Krieg gegen Jungen: OECD-Boshaftigkeiten enttarnt

Längst haben die seltsamsten Organisationen einen politischen Einfluss gewonnen. Organisationen wie die OECD oder die Bertelsmann-Stiftung nehmen Einfluss auf die unterschiedlichsten politischen Bereiche, ohne dass klar wäre, auf Grundlage welcher Expertise, geschweige denn demokratischen Legitimation sie das eigentlich tun.

Die OECD hat mit ihren PISA-Studien nicht nur eine lukrative Einnahmequelle für sich aufgetan und sich als Arbeitgeber für Bildungsforscher bzw. solche, die es gerne wären, etabliert, sie hat mit ihren Berichten auch einen erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungsträger gewonnen und beeinflusst regelmäßig nationale Gesetzgebung, so zum Beispiel in Deutschland und im Bereich von „Gender“. In diesem Bereich, vor allem wenn es um Bildung geht, herrscht immer noch der Mythos, dass Mädchen Jungen gegenüber Nachteile hätten, obgleich spätestens seit 2002 bekannt ist, dass Jungen bei schulischer Bildung erhebliche Nachteile haben. Diese Realität passt jedoch nicht in die Welt, die Genderisten bewohnen. Sie leben in einer Phantasie aus Patriarchat, Sexismus und Benachteiligung von Mädchen und Frauen, aus der sie nicht geweckt werden wollen und die sie mit einer Boshaftigkeit und einem Zynismus gegen jeden Einbruch der Realität verteidigen, die ihresgleichen suchen.

Deshalb kann man es nicht hoch genug gewichten, dass es Dr. habil. Heike Diefenbach und Dr. Markus Meier gelungen ist, die Realität tief in das Land der Gendermythen zu tragen und einen Beitrag, in dem sie den Genderreport der OECD in einer Weise auseinandernehmen, die nichts mehr von ihm übrig lässt, in der Zeitschrift „Gender and Education“ zu platzieren. Der Beitrag wurde Ende letzter Woche veröffentlicht, und er wird für erhebliche Aufregung im Echozimmer der Genderisten sorgen, sind sie doch nunmehr mit Kritik im eigenen Haus, in dem sie sich doch sicher und vor Kritik gefeit gefühlt haben, konfrontiert.

Gegenstand des Beitrags von Heike Diefenbach und Markus Meier ist der PISA Genderreport, der 2015 veröffentlicht wurde. Von diesem Report – wie von den PISA-Berichte – geht nicht nur in Deutschland ein Einfluss auf Gesetzesinitiativen aus, die gegen die vermeintliche Benachteiligung von Mädchen und Frauen vorgehen sollen. Man kann also feststellen, dass der Genderreport der OECD erheblichen politischen Einfluss hat, und zwar bei denen, die jeden Strohhalm greifen, wenn es darum geht, ihre ideologischen Träume zu verwirklichen.

Einen dieser Strohhalme haben Heike Diefenbach und Markus Meier nunmehr gekappt. Sie haben in einer Weise, die man nur als umfassend bezeichnen kann, gezeigt, dass der OECD Gender Report eine Ansammlung von wilden Assoziationen und von Behauptungen ist, die die Autoren der OECD gegen ihre eigenen Ergebnisse verteidigen müssen, die nicht zum Gender Mythos der benachteiligten Mädchen passen wollen.

Die Phantasiewelt, die die Autoren der OECD und mit ihnen die meisten Genderisten bewohnen, wird von Diefenbach und Meier wie folgt zusammengefasst. Jungen werden als robust und selbständig, von der Natur aus bevorteilt und jeder pädagogischen Intervention unzugänglich karikiert, die unbeschadet von schulischen Problemen ihren Weg in der Gesellschaft gehen. Dagegen werden Mädchen als sanft, zu sanft, um in Mathematik erfolgreich zu sein, dargestellt, als schwache Personen, die Hilfe und Unterstützung benötigen, um erfolgreich zu sein. Dieses dichotome Zerrbild ist die implizite Annahme, die dem Genderreport der OECD zugrunde liegt und die seine Autoren mit Zähnen und Klauen, wie Furien, so zusagen, gegen die Realität verteidigen.

Um die eigenen Ergebnisse vor der Realität zu schützen, muss man schon einmal Daten unterschlagen. Also unterschlagen die Autoren des OECD-Genderreport, die sich auf die schlechteren Leistungen von Mädchen in Mathematik stürzen, dass der Gender Gap in Mathematik durchschnittlich ganze 11 Punkte betrifft, die Jungen besser sind als Mädchen. Allerdings sind Mädchen im Bereich „Sprache“ um durchschnittlich 38 Punkte besser als Jungen. Kein Problem für die OEDD-Autoren. Sie verteidigen ihre Gender-Phantasie, die man als Gender-Vorurteil bezeichnen muss, indem sie diese Realität einfach unterschlagen.

Um das Vorurteil des kleinen Mädchens, das der rauen Bildungswelt, so schutz- und hilflos ausgeliefert ist, aufrecht erhalten zu können, bedienen sich die OECD-Autoren, wie Diefenbach und Meier aufdecken, auch sehr kruder Tricks. So berichten die OECD-Autoren den Anteil der Frauen in tertiärer Bildung nur für den Zeitraum 1896 bis 1980, beenden ihre Datenreihe also just zu dem Zeitpunkt, zu dem, wie Diefenbach und Meier feststellen, der Einfluss des Genderismus auf die Bildung so richtig sichtbar wurde: Seither werden Jungen aktiv diskriminiert und Mädchen bevorzugt, und Mädchen haben Jungen in der sekundären und tertiären Bildung abgehängt. Bereits seit den 1950er Jahren, so zeigen die Daten der OECD, die Diefenbach und Meier präsentieren, gibt es in der tertiäre Bildung keine Nachteile mehr für Frauen. Seit 68 Jahren ist demnach der Gegenstand des Feminismus/Genderismus entfallen. Diese Aussage basiert natürlich auf der Annahme, Genderismus richte sich auf die Beseitigung von Nachteilen von Mädchen. Diese Annahme muss als falsch angesehen werden. Tatsächlich geht es dem Genderismus darum, Jungen aktiv zu benachteiligen und Mädchen zu bevorzugen. Genderismus ist eine aktiv boshafte Ideologie, deren Vertreter in einem so engen ideologischen Gefängnis sitzen, dass sie problemlos jede Form von boshafter Diskriminierung zu publizieren bereit sind, so lange sie sich nur gegen Jungen richtet. Aus der umfassenden Darstellung der Fehlinterpretationen, Auslassungen und zynischen Interpretationen, die Diefenbach und Meier für den Genderreport der OECD zeigen, hier ein paar Beispiele:

Dass Jungen bei sekundärer und tertiärer Bildung weit hinter Mädchen zurückbleiben, wird von den Autoren des OECD-Genderreports einmal als Ausgleich für historische Ungerechtigkeit angesehen, einmal als Ausgleich dafür, dass Jungen im späteren Berufsleben Mädchen angeblich überholen. Beide Behauptungen entbehren jeglicher empirischer Grundlage. Tatsächlich, so zeigen Diefenbach und Meier, widersprechen die empirischen Befunde der „Kompensationshypothese“. Die Autoren des OECD-Genderreport halten die These dennoch aufrecht. Sie verteidigen ihre Phantasie gegen die Realität und tun dies in einer boshaften Art und Weise, die man nur verstehen kann, wenn man annimmt, dass die Autoren angetreten sind, um Jungen sühnen zu lassen, für welchen eingebildeten religiösen Sparren auch immer.

