Im Jahre 1970 hat einer der großen Männer der US-amerikanischen Ökonomie, George A. Akerlof, einen Beitrag verfasst, in dem er die Existenz eines „Markets for Lemons“ aufgezeigt hat. Ursprünglich für Gebrauchtwagenmärkte aufgestellt, bietet sich die Idee des Markets for Lemons aufgrund ihrer Systematik geradezu von selbst an, um auf andere Märkte, z.B. den der Genderlehrstühle übertragen zu werden. [Eine „Lemon“ bezeichnet im Englischen ein Produkt, das niemand kaufen würde, wüsste er um seine Minderwertigkeit. Der Kauf einer „Lemon“ verursacht entsprechend einen bitteren Nachgeschmack.]
Demgemäß, so hat Akerlof weiter ausgeführt, ist es für Käufer von Gebrauchtwagen sinnvoll bestenfalls mit einer durchschnittlichen Wartungsgeschichte zu rechnen und davon auszugehen, dass sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt keine besonders guten und akkurat gewarteten Fahrzeuge finden. Dies wiederum führt dazu, dass Autobesitzer, die ihr Auto akkurat gewartet haben, ihr Auto nicht auf den Gebrauchtwagenmarkt bringen, weil sie nicht erwarten können, einen angemessenen Preis zu erzielen. Folglich landen nur durchschnittlich und unterdurchschnittlich gewartete Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt, der Markt wird zum Market for Lemons.
Die Struktur von Akerlofs „Market for Lemons“: (1) asymmetrische Informationen über die Qualität eines Produkts, (2) entsprechend geringe Erwartungen der Nachfrager an die Qualität des Produkts, (3) sich in der Folge verringernde Marktpreise, die (4) gefolgt werden von einem Rückzug der Anbieter guter Produkte, was in (5) letzter Instanz zum Market for Lemons führt, kann perfekt auf die Situation an deutschen Universitäten übertragen werden, wie sie z.B. durch das Professorinnenprogramm hergestellt wird.
Die Variable „Geschlecht“ wird im Rahmen des Professorinnenprogramms zum Berufungsgrund. Sie ersetzen messbare Leistungskriterien und institutionalisiert asymmetrische Informationen, denn die Unsicherheit, die normalerweise mit der Auswahl geeigneter Kandidaten für bestimmte Positionen einhergeht, wird nicht durch einen Blick auf Leistungsnachweise, Veröffentlichungen oder Beiträge zum Erkenntnisgewinn der entsprechenden Kandidaten zu minimieren versucht. Vielmehr werden die asymmetrischen Informationen ignoriert. Es wird nach Geschlecht berufen und entsprechend eine hohe Qualitätsunsicherheit für Positionsinhaber von Professuren hergestellt.
Entsprechend fallen (3) die Preise, die für die Anbieter von Bildung, also für Professoren an Universitäten gezahlt werden (so geschehen durch die Umstellung von C- auf W-Besoldung und die Einführung der BAT-IIa-Profession des „Juniorprofessors). Als Folge (4) werden sich Wissenschaftler, die ihre Zunft Ernst nehmen und entsprechende Preise verlangen können sowie Studenten, die lernen wollen und an Wissen interessiert sind, nicht mehr an Universitäten, an denen sich Genderlehrstühle finden, bewerben oder einschreiben. Das Niveau wir weiter sinken und die entsprechenden Universitäten sind zum Market for Lemons geworden, an denen sich Anbieter und Nachfrager minderwertiger Bildungsqualität tummeln.
Und so einfach kann man den derzeitigen Zustand mancher deutscher Universitäten erklären. Die Relation ist einfach: Je mehr Gender desto schlechter die Qualität der vermittelten Bildungsinhalte.
Akerlof, George A. (1970). The Market for „Lemons“: Quality Uncertainty and the Market Mechanism. Quarterly Journal of Economics 84(3): 488-500.
©ScienceFiles, 2013
