Das Versagersyndrom: Studie über Linksextremismus

Vor einiger Zeit haben wir über die moralische Panik berichtet, die immer dann inszeniert wird, wenn es darum geht, Rechtsextremismus aufzubauen und in seiner Gefährlichkeit zu beschreiben. Fast unbemerkt vegetiert neben dem Rechtsextremismus der Linksextremismus, dessen Vertreter, wie man auf Basis der Daten z.B. des Verfassungsschutzberichts 2013 zeigen kann, um das rund 1,5fache produktiver sind als Rechtsextremisten, wenn es um das Begehen von Straftaten geht.

PMK_top4

Nun findet sich heute in einer Reihe von Zeitungen, darunter die WELT, ein Beitrag über eine Untersuchung zum Linksextremismus, die Wissenschaftler von der Freien Universität Berlin durchgeführt haben und die sie demnächst als Buch veröffentlichen wollen (siehe unten).

Wir wollen der entsprechenden Berichterstattung nichts hinzufügen, sondern die Ergebnisse aus politikwissenschaftlicher Perspektive beleuchten, und zwar vor dem Syndrom der autoritären Persönlichkeit, das Adorno et al. für Rechte beschrieben haben und das Milton Rokeach in einem weithin vergessenen Ansatz auf die Linke übertragen hat. In seinem Buch „The Open and the Closed Mind“ entwickelt Rokeach das Konzept des Dogmatismus:

AntifaDogmatismus beschreibt im Anschluss an die von Adorno und seinen Mitarbeitern benutzte F-Skala eine autoritäre Einstellung, die sich durch “closed mindedness” (Borniertheit) auszeichnet. Closed mindedness wiederum basiert auf einer breiten Basis von Unkenntnis und darauf, dass die entsprechenden closed minds nicht einmal im Traum darauf kämen, an einer ihrer schlecht bis gar nicht fundierten, von anderen übernommenen und rein affektiv getragenen Positionen zu zweifeln.

Markenzeichen von Personen mit einem solchen geschlossenen Überzeugungssystem, ist es nicht nur, dass sie Fakten nicht mehr zur Kenntnis nehmen können (oder nie konnten) und entsprechend versuchen, ihre Phantasien der Realität überzustülpen, ihr Markenzeichen ist zudem, dass sie so sehr an die Wahrheit ihrer eigenen Überzeugung glauben, dass sie nicht nur sprichwörtlich über Leichen gehen, um ihre eigene Überzeugung durchzusetzen. Entsprechend kann man vorhersagen, dass die so bezeichneten Personen auf einer IQ-Skala bestenfalls mittelmäßige Werte erreichen, denn sie sind auf das Nachbrabbeln ihrer angeblichen Wahrheit angewiesen und entsprechend nicht lernfähig oder -willig, denn Lernen setzt die Bereitschaft voraus, seine eigene Überzeugung in Frage zu stellen.

Somit hat man ein Syndrom, das mit Dummheit einhergeht, nicht falsifizierbar ist und deshalb den Dogmatiker auszeichnet, den Rokeach für den größten Feind der Freiheit gehalten hat.

Und jenen Dogmatiker in seiner linken Variante scheinen die Berliner Forscher in ihrer Befragung gefunden zu haben: 14% ihrer Befragten zeigen linksextremistische Einstellungen, wie sie schreiben. Aber das ist nur die Spitze vom Eisberg, denn eine Reihe von Ergebnissen (die in der Berichterstattung der Zeitungen zu kurz kommen), von denen die Forscher berichten, haben uns zu denken gegeben.

Bei diesen Ergebnissen handelt es sich nicht so sehr um die Feindschaft gegenüber dem Kapitalismus. Den Kapitalismus zu befeinden, dessen wirtschaftlicher Erfolg den Linksextremismus erst möglich macht, ist derzeit „In“ und somit nichts, was man besonders gewichten müsste. Es ist fast schon Mainstream gegen den Kapitalismus zu sein, vor allem unter denen, die nicht einmal die Spur einer Vorstellung davon haben, was Kapitalismus eigentlich ist.

Nein, was uns erschreckt hat, ist folgendes:

Für viele Deutsche wieder erstrebenswert: Soziale Kontakte pflegen in der Wartschlange.

Für viele Deutsche wieder erstrebenswert: Soziale Kontakte pflegen in der Wartschlange.

„Knapp 60 Prozent der Ostdeutschen und 37 Prozent der Westdeutschen hielten den Sozialismus/Kommunismus für eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden sei, und 42 Prozent gaben an, dass für sie soziale Gleichheit aller Menschen wichtiger sei als die Freiheit des Einzelnen.“

Haben die Ostdeutschen die bananenlose Zeit des SED-Regimes schon vergessen? Die Zeit der Mangelverwaltung durch Fünf- oder Siebenjahrespläne, die zum Ergebnis hatten, dass in einem Jahr die Schrauben gefehlt haben und im nächsten die Mütter dazu? Aber das fällt vermutlich unter die schlechte Ausführung, was die Frage aufwirft, wie viele Experimente die jeweiligen Befürworter noch benötigen, um einzusehen, dass Sozialismus (oder Kommunismus) ein Land schneller zu Grunde richtet, als man schauen kann. Wir erleben es derzeit in Venezuela, einem Land, reich an Bodenschätzen, in dem die Bevölkerug vor den leeren Regalen in den Supermärkten Schlange steht.

Erschreckend ist auch der Verzicht auf Freiheit zu Gunsten sozialer Gleichheit. Wer dermaßen tief gesunken ist, dass ihm die von Dritten angeblich hergestellte soziale Gleichheit wichtiger und wertvoller ist als seine eigene Freiheit, die ihn in die Lage versetzt, etwas aus eigener Kraft zu erreichen, der kann keinerlei Selbstwert von sich haben, keinerlei Selbstwirksamkeit erfahren haben und muss vor allem der Ansicht sein, dass er durch soziale Gleichheit gewinnen kann, eine Ansicht, die man nur haben kann, wenn man sich für einen Versager hält bzw. das Nutznießen der produktiven Tätigkeit vorzieht.

Was hier beschrieben ist, ist somit ein Versager-Syndrom, das Linke offensichtlich auszuzeichnen scheint und das perfekt mit dem Hass auf Kapitalismus einhergeht, gilt im Kapitalismus doch, dass die Leistung die Auszahlung bestimmt, d.h.: wer mehr leistet, hat auch mehr. Nur wer denkt, er könne nichts leisten oder durch eigene Leistung keine nennenswerte Auszahlung erreichen, kann Kapitalismus ablehnen und Sozialismus wünschen.