Wie so oft, wenn Personen, die über keine wissenschaftlichen Kenntnisse verfügen, Berichte schreiben, die wissenschaftlich sein sollen, findet sich die Konfusion von Korrelation und Kausalität. Auch hier können Diefenbach und Meier für den Genderreport sehr gut zeigen, wie die OECD-Autoren ihre willkürliche Annahme einer Kausalität in ihre Daten hineinlesen und selbst gegen widersprechende Befunde verteidigen.

Sehr ausführlich und in einer Weise, die keinen Zweifel daran lässt, dass es sich bei den OECD-Autoren um intellektuelle Mängelwesen handelt, die sich Schuhe anziehen, die ihnen um mehrere Größen zu groß sind, demonstrieren Diefenbach und Meier diese intellektuellen Defizite der OECD-Autoren am Beispiel von MINT-Müttern.

In Gender-Kreisen gilt das Rollenmodell als ganz wichtig.
Weil, so die Erzählung, es so wenige Frauen in z.B. MINT-Berufen gibt, deshalb gibt es so wenige Mädchen, die MINT-Fächer studieren.
Im Datensatz der OECD findet sich eine relevante Menge von Müttern im MINT-Bereich, die nach Ansicht der OECD-Autoren als Rollenmodell für ihre Töchter dienen können.
Nur: Sie tun es nicht.
Die Ergebnisse der OECD-Autoren widersprechen ihrer eigenen Hypothesen: Töchter von MINT-Müttern finden sich noch seltener in MINT-Fächern als Töchter von nicht-MINT-Müttern.
Anstatt diese Realität zur Kenntnis zu nehmen, winden sich die Autoren von einem Widerspruch zum nächsten. Diefenbach und Meier haben dies Satz-für-Satz nachvollzogen. Eine Wohltat für Freunde der Wissenschaft. Ein Suizidgrund für die Enttarnten.

Schließlich outen sich die OECD-Genderreport-Autoren als die zynischen, wie Diefenbach und Meier anmerken bzw. boshaften Menschen, die sie nun einmal zu sein scheinen. Irgendwie macht Genderismus verbittert und boshaft oder Verbitterte und Boshafte finden sich überdurchschnittlich häufig im Genderismus ein. Wie auch immer, dass Boshaftigkeit und Genderismus zusammengehören wie die Henne und das Ei, das zeigt sich im Hinblick auf die Frage, ob Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen das Ergebnis einer Veranlagung sein könnten, die Jungen mathematische Inhalte eher verstehen lässt als Mädchen.

Die OECD-Genderautoren lehnen diese Erklärung vehement ab. Für Mädchen. Mädchen, so die OECD-Autoren, hätten von Geburt an dieselben Anlagen für Mathematik wie Jungen. Deshalb müssten die Nachteile in Mathematik (also die 11 Punkte durchschnittlicher Unterschied) ein Ergebnis von Stereotypen, maskuliner Schulkultur oder sonstigen Hirngespinsten sein, die bei Genderisten so hoch im Kurs stehen, sein.

Geht es allerdings darum, die Nachteile zu erklären, die Jungen im Schulsystem haben, wird die Erklärung über biologische Unterschiede plötzlich für die Autoren attraktiv. Da es in ihrer geistigen Welt keine Umstände im Bildungssystem gibt, die sich negativ auf Jungen auswirken können, müssen die Nachteile von Jungen sich als biologische Prädisposition erklären lassen. Jungen passen eben nicht zur schulischen Welt. Sie sind nicht in der Lage, ihr Denken und ihre Emotionen in einer Weise zu regulieren, wie es für den schulischen Erfolg notwendig ist.

Es gäbe noch viel zu sagen, über diesen Genderreport der OECD, der ein ideologisches Machwerk der übelsten Sorte darstellt, das von interessierten Kreisen genutzt wird, um ihre ideologischen Spinnereien in handfeste Gesetze und Regeln zu übersetzen, die jeden Tag in das Leben zumeist junger Menschen eingreifen und deren Biographien in einer Weise negativ beeinflussen, die ein anständiger Mensch nicht verantworten kann. Aber Genderisten sind keine anständigen Menschen (durchschnittlich betrachtet, bei einer geringen Standardabweichung). Diefenbach und Meier weisen schon früh in ihrem Beitrag daraufhin, dass Genderisten wie die OECD-Autoren nicht auf die Idee kommen, ihren eigenen Beitrag zum Fortbestand oder zur Verbreitung von Stereotypen zu betrachten, wie er z.B. daraus erwächst, dass Mädchen als hilfsbedürftige Dummchen dargestellt werden, die sich in der Welt nicht ohne Hilfe zurechtfinden können, während Jungen vom Erbgut als bildungsavers ausgewiesen werden, denen die vielfältigsten und stets unbenennbaren Vorteile zukommen sollen. Genderisten haben kein Gewissen und keinen Anstand (Mittelwert mit geringer Standardabweichung), wenn es darum geht, ihre ideologischen Phantasien zum Nachteil aller durchzusetzen. Es ist sehr wichtig, dass es mit der Arbeit von Diefenbach und Meier nunmehr einen Beitrag gibt, der deutlich macht, wie sehr von jeder wissenschaftlichen Norm das, was Genderisten zur Grundlage ihrer Maßnahmen machen, abweicht, dass man bei Machwerken wie dem Genderreport nicht davon ausgehen kann, dass es sich auch nur um den Versuch handelt, ein Bild der Realität zu zeichnen, das dieser gerecht wird, sondern vielmehr davon ausgehen muss, dass es sich um einen Versuch handelt, die Genderideologie gegen die Wirklichkeit zu verteidigen und eine Grundlage zu schaffen, auf der politische Agitation bis hin zur Gesetzgebung betrieben werden kann.

Ach ja: Jungen bleiben natürlich dabei auf der Strecke.
Kein Problem für Genderisten: Jungen sind dafür selbst verantwortlich, auch dann, wenn sie von Gender-Förderprogrammen aktiv benachteiligt werden. Boshaftigkeit und Genderismus gehören eben zusammen.

Meier, Markus & Diefenbach, Heike (2018). The OECD Between Political and Scientific Agendas – A Critique of the 2015 PISA Gender Report. Gender and Education.

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Öffentliche Schulen schaden der Gesellschaft

  • Mehr Kriminalität.
  • Mehr soziale Ungleichheit.
  • Weniger Toleranz.
  • Höhere Kosten.
  • Ungebildetere Bürger

Trotz aller Versuche, Forschung zu den heiligen Kühen der politischen Korrektheit zu verhindern, mehren sich die Studien, in denen genau das getan wird: Heilige Kühe werden hinterfragt, wie z.B. die in manchen Ländern zum Ende des 19. Jahrhunderts und in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfundene öffentliche Schulbildung nebst Schulpflicht.

Gewerkschaftsfunktionäre und Politiker halten die öffentliche Schulbildung für ein öffentliches Gut, einen Meilenstein in der Bildung der Bevölkerung, was kein Wunder ist, ermöglicht es ihnen die Bereitstellung öffentlicher Bildung doch, über das schulische Curriculum und die Randbedingungen, unter denen sich Schüler Bildung erkaufen müssen, deren Sozialisation in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Nun mehren sich nicht nur die Studien, die sich mit der Frage nach dem Wert von öffentlicher Schulbildung beschäftigen, es mehren sich auch die Ergebnisse, die zeigen, dass öffentliche Schulen verglichen mit privaten Schulen deutlich schlechter abschneiden, und zwar in allen Belangen.

