Der rechtsextrem fremdenfeindliche Ossi: Junk Science trifft journalistische Ahnungslosigkeit

Wenn es um Sozialwissenschaften geht, dann scheint jeder Fuzzi zu denken, er könne mitreden.

Das ist ein Problem.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass unter Journalisten Sachverstand und Urteilsvermögen so rar sind. Vor allem dann, wenn es um sozialwissenschaftliche Themen geht, fehlen beide in schöner Regelmäßigkeit, tritt die eigene ideologische Überzeugung an die Stelle von Ratio und Vernunft.

Und deshalb berichten heute die staatstragenden Medien unisono von einer Studie, die die auch im Jahre 27 nach der Vereinigung noch vorhandene Bundesbeauftrage für die neuen Bundesländer in Auftrag gegeben und teuer bezahlt hat. Dass es richtig teuer wird, dafür wollen wir nun sorgen.

Weil Journalisten so wenig Sachverstand und Urteilsvermögen haben, deshalb werden sie zum Durchlauferhitzer dessen, was angebliche Wissenschaftler von sich geben, die sich verstärkt an Instituten zu finden scheinen, die am Tropf von Ministerien oder ihren Ablegern hängen, die sie mit Auftragsforschung mästen. Das dem so ist, das hat noch keinen Journalisten auch nur verwundert. Journalisten zeichnen sich weitgehend durch eine treudoofe Berichterstattung aus, die verbreitet, was in der Pressemeldung steht, die weder in Frage stellt noch hinterfragt.

Und deshalb lesen deutsche Leser in jedem Medium denselben Unsinn:

  • junk_scienceZEIT: Rechtsextremismus: Wo sich Fremdenfeindlichkeit breit macht;
  • ZEIT: Studie der Bundesregierung: Ostdeutschland ist anfälliger für Rechtsextremismus
  • Frankfurter Rundschau: Diagnose einer ostdeutschen Spezifität;
  • Tagesschau.de: Studie: Warum häuft sich rechte Gewalt im Osten;
  • Göttinger Tageblatt: Osten hat Problem mit Rechtsextremismus;
  • Tagesspiegel: Rechtsextremismus in Ostdeutschland: Und immer wieder Sachsen;
  • RP Online: Studie – Was den Osten so anfällig für Rechtsextremismus macht;
  • Derwesten.de: Rechtsextremismus ist ein ostdeutsches Problem;
  • Heute.de: DDR-Wurzeln machen Osten rechtsextremer;
  • RBB24: Studie: Ostdeutsche anfälliger für Rechtsextremismus;
  • N-TV.de: Studie – Osten anfälliger für Rechtsextremismus;

Ausgangspunkt für diesen gesammelten Unsinn ist eine angebliche Studie, die das Göttinger Institut für Demokratieforschung erstellt hat; im Auftrag der Bundesbeauftragten für die Ossis und für viel Geld. Wir schätzen, dass die Bundesbeauftragte für diese Junk-Studie mindestens 500.000 Steuereuro aus dem Fenster geworfen hat und fragen uns, ob man politische Darsteller, deren Darstellung vornehmlich darin besteht, Steuergelder zu verprassen, nicht wegen Veruntreuung anzeigen sollte.

Denn um Veruntreuung handelt es sich bei dieser Studie, dieser prätentiösen Studie, die viel vorgibt und methodisch in einer Weise von der Ahnungslosigkeit der angeblichen Forscher kündet, die uns sprachlos macht (Und wir haben schon einiges an Unsinn gelesen im Laufe unserer Gutachter-Karriere…).

Fangen wir zunächst mit dem an, was man aufgrund des methodischen Designs der Junk-Studie nicht machen kann:

Man kann keine Aussagen darüber machen, wie die Ostdeutschen sind. Die Datengrundlage lässt derartige Aussagen nicht zu.

Man kann keine Aussagen darüber machen, was die Ostdeutschen im Vergleich zu den Westdeutschen mehr oder eher oder besonders sind. In der Studie werden keinerlei Westdeutsche befragt oder untersucht. Entsprechend können auch keine Vergleiche zwischen Ost- und Westdeutschen auf Grundlage dessen vorgenommen werden, was die Göttinger da zusammengebastelt haben.

