Altersarmut: Wenn das Rentensystem gescheitert ist

In Heft 7 des Wirtschaftsdiensts für 2013 ist ein Beitrag von Maria Lewicki und Berthold U. Wigger enthalten, der mit der schlichten Frage: “Wer ist von Altersarmut bedroht?” überschrieben ist.

Wie normal es geworden ist, im reichen Deutschland von Altersarmut zu reden. Man greift sich verwundert an die Stirn und erinnert sich an Norbert Blüm: “Die Rente ist sicher”, die gesetzliche Rente war gemeint. Und jetzt im Jahre 2013 ist es normal den Begriff “Altersarmut” als deskriptives Konzept zu untersuchen und zu fragen: Wer ist davon betroffen? Manch einem wird aufgefallen sein, dass hier eine Verbindung fehlt, nämlich die von Rentenversicherung zu Altersarmut.

RentenrenditeNun, die Verbindung findet sich in der Fragestellung des kurzen Beitrags von Lewicki und Wigger, die lautet: Wer ist trotz Rentenansprüchen gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung von Altersarmut betroffen? Und wieder greift man sich an den Kopf und fragt sich, wieso pflicht-versichert man sich gegen Armut im Alter in der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn die Armut dennoch kommt? Wäre die gesetzliche eine private Rentenversicherung und würde derart schlechte Leistungen erbringen, sie wäre längst abgewickelt.

Aber: die gesetzliche Rentenversicherung gilt als eine soziale Errungenschaft. Seit die Rentenversicherung 1889 von Otto von Bismarck eingeführt wurde, hat sie diesen Status inne und nichts, nicht einmal die miserable Rendite, die die gesetzliche Rentenversicherung erwirtschaftet, kann daran etwas ändern. Folgerichtig wird Bankrott und Scheitern der gesetzlichen Rentenversicherung in Euphemismen gehandelt, von denen man sich fragt, warum die Sprachwächter in Darmstadt sie noch nie beanstandet haben:

  • Ein Dämpfungsfaktor wurde eingeführt, weil immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren müssen. Dass die entsprechende Schieflage zwischen Beitragszahlern und Rentnern nicht “nachhaltig finanzierbar ist”, ist eigentlich klar, aber um diese Offenkundigkeit nicht deutlich werden zu lassen, werden “Kosten gedämpft” (also Rentenansprüche gekürzt) und das Renteneintrittsalter erhöht. Die volle Rente gibt es erst mit 67 und damit verringern sich die Ausgaben (Kosten), schon weil mehr potentielle Rentner vor Erreichen des Rentenalters sterben und weil die Rentenbezugsdauer reduziert wird. Wegsterbe-Ersparnis könnte man das nennen.
  • Riester RenteEin Riester-Faktor wurde ebenfalls als Dämpfungsfaktor eingeführt. Riester, der Namensgeber dieses Faktors, hat den Rentenversicherten natürlich nicht, das Folgende gesagt: “Also die Rente, die ihr in ein paar Jahren oder Jahrzehnten erhaltet, steht in keinem Verhältnis zur Höhe der Beiträge, die ihr derzeit zahlt, und sie wird in jedem Fall zu gering sein, als dass ihr sorgenfrei leben könntet. Am besten ihr sorgt noch privat für Euer Alter vor.” Damit würde man das offenkundige Versagen, den offenkundigen Bankrott einer öffentlich finanzierten Rentenversicherung auf den Punkt bringen, und weil dem so ist, dies aber nicht sein darf, wird lieber von der RIester Rente gesprochen.
  • Selbstverständlich darf auch der Nachhaltigkeitsfaktor nicht fehlen. Er wurde mit dem Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz 2004 eingeführt. Er sagt schlicht: Wenn das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern zu Gunsten der Rentner steigt, dann muss der Betrag an Rente, der ausgezahlt wird, in dem Maße gekürzt werden, in dem sich das Verhältnis zu ungunsten von Beitragszahlern verändert. Abermals ein netter Euphemismus, um zu verschleiern, dass die Rentenversicherung für die Beitragszahler nicht rentabel und eigentlich längst nicht mehr nachhaltig oder “sustainable” ist.

