Irreführung der Öffentlichkeit: IW täuscht über Arbeitsmarktbeteiligung von Migranten

„92 Prozent der Großunternehmen beschäftigen Menschen mit Migrationshintergrund“, so schreiben ungenannte Mitarbeiter des Instituts der deutschen Wirtschaft in einem Gutachten für das Bundesministerium für FSFJ. Das BMFSFJ ist das Ministerium, in dem die Kompetenz so geschlechtssensibel geballt ist, dass man den dort Beschäftigten alles erzählen kann, so lange es ideologisch passt.


iw-irrefuehrung„92 Prozent der Großunternehmen beschäftigen Menschen mit Migrationshintergrund“, so schreiben also die Unbekannten des IW, zwei Zeilen weiter sind aus den „Menschen mit Migrationshintergrund“ schon Migranten geworden. Jedes zweite kleine Unternehmen beschäftigt sie angeblich. Bei Neueinstellungen sind es dann „zugewanderte Personen“ die zum Zuge kommen und von den „zugewanderten Personen“ ist es kein weiter Weg zu der Behauptung, dass „die Debatte um die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter … in Unternehmen angekommen“ sei. Letzteres ist eine dreiste Lüge, denn die Daten des IW stellen keine Basis bereit, auf der diese Aussage getroffen werden könnte. Tatsächlich kann man auf Basis der Daten des IW auch nichts über „zugewanderte Personen“ oder „Migranten“ aussagen, denn gefragt wird nach „Menschen mit Migrationshintergrund“, nach potenziellen Hemmnissen für die Einstellung von „Menschen mit Migrationshintergrund“ oder nach der Beschäftigung von „Mitarbeitern mit Migrationshintergrund“ im Unternehmen.

In einer Fußnote und kleingedruckt, wie dies bei halbseidenen Instituten so üblich ist, verrät das IW dann, wer „Menschen mit Migrationshintergrund“ sind, auf wen sich alle Fragen, die gestellt werden, beziehen:

„Migrationshintergrund: Personen, die nicht in Deutschland geboren wurden und/oder keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder von denen ein Elternteil mindestens eine dieser Bedingungen erfüllt.“

Einen Migrationshintergrund hat somit jemand, der nicht in Deutschland geboren wurde und/oder jemand, der keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder jemand, der ein Elternteil hat, das nicht in Deutschland geboren ist und/oder keine deutsche Staatsangehörigkeit hat.

Migrationshintergrund haben demnach Mitarbeiter, für die gilt:

  • Vater: Deutscher; Mutter: Britin, Befragter in Deutschland geboren und Inhaber einer deutschen Staatsbürgerschaft.
  • Vater: Türke, Mutter: Türke, Befragter in Deutschland geboren und türkischer Staatsbürger;
  • Grieche, aus Griechenland zugewandert.
  • Russe, dessen Vater in der Botschaft beschäftigt ist;
  • Ex-Patriate aus den USA, der im Unternehmen arbeitet;
    Usw.

Die Ergebnisse der Befragung des IW, die ein dreiseitiges Gutachten für das BMFSFJ füllen, das sicher nicht billig war, sagen entsprechend NICHTS über zugewanderte Personen aus, sie sagen nichts über Migranten aus, sie sagen überhaupt nichts über Geflüchtete aus. Sie sagen lediglich etwas über Personen mit Migrationshintergrund aus und die Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund, die sich in Unternehmen findet, die ist so heterogen, dass es schlicht keinen Sinn macht, überhaupt Aussagen über sie zu machen.

Aber es geht vermutlich nicht darum, saubere Ergebnisse zu präsentieren, sondern darum, ideologisch passende Ergebnisse zu präsentieren, Ergebnisse, die von den Kräften, die in Medien arbeiten, also nicht vom Fach sind, dahingehend missverstanden oder fehlinterpretiert werden können, dass falsche Titel und Texte wie: „Mehr als die Hälfte der Betriebe in Deutschland beschäftigt Migranten“ (EpochTimes) oder „Großunternehmen ohne zugewanderte Mitarbeiter sind in Deutschland schon die Ausnahme“ (Lausitzer Rundschau) dabei herauskommen.

