Samuel Salzborn: Der neue Stern unter den Bildungsimaginierern

Samuel SalzbornSamuel Salzborn hat es von der Gewerkschaft zur ARD geschafft. Sein Gastspiel in der Gegenblende des DGB, das dadurch gekennzeichnet war, dass er einen himmelschreienden Unsinn über Max Weber und Adam Smith verbreitet hat, hat ihn dazu qualifiziert, als “Professor für Grundlagen der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der Georg-August-Universität in Göttingen”, in der ARD als Experte über die AfD, ihre Wähler und ostdeutsche Nichtwähler und jeden, der nicht so will, wie er es sich vorstellt, herzuziehen. Ganz im Sinne eines eingebildeten Demokraten verbreitet er unfundierte, unbegründete Behauptungen und bewertet auf einer Basis von Nichts, ganz so wie es ihm gefällt.

Wir haben es bei Salzborn ganz offensichtlich mit dem zu tun, was manche Professoren der alten Garde eine neue Generation von Wissenschaftler nennen, keine Ahnung von irgend etwas, aber eine unangemessen große Klappe.

Hier ein paar Kostproben im Originalton:

(1) “Es war zu erwarten, dass bei der Europawahl oder bei Landtagswahlen in östlichen Bundesländern eine Partei erfolgreich sein kann, die vor allem eine demokratieferne Klientel bedient…”.

(2) “… es gibt auch sehr viele Bürgerinnen und Bürger, die nicht partizipieren wollen, die sich schlichtweg weigern, die demokratischen Angebote zu nutzen. … Wähler, die vor allem meckern statt sich aktiv und kontinuierlich zu beteiligen … Wähler, die sich beklagen, dass nicht alles genauso läuft, wie sie es sich vorstellen…”

(3) “Viele Forderungen in der dünnen Programmatik der AfD sind kaum realistisch …, Wirtschaftspolitisch widersprechen sich AfD-Forderungen … das ist ein heilloses Chaos…”

(4) “Das Nichtwählen kann Ausdruck einer extremen Passivität sein, wonach es den Bürgerinnen und Bürgern zunehmend egal ist, was passiert, weil man im Großen und Ganzen zufrieden ist. Denn wenn man nicht wählt, ist man nicht willens, irgendetwas zu verändern. Das Nichtwählen ist ein politischer Akt, denn wer nicht wählt, unterstützt letzendlich die Mehrheitsverhältnisse”.

Die neue Kunst in der Politikwissenschaft besteht offensichtlich darin, unbegründete Behauptungen aufzustellen und Teile der Bevölkerung zu beleidigen, welche? Das ist einfach:

(5) “Mit der Wahlpflicht könnte man sozial schwache und bildungsferne Schichten stärker einbinden und aktivieren….”

Wie gut, dass wir den sozial starken Bildungsimaginierer Samuel Salzborn haben, der es auf einen Lehrstuhl geschafft hat, obwohl er denkt, der im 18. Jahrhundert lebende Adam Smith sei verantwortlich dafür, dass die Bankenrettung der letzten Jahre auf Kosten der Bevölkerung gegangen sei, denn Salzborn weiß, wo das Problem sitzt: Nichtwähler sind sozial schwache und bildungsferne, die nicht wissen, was Demokratie eigentlich ist, die denken, alles müsse genau so laufen, wie sie das wünschen (und nicht etwa, wie Salzborn es sich wünscht) und wenn nicht, dann stellen sie sich in die Schmollecke, meckern und gehen nicht wählen.

SS deportiert SozialdemokratenOder, schlimmer noch, sie gehen wählen und wählen die AfD, jene Partei aus Widersprüchen, die Salzborn geortet hat, aber die er nicht mitteilen kann, jene Partei des Chaos, das so chaotisch ist, dass es Salzborn behaupten, aber nicht in seinen Inhalten vermitteln kann, jene Partei einer dünnen Programmatik, die aber dennoch zu komplex für Salzborn zu sein scheint, denn nicht einmal dem Dünnen, kann er einen Beleg für seine Behauptungen entnehmen.

Und die Lösung des Problems ist für Salzborn die Wahlpflicht, denn da gibt es welche, die “sich schlichtweg weigern, demokratische Angebote zu nutzen”. Wo kommen wir hin, wenn demokratische Angebote nicht angenommen werden? Am Ende denkt noch jemand, die derzeitigen demokratischen Angebote, die ihm gemacht werden, seien nicht gut genug, denkt, er habe Besseres verdient, ein anderes Angebot zum Beispiel. Nicht mit Salzborn! In Salzborns Demokratie herrscht Ordnung, und es wird gewählt, was auf den Tisch kommt, und dass die AfD ihre Suppe nicht anbieten kann, dafür wird Salzborn persönlich Sorge tragen.

Wie? Indem er eine Demokratie-Nähe-Prüfung der Wahl vorschaltet. Denn: Vergessen wir nicht, Salzborn weiß, dass die AfD eine “demokratieferne Klientel” anzusprechend in der Lage ist (man kann sich richtig vorstellen, wie Salzborn diesen demokratiefernen Abschaum aus sozial schwachem bildungsfernem Niveau und mit einem “faulen Standpunkt”, diese Unterdemokraten verabscheut). Entsprechend wird nach Salzborn die Wahlpflicht eingeführt und vor der Stimmabgabe müssen die Wähler die Liste der richtigen Parteien auswendig aufsagen. Wer es nicht kann oder eine falsche Partei, z.B. die AfD nennt, der wird von der Wahl ausgeschlossen und ins Internierungslager gesteckt, wo er dann zum richtigen demokratienahen, zum echten Salzborn-Demokraten erzogen wird.

Wer solche bildungsimaginierende Professoren für Grundlagen der Sozialwissenschaften hat, der braucht keine Faschisten mehr.