Altersarmut ist ein weiteres Ablenkungsmanöver, mit dem derzeit versucht wird, das komplette Versagen einer gesetzlichen Zwangsversicherung und der sie begründenden Politik zu verschleiern. Und Lewicki und Wigger haben die Altersarmut untersucht, vor allem haben Sie untersucht, wer von Altersarmut betroffen ist. Das Ergebnis ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

Rente

Lewicki & Wigger (2013), S.464

Auf den Punkt gebracht, zeigen die Berechnungen von Lewicki und Wigger, dass diejenigen, die ununterbrochen in die Rentenversicherung einzahlen und dies über mindestens 36 Jahre tun, die höchsten Rentenansprüche, nämlich auf eine Monatsrente von durchschnittlich 1.324.62 Euro haben. Diese Zahlen basieren auf 19.190 Versicherten, die in einem Datensatz des Forschungsdatenzentrums der Deutschen Rentenversicherung von ihrem 14ten bis zu ihrem 66sten Lebensjahr verfolgt wurden. Entsprechend kann man die Ergennisse als aussagekräftig dahingehend ansehen, was real an Rentenzahlungen auf Beitragszahler zukommt, was sie zu erwarten haben.

Interessanter Weise (oder verräterischer Weise) definieren Lewicki und Wigger den Begriff “Altersarmut” an keiner Stelle in ihrem Beitrag. Altersarmut “ist gegenwärtig in Deutschland ein zentrales Thema” (463), so erklären sie, die Bekämpfung von Altersarmut müsse schon vor dem Eintritt in die Rente einsetzen (463), so fahren sie nahtlos fort und gerade wegen der Reformen (gemeint sind die Kostendämpfungen), werde in Zukunft eine “größere Altersarmut befürchtet” (463).

Aus dem Text, den Lewicki und Wigger um die oben dargestellte Tabelle anordnen, könnte man den Schluss ziehen, dass die beiden Autoren der Ansicht sind, Altersarmut beginne bei weniger als 1000 Euro Rente im Monat, aber das wäre, wie gesagt, ein Schluss, denn eine Definition von Altersarmut kommt im Text der beiden Autoren nicht vor. Und so bliebe es fast der Phantasie der Leser überlassen, selbst zu fabulieren, was denn nun einmal Altersarmut sein könne, gäbe es nicht die folgenden, abschließenden Sätze der Autoren:

“Erwerbsarbeit ist der entscheidende Faktor für das Erreichen einer ausreichenden Zahl von Entgeltpunkten und eines armutsvermeidenden Rentenanspruchs. … Von Altersarmut betroffen sind Personen mit geringen Erwerbseinkommen und von Arbeitslosigkeit durchbrochene Erwerbsbiographien sowie alleinerziehende, nicht berufstätige Frauen. Altersarmut droht mit anderen Worten jenen Personen, die bereits im Erwerbsalter von Armut betroffen sind”. (465)

Angesichts der Tatsache, dass Alterarmut im Text von Lewicki und Wigger nicht definiert ist, man als Leser also gar nicht weiß, was die Autoren unter Armut, geschweige denn unter Altersarmut verstehen, sind beide hier etwas freigiebig mit Armut, und vor allem sind sie sehr freigiebig im Unterstellen von Armut, die sie gar nicht gemessen haben. Hier nur ein Paar der impliziten Prämissen, die Lewicki und Wigger ihren Lesern so eben einmal unterschieben wollen:

  • Eine geringe Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist äquivalent mit Altersarmut. Das wäre gerade zu zeigen.
  • “[A]lleinerziehende, nicht berufstätige Frauen” leben in Armut. Das wäre ebenfalls zu zeigen.

Vor dem Hintergrund dieser beiden Prämissen bekommt die Aussage, dass die Erwerbsarbeit der entscheidende Faktor für die Höhe der Rente ist, eine ganz eigene Note, fast eine Note des Bedauerns. Und natürlich suggeriert die zitierte Passage (dritte implizite Prämisse), dass alleinerziehende, nicht berufstätige Frauen Opfer der Gesellschaft und nicht ihrer eigenen Fertilitätsentscheidungen sind, die sie zum alleinerziehen und nicht berufstätig Sein verdammt hat. Und deshalb ist es auch nur folgerichtig, wenn die Autoren nach der Gesellschaft rufen, also nach den Erwerbstätigen, den Leistungsträgern in der Gesellschaft, damit das schwere Los der ungewollt in Schwangerschaft Gepressten und trotz aller Versuche, nicht berufstätigen Mütter erleichtert werden kann.

Ich will diesem Ruf eine kleine eigene Berechnung entgegenstellen. Ich habe den Wert eines Beitragsjahres für Beitragszahler auf Grundlage der Daten von Lewicki und Wigger berechnet (die jährliche Rentenrendite). Die folgende Tabelle gibt die Ergebnisse wieder.