Man kann auf Grundlage der Daten der Göttinger keine Aussagen über Besonderheiten von Sachsen oder Thüringer machen. Die wenigen Daten, die noch dazu keinerlei regionale Variation aufweisen, lassen das nicht zu.

Ja man kann auf der Datenbasis, die die Göttinger sich teuer haben bezahlen lassen, nicht einmal Aussagen darüber machen, was Freital, Heidenau oder Erfurt, die drei Orte, in denen die Göttinger gewirkt haben, auszeichnet.

Damit sind alle Überschriften und Aussagen, die mit einem umfassenden Anspruch für alle Ostdeutschen oder für Ostdeutsche im Vergleich zu Westdeutschen oder für Sachsen oder Thüringer oder Heidenauer oder Freitaler oder Erfurter gemacht werden, wilde Spekulation und können keinerlei Anspruch darauf erheben, etwas zu verdeutlichen oder gar zu erklären.

Alle Titel und Beiträge in den oben zitierten Medien sind FakeNews, denn sie behaupten etwas, was schlicht nicht behauptet werden kann. Warum nicht?

Deshalb:

Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland“, so lautet der Titel der Göttinger Studie. Tatsächlich haben die Göttinger nicht Ostdeutschland, sondern nur Erfurt, Heidenau und Freital untersucht. Selbst Journalisten sollten verstehen, dass drei Orte nicht Ostdeutschland sind.

Der Titel geht noch weiter: „Ursachen und Hintergründe für Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und fremdenfeindlich motivierte Übergriffe in Ostdeutschland sowie die Ballung in einzelnen ostdeutschen Regionen“.

Wenn angebliche Wissenschaftler von Ursachen sprechen und behaupten, sie hätten Kausalitäten entdeckt, dann ist Vorsicht angezeigt; Wenn die entsprechenden Wissenschaftler ihre Kausalitäten auf Basis von qualitativen Methoden gefunden haben wollen, dann ist neben Heiterkeit noch mehr Vorsicht angezeigt, dann liegt der Verdacht nahe, dass hier ein Versuch unternommen werden soll, Sozialwissenschaften zum Zwecke ideologischer Manipulation derer, die sich so gerne und einfach manipulieren lassen, also der Journalisten, zu missbrauchen.

Goettingen Junk ScienceUm diesen Verdacht zu untersuchen, benötigt man Kenntnisse der Methoden der empirischen Sozialforschung und man muss in der Lage sein, das Methodenkapitel der Göttinger Ideologen zu lesen. Dasselbe nimmt gerade einmal drei dreiviertel Seiten ein und rapportiert im Wesentlichen nur, was gemacht wurde:

Es wurden qualitative Interviews mit Experten geführt, also mit Personen, die die Göttinger für Experten halten. Warum sie die entsprechenden Personen für Experten halten, warum und wie sie die entsprechenden Personen ausgewählt haben, grundlegende Fragen, an denen der Wert einer Studie und ihre Reichweite bewertet wird, sie werden nicht beantwortet. Das ist ein Verstoß gegen wissenschaftliche Lauterkeit und ein eindrücklicher Beleg für methodische Unkenntnis.

Dann wurden Fokusgruppen-Interviews in Freital und Heidenau und Erfurt geführt, mit jeweils 6 bis 8 Personen. Wer aus welchem Grund als Teilnehmer in die Fokusgruppen gelangt ist, darüber schweigen sich die Göttinger ebenfalls aus. Abermals ein Verstoß gegen wissenschaftliche Lauterkeit, den man einem Studenten im ersten Semester nicht durchgehen lässt.

Weil niemand weiß, wer warum in die Fokusgruppen oder als Experte zum Experteninterviews geladen wurde, deshalb ist das Material das aus den Interviews resultiert schlicht wertlos. Möglicherweise haben die Göttinger Forscher ja ausschließlich Mitglieder der LINKE zu ihrer Meinung über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit befragt. Ein Verdacht, der nicht so fern liegt, wie man denken würde. Aber dazu kommen wir noch.