Um nun all diejenigen, die mit rotem Kopf dasitzen und Bildung, nicht nur für Reiche, Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, in kurzem Stakkato hervorstoßen, zu beruhigen: Die moderne Variante von Schulbildung sieht so aus, dass

Gesellschaften Kindern im schulfähigen Alter ein Bildungsvoucher/einen Bildungsgutschein zur Verfügung stellen, das/der die Kosten der Bildung abdeckt.
Dieses Voucher/diesen Gutschein können die Eltern (und Schüler) an einer Schule ihrer Wahl einlösen.
Richtig: Schulen konkurrieren um Schüler. Private konkurrieren mit öffentlichen Schulen (solange es öffentliche Schulen noch gibt).

Wir haben auf ScienceFiles bereits eine Reihe von Studien besprochen, die zeigen, dass private Schulen im Vergleich zu öffentlichen Schulen besser abschneiden. Gabriel H. Sahlgren (2010) hat für Schweden eine die entsprechende Bestandsaufnahme gemacht. Schweden hat die oben beschriebene moderne Variante von Schulsystem, in dem die Eltern mit einem Voucher ausgestattet auf die Suche nach der besten Schule für ihre Kinder gehen können. Sahlgren hat die folgenden Ergebnissen berichtet:

  • Eltern von Kindern an privaten Schulen (profit und non-profit), sind mit den Schulen und der Leistung der Schulen zufriedener als Eltern von Kindern an öffentlichen Schulen.
  • Lehrer an privaten Schulen werden besser bezahlt als Lehrer an öffentlichen Schulen und sind mit ihrer Arbeit zufriedener als Lehrer an öffentlichen Schulen.
  • Schüler an privaten Schulen und vornehmlich an profitablen Schulen zeigen bessere Leistungen als Schüler an öffentlichen Schulen.
  • Schulen, die darauf ausgelegt sind, Profit zu erwirtschaften, haben eine deutlich geringere sozial ungleiche Zusammensetzung ihrer Schülerschaft als öffentliche Schulen oder private Schulen, die auf keinen Profit abzielen.
  • Schulen, die einen Profit anstreben, sind besonders erfolgreich, wenn es darum geht, Schüler aus der Arbeiterschicht oder Migranten zu einer guten Schulausbildung zu verhelfen, sie sind viel erfolgreicher als öffentliche Schulen oder private Schulen, die keinen Profit anstreben.
  • Schließlich finden sich in Schulen, die einen Profit anstreben, im Vergleich zu anderen Schulen, keine Geschlechtseffekte, d.h. keine Nachteile für Jungen.

Demgegenüber steht z.B. die Mängelliste des öffentlichen deutschen Bildungssystems:

Das deutsche Bildungssystem selegiert wie kaum ein anderes nach der sozialen Herkunft: PISA, TIMSS und IGLU, sie alle zeigen, Kinder aus der Arbeiterschicht oder der angeblich “bildungsfernen Schicht”, haben erhebliche Nachteile:

  • Sie müssen bessere Leistungen erbringen, um dieselbe Grundschulempfehlung zu erhalten, wie z.B. Akademikerkinder.
  • Sie landen viel häufiger auf Sonderschulen und Hauptschulen und häufiger auf Realschulen als z.B. Akademikerkinder.
  • Sie erzielen viel seltener ein Abitur oder einen Fachhochschulabschluss als z.B. Akademikerkinder.
  • Sie finden sich sehr viel seltener auf Universitäten ein als Akademikerkinder und diejenigen, die sich einfinden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, das begonnene Studium abzubrechen als Akademikerkinder.

Wenn es darum geht, nach der sozialen Herkunft zu filtern, dann erweist sich das deutsche Bildungssystem als äußerst effizient.
Nicht nur Kinder aus der Arbeiterschicht haben im deutschen Bildungssystem erhebliche Nachteile, ja werden im deutschen Bildungssystem benachteiligt, sondern auch Jungen.

  • Jungen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, von der Einschulung zurückgestellt zu werden als Mädchen.
  • Jungen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sitzen zu bleiben als Mädchen.
  • Jungen haben eine viel höhere Wahrscheinlichkeit auf eine Sonderschule abgeschoben zu werden als Mädchen.
  • Jungen müssen bessere Leistungen erbringen als Mädchen um dieselbe Grundschulempfehlung zu erhalten.
  • Jungen sind viel häufiger auf Sonder- und Hauptschulen zu finden als Mädchen, dafür seltener auf Realschulen und Gymnasien.
  • Entsprechend bleiben Jungen viel häufiger ohne einen Abschluss oder erreichen nur einen Hauptschulabschluss als Mädchen und sie erreichen deutlich seltener eine Hochschulreife als Mädchen.

Wenn es darum geht, Bildungskarrieren nach Geschlecht zu selegieren, dann erweist sich das deutsche Bildungssystem als äußerst effizient.

Auch Migrantenkinder werden in deutschen Schulen selegiert. Obwohl die meisten Migranten in dritter oder vierter Generation in Deutschland leben, bleiben ihre Schulergebnisse deutlich hinter den Ergebnissen deutscher Schüler zurück. Die Liste der Nachteile liest sich fast identisch:

  • Kinder aus Migrantenfamilien haben eine höhere Wahrscheinlichkeit von einer Einschulung zurückgestellt zu werden als deutsche Kinder.
  • Kinder aus Migrantenfamilien bleiben häufiger sitzen als deutsche Kinder.
  • Kinder aus Migrantenfamilien finden sich häufiger auf Sonder- und Hauptschulen, dagegen viel seltener auf Gymnasien als deutsche Kinder.
  • Kinder aus Migrantenfamilien finden sich nur selten unter Studenten.

Auch im Hinblick auf die Selektion von Migrantenkindern erweist sich das deutsche Bildungssystem als äußerst effizient.
Alle berichteten Ergebnisse sind wiederholt in den verschiedensten Untersuchungen berichtet worden. Die Berliner Element-Studie, die Hamburger Lau-Studien, die PISA-Studien, die TIMSS-Studien, die IGLU- und PIRLS-Studien, sie alle haben diese Ergebnisse berichtet. Man muss die Ergebnisse daher als empirisch gesichert ansehen.

Dieser Versagensliste stehen Ergebnisse aus einer mittlerweile stattlichen Anzahl von Studien gegenüber, die Corey A. DeAngelis für CATO zusammengestellt hat. Sie zeigen, dass private Schulen öffentlichen Schulen in jeder Hinsicht überlegen sind. Schüler, die an privaten Schulen ausgebildet wurden, sind toleranter, werden seltener straffällig als Schüler, die an öffentlichen Schulen ihr Dasein fristen mussten und, wichtiger noch: Schüler, die an privaten Schulen gelehrt wurden, sind insgesamt besser gebildet als Schüler, die öffentliche Schulen besucht haben. Private Schulen sind sozial durchlässiger als öffentliche Schulen, d.h. sie reduzieren die soziale Ungleichheit und alles zusammengenommen sind private Schulen für eine Gesellschaft die billigere Option. Über das Leben eines Schülerjahrgangs gerechnet, belaufen sich die Mehrkosten, die für eine öffentliche Bildung bei gleichzeitiger schlechterer Ausbildung und Leistung der Schüler erbracht werden müssen, auf knapp 50% des Bruttosozialprodukts eines Jahres der entsprechenden Gesellschaft.

