Gesetzliche Rentenversicherung: Ein schlechtes Geschäft – vor allem für Männer

Holger Lüthen hat im Wochenbericht des DIW die Verzinsung von Rentenbeiträgen für die Geburtsjahrgänge 1935 bis 1945 berechnet. Das Besondere an seiner Analyse besteht darin, dass die Berechnung auf Grundlage tatsächlicher Erwerbsverläufe und tatsächlicher Rentenbezüge erfolgt ist. Möglich macht dies der der Wissenschaft zur Verfügung stehende Teil der Versicherungskontenstichprobe, in dem Daten für 55% bis 73% der Rentner der Jahrgänge 1935 bis 1945 zur Verfügung stehen.

Das Ergebnis der Berechnung, die u.a. auf den tatsächlichen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung, der tatsächlichen Höhe der Rentenbezüge, der Überlebenswahrscheinlichkeit sowie bei Heirat der Sterbewahrscheinlichkeit des Partners des jeweiligen Rentners basiert, ist nicht sonderlich überraschend:

  • Government helpDie Rendite der Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung ist für Männer deutlich geringer als für Frauen.
  • Vor der Rentenreform von 1992, die den Rentenbezug vor Erreichen des Regelalters mit einem Abzug von 0,3% pro Monat, der vorzeitig in Rente gegangen wird, belegt hat, erreichen Männer der Geburtsjahrgänge 1935 bis 1945 eine Rendite von 2,4%, Frauen eine Rendite von 5,2%. Nach der Rentenreform von 1992 sinkt die Rendite auf 1,2% für Männer und 3,7% für Frauen.

Dass Frauen einen höhere Rendite erreichen als Männer hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass sie geringere Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung leisten, eine höhere Lebenserwartung haben als Männer und Begünstigungen aufgrund leistungsfremder Kriterien erhalten. Dass Frauen durch die Rentenreform von 1992 offensichtlich abermals besser gestellt wurden als Männer ergibt sich daraus, dass bei weitgehend unverändertem Unterschied in der Lebenserwartung von Männern und Frauen die Rendite von Männern vor der Rentenreform von 1992 um das 2,2fache geringer ausgefallen ist als die von Frauen, nach der Rentenreform ist die Rendite von Männern um das 3,1fache geringer als die Rendite von Frauen.

Was Politiker unter Gleichstellung verstehen, dürfte damit hinreichend klar sein.

Nun hat Lüthen diese Ergebnisse für die Geburtsjahrgänge 1935 bis 1945 errechnet und somit für Geburtsjahrgänge, die mit vergleichsweise geringeren Rentenbeiträgen konfrontiert waren als dies derzeit der Fall ist und die darüber hinaus eine höhere Wahrscheinlichkeit, auf eine 45jährige ununterbrochene Muster-Erwerbstätigkeit haben.

Was folgt vor diesem Hintergrund für Geburtsjahrgänge nach 1945, z.B. für die Babyboomer der Jahre 1960 bis 1970?

Die Antwort auf diese Frage gibt Lüthens zwar nicht, aber er gibt ein Beispiel für Euphemismus, der sich in seiner ganzen politischen Korrektheit selbst ad absurdum führt:

DIW Rente„Der Bericht zeigt weiterhin die Auswirkungen einer Rentenreform, die Abschläge auf den vorzeitigen Renteneintritt einführte (1992). Diese Reform macht allerdings – in Abhängigkeit von den getroffenen Annahmen – nur einen Anteil des Rückgangs [der Rendite] von 20 bis 30 Prozent aus; der weitaus größere Teil wird durch gestiegene Rentenbeiträge verursacht. Da nicht zu erwarten ist, dass die Beiträge in Zukunft stark sinken werden, ist davon auszugehen, dass der Trend hin zu sinkenden Renditen weiter anhält. Dennoch ist die Rentenversicherung nicht als schlechtes Geschäft anzusehen, da Risiken wie Langlebigkeit und Erwerbsminderung einer Versicherung bedürfen, die verlässlich ausschüttet. Die Verzinsung sollte allerdings nicht zu stark sinken (zum Beispiel stark negativ werden), da ansonsten Ausweicheffekte (das heißt die Vermeidung versicherungspflichtiger Tätigkeit) drohen, die die Verzinsung noch weiter absenken könnten.“

Die sinkenden Rentenrenditen, so das Ergebnis von Lüthen, sie werden vornehmlich durch das Verhältnis von Einzahlung und Auszahlung bedingt. Je mehr man einzahlt und je weniger man herausbekommt, desto geringer die Rendite. Da die Beiträge gestiegen sind, die Rentenauszahlung aber gesunken ist, seit die Jahrgänge, für die Lüthens zu einer Rendite von 1,2% für Männer und 3,7% für Frauen gekommen ist, in Rente gegangen sind, muss man keine komplexen Rechnungen ausführen, um vorhersagen zu können, dass sich eine gesetzliche Rentenversicherung mindestens für Männer nicht mehr rechnet, dass Männer eine negative Rendite erwirtschaften.

DIW Rente VerzinsungImplizit sagt dies auch Lüthens, denn „Risiken wie Langlebigkeit und Erwerbsminderung“ sind weiterhin ausreichend durch die gesetzliche Rentenversicherung abgedeckt, wie er befindet: Männer sterben im Durchschnitt fünf Jahre eher als Frauen. Ihr Risiko, lang zu leben, ist entsprechend geringer. Und dass eine Rentenversicherung diejenigen bestraft, die ihr Erwerbsleben ohne erwerbsminderung hinter sich gebracht haben, die entsprechend ihr Erwerbsleben lang volle Rentenbeiträge geleistet haben, um sich im Alter, was die Rendite angeht, schlechter zu stellen als diejenigen, die weniger einbezahlt haben, die Auszeiten für Kindererziehung und sonstige Privatvergnügen genommen haben, das mit angeblicher Rentengerechtigkeit stimmig zu bekommen, ist eines der Kunststücke, zu dem nur Deutsche fähig sind.

In den meisten anderen Ländern wäre längst real, was Lüthens fürchtet: Ausweicheffekte, eine Schattenwirtschaft, die dem Staat die Beiträge entzieht, die er nutzt, um die konstanten Beitragszahler im Vergleich zu den nicht konstanten Beitragszahlern schlechter zu stellen.

Es ist kaum mit der Idee einer Rentenversicherung zu vereinbaren, dass diejenigen, die relativ mehr einzahlen sich im Alter relativ schlechter stellen als diejenigen, die relativ weniger eingezahlt haben. Eine solche Form der Umverteilung kann nur der gut finden, der davon profitiert, wie dies Politiker tun, deren Rentenansprüche weitgehend unabhängig von der Anzahl der Jahre sind, die sie im Bundestag abgesessen haben.

Die Ergebnisse von Lüthens sind übrigens inflationsbereinigt!

Ermächtigungsgünstling: Hochschule für praktischen Gesetzesverstoß sitzt in Hamburg

Ein Stammleser hat uns auf eine Ausschreibung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW) hingewiesen. Die Ausschreibung der HAW verstößt nicht nur gegen Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes (Männer und Frauen sind gleichberechtigt), sie vertößt auch in eklatanter Weise gegen § 2 Absatz 1 des angeblichen Antidiskriminierungsgesetzes (AGG):

„(1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf: 1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,“

Unter den in Paragraph 1 genannten Gründen finden sich die üblichen Verdächtigen: Alter, Herkunft, Religion, Weltanschaung, Geschlecht, sexuelle Orientierung.

Nimmt man § 2 Absatz 1 ernst, dann ist damit ausgeschlossen, dass es eine Ausschreibung durch einen öffentlich-rechtlichen oder einen privaten Arbeitgeber gibt, die sich ausschließlich an Katholiken oder Alte oder Sozialisten oder Frauen richtet.

Eine solche Ausschreibung verstößt entsprechend gegen das AGG.

Die Ausschreibung, auf die uns unser Stammleser hingewiesen hat, bezieht sich auf eine W2 Professur für „Elektrotechnik, elektr. Maschinen und Anlagen„. Sie trägt die Kennziffer 048/15-4 und wurde von der Fakultät „Life Science“ der Hochschule für Angewandete Wissenschaft Hamburg ausgeschrieben. Verantwortlich ist Prof. Dr. Petra Margaritoff.

Die Ausschreibung beginnt wie folgt beginnt:

HAW_Professorinnenprogramm„Diese Professur wird vorbehaltlich der Förderung durch das ‚Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung
an deutschen Hochschulen – Professorinnenprogramm II‘ – ausgeschrieben“.

