Wir wollen nur Ihr Bestes: Ihre Leber, Ihre Nieren, Ihr Herz, Ihre Augen, Ihre Lunge…

Morgen ist Tag der Organspende. Seit 1983 wird der Tag der Organspende jeweils am ersten Samstag im Juni begangen. Samstags deshalb, weil Organspenden außerhalb der Arbeitszeit erfolgen sollen, schon weil eine Organspende nur dann möglich ist, wenn „der Tod … festgestellt ist“, wie man beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages weiß. Das macht Sinn, denn ohne Herz lebt es sich nicht so gut und nach Erfahrungsberichten ist auch ein Leben ohne Leber ziemlich saftlos.

Morgen ist also Tag der Organspende. Nie war Organspende so einfach und sicher wie heute: Dafür sorgt das Transplantationsgesetz (TPG). Dass es dennoch Organhandel durch Ärzte gegeben hat, kleine Unregelmäßigkeiten, die Ihr Vertrauen darin, dass Ihr Tod von diesen Ärzten korrekt festgestellt wurde, nicht dass man Sie aus Versehen lebend ausnimmt und tot und ausgeweidet zurücklässt, sollte Sie nicht in Ihrer Spendenfreude erschüttern. Es ist kein Grund zum Verzagen, denn: Nie war Nächstenliebe so einfach wie heute. Organspende ist gelebte Nächstenliebe wie Heiko Maas, Minister für … – war es Justiz?- weiß. Also leben Sie Nächstenliebe. Spenden Sie. Spenden Sie Organe. Sie spenden die Organe, wir kümmern uns um den Nächsten.

Die Zahl der Spendenfreudigen ist in Deutschland von 1.296 Organspendern im Jahr 2010 auf 864 Organspender 2014 zurückgegangen.

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16 Responses to Wir wollen nur Ihr Bestes: Ihre Leber, Ihre Nieren, Ihr Herz, Ihre Augen, Ihre Lunge…

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  3. waldbaer says:

    *kaputtlach* Ich mag Ihren Humor.. :o)
    Paul McCartney – Hope of De-Liver-Ance
    https://www.youtube.com/watch?v=9ypKvNt81RY
    “You will understand, somedays..”

  4. corvusalbusberlin says:

    Dann soll Heiko Mass, dieser Klugscheißer, doch alle seine Organe spenden.
    Gut, dass man seinen Verstand nicht auch spenden kann.

    • gelxep says:

      Dann käme der Heiko nur als Empfänger in frage.
      Ich finde “Organspende” pervers und widernatürlich. Das beweist der Körper des Empfängers dadurch, daß er das fremde Organ ablehnt. Die Folge ist lebenslange Einnahme von Medikamenten gegen diese Abstoßungsreaktion. Da freuen sich die Pharmakonzerne. In Wirklichkeit geht es bei der Organverpflanzung nicht primär um die Rettung von Leben, sondern um ein Riesengeschäft.

      • corvusalbusberlin says:

        Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Reine Geschäftemacherei. Und die Leute fallen immer wieder drauf rein.
        Das ist wie mit dem Katholizismus. Die meisten müssen einfach dabei sein, egal, was der Verein treibt.

  5. Jürgen Stillger says:

    Ich habe einen Bekannten. Der hat ein Sklett mit einigen interessanten Anomalien. Vielleicht können andere daraus später mal lernen. Also fragte er Ärzte wohin er sich wenden kann, damit sein Sklett nach seinem Tod sinnvoll verwertet wird. Antwort: sich an eine Universitäts-Phatologie wenden. Diese verlangten aber, daß man vorher ca 1300 Euronen dort einzahlt (Berlin/HU). Der Grund: als Ausgleich für entfallene Beerdigungskosten! Jetzt will er sein Sklett (mit den anderen Organen) nach seinen Tod nicht mehr in Deutschland lassen, sondern in den USA. So sieht Organspende in Deutschland aus.

