Deutsche haben zu viel Freiheit? CDU lässt demokratische Maske fallen

Gehören Sie noch zu denen, die glauben, die CDU sei etwas anderes als eine konservativ verpackte Variante des Sozialismus? Dann machen Sie sich bereit, von Monika Grütters eines Besseren belehrt zu werden.

Grütters, CDU, ist wie der Tagesspiegel behauptet Autor eines Beitrags, der mit „Das Internet bietet mehr Freiraum, als Demokratie verträgt“ überschrieben ist. Grütters, die angeblich für diesen Text verantwortlich ist und nicht etwa irgend ein Referent, der sich einen Scherz erlaubt hat, ist Staatsminister für Kultur und Medien, lebt also auf Kosten der Steuerzahler und will zum Dank, die Freiheit eben dieser Steuerzahler einschränken.

Dies ist die Hauptaussage eines bemerkenswert anti-demokratischen Textes:

„Offensichtlich ermöglicht das Internet derzeit mehr Freiraum, als die Demokratie vertragen kann: die Möglichkeit, Daten zu missbrauchen, die Möglichkeit, Deutungsmonopole aufzubauen, die Möglichkeit, Lügen, Hass und Hetze zu verbreiten, die Möglichkeit, sich künstlerischer und geistiger Leistungen zu bedienen ohne dafür zu bezahlen – um nur einige Beispiele zu nennen“.

Mit Beispielen ist das so eine Sache, denn die Anklageschrift, die Grütters hier für das Internet erstellt hat, sie passt auch auf Parteien, die Daten von Wählern missbrauchen, Deutungsmonopole über Pressekonzerne, die ihnen gehören, und öffentlich-rechtliche Sendeanstalten, die sie über Programmräte kontrollieren, errichten wollen, deren Mitglieder Lügen, Hass und Hetze über den politischen oder ideologischen Gegner im Stundentakt absetzen und sich in ihren angeblichen Dissertationen, mit denen sie sich ihren Doktortitel erschlichen haben, geistiger Leistungen anderer bedienen, ohne dafür zu bezahlen, manche von ihnen, nicht alle. So wie manche im Internet sich nicht korrekt verhalten.

Offensichtlich verbreitet Frau Grütters mehr Unsinn als ein normaler Intellekt vertragen kann. Müssen wir ihr deshalb den Freiraum, sich öffentlich äußern zu können, beschränken und sie nur noch unter Aufsicht sprechen lassen?
Nein. Eine Demokratie muss selbst eine Grütters aushalten.

Die obwohl Grütters ihren Beitrag mit einem Sophismus beginnt, der Sokrates erzürnt und die meisten Sophisten ob seiner Primitivität hätte rot anlaufen lassen.

„Ein Künstler“, das ist die Bezeichnung, die Grütters Florian Mehnert gibt, den sie auch namentlich nennt, „ein Künstler“ habe auf Waldwegen ein Mikrophon versteckt, um dort private Gespräche zu belauschen. Genannt hat er diesen Übergriff auf andere „Waldprotokolle“ und bei diesen Waldprotokollen handelt es sich, wie Grütters schreibt, um ein „Kunstprojekt“. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft haben darin eine Straftat gesehen und gegen „den Künstler“ von Frau Grütters, Ermittlungen wegen „Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“ aufgenommen.

Offline, so klagt Grütters, würde man auf die Verletzung der Intimsphäre sehr sensibel reagieren, online nicht. Da verteile man Facebook Likes, suche in Google und habe kein Problem damit, seine Daten öffentlich zu machen….

Muss man noch weiterschreiben, um darzulegen, wo hier der logische Fehler liegt? Muss man ausführen, dass Grütters hier ein Verständnis von Anstand und Moral an den Tag legt, das so unterirdisch ist, dass selbst Vlad den III zu einem Menschenfreund macht. Dass man im Wald von einem – wie Grütters meint – „Künstler“ hinterrücks und ohne sein Wissen abgehört wurde, während man die Suchanfrage bei Google freiwillig startet und weiß, dass Google die Daten speichert, weil Google das bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit mit Pop-ups mitteilt, das macht für Grütters keinen Unterschied. Was wiegt wohl schwerer: die technische Unkenntnis von Grütters oder ihre offenkundige Ansicht, dass es keinen Unterschied zwischen der freiwilligen Bereitstellung von Daten in einem Service, den man NICHT NUTZEN MUSS und der Bespitzelung durch einen, wie Grütters beharrt, „Künstler“, der Menschen in Situationen, in denen sie nicht damit rechnen und auch kein Einverständnis erteilt haben, bespitzelt. Beides ist in einem Ausmaß bedenklich, das in den Zuständigkeitsbereich von Psychiatern fällt.

Denn: Wie beschränkt muss man eigentlich sein, wenn man denkt, dass das, was zwei oder mehr Menschen im Wald miteinander besprechen, in einer Situation, in der sie in einer normalen Welt nicht damit rechnen müssen, abgehört zu werden, mit dem vergleichbar ist, das sie bei Google in die Suchmaske eintippen?

Es ist erschreckend zu sehen, wie Politiker in ihrem Bemühen, die Deutungshoheit, die sie verloren haben, weil die von ihnen kontrollierten Medien Konkurrenz bekommen haben, mit allen Mitteln zurückzugewinnen versuchen. Dabei fällt die so mühsam geschaffene Maske des Demokraten wenn sie sich so ereifern, dass sie die ganze Karte verraten.

Grütters im o-Ton:

„Zu diesen veränderten Rahmenbedingungen gehört beispielsweise, dass soziale Netzwerke in der demokratischen Öffentlichkeit zunehmend eine moderierende und damit auch für die Meinungsbildung relevante Rolle übernehmen“.

