Zweierlei Maß im Verharmlosungs- oder Hämejournalismus

Nachdem Lügenpresse zum Wort des Jahres gekürt wurde (oder war es das Unwort des Jahre?), kann man ein weiteres Wort in die Phalanx der Beschreibungen nach-moderner Versuche, Presse zu betreiben, einfügen: Den Verharmlosungs- oder Hämejournalismus.

Verharmlosungs- oder Hämejournalismus zeichnet sich dadurch aus, dass er einen Skandal zu einer Begegebenheit reduziert, die eigentlich nicht weiter erwähnenswert ist, keiner Aufregung würdig ist, entsprechend keiner weiteren Aktivitäten bedarf und der denen, die er betrifft, sowieso recht geschieht.

Ein besonders krasses Beispiel hat die FAZ gerade geliefert, die in einer nicht mehr akzeptablen Art und Weise Forschungsergebnisse die einen Tsunami belegen, darstellt, als wäre das Wasserglas in Nachbarhaus übergeschwappt.

MPIfG_LutterAusgangspunkt ist die von Mark Lutter und Martin Schröder durchgeführte und unter dem Titel “Who Becomes a Tenure Professor, and Why?” als MPIfG Discussion Paper 14/19 publizierte Untersuchung, die wir vor einigen Tagen vorgestellt haben. Es ist die erste Untersuchung, die klipp und klar belegt, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie diskriminiert werden:

  • Weibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Das nennt man eine krasse Diskriminierung. Es ist ein Verstoß gegen jede Version eines Leistungsprinzips, das gewährleisten soll, dass die besten und leistungsfähigsten Bewerber in Positionen gelangen, und es ist eine Verletzung des Prinzips der Meritokratie mit allen negativen Effekten, die diese Verletzung auf die Bereitschaft leistungsfähiger Männer hat, sich im Fach Soziologie zu engagieren.

Man muss kein Prophet sein, um vorhersehen zu können, dass die Soziologie über kurz oder lang zu einem Market for Lemons verkommen wird, wenn die Diskriminerung von Männern nicht beendet wird (aber vielleicht ist sie auch schon ein Market for Lemons, immerhin hat die Soziologie den höchsten Anteil von Gender Studies aller Fachbereiche an Hochschulen).

Eigentlich ist das Ergebnis von Lutter und Schröder also eine Katastrophe für eine Gesellschaft, die Wohlstand zur Zielsetzung hat und immer noch behauptet, im Bildungssystem und der Gesellschaft als Ganzes ginge es um Meriotokratie. Eigentlich ist das Ergebnis von Lutter und Schröder ein Ergebnis, das man in Superlativen beschreiben müsste.

Eigentlich.

Uneigentlich wird bei der FAZ ein Verharmlosungs- und Hämeartikel daraus, der es einem wirklich schwer macht, sich nicht zu übergeben.

Es beginnt schon im Untertitel:

“Wer in der Sozialwissenschaft in den Professorenrang aufsteigen will, muss noch immer vor allem vielfältige Veröffentlichungen vorweisen. Aber es schadet auch nicht, eine Frau zu sein – im Gegenteil.”

Statistik verstehenManche Journalisten schaffen es bereits im ersten Satz, ihre komplette Unkenntnis in genau ein Wort zu fassen, hier: Sozialwissenschaften. Für den Fall, dass es Philosophen, Politikwissenschaftler oder Literaturwissenschaftler o.a. nicht wissen: Ihr seid alle Anhängsel der Soziologie, denn die Soziologie ist die einzige Sozialwissenschaft, jedenfalls nach Kenntnis des kenntnisarmen Redakteurs der FAZ, der wohl aus guten Gründen nicht namentlich genannt werden will.

Man stelle sich vor, die Untersuchung von Lutter und Schröder hätte das Ergebnis erbracht, dass Frauen mehr publizieren müssen als Männer und länger auf eine Professur warten müssen als Männer, was wäre wohl passiert? Hätte ein unkenntnisreicher Redakteur der FAZ dann von “es schadet auch nicht, ein Mann zu sein – im Gegenteil” geschrieben? Oder wären ihm dann die Superlative eingefallen, die ihm nicht einfallen, wenn derselbe Skandal dummerweise Männer trifft?

Ob hier Feigheit bei Redakteuren dazu führt, dass Ergebnisse nicht als das dargestellt werden, was sie sind, dass verharmlost und beschwichtigt und Häme ausgeschüttet wird, oder ob Redakteure die herausragenden Exemplare dessen sind, was Harold Garfinkel “Cultural Dopes” genannt hat, Akteure, die nicht selbständig, sondern nur im Rahmen vorgegebener Bahnen denken könnne, ist bislang eine offene Frage.