Und nur wer dieses Versagersyndrom in ein Überzeugungssystem gepackt hat, das ihn vor der Wahrheit der eigenen Unfähigkeit und Inkompetenz schützt, kann auftreten, wie dies Linksextremisten so gerne tun: In der vollen Überzeugung nicht nur im Besitz der vollen Wahrheit zu sein, sondern auch berechtigt zu sein, zur Durchsetzung dieser Überzeugung Gewalt anzuwenden: 14% der Linksextremen befürworten Gewalt und qualifizieren sich damit als Erben Lenins oder Stalins, als Erben von Mao und all derer, die für die Durchsetzung der eigenen Überzeugung Millionen Menschenleben geopfert haben.

Masskillings communismAber sicher haben Lenin, Stalin, Mao, Ulbricht und all die anderen, die Gesellschaften zu Grunde gerichtet haben, den Sozialismus oder den Kommunismus nur falsch angewendet, wie 60% der befragten Ostdeustchen denken, was voraussetzt, dass sie wissen, wie man Sozialismus oder Kommunismus richtig anwendet, in einer Weise anwendet, in der Sozialismus und Kommunismus bislang noch nie angewendet wurde. Umso erstaunlicher, dass alles, was den neuen Sozialisten und neuen Kommunisten heutzutage einfällt, der selbe alte Hass auf die bürgerliche Gesellschaft ist und der selbe alte Neid auf diejenigen, die erfolgreich sind, nicht zu vergessen, die selben alten Rezepte der Verstaatlichung von Leistungen und der damit einhergehenden Zerstörung der Motivation von Menschen, etwas zu leisten.

Das kann auch nicht anders sein, denn Sozialismus oder Kommunismus basiert auf einem Menschenbild, das eingebildet und in der Realität nicht auffindbar ist. Dieses Bild sieht Menschen als Zombies, die nur wollen, was ihnen ihr sozialistischer Staat zuweist, die nur tun, was ihnen ihr sozialistischer Staat zu tun aufgibt. Weil Menschen so nicht sind, weil Menschen danach streben, etwas zu leisten, danach streben, sich von anderen zu differenzieren, deshalb ist Sozialismus ein Projekt von Versagern, das regelmäßig zum Scheitern verurteilt ist, denn was Sozialismus zu bieten hat, ist vielen schlicht zu wenig.

Schroeder, Klaus & Deutz.Schroeder, Monika (2015). Gegen Staat und Kapital – dür die Revolution. Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie. Frankfurt a.M.: Peter Lang.

Rokeach, Milton (1980). The Open and Closed Mind: Investigations Into the Nature of Belief Systems and Personality Systems. New York: Basic Books.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

49 Responses to Das Versagersyndrom: Studie über Linksextremismus

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Das Versagersyndrom: Studie über Linksextremismus | netzlesen.de

  2. Sven H. Schillings sagt:

    Für mich vor allem erschreckend:

    „und 42 Prozent gaben an, dass für sie soziale Gleichheit aller Menschen wichtiger sei als die Freiheit des Einzelnen.”

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass fast jeder zweite Befragte seine Freiheit für die Gleichheit mit anderen hergeben würde. Gleichheit würde ja bedeuten, die eigene Individualität und die Möglichkeit, durch Leistung mehr als andere zu erreichen, aufzugeben. Der Trend geht wohl zum Ameisenstaat. Dieser soll ja auch sehr effektiv sein. Die SchwarmIntelligenz lässt grüßen. Das Rote und Grüne am liebsten staatlicherseits alles kontrollieren wollen, ist ja nichts Neues. Doch da mittlerweile auch die CDU durch Merkel sozialdemokratisiert wurde, wird es Zeit, dass wir wieder eine liberale Kraft in den Bundestag bekommen.

  3. dentix07 sagt:

    „Das kann auch nicht anders sein, denn Sozialismus oder Kommunismus basiert auf einem Menschenbild, das eingebildet und in der Realität nicht auffindbar ist. Dieses Bild sieht Menschen als Zombies, die nur wollen, was ihnen ihr sozialistischer Staat zuweist, die nur tun, was ihnen ihr sozialistischer Staat zu tun aufgibt.“

    Das war und ist Sozialisten/Kommunisten sehr wohl bewußt! Darum steht auf deren Agenda auch an wenigstens 2. Stelle immer die Schaffung dieses Zombies, den sie „neuen“ oder „sozialistischen Menschen“ nennen, der das genaue Gegenteil des „alten“ Menschen – frei, individualistisch, kritisch, selbstständig – ist.

    Ein weiterer Grund warum Sozialismus mit Menschen (!) nicht funktionieren kann! Dazu braucht es den „Zombie“; und der ist eben kein Mensch in unserem Sinne, nur noch ein Hohlkörper in menschlicher Gestalt.

    Auf die Gefahr mich zu wiederholen:
    Kurt Schumacher sagte einmal: „Kommunisten sind nur rotlackierte Faschisten!“

    Das gilt auch umgekehrt: „Faschisten sind nur braunlackierte Kommunisten!“, bzw.

    „Ob Rot, Grün, Lila oder Braun, unter dem Lack herrscht derselbe Geist!“

  4. rote_pille sagt:

    das dumme ist, dass die meisten nicht einmal eine definiton des kapitalismus angeben können. da wird von ausbeutung geschwafelt, ohne angeben zu können, wie diese funktioniert (weil sie eingebildet ist). dort, wo es ausbeutung tatsächlich gibt, ist diese in 90% der fälle auf den staat und in 10% auf verbrechen gegen das eigentum oder die person zurückführbar. der sozialismus wird ohne auf nähere details einzugehen als paradies imaginiert, indem alle als negativ empfundenen menschlichen eigenschaften ausgemerzt wurden und wo die wirtschaft nach wunschvorstellung läuft. in keinem prosozialistischen blog, den ich je kommentiert habe, wusste man mir auf logische argumente zu antworten, die meisten griffen früher oder später zur zensur, um bei ihren träumereien von der vernunft nicht weiter belästigt zu werden. vor einsetzen der zensur musste ich mich als „neoliberaler faschist“ (ich weiß, der widerspruch hier tut einem liberalen schon in den ohren weh) oder ähnliches beleidigen lassen.

  5. Peter sagt:

    Was für Defintionskünste!

