Märchenstunde oder Schmierenjournalismus?

Sarah Schaschek erzählt in Tagesspiegel und ZEIT ein Märchen:

Eine reine Magd ist in sozialen Medien verbal gesteinigt worden. Hasspredigten, Hetze und noch viel mehr sind über die reine Magd hereingebrochen – ganz unvermittelt, unverdient, unvorhergesehen. Denn: “Im Netz toben die Maskulisten”, so schreibt Sarah Schaschek in einem Beitrag für den Tagesspiegel in Berlin, den die ZEIT in der Rubrik “Wissenschaft” übernommen hat.

Die reine Magd, die in purer und unverschuldeter Opferhaltung harrt, während die tobenden Maskulisten sie mit Mord- und Vergewaltigung bedrohen, diese reine Magd ist das Stilmittel, das wir aus dem Dritten Reich bestens kennen. Damals war es der arische Volkskörper, der völlig unverschuldet von einem jüdischen Virus befallen wurde. Heute sind es reine Mädge, die in Kassel angeblich Soziologie lehren und der Hannoverschen Allgemeinen ein Interview geben, die vom Bazillus Maskulismus befallen und bedroht und geschädigt werden.

BazillusWarum? Nun, der Bazillus Maskulismus ist verunsichert, er hat das Gefühl, ihm “werde etwas weggenommen”. Deshalb greift er mit brutalem Ton “Wissenschaftlerinnen” an, bedroht, hetzt, beleidigt sie persönlich. So gefährlich ist der Bazillus mittlerweile, dass sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie hinter die reine Magd aus Kassel gestellt habe, behauptet Schaschek. Und nicht nur die Deutsche Gesellschaft für Soziologie, nein, auch die “FG Gender” bzw. deren Vorsitzende, die Arbeitssoziologin Susanne Völker, die weiß, dass “Aggression ein Ausdruck sozialer Verunsicherung” ist.

“Arbeit werde prekär, die eigene Position fraglich, sagt Volker. Da fragen sich einige: Kann ich noch Familienernährer sein? Was bin ich sonst? Wissen wir noch, was Männer und Frauen zu tun haben? Volker sieht keine ‘Massenstimmung’ gegen die Gender Studies. Doch einzelne – ‘überwiegend Männer’ – trügen ihre Unsicherheit über die Geschlechterfrage aus.

Der Bazillus Maskulismus befällt also “überwiegend Männer”, macht sich deren Verunsicherung zu Nutze und führt dazu, dass die Befallenen tobend durch das Internet ziehen, immer auf der Suche nach einer reinen Magd, die man mit “Mord- und Vergewaltigungsdrohungen” beglücken kann – in “brutalem Ton”, wie Schaschek weiß, die offensichtlich in der Lage ist, geschriebenen Worten physisches Verhalten anzusehen. Aber, in der Opferwelt, die Schaschek mit den anderen Genderisten bewohnt, ist nicht die Realität das, was den Ausschlag gibt, sondern die Religion, das eigene Glaubensbekenntnis, das Zentrum der eigenen Sekte. Dieses Zentrum, wird von anti-intellektuellen, verunsicherten, unter dem Einfluss des Bazillus Maskulismus Tobenden in Frage gestellt,und ehe man sich versieht, werden die reinen Opfer zum zweiten Mal viktimisiert, nicht als Person, sondern als Sekte:

voodoo doll“Die Geschichte der Geschlechterforschung ist eine der Rechtfertigung. Wer sich wissenschaftlich mit Weiblichkeit und Männlichkeit beschäftigt, muss sich immer wieder dieselben Vorwürfe anhören: Da werde Politik gemacht, es gehe nur darum, Frauen zu fördern. Die Forscherinnen seien in ihre Theorien verliebt und ließen die Empirie außer Acht. Überhaupt: Was gibt es schon herauszufinden über die Geschlechter, was nicht längst bekannt wäre?”