Im FAZ Beitrag folgt eine Darstellung der Arbeit von Lutter und Schröder, die einerseits vermuten lässt, wie selten statistische Kenntnisse unter Redakteuren zu sein scheinen, andererseits das Ergebnis der Analyse der beiden Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts fast auf den Kopf stellt:

“Die Studie bestreitet auch die gängige Annahme, dass akademische Leistungen von Frauen in der Soziologie weniger anerkannt würden als die von Männern: Frauen müssen für eine Professur im Schnitt deutlich weniger publizieren. Bei sonst gleichen Faktoren liegt ihre Chance auf eine Professur 1,4 Mal höher.”

Was hier beschrieben wird, ist die Diskriminierung von Männern. Die Diskriminierung von Männern kommt jedoch nicht als Diskriminierung von Männern daher, nein, sie wird dargestellt als wäre sie ein erfreuliches Ergebnis, denn: Frauen werden in der Soziologie gar nicht “weniger anerkannt”. Darüber müssen wir uns doch freuen, auch dann, wenn die nicht geringere Anerkennung mit der Diskriminierung von Männern, der 1,4fachen Diskriminierung erkauft wird. Und damit auch niemand diesen vom Redakteur der FAZ vermutlich als erfreulich gesehenen Schlag in das Gesicht eines jeden, der noch denkt, Leistung lohne sich, falsch versteht, kommt im nächsten Abschnitt das unvermeitliche Framing, der Psalm, der die Grundlage für weitere Männerdiskrimierung liefern soll:

“Trotzdem waren unter den Befragten, die eine feste Professur erreichten, nur 31 Prozent weiblichen Geschlechts. Der Anteil von Frauen an der Gesamtuntersuchung hatte noch bei 41 Prozent gelegen.”

Wir sehen: dass Männer diskriminiert werden, und zwar ganz konkrete Männer, die sich auf eine ganz konkrete Professur beworben haben, dient einem höheren Ganzen, dem heiligen Ziel der Gleichstellung, der 50:50 Verteilung, denn trotz der Diskriminierung von Männern gibt es immer noch nur 31% weibliche Professoren. (Seltsamerweise werden Genozide auch immer damit begründet, dass sie einem höheren Ganzen dienen.)

Hätte der Redakteur auch nur einen blassen Schimmer von statistischen Methoden, er hätte das Ergebnis der Untersuchung nicht in der Weise verkehrt, wie er es hier getan hat, denn: dass es noch 69% männliche Professoren gibt, ist der Grund dafür, dass der Redakteur der FAZ verkünden kann, dass “noch immer vor allem vielfältige Veröffentlichungen” den Weg zur Professur bahnen.

Unter diesem generellen Trend, verbirgt sich jedoch ein anderer Trend, der diesen Zusammenhang mit jedem weiblichen Bewerber, der auf eine Professur berufen wird, abschwächen wird: Frauen müssen weniger Publikationen vorweisen als Männer und erhalten schneller als Männer eine Professur, und weil dem so ist, muss man kein Prophet sein, sondern einfach nur Kenntnisse statistischer Methoden haben, um vorhersagen zu können, dass die derzeitige Diskriminierung von männlichen Bewerbern in 5 vielleicht in 10 Jahren dazu geführt haben wird, dass die “vielfältigen Veröffentlichungen” nicht mehr die Erklärung für eine Berufung darstellen, sondern die Erklärung dafür, dass eine Berufung nicht erfolgt ist.

Wir haben an dieser Stelle schon öfter die Frage gestellt, wie moralisch verkommen man eigentlich sein muss, um konkrete Individuen aufgrund der Tatsache, dass sie männlich sind, zu diskriminieren, um der Gruppe der Frauen als Gesamt vermeintlich Vorteile zu verschaffen.

Es bleibt daher nur die Frage anzufügen, was diejenigen, die derzeit Gender Sponging auf Kosten des gesellschaftlichen Wohlstands betreiben, denken, wer ihre Rente und ihr Auskommen zahlen wird, wenn sie nicht mehr direkt vom Nutznießen leben können, denn zwei Dinge sind klar: Wenn deutlich ist, dass Leistung sich nicht lohnt, dann werden immer mehr Leistungsfähige zu Leistungsunwilligen, denn warum sollen sie leisten, es bringt doch sowieso nichts. Und wer sich dennoch nicht von dem Leisten-Wollen trennen kann, der wir dahin gehen, wo seine Leistung nach wie vor einen Unterschied macht: Ins Ausland.

