Exodus: Deutschlands Reiche wandern aus

Vor lauter Diskussion über die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen oder gekommen sind, wird von den öffentlich-rechtlichen Medien bislang ein Ergebnis übersehen (vielleicht auch verschwiegen), das New World Wealth gerade veröffentlicht hat: Rund 4000 Millionäre haben im Jahr 2016 Deutschland den Rücken gekehrt. Im Jahr 2015 waren es noch 1000 Millionäre. Das macht eine Steigerung um 300%.

Mit den Millionären geht ihr Geld, sofern Sie bis zur Auswanderung Arbeitgeber waren, gehen die entsprechenden Arbeitsplätze mit, die Nachfrage nach Waren, die mit dem Geld, das zur Verfügung steht, steigt, von ihr profitieren von nun an andere Länder und natürlich gehen dem Fiskus die Steuern verloren, die Reiche mehr als andere zu entrichten haben.

In einem Land, in dem Rationalität und Vernunft herrschen, würde nun gefragt, welche Ursachen der sprunghafte Anstieg der Abwanderung von Millionären aus Deutschland hat. Man würde Forderungen nach einer noch höheren Besteuerung von Reichen in Zukunft erst stellen, nachdem eine Kosten-Nutzen-Rechnung erfolgt ist, die dem Gewinn durch eine höhere Besteuerung der Reichen, den Verlust gegenüberstellt, der durch die Auswanderung der Reichen zu verzeichnen ist.

Damit nicht genug, würde man sich in diesem Land fragen, ob Millionäre nur die Spitze des Eisberges sind, weil Millionäre vergleichsweise mobil sind, viel mobiler als z.B. der Arbeiter bei BASF. Entsprechend kann man Millionäre, die abwandern, in ein Rational Choice Modell einbauen, um vorherzusagen, welche Entwicklung zu erwarten ist: Millionäre sind nicht die Einzigen, mit der Präferenz auszuwandern, aber sie sind die Mobilsten. Sie gehen als erste. Gehen sie, dann sinken die Kosten einer Auswanderung für Bekannte oder generell diejenigen, die sich mit dem Gedanken einer Auswanderung tragen, denn es gibt zahlreiche Beispiele bereits erfolgter Auswanderung und man will ja nicht auf dem sinkenden Schiff warten, bis einem das Wasser bis zum Hals steht. Also gehen diejenigen, deren Kosten durch einen Verbleib in Deutschland, nun, da die Millionäre gegangen sind, steigen und ihren Nutzen übersteigen. Und so geht das weiter, bis in Deutschland nur noch die übrig sind, die vom Staat und seinen Transferleistungen leben, wobei sich fragt, wer die dann noch erwirtschaften soll.

Opp_MethodologieNatürlich ist dies ein Modell, ein Handlungsmodell. Soweit wie beschrieben wird es nicht kommen, muss es auch nicht, denn das sensible Gleichgewicht zwischen den staatlichen Ausgaben und den Einnahmen, das derzeit noch Überschüsse erbringt, geht recht schnell in die Brüche, wenn die erwarteten Steuerzahlungen aufgrund von Auswanderung geringer ausfallen.

Wie schnell ein Land, dessen Bewohner davonlaufen, zu hektischem Aktivismus und entsprechenden Maßnahmen gezwungen sein kann, zeigt das Beispiel der DDR, in die man seine Bürger einmauern musste, um sie vom Auswandern abzuhalten.

Die Gründe für die Auswanderung der Millionäre mögen derzeit nicht untersucht worden sein, Anhaltspunkte kann man jedoch gewinnen, wenn man betrachtet, in welche Länder die Millionäre auswandern, nämlich nach Australien, die USA, Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Neuseeland. Damit ist das angelsächsische Ausland, der Hort dessen, was in Deutschland als Neo-Kapitalismus bekämpft wird, der Ort der Wahl derer, die Geld haben und es gerne mehren möchten.