Für Deutschland sind das immerhin 1.7 Billionen Euro.

Aber natürlich werden derartige Ergebnisse die Kaste der Funktionäre, die auf dem öffentlichen Bildungssystem sitzt, nicht beeindrucken, schon weil es Rückmeldungen aus der Realität sind. Die Fragen, ob die beste Bildung für Schüler bereitgestellt wird, ob die soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems optimal ist, ob Schüler seltener zu Straftätern werden, sind für Funktionäre von Gewerkschaften und Parteien zweitrangig oder irrelevant. Denn ihnen geht es um Kontrolle. 2

Aber natürlich werden derartige Ergebnisse die Kaste der Funktionäre, die auf dem öffentlichen Bildungssystem sitzt, nicht beeindrucken, schon weil es Rückmeldungen aus der Realität sind. Die Fragen, ob die beste Bildung für Schüler bereitgestellt wird, ob die soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems optimal ist, ob Schüler seltener zu Straftätern werden, sind für Funktionäre von Gewerkschaften und Parteien zweitrangig oder irrelevant. Denn ihnen geht es um Kontrolle. Öffentliche Schulen sind ein hervorragendes Kontrollinstrument. Jeder ideologische Blödsinn, von der Nachhaltigkeit bis zum Rassismus kann auf den Lehrplan gesetzt werden, um auf diese Weise den Horizont von Schülern so einzuengen, dass keine abweichenden Ideen entwickelt werden. Nicht zu vergessen, Gewerkschaften leben von öffentlichen Schulen. Müssten sie an privaten Schulen agieren und Lehrern, die nach Leistung bezahlt werden und nicht nach Tarifvertrag, erklären, wozu sie gut sind, Gewerkschaften wären schnell vom Erdboden verschwunden. Also werden die bessere Bildung, die geringere soziale Ungleichheit und die geringeren Kosten der Bildung geopfert, damit Funktionäre auch morgen noch sorgenlos von Bürgern leben können.

Sahlgren, Garbiel H. (2010). Schooling for Money: Swedish Education Reform and the Role of the Profit Motive. London: Institute of Economic Affairs (IEA), IEA Discussion Paper No. 33.

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Alternative Fakten aus Sachsen-Anhalt: Wie die Politische Lügenproduktion funktioniert

Wie Politiker Behauptungen, über die Empirie aufstellen, die sich nicht halten lassen, um damit eine Wahrheit festzuschreiben, die es nicht gibt.

Wir haben vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass die verpflichtende Einführung der Schulsozialarbeit an Schulen dem Staat – hier vor allem dem Jugendamt – einen direkten Durchgriff auf Schüler und deren Eltern ermöglicht. Der entsprechende Text ist von einem Leser zum Anlass genommen worden, sich bei uns zu melden. Er selbst hat eine Reihe von Bedenken, die sich mit Schulsozialarbeit und u..a damit verbundener Verstöße gegen den Datenschutz verbinden und diese Bedenken in einer Reihe von Fragen an sachsen-anhaltinische Abgeordnete im Bundestag gerichtet, darunter Birke Bull-Bischoff von der Fraktion “DIE LINKE” und Burkhard Lischka von der SPD.

Die mehr oder weniger nichtssagenden Antworten, die er bekommen hat, ermöglichen es uns, den Prozess darzustellen, in dessen Verlauf politische Lügen produziert und vielleicht in einer Form der Selbsttäuschung von denen, die politische Verantwortung tragen wollen, Bürgern gegenüber vertreten werden, so dass am Ende das Gegenteil dessen, als Fakt verkauft werden soll, was sich in der Realität finden lässt.

So wird Birke Bull-Bischoff geradezu von ihrer Euphorie über die Schulsozialarbeit weggetragen, und sie begründet diese Euphorie über die „hervorragende Arbeit“ der Schulsozialarbeiter mit einem Verweis auf den „Endbericht der wissenschaftlichen Begleitung zum ESF-Programm „Projekt zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs“.

“Schulsoziarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen leisten eine hervorragende Arbeit. Gern verweise ich in diesem Zusammenhang auf den Endbericht der wissenschaftlichen Begleitung zum ESF-Programm „Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs“ von Prof. Dr. Thomas Olk (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Karsten Speck (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Thomas Stimpel (M.A. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales sowie des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt, abrufbar unter https://www.schulerfolg-sichern.de/fileadmin/user_upload/schulerfolg-sic… . “

Ob Bull-Bischoff tatsächlich glaubt, in dem Endbericht werde die „hervorragende Arbeit“ der Schulsozialarbeiter belegt oder denkt, der Bürger, dessen Fragen sie beantwortet, werde den Endbericht sowieso nicht lesen, das sei einmal dahingestellt.

Wir haben den Endbericht gelesen.

Von 2007 bis 2013 hat das Land Thüringen „Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs“ an Thüringer Schulen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Insgesamt sind 59 Millionen Euro in die entsprechenden Projekte an 118 Schulen geflossen. Der „Endbericht der wissenschaftlichen Begleitung zum ESF-Programm ‚Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs“ wurde von Dr. Thomas Olk (Martin-Luther-Universität Halle), Dr. Karsten Speck (Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg) und Thomas Stimpel, M.A. (der die Arbeit gemacht hat) erstellt und ist von diesen zu verantworten.

Für die wissenschaftliche Begleitung ist mit einiger Sicherheit ein sechsstelliger Eurobetrag angefallen, was bei 59 Millionen Euro gesamten Projektkosten vielleicht gar nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Was würden Sie als Gegenstand einer wissenschaftlichen Begleitforschung ansehen, deren Forschungsauftrag u.a. lautet, die „Gelingsbedingungen, Wirkungen und Beurteilungen des ESF-Programms“ und „die Effizienz und Effektivität der durchgeführten Maßnahmen“ zu untersuchen?

Man würde sicher erwarten, dass im Endbericht untersucht wird, ob es durch den Einsatz der 59 Millionen Euro, um Sozialarbeiter an 118 Schulen zu installieren, gelungen ist, „Schulversagen“ zu vermeiden und den „vorzeitigen Schulabbruch“ zu verhindern.

Das würde man, schon weil Bull-Bischoff meint, der Endbericht würde die „hervorragende Arbeit“ der Schulsozialarbeiter belegen. Diese „hervorragende Arbeit“ kann im vorliegenden Fall nur darin bestehen, Schülern, die ohne Schulsozialarbeit ohne Abschluss die Schule verlassen hätten (entweder wegen Abbruch oder schlechter Leistungen = Schulversagen), zu einem Abschluss verholfen zu haben.

Das würde man erwarten.

Das methodische Design, das die beiden Lehrstuhlinhaber aus Halle und Oldenburg einsetzen, ist in jedem Fall so beschaffen, dass man diese Erwartung an den Inhalt eines Endberichtes erfüllen könnte, wenn man wollte.

Das methodische Design ist geradezu lavisch, wie man im Englischen sagt: Es wurde geklotzt, nicht gekleckert.

Qualitative Interviews mit 14 Schulsozialarbeitern, Netzwerkmitgliedern, Schullleitern, Lehrkräften und Netzwerkkoordinatoren wurden in vier Regionen von Thüringen geführt.