Als Ergebnis finden sich mittelmäßige Hänger auf Lehrstühlen und ein einst vielversprechendes Fach wird der politischen Korrektheit geopfert.

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

  • Prof. Dr. Peter A. Berger,
  • Prof. Dr. Nicole Burzan,
  • Prof. Dr. Stephan Lessenich,
  • Prof. Dr. Michaele Pfadenhauer,
  • Prof. Dr. Uwe Schimank,Prof. Dr. Paula-Irene Villa,
  • Prof. Dr. Georg Vobruba,

schweigt nach wie vor zur Untersuchung aus dem MPI. Dass männliche Bewerber diskriminiert werden, so muss man daraus schließen, ist den Mitgliedern des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vollkommen egal, wenn sie es nicht gar befürworten.

Wer das nicht glauben will, der kann einen hier verlinkten Text, in dem die Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie um eine Stellungnahme gebeten werden, per eMail an die Mitglieder verschicken (eMail-Adressen sind zum Cut and Paste ebenfalls vorhanden) und warten, ob er eine Antwort erhält.

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13 Responses to Zweierlei Maß im Verharmlosungs- oder Hämejournalismus

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Zweierlei Maß im Verharmlosungs- oder Hämejounalismus | netzlesen.de

  2. Bis heute ist bei mir von KEINEM der angeschriebenen Personen eine Antwort eingetroffen. Um das Wort einmal richtig zu gebrauchen, möchte ich bei den erwähnten Positionsbesetzungen von der ‘Annexion akademischer Vorstandsposten’ sprechen. Deren Aufgabe sollte es eigentlich sein, sich für Aktivitäten ihres Geltungsbereiches öffentlich zu äußern und ihren Leistungsträgern (Steuerzahlern) Auskunft zu erteilen. Die offensichtliche Weigerung hierzu spricht Bände.

  3. rote_pille says:

    wie schafft man es eigentlich, frauen zu bevorzugen, ohne eine anklage wegen missachtung des grundgesetzes artikel 3 zu bekommen? hat das bundesverfassungsgericht je den unterschied zwischen gleichBERECHTIGUNG und gleichSTELLUNG herausgestellt?

    • meier, hans (kempten) says:

      Bevorzugung wird damit begründet, dass dadurch eine bestehende Benachteiligung ausgeglichen werde. Das ist eine sehr pauschale Formulierung. Faktisch müsste in jedem konkreten Fall jeder benachteiligte Mann klagen – würde er den Nachweis einer bestehenden Benachteiligung der bevorzugten Frau ihm gegenüber verlangen, dürfte es viele pittoreske Konstellationen vor Gericht geben (z.B. angeblich bevorzugter Arbeitersohn gegen Einstellung angeblich benachteiligter Professorentochter etc.).

      Leider ist in den meisten Fällen nicht festzustellen, ob Quotenbevorzugung wirksam war: Realistischer Weise schickte jeder zig Bewerbungen ab, Verfahren können zwei Jahre dauern (bis dahin hat man schon fast vergessen, dass man sich auch dorthin beworben hat), jede Absage ist nur eine Absage mehr und nicht so wichtig wie die Verfahren, bei denen man einen Schritt weiter gekommen ist. Und v.a.: Man erfährt ja den Grund der Absage nicht, die Absagen sind so formuliert, dass sich aus ihnen kein Klagegrund ergibt, man muss also erstmal den Vergleich erklagen mit den Unterlagen der siegreichen Konkurrentin, ohne vorab wissen zu können, ob diese nicht vielleicht doch Trümpfe in der Hand hatte, die ihre Auswahl objektiv rechtfertigen.