The Top Five Countries (Net Inflows)

Country 2016 2015 Increase
1 Australia +11,000 +8,000 38%
2 USA +10,000 +7,000 43%
3 Canada +8,000 +5,000 60%
4 UAE +5,000 +3,000 67%
5 New Zealand +4,000 +2,000 100%

Sein Geld kann man nur mehren, wenn es nicht vom Staat weggesteuert wird, wenn die Möglichkeiten, es zu investieren, vorhanden sind, wenn ein freier Markt die Möglichkeiten bietet, unternehmerische Ideen umzusetzen und neue Unternehmen, samt Mitarbeiter dann, wenn es nicht klappt, wieder loszuwerden, ohne dass das investierte Kapital vollständig verloren geht, wenn Rechtssicherheit besteht, also die Sicherheit, nicht von Horden von Rechtsanwälten, die ihren Lebensunterhalt darauf bauen, fehlende Worte im Impressum abzumahnen, verfolgt zu werden und nicht in einer Weise vor der Bürokratie und ihren angeblichen Erfordernissen buckeln zu müssen, die Zweifel am eigenen Selbstwert aufkommen lässt.

Ganz davon abgesehen, lebt es sich in einem Land, in dem man nicht ständig von Finanzämtern verfolgt wird, nicht ständig Post vom Versicherer erhält, dass aufgrund einer Gesetzesänderung die Konditionen in §27 Abs. 3 Satz 2 verändert wurden und nicht dauerhafter Kontrolle durch Banken, Organisationen und Gutmenschen aller Art ausgesetzt ist, viel besser, nämlich in Freiheit und in Frieden.

Abgesehen davon, etwas Besseres als den Sozialismus findet man überall.
Das scheinen auch die 12.000 französische Millionäre gedacht zu haben, die im Jahr 2016 aus Frankreich geflohen sind.

Martin Schulz hat bereits angekündigt, einen Neidwahlkampf führen zu wollen. Scheinbar hat es sich die SPD auf die Fahnen geschrieben, den Exodus der Millionäre zu beschleunigen, um damit dem Ziel, der Gesellschaft der Gleichen in Armut, näher zu kommen.

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17 Responses to Exodus: Deutschlands Reiche wandern aus

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  2. Simon says:

    Die Vermögenden können überall zu Hause sein. Sie bleiben so lange an einem Standort, bis sie hier nicht mehr ausreichend profitieren können. Sie kämpfen auch nicht gegen negative Entwicklungen, sondern ziehen einfach dorthin, wo es für sie angenehmer ist zu leben und leichter ist, ihr Vermögen zu vermehren und zu schützen.

    Den Kampf gegen negative Entwicklungen überlassen sie der Mehrheit der Bevölkerung mit deren preiswerter Arbeitskraft sie ihr Vermögen erwirtschaftet haben und die nicht so einfach auswandern kann.

    Die wirklich Reichen haben schon lange mehrere Lebenspunkte verstreut auf der Erde, in New York, London, Sydney, Südseeinseln, ….. Sie haben unbegrenzte Ausweichmöglichkeiten.

  3. merxdunix says:

    Das Auswandern der Millionäre erinnert doch sehr an die Zeit nach 1933, als die NSDAP mit ihrer Judenverfolgung “Platz gemacht” hat. Wer bis 3 zählen kann hat deshalb eine nicht unbegründete Vorahnung über die Zukunft Europas, schließlich herrschen hier inzwischen wieder die Beamten mit ihrer systematische Menschenverachtung.

  4. motte says:

    Danke für den Beitrag.
    Hier ein Beispiel von weniger betuchten Leuten:
    https://www.youtube.com/watch?v=CJH9plZAclg

    Will mich dieses Jahr auch auf den Weg machen.

  5. Harry Schneider says:

    Besten Gruss aus Mississauga, Canada

  6. Florian Geyer says:

    Millionäre sind nicht das Problem.
    Die hunderttausende von echten Fachkräften dagegen schon, die in den letzten Jahren abgehauen sind.
    Aber die wurden ja durch Erikas Ingenieure und Ärzte ersetzt, die zwar zu 70% strukturelle Analphabeten sind, selbst in der eigenen Landessprache, aber sie BEREICHERN “uns” doch so!
    Alleine durch ihre vielfältig bunte Anwesenheit!