Alles schon einmal dagewesen. Ergebnisse aus der Befragung von DDR-Bürgern. Mehr hier.

Politiker haben Angst davor, dass Menschen in sozialen Medien Informationen erhalten, die sie in kontrollierten Medien nicht erhalten. Sie haben Angst davor, dass Menschen in sozialen Netzwerker selbständig auf die Suche nach Informationen gehen. Sie haben Angst davor, dass sich Nutzer sozialer Medien ein ganz eigenes, ein unabhängiges Bild auf Basis von Informationen aus mehreren Quellen machen, denn wenn etwas über die Nutzer sozialer Netzwerke bekannt ist, dann dass sie sich aus mehr als einer Quelle informieren, während Politiker nach wie vor im Saft ihrer eigenen Echokammer darben.

Angst macht bekanntlich unvorsichtig, was bei Grütters dazu führt, dass die Maske des vermeintlich demokratischen Politikers fällt und ein Sozialist, ein Faschist zum Vorschein kommt:

Facebook-Nutzer würden Dinge zu sehen bekommen, die auf ihre „Individuelle Nutzerpräferenz“ abgestimmt seien, so klagt sie. Man sieht also, was man sehen will, nicht was Leute wie Grütters denken, dass man sehen soll. Das findet Grütters bedenklich. Für uns ist das unbedenklich, im Gegenteil es steht für Freiheit und Respekt vor den Präferenzen einzelner. Beides, Freiheit und Respekt vor den Präferenzen einzelner, ist für Grütters „zu viel Freiraum“, beides will sie einschränken..

Dass ihr anti-demokratisches Denken auf einer sozialistischen Grundlage steht, daraus macht Grütters auch keinen Hehl. In der Marktlogik, sieht sie eine Gefahr, Kulturgüter dürften keine Handelsware werden, so schäumt sie, Unternehmen wird vorgehalten, dass sie ihren Gewinn maximieren wollten und dabei sogar so weit gingen, die Präferenzen, also die Wünsche und Bedürfnisse von individuellen Nutzern in Rechnung zu stellen, ja zu bedienen.

Was passiert, wenn Menschen die Freiheit haben, das zu sehen und zu lesen, was sie lesen wollen, das zu kaufen, was sie kaufen wollen, das zu hören, was sie hören wollen, den Service zu nutzen, den sie nutzen wollen?

Grütters erklärt es uns: Die Grundlagen der Demokratie erodieren.

Und wir dachten, Respekt vor den Wünschen des Einzelnen, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, ein Leben ohne Übergriffe, ein Leben in Freiheit und angemessener Sicherheit sei das, was eine Demokratie ausmacht, nicht das, was sie erodiert. Aber wir gehören ja auch zu denen, die den Handel als ein, wenn nicht das grundlegende Kulturgut halten, das Menschen entwickelt haben. Es ist schwer vorzustellen, wie Menschen ohne Arbeitsteilung, die wiederum Handel, den Austausch von Fähigkeiten voraussetzt, hätten überleben können. Aber Grütters hat hier bestimmt eine Antwort, eine romantische, irre, die man vermutlich bei Engels und in seiner Urhorde findet.

Man muss sich wirklich fragen, ob man Personen wie Grütters noch im öffentlichen Raum dulden kann, Politiker, die von sich denken, sie hätten das Recht, in die Selbstbestimmung, Freiheit, in das Leben anderer Menschen einzugreifen. Überhaupt muss man die Demokratie langsam wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Nicht Politiker haben Bürger zu erziehen, haben Bürgern zu sagen, wo es lang geht, sondern umgekehrt: Bürger, die zudem durchschnittlich besser gebildet sind als Politiker geben Politikern die Marschrichtung vor. Entsprechend sollten wir uns jede Form der Erziehung und Einmischung in unser Leben und die Art und Weise, wie wir es leben, ein für alle Mal verbieten, vor allem von IT-freien Personen wie Grütters, die seit neuestem mit dem Wort „Algorithmus“ hantieren. Der Algorithmus, so fabuliert Grütters „übernehme die Macht“ [Dümmer geht’s immer].

Der Algorithmus ist für Grütters und die anderen, die vom Algorithmus faseln, zu einem Platzhalter für „schlecht“, „böse“, „kapitalistisch“, „gewinnmaximierend“, „Nazi“, „Hetze“, „Hass“, für alles geworden, was sie hassen, wogegen sie hetzen, wie den Markt und die größte Kulturleistung, die Menschen je erbracht haben, die Marktwirtschaft. Nur was ein Algorithmus ist, woraus er besteht, wie er funktioniert, was er tut, das wissen sie nicht.

Brian Peters gibt hier ein wenig Nachhilfe in Sachen „Facebook Algorithmus“ und wie man ihn umgeht:

The New Facebook Algorithm: Secrets Behind How It Works and What You Can Do To Succeed

Aber natürlich muss man das Kulturgut „Fremdsprache“ beherrschen, um diesen Text verstehen zu können und ein wenig von den Kulturgütern „Mathematik“ oder „Programmierung“ verstehen, sehr wenig, um den Text zu verstehen… Vielleicht hilft es, wenn Grütters ein Mikrophon in einer beliebigen Grundschulklasse aufstellt und die Kinder ohne deren Wissen belauscht (Kunstprojekt „Klassenzimmer“) – möglicherweise lernt sie dann nicht nur etwas über die Verwendung sozialer Netzwerke, sondern auch etwas über Grundrechenarten (vorausgesetzt das Klassenzimmer ist weder in Berlin noch in Bremen).