Nachtrag;

Der Witz an der Demokratie besteht übrigens darin, dass jeder politische Angebote machen kann und jeder politische Angebote wahrnehmen oder nicht wahrnehmen kann. Wer politische Angebote diffamiert oder Wähler bestimmter Angebote abwertet, hat nicht nur keinerlei Respekt für die freie Entscheidung anderer, er hat auch keine Ahnung davon, was eine Demokratie ausmacht. Wie die Dinge so liegen, qualifiziert ihn das heutzutage für einen Lehrstuhl im Fachbereich Politikwissenschaft.

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6 Responses to Samuel Salzborn: Der neue Stern unter den Bildungsimaginierern

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  2. karstenmende says:

    Oha! Da gibt es also einen Samuel Salzborn (nie zuvor gehört), der die dummen, verdrossenen Ostler mit der Wahlpflicht beglücken will. Paradox an der Sache ist, dass die Ossis 1989 gegen den Sozialismus auf die Straße gegangen sind, und anschließend an ihren “Sieg” die Demokratie auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen wurde.

  3. Bill says:

    Hi, ein vergleichbares Sich-Auf Die-Schulter-Klopfen der staatstragenden, über dem antisemitischen Strassenpöbel stehenden, Elite findet sich aktuell in der Zeit:
    “Doch die Eliten des Landes halten dicht zusammen. Die Frage ist nur, ob die verführten, verführbaren Menschen im Land ihnen zuhören wollten.”
    (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/antisemitismus-demonstration-berlin)

  4. lernender says:

    Weil es zum Thema passt..

    http://opposition24.de/de/content/r%C3%BCckkehr-der-frauenpartei-frauen-die-macht

    Auszüge..

    “Zunächst, es ist nicht meine Partei und wir sind auch offen für Männer. Aber unsere Politik soll sich nicht auf reine Frauenthemen beschränken, denn diese gibt es gar nicht. Die Frauen von heute sind weitgehend emanzipiert. Wir wollen die Politik aus einer rein weiblichen Sicht angehen, denn viele Probleme von heute rühren immer noch von der traditionell männlichen Sichtweise her”

    Aha

    “Wir predigen nicht den Sozialismus, sondern die Würdigung des weiblichen Prinzips, das in unserer Gesellschaft lange unterdrückt wurde. Weibliches Wirtschaften würde global betrachtet bedeuten, dass es in den Entwicklungsländern eben keinen Hunger mehr gibt.”

    Ok

    Und Zalando hat eine ethisch nicht vertretbare Geschäftsidee, weil sich Frauen vom Essensgeld ihrer Kinder Schuhe kaufen..

    “Solche Geschäftsideen sind ethisch nicht vertretbar. Der Profit muss der Versorgung aller nachgeordnet werden – das ist das frauliche Prinzip, das wir vertreten.”

    Das Fazit ist, mit der weiblichen Emphatie, einhergehend der weiblichen Sicht auf das Wirtschaften, würde es nie wieder Versorgungsprobleme für alle Menschen auf Erden geben, keine Geschäfte mehr, die unethisch profitabel wirtschaften anstatt vorrangig auf (kostenfreie) Versorgung der Kunden zu achten und das alles sind natürlich keine Heilsversprechen des Sozialismus, sondern das *räusper* weibliche Prinzip und die weibliche Sichtweise.

    Vielleicht gehts jetzt dem Ende zu, denn wie anders als Wahnsinn im Endstadium soll man das bezeichnen, was eine erwachsene designierte Parteigründerin von sich gibt?

  5. miller says:

    Samuel Salzborn ist ein Vordenker der linkesextremen Antideutschen.(Siehe seine Publikationen)

  6. Demokrat aus dem Osten des Landes says:

    Man könnte meinen, dass der Artikel und die Kommentare gestern und heute (Feb 2016) geschrieben wurden. Es war, ist und bleibt aktuell. Leider zeigt das auch, dass sich nichts ändert. Egal wie katastrophal die Lage auch ist oder noch werden wird.
    Was heisst das für die Deutsche Demokratie?
    Deutschland schafft sich ab, unter anderem mit der Hilfe solcher Professoren.
    Breite Schichten der Bevölkerung haben sich an die Versorgung durch den Staat und deren ihn tragenden politischen Institutionen gewöhnt. Sie sind inzwischen soweit hinsichtlich ihres Gefühls für Eigenverantwortung degeneriert, dass sie sich eine von der persönlichen Freiheit geprägte Gesellschaft gar nicht mehr vorstellen können.
    Sie fürchten um ihren persönlichen Status und sehen eine Lösung für ihr Problem nur darin, das freiheitliche Denken all denjenigen abzusprechen, die in ihren Überlegungen zu anderen Bewertungen des Zustandes unserer Republik kommen.
    Alternative Lebensentwürfe, die die ganzen linksliberal orientierten Deutschen für sich gern reklamieren und in Anspruch nehmen, werden dem polischen Gegner abgesprochen. Es findet kein Wettstreit der Meinungen mehr statt. Andersdenkende werden wieder diffamiert, hetzerisch verfolgt, in die Naziecke gestellt und der Versuch unternommen, sie vom politischen und medialen Diskurs auszuschließen. Beispiele kann man täglich finden.

    Die Demokratie im Lande ist in Gefahr. Aber anders als medial berichtet, nicht von rechten Populisten, sondern vom gesamten politischen und medialen Apparat.

    Die Diktatur im Osten des Landes wurde hinweg gefegt, vorallem wegen der Abwesenheit persönlicher gelebter Freiheit – beim öffentlichen Äußern des eigenen Denkens. Sind wir schon wieder soweit..?

    “Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.”
    (Zitat von Ignazio Silone – Schriftsteller und Sozialist)

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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