  7. inselpresser says:

    Das krasse daran sind die Relationen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Während die USA bei der Pro Kopf Betrachtung unwichtig werden hätten wir bei den anderen Ländern allein in den vergangenen beiden Jahren eine Zunahme an Millionären pro Tausend Einwohnern von:

    1,5 für Neuseeland
    1,3 für VEA
    0,8 für Australien (für ein Land mit so vielen Einwohnern ein massiver Wert)
    0,4 für Kanada (wobei das Land dank Trudeaus Weltverbesserei im merkelschen Sinne demnächst wohl von Illegalen überschwemmt werden wird)

    Und in den Ländern haben ja auch davor schon Millionäre gelebt. Nimmt man mal an, dass der neu dazugekommene Durchschnittsmillionär 10 Mio auf der hohen Kante hat, dann steigt das Durchschnittsvermögen für Neuseeländer um satte 15.000 Dollar. Geht man davon aus, dass sich deren Vermögen im Jahr um durchschnittlich 5% verzinst, dann sind das 750 Dollar, oder in Relation zum Durchschnittseinkommen Neuseelands betrachtet: Pro Jahr ein 1% hohes Wirtschaftswachstum – einfach so, nur über die Einwanderung der richtigen Leute! Wenn das die Merkel wüsste…

    Nicht vergessen darf man auch, dass es noch so Leute wie Peter Thiel dorthin gezogen hat (zumindest nominell). Mit seinem > 2 Mrd Dollar Vermögen erhöht allein er das neuseeländische Volksvermögen pro Kopf um 500 Dollar.

    Man sieht, es zieht ein Wandel auf, der sich schon sehr bald in massiven Wohlstands- und Machtverschiebungen niederschlagen wird und überall da, wo die “Fühlenden” am Drücker sind und nicht “Denkenden”, wird sich die Schneise der Verwüstung schon bald auch an der Oberfläche zeigen.

  8. Eloman says:

    Wer ist John Galt? Gestern war auf ZON ein Artikel über “Trumps Lieblingsphilosophin” Ayn Rand. War ja klar welchen Tenor Artikel und Mehrzahl der Kommentare hatten.

  9. Hartmut Boehm says:

    Ich bin kein Millionär , ich bin Rentner und das Deutschland ist nicht mehr mein Land . Wo und in welchem Land kann ich Asyl beantragen . Ich kann englisch sprechen und war schon oft in den USA . USA wäre mein Lieblingsland , ohne Beformundung und Angst zu haben in der falschen Partei zu sein .

  10. Fuck the system says:

    Die USA sind ein extremistischer Bürokraten(willkür)staat und in dieser Hinsicht keinesfalls nur einen Deut besser als Deutschland, in mancher Hinsicht noch viel extremer. Wer die Bürokratie vermindern will, gehe besser nach Lateinamerika, und vielleicht gibt es auch afrikanische Länder, die in Frage kommen. Die westlichen Länder sind allesamt von einer erdrückenden Bürokraten(willkür) und von dem männerhassenden Feminisums verseucht und damit keine wirklich gute Alternative für den Feministen-, Lobbyisten- und Beamtenstaat Deutschland. Hinsichtlich des Nichtraucherschutzes sind aber auch die meisten westlichen Länder deutlich besser als D, insbesondere Neuseeland. Wer also dem alltäglichen Raucherterror in D entfliehen will, für den mag auch Neuseeland eine Option sein, allerdings sind die Einwanderungsbedingungen dort extrem. Man muss sehr jung sein, einbe gefragte Qualifikation haben und sollte unter keinerlei Erkrankungen leider oder in den letzten Jahren gelitten haben.
    Deutschland ist das Schlaraffenland für Rauchstinker und sonstige Drogenjunkies, Kriminelle aller Art und natürlich für die Beamtenkaste. Diese Personengruppen werden kaum irgendwo in der Welt einen geeigneteren Tummerplatz finden als in D. Deutschland ist dagegen die Hölle für gesundheitsbewußte, kreative und hochbegabte Menschen. Diese werden hier mit absoluter Sicherheit Schiffbruch erleiden, wenn sie nicht schon in jungen Jahren auswandern. Wer glaubt, diese Abschaumgesellschaft noch verändern zu können, wird noch früh genug feststellen müssen, wer hier wen verändert… Lege einige faule Äpfel zwischen gesunde Äpfel und Du wirst sehen, dass nicht die faulen gesund werden, sodern die gesunden dann ebenso faulen. So geschieht es mit allen, die nicht so schnell und so jung wie möglich diesen feministischen Rauchstinker- und Beamtenstaat verlassen. Es ist absolut unverantwortlich, hier noch Kinder in die Welt zu setzen, ohne dann schnellstmöglich auszuwandern!!!