Unglaublich, aber wahr: Es gibt Wissenschaftler, die der Meinung sind, Gender Studies seinen keine Wissenschaft, hätten weder Erkenntnisinteresse, noch Erkenntnisgegenstand und trügen mit Sicherheit nichts zum Erkenntnisgewinn bei. Mehr noch: Sie argumentieren und zeigen, dass Gender Studierte Räder erfinden, die seit Jahrhunderten in Gebrauch sind, z.B. wenn Gender Studierte voller Erstaunen entdecken, dass Menschen nicht nur Geschlecht, sondern auch soziale Klasse sind. Nicht genug damit: Gender Studierte verlangen Wissenschaftlern wirklich alles ab, wenn Sie im Brustton der Überzeugung, ihre neugewonnene Erkenntnis, die Soziologen der ersten Stunde schon vor Jahrhunderten formuliert haben, als Neuheit verkaufen wollen.

Und man könnte die Distanz der Gender Sekte zu Wissenschaft nicht besser in Worte fassen, als Schaschek das tut, wenn sie zwischen Theorie und Empirie trennt, so als hätte beides nichts miteinander zu tun. Tatsächlich ist Erkenntnis nur aus einer Verbindung der beiden möglich. Aussagen bleiben so lange Gefasel, so lange sie nicht an der Realität getestet werden. Angebliche Theorien bleiben so lange Hirngespinste, so lange sie nichts über die Wirklichkeit aussagen und an der Wirklichkeit scheitern können. Gender Studierte sind so lange keine Wissenschaftler, so lange sie nicht mit Kritik umgehen können, denn Kritik ist der Lebensnerv von Wissenschaft.

So lange Genderisten ob der Kritik, die ihnen entgegenschlägt so verunsichert reagieren, wie sie das tun, so lange ihre prekäre Stellung als nicht wissenschafliches Anhängsel von Fakultäten an Hochschulen nicht überwunden ist, so lange sie nicht wissen, was Genderismus mit Wissenschaft zu tun hat, so lange werden sie im eigenen Sektensaft schmoren und keinen Zugang in die Welt der Wissenschaft finden.

Wer sich nicht kritisieren lassen will, wer nicht angeben kann, wofür sein Dasein wichtig ist, wer nicht in der Lage ist, einen Erkenntnisgewinn der von Gender Studies augeht, zu benennen, der hat mit Wissenschaft nichts am Hut.

Aber mehr wollen die reinen Opfer, die doppelt Viktimisierten der Gender Sekte ja auch nicht sein. Sie suhlen sich in ihrem herbei phantasierten Opfertum und wollen eines nicht: Mit der Realität konfrontiert werden. Sie haben, wie Schaschek eindringlich zeigt, ein gestörtes Verhältnis zur Realität, bringen die Realität nicht über die Lippen bzw. nicht in ihre Texte.

BazillusSo fabuliert Schaschek von einer Kasseler “Professorin”, die “2012 ein sozialpädagogisches Buch für die Arbeit mit Jugendlichen veröffentlicht, in dem sie Methoden zur Diskussion von sexueller Vielfalt” vorgestellt hat. Harmlos und ganz im Tenor der reinen-Magd-aus-Kassel-Mythologie, die Schaschek verbreiten will. Völlig unvermittelt bricht der durch das Internet vagabundierende und randalierende Bazillus Maskulismus über die reine Magd aus Kasseler herein, scheinbar willkürlich sucht der Bazillus sein Opfer und schlägt zu, mit seinem Hass und seiner Hetze, so will uns Schaschek, die übrigens Journalistin sein will, glauben machen.

Was sie ihren Lesern vorenthält, was sie ebenso wenig über die Lippen bringt, wie den Namen der reinen Magd, ist der Anlass für den Aufruhr im Internet. Der Anlass ist der folgende:

Pirincci

Ganz so sehr reine Magd und Opfer, wie uns Schaschek Glauben machen will, ist die “Professorin” aus Kassel, die angeblich Soziologin sein will, nicht. Ganz schön versaut, so möchte man als jemand meinen, für den es nicht normal ist, in der Öffentlichkeit über Analverkehr zu diskutieren. Ganz schön versaut, aber eines nicht: Soziologin.