Der Verwaltungssprachcode kann wie folgt übersetzt werden: Gibt es keine Mittel aus dem Professorinnenprogramm, dann gibt es keine Professur. Die Professur muss entsprechend an einen weiblichen Bewerber vergeben werden, denn wird die Professur an einen männlichen Bewerber vergeben, wird sie nicht aus dem Professorinnenprogramm finanziert. Wird die Professur an einen männlichen Bewerber vergeben, dann gibt es kein Geld und folglich auch keine Professur.

Dieses Faktum hat in Hamburg dazu geführt, dass die gesamte Ausschreibung nur an weibliche Bewerber gerichtet ist. So heißt es u.a.:

„Die Bewerberin soll das Fach Elektrotechnik […] vertreten“. […] „Die Bewerberinnen werden gebeten, den üblichen ausführlichen Unterlagen eine Kurzübersicht der persönlichen Daten beizufügen“. […] „Alle Bewerberinnen werden gebeten, ihren Unterlagen eine Kurzübersicht der persönlichen Daten beizufügen“ [Die Doppelung ist nicht von uns, sie findet sich in der Ausschreibung].

Die Ausschreibung richtet sich unmissverständlich und ausschließlich an weibliche Bewerber und verstößt entsprechend gegen das Grundgesetz und das Antidiskriminierungsgesetz, so dass man die HAW in Hamburg als Anstalt öffentlicher Gesetzesbrecher bezeichnen muss.

Nun wäre das AGG kein deutsches Gesetz würde es nicht Ausnahmen von dem kennen, was gerade ausgeschlossen wurde. Die Gründe dafür, warum zwar niemanden wegen seines Geschlechts diskriminiert werden darf, es sei denn, er darf doch diskriminiert werden, finden sich im § 20:

„§ 20 Zulässige unterschiedliche Behandlung

(1) Eine Verletzung des Benachteiligungsverbots ist nicht gegeben, wenn für eine unterschiedliche Behandlung wegen der Religion, einer Behinderung, des Alters, der sexuellen Identität oder des Geschlechts ein sachlicher Grund vorliegt. Das kann insbesondere der Fall sein, wenn die unterschiedliche Behandlung

    • 1. der Vermeidung von Gefahren, der Verhütung von Schäden oder anderen Zwecken vergleichbarer Art dient,
    • 2. dem Bedürfnis nach Schutz der Intimsphäre oder der persönlichen Sicherheit Rechnung trägt,
    • 3. besondere Vorteile gewährt und ein Interesse an der Durchsetzung der Gleichbehandlung fehlt,

[…]“

ProfessorrinnenprogrammNun ist nicht ersichtlich, wieso eine Ausschreibung einer Professur für Elektrotechnik, elektr. Maschinen und Anlagen ausschließlich an weibliche Bewerber der Verhütung von Schäden oder der Vermeidung von Gefahren dient, ebenso wenig wie ersichtlich ist, wo dem Bedürfnis nach Schutz der Intimsphäre oder der persönlichen Sicherheit durch die Ausschreibung einer Professur für Elektrotechnik, elektr. Maschinen und Anlagen ausschließlich an weibliche Bewerber Rechnung getragen werden würde.

Es bleibt nur Absatz 3., nachdem eine Diskriminierung nach Geschlecht dann erfolgen kann, wenn besondere Vorteile gewährt werden sollen und ein Interesse an der Durchsetzung der Gleichbehandlung fehlt.

Es ist dies ein erstaunlicher und erschreckender Absatz, dieser Absatz 3. Man kann ihn als Ermächtigungsgesetz zur Diskriminierung bezeichnen als Zeitgeist-Klausel, die den Günstlingen des herrschenden Regimes zu Gute kommt. Mit einem demokratischen, anständigen und am Recht orientierten Staat ist Absatz 3 in keiner Weise zu vereinbaren, aber mit Anstand, Recht und Demokratie ist das gesamte Günstlingsprogramm für weibliche Professoren nicht zu vereinbaren.

Nichts Neues also.

In jedem Fall haben wir eine eMail an die Antidiskriminierungsstelle (unseren Herrn Sopp) und Petra Margaritoff geschrieben, um uns erklären zu lassen, welche (niederen) Motive dafür sprechen, männliche Bewerber zu diskriminieren.

Die eMail wird in einem der nächsten Posts veröffentlicht, die Antworten ebenfalls.

Wissenschaft in Jena: „Ich mach‘ mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt“

Frauen gelten in Jena als behindert, so haben wir am 18. Juli im Hinblick auf ein Studienangebot getitelt, das es an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena im Studiengang „Elektrotechnik/Informationstechnik“ gibt. Der Beitrag hat eine breite Leserschaft gefunden, ist durch Facebook und Twitter gegangen und wohl auch beim Deutschlandfunk angekommen.

DeutschlandfunkDort hat Markus Dichmann ein Interview mit Ralph Ewerth geführt, jenem Professor, der in Jena für das Angebot eines für Frauen exklusiven Studiengangens (für zwei Semester) verantwortlich ist.

Was an dem Interview bemerkenswert ist, ist das völlige Fehlen auch nur eines Arguments, was zeigt, Ralph Ewerth hat schlicht nicht damit gerechnet, dass ihn jemand fragen könnte, wieso er denkt, Männer, die in Jena an der Ernst-Abbe-Hochschule Elektrotechnik/Informationstechnik studieren wollen, diskriminieren zu müssen und wieso er denkt, Frauen seien zu behindert, als dass sie ohne eine entsprechende Sonderbehandlung auskämen.

Wieso, so fragt Markus Dichmann, „sollen Frauen E-Technik alleine studieren?“

Die Antwort von Ewerth auf das Wesentliche reduziert:

    • Der Anteil weiblicher Studenten ist besonders niedrig.
    • „Wir glauben aber nicht, dass dies naturgegeben ist.“
    • Es liegt daran, dass das Technikinteresse von Jungen in der Kindheit mehr gefördert wird als das Technikinteresse von Mädchen.
    • Das „sagen Studien“.

Ernst Abbe HochschuleIn der Pfalz sagt man dann, wenn jemand versucht, schnell eine Antwort auf eine Frage zu zimmern, die ihn unerwartet getroffen hat, er habe sich seine Antwort zusammengestoppelt. Ewerth, der an einer Hochschule als Professor beschäftigt ist, hat gestoppelt. Nur: Er kannte die Fragen vorab und hatte viel Zeit, sich auf die entsprechenden Fragen vorzubereiten. Deshalb ist es eine Unverschämtheit, dass er denkt, er könne die Zuhörer und Leser des Deutschlandfunks mit derartigen Oberflächlichkeiten und Fehlschlüssen abspeisen:

  • Wenn ein niedrieger Anteil weiblicher Studenten es erfordert und rechtfertigt, dass exklusive Studiengänge für weibliche Studenten eingeführt werden, dann gilt dies auch für niedrige Anteile männlicher Studenten z.B. in Lehramtsstudiengängen, bei Tier- und Zahnmedizin usw. Nähme man also Ernst, was Ewerth argumentiert, es wäre am einfachsten, Hochschulen nur für Männer und Hochschulen nur für Frauen einzuführen.
  • Es ist immer wieder erfrischend, wenn Professoren Erkenntnisse wie die, dass Interessen nicht naturgegeben sind, formulieren. Das macht Mut. Wenn sich Herr Erwerth nun noch durchringen könnte, Präferenzen anzunehmen, z.B. solche, die andersgelagert sind, vielleicht sogar zwischen Männern und Frauen (das soll es geben), dann wäre noch mehr gewonnen, z.B. die Erkenntnis, dass die Vorlieben für Studienfächer, die Präferenzen, die Wahl des Studienfachs bestimmen. Und wer z.B. nur studiert, um sich die Zeit zu vertreiben, der ist mit Anglistik, Gender Studies oder Sozialarbeit besser bedient als mit Informationstechnik.
  • Weil es eine (unbekannte offensichtlich nicht zitierfähige) Studie geben soll, nein Studien geben soll, die zeigen, dass die Technikinteressen von Jungen mehr gefördert werden als die von Mädchen (was angesichts der vollinstitutionalisierten Unterbringung von Kindern in staatlicher Versorgung ab 3 Jahren auch oder gerade Herrn Ewerth zu denken geben sollte…), deshalb werden exklusive Studiengänge an der Ernst-Abbe-Hochschule für Frauen eingeführt. Aber sind die Interessen von Mädchen, die weniger gefördert wurden, auch nach jahrelanger Minderförderung noch vorhanden? Gibt es also doch naturgegeben ein gleichgestelltes Interesse von Jungen und Mädchen an Informationstechnik? Geht Ewerth also entgegen seiner Behauptung doch davon aus, dass Interessen naturgegeben sind, z.B. die Interessen für Rechner, Server usw.? Und wenn diese Interessen trotz Minderförderung dennoch vorhanden sind, warum werden daraus keine Präferenzen für ein Studium der Elektrotechnik? Erstaunlich!