Das waren noch Zeiten, alle hören dasselbe Program, keine sozialen Netzwerke …

Die Grundlagen der Demokratie sind tatsächlich in Gefahr. Wie immer droht ihnen die Gefahr nicht von Bürgern, sondern von Parteien, Politikern, Funktionären, von all denen, deren Geschäft darin besteht, andere zu beschwätzen, sie zu kontrollieren, zu manövrieren, mit Abgaben und Steuern zu bestehlen und von ihnen zu leben. Das gelingt leichter, wenn man diesen anderen eine Geschichte der eigenen Notwendigkeit, der Wichtigkeit von Politik, Parteien und Funktionären auftischen kann. Und dazu benötigt man Deutungshoheit. Genau diese Deutungshoheit haben Politiker, Parteien, Funktionäre verloren.

Das Internet macht es möglich. Und plötzlich sehen sich die nämlichen Politiker und Funktionäre mit Bürgern konfrontiert, die sich unabhängig mit Informationen versorgen, die alternative Darstellungen suchen, die Aussagen vergleichen, Behauptungen von Politikern prüfen, die Versuche der Politiker, sie zu manipulieren, aufdecken…

Sie haben Angst, die deutschen Politiker. Deshalb fällt die Maske des Demokraten. Deshalb kommt der Faschismus jetzt offen zum Ausdruck. Deshalb wollen sie das Internet am liebsten schließen. Und weil das nicht geht, muss man es kontrollieren, den Zugang beschränken, Bürger von Informationen abschneiden, ihnen Inhalte vorgeben, sie lenken, leiten und manipulieren, just like old times …

Grütters auf die CDU zu verallgemeinern wie in der Überschrift geschehen, wäre dann ein Fehlschluss, wenn Grütters nicht explizit als Staatsminister für „Kultur und Medien“ und „Landesvorsitzende der CDU“ vom Tagesspiegel promoted würde. Man muss also davon ausgehen, dass Grütters anti-demokratischer Anschlag auf die Freiheit der Bürger CDU-Politik ist.

Hasskommentar-Windmühlen: Don Quichotte und Sancho Panza gespielt von Laiendarstellern aus Politik und Medien

„Sie fanden, was sie kannten“. So lautet der Titel eines Büchleins, in dem Joachim Rehork schon vor Jahrzehnten die (Selbst-)Beschränkung von Archäologen, die egal, was sie finden, rituelle Gefäße finden, deren Bedeutung sie rituell mit „Opfer“ oder sonstigen religiös verbrämten Vorstellungen angeben. Die Archäologie, sie war der Hort der Phantasielosen bis sie von Grewis (Grenzwissenschaftlern) aufgemischt wurde und den Stab der Erkenntnis- und Phantasielosigkeit an diejenigen in den Sozialwissenschaften weitergegeben hat, die seit Jahrzehnten erfolglos darauf warten, eine Idee zu haben.

Weil ihnen partout nichts selbst einfallen will, deshalb verlegen sie sich darauf, Mouthpiece, Sprachrohr der Phantasielosen zu spielen, die sich in Politik und Journalismus als Laiendarsteller versuchen. Es ist in diesem Kontext der Phantasielosigkeit, in dem Ideen wie die, soziale Medien seien der Hort von Hassrednern, in denen sich Hasser zusammentun, um zu hassen, und nur zu hassen in guten wie in schlechten Tagen bis die schlechte DSL-Leitung sie vom Server scheidet, florieren. Erst gestern haben wir von einem Hilfsakademiker, einem institutionalisierten Soziologen berichtet, der nichts anderes kann als das Internet vor dem Hintergrund seiner eigenen Vorurteile zu betrachten und sich seine Vorurteile zu bestätigen, täglich aufs Neue und in minutiöser Kleinkrämerei, die jeden Blick auf mehr als eine Fallstudie scheut.

Es ist in der Enge der Gehirne von Laiendarstellern aus Politik, Journalismus und Hilfsakademia, in der sich Phantasien der Abgeschlossenheit im eigenen Zirkel, in der eigenen Subkultur formieren, in der Feindbilder derer, die angeblich das Internet nur dazu benutzen, um zu hassen, gebildet werden und sich die Wut auf diese phantasierten Hasser aufstaut, bis sie sich in einem Shitstorm Bahn bricht, um Gesetz oder von einem vormals wissenschaftlichen Verlag zwischen zwei Buchdeckel gepresst zu werden. Wenn sich die Phantasien vom bösen Anderen, der im anonymen Internet hassen soll, wie Azathoth im Dunkeln nagt, erst Bahn gebrochen haben, wenn sie erst zum herrschenden Gegenstand im eigenen Echozimmer, das die phantasie- und häufig auch kenntnislosen Polit-, Journalistik- und Wissenschaftsdarsteller gemeinsam bewohnen, geworden ist, dann entwickeln sie eine eigene Dynamik, dann werden sie zum eigenständigen Motiv, das all denjenigen, die außerhalb des Echozimmers in Normalität leben, unterstellt wird.

So entstehen dann die Märchen von den Wutbürgern und Hassern, die das Internet bevölkern und sich dort nur aufhalten, um zu hassen, sich mit Ihresgleichen im Hass zu verbrüdern und gemeinsame Hassorgien zu feiern. Derartige Phantasien sagen viel über die Laiendarsteller aus Politik, Medien und institutionalisierter Wissenschaft aus, aber sie sagen gar nichts über die Realität.

Mehr noch: Sie sind schlicht falsch.