  11. Was oder wer verlässt das sinkende Schiff ?? Wie war das nochmal ?

  12. luisman says:

    Also von mir bekommt die BRD alle 10 Jahre 60 Euro fuer einen neuen Pass. Das war’s. Ich befuerchte allerdings, dass ich beim Rentenantrag nochmal tief in die Tasche greifen muss, da ich die Formulare weder in tuerkisch noch arabisch ausfuellen kann. Vielleicht komme ich auch nie in die Verlegenheit, weil bis dahin das Renteneintrittsalter 3-stellig ist. 😉

    • JuliusCäsar says:

      Hallo Luisman,
      Du sprichst mir aus dem Herzen, genauso werde ich es auch machen und die 150 € Rente die ich bis jetzt schon im zwangssozial versicherten Bereich erarbeitet habe, werde ich aber trotzdem dann in 18 Jahren beantragen. Die anderen Jahre war ich selbstständig und habe zum Glück nichts einbezahlt.

  13. Fröhlich says:

    Es gehen nicht nur die Reichen, sondern es sind die Fleißigen!
    Den Fleißigen ist es leid nach Abzug aller Steuern, Umsatz-St und sonstigen Verbrauchssteuern lediglich ca. 70-75% in den Händen zu halten. Das ist pervers.
    Wenn man noch einen eigenen Betrieb hat sitzt einem das Finanzamt mit den Betriebsprüfungen ständig im Nacken. Aber nur dann, wenn man auch etwas verdient und stiehlt einem nicht nur die Zeit sondern auch noch das Verdiente. Wenn man sich wehrt dann wird man kriminalisiert und bekommt die Schergen der Steuerfahndung geschickt. Manch einer landet so übers Wochenende im Knast – wegen angeblicher Fluchtgefahr – weil der Haftrichter ab Freitag 12 Uhr nicht mehr arbeitet. Das war ein gängige Methode z.B. in Bochum um Fleißige klein zu kriegen und abzuzocken.
    Das Grundübel der Abzocke liegt an der Soldaufbesserung der Betriebsprüfer wenn sie ihre Mehrsteuervorgaben erfüllen oder sogar übererfüllen. Ein Betriebsprüfer arbeitet also “erfolgsabhängig” und das zu Lasten der Fleißigen. Das FA versteckt sich hinter dem “Steuergeheimnis”, wenn man solche Fälle und das sind sehr viele, öffentlich macht. In Italien nennt man solch ein System Mafia.

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  15. JuliusCäsar says:

    Wäre ich Millionär oder hätte ein paar Hunderttausende auf dem Konto und möchte nach Neuseeland auswandern, so würde schon meine chronische Erkrankung und das Alter an den Hürden der Neuseeländer scheitern. Aber wie so schön im Bericht geschrieben, sind Millionäre sehr mobil und diese Mobilität würde ich mir zu eigen machen. Drei Monate Touristenvisa für Neuseeland, vielleicht auch ein Buisness Visa zur mehrmaligen Einreise, je nachdem was man macht und dann natürlich weiterziehen nach Australien, Tahiti (EU, französisch) oder Hawaii. So ist man immer in der Region vor Ort und hat in jedem Land seinen festen Wohnsitz, Finca, Bungalow oder Eigentumswohnung. Ich bin aber auch der Meinung, das sich jedes Land, auch Neuseeland, gerne wohlhabende Rentner, Pensionäre wünscht. Und was die Krankenversicherung angeht, es gibt auch in Deutschland eigenständige Versicherungsunternehmen die eine weltweite Krankenversicherung anbieten, und diese sind weitaus günstiger als das was sich deutsche Krankenversicherer so leisten. Ich selbst bin jetzt 49 und habe vor mich mit 55 in den Vorruhestand zu verabschieden. Staatliche Transferleistungen sind in dieser Rechnung nicht vorgesehen.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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