Abschiebung nach Afghanistan – Ein Bericht aus Absurdistan

„Afghanistan ist für Flüchtlinge nicht sicher – trotzdem setzt Deutschland auf Abschreckung und schiebt Menschen dorthin ab. Bei aller berechtigten Vorsicht sollte allerdings unter afghanischen Flüchtlingen keine Panik ausbrechen. Behauptungen, die Asylanträge afghanischer Staatsangehöriger seien chancenlos, sind falsch”.

Das schreibt Pro-Asyl.

“Neue Abschiebungen nach Afghanistan geplant
Trotz des eskalierenden Kriegs in Afghanistan wollen Bund und Länder erneut abgelehnte Asylbewerber nach Kabul abschieben. Der Flug soll am Dienstagabend starten.”

Das schreibt Spiegel-Online.

“Die monatelangen Drohungen der Bundesregierung verstärkt nach Afghanistan abschieben zu wollen, wurden nach jahrelangem faktischen Abschiebestopp in die Tat umgesetzt. Bereits seit Dezember 2016 gehen fast monatlich Abschiebecharter von Deutschland nach Afghanistan. Ein Großteil der abgeschobenen Afghanen kamen aus Bayern. Bei vielen Personen konnten die Abschiebungen durch Verwaltungsgerichte ausgesetzt werden. Viele der betroffenen Personen leben seit vielen Jahren in Deutschland, hatten eine feste Arbeit oder eine Ausbildung in Aussicht.

Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert das sofortige Ende aller Abschiebungen nach Afghanistan und ein Bleiberecht für alle afghanischen Geflüchteten.”

So liest man beim Bayerischen Flüchtlingsrat.

Wir können die Liste beliebig fortsetzen.

Einer geht noch:

„Frankfurt a.M./Berlin (epd). Die beiden großen Kirchen haben Sammelabschiebungen nach Afghanistan kritisiert. “Kein Mensch darf in eine Region zurückgeschickt werden, in der sein Leben durch Krieg und Gewalt bedroht ist”, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren zuvor 25 afghanische Männer in ihre Heimat zurückgeflogen worden. Es war die zweite derartige Sammelabschiebung von abgelehnten afghanischen Asylbewerbern vom Frankfurter Flughafen.“

Die Meldung ist eindeutig. Die Asyl-Industrie kämpft um die Mäuler, die sie füttern. Die Gutmenschen sind sich einig: Afghanistan ist unsicher. Man darf Menschen nicht nach Afghanistan abschieben. Auch nicht, wenn sie kein Asyl in Deutschland erhalten haben. Denn dort droht ihnen alles mögliche und am Ende droht ihnen der Tod. Der droht ihnen natürlich auch in Deutschland, z.B. im Straßenverkehr, aber für die Verhinderung von Verkehrstoten erhalten die genannten keine Steuergelder.

Apropos Steuergelder.

Kennen Sie Starthilfe Plus?

Starthilfe Plus ist ein Programm des Bundes, das Asylbewerbern, die nach Deutschland kommen, Geld der Steuerzahler auszahlt, wenn sie sich bereiterklären, in ihr Heimatland zurückzukehren.

[A] 1.200 Euro gibt es, wenn ein Asylbewerber heimkehrt, noch bevor sein Antrag auf Asyl beschieden wurde.
[B] 800 Euro gibt es, wenn ein abgelehnter Asylbewerber die Güte hat, in der Frist, die ihm zur Ausreise gestellt wurde, auch auszureisen.
[C] 800 Euro gibt es, wenn ein abgelehnter Asylbewerber, der – weil er als schutzbedürftig eingestuft wurde, weil ihm in seinem Heimatland nicht näher spezifizierte Gefahr für Leib und Leben drohen soll, und der deshalb nicht ausreisen muss, dennoch ausreist [und damit für alle sichtbar dokumentiert, dass er (1) nicht schutzbedürftig war und (2) das deutsche Asylrecht eine Farce ist, in weiten Teilen erfunden um die Asylindustrie auszuhalten].

Zusätzliche 500 Euro gibt es, wenn Familien als Ganze sich in den Fällen [A], [B] oder [C] zur Heimreise entschließen, weitere 3000 Euro gibt es für Sachleistungen wie z.B. Miete, Küchenausstattung oder Badezimmereinrichtung oder andere Dinge des täglichen Lebens, die die Heimkehrer im Heimatland benötigen.

Mit Starthilfe Plus kann eine vierköpfige Familie mit einem minderjährigen Kind auf immerhin 7.900 Euro Rückkehrhilfe kommen, wenn sie ausreist, bevor über den Asylantrag entschieden ist.

Im Jahr 2017 haben 10.000 Asylbewerber Starthilfe Plus in Anspruch genommen. Im ersten Quartal des Jahres 2018 waren es 1.618, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Fraktion Die LINKE im Bundestag hervorgeht.

Was auch aus dieser Antwort auch hervorgeht, ist die Absurdität des deutschen Asylrechts, die es unmöglich macht, dass z.B. Afghanen abgeschoben werden, weil sie Schutzstatus haben oder die Asyl-Aktivisten Zeter und Mordio schreien lässt, wenn Afghanen nach Afghanistan abgeschoben werden, denn:
Unter den 11.618 Asylbewerbern, die Starthilfe Plus in Anspruch genommen und in ihr Heimatland zurückgekehrt sind, sind 1.036 Afghanen, die offensichtlich der Ansicht sind, ihr Heimatland sei hinlänglich sicher, und ein paar Tausend Euro in der Tat eine gute Starthilfe.

1000 Euro entsprechen derzeit 84.375 Afghani. 84.375 Afghani sind das 5,7fache des durchschnittlichen Monatsverdiensts in Afghanistan.
Nehmen wir an, eine afghanische Familie erhält eine Starthilfe von 5.000 Euro durch die deutschen Steuerzahler. Das reicht um in Afghanistan

  • 2.109 Mahlzeiten in einem durchschnittlichen Restaurant einzunehmen,
  • 4.695 Kilogramm Bananen zu kaufen,
  • 286 Monate mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren,
  • 89 Monate die Elektrizitätskosten für das eigene Apartment in Kabul zu bezahlen (85 qm),
  • 438 Monate den Mitgliedsbeitrag für einen Fitness-Club zu entrichten,
  • 135 Paar Nike-Sportschuhe zu kaufen,
  • oder 30 Monate die Miete für ein 3 Zimmer Apartment außerhalb des Stadtzentrums von Kabul zu finanzieren.

Die Angaben basieren auf den Preisen für Kabul. Die Preise in Kabul betragen ein Vielfaches der Preise im Rest des Landes. Die Starthilfe ist somit eine sehr üppige Starthilfe, die es den Empfängern erlaubt, in der sozialen Hierarchie aufzusteigen und viele Durchschnittsverdiener unter den Afghanen weit hinter sich zu lassen, denn um 421.870 Afghani zu verdienen, das ist der Gegenwert zu 5000 Euro Starthilfe, die eine Familie leicht erreichen kann, muss ein normaler Arbeiter in Kabul 28 Monate arbeiten.

Zwei Jahre und 4 Monate Durchschnittsverdients als Starthilfe der deutschen Steuerzahlen: Ein Anreiz zu gehen und zu kommen. Und 1.036 Afghanen, die die Starthilfe in Anspruch genommen haben, sind ein starker Beleg dafür, dass die Gefahr für Leib und Leben vor Ort offenbar nicht so groß ist, als das sie nicht mit Geld beseitigt werden könnte.

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