So produziert man FakeNews auf Basis einer FakeBefragung.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein

… concerned with and about science

21 Responses to Irreführung der Öffentlichkeit: IW täuscht über Arbeitsmarktbeteiligung von Migranten

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Irreführung der Öffentlichkeit: IW täuscht über Arbeitsmarktbeteiligung von Migranten

  2. rote_pille says:

    Die Irreführung ist eigentlich noch viel plumper als das. Was bedeutet es schon, wenn 92% Großunternehmen Mitglieder einer bestimmten Gruppe, seien es Menschen mit Migrationshintergrund oder Migranten, beschäftigen? Das kann bedeuten, dass 100% dieser Menschen arbeiten oder 1%. Wir kennen weder die Gesamtzahl der Migranten/MmMHG noch ihre Verteilung. Wenn wir mit 10.000 Großunternehmen rechnen, dann können theoretisch 9.200 Menschen für die gesamte Quote verantwortlich sein, und 5 Mio. weitere nichts tun. Oder umgekehrt, es können alle beschäftigt sein, nur eben so, dass zufällig keiner in den 8% der Unternehmen gelandet ist, was sehr unwahrscheinlich ist, wie folgendes Beispiel zeigt:
    Nehmen wir an, ein Unternehmen beschäftigt 250 Mitarbeiter (so viele sind notwendig, um als Großunternehmen zu gelten), und 5% der verfügbaren Arbeitskraft sind MmMHG (bzw. Migranten, für die Rechnung ist es egal)
    Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Unternehmen keinen einzigen MmMHG beschäftigt ist, unter der Annahme, dass MmMHG die gleichen Chancen auf Anstellung haben, sensationelle 0.95^250 = 0.00000269712 = 0.000269712 %
    Bei 2,5% Anteil MmMHG wären es immer noch schlappe 0.178%.
    Man muss sich wundern, wie es dann kommt, dass angeblich 8% der großen Unternehmen keine MmMHG als Angestellte haben. Erst bei 1% kommt es hin, was bedeuten würde, dass MmMHG nur 1% der Arbeitskraft in diesem Land stellen. Diese Daten müssen falsch sein.

    • rote_pille says:

      Moment, jetzt widerspreche ich mir selbst, ich habe die Verteilung außer Acht gelassen. Andererseits ist 250 nur die unterste Schranke, und die noch größeren Unternehmen müssten den Durchschnitt herunterziehen. Außerdem gibt der Statistik zufolge nicht 1 oder 5%, sondern 21% MmMHG
      http://www.bpb.de/wissen/NY3SWU,0,0,Bev%F6lkerung_mit_Migrationshintergrund_I.html
      , also müsste eigentlich eine entsprechende Arbeitskraft von 21% da sein … sagen wir mal so: diese 8% halte ich trotzdem noch für EXTREM unwahrscheinlich. Wie gesagt bräuchte es bei perfekter Durchmischung nur einen Anteil von =250 Mitarbeiter zu kommen …

      • rote_pille says:

        * (Die Kommentarfunktion verträgt einige Sonderzeichen nicht, darum der letzte Satz noch mal korrigiert)
        Wie gesagt bräuchte es bei perfekter Durchmischung nur einen Anteil von 1 Prozent MmMHG um auf 92 Prozent für alle Großunternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern zu kommen …

  3. Meisterpetz says:

    Danke für diesen Artikel. Natürlich ahnt (weiß) man, dass dem Michel von allen Seiten die Taschen voll gehauen werden. Um so besser, dass ich hier die Argumente finde, welche mich zwar in Diskussionen NULL weiterbringen (ich bin ja dann ein Rechter) jedoch gibt mir das die Möglichkeit, mir eine.eigene Meinung zu bilden. Weiter so!

  4. saratoga777 says:

    Was die deutsche Öffentlichkeit wirklich interessiert, ist folgende Frage: Wie hoch ist der Anteil, der in den letzten 2 Jahren aus Afrika und Syrien Zugewanderten, die heute in Deutschland regelmässig einer bezahlten und legalen Arbeit nachgehen?

    Davon ausgeschlossen sind natürlich plumpe Versuche die Statistiken zu schönen, indem man Migranten als so genannte Studenten in Unis pfercht, Studenten, die dafür absolut keine Voraussetzungen haben und oft nicht einmal dort anwesend sind.