      Die Unöffentlichkeit der Verfahren ist das Hauptproblem. (Übrigens hat es mal eine Zeit gegeben, da haben Feministinnen diese Unöffentlichkeit – sehr zu Recht – beklagt. Seit Frauenbeauftragte zugezogen werden müssen, deren Einflussnahme auf ein Verfahren sich jeder öffentlichen Kontrolle entzieht, ist diese Klage schlagartig verstummt – real haben wir es in vielen Fällen wohl mit einem unöffentlichen Geklüngel zu tun, zu dem nun eben auch die Frauenbeauftragte beiträgt nach dem alten do-ut-des-Muster: Mal bekommt sie ihre Frau, mal dafür jemand anderes wen anderes. Lässt sich alles absprechen – und die Frauenquote ist nur ein zusätzlicher Faktor im Spiel, mit dem dann halt das Ganze noch eine zusätzliche Komplexitätsdimension erhält; ärgerlich für die Beteiligten ist nur, dass sie so schematisch formuliert ist, dass sie zur Schwachstelle des Systems wird, weil an ihr Willkür sichtbarer wird wie an keiner anderen Stelle – aber eben auch nur im Allgemeinen, nicht im konkreten Verfahren, solange zumindest keiner klagt oder das Verfahren wie im Professorinnenprogramm schon ganz entstellt ist und aller rechtsstaatlichen Prinzipien sichtbar beraubt).

  4. meier, hans (kempten) says:

    Mal ne historische Parallele: Im Kaiserreich war es – nicht aufgrund von Gesetzen, sondern von sozialer Praxis (aber ist die Anwendug oder Nicht- oder Teilanwendung von Gesetzen etwas anderes als soziale Praxis?) – für jüdische Wissenschaftler sehr viel schwieriger, einen Lehrstuhl zu bekommen alsa für nichtjüdische. Das ergebnis lässt sich aus jeder wissenschaftsgeschichte leicht ersehen: Der Leistungsdruck auf die jüdischen Wissenschaftler, die Professoren werden wollten, war weit höher mit dem Ergebnis, dass sie tatsächlich weit mehr leisteten.

    Man den ganzes Quotismus deshalb auch deuten aks zusätzliche Leistungspeitsche für Männer. Faktisch bedeutet die Quotenformulierung (“bei gleicher Qualifkation” – wobei offensichtlich niedrigere schon ausreichend ist) dass man als Mann SEHR VIEL besser sein muss, als die weibliche Konkorrenz, als: Kein Mann hat eine Chance, der so schlecht ist wie die beste weibliche Bewerberin – wobei “so schlecht” die Möglichkeit beinhaltet, dass er innerhalb eines von Fall zu Fall unterschiedlich breiten Interpretationsrahmens besser ist.

    Von Männern wird also mehr gefordert, ihr Leistungsvermögen wird durch ungünstige Umstände herausgefordert und trainiert. All die Fördermaßnahmen für Frauen – man sehe sich nur mal die erbärmlichen Inhalte der “Ich-werde-Professorin”-Programme an! – bedeutewn aus dieser Sicht eine Hemmung, Benachteiligung und DISKRIMINIERUNG der Leistungsfähigkeit von frauen. Durch Scheinförderung wird sie in vielen Fällen tatsächlich eher behindert.

    Letztlich ist eine Professur ja keinerlei Gewähr für wissenschaftliche Leistung und Unsterblichkeit. Oft sind es gerade die vom Betrieb ausgesonderten außenseiter, die die tatsächlch bahnbrechenden Leistungen erbringen, sei es ein Physker, der als Angestellter in einem Patentamt Unterschlupf gefunden hatte (Einstein), sei es ein Philosoph, der als Lehrer arbeitet (Wittgenstein), sei es der Begründer eines neuen Fachgebiets, der als selbständiger Freiberufler tätig war (Freud), sei es einer der größten Erfinder alle Zeiten, der nie eine formale korrekte Ausbildung (Schule, Uni) zu erhalten die Chance bekam.

    Das Quotengezetere zeugt v.a. von einem: Von völligem Desinteresse an großartiger Leistung und den Bedingungen, unter denen sie zustande kommt.

    Das Ganze ist soziologisch hochinteressant, moralisch sehr bedenklich, psychologisch aussagekräftig, juristisch brandgefährlich, ökonomisch kontraproduktiv, aber aus streng wissenschaftlicher, an konkreten Ergebnissen interessierter Sicht nur Eines: Irrelevant.

    Bringt nix.

    • Michael says:

      So einer Logik gabs bei einer Studie über Mädchenbevorzugung an Schulen auch schon mal. Grundtenor: Wir brauche mehr Mädchenförderung, weil die bestehende Mädchenbevorzugung die Mädchen verhätschelt und Sie sich ihrer eigenen Leistung nicht mehr sicher sein können…

      • meier, hans (kempten) says:

        Dabei gehts natürlich nicht um die Mädchen (denen schadet das Ganze ja), sondern um die einzigen Profiteure der Förderung, nämlich die staatlich bestallten Förder und -Innen.