Dann haben die Göttinger noch „teilnehmende Beobachtungen“ durchgeführt, sie haben an Stadratsitzungen teilgenommen, sind zu einem oder mehreren Fussballspielen gegangen und waren bei Stadt- oder Grillfesten zugegen. Grundsätzlich ist die teilnehmende Beobachtung eine wissenschaftliche Methode, aber nur dann, wenn die Beobachtungssituationen und die, die beobachtet werden, nach festen Kriterien bestimmt und kontrolliert werden. Die Göttinger haben nichts davon getan. Entsprechend sind ihre Ergebnisse auch hier wertlos.

Schließlich haben sie Wahlergebnisse ausgewertet. Ein löbliches Unterfangen, das man normalerweise von Studenten im Grundstudium vornehmen lässt.

Das, was der ahnungslosen Bundesbeauftragten hier mit Sicherheit als „Methoden-Mix“ verkauft wurde, sehr teuer verkauft wurde, wir gehen von Kosten in Höhe von mindesten einer halben Million Euro für ein solches Design aus, ist eine Sammlung methodischer Kunstfehler, die letztlich keinerlei Aussagen darüber zulassen, welche lokale Strukturen oder gar Ursachen von Rechtsextremismus in Freital, Heidenau oder Erfurt für zu finden sind, geschweige denn, dass sich Aussagen für Sachsen, Thüringen oder Ostdeutschland als Ganzes machen ließen.

Dass dem so ist, das müssen auch die Göttinger irgendwie gedacht haben. Nur so ist es zu erklären, dass sie einen der dümmsten Sätze, die je aus einem angeblichen Wissenschaftlerkopf gefallen sind, zu Papier gebracht haben, um zu suggerieren, ihre Ergebnisse wären irgendwie repräsentativ, würden irgendwie Schlüsse über die Personen, von denen die Ergebnisse generiert wurden, hinaus zulassen:

Prof Facepalm„Die jeweiligen Fokusgruppen hatten eine Größe von sechs bis acht TeilnehmerInnen, wobei versucht wurde – und auch weitgehend gelang -, sowohl nach Alters- als auch nach den Geschlechterdurchschnitt sowie die Verteilung nach Berufstätigkeit/Ausbildung/Arbeitslosigkeit/Rente der jeweiligen Untersuchungsorte einigermaßen repräsentativ abzubilden.“ (12)

Damit ist es den Göttingern gelungen, die Vielfalt von Heidenau, Erfurt und Freital in sechs bis acht Personen repräsentativ zu erfassen, und zwar mit Blick auf das Alter, das Geschlecht, den Beruf, und den Erwerbsstatus. Daraus muss man schließen, dass es in Erfurt und Freital und Heidenau jeweils maximal 6 bis 8 Personen unterschiedlichen Alters gibt, die nicht mehr als 6 bis 8 unterschiedliche Berufe ausüben und noch in der Lage sind, die Verschiedenheit von Erwerbsstatussen (Vollzeit, Teilzeit, stundenweise Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, in Lehrausbildung, bei der Bundeswehr, im Studium, in Elternzeit, beurlaubt, krankgeschrieben usw.) abzubilden.

Das ist mit Verlaub der größte Schwachsinn, den wir je gelesen haben. Wer behauptet, er können auf Basis von 6 bis 8 Personen die „jeweiligen Untersuchungsorte einigermaßen repräsentativ“ abbilden, wie dies die Göttinger tun, der hat entweder (1) nicht mehr alle Tassen im Schrank, (2) keine Ahnung von Methoden, (3) will bewusst seinen Auftraggeber täuschen oder macht (4) sich einen Spaß mit seinem Auftraggeber, dem er entsprechende Attribute von Dummheit und Naivität zuweisen muss.

methoden_der_empirischen_sozialforschungWas zutrifft, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass die Behauptung, die Ergebnisse seien in irgendeiner Weise aussagekräftig, nicht nur methodisch unhaltbar ist, sie sind eine schlichte Lüge. Das ganze Brimborium, das die Göttinger veranstalten, dient einzig dazu, die Kosten für diese Studie in die Höhe zu treiben, ohne auch nur einen Deut Erkenntnis als Gegenleistung zu liefern und dazu, am Ende die eigenen Vorurteile, die man zu Anfang in die Studie gepackt hat, damit rechtfertigen zu können, dass man sie nun als Ergebnisse präsentiert.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Auf Grundlage dessen, was die Göttinger geforscht haben wollen, kann man KEINERLEI Aussage über Erfurter, Heidenauer, Freitaler, Sachsen, Thüringer oder Ostdeutsche machen.

