UNICEF-Studie: Kinder antworten, Erwachsene fabulieren und missbrauchen

UNICEF ist ein Anhängsel der UN, das sich die folgende Aufgabe gestellt hat:

“Unter dem Leitsatz “Gemeinsam für Kinder” setzt sich UNICEF weltweit dafür ein, die Kinderrechte für jedes Kind zu verwirklichen”.

UNICEF FUndsUm diese Aufgabe zu erfüllen, standen UNICEF im Jahre 2011 3,7 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, davon kamen rund 61% von Steuerzahlern weltweit, während 29% von privaten Spendern bzw. von Nicht-Regierungsorganisationen stammten, von denen wiederum viele aus Steuermitteln finanziert werden. Entsprechend kann man feststellen: UNICEF wird aus Steuermitteln sehr üppig finanziert, um sich weltweit für “Rechte für Kinder” einzusetzen. Dazu unterhält UNICEF in 190 Ländern Niederlassungen, um vor Ort für “Rechte für Kinder” einzutreten.

Nun gibt es einen gewissen Unterschied zwischen einem Land wie Burkina Faso mit z.B. einer Säuglingssterblichkeit von 8% und Deutschland mit einer Säuglingssterblichkeit von 0.3%, was die Dringlichkeit angeht, sich für “Rechte für Kinder” einzusetzen. Aber, vermutlich aus vorbeugenden Gründen unterhält UNICEF auch in Deutschland ein umfangreiches Hilfsangebot, das die entsprechende personelle Ausstattung und natürlich auch die entsprechende Finanzierung voraussetzt.

BFpovertyAngesichts von 200 Milliarden Euro, die jährlich in Deutschland in die Familienhilfe investiert werden, kann man jedoch nicht unbedingt behaupten, dass Kinder es in Deutschland schwerer hätten als z.B. Kinder in Burkina Faso, aber das hindert die UNICEF nicht daran, alle 3 Jahre in großem Stil die Lage der Kinder in Industrieländern zu untersuchen, und der Bericht 2013, der auf Daten aus den Jahren 2009/2010 beruht, wurde gerade der Öffentlichkeit vorgestellt, Überschrift: “Leistungsstark, aber unglücklich”. Wer diesen Bericht im englischen Original liest oder die deutsche “Kurzfassung”, der kommt nicht umhin festzustellen, dass hier versucht wird, Luxusprobleme herbeizureden. So findet sich auf Seite 4 der deutschen Zusammenfassung die folgende Darstellung:

Nur knapp 95 Prozent der Kinder werden hierzulande gegen die gefährlichsten Kinderkrankheiten geimpft – mit dieser Rate liegt Deutschland nur im unteren Mittelfeld (Platz 19). In Ungarn und Griechenland beträgt der Anteil rund 98 Prozent. Lediglich beim Vergleich der Todesraten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 1-19 schneidet Deutschland etwas besser ab als der Durchschnitt der Industrieländer und belegt Platz sieben. Etwas mehr als 15 pro 100.000 Todesfälle entfallen hierzulande auf diese Altersgruppe…”.

Wie derartige Aussagen wohl einem Jugendlichen in Burkina Faso vorkommen, der auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 54 Jahren blickt. Vermutlich reibt er sich verwundert die Augen ob der Luxusprobleme, die in Deutschland bei UNICEF gewälzt werden. Aber natürlich hat eine Organisation wie UNICEF nichts davon, die Verhältnisse von Kindern in westlichen Industrienationen trotz des Elends, das Kinder in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas teilen, als gut darzustellen, denn wenn etwas gut ist, muss man es nicht mehr verbessern. Und was macht UNICEF-Deutschland dann? Abgesehen davon gilt es den eigenen Anspruch auf den Kampf für die “Rechte für Kinder” gegen die vielen steuerfinanzierten Sozialhelfer in Deutschland durchzusetzen, die auch der Ansicht sind, sie würden für “Rechte für Kinder” kämpfen bzw. sich darum kümmern, ganz zu schweigen von den vielen Kinderärzten, -psychologen, Logopäden und all jenen, deren Einkommen aus der Aufrechterhaltung einer Kinder-Infrastruktur stammt, von der Kinder in Ländern des “globalen Südens”, wie es heute heißt, nur träumen können.

