Bundespräsident: Plädoyer für einen homosexuellen, behinderten Juden mit Migrationshintergrund

Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde in Deutschland soll Bundespräsident werden, wenn es nach dem Bildherausgeber Kai Diekmann geht.

Qualifikation: Jude.
Recht hat er, der Kai Diekmann, ein Bundespräsident braucht eigentlich keine besonderen Kompetenzen, keinen Ausweis besonderer Fähigkeiten, es reicht also, wenn er aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit berufen wird. Das Amt des Bundespräsidenten erfordert es letztlich nur, dass der Mensch schreiben und sprechen kann, denn:

“ Art 59 (1) Der Bundespräsident vertritt den Bund völkerrechtlich. Er schließt im Namen des Bundes die Verträge mit auswärtigen Staaten. Er beglaubigt und empfängt die Gesandten. (2) Verträge, welche die politischen Beziehungen des Bundes regeln oder sich auf Gegenstände der Bundesgesetzgebung beziehen, bedürfen der Zustimmung oder der Mitwirkung der jeweils für die Bundesgesetzgebung zuständigen Körperschaften in der Form eines Bundesgesetzes. Für Verwaltungsabkommen gelten die Vorschriften über die Bundesverwaltung entsprechend.

Und:

“ Art 60 (1) Der Bundespräsident ernennt und entläßt die Bundesrichter, die Bundesbeamten, die Offiziere und Unteroffiziere, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. (2) Er übt im Einzelfalle für den Bund das Begnadigungsrecht aus. (3) Er kann diese Befugnisse auf andere Behörden übertrage.”

Letztlich ist das Amt repräsentativ und entsprechend eignet es sich hervorragend dazu, der Welt deutlich zu machen, was Deutschen wichtig ist. Eloquenz, Kompetenz, Fähigkeiten und, ja, sagen wir es ruhig, Charisma, sind Auszeichnungen, die im modernen Gruppenzeitalter als individualistischer Spleen abgelehnt werden und entsprechend ihre Bedeutung verloren haben. Im Gruppenzeitalter zählt allein die Gruppenzugehörigkeit. An der Gruppenzugehörigkeit kann man seine Gutheit so richtig ausleben, die Welt in förderungswürdige und nicht förderungswürdige Gruppen einteilen und mit Steuergeldern segnen.

Und deshalb springt Diekmann zu kurz!

Ein Jude als Bundespräsident ist zwar ein Zeichen für oder gegen Antisemitismus, je nachdem, ob man durch die Betonung, man habe den Bundespräsidenten aufgrund seiner religiösen Denomination ausgesucht, provozieren oder Beifall produzieren will. Es greift aber deshalb zu kurz, weil es schon seit Anbruch des Zeitalters der Selbstwertgewinnung durch Gruppenstigmatisierung mehr als eine Gruppe gibt, die sich besonderer Aufmerksamkeit durch Gutmenschen erfreut, also nicht nur Juden, die vor Antisemitismus geschützt werden müssen. Nein, es gibt Flüchtlinge, die vor Rassismus geschützt werden müssen, Behinderte die vor Ableismus geschützt werden müssen, Homosexuelle, die vor Homophobie geschützt werden müssen. Migranten der dritten und vierten Generation, die vor ihren Eltern, Ehrenmord und deutschen Prolos geschützt werden müssen. Kurz: Man kann nicht die eine schützenswerte Gruppe gegenüber den anderen herausheben, zum Bundespräsidenten machen und die Minderwertigkeit der anderen Schutzgruppen damit deklarieren.

Allerdings scheiden Flüchtlinge aus dem Kreis der Bundespräsidentschaftsbewerber aufgrund ihres unklaren Aufenthaltsstatus‘ und aufgrund fehlender Deutschkenntnisse oder schon deshalb aus, weil sie nicht in Seilschaften deutscher Journalisten oder Politiker integriert sind. Es bleiben somit: Homosexuelle, Behinderte und Personen mit Migrationshintergrund, die eigentlich Deutsche qua Pass sind, aber aufgrund Arisierungsregularien auch in der vierten Generation noch einen Migrationshintergrund haben.

Somit ergibt sich die logische Konsequenz, dass der nächste Bundespräsident ein behinderter, homosexueller Jude mit Migrationshintergrund sein muss.

Wer einen kennt, bitte den Vorschlag zu Händen des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert einreichen. Wie gesagt, Fähigkeiten spielen keine Rolle.

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