    Da werden Menschen durch Springers Welt u.a. als „linksextrem“ eingestuft, weil sie tatsächlich bemerken, daß der Einfluss der Wirtschaft im Staat größer als der der Wähler ist. Oder weil Befragte aktuell sehen, daß Kapitalismus expandieren muß und dadurch naheliegend zu Armut, Hunger und Krieg führt.

    Pfff, da läßt sich doch noch mehr finden.

    • Sie haben wirklich alle Insignien eines geschlossenen Weltbildes. Wenn Sie lesen würden, was im Post steht, würden Sie bemerken, dass nicht der Beitrag in der WELT die Grundlage ist, sondern eine Studie von Wissenschaftlern an der FU in Berlin. Wie dem auch sei, sie sind ein prächtiges Beispiel für jemandem, bei dem die ideologische Brille es unmöglich macht, die Realität so wahrzunehmen wie sie ist.

  6. Gerrit D. sagt:

    Toller Artikel! Ich halte ökonomisches Grundwissen sehr wichtig, um Politik überhaupt zu verstehen. Daher halte ich Linke für entweder unwissend oder menschenfeindlich, sonst erschließt sich mir so eine Haltung nicht. Die Gehirnwäsche über Jahrzehnte hat ihre Wirkung nicht verfehlt.

    Ludwig von Mises hat schon in den 1920ern das Scheitern von Sozialismus und Kommunismus vorhergesagt. Nicht nur das Fehlen der Anreize macht den Sozialismus/ Kommunismus undurchführbar. Das Ausschalten des natürlichen Spiels von Angebot und Nachfrage, das über Marktpreise automatisch Ressourcen in die Herstellung von Gütern lenkt, die auch tatsächlich nachgefragt werden, bewirkt einen permanenten Zustand des Mangels und ist eine gigantische Ressourcenverschwendung. Aber dazu muss man verstehen, dass Wohlstand nicht durch „begingungslose Grundeinkommen“ gedruckt werden kann, sondern dass Wohlstand einzig durch Produktion von Gütern bw. Dienstleistungen entsteht, die Menschen brauchen oder haben wollen. Bei staatlich gelenkter Produktion weiß keiner, ob es dafür eine Nachfrage gibt, schon gar nicht 5 Jahre im voraus.
    Der beste Trick der Sozialisten ist, dass die dumme Masse tatsächlich dem Kapitalismus die Schuld am Niedergang gibt. Frei nach dem Motto „Der, der ohne Schuld ist, werfe das erste Smartphone“. Die Träumer sehen nicht, dass es im Grunde ein staatlicher Korporatismus ist. Ohne die staatlich geschützten Monopole, Regulierungen, Beschränkungen im Namen der globalen Erwärmung oder sonstigem Schwachsinn würden es diese Megakonzerne gar nicht geben oder zumindest viel schwerer haben gegen eine Vielzahl von kleinen Konkurrenten.
    Das traurige ist, dass man einfache ökonomische Prinzipien nicht an staatlichen Universitäten lernt. Was ist Geld? Wie entsteht es? Was ist Währung? Wie finanzieren sich Staaten? Wer finanziert Staaten? Wem gehören eigentlicht die Staatsschulden? Auf wen hat der Staat Zugriff, um den Schuldendienst zu leisten? Diese Fragen werden nicht gestellt und schon gar nicht beantwortet. Stattdessen wird die heilige Wirkung der aggregierten Nachfrage gepriesen, eine schöne Legitimiation für Politiker mehr auszugeben, als sie einnehmen. Wie günstig für Politiker, nicht wahr?! Kritik dazu aus der akademischen Welt? Man beißt nicht die Hand, die einen füttert.

    Beste Grüße

    • Philocodex sagt:

      Hallo, eine schöne Anekdote dazu: In der SU war auf 5% der landwirtschaftlichen Fläche privater Anbau möglich, um die Versorgung in abgelegenen Gegenden dezentral regeln zu können.
      Wieviel % der Nahrungsmittel wurden auf den 5% der Fläche angebaut?
      20%!🙂

      • Gerrit D. sagt:

        Diese Grauzone der Sowjet-Wirtschaft und der Schwarzmarkt hat meines Wissens nach dazu beigetragen, dass es die SU überhaupt solange gab.
        Würden Politiker die Sahara managen, gäbe es dort nach einer Woche keinen Sand mehr🙂

  7. Olli sagt:

    Zu dem gelebten Kommunismus brauch man nicht viel sagen. Das lief/läuft nicht.
    Aber trotzdem finde ich, sehen einige hier den Sozialismus gleichgestellt mit dem Kommunismus.
    Euch stört am meisten das man da für die Gemeinschaft lebt, sich für „Alle“ interessiert und seinen Beitrag leisten muß. Was ist so falsch daran?
    Ihr denkt gleich man muß sich aufgeben und wird zum Zombie. Wieso? Das muß man nicht. Man kann durch seine Gabe, Besonderheit seinen Teil beitragen zum Wohle des Volkes. Wenn man guter Künstler, Arzt oder Ingenieur ist. Kann man seine Weisheit doch teilen. Mit seiner, wie auch immer, Errungeschaft sein Volk erstarken lassen, gut darstehen lassen und das Volk wird einen das schon danken und einen ehren bzw. dem Rspekt zollen den man verdient. WENN man sich einbringt und teilt!
    Ich meine durch was identifiziert Ihr Euch?
    Oder wollt Ihr alle bloß selbstverliebte Einzeldarsteller sein?! Mit Millionen und viel Blitzlichtgewitter. Denn ist es traurig und Ihr könnt es ja weiterhin versuchen. Denn diese Welt haben wir gerade und Ihr könnt „Conchita“ , den Kardaschians, Martin Schulz und Zuckerberg folgen.
    Ich glaube diese Welt ist gerade von mehr Zombies bevölkert, ansonsten kann ich mir diese Brot & Spiele Einstellung bei der Masse nicht erklären.

    • Ich meine durch was identifiziert Ihr Euch?
      Oder wollt Ihr alle bloß selbstverliebte Einzeldarsteller sein?!