Dass sie falsch sind, das zeigt eine brandneue Studie, die Dr. habil. Heike Diefenbach aufgetan und für uns besprochen hat. Nicht nur finden sich Echozimmer im Internet so gut wie gar nicht, die Forscher und all die anderen, die sie angeblich gefunden haben wollen, konnten dies nur, weil sie selbst in einem Echozimmer leben, das so sehr von methodischer Armseligkeit geprägt ist, dass es ihnen gar nicht in den Sinn kommt, dass das Internet viel mehr Möglichkeiten bereitstellt als die eine, die einzige, die sie kennen und gegen die sich ihr ganzer Ärger richtet.

Der gemeine Internetnutzer, er ist viel informierter und versierter als die meisten derjenigen, die ihn beforschen wollen oder die ein Zerrbild erschaffen, um sich daran abzuarbeiten, jenes Zerrbild, aus Hasskommentaren (was immer genau das auch für wen sein mag) und Echozimmern, also der Vorstellung, dass jeder nur diejenigen sozialen Medien zur Kenntnis nehmen würde, die ihm weltanschaulich zusagen, aber keine anderen Medien (oder gar keine), so dass es zunehmend zur Entstehung von so genannten Echozimmern komme, in denen sich nur Gleichgesinnte austauschen, was zu politischer Polarisierung in der Gesellschaft zwischen politisch Interessierten und politisch nicht bis wenig Interessierten einerseits und zwischen weltanschaulichen „Lagern“ andererseits führe.

Diese Vermutungen werden zwar routinemäßig wiederholt, aber empirisch überprüft wurden sie bislang kaum oder wenn, dann auf der Grundlage mangelhafter Forschungsdesigns, insbesondere in Form von Betrachtungen einzelner sozialer Medien ohne Berücksichtigung der Frage, inwieweit Nutzer dieser Medien noch andere Medien nutzen.

Elizabeth Dubois von der University of Ottawa und Grant Blank vom Oxford Internet Institute haben diesem Mißstand nun Abhilfe geschaffen. Sie haben anhand einer 2.000 Personen umfassenden Zufallsauswahl von Erwachsenen im Vereinigten Königreich untersucht, welche Medien sie nutzen und inwieweit sie sich bei ihrer Mediennutzung in „echo chambers“ bewegen.

Das Ergebnis im Originalton von Grant Blank: „Whatever the causes of political polarisation today, it is not social media or the internet” [Was immer auch die Ursache der derzeitigen politischen Polarisierung sein mag, soziale Medien oder das Internet sind nicht die Ursache], denn die Untersuchung ergab, dass soziale Medien weniger dazu genutzt werden, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen oder Informationen nur aus weltanschaulich nahestehenden Medien zu suchen. Vielmehr werden soziale Medien von der Mehrheit ihrer Nutzer dazu genutzt, Informationen, die sie irgendwo gelesen haben, zu überprüfen. Sie nutzen dazu auch Suchmaschinen und werden dabei häufig mit Darstellungen oder Meinungen konfrontiert, die nicht ihren eigenen entsprechen. Die Forscher haben festgestellt, dass die Nutzer in der Stichprobe durchschnittlich vier verschiedene Medien als Hauptinformationsquellen nutzten und im Durchschnitt auf Plattformen dreier verschiedener sozialer Medien angemeldet waren. Sie haben weiter festgestellt, dass einige der Nutzer in der Stichprobe aufgrund dieser Art der Mediennutzung ihre Meinung zu bestimmen Fragen geändert haben.

In der Stichprobe von Dubois und Blank waren nur 8 Prozent der Befragten Nutzer eines einziges Mediums, aus dem sie sich gesellschaftspolitische Informationen verschafft haben. Sie zeichnen sich auch dadurch aus, politisch nicht besonders interessiert zu sein. Während sie also diejenigen Mediennutzer sind, die am ehesten in der Gefahr stehen, sich in „echo chambers“ zu bewegen, sind sie aufgrund ihres realtiven politischen Desinteresses auch diejenigen, die am wenigsten meinungsbildend auf andere Personen wirken dürften. Während das politische Interesse oder Desinteresse also einen (statistisch signifikanten) Zusammenhang mit der Mediennutzung ergab, war das für andere Variablen wie Alter, Einkommen, ethnische Zugehörigkeit und Geschlecht der Befragten nicht der Fall.

Diese Studie, die – anders als die vielen Arbeiten, die sich nur der Betrachtung eines einzelnen sozialen Mediums widmen, wohl oft in der Absicht, Belege für ihre vorgefassten Meinungen über die Fragwürdigkeit sozialer Medien zu beschaffen – erstmals die Breite der Mediennutzung durch Befragte in Rechnung stellt, ergibt also ein klares Bild: sofern eine politische Polarisierung in (westlichen) Gesellschaftlichen zu beobachten ist, spielen soziale Medien dabei keine Rolle. (Der Fairneß halber sei bemerkt, dass Barberá et al. im Jahr 2015 aufgrund ihrer Studie mit dem Titel „Tweeting From Left to Right“ über die Nutzung von Twitter, also aufgrund ihrer Betrachtung eines einzigen sozialen Mediums, ebenfalls zu dem Ergebnis kamen, dass das Ausmaß politischer bzw. weltanschaulicher Segregation bei der oder durch die Nutzung sozialer Medien überschätzt wird.)

Nun wäre es notwendig, diese Studie in anderen Ländern, z.B. in Deutschland, und möglichst auf der Grundlage einer noch größeren Anzahl von Befragten zu replizieren, um festzustellen, ob sich bezüglich der Bedeutung sozialer Medien bzw. des Internets für eine politische Polarisierung Unterschiede zwischen verschiedenen (westlichen) Gesellschaftlichen feststellen lassen. 

Die Studie von Dubois und Blank ist in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Information, Communication & Society“ erschienen.