        Ein geschlossenes System: A lebt davon, B zu fördern und verbringt einen Teil seiner bezahlten Arbeitszeit damit, die Förderungsbedürftigkeit von B nachzuweisen, was desto leichter wird, je mehr Förderung A hilflos macht, also in einen Zustand bringt, der A als förderungsbedürftig darstellen soll.

  5. Sven H. Schillings says:

    Das einzig Positive an diesem Artikel sind die Leserbriefe, die deutlich auf die Probleme der Gender-Verseuchung hinweisen. Seltsam aber, dass der Artikel anonym geschrieben wurde- ich tippe daher auf eine der zahlreichen Redakteurinnen; in den Medien- vor allem dem öffentlich-rechtlichen Gebührenverbrennungsbetrieb – sind Frauen eindeutig in der Mehrheit. Leider war die Kommentarfunktion bereits abgeschaltet; die Resonanz der Leser war wohl nicht genehm.

    • Ich tippe darauf, dass es eine Verbindung zwischen dem Vorstand der DGS und der FAZ gibt, und damit die nicht offen sichtbar wird, hat man den Namen des Redakteurs weg gelassen.

  6. Hm. Ich habe den Satz “Aber es schadet auch nicht, eine Frau zu sein – im Gegenteil.” durchaus als Ironie gelesen…?

    Und der Passus “Trotzdem waren unter den Befragten, die eine feste Professur erreichten, nur 31 Prozent weiblichen Geschlechts. Der Anteil von Frauen an der Gesamtuntersuchung hatte noch bei 41 Prozent gelegen.” ist doch eine reine Feststellung. Man kann ihn durchaus auch so lesen, dass er zeigt, dass Frauen hier noch nichtmal mit Bevorzugung mit den Männern gleichziehen. Von einem höheren Ganzen wird nicht gesprochen. Und der Griff auf das Genozid ist nun wirklich etwas weit.

  7. Mal nachdenken says:

    Die “market for lemons”-These könnte man inzwischen, würde ich meinen, auf große Teile unserer globalisierten Wirtschaft übertragen. Da es ja nur noch um “billig” (nicht um Qualität) geht – jedenfalls bei der überwiegenden Masse der Produkte sowie in allen personalintensiven Bereichen wie eben der Universität – und das auch langsam allen klar ist. Insofern sind wir da wohl schon in Phase 4 von 5 (Rückzug von Anbietern guter Produkte), was mindestens für den Lebensmittelmarkt, den Kleidungsmarkt und, ja auch, den Arbeitsmarkt selbst gilt. Und Professuren sind inzwischen nichts anderes mehr als bloßer Teil des Arbeitsmarktes. Alleinstellend für die Professuren ist dann lediglich, daß – im Gegensatz zum Autokäufer – der ehemalige “Käufer” der Ware (also der Student) mittels Professur zum “Verkäufer” wird. Es sind dann diejenigen Professor, die auch gar nichts anderes anzubieten haben als Mittelmäßigkeit, wodurch in der Folge auch nur denen das universitäre Angebot als dauerhaft attraktiv erscheint, die mehr als diese Mittelmäßigkeit gar nicht verlangen können oder wollen.

    In der Soziologie ist dieses Problem nur inzwischen schon so tief eingedrungen, daß man es recht einfach messen kann. Da aber auch alle anderen Fachbereiche zu diesem Zustand weiträumig und laut schweigen, kann man davon ausgehen, daß es dort nicht viel besser bestellt ist.

    Daß die Vielzahl an Publikationen bald ein Sargnagel sein könnte ist übrigens auch deswegen wahrscheinlich, weil zumindest in der bloßen Zahl der Publikationen ja noch eine Art Leistungswettbewerb besteht (nämlich eben der Wettlauf um die meisten Veröffentlichungen). Aber gerade die ausgeleierten Elfenbeintürmler, die das seit vielleicht 10-20 Jahren so praktizieren, haben auf den recht zeitfressenden Stuß alsbald keine Lust mehr und dann gerät man schnell in Mißkredit, wenn man sozusagen alle mitzwingt, mit der eigenen Publikationszahl mitzuhalten, sofern man einer der übereifrigen ist. Frauen haben hier noch einen natürlichen Vorzug, nämlich den mit der Schwangerschaft, die in die Publikationsdichte ja sicher ein Loch reinreißt; während man gleichzeitig seine eigene professorale Faulheit super damit übertünchen kann, daß man den hilfesbedürftigen (behinderten) Subjekten hilft…ein win-win!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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