    Davon ausgeschlossen sind auch künstlich geschaffene staatliche Arbeitsstellen, die nur zu dem Zweck erzeugt worden sind die Zahlen zu frisieren, und die zu keinem selbsttragenden Einkommen führen.

    Davon ausgeschlossen sind auch Migranten, die in deutschen Gefängnissen “beim Staat” “angestellt” worden sind.

    Sprachkurse, Fahrkurse und Spital Aufenthalte oder bezahlter Urlaub im Ausland gelten ebenfalls nicht als reguläre Anstellung.

    Über das Mittel der Wortmagie werden ebenfalls gerne Zahlen beschönigt.

    Die Deutschen wollen konkret wissen wie viele Mathematiker, Ingenieure, Informatiker, Physiker, Elektroniker, Elektriker, Schreiner und Gehirnchirurgen aus Syrien und aus Afrika gegenwärtig in Deutschland beruflich mit Erfolg tätig sind.

    Selbständige Einkommen, die auf Zuhälterei, Drogenhandel, Organhandel, Menschenhandel, Waffenhandel und sonstiger krimineller Aktivität basieren, mögen wirtschaftlich selbsttragend sein, stellen jedoch keine Bereicherung der Gesellschaft dar und gehören somit ebenfalls nicht in die Statistik.

    Meiner Meinung nach dürften von den 2 bis 3 Millionen 2015 bis 2017 eingewanderten Migranten mindestens 0.01 Prozent einer legalen beruflichen und wirtschaftlich selbsttragenden Beschäftigung nachgehen.

    Aber solche Zahlen kann man der Bevölkerung natürlich nicht zumuten.

    Abschliessend muss man wohl sagen, dass die gesamte Konzeption moderner Politik unter dem Motto “Irreführung der Öffentlichkeit” geführt wird.

  5. Balthasar says:

    Die Meldung kommt scheints direkt vom Propaganda Zentralverteiler, der DPA !

    Lausitzer Rundschau :
    “Köln/Berlin (dpa) Großunternehmen ohne zugewanderte Mitarbeiter
    “Köln/Berlin (dpa) Großunternehmen ohne zugewanderte Mitarbeiter sind in Deutschland schon die Ausnahme.“

  6. N_K says:

    »Irreführung der Öffentlichkeit: IW täuscht über Arbeitsmarktbeteiligung von Migranten«
    »„92 Prozent der Großunternehmen beschäftigen Menschen mit Migrationshintergrund“«

    92 % ? Ist doch großartig! Schließlich ist da eine 8 %-ige “Schamquote” eingearbeitet. Denn bei “Umfragen” mit gewünschten Ergebnissen werden doch die RICHTIGEN zur Befragung ausgesucht, und DIE werden wohl kaum etwas Falsches sagen.

    Viel bedenklicher stimmt die Frage, ob die “VERÖFFENTLICHER” ihren eigenen veröffentlichten Humbug glauben oder die Zielgruppen bewußt anschmieren.

  7. Trizonesier says:

    100% der Großunternehmen beschäftigen Mitarbeiter, die über Fußnägel verfügen.

  8. Florian Geyer says:

    Ja, als Reinigungskräfte, Kantinenhilfe und Produktionshelfer.
    Dazu wurden sie importiert. Als Lohndrücker. Denn wirkliche Fachkräfte arbeiten nicht in einem “Staat”, der ihnen die Hälfte des Lohns stiehlt. Die sind in den USA und Kanada, die BRDDR wird die nie sehen.
    Die sieht die Flachzangen, die nach einem Jahr Ablage in der Sozialhängematte machen wollen. Und das auch zu Millionen tun. Abgeschoben wird nicht, die sind ja “gut integriert”!

  9. Pingback: Irreführung der Öffentlichkeit: IW täuscht über Arbeitsmarktbeteiligung von Migranten – MoshPit's Corner

  10. Engel says:

    In diesem Land ( Staat wenn man es so nennen möchte ), wird gelogen, getäuscht und betrogen was das Zeug hält. Und das ist ja bei Leibe nichts neues!
    Wer die Augen aufhält sieht die Wahrheit, man lebt eben besser von Hartz V als von seiner Hände Arbeit. Zudem was sollten diese Menschen hier auch arbeiten?
    Die Stellen als Dattelpflücker, Ziegenhirt oder Bezirksbefruchter sind hier in Land knapp gesät. Nüchtern gesehen weiß doch jeder von uns wer und was da gekommen ist, und es weiß auch jeder von uns wofür man diese Leute gebrauchen kann.
    Ich persönlich freue mich schon auf das Bild, wenn im Frühjahr die Ziegen und Schafe den Rhein lang abgetrieben werden und im Herbst wieder herauf.
    Ich bin der Meinung das wir noch viele Jahre für diese Bereicherung bezahlen werde, wenn wir uns nicht langsam zur Wehr setzen gegen dieses dreiste Treiben.