Dubois, Elisabeth & Blank, Grant, 2018: The Echo Chamber is Overstated: The Moderating Effect of Political Interest and Diverse Media. Information, Communication & Society 21(5): 729-745.
https://doi.org/10.1080/1369118X.2018.1428656

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Hasskriminalität und AfD auf Facebook: Blühende Phantasterei

Oder:
Von der Beschränkung des Denkens – Assoziation mit AAS-Daten zerstört das Denkvermögen

Wenn Ökonomen, die sich als PhD Candidate bzw. PhD Student, also als weiter oder weniger weit fortgeschrittene Doktoranden, an der University of Warwickshire verdingen und dabei vor allem mit Banken und Finanzkrisen und latenten Variablen in STATA beschäftigt sind, plötzlich ihr Interesse für mehr soziologische Themen entdecken, dann stehen denen, die Soziologie noch gelernt haben, regelmäßig die Schweißperlen auf der Stirn.

Karsten Müller und Carlo Schwarz, die in Coventry an der dortigen University of Warwickshire versuchen, den Titel eines Doktors der Ökonomie zu erwerben, gehören zu den Schustern, die ihre Leisten verlassen, um in fremden Gefilden zu wildern und auf Züge aufzuspringen, von denen sie denken, sie hätten die Station Erfolg zum Ziel.

Die meisten Ökonomen zeichnen sich dann, wenn sie soziologische Themen entdecken, nicht unbedingt durch Kreativität und Witz aus, vielmehr verursachen ihre Versuche, menschliches Handeln außerhalb ihrer Expertise des Geldverkehrs zu erklären, zumeist einen Zustand zwischen Erschrecken und Belustigung bei denen, die es besser wissen.

Bei uns zum Beispiel.

Wir und nicht nur wir wissen, dass soziologische Erklärungen und nicht nur soziologische Erklärungen, sondern alle Erklärungen, die den Anspruch erheben, eine gewisse Relevanz zu besitzen, eine THEORIE benötigen. Eine Theorie, das sei Müller und Schwarz erklärend mit auf dem Weg gegeben, das ist eine Aussagenmenge, die aus allgemeinen Sätzen besteht, die sich wiederum dadurch auszeichnet, dass man aus ihr und unter Zuhilfenahme von Randbedingungen konkrete Sätze über die Realität ableiten kann. Diese Sätze, Karl Popper hat von Basissätzen gesprochen, können an der Realität geprüft werden und, sofern sie der Prüfung nicht standhalten, dazu führen, dass man seine Theorie revidieren muss.

Diesen Prozess nennt man auch eine unabhängige Prüfung.

Soviel zur Nachhilfe.

Nun zum Werk von Müller und Schwarz, das den Titel trägt: „Fanning the Flames of Hate: Social Media and Hate Crime“. Bereits der Titel enthält eine Vielzahl von Annahmen, die man theoretisch ableiten müsste: Wie soll ein Satz, der z.B. in Facebook geschrieben wurde, dazu führen, dass in Bützow ein Hakenkreuz an eine Flüchtlingsunterkunft geschmiert wird? Wie – allgemeiner gesprochen – hat man sich die Verbindung zwischen einer virtuelle Äußerung und einer ganz konkreten Handlung vorzustellen? Wie kann man – ganz technisch gesprochen – sicherstellen, dass die Hasskriminalität, die man in seinem Datensatz erfasst zu haben glaubt, von Personen ausgeführt wurde, die zuvor auf Facebook gelesen haben? Wie kann man überhaupt argumentieren, dass das, was wenige auf Facebook austauschen, für noch weniger in einer Kommune handlungsrelevant ist?

Diese Fragen sind nicht trivial. Es sind vielmehr die Knackpunkte, die eine ernsthafte Forschung von Junk Science unterscheiden. Und es sind Fragen, die man kaum bis gar nicht wissenschaftlich beantworten kann, denn die Idee, dass etwas was in einer virtuellen Welt stattfindet, zu konkreten Handlungen vor Ort führen soll, kann man nur haben, wenn man an nicht messbare Entitäten glaubt, eine Verschwörungstheorie der Kultur hat, die eine Art unsichtbaren psychologischen Spannungsbogen von denen, die auf Facebook kommentieren zu denen, die vor Ort handeln, herstellt. Derartige Theorien hätten vermutlich Sigmund Freud begeistert, aber Freud war leicht von allem zu begeistern, das nicht messbar ist, das man sich einbilden muss. Deshalb ist Psychoanalyse nie über den Status einer Phantasie herausgekommen, einem Dach, das Gläubige an die Psychoanalyse unter sich vereint.

Und dann gibt es noch die Welt. Und in dieser Welt gibt es die Wissenschaft. Die Wissenschaft hat nichts mit bloßer Phantasterei oder persönlichen Assoziationsketten zu tun. Sie hat konkrete Gegenstände und ihr Anfang und Ende ist die Theoriebildung. Theorie findet sich bei Müller und Schwarz nicht. Deshalb ist ihr Werk auch keine Wissenschaft, sondern Junk.

Es ist auch deshalb Junk, weil es auf einer Vielzahl von ideologischen Annahmen beruht, die zwar viel über die Autoren, aber wenig über ihren Forschungsgegenstand aussagen. Beginnen wir damit, dass sie der Ansicht sind, die Posts, die auf der Facebookseite der AfD das Wort „Flüchtling“ enthalten, stünden in einem Zusammenhang mit Kriminalität gegen Flüchtlinge. Diese Ansicht führt sie dazu, die Kommentatoren auf der AfD-Facebookseite regional zu unterscheiden und 4466 deutschen Kommunen zuzuordnen. Für diese Kommunen haben die Autoren zudem Angaben über Kriminalität gegen Flüchtlinge, Daten der Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS-Stiftung), die wegen ihrer Unzuverlässigkeit bekannt sind, so bekannt, dass sie ein Wissenschaftler nicht einmal mit Handschuhen anfassen würde.