  6. dw-seneca says:

    Die Menschen spenden, und die Medizinindustrie verdient sich eine goldene Nase daran. Allein diese Tatsache halte ich bereits für äußerst fragwürdig in ihrem moralischen Anspruch.
    Dabei gibt es sehr gute Gründe, Organtransplantationen per se zu verbieten.

    1) Eine Organspende bringt keine Heilung, wie es so oft suggeriert wird. Solange das fremde Organ in einem Menschen arbeitet, muß dessen Immunsystem mit Medikamenten unterdrückt werden. Was das für einen Organismus bedeutet, brauche ich wohl kaum näher auszuführen. Und trotzdem gehen die transplantierten Organe nach einiger Zeit kaputt, sodaß eine weitere Organtransplantation notwendig wird. Dieser Tatsache ist es auch geschuldet, daß immer mehr Organe benötigt werden.

    2) Es kommt offenbar nicht selten vor, daß die Feststellung des Gehirntodes unsauber verifiziert wird, wobei ganz klar konstatiert werden muß, daß der sogenannte Gehirntod eine medizinische Definition darstellt, die zum Zwecke der Transplantationsmedizin geschaffen wurde. Von wirklich toten Menschen können keine Organe entnommen werden.

    3) Die horrenden Gewinnmöglichkeiten auf dem Markt der Organe haben zu einem Schwarzmarkt geführt, bei dem lebende und gesunde Menschen einfach ausgeschlachtet werden. Es gab bereits etliche Berichte zu dieser Thematik aus China, aus dem Kosovo, aus dem mittleren Osten etc.
    Leider dürfte die abnehmende Spendenbereitschaft dazu führen, daß der Schwarzmarkt oder skrupellose Regierungen den Organmarkt noch stärker auffüllen müssen. Dank Netz scheinen sich nämlich immer mehr Menschen intensiver mit der Problematik zu befassen und eben auch die negativen Seiten zu erkennen.

    • Roland K. says:

      An Hirntoten ist doch bei uns kein Mangel – das wird gerade hier oft genug gezeigt (kleiner Scherz!). Was die Zahl der Organe anbelangt, hatte ich gelesen, daß D. Rockefeller wohl seine 6. (!) Herztransplantation hinter sich gebracht hat- seit 1976.

  7. Ralf says:

    Morgen ist Tag der Organspende? Der erste Samstag im Juni ist am 4. Juni 2016.

  8. Jürg Rückert says:

    Wir Deutsche haben die absolute Organspendekultur. Keine Obergrenzen! Wir geben alles für den Rest der Welt. Den Armen ganz besonders. Und den Verfolgten und so.
    Die nehmen auch alles. Nur unsere Hirne und Hoden wollen sie nicht. Da sind sie eigen.

    • corvusalbusberlin says:

      Was heißt: “Wir Deutsche…….” Sie reden genauso wie Gauck der Gauckler. Der spricht auch immer von “Wir Deutsche….” Wenn nur einer sich nicht zu diesen Deutschen zählt, oder anders handelt, ist der Ausdruck “WIR” nicht angebracht.

  9. Heiner says:

    Der Rückgang von Organspenden liegt vor allem daran, daß weniger potentielle Spender zur Verfügung stehen.

    Moderne Rettungs- und Intensivmedizin (und in der Regel handelt es sich um Unfallopfer) ermöglicht es heute die Stammhirnregion am Leben zu halten, die Atmung und Herzschlag steuert, da kann der Rest vom Hirn Matsch sein. Solange das Stammhirn funktioniert gilt der Mensch nicht als hirntod. Und das Stammhirn ist der letzte Hirnabschnitt, der abstirbt.

    Übrig bleiben somit mehr Apalliker die gepflegt werden in der Hoffnung auf ein mediengerechtes “Wunder” des wieder Aufwachens aus dem “Koma”, bis sie doch irgendwann an der Lungenentzünding unter Beatmung sterben.

    Medizinischer Fortschritt hat immer zwei Seiten.

