Hass auf Facebook: Die von Gutmenschen erhoffte Pandemie ist ausgeblieben

Nun bemühen sich Gutmenschen verschiedenster Provenienz seit Monaten, ja Jahren, Hasskommentare und Antisemitismus hochzureden und zu einer Pandemie ungeahnten Ausmaßes in sozialen Netzwerken zu stilisieren und was passiert: gerade einmal 188 Posts hat Facebook in den ersten 6 Monaten des Jahres 2015 löschen müssen, weil in ihnen zu Hass aufgerufen oder der Holocaust geleugnet wird, sie also nach deutschem Recht strafbar sind.

Facebook Löschungen 2Den 188 Löschungen stehen 2.716 Löschwünsche gegenüber, was bedeutet, dass gerade einmal 7% der von Nutzern gemeldeten vermeintlichen Hasskommentare bzw. Hassposts (oder Holocaustleugnungen) sich tatsächlich als solche qualifizieren.

Nun würde man denken, das ist eine gute Nachricht. Wenn die juristische Prüfung zu der Facebook verpflichtet wurde, zeigt, dass nur 7% der Posts, die Facebook gemeldet wurden, tatsächlich als unter deutschem Recht strafbar zu qualifizieren sind, dann ist das eigentlich ein Grund zur Freude, denn die befürchtete Pandemie, sie ist ganz offensichtlich nicht eingetreten.

Schon eher gibt es eine Pandemie des Denunziantentums, wie man angesichts der 93% Löschgesuche sagen könnte, die keinen Post zum Gegenstand haben, den Facebook löschen muss, weil er gegen deutsches Recht verstößt. Aber diese Pandemie, diese Hysterie der Meinungsverbieter, sie ist natürlich kein Problem, jedenfalls nicht für denjenigen, der die Daten von Facebook auf Meedia kommentiert. Für ihn ist einzig die geringe Zahl der Löschungen von Interesse und seine Interpretation der geringen Zahl, sie ist an keinen Fakten interssiert, wie dies bei Gutmenschen nun einmal so üblich ist.

Statt dessen schreibt die “Meedia Redaktion”:

“In Deutschland wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 188 Beiträge gelöscht – Hasskommentare oder Äußerungen, die den Holocaust leugneten. Ob diese Zahl Bundesjustizminister Heiko Maas ausreicht, ist fragwürdig. Maas hatte Facebook immer wieder zu einem strengeren Umgang mit Hass und Hetze aufgefordert.”

Das relevante Kriterium zur Beurteilung der Menge von Löschungen ist also nicht, wie viele der gemeldeten Kommentare tatsächlich gegen geltendes Recht verstoßen haben, sondern ob die Menge der gelöschten Kommentare “Bundesjustizminister Heiko Maas ausreicht”, seinem persönlichen Gusto entspricht.

Interessant auch die Prämisse, die da lautet: Es muss mehr als 188 Hasskommentare oder Holocaust-Leugnerposts geben. Und wenn Facebook nur 188 löscht, dann deshalb, weil Facebook nicht gegen Hasskommentare oder Holocaust-Leugnungen vorgeht. Es gibt zwar keinen Zipfel von Beleg dafür, dass dem so ist, aber Gutmenschen stellen sich liebend gerne vor, dass die Welt, in der sie leben, verderbt und schlecht und fies ist. Nur dann können sie sich so richtig gut fühlen.

Angesichts von so viel vorauseilender Unterwürfigkeit und angesichts dem autokratischen Herrscherstatus, der ausgerechnet dem Heike Maas eingeräumt wird, von einer Redaktion, die offensichtlich in Untertänigkeit geübt ist, hat man eigentlich keine Fragen mehr, bestenfalls noch die: Wie viele Browny-Points erhält die Meedia-Redaktion für diese sycophantatische Leistung?

Wenn die nächste Statistik der Verurteilten erscheint, und die Anzahl der verurteilten Mörder wieder nicht die 500er Grenze knackt, dann freut Euch nicht, dass es in Deutschland weniger als 500 verurteilte Mörder pro Jahr gibt, fragt lieber: Wird die Anzahl verurteilter Mörder Bundesjustizminister Heiko Maas ausreichen?

Damit kann man sich andienen.

Damit kann man zeigen, dass die Realität nicht zählt, sondern die Einbildung, und damit kann man die nächste große Gutmenschen-Hysterie vorbereiten: Mörder auf Facebook, also solche, von denen sich manche Nutzer vorstellen, sie wären Mörder. Solche Mörder geben mordsmäßige Kommentare von sich, die man in einer großangelegten Werbeaktion bundesweit aufbauschen muss, um nicht nur anti-mordsmäßige Kommentar-Vereine und -Stiftungen aus dem Boden stampfen zu können, am besten vom BMFSFJ im Bundesprogramm “Demokratie leben” gefördert, sondern auch Forderungen nach Löschung begründen kann: Löschung aller mordsmäßigen Kommentare. Was mordsmäßige Kommentare sind? Alles, was Nutzern so vorkommt und worüber sie sich beschweren, in jedem Fall mehr als 188, denn mordsmäßige Kommentare sind ebenso wie Hasskommentare pandemisch, nicht 188 in 6 Monaten, sondern 188 täglich, stündlich, minütlich, pandemisch eben.

Angesichts der vielen Mühe, die sich die Gutmenschen mit dem Aufbauschen von Hasskommentaren gegeben haben, ist es wirklich erstaunlich, wie wenige Beiträge auf Facebook die juristische Definition von Hasskommentaren oder Holocaustleugnung zu erfüllen scheinen. Die abschließende Grafik stellt die Anzahl der gelöschten Kommentare für Deutschland und das Vereinigte Königreich seit 2013 zusammen. Wie die Grafik zeigt, hat die Hasskommentar-Hysterie in Deutschland immerhin dazu geführt, dass sich die Anzahl der durch Facebook gelöschten Kommentare seit 2014 verdreifacht hat. Aber mehr als 188 sind es nicht geworden, trotz aller Bemühungen der Anti-Hasskommentaraktivisten.

Facebook Löschungen

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