Man muss sich also nicht nur fragen, was Ökonomen dazu veranlasst, ihre Welt von STATA und Banken zu verlassen, man muss sich auch fragen, was sie dazu veranlasst, ausgerechnet die Daten der Amadeu-Antonio-Stiftung zu verwenden. Uns fallen dazu nur Antworten ein, die eine Verbindung von Interessen, Nutzen und Finanzierung herstellen.

Doch zurück zu den Daten, die die Autoren auf Ebene von 4466 deutschen Kommunen haben. In den meisten der 4466 Kommunen wird es keine Kriminalität gegen Flüchtlinge gegeben haben. Nicht einmal in den Daten der AAS-Stiftung, die im Vergleich zur Polizeilichen Kriminalstatistik deutlich nach oben abweichen, wird dies der Fall sein. Ein Blick in Tabelle 1, die aus Gründen der Lesbarkeit, wie die Autoren im Kleingedruckten behaupten, mit 1.000.000 multiplizierte Werte darstellt, bestätigt diese Vermutung. Die Anzahl der Kriminalität gegen Flüchtlingseinrichtungen variiert in den Kommunen zwischen NULL und 3, der Mittelwert liegt bei 0,004 Straftaten gegen Flüchtlingseinrichtungen oder Flüchtlinge, was immer die Daten der AAS-Stiftung auch erheben mögen, und man fragt sich an dieser Stelle, ob die Autoren ihre Analyse eigentlich ernst meinen, denn die Anzahl der leeren Felder, also der Kommunen, in denen es keine Kriminalität gegen Flüchtlingsunterkünfte gegeben hat, dürfte die Möglichkeit sinnvoller Ergebnisse weitgehend zunichte machen, selbst in STATA.

Dessen ungeachtet finden die Autoren natürlich einen Zusammenhang, der zeigt, dass die Häufigkeit, mit der der Begriff „Flüchtling“ auf der Facebookseite der AfD auftaucht, einen positiven Zusammenhang mit Kriminalität gegen Flüchtlinge oder Flüchtlingsunterkünfte aufzeigt. Dieser Zusammenhang findet sich übrigens auch für die Häufigkeit, mit der der Begriff „Flüchtling“ auf der Facebookseite von Nutella auftaucht (Tabelle 5), was den Schluss nahelegt, den die Autoren natürlich nicht ziehen, weil sie zu feige sind oder ihren eigenen Daten nur dann trauen, wenn sie ihnen ideologisch passen, dass braune Schokoladencreme auf Brot oder Brötchen geschmiert zu Übergriffen gegen Flüchtlinge oder Flüchtlingsheime führt.

Damit ist eigentlich alles gesagt zu dieser unsäglichen und anbiedernden Studie, mit der eine neue Form der Junk Science, die sliming science, wie man sie nennen könnte, begründet ist.

Aber dabei wollen wir es nicht bewenden lassen, denn einige Verstöße gegen die wissenschaftliche Lauterkeit kann man gerade bei angehenden Doktoren nicht im Raum stehen lassen.

Die Autoren behaupten, sie würden Aussagen, Kommentare usw. sammeln, die sich GEGEN Flüchtlinge richten (Seite 8). Tatsächlich arbeiten sie grundsätzlich, wie das Kleingedruckte z.B. zu den Tabellen 5 oder 6 verrät, mit allen Aussagen zu Flüchtlingen, ob sie nun positiv oder negativ oder neutral sind. Wann immer in einem Kommentar oder Post, das Wort „Flüchtling“ vorkommt, wird der entsprechende Kommentar oder Post gezählt. Das ist auch kaum anders möglich, denn die Datenfuzzis, so haben wir früher diejenigen genannt, die viel rechnen, aber wenig Sinn vermitteln können, haben 176153 Posts und 290854 Kommentare von der AfD-Facebookseite gesammelt. Diese Anzahl ist einerseits gut, um Eindruck bei naiven Geistern zu schinden, andererseits ist sie schlicht nicht beherrschbar, denn man kann keine 290854 Kommentare daraufhin durchlesen, ob sie eine positive oder eine negative oder eine neutrale Aussage gegenüber Flüchtlingen enthalten. Allein die Vorstellung ist schon lächerlich. Fast so lächerlich wie die folgende Aussage, die die beiden Doktoranden einer bislang mehr oder weniger angesehenen Universität in den Midlands doch allen Ernstes machen:

“However, it is difficult to draw causal inference from these results. In particular, it remains unclear how much of the effect is driven by users on Facebook reacting to, rather than causing violence. While a careful reading of the posts suggests that almost none of the users comment on past attacks on refugees (neither positive nor negative), we cannot rule out that such incidents spark social media activity to some extent.”

Die beiden Herren behaupten hier also, sie hätten 290854 Kommentare nicht nur gelesen, sondern sorgfältig gelesen. Manche graben sich nicht nur ihr eigenes Grab, sie legen sich auch selbst hinein und warten, dass jemand des Weges kommt und das Loch zuschüttet.

Wo wir gerade so des Weges kommen: Es gibt natürlich keinerlei Möglichkeit auf Grundlage der Daten, die Müller und Schwarz haben, zu prüfen, ob eine Kausalität zwischen z.B. Hakenkreuzschmiererei und Kommentaren auf Facebook besteht oder ob die Kausalität nicht vielmehr umgekehrt ist. Es gibt überhaupt keine Möglichkeit, eine Kausalität festzustellen. Um überhaupt in die Nähe der Möglichkeit einer Kausalität zu kommen, benötigt man eine gut bewährte Theorie. Müller und Schwarz, die beiden deutschen Datenfuzzis aus Warwickshire haben nicht einmal einen Hauch von Theorie.