Zu zwei Zeitpunkten wurden Fragebögen an Netzwerkkoordinatoren, Schulsozialarbeiter, Jugendämter, Träger der Sozialarbeit, Träger der Netzwerkstellen verschickt. 290 Fragebögen kamen zurück. An 20 Schulen wurden Fragebögen verschickt, 3.356 Fragebögen wurden an Schüler, Lehrkräfte und Eltern verschickt. Wie gesagt, hier wurde nicht gekleckert, hier wurden richtig Kosten produziert.

Und herausgekommen ist Folgendes:

  • The Snout in the Trough

    Die Anzahl der Netzwerkstellen, die im Projekt „Schulversagen“ geschaffen wurde, ist genau die Anzahl, die geschaffen werden sollte.

  • Nach Anlaufschwierigkeiten werden Anträge auf bildungsbezogene Angebote, die von z.B. Schulsozialarbeitern an Netzwerkkoordinatoren gerichtet werden, auch bewilligt, weil sie die Voraussetzungen erfüllen.
  • Die zentrale Aufgabe, so erbringen qualitative Interviews, die Netzwerkkoordinatoren zu leisten haben, ist die Unterstützung der Schulsozialarbeiter.
  • Die Erwartungen, die Schulsozialarbeiter an die regionalen Netzwerkstellen haben, werden weitgehend erfüllt. Sie bewerten die regionalen Netzwerkestellen entsprechend.
  • Die Schulsozialarbeiter und Netzwerkkoordinatoren, die aus dem ESF-Programm bezahlt werden, sind der Ansicht, dass das Geld bei ihnen gut angelegt ist, weil sie ein wichtiger „Baustein zur Vermeidung von Schulversagen“ sind (65).
  • Die Autoren des Endberichts halten die Befristung der Projektstellen (Netzwerkkoordinatoren und Schulsozialarbeiter) für problematisch und fordern „Regelstrukturen“ (66)
  • Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts widmet sich weiteren drängenden Fragen im Zusammenhang mit Schulversagen und Schulabbruch:
    • Schulsozialarbeiter werden gefragt:
      • Ob die räumlich-technischen Randbedingungen in Ordnung sind;
      • Ob sie Unterstützung und Gremienzugang erhalten;
      • Ob sie von den Projektträgern unterstützt werden;
      • Welche Angebote sie machen;
      • Ob sie Zugang zu Schülern in besonderen Problemlagen haben;
      • Wie sie ihren Informationsstand zu Fragen von Schulversagen etc. einschätzen;
      • Ob sie mit ihrer Beschäftigung zufrieden sind;
    • Auch Lehrkräfte kommen zu Wort. Sie werden u.a. gefragt,
      • Wie sie den Bedarf an Schulsozialarbeitern (die sie entlasten sollen) einschätzen;
    • Eltern dürfen auch ein paar Angaben machen, darunter
      • Ob sie Kontakt zu Schulsozialarbeitern hatten und ob sie mit der Arbeit der Schulsozialarbeiter zufrieden waren: Nur 31% von denen, die Kontakt hatten, sagen, sie seien sehr zufrieden oder zufrieden gewesen. Erster Missklang

Der zweite Missklang zeigt sich, wenn man die Schüler befragt, die Opfer einer Einzelberatung durch Schulsozialarbeiter waren, wie sehr ihnen diese Einzelberatung geholfen hat: 45% der im Jahr 2012 befragten Schüler geben an, die Einzelberatung haben ihnen „gar nicht“ geholfen, während 23% meinen, sie habe ihnen „wenig“ geholfen.

Das ist deutlich.

In der Zusammenfassung der Ergebnisse liest sich das alles wie folgt (unser Digest):

Schulsozialarbeiter fänden gute „räumlich-technische Rahmenbedingungen“ vor, hätten „eigene Büros“, würden durch Schulen unterstützt, könnten an „Dienstberatungen, Konferenzen, Netzwerktreffen und Unterrichtsprojekten“ teilnehmen (101). Die Unterstützung der Schulsozialarbeiter durch die Projektträger sei gut. Die „fachliche Trägerunterstützung“ sei jedoch „noch ausbaufähig“. Die Schulsozialarbeiter würden eine „Vielfalt von Angeboten in den Schulen“ offerieren, darunter die „Einzelfallhilfe“ (s.oben). Sie würden einen „guten Zugang zu Schüler…gruppen in besonderen Problemlagen finden“. (102) Die Kooperation mit außerschulischen Akteuren lasse noch etwas zu wünschen übrig, zudem hätten die Schulsozialarbeiter wenig Kenntnisse über die „Regelungen und Strukturen des ESF-Programms“. Dafür wiesen sie eine „eher geringe Problembelastung auf“ (103).

Fehlt Ihnen etwas?

Stimmt, der Befund, den die Autoren auf Seite 91 des Endberichts aus ihrer Befragung der Schüler, die eine Einzelberatung durch Schulsozialarbeiter hatten und diese als gar nicht (45%) bzw. wenig (23%) hilfreich eingestuft haben, wird … sollen wir sagen: vergessen.

Fehlt Ihnen noch etwas?

Zum Beispiel im Hinblick auf den Gegenstand der 118 Schulprojekte? Sie erinnern sich vielleicht: Es ging ursprünglich nicht darum, Schulsozialarbeiter als Selbstzweck zu installieren und Netzwerke aufzubauen und sich zu freuen, wenn Netzwerkkoordinatoren und Schulsozialarbeiter und Lehrer gut miteinander auskommen bzw. behaupten, gut miteinander auszukommen? Nein, es ging um Schüler. Ja, Schüler, um die Schüler, die ohne Abschluss bleiben, weil ihre Leistungen zu schlecht sind oder sie der Schule fernbleiben.

Die „herrvorragende Arbeit“ der Schulsozialarbeiter, von der Bull-Bischoff oben geschwärmt hat, sie soll eigentlich in diesem Endbericht belegt sein. Wir zweifeln einmal zugunsten von Bull-Bischoff, dass sie meint, die hervorragende Arbeit bestünde im Aufbau von Netzwerken und im Bezug eines eigenen Büros, sondern darin, die Anzahl derer, die die Schule ohne einen Abschluss verlassen, zu reduzieren.

Nun, der erste Makel an der „hervorragenden Arbeit“ findet sich durch die Bewertung der Schüler, die man als Kernklientel ansehen muss. Diejenigen, die eine Einzelberatung erdulden. 68% derer, die das getan haben, sagen, das sei mehr oder weniger Zeitverschwendung gewesen.

Der nächste Makel ergibt sich, wenn man die zentrale Größe betrachtet, die das ESF-Programm EIGENTLICH adressieren sollte, war es doch das erklärte Ziel des Programms „Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs“ den Anteil der Schüler, die ohne einen Schulabschluss bleiben auf 8,6% zu reduzieren. Bevor die 59 Millionen Euro in Schulsozialarbeiter und Netzwerkkoordinatoren investiert wurden, haben 12% der Schüler in Sachsen-Anhalt die Schule ohne einen Abschluss verlassen.