Noch erstaunlicher ist der konstruktivistische Teil des Interviews, in dem Ewerth die ganze Ärmlichkeit des Publicity-Gags aus Jena offenlegt, mit dem die Hochschule versucht, Brownie-Points für politische Korrektheit zu erhalten (wer weiß, vielleicht gibt es zusätzliche Fördermittel vom Bundesministerium für politische Korrektheit, vorauseilenden Gehorsam und anbiederndes Andienen?).

Nun gibt es ja Blogs wie ScienceFiles, die argumentiert haben, dass man dann, wenn man Privilegien an eine soziale Gruppe verteilt, diese soziale Gruppe in Bezug zu anderen sozialen Gruppen besserstellt. Wenn man einem Hürdenläufer, weil er langsamer ist als andere, die Hürden in der Höhe und der Anzahl reduziert, dann verschafft man diesem Hürdenläufer einen Vorteil und damit automatisch den anderen Hürdenläufern einen Nachteil. Man kann von so vielen Seiten auf die niedrigeren Hürden und deren geringere Anzahl blicken, wie man will, es ist und bleibt eine Bevorteilung des langsamen und eine Benachteiligung oder Diskriminierung der schnellen Hürdenläufer.

Und was hat Herr Ewerth dazu zu sagen:

„… wir sehen das nicht als diskriminierende Maßnahme, auch wenn wir jetzt in den ersten zwei Semestern da unterschiedliche Gruppen haben, sondern als Maßnahme, die letztlich zu einer Gleichstellung führen soll.“

Na, wenn „wir“, also Ralph Ewerth und er selbst (im Englischen sagt man: I, myself and me) das nicht als diskriminierende Maßnahme sehen, dann ist das keine diskriminierende Maßnahme. Was sollen überhaupt diese Konventionen von Verständigung? Man muss Diskriminierung eben neu denken! Diskriminierung Jena-Style, die liegt genau dann vor, wenn Ralph Ewerth und er selbst, „wir“ in seiner Sprache, etwas als diskriminierend sehen. In Fragen der Diskriminierung gibt es demnach nurmehr die Möglichkeit nach Jena zum Orakel der Elektro- bzw. Informationstechnik zu pilgern und Ralph Ewerth danach zu fragen, ob er etwas als Diskriminierung sieht oder nicht. Das löst dann auch auf einen Schlag alle Begründungsprobleme, mit denen sich die Wissenschaft seit Jahrhunderten herumschlägt. Wir begründen nicht mehr, „wir“, also Ralph Ewerth und er selbst, „wir sehen“. Und was wir sehen, das ist. Das werdet ihr schon sehen!

Ob alles, was Ralph Ewerth und er selbst sehen auch mitteilungsfähig ist, ist jedoch eine andere Frage, deren Beantwortung dadurch erschwert wird, dass auch andere sehen. Vielleicht ist Ralph Ewerth ja dem Rat einer großen Frau der Weltgeschichte, Queen Elizabeth I,  zugänglich, deren Motto „Video et Taceo“ (Ich sehe und schweige) er sich vielleicht zum Grundsatz machen sollte.

Was wir indes sehen werden ist, wie viele weibliche Studienanfänger sich im exklusiven Studiengang von Ralph Ewerth für behindert, besonders förderungsbedürftig, mit „gewissen Hemnissen“ belastet und voller Bedenken ob der Möglichkeit des Erfolgs im Fach Elektrotechnik/Informationstechnik erklären lassen wollen.

Elizabeth essexDerzeit scheint das Aufkommen nicht sonderlich hoch zu sein. Zwar hat Ewerth „seit einigen Tagen keine neuen Zahlen zusammenbekommen“ und die alten Zahlen zwischenzeitlich wohl vergessen, aber von den 30 Studienplätzen, die exklusiv für Frauen in Jena reserviert sind (ob mit oder ohne Frauenparkplätzen im Uniparkhaus gleich neben den Behindertenparkplätzen, war auf die Schnelle nicht zu klären), gibt es noch etliche bis alle zu haben. Deshalb werden auch nach dem 15. August, also nach dem offiziellen Ende der Bewerbungsfrist, noch Bewerbungen zugelassen!

Behindert?
Weiblich?
Kein naturgegebenes Interesse an Elektrotechnik oder doch eines?
„Hemmnisse“?

Auf nach Jena!
Die Ernst-Abbe Hochschule wartet!

Wir danken einem Leser von ScienceFiles für den Hinweis auf das Interview.

Frauen gelten in Jena als behindert

Leistungsschwache haben gegenüber Leistungsstarken einen Nachteil, einen, nein mehrere Nachteile: Sie sind leistungsschwächer, erzielen entsprechend schlechtere Leistungen, haben Probleme mit dem Selbstbewusstsein, weil sie schlechtere Leistungen als Leistungsstarke erzielen. Das ganze Problem ergibt sich ausschließlich aus dem Vergleich. Würde man Leistungsschwache nicht mit Leistungsstarken konfrontieren, sie würden nicht merken, dass sie leistungsschwach sind und sich entsprechend für leistungsstark halten, wären voller Selbstbewusstsein und würden voller Energie die Lösung von Problemen angehen, so, wie dies Leistungsschwachen, die sich für Leistungsstarke halten, möglich ist.

Ernst Abbe HochschuleEs ist ein Merkmal der Gleichstellungszeit, in der wir leben, dass es Leute gibt, die denken, dadurch, dass man Leistungsschwache in dem Glauben lässt, sie seien leistungsstark könne man etwas Positives erwirken. Dadurch könne man die Leistungsschwachen zu Höchstleistungen motivieren oder sie dazu motivieren, dass sie sich selbst weiterentwickeln, quasi zum leistungsstarken Leistungsschwachen.

Dummerweise gibt es eine Realität. In dieser Realität gibt es wirklich Leistungsstarke, es gibt Probleme, die über den Horizont von eingebildeten Leistungsstarken hinausgehen, deren Lösung sich ihnen nicht erschließt und wenn sich ihnen eine Lösung erschließt, dann ist es oftmals eine, die sich durch einstürzende Bauten auszeichnet.

Kurz: Es bringt nichts, Leistungsschwachen vorzugaukeln, sie seien leistungsstark, sie in einem Schutzraum aufwachsen zu lassen, abgetrennt von der Welt und den wirklich Leistungsstarken.

Es ist, als wollte man den Gehbehinderten vor der Erkenntnis schützen, dass er nicht der schnellste 100 Meter Läufer der Welt ist, dass es Hussein Bolt gibt…

Dennoch ist man an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena angetreten, den beschriebenen Weg zu gehen und Frauen einen Schutzraum zu bieten, in dem sie sich einbilden können, sie seien gar nicht leistungsschwach.

Dazu ist es zunächst notwendig, Frauen generell als leistungsschwach einzustufen.

Das hat man an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena kurzerhand getan.

Es war nicht schwierig, denn: Im Studiengang „Elektrotechnik/Informationstechnik“ sind wenige Frauen eingeschrieben.

Folglich müssen Frauen leistungsschwach sein, denn wären sie es nicht, es gäbe mehr von ihnen im Studiengang „Elektrotechnik/Informationstechnik“.

Gibt es aber nicht. Also sind Frauen leistungsschwach und müssen entsprechend gefördert werden.

„Studienbeginn ohne Männer“ heißt der Schutzraum, den die Ernst-Abbe-Hochschule in Jena für Frauen geschaffen hat, die zu leistungsschwach sind, um mit Männern von Beginn des Studiums an zu konkurrieren. Dass sie zu leistungsschwach sind, das – wie gesagt – weiß man an der Ernst-Abbe-Hochschule, denn wären sie nicht leistungsschwach, mehr von ihnen wären im Studiengang eingeschrieben.

Deshalb gibt es zwei Semester nur für Frauen und unter Frauen. Das ist natürlich kein Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, sondern ein Pilotprojekt:

„In dem Pilotprojekt lernen die Studentinnen in den ersten zwei Semestern unter sich. Vor allem die technischen und mathematischen Grundlagenfächer werden in diesem Zeitraum unterrichtet. Dazu erhalten die Studentinnen auf Wunsch Unterstützung bei der Karriereplanung durch Absolventinnen und viele Studiertipps durch erfahrene Kommilitoninnen.“

Offensichtlich ist man an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena nicht nur der Meinung, Frauen sind leistungsschwächer als Männer, wenn es z.B. um Elektrotechnik/Informationstechnik geht, man denkt auch, die Behinderten benötigen eine entsprechende Rundumbetreuung, man müsse durch Privilegien, die sie gegenüber leistungsstarken Studenten genießen, den Nachteil ausgleichen, der durch die vorhandene Leistungsschwäche verursacht wird.