      Das ist vielsagend. Die meisten Entwicklungspsychologen gehen davon aus, dass Menschen eine personale Identität entwickeln (wissen, wer man ist). Das wird auch als Entwicklungsleistung angesehen. Man muss sich entsprechend nicht mit irgend etwas identifizieren, weil man den Lebenssinn aus sich selbst heraus nimmt. Nun sind Entwicklungspsychologen keine Träumer und wissen, dass es Menschen gibt, bei denen die Herstellung einer personalen Identität nicht klappt. Wilhelm Heitmeyer hat dies exzessiv am Beispiel von Rechtsextremen gezeigt. Die entsprechend an der Herstellung einer personalen Identität Gescheiterten, versuchen das Defizit durch eine soziale Identität wett zu machen, also dadurch, dass sie sich Sinn von Gruppen leihen, als Mitglied von Hertha BSC, als Linker, als Rechter, als alles nur nicht als sie selbst. Und natürlich muss für ein solches Herdentier jeder, der es geschafft hat, sich eine personale Identität zu geben, aussehen wie ein Einzeldarsteller, ein Hedonist oder welches Feindbild auch immer gepflegt wird. Das ändert aber nichts daran, dass es für Menschen nicht normal ist ihre Identität durch Zuordnung zu erzielen, dadurch, dass sie zum Bossträger, zum Antifa-Aktivisten oder zum guten Menschen werden, nur zu einem nicht: zum Ich.

      • olli sagt:

        An Michael Klein.
        Wieso drehst du es so hin, dass sozial denkende Menschen keine eigene personelle Identität entwickeln? Vielleicht ist ihre Entwicklung nicht nur an das eigene Glück/Erfolg zu denken. Darin gehen Menschen auch auf. Etwas größeres zusammenhängendes zu schaffen oder daran teil zu haben. Du siehst es als Schwäche. Nun gut , Ansichtssache. Aber eine stabile Gemeinschaft hilft und stärkt sich untereinander. Das es keine perfekte Gesellschaft/Lebensform gibt, ist mir schon klar. Wir sind nicht in Utopia. Aber was ist denn mit diesem kapitalistischen Gebilde mit dem Demokratie-Rahmen dazu? Menschlich und sicher ist es auch nicht. Und lange funktioniert es auch nicht. Ich kenne kein Bsp., wo es nicht auf den Leid anderer aufgebaut bzw erhalten wird.

        • Ich drehe nichts hin, ich berichte Forschungsergebnisse, die seit Turner und Tajfel sie produziert haben, wieder und wieder belegt wurden. Es ist nun einmal so: Wer in seiner sozialen Identität „aufgeht“, der ist an seiner personalen Identität gescheitert. Aber ich dachte, Sie stehen so auf soziale Identität, denn stehen Sie doch auch zu Ihrer sozialen Identität und bestehen nicht darauf, doch irgendwo eine personale Identität gebildet zu haben. Wieso diese Wertschätzung einer Identität, die Sie doch ablehnen?

    • Silke sagt:

      „Euch stört am meisten das man da für die Gemeinschaft lebt, sich für “Alle” interessiert und seinen Beitrag leisten muß.“

      Schön wär´s. Wo hatten wir dies und wo hat es seit beginn der Menschheit funktioniert?

      In der Familie, in regionalen Gruppen, bei Völkern, kurz in der kleinen Gemeinschaft.
      Es sind aber gerade die Sozialisten/Kommunisten, die diese Gruppen bekämpfen und auflösen wollen. Kommunistische Forderung: „Aufhebung der Familie“.

      Damit sind diese nicht sozial im positiven Sinne, sondern wie im Artikel beschrieben eher Persönlichkeiten mit Problemen, die in der anonymen Masse Halt suchen.
      Für ein gutes Zusammenleben gehört in 1. Linie: „Was Du nicht willst das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Gerade für Sozialisten trifft dies nicht zu. Für diese heiligt der Zweck (glorreiche Zukunft egal wie utopisch) jedes Mittel (Respektlosigkeit, Raub, Folter und Mord).
      Anschließend fühlen sie sich noch ungerecht behandelt, wenn die konservativen Bürger mit Ablehnung reagieren.

      • Silke sagt:

        Bei Sozialismus denken viele leider an sozial und vergessen dass Mao, Hitler, Stalin, Pol Pot und andere Massenmörder Sozialisten waren.

      • olli sagt:

        Du solltest mich nicht für einen Kommunisten halten. Meine Kindheit in der DDR mag zwar noch kindgerecht gewesen sein, in unserem kleinen Dorf. Aber mir ist schon bewußt, dass das große Ganze nicht richtig lief und auch nicht laufen konnte.
        Für mich ist die Familie der Grundpfeiler jeder Gesellschaft. Und ich meine eine natürliche Familie. Ich selber leben in einem 3. Generationen Haushalt und finde es gut für einander da zu sein.
        Und wie ich schon zu anderen schrieb. Mir ist klar das es keine perfekte Gesellschaftsform gibt. Aber die heutige BRD ist für mich schrecklich. Diese auswuchernde Geldgier, Gleichgültigkeit und Pseudodemokratie ist ein Spiegelbild einer Masse von Ich – Menschen!

      • Dr.McSchreck sagt:

        Ergänzung: ich stimme Ihnen zu, dass in sehr kleinen Einheiten „Sozialismus“ funktionieren kan, das beste Beispiel ist die Familie, in der man gemeinsam die Aufgaben verteilt und die Einnahmen gemeinsam verbraucht. Es kann auch eine frei gewählte kleine Einheit sein (Wohngemeinschaft, Hausgemeinschaft usw). Der wichtige Punkt ist die soziale Kontrolle.
        Genau das funktioniert in größeren Einheiten nicht mehr, da braucht es dann die Stasi o.ä., um den Verlust an Kontollen in der Masse zu kompensieren.

    • rote_pille sagt:

      das was stört ist allein das „muss“. ich würde gerne sebst entscheiden, wieviel ich mit anderen teile. es stört mich absolut nicht ob sie für die gemeinschaft leben wollen oder nicht. ich möchte nur die direkte kontrolle über meine mittel, damit ich keine weiteren genderisten, bürokraten, scheinasylanten,kriegstreibende politiker, subventionen und arbeitsunwillige, aber arbeitsfähige arbeitslose alimentieren muss. sozialismus ist ein oberbegriff für alle kollektivistischen systeme und ich lehne alle seine spielarten ab, da ich zwangsumverteilumgen als unterdrückung empfinde.

      • olli sagt:

        Heute muss man doch auch soviel. Außerdem, wer hat denn schon Kontrolle über all sein Geld? Wir werden dich heut auch jeden Tag betrogen und leben damit.
        Was für eine Form des gesellschaftlichen Lebens ist Deine Wahl?