Die Projekte starten im Jahr 2007. Im Jahr 2007 verlassen noch ohne Einfluss von Schulsozialarbeitern 7,9% der Schüler in Sachsen-Anhalt die Schule ohne einen Abschluss. Im ersten Jahr der Laufzeit der Projekte schießt der Anteil der Schüler, die die Schule ohne einen Abschluss verlassen, auf 10,9% empor, um im zweiten Jahr der Laufzeit auf 10,7% zurückzugehen. Jahr drei der Laufzeit sieht 12,3% aller Absolventen in Sachsen-Anhalt ohne einen Schulabschluss bleiben, Jahr vier 12,4%. Im Jahr fünf der Laufzeit, wir sind im Jahre 2012 angekommen, verlassen 11,6% der Schüler eine Schule in Sachsen-Anhalt ohne einen Schulabschluss. Das Beste, was man von den Projekten sagen kann, ist dass sie keinerlei Einfluss auf den Anteil der Schüler, die ohne Schulabschluss geblieben sind, haben. Ob das die „hervorragende Arbeit“ ist, von der Bull-Bischoff schwärmt? Gemessen am Ziel der ESF-finanzierten Projekte, nämlich die Quote der Schulabsolventen ohne Abschluss auf 8,6% zu senken, muss man ein komplettes Versagen konstatieren. Die Quote liegt 2012 bei  11.6%, 3% höher. Ob das auf die „hervorragende Arbeit“ zurückzuführen ist, von der Bull-Bischoff schwärmt?

Zusammenfassend kann man feststellen, dass sich der Endbericht der wissenschaftlichen Begleitung des ESF-Programms „Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs“, in keiner Weise einen Beleg dafür liefern kann, dass Schulsozialarbeiter „hervorragende Arbeit“ machen würden. Gemessen an dem Ziel, dem die Arbeit der Schulsozialarbeiter dienen sollte, muss man feststellen, dass sie vielmehr miserable oder gar keine Arbeit machen, was an dem liegen kann, was Olk, Speck und Stimpel (der, der die Arbeit gemacht hat), dann doch entweder nicht vermeiden konnten, in den Endbericht zu schreiben (weil sie auch morgen noch in den Spiegel schauen wollen) oder was dem Zensor entgangen ist: „Aber ebenso der zentralen Programmthematik: Schulversagen, muss noch immer ein Wissensdefizit konstatiert werden. Nach wie vor harren – bei Teile der Programmbeteiligten – die folgenden Fragen der Beantwortung: Was ist Schulversagen? Welche Ausprägungen von Schulversagen gibt es? Wodurch wird Schulversagen ausgelöst? Und nicht zuletzt: Welche präventiven und interventiven Strategien haben sich als erfolgversprechend erwiesen und wie können sie angewendet werden? Hier bedarf es weiterhin systematischer Wissens- und Kompetenzvermittlung” (115-116).

Es mag ein Grund dafür sein, dass die Schulssozialarbeiter in ihrem Bemühen, Schulversagen und Schulabbruch zu verhindern gescheitert sind, dass sie keinerlei Ahnung, keinerlei Vorstellung davon haben, was „Schulversagen“ ist, welche „Ausprägungen von Schulversagen“ es gibt, wodurch „Schulversagen ausgelöst“ wird und entsprechend auf keinerlei Kompetenzen, es zu verhindern. Wer nicht weiß, was er verhindern soll, wird auch wenig Erfolg dabei haben, das, was er nicht weiß, zu verhindern.

Aber darum geht es in all den Programmen, die von Politdarstellern wie Bull-Bischoff dann als Erfolg gefeiert werden, auch gar nicht. Es geht darum, Pöstchen zu schaffen, die eigene Klientel zu versorgen, eine Legitimation dafür zu finden, dass Schulsozialarbeiter, selbst nach bewiesener Nutzlosigkeit, an Schulen installiert werden, um die Kontrolle und den Zugriff des Staates auf Schüler und ihre Eltern komplett zu machen. Es geht darum, Geld ausgegeben zu haben und von sich sagen zu können, man tue etwas. Es geht nicht darum, Schülern zu helfen oder gar darum, die Menge derer, die ohne Schulabschluss eine Schule verlassen, zu reduzieren. Dieses Problem, das vor allem männliche Schüler betrifft, wurde von uns in einem Beitrag für die Zeitschrift für Pädagogik bereits 2002 als Problem erster Dringlichkeit benannt. Es folgte eine Diskussion darüber, wer daran Schuld ist, dass Jungen in der Schule schlechter abschneiden als Mädchen, der eine Welle von Arschkriecherstudien (Dr. Diefenbach schreibt lieber: Andien- oder Wasserträgerzuarbeit) gefolgt ist, in denen angeblich gezeigt wurde, dass weibliche Lehrer nicht schuld sind. Schließlich hat man sich darauf geeinigt, das Jungen an ihrem schlechteren schulischen Abschneiden selbst schuld sind. Deshalb kann man ihr schlechteres Abschneiden ignorieren.

Seit nunmehr 16 Jahren ist bekannt, dass Jungen deutlich schlechter in allgemeinbildenden Schulen abschneiden als Mädchen. Getan wird nichts. Denn letztlich ist es den politisch Verantwortlichen egal, ob ein oder zwei, oder 10.000 mehr Jungen als Mädchen die Schule ohne wirkliche Lebenschance verlassen. Wenn es Programme wie das in Sachsen-Anhalt gibt, dann werden Schüler, die keinen Schulabschluss erreichen, zum Vorwand genommen, um Geld auszugeben und Pöstchen zu schaffen. Damit dies nicht auffällt, wird wissenschaftliche Begleitforschung beauftragt, die man besser als politische Legitimationsbeschaffung bezeichnet und die sich als solche selbst entlarvt, wird doch auf Seite 37 die Feststellung, dass „Schulabgänger ohne einen Hauptschulabschluss … nach wie vor die zentrale Zielgruppe für die Maßnahme“ bleiben, das ist die Formulierung, die der Tatsache, dass das Programmziel weit verfehlt wurde, noch am nächsten kommt, um die völlig deplatzierte Mahnung ergänzt, dass „dies nicht zur Vernachlässigung mädchenspezifische Angebote führen“ dürfe. In Sachsen-Anhalt sind rund 2/3 derer, die ohne Schulabschluss bleiben, Jungen.

Wem angesichts von soviel Arschkriecherei übel wird, der lebt noch.

Derartige „Endberichte“ können nur damit erklärt werden, dass die Verfasser der Ansicht sind, ihr Bericht werde sowieso nicht gelesen, sondern diene einzig als Legitimation für den weiteren Einsatz von Steuergeldern, von dem man sich nicht durch eine tatsächlich wissenschaftliche Begleitforschung abschneiden will.

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Toxic-Genderism: Krieg gegen Jungen und Männer

Ein Beispiel: Krankenhaus X hat seit zwei Jahren eine unglaublich hohe Sterberate. 40% der Operierten leben zwei Tage nach der Operation nicht mehr. Der Chefarzt ruft seine Abteilungsleiter, Ärzte und Pfleger zusammen, um die Ursache zu finden. Keiner der Anwesenden hat jedoch ein Interesse daran, die Ursache zu finden. Alle beteuern sie, dass sie, dass ihre Abteilung nicht die Schuld an der hohen Sterberate trägt. Schließlich einigen sich die Anwesenden darauf, dass die Toten selbst schuld daran sind, gestorben zu sein, dass sie sich nicht ordentlich um ihre Genesung bemüht haben, sich aus Faulheit lieber in die virtuelle Welt eines Komas flüchteten als aktiv an ihrer Genesung zu arbeiten, dass die hohe Sterberate eine gerechte Strafe für all die Versäumnisse, die Generationen von Patienten im Hinblick auf ihre Pflicht, gesund zu bleiben, aufzuweisen haben, darstellt.