Charakteristik des Lebenslaufes Anteil Frauen Durchschnittliche Erwerbsjahre Rentenanspruch pro Erwerbsjahr
Ausbildung – Erwerbsarbeit – Teilzeit 59,2% 37,90 Jahre 32,50 Euro
Geringe Ausbildung – Erwerbsarbeit 78,4% 37,07 Jahre 37,95 Euro
Ausbildung – Wehrdienst – Erwerbstätigkeit 0% 36.37 Jahre 36,42 Euro
Ausbildung – Kindererziehung – Teilzeit 76,3% 18,55 Jahre 32,17 Euro
Studium – Erwerbsarbeit 40% 16,77 Jahre 61,36 Euro
Studium – Selbständigkeit 27% 16,77 Jahre 44,59 Euro
Ausbildung – Kindererziehung – Wiedereinstieg 64% 15,5 Jahre 27,62 Euro
geringe Ausbildung – Kindererziehung – Teilzeit 99,7% 13,27 Jahre 29,02 Euro
Ausbildung – Kindererziehung – geringfügige Beschäftigung 94,7% 10,75 Jahre 29,95 Euro

Die Tabelle zeigt eine Reihe von strukturellen Eigenschaften des Rentenversicherungssystems in dramatischer Weise:

  • Hohe Bildung lohnt sich, wie sich daran zeigt, dass der jährliche Rentenbetrag mit 61 Euro bzw. 44 Euro deutlich über dem Rentenbetrag liegt, der mit einer geringeren Bildung erreichbar ist.
  • Lebenslanges Einzahlen in die Rentenversicherung lohnt sich nicht, da Frauen, die aus der Ausbildung in die Kindererziehung wechseln und anschließend in geringfügiger Beschäftigung verharren, mit rund 30 Euro pro Beitragsjahr bei nur knapp 11 Beitragsjahren fast die 32 Euro erreichen, die mit einer Erwerbsarbeit von rund 38 Jahren verbunden sind und nicht weit hinter den 36 Euro zurückbleiben, die ein männlicher Lebenverlauf mit mehr als 36 Jahren der Erwerbstätigkeit als jährlichen Rentenanspruch erbringt.
  • Frauen die durchschnittlich knapp 19 Jahre erwerbstätig sind und die Erwerbstätigkeit zur Erziehung von Kindern unterbrechen, stellen sich im Hinblick auf die jährliche Rentenrendite besser als Frauen, die durchschnittlich 37 Erwerbsjahre angesammelt haben, direkt nach der Ausbildung in die Erwerbsarbeit gegangen sind und keinerlei Unterbrechung zur Kindererziehung haben.

Die Rentenversicherung belohnt demnach den Lebensentwurf der Mittelschicht und bestraft vor allem Frauen und Männer aus der Arbeiterschicht, die ihr Leben lang arbeiten und in die Rentenversicherung einzahlen, aus der dann vornehmlich Frauen aus der Mittelschicht überproportional entnehmen.

Es ist also kein Wunder, dass die weitgehend aus der Mittelschicht sich rekrutierende Politiker-Kaste an einem gescheiterten gesetzlichen Rentensystem festhält dessen Wert vornehmlich in der eigenen und der Bereicherung der eigenen Klientel zu bestehen scheint.

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11 Responses to Altersarmut: Wenn das Rentensystem gescheitert ist

  1. Holger Oeft says:

    Man sollte auch nicht vergessen das durch unser inflationiertes Papiergeldsystem deren tatsächliche Deckung bei ca 1% hinterlegten Zentralbankgeld unsere statistischen Anspruchshöhen jedes Jahr wegbesteuert werden. Inflation ist ja eine sehr perfide Besteuerung, da im Allgemeinen unsichtbar und nur zeitlich verzerrt spührbar ist. Was bleibt ist aber das nach 36 Jahren für den eingezahlten Wert in EUR sehr viel weniger ausgezahlt werden muss (Werterhaltungsfunktion von Geld ist nicht gegeben). Rechnet man den Arbeitgeberanteil hinzu, der eigentlich zu den Bruttolohn des Arbeitnehmers gehören müsste – da es ebenfalls Lohnkosten in der GuV einer Gewinnermittlung ist ist der Schaden umso höher. Derzeit wird sogar in der Einkommensteuer so getan als ob die Arbeitgeberbeiträge als “Fremdgeld” abgezogen werden müssen – ein betriebswirtschaftlicher und für die Berechnungsgrundlagen der Sozialversicherung völliger Irrsinn.