    • A.S. sagt:

      Dann mal deutlicher: Wenn die Menschen vor 100 Jahren das Heil im Kommunismus oder Sozialismus gesehen haben, dann waren die nicht dumm. Denen schien jede Alternative zum Arbeiterleben in den Städten einfach besser.
      Wer heute, nach den Erfahrungen mit dem Kommunismus und Sozialismus, diese Ideen noch immer für besser hält, der ist dumm. Zu blöd um ein Geschichtsbuch zu lesen. Wir wissen heute wohin diese Reise geht, wir wissen, dass das Problem die real existierenden Menschen mit ihrem Machtstreben sind und dass diese Problem nur durch Freiheit des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft, dem exakten Gegenteil von Kommunismus und Sozialismus, beseitigt werden kann.

      • olli sagt:

        Woher weißt Du das, dass es heute nur durch die Freiheit des Einzelnen klappt? Weil das andere in der Vergangenheit nicht klappte? Wie lange gibt es die jetzige Demokratie/Liberalismus? Sie hat sich noch nicht komplett beweisen können und stellt sich auch nicht gut an.
        Ich meine was klappt denn? Weil wir hier angenehm leben und fast alles sagen dürfen? Die die uns regieren bombardieren andere Länder, gucken sich den Hunger in Afrika weiter an und berauben ihm seiner Bodenschätze. Besten asiatische Menschen durch Billiglöhne und Gift aus und spionieren uns auch aus und verschleudern unser Geld…

    • Manfred Gillner sagt:

      Sie tun ja gerade so, als ob nur der Mensch im Sozialismus „sich einbringt und teilt“, „für die Gemeinschaft lebt“, „sich für ‚Alle‘ interessiert“ und „seinen Beitrag leisten muss“. Wo ist denn das hier bei uns nicht der Fall? Wir zahlen für unser Gemeinwesen hohe Steuern und Abgaben wie keiner im Sozialismus (weil sie dort nicht erwirtschaftet werden können), wir haben hunderttausende Vereine und andere gemeinnützige Organisationen, wir spenden wie die Weltmeister, wir helfen, wo wir können, wir sind gesellig.

      Manchmal hat man das Gefühl, da will jemand gleich das ganze System ändern, nur weil es mit der eigenen Befindlichkeit nicht stimmt.

  8. Nicht so schnell. Der Kapitalismus ist ein hervorragendes System, wenn die Güter knapp sind und die Wirtschaft schnell wachsen soll. Wenn sie allerdings mal saturiert und reich ist, sollte schon eine Aenderung Richtung Sozialismus stattfinden, denn im Grunde gibt es genug für alle. Im Kapitalismus gibt es immer Gewinner, die dann die Reichtumskonzentration immer weiter treiben. Die Allgemeinheit steht dann nicht vor leeren Regalen, kann sich die Güter aber nicht mehr leisten. Auch im kapitalistischen Amerika gibt es viele Obdachlose. Beide Extreme sind ungesund und unnatürlich.

    • Nicht so schnell: Den alten Hut hat bereits Marx formuliert, für den eine erfolgreiche bürgerliche Gesellschaft die Voraussetzung für eine erfolgreiche Herrschaft des Proletariats war.

      Im übrigen müssen Sie erklären, wie eine notwendig sinkende Produktivität, die dann einsetzt, wenn die so faire Gesellschaft im Sozialismus mit all ihren Funktionärs-Ghettos nebst deren Sonderbehandlung einsetzt, kompensiert wird, um den Lebensstandard und das Wohlstandsniveau der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Das ist eine Aufgabe, an der bislang noch alle sozialistischen Systeme, die versucht haben, am Erfolg kapitalistischer Systeme zu schmarotzen, gescheitert sind. Ich bin gespannt, wie Sie dieses Problem lösen, natürlich nicht so schnell…

    • rote_pille sagt:

      die einzigen leeren regale sehe ich momentan in venezuela, wo ja der „sozialismus des 21. jahrhundert“ errichtet wurde…
      mal im ernst, ihre aussage hat weder hand noch fuß. knappheit herrscht immer, wenn nicht ständig produziert wird tritt sie deutlich zum vorschein. vermögen wachsen auch nicht von selbst, sondern durch erfolgreiche unternehmerische tätigkeit. von zeit zu zeit werden diese wieder aufgebraucht, entweder durch fehlentscheidungen oder durch konsum. in der finanzkrise ist das deutlich geworden: die großen vermögen, die vorher durch die kreditausweitung (geleitet von den zentralbanken =>staatliche intervention!!) aufgebläht wurden sind massiv zusammengeschrumpft. sobald die regierungen alle zentralbanken auflösen und aufhören die zinsen zu manipulieren gibt sich das mit der (scheinbaren) überakkumulation.

    • Silke sagt:

      „Kapitalistisches Amerika“ ist orwellsches Neusprech.

      Kapitalismus oder Sozialismus am Beispiel Geld

      Sozialismus:
      – Papiergeld oder Giralgeld, der Wert ist staatlich fest gelegt (z. B. durch zukünftige Arbeitsleistung)
      – Zentralbank
      – ein gesetzlich verordnetes Geldmonopol
      – die Geldmenge wird zentral, also planwirtschaftlich gesteuert
      – die Höhe der Zinsen wird zentralistisch geplant.
      – für Schulden kommen alle Steuerzahler auf

      Kapitalismus (laut alten Schriften: von Mises, Hayek, etc.)

      – Warengeld (Edelmetalle, Rohstoffe, Weizen)
      Kurz, Waren die bereits produziert wurden und von der Masse akzeptiert werden. Dazu zählen keine Zertifikate, Wertbriefe usw.!
      – Bürger wählen ihr Zahlungsmittel selber
      – Geldmenge reguliert sich selbst
      – Zinshöhe richtet sich nach Angebot und Nachfrage
      – Verursacher und Teilhaber haften für Konkurs und Fehlspekulationen

      Faschismus, Kooperatismus:
      Siehe Sozialismus + Politiker und Bürokraten gehen ein Bündnis (Kooperation) mit einigen großen Konzernen und privaten Banken ein.
      Konzerne bezahlen oder erpressen Entscheidungsträger und kaufen sich Gesetze, Subventionen und Stimmen (inkl. öffentliche Meinung über Medien und Bildungssystem). Auch Lobbyismus genannt. Die wohl gefährlichste Wirtschaftsform!
      Nur möglich, dank des Pyramiden-Systems der Macht, dass durch die Bürokratie entstand: Jeder folgt nur den Gesetzen oder den Anweisungen des Vorgesetzten.
      Je größer die Zentralisierung, desto weniger Entscheidungsträger müssen gekauft werden. Obendrein je weiter die Politik vom Bürger entfernt ist, desto schwerer die Rückkehr zur Volksherrschaft.