021686319-der-unicef-bericht-zur-lage-der-kinder-inUnd weil man nicht wirklich behaupten kann, in Deutschland gäbe es arme Kinder oder Kindersterblichkeit, die nennenswert wäre oder gar Probleme mit Kinderarbeit usw. hat man sich im diesjährigen Bericht etwas ganz besonderes einfallen lassen: Deutsche Kinder sind nämlich unglücklich. Diese Erkenntnis entstammt einer (vermutlich repräsentativen) Befragung, in der 11-, 13- und 15-jährigen vermutlich die folgende Frage gefragt wurde [Ich vermute, die UNICEF-Befragung enthält die folgende Standardfrage zur Lebenszufriedenheit, zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass in der UNICEF-Befragung irgend etwas Innovatives zu finden ist]:

Wie zufrieden bist Du, alles zusammen genommen, mit Deinem Leben. Bitte benutze für Deine Antwort die folgende Skala, auf der “1” für sehr unzufrieden und “10” für sehr zufrieden steht. [Kenner der Materie werden feststellen, dass die Skala keine Mitte hat, was den netten Effekt hat, dass man IMMER schiefe Verteilungen erhält, da man bei einer unterstellten Normalverteilung diejenigen Befragten, die die Mitte gewählt hätten (weder zufrieden noch unzufrieden) zwingt, sich für eine Seite zu entscheiden.]

Diese Frage haben die Meinungsforscher, die für UNICEF unterwegs waren, also gefragt, und dann haben Sie alle Antworten ab und einschließlich des Skalenwerts “6” aufwärts addiert und den Anteil der Zufriedenen berechnet. Für Deutschland hat sich dabei ein Anteil von 84,x% der befragten 11-, 13- und 15-jährigen ergeben, die zufrieden sind. Katastrophe!

“Anfang der 200er Jahre gaben noch etwas mehr als 85 Prozent der 11-, 13- und 15-jährigen Deutschen einen positiven Wert von sechs oder höher an. Nach der neuesten Studie ist dieser Anteil [der Zufriedenen] auf knapp unter 85 Prozent der Jugendlichen gesunken. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland damit von Platz 12 (von damals 21 Ländern) auf Platz 22 (von 29) abgerutscht.”

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Normale Beobachter hätten aus der Tatsache, dass der Anteil der Zufriedenen einmal knapp über und einmal knapp unter 85% liegt, geschlossen, dass sich nichts verändert hat. Aber bei der UNICEF gibt es keine normalen Beobachter, und vor offensichtlich geht es darum, neue Felder für eigene Tätigkeiten (die natürlich mit Steuergeldern finanziert werden müssen) zu eröffnen und ideologische Arbeit zu betreiben. Dass bei UNICEF Ideologen am Werk sind, die aus einem Regentropfen eine Jahrhundertflut herbeireden zu können glauben, wird deutlich, wenn man die Bewertung der Tatsache, dass sich knapp 85% der befragten deutschen Jugendlichen als “zufrieden” bezeichnen, liest:

“Politik, Medien und Forschung dürfen Kinder nicht ausschließlich aus der Perspektive ihrer Leistungsfähigkeit beurteilen. Diese Forderung hatte UNICEF bereits nach den früheren Studien zum kindlichen Wohlbefinden erhoben. In der jetzt vorgelegten Studie stürzt Deutschland auf Platz 22 von 29 Ländern ab, wenn Jugendlichen ihre Lebenszufriedenheit bewerten. Die Mädchen und Jungen stellen damit ihrer Umgebung ein erschreckendes Zeugnis aus.

Die Art und Weise, wie hier die Daten fehl interpretiert werden, lässt selbst die Manipulationsversuche von Viviane Reding erblassen. Um es noch einmal zu wiederholen: Im Jahre 2000 gaben etwas mehr als 85% der befragten Jugendlichen an, zufrieden zu sein, im Jahr 2010 waren es etwas weniger als 85%. Im Jahr 2000 hatte Deutschland Platz 12 unter 21 Ländern inne und somit neun Länder hinter sich, im Jahr 2010 Platz 22 von 29 Ländern und somit sieben Länder hinter sich. Wie man daraus einen “Absturz” konstruieren kann, bleibt auf ewig das Geheimnis der UNICEF. Aber damit nicht genug: Nicht nur gibt es keinen Absturz, es gibt auch keinerlei Daten, die darauf hindeuten würden, dass Kinder in Deutschland ausschließlich aus der Perspektive ihrer Leistungsfähigkeit beurteilt werden. Die entsprechende Behauptung ist reine UNICEF-Fiktion, und sie steht in keinerlei Zusammenhang zu dem, was die befragten Jugendlichen gesagt haben.

unicef_logoMan sieht hier deutlich, wie die Verantwortlichen der UNICEF die von ihnen befragten Kinder und Jugendlichen missbrauchen, um die eigene Agenda mit Antworten der Jugendlichen, die zwar nichts damit zu tun haben, aber dennoch entsprechend manipuliert werden, zu unterfüttern. Wenn dieses Vorgehen das Vorgehen einer Organisation ist, die für “Rechte für Kinder” eintritt, dann ist es vermutlich besser Kinder verzichten auf Rechte, wie sie der UNICEF vorschweben.