    Tatsächlich müsste unser Geld durch den technischen Fortschritt jedes Jahr mehr Wert sein, da Deflation in einer prosperierenden Wirtschaft der Indikator für Wachstum und Wertzuwachs ist.
    Ein Rentensystem würde dann automatisch Sinn machen, wenn Wert in Währung heute gespart wird und ich weiß, dass in 36 Jahren durch Deflation diese automatisch die Wachstumsrendite eingepreist hat. Dies unabhängig von Zinserträgen und sonstigen Zuwächsen.

  2. a.behrens says:

    Von den genannten 1.324.62 muss man noch Steuern und Krankenversicherung abziehen. Beides zusammen ca. 17%(*). Es bleiben dann von der Rente rund 1100,- EUR übrig. Für mich sieht das schon verdächtig nach Altersarmut aus.

    Man kann jetzt auch andersrum rechnen: Wenn jemand mit 2600,- EUR Bruttoeinkommen _keine_ Rente einzahlen würde, sondern pro Monat 20% auf einen Stapel legt, dann hat dieser jemand am Ende rund eine Viertel Million EUR auf dem Stapel. Nimmt man davon pro Monat 1100 EUR weg, reicht der Stapel für 20 Jahre. Was der ungeähren Restlebenserwartung der meisten Rentner entspricht.

    Welches Vermögen ein selbstvorsorgender Rentner hätte, der sein Geld auf ein Sparbuch legt oder gar Aktien kauft, mag jeder für sich selbst ausrechnen.

    (*)Gerechnet: 100% der Rente wird besteuert, zum aktuellen Steuertarif, 14% KV

  3. Dr. Günter Buchholz says:

    Auf den Nachdenkseiten sind Wirtschafts- und Sozialpolitik, insbesondere Rentenpolitik ein zentrales Thema mit zahlreichen Beiträgen, auf die ich hiermit hinweisen möchte:
    http://www.nachdenkseiten.de/?s=Rentenversicherung&Submit.x=12&Submit.y=7

  4. Eike Scholz says:

    Hm,

    dem meisten im Artikel stimme ich zu, nur nicht der Aussage, dass das Rentensystem gescheitert ist. Warum sollte das der Fall sein?

    Dabei ist es egal, ob private oder gesetzliche Rente, da nach dem Mackenroth – Theorem das eh nicht signifikant ist. Es sei den man unterstellt, dass eine Private Verwaltung (von eingezahlten Geldern) weniger Rent-Seeking-Interessen hat, bzw durchsetzen kann, als eine Staatliche.

    Auch impliziert, dass “gesetzlich”, dass eine private Rente das Problem der Alterung der Gesellschaft lösen könnte. Also ob nicht Gewinne aufgrund von Kapital in einer Privaten Versicherung ebenfalls vom Arbeitsfähigen Teil der Gesellschaft erwirtschaftet werden müssen.

    Nun, ja, die Privaten können versuchen im Ausland zu investieren, z.b. in China, Russland, oder Griechenland und hoffen, dass diese Länder sich an ihre Zahlungsverpflichtungen halten bzw halten können.
    Wenn diese Länder sich dann nicht daran halten können, wie z.B. in Griechenland, muss
    man halt den Kapitalismus über Bord werfen … es kann/darf dann ja nicht sein, dass der Gläubiger sein Geld verliert, wenn der Schuldner pleite ist.

    Interessant wird es noch, wenn ein Land wie China oder Russland sich nicht dran halten will. Was dann, militärische Invasion? … geht nicht.
    Also, Investition des Renten-Kapitals im Ausland schwächt die Souveränität eines Landes erheblich, und Deutschland ist daher auch nicht wirklich stark …

    Da gibt es eher ein generelles Problem bei der Altersversicherung, egal ob gesetzlich oder nicht.
    Oder es gibt kein Problem … warum da wohl eine Definition von Armut fehlt ?

    Beste Grüße,

    Eike

    • a.behrens says:

      Das Mackenroth – Theorem klingt absolut einleuchtend. Ist es aber IMO nicht.

      Zum einen kann man auch Produkte aufsparen. Auch für sehr lange Zeiträume. Zum zweiten kann man Produkte auch aus dem Ausland beziehen. Das geht bei einem Rentensystem natürlich nur durch Kapitalverzehr, was ja bei schrumpfender Bevölkerung auch sinnvoll ist und zum dritten (Mein Lieblingszitat von Götz Werner): “Ziel des Kapitalismus ist die Abschaffung von Arbeit.” Klingt nur für Linke (deren erklärtes Ziel “Arbeit für Alle” ist) böse, ist in Wahrheit aber der uralte Traum der Menschheit: Das Schlaraffenland. Produktion würde dann durch Maschinen = Kapital erfolgen.