      Vor 250 Jahren nannten wir dieses System noch Feudalismus.

      Seit 1913 hat die Fed ein Monopol auf den Dollar und nimmt immer mehr Einfluss auf die Politik.
      Seitdem versuchen viele US-Bürger die Fed wieder abzuschaffen. Leider ohne Erfolg.

    • Manfred Gillner sagt:

      Sie wollen ein erfolgreiches System durch ein bisher stets erfolgloses ersetzen, sobald das erfolgreiche System einen gedachten Idealzustand geschaffen hat? Das würde dazu führen, dass dieser Idealzustand nicht gehalten werden kann.

      Es wird nie „genug für alle“ geben. Jeder bestimmt selbst, was genug für ihn ist. Gleiche Bedürfnisse bei allen erreichen sie nur mit dem Einheitsmenschen aus der Retorte.

      Es wird immer knappe Güter geben, der Ausgleich von Angebot und Nachfrage durch ein System, das dazu in der Lage ist, nämlich den Kapitalismus, wird stets notwendig sein. Der Sozialismus schafft nicht einmal die Verteilung von Gütern, die nicht knapp sind.

      In keinem System kann man so unverdient reich werden wie im Sozialismus, während die anderen arm bleiben.

    • Waldmeister sagt:

      Ok, wir sind jetzt alle saturiert und reich, die Regale voll. Also führen wir den Sozialismus ein. Wenn die Regale dann wieder leer sind (und wir alle wieder arm) schaffen wir diesen wieder ab und versuchens nochmal mit dem Kapitalismus, schließlich müssen wir alle wieder reich werden – um dann beim nächsten Sozialismusexperiment wieder zu verarmen zu können.
      Und „volle Regale, kann sich aber die Güter nicht leisten“: das ist schlichte Ökonomie. Nur wer ausreichend produktiv ist kann auch entsprechend konsumieren. Im Kapitalismus trifft Mangel nur die Unproduktiven, im Sozialismus alle.
      Der hier geforderte und propagierte Salonsozialismus ist nichts weiter als eine weitere Variation von „wenns dem Esel zu wohl wird geht er aufs Eis“.

  9. Enrico sagt:

    Wenn mir jemand erzählt, dass der Sozialismus (bzw. Kommunismus) bisher nur an der schlechten Umsetzung gescheitert ist, dann frage ich als erstes, ob derjenige weiß, was ein Totschlag-Argument ist. Es lässt sich jedes mal, wenn ein sozialistisches Land zusammenbricht, behaupten, es wäre nur die schlechte Umsetzung gewesen. (Den englische Begriff „Thought-terminating cliché“ finde ich wesentlich treffender.)

    Die nächste Frage meinerseits ist, was denn passieren müsste, damit der Sozialismus von demjenigen als gescheitert angesehen wird. Daraufhin wird es üblicherweise ruhig. Ob der Sozialismus wohl etwas mit Unfehlbarkeit zu tun hat? Die Utopie, die per Definition nicht falsch sein kann? Aber das ist nur meine Vermutung…

  10. Francesco sagt:

    1.) Wenn man, sozusagen als Preis seiner Verweigerungshaltung, nicht zu den Leistungsträgern der Gesellschaft zählt, (sich aber selbstredend und gerne von ihr alimentieren lässt), dann wird die Psyche Wege finden, das Selbstwertgefühl zwar dennoch, aber natürlich weiterhin ohne eigene Anstrengung, zu befriedigen. Da ist es ein oftmals besonders schäbiger Weg, die eigene Sinnfindung und Daseinsberechtigung mittels frecher Inanspruchnahme einer höheren Moralinstanz zu postulieren.
    Wir kennen dies ja aus dem privaten (und leider auch besonders ausgeprägt aus dem politischen grünen) Umfeld: Je weniger die Person in ihren Leben auf die Reihe bekommt/bekommen hat, desto stärker der Drang, das von der eigenen Psyche versagte Selbstwertgefühl mit der „Moralischen Instanz“ zu kompensieren; ja mehr noch, desto mehr hat man das „Recht“ und die „moralische Verpflichtung“, diese eigene Moralischen Instanz mit radikalen Methoden wie Intoleranz, Verleumdung und Gewalt zu vollstrecken, aber zumeist immer schön feige versteckt hinter der anonymen Masse Gleichgesinnter, zumindest aber kostet es nie die eigene Leistung (Geld, Arbeit) – oder haben Sie schon mal die „Moralapostel“ der AnitantiFa außerhalb von Massenrandalen bei gemeinnütziger Arbeit, z.B. den Tafeln, gesehen?
    Auf exakt dieses Bedienen niederer Instinkte, d.h. das Befriedigen eines mangelnden Selbstwertgefühls großer Teile der Bevölkerung (es herrschte damals bekanntlich zermürbende Massenarbeitslosigkeit) mit einer vermeintlich „höheren moralischen Institution und Verpflichtung“ verstanden sich schon die Sozialisten Hitler und Goebbels vortrefflich.
    2.) Von dieser überheblichen, oben beschriebenen Ebene, jetzt den Anderen, den Unliebsamen, vorab pauschal für unwürdig zu erklären (natürlich, ohne sich ernsthaft mit dem Anderen und/oder seinen Argumenten auseinander gesetzt zu haben, das wäre ja Leistung, die es zu vermeiden gilt, s.o.), ihm also mit demagogischen Mitteln die Eigenschaft als Mitmensch abzusprechen, „erlaubt“ es hernach wunderbar, diesen jetzt quasi zum Tier erklärten, gnadenlos und aufs brutalste zu bekämpfen, ihn ohne jegliche Gewissensbisse, nein, sogar mit Stolz darauf, „seiner „moralischen Verpflichtung nachgekommen zu sein“, zu vernichten.
    Auch auf diese diese perfide Taktik der Entmenschlichung des Gegners zwecks gewissenloser Schädigung/Vernichtung desselben hatten sich, wie viele vor ihnen auch schon, die als Versager im realen Leben dann als „höchstinstanzliche moralische“ Hardcoreideologen endeten, erfolgreich die Sozialisten Hitler und Goebbels stützen können; und boten damit dem psychisch labilen Mitläufertum derjenigen, die es „nicht geschafft hatten“, die Möglichkeit des „gerechten“ Brutalokampfes, – genau so, wie das sich bei der AntiantiFa heute fortsetzt.