Unnötig darauf hinzuweisen, dass die kritischen Journalisten der ARD die UNICEF-Geschichte komplett geschluckt haben – schließlich geht es um Kinder, da muss man nicht recherchieren, und natürlich kommt bei der ARD niemand auf die Idee, er könne von UNICEF zum Werkzeug für deren Interessen instrumentalisiert werden.

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8 Responses to UNICEF-Studie: Kinder antworten, Erwachsene fabulieren und missbrauchen

  1. Exphilosoph says:

    Dieser “Absturz” läßt vermuten, daß die anderen 28 Länder ähnliche Zufriedenheitswerte aufweisen. Der Rest ist statistisches Rauschen.
    Ganz allgemein zu Darstellung von Statistischen Werten in den Medien: In Zeiten digitaler Medien wäre es doch angemessen, statt simpler Lageparameter lieber eine kleine Graphik mit der zugrundeliegenden Verteilung in den Text einzubinden. Das versteht auch der statistische Laie intuitiv. Beispiel: Man nenne einem unbedarften Bürger das arithmetische Mittel der Einkommensverteilung in Deutschland. Der Großteil der Menschen wird entsetzt sein, so wenig zu verdienen. Sieht er jedoch die zugrundeliegende Verteilung, wird er sich vermutlich wieder beruhigt in guter Gesellschaft finden. Wenn man aber eine Agenda betreibt, wird man sowas tunlichst vermeiden.

  2. heureka47 says:

    Und wie überall in der zivilisierten Gesellschaft wird alles von “Fachleuten” betrieben oder erforscht oder begutachtet, die möglichst alle approbierte Wissenschaftler sind. Und das ist der Fehler. Wenn man Probleme – wirklich – lösen will, sind Wissenschaftler fehl am Platze. Dafür braucht es Weise. Die wissen nämlich, worauf es ankommt. Um was es geht. Was zu tun ist.
    Über die anderen hat Jesus am Kreuz gesagt: “…denn sie wissen nicht, was sie tun”.

    Weisheit erwirbt man nicht mit dem Kopf, nicht mit dem rationalen Denken, nicht mit dem Intellekt, nicht einmal mit einem ganzen Leben voller Erfahrungen auf der grobstofflichen Ebene, sondern mit dem Übergang vom Kind zum – wahren – Erwachsenen, mit dem Aufstieg in die höhere, feinstoffliche, Bewußtseins-Ebene, dem “Höheren / wahren Selbst” und damit, daß man sich mit ihm vereinigt und IDENTIFIZIERT. Damit hat man regelhaft Zugang zur universellen Weisheit. DAS ist das, was den Weisen von demjenigen unterscheidet, der nur über Kopf-Wissen verfügt.

    “Cogito ergo sum” ist ein Irrtum. Und wer sein Leben danach ausrichtet, ist – logischerweise – ein Irrer.

  3. “Für Kinder bewegen wir Welten” ……..welch ein Hohn !
    Jede Impfung eines Kindes ist aktive Körperverletzung !

    • Martin says:

      Herrn Ungewitters Kommentar ist das abgrundtief dümmste, das ich hier bisher lesen durfte.

      • Solche Bewertungen sind so lange nichts wert, so lange Sie unbegründet bleiben. Wir wollen hier eine offene Diskussion, die auf Argumenten und nicht auf unbegründeten Verurteilungen beruht, daher meine Bitte: Argumentieren Sie, warum die Position von Herrn Ungewitter nicht richtig ist. Es ist mir bewusst, dass es in Deutschland normal ist, dass man sich gegenseitig seine Bewertungen um die Ohren haut, aber welchen Wert hat das? Die Mitleser wissen nun, dass Sie den Kommentar von Herrn Ungewitter für das “abgrundtief Dümmste” halten, was sie bisher lesen durften. Vermutlich wird Herr Ungewitter wiederum Ihren Kommentar für das abrundtief Dümmste halten, das er je lesen konnte. Es bringt also nichts, mit Bewertungen um sich zu werfen. Deshalb: WARUM ist der Kommentar von Herrn Ungewitter für Sie so dumm und welche Argumente bringen Sie vor, um Herrn Ungewitter von der Dummheit seines Kommentars zu überzeugen?

        • Enrico says:

          Hallo Herr Klein,

          genau wegen dieser Einstellung, daß Argumente wichtig sind, schätze ich Ihren Blog so sehr.

  4. Pingback: UNICEF-Studie: Kinder antworten, Erwachsene fabulieren und missbrauchen | Keine Mainstream News

  5. Gast says:

    Ich heiße nicht Martin, aber der Nutzen der Impfungen übersteigt die Beeinträchtigung als Körperverletzung um ein großes. Natürlich kann man argumentieren, nicht zu impfen sei größere Freiheit. Verschiedene Krankheiten, die bspw. in der DDR als ausgerottet galten, kehren unter dieser Freiheit wieder.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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