    Früher gab es nicht in jeder Notfallaufnahme ein CT mit dem heute Hirnverletzungen in kürzester Zeit festgestellt werden und die die o.g. “Verbesserungen” der Therapie ermöglichen, da starb man den Hirntod. Bekanntestes Opfer: Die Fürstin von Monaco, Gracia Patricia. Kein Kopf-CT – keine Diagnose der Hirnverletzung. Man kümmerte sich um die vielen anderen Verletzungen, schon war sie nicht mehr Fürstin, sondern, um mit Monty Python zu sprechen, “Ex-Fürstin”.

    Der Hirntod ist übrigens international definiert und festgelegt, wie man den feststellt. Die Feststellung erfolgt nie durch Mitglieder der Teams, die die Organe entnehmen/transplantieren. Es ist sogar untersagt, daß Transplanteure (also die, die die Organe entnehmen und woanders einpflanzen) den Hirntod feststellen dürfen.

    Die im Beitrag genannten “Unregelmäßigkeiten” in der Transplantationsmedizin betrafen nie die Hirntodfeststellung. (Sorry, der erste Minuspunkt seit Jahren wegen schlampiger Recherche ans Science Files Team.)

    Sie betrafen in der Regel die Platzierung auf der Warteliste der Empfänger, die manipuliert wurde. Oder anschaulicher: Die Transplanteuere meldeten gefälschte Daten (Blutwerte etc.) ihrer zur Transplantation anstehenden Patienten an die Datenbanken (z.b. Eurotransplant). Dort gibt es eine Warteliste nach Dringlichkeit. Durch die Manipulation rutschte der Patient in der Dringlichkeit nach vorne und bekam dann das Organ des Patienten, bei dem als nächstes der Hirntod völlig korrekt festgestellt wurde.

    Die Kommissionen zur Hirntodfeststellung haben zu keiner Zeit fehl gelegen, das kann man gerichtsfest prüfen (Null-Linien-EEG, Hirngefäßdarstellung etc).

    Die Hirngefäßdarstellung ist übrigens auch für den Laien gut nachvollziehbar:
    Volumen(Hirnmasse) + Volumen(Hirnwasser) + Volumen(Blut) = konstant, da der Schädel nunmal nur ein begrenztes Volumen in seinem Inneren hat.
    Wenn das Hirn also anschwillt durch die Verletzung, muss eine von den beiden Flüssigkeiten verdrängt werden. Am leichtesten geht das mit dem Blut. Na und wo kein Blut hinkommt, fehlt der Sauerstoff. Und ohne Sauerstoff, stirbt die Nervenzelle ziemlich schnell ab.

    • dw-seneca says:

      Ihre Feststellung, es hätte nie eine Unregelmäßigkeit bei der Hirntodfestellung gegeben, stellt eine unbewiesene Behauptung dar. Es gibt im Netz zahlreiche Berichte von Angehörigen betroffener Unfallopfer, deren Aussagen Ihnen in aller Klarheit widersprechen – von willkürlich verkürzten Wartezeiten bis hin zu fehlenden EEG’s.

      Außerdem wäre es das erste Mal, daß dort, wo sehr viel Geld zu verdienen ist, keine Unregelmäßigkeiten auftreten sollen. Die Medizinindustrie der westlichen Welt halte ich sogar für die korrupteste Maschinerie der Welt.

      • Heiner says:

        Wo ist der gerichtsfeste oder anderweitig belastbare Beweis für fehlerhafte Hirntodesfeststellungen und damit Manipulationen auf dieser Ebene?

        Solange es diesen Beweis nicht gibt, müssen wir festhalten, daß es bisher dem Anschein nach noch keine Fehler gab.

        Im Internet wird viel geschrieben und so ein Hirntoter sieht unter der Beatmung und den Medikamenten sehr rosig und “lebendig” aus. Letzen Endes ist er mit dem stabilisierten Kreislauf nichts anderes als die beste “Frischhaltebox” für die Organe. Sobald man die Maschinen abstellt erlischt alles binnen kürzester Zeit und es setzt die Verwesung ein.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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