    • Hans Meier sagt:

      Wunderschöne Analyse, Franceso.

      Der unterbelichtete Wichtigtuer verrennt und verschreit sich, weil ihm eigentlich schon klar ist, das die Talente unterschiedlich, also „ungerecht“ verteilt sind, und dafür rächt er sich an der ihn umgebenden Gesellschaft, bei jeder Gelegenheit.
      Sein Neid auf die „weniger Behinderten“, also die „Erfolgreicheren“, ist sein stabiler Antrieb, Feindbilder und bescheuerten Aktionismus zu praktizieren.
      Denn diese Erscheinungsform, bzw. das individuelle Auftreten von Gruppen, mit gleicher Macke, verkörpert immer auch ihre wahre „Gestalt“ also dass, was in ihrem persönlichen Inneren den realem Ausdruck auf der optischen Ebene sichtbar werden lässt.
      Darum fehlt die entspannte, liberale Toleranz auch, denn sie basiert auf Überlegung, auf Zuversicht, mit dem eigenen Verstand Lösungen zu realisieren, weil die eigenen Fähigkeiten nur an der Dummheit der Mehrheit ihre Grenzen findet.
      Die „Böller-Burschen“ haben eben einen „Knall“ und den führen sie als „struntzdoofe“ und auch noch als wütende Unglückliche auf, weil sie die Verantwortung für ihr eigenes, missratenes Schicksal, der Gesellschaft, bzw. ihre Eltern wütend vorwerfen.
      Ihr Kampf ist ein theatralisches „Tanzen“, also ein Aktionismus auf emotionaler Ebene, denn zu der rationalen, differenzierten Wirklichkeit können sie keinen Zugang entwickeln.

  11. tommy_dd sagt:

    Es ist beinahe rührend, wie Sie an das Märchen glauben, dass die Menschen mehr herausbekommen, je mehr sie leisten. Wenn dem so wäre, warum geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander? Warum haben Kinder aus der Unterschicht keine reelle Chance auf eine Führungsposition? Sind denn Armutsberichte von der Bertelsmann-Stiftung, der Bundesregierung oder der Sozialverbände alles nur kommunistische Propaganda? Sehen Sie eigentlich nicht, dass der von Euch so gelobte Kapitalismus in einer Überproduktionskrise steckt? Die weltweit wachsenden Schulden entstanden, aufgrund der weltweit zu hohen Produktionskapazitäten, die teilweise um ein Vielfaches über dem Bedarf liegen. Ihre Wirtschaftstheorie ist das Papier nicht mehr Wert, auf dem sie gedruckt ist. Dies haben Marx und Engels übrigens vor über 140 Jahren schon beschrieben.

    • Es ist wirklich rührend, wie Sie daran glauben, dass der Armutsbericht das Ergebnis von Kapitalismus und nicht von staatlicher Alimentierung, Umverteilung bzw. Zerstörung von Leistungsmotivation darstellt.
      Wie können Schulden weltweit relativ wachsen, wie Sie behaupten, wenn die Reichen immer reicher werden, wie sie auch behaupten und der Kapitalismus in einer „Überproduktionskrise“ steckt, die sie leider nicht belegen. Aber Sie können natürlich etwas gegen diese Überproduktionskrise tun: Hören Sie auf zu konsumieren, ziehen Sie sich in eine Höhle zurück und leben Sie subsistent, ohne Computer, ohne elektrische Geräte ohne billige Waren aus China und Vietnam, im Einklang mit sich und Mother Nature.

    • Philocodex sagt:

      Ist ein Verteilungsproblem. Unsere Wirtschaft ist leistungsfähig (noch); der Wohlstand kann in der Schicksalsgemeinschaft Nation umverteilt werden (mit Augenmaß allerdings).
      Ideologen, oder besser schmarotzende Egoisten, gibt es auf beiden Seiten: Finanzhaie und linke „Gutmenschen“. Leider scheinen beide Gruppen immer mehr Macht zu erhalten und können das System fleißig ausquetschen.
      Die wenigen Haie häufen trotz Versagen Millionen an, von denen sie gar nicht wissen, wohin damit.
      Und die zahlreichen linken akademischen Lumpenproletarier zapfen den steuerfinanzierten Staat an, um sich ihre ideologischen Hobbies bzw. ihr Nichtstun finanzieren zu lasssen.

      Kommt letztlich aufs selbe raus.

    • Sven H. Schillings sagt:

      „Wenn dem so wäre, warum geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander? Warum haben Kinder aus der Unterschicht keine reelle Chance auf eine Führungsposition? Sind denn Armutsberichte von der Bertelsmann-Stiftung, der Bundesregierung oder der Sozialverbände alles nur kommunistische Propaganda? “

      Der Armutsbericht mißt nicht die Absolute Armut, sondern lediglich eine relative Armut. Wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommen der Bevölkerung hat, gilt als Arm. Selbst wenn nun alle 10% mehr Einkünfte hätten, bliebe die Armut gleich und würde nicht fallen! Auf diese simple Weise kann die Betreuungsindustrie, z.B. Paritätische Wohlfahrtsverbände, Caritas, Diakonie permanent auf die Tränendrüse drücken und dem deutschen Michel noch mehr Steuergelder aus der Tasche ziehen.

  12. Philocodex sagt:

    Zu den tatsächlichen Motiven der Linksextremisten gab es in der JF einen interessanten Artikel: „Auch das Toben, Brüllen, Stigmatisieren und das Drohen mit körperlicher Gewalt, die einsetzen, wenn politische Debatten endlich zum Kern vordringen, geht auf die Studentenbewegung zurück.“ http://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2015/die-gewoehnliche-seele-hat-sich-durchgesetzt/

    Doppelt interessant ist das dort zitierte Buch von Volkmar Weiss „Die Intelligenz und ihre Feinde“, in dem folgender schöner Satz über die Vorhut der Linksextremisten, die grünroten Wissenschaftler, zu lesen ist:

    <>

  13. Basedow1764 sagt:

    Danke für den Hinweis auf Rokeach.
    Ich habe mich – Jahre später – gefragt, wie wir als Pädagogik-Studenten das Horkheimersche Krankheitsnarrativ vom autoritären rechten Charakter geschluckt haben und nicht nach dem linken auroritären Charakter fragten.