Kottmann SonderschuleWie erfolgreich das „unter sich“ lernen ist, davon wissen die Bildungsforscher, die sich dafür interessieren, ein Lied zu singen. Schüler mit Lernschwierigkeiten werden in Deutschland auf Sonderschlen befördert, damit sie dort unter sich sind und die Nachteile, die sie gegenüber den anderen Schülern haben, aufholen. Die einmal als leistungsschwach, weil aus den unterschiedlichsten Gründen als zurückbleibend klassifizierten Schüler, sollen über die Sonderschule wieder an das Feld der normalen und leistungsstarken Schüler herangeführt werden.

Der Erfolg ist hinlänglich bekannt: Die entsprechenden Schlüler sind ein für alle Mal als leistungsschwach, als Sonderschüler stigmatisiert, sie erreichen in der Regel nicht einmal einen Hauptschulabschluss und starten mit erheblichen Nachteilen in ihr Berufsleben, Nachteile, von denen nicht klar ist, ob sie ohne die Intervention von Sonderschulpädagogen nicht geringer gewesen wären. Aber: Die Bildungspolitiker fühlen sich gut, und darum geht es. Und in Erfurt, da fühlt sich vermutlich Prof. Dr. Ralph Ewert gut. Er ist für das Pilotprojekt „Studienbeginn ohne Männer“ verantwortlich und straft es gleich lügen, denn zumindest der Vorname qualifiziert ihn als Mann.

Aber vielleicht lässt er seine Vorlesungen ja von einer weiblichen Vertrauten halten: „Studium ohne Männer, Sie wissen schon“.

Falls das Pilotprojekt, das die Ernst-Abbe-Hochschule hier anbietet, keine Verbesserung des Frauenanteils im Bereich „Elektrotechnik/Informationstechnik“ erreicht, liegt dies natürlich nicht daran, dass das Pilotprojekt vollkommen an den Studienfachpräferenzen von Frauen vorbei geht, sondern daran, dass die in jedem Fall leistungsschwachen Frauen durch das Pilotprojekt nicht ausreichend gefördert wurden.

Folglich muss man sich neue Förderungen überlegen und noch tiefgehendere Maßnahmen ergreifen, z.B. die Besetzung der Studienplätze nach Geschlechterproporz „50:50“. Studienplätze werden an Männer erst vergeben, wenn das Frauenkontingent voll ist. Sofern das Frauenkontingent den Studiengang nicht obsolet gemacht hat, muss Frauen natürlich der Abschluss des entsprechenden Studienfaches erleichtert werden. Damit auch bei den Abschlüssen Geschlechtergleichheit erreicht wird, haben generell die Frauen ihre Prüfung bestanden, die notwendig sind, um den Anteil der Männer, die die Abschlussprüfung bestanden haben, auszugleichen – und zwar unabhängig von der Leistung der Frauen – schließlich sind Frauen leistungsschwach.

Update: Nutznießer des Professorinnenprogramms

Das meritokratische Prinzip besagt, dass Leistung das Kriterium ist, das über z.B. die Vergabe von Positionen im Bildungswesen entscheidet. Wenn sich also ein guter und ein schlechter Kandidat auf eine Position bewerben, dann sieht das meritokratische Prinzip vor, dass der bessere Kandidat die Position erhält. Es ist also gerade nicht wie in der Politik, wo Kandidaten nach Hausmacht z.B. in den Unterbezirken und weitgehend unabhängig von ihrer Leistung gewählt werden.

ProfessorrinnenprogrammMit dem Professorinnenprogramm ist das meritokratische Prinzip von Hochschulen verschwunden. Nicht mehr die Leistung entscheidet darüber, ob ein Bewerber eine Position erhält, sondern sein Geschlecht. Entgegen aller Mimikry und aller ausgefeilten Versuche, das Professorinnenprogramm nicht als klares Programm zur Diskriminierung von Männern erscheinen zu lassen, ist das Professorinnenprogramm nichts anderes als ein Diskriminierungsprogramm: Positionen an Hochschulen werden für weibliche Bewerber reserviert, nur an weibliche Bewerber vergeben, weibliche Bewerber werden also privilegiert, männliche Bewerber diskriminiert.

Das Professorinnenprogramm ist ein Günstlingprogramm, das der Vergabe von Lehen im Mittelalter entspricht und nicht Leistung, sonder die Bereitschaft, sich als Günstling zu verdingen, belohnt.

Wir haben vor ein paar Tagen eine Liste gestartet, in die all diejenigen aufgenommen werden, die sich nicht zu schade sind, aufgrund ihres Geschlechts und eben nicht aufgrund ihrer Leistung auf eine Professur berufen zu werden. Die Liste wird von unseren Lesern geführt, von denen sich manche als sehr motiviert erwiesen haben. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich und sind schon gespannt auf die weiteren Hinweise, die uns auf die Günstlinge des Professorinnenprogramms erreichen.

Wer Hinweise hat: Eine eMail an uns genügt.

Hochschule Fakultät Name
TU-Berlin Theoretische Physik Dr. Sabina Klapp
TU-Berlin Kunstgeschichte Dr. Bénédicte Savoy
TU-Braunschweig Gender, Technik und Mobilität; Maria Goeppert-Mayer-Frauenförderung Dr. Corinna Bath
Universität Bremen Mathematik Dr. Emily King
Universität Bremen Wirtschaftswissenschaft Dr. Jutta Günther
TU-Chemnitz Literaturwissenschaft Dr. Bernadette Malinowski
TU-Chemnitz Rechtswissenschaft Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl
TU-Dresden Umweltwissenschaften Dr. Christina Dornack
Fachhochschule Erfurt Architektur und Stadtplanung Dr. Katrin Großmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Herrmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Remsperger
Pädagogische Hochschule Freiburg Medizin Dr. Eva Bitzer/td>
Pädagogische Hochschule Freiburg Germanistik Dr. Petra Gretsch
Pädagogische Hochschule Freiburg Pädagogik der frühen Kindheit Dr. Susanne Koerber
Universität Freiburg Anorganische und Analytische Chemie Dr. Anna Fischer
Universität Göttingen Sozialwissenschaften Dr. Claudia Diehl
Universität Göttingen Germanistik Dr. Anke Holler
Universität Göttingen Mathematik Dr. Anja Sturm
Universität Hamburg Betriebswirtschaftslehre Dr. Silke Boenigk
Universität Hamburg Amerikanistik Dr. Astrid Boger
Universität Hamburg Sozialwissenschaften Dr. Anita Engels
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Kommunikationswissenschaften Dr. Eva Baumann
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Kinder- und Jugendchorleitung Dr. Friederike Stahmer
Universität Hannover Sprachwissenschaft Dr. Ulrike Altendorf
Universität Hannover Evangelische Theologie Dr. Monika Fuchs
Universität Hannover Sprachpädagogik Dr. Ulrike M. Lüdtke
Universität Hannover Mathematik und Physik Dr. Silke Ospelkaus
Universität Lüneburg Sprachwissenschaft Dr. Anne Barron
Universität Lüneburg Ökologie Dr. Alexandra Klein
Universität Lüneburg Kunstgeschichte Dr. Beate Söntgen
Universität Mainz Medizin Dr. Christine Espinola-Klein
Universität Mainz Physikalische Chemie Dr. Angelika Kühnle
Universität Mainz Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte Dr. Vasiliki Tsamakda
Universität Osnabrück Wirtschaftspsychologie Dr. Christel Kumbrück
Universität Osnabrück Sprachwissenschaft Dr. Christina Noack
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Kertin Plüm
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Marion Wendehals
Universität Osnabrück Geschlechterforschung Dr. Barbara Schwarze
Universität Rostock Sonderpädagogik Dr. Tanja Jungmann
Universität des Saarlandes Mikrobiologie Dr. Karin Römisch
Universität Siegen Wirtschaftswissenschaften Dr. Ilona Ebbers
Universität Tübingen Chemie Dr. Doris Kunz
Universität Vechta Geistes- und Kulturwissenschaften Dr. Eva Wilden
Jade Hochschule Wilhelmshaven Tourismuswissenschaft Dr. Ines Behn-Künzel

Wir bitten weiter um zahlreiche Mitarbeit, denn, wie sich hoffentlich langsam herumgesprochen hat: Wir betreiben ScienceFiles nebenbei!

Nutznießer des Professorinnenprogramms

Ein Hinweis, den uns ein Leser von ScienceFiles vor einiger Zeit zugeschickt hat, hat uns zwischenzeitlich auf eine Idee gebracht, die wir hiermit umsetzen:

Eine Liste der Nutznießer des Professorinnenprogramms!