Das Sterben an Krankenhaus X geht ungestört weiter.

Jeder normale Mensch wird bei einer solchen Geschichte den Kopf schütteln und sein gesunder Menschenverstand wird ihm sagen, dass es so etwas im wirklichen Leben nicht gibt.

So kann man sich irren.

Als wir vor nunmehr fast 15 Jahren unseren Beitrag „Bringing Boys Back In“ veröffentlicht und damit die Diskussion um die Nachteile von Jungen im Bereich der Schulbildung ausgelöst haben, konnten wir uns nicht vorstellen, dass sogar bei Wissenschaftlern anstelle einer Suche nach den Ursachen für die Nachteile von Jungen, anstelle der Beseitigung dieser Ursachen, die Schuldfrage, nein, die Unschuldsfrage so ins Zentrum rückt, dass jene Jungen, deren Biographie bereits mit der Einschulung zerstört wird, in Vergessenheit geraten.

Seit 15 Jahren bemüht sich das Herr der Feministen und Genderisten darum, die 90% weiblichen Grundschullehrer und rund 80% weiblichen Lehrer von jeder Schuld am schulischen Misserfolg von Jungen reinzuwaschen und jede Verantwortung auf die Jungen abzuwälzen, die die Nachteile direkt haben, weil sie auf Sonderschulen abgeschoben wurden, weil sie Hauptschulen ohne Abschluss verlassen, weil sie bei der Grundschulempfehlung nur mit besserer Leistung dieselbe Empfehlung erhalten wie Mädchen. Sie sind an ihrer Misere in der Weise selber Schuld, wie die Opfer der Behandlung in unserem fiktiven Krankenhaus X. Seit 15 Jahren interessiert es niemanden, welche Ursachen die Nachteile von Jungen bei der Schulbildung haben, geschweige denn, wie man die Ursachen, so man sie denn kennen wollte, beseitigen könnte. Den Gipfel der Boshaftigkeit stellt dabei eine Äußerung dar, die aus dem Kontext des Deutschen Jugendinstituts kommt und Benachteiligung die Jungen heute erleiden als gerechte Strafe für die vermeintliche Benachteiligung ansehen, die Mädchen vor Hunderten von Jahren zu erleiden gehabt haben sollen.

Nachteile/Benachteiligung von Jungen im Vergleich zu Mädchen:
  • Jungen werden häufiger mit ADHS diagnostiziert;
  • Jungen werden häufiger von der Einschulung zurückgestellt;
  • Jungen bleiben häufiger sitzen;
  • Jungen werden häufiger auf eine Sonderschule abgeschoben;
  • Jungen müssen für dieselbe Grundschulempfehlung bessere Leistungen erbringen;
  • Jungen bleiben häufiger ohne Schulabschluss
  • Jungen erwerben häufiger einen Hauptschulabschluss, seltener ein Abitur oder die Fachhochschulreife;
  • Jungen begehen häufiger Selbstmord;
  • Jungen werden häufiger straffällig und landen häufiger im Gefängnis;

Die Bereitschaft, aktuell lebende Menschen einem kollektiven Ziel zu opfern, egal, ob dieses Ziel ein Hirngespinst oder eine andere Utopie ist, sie ist unter Sozialisten immer sehr verbreitet gewesen und Feministen sind Sozialisten. Sie teilen deren Hass auf Individuen, deren Neid auf den Erfolg von anderen und deren Missgunst und Boshaftigkeit.

Deshalb sprechen wir ab sofort von Toxic-Genderism.

Philip Zimbardo, der Psychologe, den die meisten, wenn nicht alle Studenten der Psychologie kennen, er tut das noch nicht, aber bis er es tut, ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit. Im Moment beklagt er die mangelnde Empathie, die in der Gesellschaft, in seinem Fall in der US-Amerikanische Gesellschaft Jungen gegenüber herrscht. Jahrzehnte des Genderismus haben diese Ignoranz, ja Boshaftigkeit gegenüber dem, was Jungen an Schwierigkeiten erwartet, an Nachteilen, an Benachteiligung, wenn sie versuchen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, zu verantworten. Die neustes Stufe feministischer Boshaftigkeit ist mit der Dämonisierung männlicher Lebensentwürfe erreicht worden: „Being a young adult“, so schreibt Zimbardo, “is hellish enough without the added burden of being demonized by society“. Das schreibt Zimbardo nachdem er Ergebnisse einer Befragung von mehr als 20.000 Personen zusammengetragen hat.

Jungen erhielten in Medien, Schulen, von Eltern, von Peers, von ihrem sozialen Umfeld widersprechende Meldung dazu, was „männliche Verhaltensweisen“ seien. Männlichkeit als solche, werde durch Diskussionen wie die um „toxic masculinity“ in Frage gestellt. Jungen wüchsen weitgehend in einem weiblichen Umfeld auf: Väter seien selbst in Nicht-Scheidungsfamilien nur wenig in die Erziehung von Jungen eingebunden. Entsprechend würden Jungen von einem weiblich beherrschten heimischen Umfeld in ein weiblich beherrschtes schulisches Umfeld überwechseln. In keinem Bereich, in dem sie sich aufhielten, hätten sie ein positives männliches Rollenmodell. In allen Bereichen tritt ihnen Ablehnung, Hinterfragung, ja Feindseligkeit gegenüber. Mehrere Jahrzehnte Feminismus haben dazu geführt, dass Jungen sich für ihre Männlichkeit rechtfertigen müssen: „Thus we see … the rise of movements such as Men Going Their Own Way (MGTOW). Who can blame them for wanting to opt out?“

Eigentlich sollte man denken, dass eine Gesellschaft, die damit konfrontiert ist, dass immer mehr ihrer jungen Männer sich aus dem öffentlichen Leben oder dem, was man bislang als die Normalbiographie angesehen hat, zurückziehen, die Ursachen dafür erforschen will. Fehlanzeige.

Insbesondere Wissenschaft hat hier bislang und weitgehend versagt, was angesichts der Infiltration von Bildungsinstitutionen mit Toxic Genderism mit Boshaftigkeit und Missgunst, die beide an die Adresse von Jungen gerichtet sind, kein Wunder ist. Darsteller in Ministerrollen gefallen sich besser darin, weibliche Absolventen zu bevorteilen als darin, die Ursachen für den Rückzug von Männern aus dem öffentlichen Leben zu untersuchen. Die Männerfeindlichkeit, die Paul Nathanson und Katherine K. Young schon Anfang der 2000er Jahre in ihren Büchern „Spreading Misandry“ und „Legalizing Misandry“ beschrieben haben, sie ist gesellschaftliche Wirklichkeit geworden. Die gehässige und boshafte Furie ist das Logo moderner Gesellschaften.

Vielsagend sind die Untertitel, die Nathanson und Young für ihre beiden Bücher gewählt haben: Die 2001 erschienene Monographie „Spreading Misandrie (Die Verbreitung von Männerfeindlichkeit/Männerhass)“ trägt den Untertitel: „The Teaching of Contempt for Men in Popular Culture“ (Die Erziehung zur Verachtung von Männern in der Alltagskultur), während das Buch „Legalizing Misandry“,  (Die Legalisierung von Männerfeindlichkeit/Männerhass), das 2006 erschienen ist, den Untertitel trägt: „From Public Shame to Systemic Discrimination Against Men“ (Von der öffentlichen Bloßstellung zur systematischen Diskriminierung von Männern). Nathanson und Young arbeiten in ihren Büchern systematisch die Bedingungen auf, die den Männerhass, der heute nicht nur in der boshaften Ignoranz gegenüber der Zerstörung männlicher Biographien oder absurder Debatten über Gleichstellung von Mittelschichtsfrauen in Vorständen von Unternehmen zum Ausdruck kommt, ermöglichen.