Denn wäre die Kasseler reine Magd Soziologin, sie wüsste, dass man dann, wenn man Vorstellungen von Moral und Anstand verletzt, mit Reaktionen zu rechnen hat, deren Heftigkeit dem empfundenen Verstoß gegen Moral und Anstand entsprechen.

Dass sie das nicht weiß, zeigt, sie gehört in eine Sekte und ist keine Soziologin. Sie gehört in eine Sekte, in der es scheinbar normal ist, über Analverkehr und Bordelle zu sprechen, eine Sekte, die derart weit von der normalen Welt entfernt ist, dass es den Mitgliedern nicht einmal in den Sinn kommt, die Existenz einer normalen Welt anzunehmen. Entsprechend überrascht sind sie, wenn sie mit der real existierenden Welt, in der Analverkehr nicht zum Alltagsgespräch gehört und schon gar nicht in Schulen zum Alltagesgespräch gehört, konfrontiert sind.

Soziologen wären nicht überrascht.

Die Mitglieder der Gender-Sekte bezahlen ihre Furcht vor der Empirie mit einem Verlust von Realität, so wie auch Schaschek ihre Angst vor der Wirklichkeit damit bezahlt, kein Journalist zu sein. Tatsächlich haben Journalisten mit Wissenschaftlern nämlich einiges gemeinsam.

RealitaetsverlustVon beiden wird erwartet, dass sie in der Lage sind, die Realität zutreffend zu beschreiben. Von beiden wird erwartet, dass sie Werturteile nach hinten stellen und erst dann treffen, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen und von jedem selbständig beurteilt werden können. Nimmt man nur diese beiden Kriterien, dann versagt Schaschek auf der ganzen Linie. Sie beginnt ihren Versucht von Journalismus bereits mit einem Werturteil, redet von Hass und Hetze. Beides, Hass wie Hetze sind Werturteile, deren Berechtigung man nur prüfen kann, wenn der Gegenstand, auf den sie sich beziehen, klar benannt wird, was nur mit Fakten möglich ist, und die scheut Schaschek wie jedes Sektenmitglied, denn Fakten haben die dumme Angewohnheit, liebgewonnene Glaubensinhalte zu zerstören, führen am Ende dazu, dass der Mythos von der reinen Magd, die unverschuldet zum Opfer wurde, nicht aufrechterhalten werden kann.

Folglich wird von Mord- und Vergewaltigungsdrohungen fabuliert, die es gegeben habe. Ob es sie tatsächlich gegeben hat, bleibt offen: es fehlt der Beleg. Aber selbst wenn es sie gegeben hat, so stellt sich doch die Frage, warum Schaschek diese beiden Beispiele herausgreift, angesichts von mehreren Hunderten von Kommentaren, die die reine Magd aus Kassel erhalten hat. Der Versuch, den Opferstatus gegen alle Empirie zu verteidigen, ist gar zu offensichtlich, denn der Opferstatus ist die geteilte Mythe aller Genderisten, die Ursache dafür, dass sie niemals Wissenschaftler werden können, denn sie glauben und sind avers gegen Kritik, und sie verfälschen die Realität, wenn es darum geht, ihren Glauben aufrecht erhalten zu können.

So behauptet Schaschek, die “Deutsche Gesellschaft für Soziologie” habe sich mit der Kasseler Soziologin, deren Namen sie nicht zu Papier bringt, solidarisch erklärt. Nun hat sich nicht die Deutsche Gesellschaft für Soziologie, sondern der deutlich kleinere Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie solidarisch erklärt, aber mit niemand Bestimmtem. Vielmehr ist von “Soziologinnen und Soziologen, die sich wissenschaftlich mit Themen der Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen”, die Rede, also nicht von einer Kasseler Soziologin mit Namen Elisabeth Tuider, ein Name, den kaum jemand mehr in den Mund zu nehmen mag, wie es scheint.

