Auch im fortgeschrittenen Alter ist es noch möglich, Überraschungen zu erleben. So hat sich erhebliche Überraschung bei mir eingestellt, als ich eine Kleine Anfrage der LINKE(n) vom 8. November 2011 gelesen habe. Darin versucht sich die LINKE in Männerpolitik, nicht wirklich Männerpolitik, aber erste wacklige Gehversuche auf dem Weg zum Verstehen der Nachteile von Jungen und Männern sind ersichtlich. Zwar hat mich die Tatsache, dass die LINKE die Definition von Männlichkeit bei der Bundesregierung nachfragen muss, etwas entmutigt, aber der Gedanke, dass nun ein armer Sachbearbeiter auf dem Bleistift kaut, um sich zu überlegen, was männlich gleich noch einmal war und wie man es definiert, verursacht mir doch eine gewisse Befriedigung.
An der LINKE ist das alles spurlos vorbeigegangen. Doch das sind die Kosten, die man immer wieder hat, wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, das einem weitgehend fremd ist und wenn die Informationen von Referenten sammeln lässt, die sich auch nicht besser auskennen. Beim nächsten Antrag wird alles besser und informierter.
Aber ich will nicht zu kritisch mit dem Antrag sein, denn ein weiteres Thema, das auf diesem Blog bereits mehrfach behandelt wurde und zu dessen Anlass mehrere nichtsagende Emails aus dem Bundesministerium für alles eingegangen sind, ist auch Gegenstand der Kleinen Anfrage der LINKE(n). Und es freut mich besonders, dass nun vielleicht doch noch Licht in das Dunkel des Jungenbeirats kommt. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass noch ein paar mehr Fragen zum Jungenbeirat in die Kleine Anfrage Eingang finden, aber ein Anfang ist gemacht. Die Geheimnistuerei im BMFSFJ, wo man nichts dabei findet, mit Steuerzahlers Geld Beiräte einzurichten, aber Steuerzahlern keine Auskunft über so wesentliche Dinge wie die Kriterien der Auswahl der „Experten“, die Ziele und Inhalte usw. zu geben, ist somit einer neuen Offenheitsinitiative ausgesetzt, und zwar durch die Fragen 3. und 4. der Kleinen Anfrage:
„3. Welche Personen sind Mitglied des Beirats „Jungenpolitik“ (unter Nennung ihrer Qualifikation und ihres institutionellen oder organisatorischen Hintergrunds)?
4. Welche programmatischen Ziele verfolgt der Beirat, welche Kosten verursacht der Beirat und aus welchen Haushaltsbereichen werden diese finanziert?“
Es wird spannend sein zu sehen, ob eine Fraktion genauere Auskunft erhält als ein Blogbetreiber und Normalbürger (also der, der von Politikern so gerne für sich bemüht wird), und wenn dem so ist, wird es spannend sein die Antwort auf die Frage zu hören, warum die LINKE genauere Auskunft erhalten hat als ich, denn diese Frage werde ich dann stellen.
Hewlett, Barry S. (1997). Die Reziprozität der Ehepartner und die Vater-Kind-Beziehung bei den Aka-Pygmäen. In: Nauck, Bernhard & Schönpflug, Ute (Hrsg.). Familien in verschiedenen Kulturen. Stuttgart: Enke, S.105-124.
Horkheimer, Max (1987 [1936]) Theoretische Entwürfe über Autorität und Familie. Allgemeiner Teil. In: Horkheimer, Max, Fromm, Erich & Marcuse, Herbert (Hrsg.): Studien über Autorität und Familie. Forschungsberichte aus dem Institut für Sozialforschung. Lüneburg: Dietrich zu Klampen Verlag, S.3-76.