Was sie produziert haben ist eine Junk Studie, von der sie nur hoffen können, dass sie schnell in der Versenkung verschwindet und dem Vergessen anheim fällt, da ansonsten negative repercussions auf die Karriere der beiden zu erwarten sind.

Warum um aller Götter Willen, springt man als Nachwuchswissenschaftler auf den politisch-korrekten Zeitgeistzug und lässt sich darauf ein, Daten der AAS-Stiftung, die schon für sich ausreichen, um jede wissenschaftliche Forschung zu diskreditieren, zu benutzen?

Vielleicht wurden beide ja wenigsten gut für ihre Handlangerdienste bezahlt, wenngleich die Opportunitätskosten deutlich höher ausfallen werden als es die aktuelle Bezahlung, sofern es sie gegeben hat, je sein könnte.

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Facebook-Exodus: Wenn ein Konzern sich zum Erfüllungsgehilfen macht, gehen die Kunden

Um ehrlich zu sein, Facebook-Deutschland hat es nicht einfach. Die Verantwortlichen von Facebook-Deutschland, sie müssten Rückgrat beweisen. Das ist bekanntlich schwierig. Rückgrat ist eines der Dinge, die sich nur aktiv einstellen, nie passiv. Passiv haben es die Verantwortlichen von Facebook-Deutschland hingenommen, dass sich Politiker, Aktivisten, Verkünder politischer Wahrheiten und sozial-, aber vor allem selbstgerechte Kämpfer für das Gute, in das Geschäftsmodell des Unternehmens einmischen.

facebook_logoDas Geschäftsmodell von Facebook sieht es vor, einen Publikationsort für Ideen, Gedanken, Dinge, Meinungen, die den Publizierenden wichtig sind, zu bieten und es den Nutzern von Facebook zu ermöglichen, sich miteinander zu vernetzen und auszutauschen.

Politiker und Aktivisten, die denken, ihre Ideologie sei die einzige Wahrheit und deshalb alles, was ihnen ideologisch nicht passt, aus der schönen heilen Welt, die sie sich erträumen, beseitigt sehen wollen, hat die freie Facebook-Welt nicht gefallen. Sie haben sich eingemischt, Facebook-Deutschland u.a. in eine „Task-Force“ gezwungen. Der Saarländische Heiko war hier federführend. Ihm und seinen Gehilfen, die zum Teil, wie Anetta Kahane mit fliegenden Fahnen vom Schützer der DDR vor Staatsfeinden zum Schützer des Internets vor angeblichen Hasskommentierern geworden sind, ist es gelungen, Facebook, ein US-Unternehmen, das in Deutschland eine Niederlassung betreibt, deren Aufgabe darin besteht, mit dem Verkauf von Werbeplätzen einen Umsatz zu generieren, zu domestizieren.

Aus dem Unternehmen, das seinen Nutzern die Möglichkeit zum Austausch von legalen Inhalten aller Art geboten hat, ist in Deutschland ein Maas-Dackel geworden, der Männchen auf Kosten seiner Kunden macht. Noch bevor es Maas gelungen ist, Facebook-Deutschland überhaupt mit seinem Durchsetzungsgesetz zu durchsetzen, ist man bei Facebook-Deutschland schon gefügig und löscht Profile von Nutzern wie Imad Karim.

Wir wissen nicht, was Imad Karim gepostet hat, es ist uns auch Schnuppe, den für uns wiegt Meinungsfreiheit mehr als Untertänigkeitsgesten, wie sie Facebook-Deutschland an den kleinen Saarländer Heiko Maas aussendet.

Andere haben die Tatsache, dass Facebook-Deutschland nicht willkürlich, sondern mit einer politischen Agenda Facebook-Profile zu löschen scheint, zum Anlass genommen, um sich ihrerseits von Facebook-Deutschland zu verabschieden:

„Nach der Zensur von IMAD KARIM und der Löschung seines kompletten Fecebook-Profils ziehe ich meine Konsequenz und lösche mein Profil hier in den kommenden Tagen. Ich kann diesen Wahnsinn der Meinungskontrolle und damit verbunden der Freiheitsberaubung nicht mehr mittragen. Bin schon seit einigen Monaten bei minds.com(fivepoundchickadee) zu finden. Dort ist Meinungsfreiheit in jeder Hinsicht garantiert.Tschüss!”

Das schreibt ein Facebook-Nutzer, der wohl bald ein ehemaliger Facebook-Nutzer sein wird. Und mit seiner Reaktion ist er nicht alleine. Der Exodus aus Facebook hat begonnen, auch – vielleicht auch vor allem – deshalb, weil Facebook-Deutschland zum Erfüllungsgehilfen totalitärer Organisationen wie der Antifa geworden ist, in der man wohl die moderne Form der SA sehen muss. Die Mitglieder der SA zogen zum Ende der Weimarer Republik durch die Straße, um dort jeden politischen Gegner, dessen sie habhaft werden konnten, zu vertreiben oder zu verprügeln. Die Mitglieder der Antifa ziehen durch soziale Netzwerke, schon weil man dabei schön anonym bleiben kann und versuchen jeden politischen Gegner, dessen Profil sie auffinden können, zu vertreiben.

 

Und Facebook leistet gute Miene zum bösen Spiel, macht sich zum Erfüllungsgehilfen des Totalitarismus.