      Bei einer umlagefinanzierten Rente braucht es zwingend eine wachsende oder zumindest gleichbleibende Bevölkerung. Eine kapitalgedeckte Rente braucht Zeit und politische Stabilität.

  5. Ben says:

    Die Abschätzigkeit, mit der hier die Kindererziehung nicht als gesellschaftliche Leistung anerkannt wird, macht den Artikel sehr fraglich. Jede Altersvorsorge ist letztlich eine Form von Generationenvertrag. Selbst die Aktien, die ich kaufe, brauchen in der Zukunft Menschen, die in den Firmen arbeiten, die ich besitze. Nur dafür braucht es Menschen, die Energie und Lebensleistung in die Erziehung dieser Kinder investiert haben. Den Begriff Altersarmit mal grundsätzlich anzufragen und Teilzeit nicht einfach mit Armut gleichzusetzen ist jedoch mehr als berechtigt.

    • Wo sehen Sie hier eine Abschätzigkeit? Wie wäre es mit einem Beleg? Aber Sie haben Recht, ich sehe Kindererziehung nicht als gesellschaftliche Leistung, zumal: ist es nicht so, dass Eltern Kinder in die Welt setzen, weil sie sich Kinder wünschen? Und jetzt kommen Sie daher und sagen, Kinder in die Welt zu setzen und sie zu erziehen, sei deshalb der Fall, weil man sich für die Gesellschaft nützlich machen will. Schon seltsam…

    • Holger Oeft says:

      Ich hätte gern einmal meinen schriftlichen Abzug des Generationvertrag. Ich habe ihn leider noch nie gesehen oder unterschrieben… Gibt es ein Recht zur Wahl des Investment oder auf Kündigung und Einlagensicherung wie bei Vertägen zum beidseitigen Vorteil üblich?

      • :)) Ich schließe mich dem an – insbesondere würde ich gerne die Investitionsoptionen sehen und einen Nachweis über die Verwendung der eingezahlten Mittel. Man sollte ja denken, dass öffentliche Finanzinstitutionen wie die GRV deutlich transparanter sind als private Institutionen und die entsprechenden Informationen leicht verfügbar sind. Entsprechend freue ich mich und ich denke, Herr Oeft freut sich auch, auf die entsprechenden Links und Informationen.

        • opethbass87 says:

          Also das ist einfach: Es gibt !keine Investition im klassischen Sinne bei der GRV. Diese hat nur einen Bargeldpuffer von einigen Milliarden, quasi Umlaufvermögen.

          Deine Beiträge in die GRV werden direkt wieder ausbezahlt. Was du erwirbst, sind eine Art Genussrechte auf das Arbeitseinkommen der nächsten Generation. Und das völlig transparent nach der aktuellen Rentenformel, bei der die Rentenbeiträge gewichtet nach jeweils erreichten Rentenpunkten auf die Masse der Rentner ausbezahlt wird.

          Wenn du Aktien hast, nutzt du die Wirtschaftsleistung von Unternehmen – ggf. international. Bei der Rente ist es eben die zukünftige Arbeitsleistung der Gesellschaft.

          Ich finde aber, dass a.Behrens auch einen wichtigen Punkt hat: Die Leistungen, die “Vom Kapital” erbracht werden, also von Maschinen zu bestimmten Stundensätzen, stehen der GRV nicht zur Verfügung, sondern den Kapitaleignern = Aktionären/bzw. Gesellschaftern. Unter der Annahme totaler Automatisierung (glaub ich nicht), wäre die GRV Finanzierung in Gefahr. Oder aber man erhebt RV Beiträge auf Kapitalerträge. Die Politik ist da flexibel ;-).

  6. Allerdings sollte man betonenen, dass das Hauptscheitern nicht an “gesetzlich” liegt (wenn ich auch nicht unbedingt ein Freund davon bin), sondern daran, dass spätere Generationen für frühere zahlen—eine Fehlentscheidung die leider auch andere Länder gemacht haben, durch ein zu kurzfristiges, optimistisches, oder populistisches Denken. Besser wäre wenn man für seine eigene Zukunft sparen würde.

    Sonst, könnten Sie die Berechnung der Tabelle erläutern? Die Jahreszahlen sind mir besonders unklar, wo ein Studium ganze zwanzig Jahre von der Arbeitszeit wegnimmt.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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