Wer sich also nicht für Schuldfragen, sondern für Ursachen interessiert, dem seien die beiden Bücher wärmstens empfohlen, auch deshalb, um sich auf den Stand einer beginnenden und um sich greifenden Diskussion über die Benachteiligung von Jungen und Männern, die Diskussion von toxic genderism zu bringen, denn immer mehr Wissenschaftler haben die Nase voll und wollen nicht mehr dabei zusehen, wie eine Horde gehässiger Genderisten all die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Errungenschaften zerstört, die in Jahrhunderten mühsamer Arbeit aufgebaut werden mussten.

Es wird Zeit, das gesellschaftliche Klima eines toxic genderism zu beseitigen und Empathie für andere Menschen an die Stelle von Boshaftigkeit und Gehässigkeit zu setzen.

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Unfähig oder hinterhältig? Steuerzahler zahlen in jedem Fall

Was passiert, wenn Bildungsforscher, die nicht nur Standardlehrbücher, sondern auch viele empirische Artikel zur deutschen Bildungsforschung beigetragen haben, mit einem Text konfrontiert werden, der die Bildungsforschung hinter Pestalozzi zurückwerfen will, können sich nicht-Bildungsforscher vielleicht nicht vorstellen. Deshalb ist im Folgenden zu lesen, was. Dr. habil. Heike Diefenbach zum DIPF-Versuch, Wissenschaft zu betreiben, den wir im Beitrag „Pädagogen lügen: Wie Bildungsnachteile von Jungen aus der Welt geredet werden sollen“ besprochen haben, zu sagen hat:

MIgrantenfamilienSo langsam muss man es als Bildungsforscher persönlich nehmen, wenn Leute, die sich Bildungsforscher nennen und solchen Schwachsinn produzieren, mit ihrem Schwachsinn die gesamte Bildungsforschung lächerlich machen:

Was das DIPF hier ernsthaft behaupten will, ist, dass Söhne in Deutschland immer oder stark überwiegend Eltern aus der Arbeiterschicht haben und Töchter in Deutschland immer oder stark überwiegend Eltern aus der Mittelschicht haben, denn NUR DANN, also genau unter dieser Bedingung, ließe sich der Effekt von „Schülergeschlecht“ auf die verschiedenen Maße von Schulerfolg durch „soziale Schichtzugehörigkeit der Eltern“ gänzlich oder nahezu wegerklären (denn nur dann wäre die Korrelation zwischen „Schülergeschlecht“ und „soziale Schichtzugehörigkeit“ hinreichend eng, um diese Variablen füreinander einsetzen zu können) – dies würde dann allerdings auch UMGEKEHRT gelten: der Effekt von „soziale Schichtzugehörigkeit der Eltern“ auf verschiedene Maße von Schulerfolg ließe sich durch „Schülergeschlecht“ wegerklären. SELBST DANN, wenn die eingangs formulierte Annahme stimmen würde, wäre es also ein rein willkürlicher Akt, wenn man die Korrelation in die Richtung interpretieren würde, die dem DIPF ideologisch genehm erscheint. Würde man es vorziehen, die Richtung der Korrelation umgekehrt zu interpretieren, würde die Schlagzeile lauten:

„Soziale Schicht (nahezu) bedeutungslos für Schulerfolg! Vielmehr erklärt ‚Geschlecht‘ den Schulerfolg in Deutschland!“

Na, das wäre doch wenigstens einmal etwas Neues!

Aber die eingangs formulierte Annahme ist selbstverstänlich abstrus, und deshalb ist die grandiose Erkenntnis, die das DIPF hier produziert haben will, diejenige, dass Variablen, die man in ein statistisches Modell hineingibt, gewöhnlich mehr oder weniger stark miteinander korrelieren, und zwar nicht nur die erklärenden jeweils getrennt mit der zu erklärenden Variable, sondern auch die erklärenden Variablen untereinander. Das ist IMMER so, und es wäre ein echtes Novum in der Geschichte der mit Statstik arbeitenden Sozialforschung, wenn jemand ein statistisches Modell anhand empirischer Daten testen würde und herauskäme, dass alle erklärenden Variablen vollkommen unabhängig voneinander sind.

Oder anders formuliert:
Wenn man in der empirischen Sozialforschung NUR DANN von relevanten statistischen Zusammenhängen sprechen wollte, wenn ALLE erklärenden Variablen einen statistischen Zusammenhang von NULL untereinander aufweisen würden, dann gäbe es in der empirischen Sozialforschung KEINERLEI relevante Zusammenhänge.

Was das DIPF hier als großartige bildungsforscherisch relevante Nachricht verkaufen will, ist schlicht die Trivialität

dass auch in Bezug auf die Erklärung von Schulerfolg mehrere Variablen erklärungskräftig sind und diese Variablen untereinander in einem Zusammenhang stehen.

Wow!!!

Wen will das DIPF denn damit veralbern??? Solche Dummheiten sind bestenfalls an Mainstream- Medien und deren Angestellte zu verkaufen, die ohnehin immer automatisch den Mund öffnen, wenn ein voll gefüllter Löffel an ihrem Horizont auftaucht. Aber die nimmt ja ohnehin fast niemand mehr ernst. Was also soll dieser schwächliche Versuch der Manipulation und Indoktrination?

Und dass es sich hier um einen solchen Versuch handelt, kann man aus einer einfachen Tatsache ableiten:
Die grandiose „Erkenntnis“ der DIPF-Angestellten, deren fachliche Qualität offensichtlich dazu ausgereicht hat, um am DIPF eine Anstellung zu finden (was ein sehr schlechtes Licht auf das DIPF wirft), hätte sich bei ihnen auch schon einstellen können, als es darum ging, die vermeintlichen schulischen Nachteile von „Mädchen“ zu behaupten und zu beklagen. Aber seltsamerweise fiel es ihnen nicht ein, eine differenzierte Sicht auf die angeblichen Nachteil von „Mädchen“ anzumahnen. Warum nur?

Naja, für Mädchenförderung und die pseudowissenschaftliche Legitimation derselben gab es und gibt es immer noch Geld, und beim Geld hört die wissenschaftliche Rechtschaffenheit auf.

Oder ist es möglich, dass jemand die unsägliche Arroganz besitzt zu meinen, dass er trotz vollkommener statistischer Unkenntnis eben solche, d.h. statistische Mittel einsetzen könnte, um sein ideologisches Geschwätz als Wissenschaft erscheinen zu lassen? Anders formuliert: Kann man sich selbst so sehr fehleinschätzen?

Ich fürchte es läuft auf die Frage hinaus: Wollen diese Leute bewusst täuschen, oder sind sie so erschreckend unfähig?

Then again – in beiden Fällen ist es ein unhaltbarer Zustand, dass solche Leute auf von Steuerzahlern finanzierten Stellen sitzen, um just dieselben Steuerzahler hinters Licht zu führen.

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