  14. willy_winzig sagt:

    Es scheint also, dass die Soziale-Marktwirtschaft, wie wir sie in der alten Bundesrepublik gehabt hatte doch nicht so schlecht war. Das scheint auch die Einkommensverteilung seit 1992 zu belegen. Zu den linksextremen Mob möchte ich hier nur soviel sagen. Ich kann eigentlich keinen Unterschied zwischen den linken SA und der Es SA der National-Sozialisten feststellen. Für freie Meinungsäußerung treten jedenfalls beide Seite nicht ein

    • rote_pille sagt:

      die „soziale“ kompenente spielte niemals eine rolle. die auswirkungen der interventionen und der staatsverschuldung haben sich in der alten brd nur noch nicht deutlich genug gezeigt. das problem heute ist nicht ein angeblicher „neoliberalismus“, sondern die ausschweifungen und rechnungen der vergangenheit sowie die ganzen interventionen in das finanzsystem, die durch die interventionen der vergangenheit notwendig geworden sind.
      die märkte werden durch die zentralbanken massiv manipuliert, der zins, der wichtigste preis in der marktwirtschaft, wird nicht vom markt bestimmt sondern von einer behörde besetzt. bankrotte institute werden durch enteignung und umverteilung (besteuerung) am leben erhalten. wo in aller welt sehen linke da „neoliberale“ am werk?
      als liberaler kann man gar nicht so viel essen wie man kotzen möchte, die regierungen führen ständig eine antiliberale interventionspolitk und schieben die negativen ergebnisse dann den liberalen in die schuhe!

  15. frdkn345 sagt:

    Als langjähriges Mitglied der Partei DIE LINKE, bin ich mir immer weniger klar darüber, was eine richtige Linke auszeichnen muss, so dass er/sie sich als solcher zu recht bezeichnen darf.

    Jedenfalls habe ich Probleme damit, jeden Pegidisten, Reichsbürger oder sonstwie politisch verirrten als „Nazi“ zu bezeichnen. Denn Neonazis sind lt. Definition Menschen, die den historischen Nationalsozialismus in Deutschland gutheißen und/oder wieder einführen wollen oder sich in wesentlichen Teilen positiv darauf beziehen. Mit dem Ziel die heutige freiheitlich-demokratische Grundordnung abzuschaffen, einzuschränken oder zu bekämpfen.

    Aus Gründen der wissenschaftlichen Arbeitsweise und der intellektuellen Redlichkeit sollte sichergestellt werden, dass wirkliche Neonazis z.B. an den Pegidabewegungen nicht nur in Einzelfällen sondern in relevanter Größenordnung (>1%) beteiligt sind.

    Warum haben viele „linke“ Aktivisten diese Tendenz, alle als „(Neo-)Nazis“ zu brandmarken, die nicht ihrer Meinung sind?

    • rote_pille sagt:

      ich bin zwar kein psychologe, aber hier ist meine meinung dazu: es liegt wohl an den statistisch häufig auftretenden charakterzügen bei linken (bitte das nicht als negative wertung auffassen). linke schätzen die kraft der gemeinschaft stark (deshalb werden sie eher von einer sozialistischen weltanschauung angezogen), wenn sich nun kritische stimmen melden, wird dieses gemeinschaftsgefühl angegriffen – jeder ist aufgefordert selbst stellung zu nehmen, was die gemeinschaft spalten und ggf. zerstören könnte. das wertet man als negativ, da die gemeinschaft als so wichtig angesehen wird. dadurch wird ein verteidigungsimpuls ausgelöst, der auch agressionen beinhaltet. beleidigende sprache ist die vorstufe zur gewalt.
      meiner meinung nach ist es schwer, eine gruppe linker gleichzeitig zu überzeugen, oder wenn man einfach nur seine meinung veröffentlicht, was ja dasselbe ist. da wird man schnell niedergeschrien. in einem 1 zu 1 gespräch allerdings kann man leichter mit ihnen argumentieren, da dieser schutzmechanismus nicht ausgelöst wird.

  16. timo sagt:

    So einen schrott habe ich schon lange nicht mehr gelesen,
    Kommunismus=dumm? Unfassbar dieser Bericht! Einen der größten Philosophen der Neuzeit Karl Marx als dumm zu bezeichnen, zeugt von wissenschaftlicher Inkompetenz! Ich bin überzeugter Kommunist und bin studierter Sozialwissenschaftler, bin ich dumm? So viel Schwachsinn habe ich in meinem Leben selten gelesen, höchstens auf Internetseiten von npd und anderen nazidummköpfen.wer so etwas wissenschaft nennt, glaubt auch an hexen und Geister! Gerade der Sozialismus ist die einzige politische Richtung, welches auf Wissenschaft (karl marx, rosa Luxemburg, lenin usw) beruht! Auch aktuell findet der Sozialismus in der akademischen Debatte anklang! Aber dieser bericht zweifelt ja seriöse sozialwissenschaften an Hochschulen an.glaubt weiter an hexen und geister und geht weiterhin unkritisch mit dem thema Kapitalismus und faschismus um.2.weltkriege sind euch wohl nicht genug! Einfach nur krank !

    • Ihre Frage

      Ich bin überzeugter Kommunist und bin studierter Sozialwissenschaftler, bin ich dumm?

      ist sehr einfach zu beantworten. Die Antwort lautet nach allen vorliegenden Informationen: JA.

      Warum?
      Weil Sie vor lauter Erregtheit gar nicht auf die Idee kommen, ein Argument zu machen, eine Begründung dafür anzugeben, warum ihre höchstpersönliche Einschätzung des Textes, den Sie gelesen haben, korrekt sein soll.

      Das ist leider ein Markenzeichen von Dummheit, das die sozialpsychologische Forschung wieder und wieder im Zusammenhang mit closed minds und autoritären Persönlichkeiten gefunden hat.

  17. Pingback: Ist Blockupy eine terroristische Vereinigung? | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

  18. Pingback: Das erklärt alles: Aktivisten, Genderisten, Ideologen, Missionare, Überzeugungstäter … | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

Bevor Sie hier kommentieren, lesen Sie bitte unser Grundsatzprogramm. Kommentare, die Beleidigungen enthalten oder lediglich gepostet wurden, um sich zu erleichtern, wandern direkt in den virtuellen Mülleimer

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s