  11. Pan Tau says:

    Wie schon erwähnt wurde, reicht es ja, daß ein Unternehmen ab 250 Mitarbeitern einen beschäftigt, dessen Elternteil Österreicher ist, um es mal vergleichsweise unüberspitzt auszudrücken.

    offtopic: gestern ntv gesehn, unten lief das newsband durch, gleich 4x hintereinander eine Meldung darüber, was Schulz alles “tun will”. Das war explizite Schulz-Werbung, wo sonst nur Weltnews u. Börsendaten laufen. Ich war nicht amüsiert. So, für heute fachgerecht ausgekotzt.

  12. Marcus Junge says:

    Bei der Art und Weise wie in der BRD die Statistiken gefälscht werden vom sogenannten “Staat”, zählen wahrscheinlich auch Spätaussiedler oder die Kinder von Vertriebenen zu den “Migranten”, da ja bei der offiziellen Statistik zur Anzahl an Ausländern in der BRD diese dort mitgezählt werden.

  13. willy-winzig says:

    Schon die Wortwahl ist verdächtig. Flüchtling werden mit Zuwanderer in einen Topf geworfen. Eigentlich dürfte es in Deutschland keine Zuwanderer geben, da Deutschland kein offizielles Einwanderungsland ist…sagt jedenfalls unsere Politik und das Grundgesetz.
    Wenn die Politiker sich in dieser Frage entlich mal entscheiden könnten, wäre schon viel gewonnen!
    Aber auch hier wird aus Wahltaktischen Gründen alles im Unklaren gelassen.
    Die solten sich mal entscheiden, ob Deutschland ein Zuwanderungland ist, dann brauchen wir ein Zuwanderungsgesetz, wie jedes andere Zuwanderungsland. Oder wir sind kein Zuwanderungsland. Dann kann es auch keine Zuwanderer geben.

  14. Eloman says:

    Ist wohl genau so eine fake news wie die Meldung, die irgendwann in den letzten zwei Jahren durch die Medien geisterte, dass Migranten höhere Schulabschlüsse hätten als Einheimische.

  15. Funktioneller Analphabet says:

    Lassen wir doch die QualitätsLückenpresse selbst zu Wort kommen:

    https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article162607001/Fluechtlinge-verstaerken-die-Spaltung.html
    -“sinkendes Leistungsniveau im dt. Bildungssystem” durch “Zuzug von Flüchtlingen”!
    -“Anteil der Niedrigqualifizierten an der Bevölkerung nimmt zu”
    – > > “Verschlechterung der Qualifikationsstruktur in Deutschland”!
    -“9 % haben nie eine Schule besucht, und 24 % haben die Schule ohne Abschluss verlassen”
    -“26 % der afghan. Flüchtlinge …. war nie auf einer Schule”
    -“mehr als zwei Drittel (69 Prozent) haben keine Qualifikation … einer deutschen” entsprechend
    ==> »schwere Hypothek«, »Bildungsarmut«, “allgemein fehlende Lese- und Schreibkompetenzen” = DAS ist das Humankapital für den deutschen Arbeitsmarkt und die Großunternehmen.
    ERGO:
    > https://www.welt.de/debatte/kommentare/article162603389/Fluechtlinge-sind-nicht-die-neuen-Fachkraefte.html

    > https://www.welt.de/regionales/hamburg/article153237847/Viele-Fluechtlinge-im-Grunde-Analphabeten.html

    > http://www.abendblatt.de/nachrichten/article207587901/88-Prozent-der-anerkannten-Fluechtlinge-haben-keine-Ausbildung.html

    > http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/70-prozent-aller-migranten-brechen-ausbildung-ab-abbruch-a1277129.html

  16. Pingback: „Mir ist unverständlich, warum die Täter wieder auf freiem Fuß sind…“ | inge09

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar