären Sie wahrlich „nichts“.

        • a.behrens sagt:

          @Herr Stohr: „PS: Dass sie hier im Internet schreiben können verdanken sie dem Fakt dass es so etwas wie ein Internet samt der ganzen Netz-Technik und der diversen Endgeräte überhaupt gibt. Ohne eine Welt-Gemeinschaft die das mit ihnen bereit ist zu teilen wären sie wahrlich “nichts“

          Nö. Er verdankt es mir.

          Ok, nicht mir allein, aber mir und meinen Kollegen. Denn ich habe damals zusammen mit meinen Kollegen das Internet in Deutschland aufgebaut. Bezahlt wurde der Spaß von kapitalistischen Schweinehunden (da ich Aktienbesitzer bin: Auch von mir).

          Ich habe das ganze nicht aus Altruismus gemacht, sondern ich habe mich völlig den Niederungen des menschlichen Seins hingegeben. Aus puren Egoismus und reinem Eigennutz habe ich mich (unter anderem) in München in ein Büro gesetzt und für Siemens und anderen Firmen die notwendige Hardware und Software entwickelt. Mir ging es dabei die ganze Zeit nur um ganz langweiliges Geld. Geld war meine einzige Motivation. Glücklicherweise war ich nicht allein (dann hätte Herr Klein noch kein Internet), sondern mit mir gemeinsam haben hunderte (Tausende, Zehntausende?) Kollegen gewerkelt. Soweit mir bekannt ist, war nicht ein einziger davon selbstlos.

          Auch an Linux habe ich mitgewerkelt (z.B. einen Filetosser fürs Fidonet). Dafür habe ich kein Geld bekommen, aber mein Handeln war trotzdem rein egoistisch motiviert: Ich habe Respekt, Achtung, Feedback und Dankbarkeit von der Community bekommen. Und die notwendige Erfahrung um Kunden zu motivieren mir viel Kohle für andere Projekte zu geben.

          Nicht ein einziger meiner Kollegen hat altruistisch irgend etwas geteilt. ALLE haben Leistung gegen Leistung getauscht. Leistungen ohne Gegenleistung entgegen zu nehmen, wäre mir peinlich.

          @Herr Klein: Die XpressLink-Technologie von Siemens wurde auch nach UK verkauft. Der Einwand „Ich wohne nicht in Deutschland“ zieht daher nicht.😉

  10. Ach ja, die Gutmenschen…schlimm nur, dass sie in der Politik immer stärker den Ton angeben. Der Gefahr der neuen Tugendhaftigkeit habe ich vor einigen Wochen einen Beitrag gewidmet: http://meinungsfreiheit24.wordpress.com/2013/03/03/umerzieher-am-werk-die-gefahr-der-neuen-tugendhaftigkeit/

  11. Martin Schmidt sagt:

    So, so, die „Gutmenschen“ …….. dabei sind die Gutmenschen natürlich immer die anderen.

    Wenn diese Gutmenschen laut dem Verfasser das „Soziale“ als Schrein der Moderne vor sich her tragen, dann sind folglich die Nicht-Gutmenschen, die das kritisieren, diejenigen die das „A-Soziale“ vor sich her tragen.

    Letztlich versteckt sich in den Argumenten der Nicht-Gutmenschen auch nur eine Neid-Debatte. Die Nicht-Gutmenschen sind eben neidisch darauf, dass eine (mehr oder minder demokratisch gebildete) Macht einfach festlegen kann, welchen Anteil vom Einkommen als Steuer (über deren Höhe und Sinnhaftigkeit man wahrlich streiten kann) an die Gemeinschaft zu entrichten ist.
    Wenn nun jemand diesen Anteil nicht entrichtet, dann legt er sich mit dieser Macht an. Darüber wird dann eben diskutiert. Die Vertuschung mit einer psychologische Neidschwurbelistik ist nur Ablenkung.

    Folglich sind Fälle wie Höneß u.a. auch an keiner Stelle ein Neid-Problem, sondern lediglich ein Kriminalitätsproblem.

    Sie wecken nicht den Neid bei mir, sondern sie verletzen mein Fairnessempfinden, dass Leistung auf gleichartigen Chancen beruhen soll. Amigo-Kartelle sind leistungsfeindlich und unlauterer Wettbewerb.

    • Wenn diese Gutmenschen laut dem Verfasser das “Soziale” als Schrein der Moderne vor sich her tragen, dann sind folglich die Nicht-Gutmenschen, die das kritisieren, diejenigen die das “A-Soziale” vor sich her tragen.

      Das stimmt aus dem gleichen Grund nicht, aus dem eine nasse Straße nicht nur aufgrund von Regen nass sein kann. Man nennt das Fehlschluss der Bejahung des Konsequens. Die kürzeste Form zu lernen, was ein Fehlschluss der Bejahung des Konsequens ist, finden sich bei Wesley Salmon

      Der Letztlich-Absatz: an Abstrusität nicht zu überbieten. Woher nehmen Sie Ihre Erkenntnis. Die Ergebnisse, gegen die Sie sich wenden, wurden in einem sozialpsychologischen Experiment gewonnen. Wo haben Sie Ihre Erkenntnisse her? Und wo ich mit Ihnen endlich einen gefunden habe, der vorgibt zu wissen, was eine Gemeinschaft ist, meine Bitte: Definieren und zeigen Sie mir doch einmal eine Gemeinschaft. Wo finde ich „die Gemeinschaft“? Welche Addresse hat sie? Welche Öffnungszeiten?

      Ah, die alte These, nach der Kriminalität etwas Gegebenes sei. Also wenn ein Bunch of nuts (nennen wir ihn „Macht) etwas beschließt und jemand dagegen verstößt, dann ist der jemand kriminell. Sind eigentlich für Sie die Alliierten, die gegen Hitlers Armeen gekämpft haben, kriminell, immerhin hat die Macht des Dritten Reiches beschlossen, z.B. Frankreich zu annektieren…

      Den letzten Satz verstehe ich nicht, schon weil ich den Bezug von „Sie“ nicht weiß und weil das name dropping zwar bei manchen schick ist, aber es ist halt nichts anderes als name dropping, es sagt absolut und überhaupt gar nichts aus, Klabautermänner sind Lügenfeindlich …

  12. „Gutmenschen“ sind geistig Minderbemittelte. Sie fordern Zuwanderung mit dem fadenscheinigen Argument – Deutschland braucht Arbeiter. Deutschland hat Arbeitslose mehr als genug. Und die „Importe“ der Gutmeschen kommen nicht um zu arbeiten sondern das Sozialsystem auszubeuten, zu stehlen und rauben. Wenn Rumänen, Bulgaren u.a. Südstaatler in ihrer Heimat 10 € Familienzulage pro Kind erhalten, in Deutschland aber 200 € – und das ohne jemals etwas beigetragen zu haben- und jeder 8 – 10 und 12 Kinder hat lebt er wie Gott in Deutschland. Dass dieses Gesindel arbeiten will ist ein Märchen. Wenn die hierherkommen und allein 2.000€ monatlich an Familiengeld kassieren und mit Raub, Diebstahl usw. ihr „Einkommen“ aufbessern „verdienen“ sie am Ende mehr wie ein fleissiger Deutscher Arbeiter. Dieses Sozialsystem ist nicht mehr finanzierbar. Deutschland zahlt ohnehin für fast die ganzen EU Parasiten, die in der EU nur eine nie versiegende Geldquelle sehen. Und die „Gutmenschen“ verdienen sich eine goldene Nase – so manche nicht nur mit einer gutbezahlten Arbeitsstelle und mit ehrlichen Absichten. Ausserdem sollte man einmal daran denken wie es den Rumänendeutschen nach dem Krieg in Rumänien ergangen ist (Enteignung, Vertreibung, Mord) begangen von diesm Mob der jetzt

  13. pais sagt:

    Sie leben aber schon gehörig an der Realität und der Lebenswirklichkeit vorbei. Wozu so arrogant, Herr Klein, denn ich will Sie hier kritisieren. Selbst wenn Sie behaupten einen Wissenschaftsblog hier zu betreiben, haben sie nicht das Recht, Kinder und Eltern zu beleidigen und so zu betiteln wie Sie das hier tun. Sie sollten den Mund wirklich nicht so voll nehmen, werter Herr Klein. Ich würde Ihre Darstellungen nicht durchgehen lassen.
    Ich habe dazu nur eine Frage: Wer hat Sie gezwungen, vier Kinder in die Welt zu setzen, wenn Sie es sich offensichtlich nicht leisten können?……..