ProfessorrinnenprogrammWie wir in seiner Vielzahl von Beiträgen gezeigt haben, basiert das Professorinnenprogramm auf der Diskriminierung von Männern, es setzt weibliches Geschlecht an die Stelle von Leistung und damit das meritokratische Prinzip außer Kraft.

Im Rahmen des Professorinnenprogramms können nur weibliche Bewerber berufen werden, was dazu geführt hat, dass eine Vielzahl von Fake-Ausschreibungen von Universitäten verbreitet wurden und werden, mit dem Ziel, männliche Bewerber darüber hinwegzutäuschen, dass sie keine Chance auf die ausgeschriebene Stelle haben und generell vorzutäuschen, es handle sich bei der Ausschreibung um keine Ausschreibung, die gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstößt.

Wie eine Ausschreibung, die die Besetzung einer Stelle ausschreibt, die nicht besetzt werden kann, wenn kein weiblicher Bewerber gefunden wird, da die Stelle unter der Maßgabe einer Förderung aus dem Professorinnenprogramm ausgeschrieben ist, nicht gegen das AGG verstoßen kann, ist eines jener Rätsel, zu dem nur Politiker und Ideologen, die mit weniger als dem Normalmaß an Verstand ausgestattet sind, eine Lösung finden können. Für uns steht fest, dass eine Stelle, die nur besetzt wird, wenn ein weiblicher Bewerber gefunden wird, keine Stelle ist, die mit dem allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz vereinbar ist, der im AGG festgeschrieben wurde.

Für uns steht zudem fest, dass es für Wissenschaftler, die auf ihre Leistung stolz sind, die wissen, was sie können und eine entsprechende Wertschätzung erwarten, nicht in Frage kommt, auch nur in den Ruch zu kommen, durch das Professorinnenprogramm oder ein anderes Förderprogramm, das nicht Leistung, sondern Geschlecht fördert, bevorteilt zu werden. Folgerichtig können diejenigen, die sich über das Professorinnenprogramm fördern lassen, über das Professorinnenprogramm in Positionen gelangen, weder Stolz empfinden noch der Ansicht sein, ihre Leistung wäre so, dass sie in einem Wettbewerb, der nicht zu ihren Gunsten verzerrt ist, bestehen könnten.

Deshalb haben wir beschlossen, eine Liste derer zu führen, die sich nicht zu schade waren, eine Bevorzugung kraft ihres Geschlechts im Rahmen des Professorinnenprogramms in Anspruch zu nehmen.

Die Liste wird laufend ergänzt, was allerdings voraussetzt, dass uns Leser wie Peter Trier, auf den die ersten drei Namen zurückgehen, mit den entsprechenden Namen der Nutznießer des Professorinnenprogramms versorgen.

Eine eMail an uns genügt.

Universität Hamburg

Hochschule Fakultät Name
TU-Berlin Theoretische Physik Dr. Sabina Klapp
TU-Berlin Kunstgeschichte Dr. Bénédicte Savoy
TU-Chemnitz Literaturwissenschaft Dr. Bernadette Malinowski
TU-Chemnitz Rechtswissenschaft Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl
TU-Dresden Umweltwissenschaften Dr. Christina Dornack
Fachhochschule Erfurt Architektur und Stadtplanung Dr. Katrin Großmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Herrmann
Fachhochschule Erfurt Angewandte Sozialwissenschaften Dr. Ines Remsperger
Universität Freiburg Anorganische und Analytische Chemie Dr. Anna Fischer
Universität Göttingen Sozialwissenschaften Dr. Claudia Diehl
Universität Göttingen Germanistik Dr. Anke Holler
Universität Göttingen Mathematik Dr. Anja Sturm
Universität Hamburg Betriebswirtschaftslehre Dr. Silke Boenigk
Universität Hamburg Amerikanistik Dr. Astrid Boger
Universität Hamburg Sozialwissenschaften Dr. Anita Engels
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Kommunikationswissenschaften Dr. Eva Baumann
Universität Hannover Sprachwissenschaft Dr. Ulrike Altendorf
Universität Hannover Evangelische Theologie Dr. Monika Fuchs
Universität Hannover Sprachpädagogik Dr. Ulrike M. Lüdtke
Universität Hannover Mathematik und Physik Dr. Silke Ospelkaus
Universität Lüneburg Sprachwissenschaft Dr. Anne Barron
Universität Lüneburg Ökologie Dr. Alexandra Klein
Universität Lüneburg Kunstgeschichte Dr. Beate Söntgen
Universität Mainz Medizin Dr. Christine Espinola-Klein
Universität Mainz Physikalische Chemie Dr. Angelika Kühnle
Universität Mainz Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte Dr. Vasiliki Tsamakda
Universität Osnabrück Wirtschaftspsychologie Dr. Christel Kumbrück
Universität Osnabrück Sprachwissenschaft Dr. Christina Noack
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Kertin Plüm
Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre Dr. Marion Wendehals
Universität Osnabrück Geschlechterforschung Dr. Barbara Schwarze
Universität Rostock Sonderpädagogik Dr. Tanja Jungmann
Universität des Saarlandes Mikrobiologie Dr. Karin Römisch
Universität Tübingen Chemie Dr. Doris Kunz
Universität Vechta Geistes- und Kulturwissenschaften Dr. Eva Wilden

Wir bitten um zahlreiche Mitarbeit, denn, wie sich hoffentlich langsam herumgesprochen hat: Wir betreiben ScienceFiles nebenbei!

Das Ende naht, wenn die Korruption zur Normalität geworden ist

Die Geschichte ist voller Beispiele für den Niedergang von Nationen und deren Ende in Dekadenz, Willkür und schließlich Bürgerkrieg. Die Bibliotheken stehen voller Bücher von Historikern, in denen sie versuchen, den Niedergang und das Absinken einst wohlhabender Nationen in Armut, Elend und Bedeutungslosigkeit zu erklären.

Beschreibungen des Niedergangs von Nationen enthalten regelmäßig Variablen wie den Verfall von Standards, den Niedergang der Qualität kultureller Erzeugnisse, die Beschreibung geistiger Exzesse, die Widersprüche zum Normalfall erheben, der immer hektischer werdenen Bemühungen gesellschaftlicher Gruppen, sich auf Kosten anderer gesellschaftlicher Gruppen einen privilegierten Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen zu verschaffen und die Herrschaft der Willkür, die Rechtssätze aushölt und Kooperation zwischen Mitgliedern der Gesellschaft unmöglich macht.

Inwieweit die beschriebenen Faktoren in Deutschland bereits sichtbar sind, ist eine Frage, die jeder Leser für sich selbst beantworten muss.

Ein Faktor, der für uns die größte Relevanz hat und den wir regelmäßig mit Staunen zur Kenntniss nehmen, ist die Normalität die Korruption und Willkür in Deutschland angenommen haben.

Olson Rise and decline of nationsBesonders deutlich wird dies an der Nicht-Geltung von Rechtssätzen bzw. an der wilkürlichen Geltung derselben und der willkürlichen Vermengung von Begrifflichkeiten, die nahelegt, dass Sinn und Bedeutung von Begriffen entweder keine Rolle spielen, weil es darum geht, sich auf Kosten anderer und unter Missbrauch wohlklingender Begriffe zu bereichern oder dass  Sinn und Bedeutung von Begriffen bei denen, die hektisch um ihren Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen kämpfen, gänzlich unbekannt sind. Damit ist letztlich der Unterschied zwischen bösartiger oder arglistiger Täuschung und Dummheit beschrieben.

So steht im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz § 2 Abs. 1:

„(1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf:
1. die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg,“

Und im § 1, auf den hier Bezug genommen wird, steht:

„Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.“

Entsprechend ist es unzulässig, Stellen nur für Schwule oder nur für Behinderte oder nur für SPD-Mitglieder oder nur für Personen über 55 Jahren oder nur für weibliche Bewerber auszuschreiben.

Eine Ausschreibung, die sich nur an z.B. einen der oben genannten Personenkreise richtet, verstößt entsprechend gegen geltendes Recht.

Die erste Stufe der Korruption beginnt da, wo das entsprechende Recht willkürlich angewendet wird, von denen, die sich für die herrschende Klasse halten. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn im Rahmen des Professorinnenprogramms Stellen ausgeschrieben werden. Eine Förderung im Rahmen des Professorinnenprogramms ist nur möglich, wenn ein weiblicher Bewerber berufen wird. Die Stellen stehen regelmäßig unter dem Vorbehalt der Förderung aus dem Professorinnenprogramm. Ergo richten sich die entsprechenden Ausschreibungen ausschließlich an weibliche Bewerber und verstoßen gegen die §§ 1 und 2 Abs. 1 des AGG.

Stört das jemanden – außer uns und unsere Lesern?

Juristen zum Beispiel, denen ein staatliches Monopol auf Recht eingeräumt wird?