Tatsächlich passt die Solidaritätsadresse des Vorstandes der DGS auf Gerhard Amendt, was erfreulich und lange überfällig ist und naheliegt, wenn man annimmt, auch beim Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gibt es noch rudimentäre Vorstellungen von Anstand und Moral. Niemand will anscheinend mit Tuiders Vorstellungen über Analverkehr in Verbindung gebracht werden – so wie kaum jemand mit Schmierenjournalismus in Verbindung gebracht werden will, Tagesspiegel und ZEIT explizit ausgenommen.

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15 Responses to Märchenstunde oder Schmierenjournalismus?

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Märchenstunde oder Schmierenjournalismus? | netzlesen.de

  2. mickeytp says:

    Danke für den nötigen Kommentar zu diesem Artikel.

    Hatte Euch ohne von diesem neuen Post zu wissen gerade bei ZEIT im Kommentarbereich empfohlen und den Zeit Artikel als einseitig bezeichnet. Dass ich das gleich sah, habe ich Eurer unermüdlichen Aufklärungsarbeit zu verdanken. Danke an dieser Stelle.

  3. adamlauks11 says:

    Am 13.August 2014 ging ich zum Postamt und gab einen OFFENEN BRIEF für meinen Frund in der Not den Bundestagspräsidenten Prof.Dr. Norbert Lammert mit Rückschein ab. Unter http://www.adamlauks.com wird seit der Einstrellung von Hunderten gelesen !?? Ein Schmierejournalist und schon garnicht einer der sich investigative Journalist zu sein wähnt wird sich nicht an die Materie reintrauen… dabei konnte man mindestens eine Milliarde € retten.. !?? Wie ganz einfach ! Moderator Lesen und Löschen oder gleich löschen!?? Wir sind mehr für ;Märchen und Dichtung und nicht für DIE WAHRHEIT !

    • Ich versteh’ zwar nicht, worum es hier geht, aber sei’s drum…

      • adamlauks11 says:

        Gruss von “Merkur” aus dem OV “Merkur”… 1981-1983.

      • a.behrens says:

        Soweit ich es verstehe, geht es um eine Rehabilitation von Stasi-Opfern. Es gibt aber weder Bezug zu Sciencefiles noch zum Artikel. Der User Adam Lauks ist daher in meinen Augen ein Spammer.

        • karstenmende says:

          Ja, aber ein gutes Beispiel dafür, dass Jahrzehnte langes Lamento über den persönlichen Opferstatus den Verstand kosten kann. Das ist jetzt nicht abfällig gemeint, sondern nur bezeichnend. Wer sich in dieser Viktimisierungs-Schleife verfangen hat, dem ist nur schwer zu helfen, da sich der gesamte Lebensinhalt und vermeintliche Lebenssinn ausschließlich um diesen Opferstatus dreht. Ich bin mir nicht wirklich sicher, was passieren würde, wenn man diesen Opferstatus sang und klanglos anerkennt und zubilligt. Geht diesen Vollzeit-Opfern dann nicht ein elementarer Lebenszweck ab?
          Die Gender-Sekte verhält sich sehr ähnlich: Das Wichtigste in ihrem Weltbild ist der “Feind”. Um diesen “Feind” herum wird die eigene Opfer-Existenz konstruiert. Ohne diesen Feind verliert die Jämmerlichkeit ihren Bezugspunkt und wird nicht mehr von der besorgten Helferschaar bemitleidet. Was hätte Frau Schaschek denn schreiben sollen, wenn es auf die öffentlich zur Schau gestellten perversen Gelüsten Frau Tuider überhaupt keine Reaktionen gegeben hätte? Nicht auszudenken…

  4. Schaschek gibt ein gutes Beispiel für den Glauben an apotropäische (= unheilabwehrende) Magie in einer (angeblich) modernen Gegenwartsgesellschaft ab,die ich unter Genderisten besorgniserregend häufig beobachte:

    Man meint, man könne das, was man in seiner Paranoia als drohende Vorwürfe und böswillig formulierte Kritikpunkte wahrnimmt (in der Realität aber einfach begründete Kritik ist), außer Kraft setzen, wenn man es von sich aus sagt bzw. wiederholt. Man versucht also, den drohenden Fluchspruch per Ähnlichkeitszauber zu bannen – so, als wäre die Wiederholung dessen, was andere sagen, was man aber nicht hören will, ein hinreichendes Mittel, um das, was man nicht hören will, daran zu hindern, ausgesprochen zu werden.