    Damit wäre dieses Problem gelöst, denn sicher sind Kinderbesitzer ja selbst-sustainable, und können sich darauf verlassen, dass ihre Kinder einmal für ihre Rente aufkommen.

    Was soll dieser Psudo-Leninistische Kampfschwall? Niemand ist zum Hartz IV Bezug verurteilt und wenn es nicht so viele wie Sie gäbe, die es berauschend finden, auf Kosten der Hartz IV Empfänger die vermeintliche “Ungerechtigkeit der Gesellschaft” zu feiern, dann wäre einiges gewonnen…

    Wie egoistisch muss man als Kinderbesitzer eigentlich sein, wenn man der Meinung ist, die Gesellschaft und nicht man selbst habe die eigenen Kinder durchzufüttern?

    Das trifft doch auf sie zu: …. emotionale Erregtheit, …….. und sehr richtig, Herr Stohr schreibt: …. Eine Vorstellung der Kinder-Selektion, ja selbst der Bestimmung über den Kinder-Wunsch durch das Einkommen der mögliche Eltern als Erwerbstätige, erscheint mir ziemlich autoritär bis gruselig ……….
    Und Sie sagten ebso, dass Sie : … Kinderförderung nicht als Gemeinaufgabe (sehen) und (Sie) würde liebend gerne aus der Gemeinkasse aussteigen ………

    Für wen betreiben Sie hier den Blog und für wen wollen Sie damit denn sprechen? Sie schreiben auch:…. > Jetzt wird’s langsam unterirdisch …….Haben Sie ein Deutsch-Gen? Sie haben ein Unsinn-Gen, that’s for certain, aber ein Deutsch-Gen?

    Soll das ein leiser Rassismusvorwurf sein – oder wie sollte ich als bislang nur Leser hier das verstehen!

    Pais

    • Das beste, was ich für Sie tun kann, damit sich die aufgestaute Wut abbaut, ist Ihren Kommentar freizuschalten. Ansonsten glaube ich nicht, dass Sie auch nur ansatzweise das intellektuelle Kaliber besitzen, das nötig wäre, um mich dazu zu bringen, mich mit Ihnen zu beschäftigen. Betrachten Sie die Kulanz der Veröffentlichung also als meinen Beitrag zu Ihrer Seelenhygiene und gleichzeitig als Antwort auf Ihre Frage. Für wen betreiben Sie hier den blog: U.a für Leute wie Sie die etwas brauchen, an dem Sie ihr Mütchen kühlen können, bevor sie schlimmeres anrichten.

  14. masterJ sagt:

    Ich sehe schon, Herr Klein, dass Sie meine Fragen nicht gebloggt haben. Trotzdem:

    wieso kreiden Sie denn Leuten Kinder zu haben an? Oder wieso schreiben Sie da selber vom Deutsch-Gen. Sie klingen sehr nach Wut, nur worauf sind Sie da denn wütend. Ich kann durchaus vielem auch nur zustimmen, soweit ich die Beiträge hier mal zu Gemüte geführt habe. Nur ich habe auch Kinder und habe längst die Erfahrung gemacht, dass auf dem Papier viel schöne Worte stehen können, die längst nichts besagen, wenn Menschen zerstörerisch handeln wollen „… klar doch, ist schon recht …..“ wie die Gutmenschen oder auch zur Sache Kindeswohl u.a.mehr

    Bloß kann man solches nicht gut sein lassen.

    • Ich kann mich nur wiederholen und Ihnen empfehlen, Lesen Sie den Text, Versuchen Sie zu verstehen, was da steht, auch wenn Ihnen der Zorn im Hals steckt und der Kopf vor Wut zu platzen droht. Es macht nichts, wenn Sie mehrfach lesen müssen, um zu verstehen, wir alle haben einmal klein angefangen, aber uns dann entwickelt…

  15. wpmik sagt:

    Hat dies auf Swiss Radar rebloggt und kommentierte:
    Jetzt wissenschaftlich bestätigt: Den sogenannten „Gutmenschen“ unserer Zeit geht es nicht um das Gemeinwohl. Die Motivation für die altruistische Bestrafung von Reichtum ist Neid.

  16. Pingback: Neid und Verachtung: Was den Gutmenschen ausmacht | ScienceFiles

  17. Pingback: Neid und Verachtung: Was den Gutmenschen ausmacht | volksbetrug.net

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