Die Antidiskriminierungsstelle, die aus Steuermitteln finanziert wird, und angeblich zur Aufgabe hat, derartige Verstöße gegen das AGG zu ahnden?

Nein. Denn bislang sind die entsprechenden Ausschreibungen unbeanstandet geblieben, hatten keine rechtlichen Folgen. Es herrscht Korruption und Willkür.

Und das Professorinnenprogramm ist nicht das einzige Anzeichen für Korruption und Willkür.

Ein Leser hat uns auf eine Stellenausschreibung der Universität Hamburg hingewiesen. Besetzt werden soll eine W3-Professur für Biochemie/Molekularbiologie RNA Biochemie (Kennziffer 2240/W3). Die Beschreibung der erforderlichen Qualifikationen richtet sich an „Bewerberinnen und Bewerber“. Die ausgeschriebene Stelle ist jedoch im Rahmen „eines Sonderprogramms für Professorinnen in der Chemie“ zu besetzen.

Das Sonderprogramm für Professorinnern in der Chemie ist Teil des Allgemeinen Gleichstellungsprogramms der Universität Hamburg , das der Förderung von ausschließlich weiblichen Bewerbern dient.

UHamburg SonderprogrammKurz: Die Ausschreibung richtet sich nur an weibliche Bewerber, ein männlicher Bewerber wird auf die entsprechende Stelle nicht berufen werden. Die Ausschreibung verstößt gegen die §§ 1 und 2 Abs. 1 AGG, und abermals stört es niemanden, wenn sich eine öffentliche Institution wie die Universität Hamburg nicht an öffentliches Recht hält.

Willkür und Korruption sind in Deutschland längst zur Normalität geworden, und sie werden von den anderen Insignien eines geistigen Niedergangs begleitet.

So steht in der Ausschreibung der Universität Hamburg weiter, dass die „Universität Hamburg“ den „Anteil von Frauen in Forschung und Lehre erhöhen“ möchte und deshalb ein allgemeines Gleichstellungsprogramm initiiert wurde, das das Ziel hat „ein starkes Gefälle der Anteile von männlichen und weiblichen Stelleninhabern“ abzuschwächen. Dadurch soll eine „gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im Wissenschaftsbereich“ erreicht werden.

Wie so oft, geht es hier munter durcheinander. Das Ziel besteht in der Herstellung von Ergebnisgleichheit, und zwar dadurch, dass vorherbestimmt wird, welches Geschlecht ein Stelleninhaber haben darf und welches nicht, also dadurch dass gegen die §§ 1 und 2 Abs. 1 AGG mutwillig verstoßen wird. Dadurch wird keine gleichberechtigte Teilhabe erreicht, es wird vielmehr das Gegenteil von Gerechtigkeit nämlich Ergebnisgleichheit erreicht: Dadurch das die Chancengleichheit der Bewerber durch die Bevorzugung weiblicher Bewerber beseitigt wird, werden männliche Bewerber benachteiligt, was kaum als Gerechtigkeit oder Versuch zur Herstellung einer gleichberechtigten Teilhabe bezeichnet werden kann.

Gleichberechtigt ist eine Teilhabe dann, wenn nur Kriterien, die nicht ausschließlich in der Person des Bewerbers begründet liegen, bei einer Auswahl berücksichtigt werden, d.h. seine Leistung oder Qualifikation. Leistung oder Qualifikation ist aber unabhängig von Geschlecht, und entsprechend kann eine Auswahl, die gerade nach Geschlecht erfolgt unter keinen Umständen gerecht sein. Allerdings scheinen diejenigen, die eine Auswahl nach Geschlecht treffen wollen, der Ansicht zu sein, dass Geschlecht mit Leistung korreliert und weibliche Bewerber entsprechend weit hinter männlichen Bewerbern zurückbleiben, so dass sie einer Förderung bedürfen.

Schließlich geht ein gesellschaftlicher Niedergang regelmäßig damit einher, dass Wissen verloren geht, dass Kompetenzen und Qualifikationen verschwinden, was sich abermals regelmäßig darin äußert, dass fachfremde Kriterien genutzt werden, um über den Mangel an Wissen, Kompetenzen und Qualifikationen hinwegzutäuschen.

So beginnt die Ausschreibung der Universität Hamburg mit den folgenden Sätzen:

„Die Universität Hamburg versteht sich als Universität der Nachhaltigkeit. Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit sind für uns selbstverständlich. Ebenso gehört der Umgang mit kultureller Vielfalt, die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen verschiedener Herkunft und Lebensweisen zu unserem Alltag.“

Die Universität Hamburg präsentiert sich als Sozialveranstaltung, deren Ziel darin besteht, Harmonie unter denen herzustellen, die sich an die Universität Hamburg verirrt haben. Diese Selbstbeschreibung ähnelt mehr der Beschreibung einer Kirche als der einer Stätte des Wissens.

Überhaupt ist das vollständige Fehlen von Begriffen, die einen Bezug zu Erkenntnis herstellen, deren Suche an Universitäten früher zumindest an erster Stelle stand, markant, z.B. in From von: Universität mit modernen Forschungslabors, an der innovative Entwicklungen geleistet wurden; enge Zusammenarbeit mit Forschern in Industrie und an anderen Universitäten; hervorragende Infrastruktur; optimale Ausstattung der Arbeitsplätze usw.

Es scheint ein Problem moderner Gesellschaften zu sein, dass der Zeitgeist so gänzlich unempfindlich auf Anzeichen einer um sich greifenden Dekadenz, eines geistigen und gesellschaftlichen Niedergangs reagiert, so dass Willkür und Korruption zu normal geworden sind, als dass sie von denen, die beim Staat angestellt sind, noch bemerkt würden.

In Berlin scheint das Lügen an der Tagesordnung zu sein

Nein, in diesem Post geht es nicht um den Bundestag.

Es geht um Berlin, den Senat von Berlin und um die Humboldt Universität.

Die Humboldt-Universität, seit jeher ein Vorreiter in Männerdiskriminierung, ist abermals angetreten die naiven unter den Männern, die es unter Akademikern ja immer noch geben soll, zu schädigen und über’s Ohr zu hauen.

HU W2 Betrug1Der neuerliche Versuch, männliche Bewerber zum Narren zu halten, erfolgt dieses Mal nicht im Rahmen des Professorinnenprogramms, sondern im Rahmen eines ominösen „Frauenförderprogramms der Humboldt-Universität“, von dem offensichtlich nicht einmal die „Zentrale Frauenbeauftragte der Humboldt-Universität“ etwas weiß. Wie in allen Kaderschmieden und Ideologiezentren, so ist auch an der HU-Berlin, alles zentral, nur die Einrichtung eines Zentralkomitees hat man sich offensichtlich noch nicht getraut. Und natürlich ist auch alles ominös und geheim, was mit Finanzierung zu tun hat.

Doch zurück zum alltäglichen Lügen, an das sich die Mehrheit der Deutschen offensichtlich gewöhnt zu haben scheint. So wie man sich an den Begriff „Lügenpresse“ gewöhnt hat, so scheint man auch mit Lügenuniversität oder Lügensenat kein Problem zu haben.

Die Humboldt-Universität zu Berlin schreibt eine W2-Professur für Gender-Studies für die Region Südasien mit dem Schwerpunkten entweder im Bereich Literatur- oder Medienwissenschaft aus.

Die Erkenntnisse, die vom Stelleninhaber erwartet werden, sind in der Ausschreibung nicht umschrieben, deshalb ergänzen wir sie: Gewünscht wird der Nachweis, dass es auch in Südasien Männer und Frauen gibt und dass Männer und Frauen in Medien und Literatur eine Rolle spielen.

Das gesagt, nun zum offenen Täuschungsversuch:

„Die W2-Professur ist zum 01.10.2016 befristet für 5 Jahre zu besetzen. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Frauenförderprogramms der Humboldt-Universität zu Berlin für W1/W2-Professuren.“

Das ist eigentlich deutlich und sollte jedem einleuchten: Frauenförderung ist keine Männerförderung, und wenn Gelder ausschließlich zur Frauenförderung bereit stehen, werden keine Männer gefördert. Die ausgeschriebene Stelle kann nur mit weiblichen Bewerbern besetzt werden, die Ausschreibung richtet sich folglich ausschließlich an weibliche Bewerber und verstößt somit gegen das Antidiskrminierungsgesetz.

Der Verstoß gegen Gesetze ist an der Humboldt-Universität kein Problem, wie Leser von ScienceFiles wissen. Dass ein Profx der HU-Berlin zu Straftaten aufruft, ist ebenso kein Problem, wie die Bedrohung und das Stalking von Professoren oder die Tatsache, dass das Zustandekommen der Gender-Studies doch zumindest als fragwürdig anzusehen ist, wenn man es nicht offen als Schiebung und Betrug einordnen will.