    Nun – wir bei Sciencefiles haben ja oft genug nachgefragt, und mir ist es ein Vergnügen, den “Fluch” nochmals zu sprechen – im Zitat von Schaschek;

    “Die Geschichte der Geschlechterforschung ist eine der Rechtfertigung. Wer sich wissenschaftlich mit Weiblichkeit und Männlichkeit beschäftigt, muss sich immer wieder dieselben Vorwürfe [!!] anhören: Da werde Politik gemacht, es gehe nur darum, Frauen zu fördern. Die Forscherinnen seien in ihre Theorien verliebt und ließen die Empirie außer Acht. Überhaupt: Was gibt es schon herauszufinden über die Geschlechter, was nicht längst bekannt wäre?”

    Und wie, Frau Schaschek, wäre es statt mit apotropäischer (Wort-)Magie mit einer aufgeklärten Form, den “Vorwürfe[n]” zu begegnen? Vielleicht durch ARGUMENTE?

    Also:

    1. WARUM soll es unzumutbar sein, dass man sein Tun als Wissenschaftler oder als Geschlechterforschung rechtfertigen muss? Schließlich finanziert der Steuerzahler das Ganze, und wenn er (und sogar sozialwissenschaftliche Kollegen) die Sinnhaftigkeit des Unterfangens bezweifelt, WARUM werden ihm dann keine Antworten gegeben?

    2. WIESO ist es falsch, wenn man den deutlichen Eindruck hat, dass “[d]a Politik gemacht” werden? Bzw. WIESO sollte man es zulässig finden, wenn Wissenschaft zur Magd politischer Ideologien gemacht wird?

    3. WAS spricht dafür, dass es in der Geschlechterforschung nicht nur oder vorrangig darum gehe, Frauen zu “fördern”, also sie gemäß der eigenen Ideologie zu manipulieren?

    4. WIE muss man sich dann erklären, dass in der Geschlechterforschung keinerlei Bestreben und nicht einmal Bereitwilligkeit gibt, die eigenen Prämissen zu hinterfragen und die eigenen Thesen zu falsifizieren, und auch keine Akzeptanz der Tatsache, dass einige Thesen falsifiziert sind wie z.B. die vom angeblich durch Diskriminierung verursachten gender pay gap?

    Zeigt das nicht überdeutlich, dass die Geschlechterforschung “die Empirie außer Acht” lässt, und in ihre abstrusen Prämissen – Schaschek spricht hier völlig unpassend von “Theorien” – “verliebt” (ich würde sagen; emotional abhängig von ihnen) ist?

    5. WORIN GENAU besteht der Erkenntnisbeitrag der Geschlechterforschung über das hinaus, was im Rahmen der Sozialstrukturforschung (oder sonstiger soziologischer oder anthropologischer Spezialgebiete) geleistet wurde und wird?

    Solange es keine überzeugenden Antworten auf diese Fragen gibt, wird der Fluch weiterhin über den Geschlechter”forschern” schweben – da hilft keine Klage-Liturgie und keine Beschörungsformel – die apotropöäische Magie funktioniert nicht!

    Und als weibliche Wissenschaftlerin würde ich von Schaschek gerne noch erklärt haben, wie sie dazu kommt, all diejenigen Frauen, die die oben genannten Fragen stellen oder den Genderismus kritisieren, einfach zu unterschlagen und die Kritik als maskulistisch (oder sonst irgendetwas Fremdes und Böses) abzustempeln.

    Und sie soll mir erklären, worin z.B. für eine Frau wie mich THEORETISCH die “Verunsicherung” durch den Genderismus bestehen soll, und was EMPIRISCH für eine solche wilde Behauptung und unverschämte Unterstellung spricht.

    Und dann, erst DANN, akzeptiere ich Schaschek als qualifiziert, sich überhaupt öffentlich zu äußern.