Das Geschäftsmodell von Facebook es hat sich gewandelt. Aus dem Unternehmen, das Serviceleistungen im Bereich der Kommunikation angeboten hat, ist ein Unternehmen geworden, das Serviceleistungen im Bereich der Kommunikation in Deutschland nur noch denen anbietet, die von Maas uns seinen Hilfstruppen für politisch korrekt gehalten werden. Facebook-Deutschland ist zum Kollaborateur mit den Feinden der offenen Gesellschaft geworden, auf dessen Serviceleistungen immer mehr verzichten.

Insofern ist Facebook-Deutschland auch zu einem Experiment geworden, in dessen Zentrum die Frage steht, ob ein Unternehmen, das Erfüllungsgehilfe für die Hartz-IV-Antifa-Armee von Heiko Maas geworden ist, deren Mitglieder viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringen können, da sie von Steuerzahlern finanziert werden und keiner Arbeit nachgehen, noch Gewinn erwirtschaften kann. Werbeeinnahmen von Unternehmen sind dann schwierig zu erreichen, wenn der Anteil derer, die als potentielle Kunden kraft fehlender Kaufkraft in Frage kommen, zu groß ist. Deshalb ist Spannung angesagt: Wer ist wichtiger für den Erfolg eines Unternehmens: Politiker, die gerne totalitäre Machthaber wären, oder Kunden, die die Produkte des Unternehmens nachfragen? Facebook-Deutschland hat sich für erstere entschieden. Ob es die richtige Unternehmensstrategie ist, sich anzubiedern und Kunden vor den Kopf zu stoßen, muss sich erst noch zeigen.

Facebook-Zensur: Besorgte fragen, Correctiv antwortet

Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, die Kriterien von Zensur zu diskutieren. Eine Zensur, findet nicht statt, nur eine Korrektur…

Wir zitieren hier aus den Fragen und Antworten bei Correctiv, den obersten Faktencheckern von Facebook:

Frage: Zensiert ihr Inhalte? Bestimmt ihr, was man in Zukunft posten darf, so wie derzeit einige Nutzer behaupten?

Antwort: Nein, das ist falsch. Zensur geht in der Regel von staatlichen Stellen aus.

correctiv-fbWie kommt man nur auf die Idee, auf eine Frage, die sich nach einer Praxis erkundigt, zu antworten, als wäre die Frage keine Frage, sondern eine Tatsachenaussage? Können die Correctivler nicht zwischen Fragen und Fakten unterscheiden? Wenn nein, dann ist das bedenklich. Ebenso wie es bedenklich ist, dass die Correctivler der Meinung sind, Zensur gehe ausschließlich von staatlichen Stellen aus, was notwendig, den Schluss nahelegt, dass sie denken, wenn Facebook Inhalte löscht, dann sei das keine Zensur. Wenn die Faktenchecker vom Correctiv, Fakten ebenfalls auf Grundlage ihrer eigenen seltsamen Zuschreibung von Wortbedeutung prüfen, bei der es sich natürlich um unseren alten Freund, den Fehlschluss der Bejahung des Konsequens handelt, dann wird das ein Löschfest für Facebook.

Aber halt: Checken wir unsere Fakten. Correctiv löscht keine Beiträge, Correctiv weist nur darauf hin, dass ein bestimmter Beitrag mit den Fakten, wie sie Correctiv ermittelt hat, nicht zusammenpasst:

Etwa so:

„Ein Beispiel: Wenn jemand schreibt, er habe den Eindruck, die Bundesregierung plane aus Hass auf Deutschland einen Bevölkerungstausch, dann ist das zwar Unsinn, aber ein Unsinn, den man hinnehmen muss (weil es eine Meinungsäußerung ist). Wenn jemand aber sagt, es gebe einen Plan der Bundesregierung, die Bevölkerung auszutauschen, dann können wir prüfen, gibt es einen solchen Plan oder gibt es zumindest irgendeinen Hinweis auf einen solchen Plan. Wenn es keinen Plan und keinen Hinweis auf einen solchen Plan geben sollte, würden wir dies schreiben und den Ursprungstext entsprechend markieren. Wir würden ihn nicht löschen. Dann kann sich der Leser selbst eine Meinung bilden, was er für richtig hält. Den Ursprungstext oder unsere Überprüfung.”

Wenn es nicht zu albern wäre, würden wir jetzt darauf hinweisen, dass das Beispiel von Correctiv geradezu danach schreit, den Text über den Plan mit dem Wörtchen „Geheim“ anzureichern. Das wird dann lustig, wenn sich die Correctivler anschicken zu prüfen, ob es einen Geheimplan gibt, dessen Ziel darin besteht, die Bevölkerung auszutauschen.

Wir gewinnen immer mehr den Eindruck, dass in Deutschland Kindertagesstätten nicht die Orte sind, an denen die Kinder und Infantilen des Landes aufbewahrt werden. Vielmehr hat es den Anschein, als fänden sich die Infantilen in den vielen Organisationen, die ihren Zweck damit bestimmen, darüber zu wachen, dass andere nichts sagen oder schreiben, was wieder andere verletzen oder kränken oder irritieren oder irgendwie so tangieren könnte, dass es negativ sein könnte und schon gar nichts, was falsch ist, denn wie wir alle wissen, werden in Deutschland nur wahre News geschrieben, Nachrichten, die von öffentlich-rechtlichen Stellen geprüft und für bürgertauglich befunden wurden.

Abschließend noch eine Frage, die die Correctivler vergessen haben, sich selbst zu stellen. Deshalb holen wir das nach und sind schon auf die Antwort gespannt.

Welche Qualifikation, welche Kompetenzen und welche Zugänge befähigen die Mitarbeiter von Correctiv dazu, Beiträge und Aussagen auf Facebook daraufhin zu prüfen, ob sie mit den Fakten übereinstimmen?

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