Also: Kein Problem, dass die Ausschreibung gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstößt. Die HU-Berlin ist ein rechtsfreier Raum, Gesetze haben dort bestenfalls Unterhaltungswert.

Dass man sich abschließend in besagter Ausschreibung über männliche Bewerber lustig macht, die so dumm oder naiv sind, sich auf die entsprechende Stelle zu bewerben, das sei hier nur am Rande erwähnt. Die entsprechende Häme findet sich in der folgenden Standardformulierung:

„Die Humboldt-Universität strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an und fordert qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bewerbungen aus dem Ausland sind erwünscht. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.“

Da die Professur aus dem Programm der HU-Berlin zur Frauenförderung finanziert wird, von dem nicht einmal die zentrale Gleichstellungsbeauftragte zu wissen scheint, richtet sich das Bemühen der HU-Berlin als politisch korrekter Täuscher zu erscheinen, nur an weibliche Behinderte, weibliche Migranten oder weibliche Bewerber aus dem Ausland.

Die Frage, wo das Geld für das ominöse Frauenförderungsprogramm der HU-Berlin herkommt, hat uns auf die Seite des Berliner Senats, genauer: der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen geführt, eine Seite, deren Überschrift bereits die Frage aufwirft, ob bei der Senatsverwaltung chronische Lügner arbeiten, Debile, die der Begriffe der deutschen Sprache nicht mächtig sind oder bösartige Täuscher, die versuchen, die Tatsache, dass sie partikulare Gruppenbevorzugung mit 3,8 Millionen Euro finanzieren, zu verschleiern.

Die Überschrift der Seite lautet: „Berliner Chancengleichheits-Programm„.

„Das Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (Berliner ChancengleichheitsProgramm – BCP) wurde 2001 vom Berliner Senat eingerichtet.“

Wir müssen aufgrund dieser Einleitung unsere Frage mit den drei Antwortalternativen, chronische Lügner, bösartige Täuscher oder Debile auf den Berliner Senat ausweiten und fragen: Besteht der Berliner Senat aus chronischen Lügnern, bösartigen Täuschern oder Debilen?

Abermals werden sich die Stammleser von ScienceFiles an unseren Idiotentest für Verteilungsfragen erinnern. Darin haben wir die Begrifflichkeiten, die so gerne durcheinander geworfen werden, definiert und geordnet.

Chancengleichheit liegt vor, wenn keinem Individuum oder keiner gesellschaftlichen Gruppe durch Privilegien der Zugang zu Positionen im Vergleich zu anderen Individuen oder gesellschaftlichen Gruppen erleichtert wird (oder durch negative Sanktionen erschwert wird). Chancengleichheit ist das Gegenteil von “affirmative action”, also von Maßnahmen der positiven Diskriminierung.

Berliner Senat WettabspracheNun geht es im Berliner ChancengleichheitsProgramm aber nicht darum, gleiche Startbedingungen zu schaffen, sondern darum, den Ausgang des Rennens um eine wissenschaftlichen Position zu beeinflussen, plastischer formuliert, die Verantwortlichen wollen mit den Schiedsrichtern im Berufungsausschuss eine Absprache treffen, um den Ausgang des Wettkampfes zwischen Bewerbern vorab zu bestimmen (Sie wollen die Schiedsrichter kaufen). Wettbetrug nennt man das in anderen Zusammenhängen.

Dass es dem Senat nicht um Chancengleichheit geht, sondern darum, Absprachen über den Ausgang von Berufungsverfahren zu treffen [Match-Fixing nennt man das im Englischen], sieht man anhand der Liste der Förderschwerpunkte:

  • Vorgezogene Nachfolgeberufungen von Frauen auf W2-/W3-Stellen bei Unterrepräsentanz von Professorinnen im jeweiligen Fach
  • Berufungen auf befristete W2-Professuren bei Unterrepräsentanz im jeweiligen Fach
    Qualifizierung und Professionalisierung von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen für eine Professur an Universitäten, Kunsthochschulen und Fachhochschulen
  • Stabilisierung der wissenschaftlichen Karriere von Frauen in der Postdoktorandenphase
  • Verankerung von Gender-Aspekten in Forschung und Lehre
  • Qualifizierung von Frauen in den Natur- und Technikwissenschaften
  • Gegenfinanzierung des Professorinnenprogramms [gemeint ist der Landesanteil am Bundesbetrugsprogramm]

Es geht also ausschließlich darum, Frauen zu privilegieren, Ihnen Vorteile gegenüber Männern zu verschaffen. Das ist keine Chancengleichheit, sondern die Herstellung von Ergebnisgleichheit über z.B. Berufungsabsprachen. Man kann es auch schlicht Betrug nennen.

Was uns zurückbringt zur Frage, ob in Berlin debile, bösartige Täuscher oder chronische Lügner den Senat bevölkern. Und diese Frage geben wir an unsere Leser weiter, und zwar mit dem Hinweis, dass chronische Lügner sich von bösartigen Täuschern dadurch unterscheiden, dass sie krank sind und entsprechend nicht wirklich wissen, was sie tun.

Erklärung für offensichtliche Lügen

Bleibt abschließend noch die Frage: Was macht eigentlich die Antidiskriminierungsstelle? Weiß das jemand?

Wir danken einem Leser von ScienceFiles für den Hinweis auf die Ausschreibung an der HU-Berlin.

Bananenrepublik 4.0 – Kita oder Professur?

Es jammert in der Süddeutschen Zeitung:

universitaet Duisburg essen„Für uns ist das ein Riesenproblem“, sagt etwa Ingrid Fitzek, Gleichstellungsbeauftragte der Uni Duisburg-Essen, von der drei Anträge auf der Warteliste gelandet sind. Eigentlich wollte man dort mit den frei werdenden Mitteln eine Kita mit 50 Plätzen finanzieren.“

Das Riesenproblem, von dem in der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist, es ist das Professorinnenprogamm. Das Professorinnenprogramm ist jedoch nicht etwa deshalb ein Riesenproblem, weil plötzlich Moral und Anstand Einzug gehalten haben und Universitäten sich daran erinnert haben, dass sie nicht die Prostituierten von Ministerien sind.

Das Riesenproblem ergibt sich auch nicht daraus, dass im Rahmen des Professorinnenprogramms unzählige männliche Bewerber belogen und betrogen werden, männliche Bewerber, die sich im irrigen Glauben, sie hätten eine Chance, berufen zu werden, auf einen Lehrstuhl bewerben, denen Kosten entstehen, die Probevorlesungen vorbereiten, halten und alles, weil sie nicht wissen, dass sie sowieso keine Chance auf die Stelle haben, auf die ausschließlich weibliche Bewerber berufen werden. Die männlichen Bewerber sind nur die Coverstory, um den Anschein zu erwecken, das Professorinnenprogramm sei ein rechtlich einwandfreies Programm, nicht Betrug und Bevorteilung.

Aber, wie gesagt, das alles ist nicht das Riesenproblem, das Ingrid Fitzek und die Uni Dusiburg-Essen haben.

Es ist auch nicht das Riesenproblem, von dem Roland Preuß in der Süddeutschen Zeitung berichtet.

Deceibe infeigle obfuscateDas Riesenproblem besteht darin, dass „Wankas Professorinnenprogramm das Geld“ ausgeht. 147 Hochschulen haben sich am ministerialen Wettbewerb in Wissenschaftsprostitution beteiligt, wohl mehr als selbst Wanka für möglich gehalten hat, und jetzt scheinen die 300 Millionen Euro, die bislang in das Professorinnenprogramm gepumpt wurden, um Lehrstühle an Universitäten nach weiblichem Geschlecht und nicht nach Leistung zu besetzen, aufgebraucht zu sein.

Und weil die 300 Millionen Euro wohl aufgebraucht sind, deshalb hat die Universität Duisburg-Essen das Riesenproblem, dass sie nun drei Professuren finanzieren muss. Das muss man sich einmal vorstellen, die Universität Dusiburg-Essen muss drei Professuren finanzieren, Professuren, die von der Universität Duisburg-Essen an weibliche Bewerber vergeben wurden, Professuren, bei deren Besetzung männliche Bewerber getäuscht und belogen wurden. Das muss man sich einmal vorstellen: Eine Universität, die Professuren finanzieren muss, die sie selbst ausgeschrieben und besetzt hat! Unglaublich!

Schlimmer noch: Weil die Universität Duisburg-Essen nun drei weibliche Quoten-Professuren finanzieren muss, kann sie keine „Kita mit 50 Plätzen finanzieren“.