    Bis dahin muss ich ihre Ein- oder vielmehr Aus-Lassungen als Verunsicherung angesichts eines auf allzu kurzlebige Ideologie-basierte Netzwerke aufgebautes Leben, das keinen Broterwerb durch Qualifikation erlaubt, interpretieren. Und für diese Interpretation spricht sowohl theoretisch als auch empirisch einiges!

  5. Martin says:

    Danke für den guten Beitrag. Nur das “oder” im Titel verstehe ich nicht, “und” wäre angebrachter.

  6. Hebel says:

    Die eigentümliche Reduzierung des Menschen auf seine Sexualität durch den Genderismus erfasst neuerdings nahezu alle Bereiche, was z. B. auch erkennbar ist am dem von den Gender-Ideologen propagierten “social engineering” in Richtung Früh- und Übersexualisierung im Erziehungsbereich schon der Kleinsten und Jüngsten (Krippe, Kita, staatliche Schule).
    Es kann nicht ernst genug genommen werden, was die Vernichtung des Selbstverständnisses von Mann und Frau für Buben und Mädchen bedeutet, die sich gemäß ihren genetischen Vorgaben an Vorbildern entwickeln müssen [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4]

  7. Goofos says:

    Allmählich möchte ich es nicht mehr hinnehmen, mich von Genderisten als verunsichert, rechtskonservativ, unsachlich, brutal, provoziert, Herrenrechtler, Maskulist, Anti-Intellektualist, Radikaler und Hassredner ohne echte Begründung bezeichnen zu lassen. Nur um mal eine kleine Zusammenfassung aus dem Artikel zu geben.

    Hätte der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie sich nicht mit Soziologinnen und Soziologen, die sich wissenschaftlich mit Themen der Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen, womit unwissenschaftlich arbeitende Genderisten auf keinen Fall gemeint sein können, solidarisiert, wäre meine Frage gewesen warum sie sich mit Genderisten, die sich so äußern, solidarisieren. Somit fällt diese Frage schon mal weg.

    Es bleiben trotzdem noch genügend, wenn ich mir diesen Artikel durchlese. Z.B. erschließt es sich mir nicht wieso es sich bei den Kritikern im Internet um Maskulisten/Antifeminismus handeln soll. Oder warum sich Wissenschaftler provoziert fühlen sollen, weil angeblich “Kolleginnen” mit feministischen Theorien daher kamen. Ein Klassiker ist natürlich auch, wie sie überhaupt darauf kommen, dass sich einige fragen, ob sie noch Familienernährer sein können, was sie sonst sind und noch wüssten was Männer und Frauen zu tun haben!?

    Aber, nun beschäftige ich mich doch auch schon zuviele Jahre mit den Genderisten und kann mich wirklich nicht daran erinnern weder jemals einen wissenschaftlich fundierten Beitrag von denen gelesen zu haben noch eine zufriedenstellende Antwort auf eine sachliche Frage/Kritik gehört zu haben. Sondern nur, man wäre wohl verunsichert, ablehnend, antifeministisch … etc. Erstaunlicherweise die gleichen Antworten wie als das was sie für Angriffe und Drohungen halten.

    Man müsste wohl das Fazit ziehen, dass es für Genderisten keinen Unterschied zwischen sachlichen Fragen/Kritiken und Angriff/Drohungen gibt.

    Außerdem, dass für Genderisten es wohl eine wissenschaftliche Einordnung und sachliches dagegenhalten ist, wenn man Fragen/Kritiken mit Verunsicherung, Ablehnung, Antifeminismus … etc. beantwortet.

    • @Goofos

      Sie schreiben:

      “… und kann mich wirklich nicht daran erinnern weder jemals einen wissenschaftlich fundierten Beitrag von denen gelesen zu haben noch eine zufriedenstellende Antwort auf eine sachliche Frage/Kritik gehört zu haben. Sondern nur, man wäre wohl verunsichert, ablehnend, antifeministisch … etc. Erstaunlicherweise die gleichen Antworten wie als das was sie für Angriffe und Drohungen halten.”

      Ich kann mich ebenfalls nicht an solche Beiträge erinnern – und entsprechende Nachfragen bleiben seit Jahren, und zwar seit viel mehr Jahren als zweien oder dreien, systematisch unbeantwortet, nicht nur, wenn wir bei Sciencefiles fragen, sondern bei JEDEM, der nachfragt wie das z.B. Günter Buchholz im Rahmen einer Studie getan hat – und prompt nicht nur keine Antworten erhalten hat; vielmehr wurde von einer Frauenbeauftragten an einer Uni im entsprechenden Netzwerk dazu aufgerufen, diese Studie zu boykottieren – so groß ist die Angst vor Nachfragen/Kritik.

      Das ist es eben: Fragen zu stellen, Kritik zu üben, gilt als solches schon als Angriff, Drohung o.ä. und qualifiziert einen als Maskulist, Rechten, Hassredner, Verunsicherten… Beliebiges, negativ Konnotiertes einsetzen. Kritik ist als solche ein Merkmal der “männlichen” Wissenschaft, wenn nicht der angeblich männlichen Aggression – aber nur, wenn die Kritik gegen den Genderismus geht, versteht sich! Wenn Genderisten ausfällig werden, dann ist das natürlich völlig in Ordnung, denn sie haben ja per definitionem das Gute und Richtige auf ihrer Seite. Da verkommen Worte wie “Kriterien” oder “Argumente” zu ungenderistischen Begriffen (die Anspielung auf Undeutsches im 3. Reich ist von mir beabsichtigt).

      Kurz: Ich kann leider, leider nur voll und ganz bestätigen, was Sie hier feststellen.

  8. MArkus says:

    Ich glaube fast, Tuidor und der ihr ergebenen Journalistin geht es nicht um eine “Auseinandersetzung” um Tuidors Thesen … es ist ja schon bezeichnend, dass diese “Thesen” und auch die “Hasstiraden der Maskulinisten” nur apostrophiert, aber nicht im Wortlaut vorkommen, so dass sich der überfallene Leser einfach selbst ein Bild machen könnte. Es geht denen um eine “Politsexsekte”, die sich da in ihrem Wahn nach vorne verteidigt. Deshalb ist eine “Widerlegung” ihrer Thesen auch genauso sinnlos, wie die Vorstellung, man könne etwa Antisemitismus durch Argumente “widerlegen”. Das sind Staatsschmarotzer, die sich ertappt fühlen.

  9. Während christliche Religionen – noch an Universitäten gelehrt – und Marxismus-Leninismus – nicht mehr an Universitäten gelehrt – noch logisch operierende Ideologien sind, ist dem Genderismus die Logik abhandengekommen. Ja, sie wird als dem Genderismus widersinnig abgelehnt. Nur so können Aussagen wie: Mann = Frau = (Frau ≠ Mann) als genderlogisch betrachtet werden.

  10. Andreas says:

    Sie gehört in eine Sekte, in der es scheinbar normal ist, über Analverkehr und Bordelle zu sprechen, eine Sekte, die derart weit von der normalen Welt entfernt ist, dass es den Mitgliedern nicht einmal in den Sinn kommt, die Existenz einer normalen Welt anzunehmen.

    Im Kontext dieses Artikels habe ich Normalität in Abgrenzung zum ausufernden Blödsinns in den Genderstudies verstanden – das ist hier nicht zu überlesen. Wenn ich den Kontext aber etwas erweitere, dann scheint mir der Begriff der “Normalität” innerhalb der “normalen Gesellschaft” schon recht problematisch (i.S. von undifferenziert) zu sein. Ein “normaler” Katholik hat schließlich teilweise ziemlich abweichende Vorstellungen verglichen mit einem “normalen” Atheisten.

    Gibt es auf dieser Webseite Artikel, die sich mit dem Begriff der Normalität auseinandersetzen? Die Suchfunktion wird etwas unübersichtlich, da sie mir jeden Artikel zeigt, in dem das Wort “normal” vorkommt – unabhängig vom Kontext.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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