Ein Skandal, hinter dem die Unehrlichkeit, der Betrug gegenüber männlichen Bewerbern, die Täuschung männlicher Bewerber und die Kosten, die männlichen Bewerbern unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verursacht wurden, verblassen.

Was könnte es wichtigeres geben, als eine Kita mit 50 Plätzen an einer Universität? Ehrlichkeit? Lauterkeit? Moral? Anstand? Universitäre Lehre? Gute Lehre? Gesellschaftlich relevante Forschung? Nützliche Erkenntnis? Die Finanzierung von Professuren? Sicher nicht. Nichts ist wichtiger als eine „Kita mit 50 Plätzen“ – Ingrid Fitzek weiß das.

Und Kai Gehring, Bundestagsabgeordneter der Grünen, der weiß auch etwas. Wenn 300 Millionen Euro, mit denen männliche Bewerber auf Lehrstühle an Hochschulen diskriminiert, getäuscht und belogen und geschädigt werden, nicht ausreichen, dann sei dies „stümperhaftes Programm-Management und klammheimliches Wegsparen durch Ministerin Wanka“ und das Programm müsse eben aufgestockt werden.

ProfessorrinnenprogrammWir wiederholen uns ungern, aber Anstand, Moral, Ehrlichkeit, Lauterkeit, die faire Behandlung von männlichen Bewerbern auf Lehrstühle, das scheinen auch für den Grünen Kai Gehring Begriffe zu sein, die er nicht in seinem Wortschatz findet und entsprechend so wenig verstehen wird, wie Roland Preuß, der es schafft einen Beitrag über das Professorinnenprogramm zu schreiben, ohne auch nur einen einzigen Hinweis darauf, dass hier Steuergelder eingesetzt werden, um männliche Bewerber arglistig zu täuschen, zu diskriminieren, zu belügen und ihnen Schaden zu verursachen.

Deutschland 2015, eine Bananenrepublik 4.0, in der Medienvertreter, Politiker und Gleichstellungsbeauftragte alle dieselbe Unkenntnis verbindet, Unkenntnis darüber, was Fairness, Ehrlichkeit, Anstand und Moral sind. Und vor allem darüber, was Menschen (andere Menschen versteht sich) leisten müssen, um die Steuergelder aufzubringen, die im Rahmen des Professorinnenprogramms eingesetzt werden, um männliche Bewerber arglistig zu täuschen, zu belügen und sie zu schädigen.

Wir danken einem Leser von ScienceFiles für den Hinweis auf den Beitrag in der Süddeutschen Zeitung.

Vergendereit noch Mal: Universität Graz im Sumpf politischer Korrektheit versunken

Ein ScienceFiles-Leser hat uns einen Aushang der Technischen Universität Graz zur Verfügung gestellt, mit dem wir unsere Leser in einen fröhlichen Feierabend entlassen wollen.

Der Aushang wurde rund 50 ausgesuchten Personen an deutschen und österreichischen Universitäten mit der Bitte übermittelt, ihn doch und ausschließlich an geeignete Bewerberinnen weiterzugeben oder wie es im Anschreiben heißt:

„Da die Technische Universität Graz eine Erhöhung des Frauenanteils insbesondere in Leitungsfunktionen und beim wissenschaftlichen Personal anstrebt, werden Sie höflich um Weitergabe an geeignete Bewerberinnen ersucht.“

Die politische Korrektheit, die die Stellenausschreibung durchzieht, sie fehlt im Anschreiben. Wenn sich Genderisten unter ihresgleichen wähnen, dann fällt die Maske der Vielfalt, dann weicht sie dem, worum es eigentlich geht, die Diskriminierung von Männern.

Gibt es eigentlich jemanden, außer Genderisten, der das nicht unmoralisch, widerlich und abstoßend findet?

Bewegen sich Genderisten in der Öffentlichkeit, dann sind sie so politisch korrekt, dass sie vor lauter politischer Korrektheit gar nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist, und so kommt es, dass sie nicht mehr wissen, wen sie wann wie nicht und wen wann und wo doch und dennoch nicht, oder so, diskriminieren wollen und dürfen oder nicht, vielleicht auch doch? Sie verfangen sich im Netz ihrer politischen Korrektheit und offenbaren dabei, worum es eigentlich geht: Die Diskriminierung von Männern.

Im Original:

Vergendereit noch mal„Die Technische Universität Graz bemüht sich aktiv um Vielfalt und Chancengleichheit. Insbesondere darf die Entscheidung bei Personalauswahlverfahren nicht zum Nachteil der Bewerberinnen und Bewerber auf Kriterien wie z.B. Lebensalter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Orientierung oder besondere Bedürfnisse aufgrund einer Behinderung gestützt werden.

Die Technische Universität Graz strebt eine Erhöhung des Frauenanteils, insbesondere in Leitungsfunktionen und beim wissenschaftlichen Personal an und lädt deshalb qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung ein. Bis zur Erreichung eines ausgewogenen Zahlenverhältnisses werden bei gleicher Qualifikation Frauen vorrangig aufgenommen.

Allgemeine Voraussetzungen:
Die Beherrschung der deutschen und englischen Sprache in Wort und Schrift in dem für die jeweilige Verwendung erforderlichen Ausmaß.

Reisekosten, die im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren entstehen, werden von der TU Graz nicht ersetzt.“

Oh, diese Grazer Universitäts-Korrekten, die vor lauter Nicht-Diskriminierungsbemühung diskriminieren, was das Zeug hält:

  • Bewerber, die nicht in Graz wohnen, werden benachteiligt. Ihnen entstehen Reisekosten. Und trägt  die „aktiv um Vielfalt und Chancengleichheit“ bemühte Universität Graz die Reisekosten? Nein. Wie soll Vielfalt entstehen, wenn die Bewerber alle aus Graz stammen, weil die Reisekosten nicht erstattet werden?
  • Bewerber, die der deutschen und englischen Sprache nicht mächtig sind, die z.B. nur Deutsch und Niederbayerisch oder Englisch und Suaheli oder Suaheli und Deutsch oder Türkisch und Deutsch sprechen, werden benachteiligt. Die Universität Graz ist nicht an Sprach-Diversität interessiert. Nur Deutsch- und Englischssprecher erwünscht. Skandalös. Lasst das nicht den Herrn Hollande lesen!
  • Frauen werden „bis zur Erreichung eines ausgewogenen Zahlenverhältnisses“ bevorzugt, was auch immer ein ausgewogenes Zahlenverhältnis ist. Wir, bei ScienceFiles, wir finden 5:1 ausgewogen. Bei Real Madrid ist man der Ansicht 1:2 sei gar nicht ausgewogen, und bei Abstimmungen innerhalb des Vorstands der GDL wird nur ein Zahlenverhältnis von alle für und niemand dagegen als ausgewogen angesehen. Wie dem auch sei. Das Zahlenverhältnis bei der Universität Graz hat zur Folge, dass Alter, ethnische Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Orientierung oder besondere Bedürfnisse hinter dem Geschlecht zurückstehen müssen.
  • Wir finden entsprechend eine klare Besetzungspräferenz für: alte, katholische, sozialistische, lesbische, behinderte Frauen mit Migrationshintergrund. Auf wen genau diese Diversität der Eigenschaften zutrifft, in Graz bewerben. Die Chancen stehen gut.
  • Die Chancen für Chancengleichheit stehen übrigens nicht gut, denn Chancengleichheit kann nur verwirklichen, wer auf keinerlei Eigenschaften, die in der Person der Bewerber begründet liegen, einen Bonus verteilt, also weder auf Alter, noch auf ethnische Zugehörigkeit, Religion, Weltanschauung, sexuelle Orientierung, besondere Bedürfnisse oder Geschlecht. Man kann, mit anderen Worten, Chancengleichheit nicht herstellen, indem man Bewerbern mit bestimmten Eigenschaften bessere Chancen einräumt als anderen – auch in Graz nicht.
  • Man kann indes nach einem willkürlichen Merkmal gleichstellen, auch so lange bis ein vermeintlich „ausgewogenes Zahlenverhältnis“ hergestellt ist. Das ist dann aber das Gegenteil von Chancengleichheit, denn Chancengleichheit ist blind im Hinblick auf das Ergebnis, legt also gerade keinen Wert auf ein angeblich „ausgewogenes Zahlenverhältnis“, denn nur so können gleiche Chance gewahrt werden.
  • Daher muss man feststellen, dass die Ausschreibung der Universität Graz ein herausragendes Beispiel für politisch korrekten Unsinn ist, das in zukünftigen Generationen für erhebliche Heiterkeit sorgen wird, ob der Dummheit, die aus den Zeilen quillt.

Ach ja, bei all der politischen Korrektheit wäre es fast verloren gegangen: Gesucht wird ein Doktorand „zur Verstärkung des Teams ‚Embedded Automotive Systems‘.