Fehlt noch der Beleg dafür, dass die Göttinger gefunden haben, wonach sie manisch auf der Suche waren.

Wenn man belegen will, dass X ein Rechtsextremist ist, was macht man dann? Man befragt Y, der schon mehrfach öffentlich seine Meinung bekundet hat, dass X ein Rechtsextremist ist. Das beschreibt die Anlage der Studie, deren Ergebnisse, die Journalisten so treudoof herbeten und die auf den Angaben der folgenden Personen beruhen:

  1. Sebastian Reißig, Geschäftsführer von Aktion Zivilcourage e.V., Pirna
  2. Herr Dreier, Mitglied der Fraktion SPD/Grüne im Stadtrat Freital und
  3. Mitglied der Fraktion SPD/Grüne im Kreistag Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  4. Herr Menke, Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Freital und im Kreistag Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  5. Frau Laski, Mitglied des Freitaler Stadtrates
  6. Jürgen Opitz, Bürgermeister der Stadt Heidenau
  7. Frau Ackermann, Mitglied des sächsischen Landtages (Fraktion DIE LINKE)
  8. Herr Reese, führender Mitarbeiter der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
  9. Frau Decker, Lokalredakteurin der Sächsischen Zeitung in Freital
  10. MitarbeiterInnen des Kinder- und Jugendhilfeverbundes Freital
  11. Herr Thiele, Mitglied der Fraktion „Bürger für Freital“ im Freitaler Stadtrat
  12. Herr Tharandt, Lehrer am Weißeritzgymnasium Freital
  13. Frau Fröhlich, Mitglied der Fraktion DIE LINKE/Grüne im Stadtrat Heidenau
  14. Dr. Enrico Schwarz, Geschäftsführer von Biotec e.V., Freital
  15. Herr Lehmann, Fußballtrainer in Freital mit Migrationshintergrund
  16. MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung Heidenau
  17. KommunalpolitikerInnen aus Heidenau
  18. Mitarbeiterinnen von Zusammenleben e.V., Freital
  19. Zwei Beamte des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen (Leiter der
  20. Stabsstelle und Leiter des Fachreferates Rechtsextremismus)
  21. Frau Preuss, Bewohnerin des Stadtteils Heidenau-Süd
  22. BewohnerInnen des Herrenbergs, die anonym bleiben wollen, 27.10.2016
  23. Mitarbeiter der Partei DIE LINKE mit Schwerpunkt auf Rechtsextremismus, 01.08.2016
  24. Lokaler politischer Akteur, 27.10.2016
  25. Fanprojekt Erfurt e.V., 30.07.2016
  26. Fokusgruppe Erfurt, 16.11.2016
  27. Mitglied des Stadtrates für die SPD, 07.06.2016
  28. Journalist des MDR, 22.08.2016
  29. Politischer Akteur aus dem grünen Spektrum A, 17.05.2016
  30. Vertreter des Gemeindevorstands Ahmadiyya, 28.11.2017
  31. Mitglied des Stadtrates für die CDU, 07.06.2016
  32. Mobit e.V., 18.05.2016
  33. Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringens, 07.09.2016
  34. Person aus der Bildungspolitik, 25.05.2016
  35. Politischer Akteur aus dem grünen Spektrum B, 22.08.2016
  36. Lokale zivilgesellschaftliche AkteurInnen, 15.11.2016
  37. Zwei Personen aus der Zivilgesellschaft, die anonym bleiben wollen, 27.09.2016

Alle Aussagen über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit der Sachsen, Thüringer oder Ostdeutschen basieren auf den Angaben der hier zusammengestellten Interviewpartner. Man muss nicht in empirischer Sozialforschung ausgebildet sein, um zu erkennen, dass auf Basis der Interviews mit den genannten Personen keinerlei verallgemeinernde Aussagen möglich sind, die auf alle Sachsen oder Ostdeutschen übertragen werden. Alltagsverstand reicht. Alltagsverstand, den wohl die meisten Journalisten nicht haben. Man muss, am Rande bemerkt, selten dämlich sein, wenn man für einen derartigen Junk, mehrere 100.000 Euro Steuergelder aus dem Fenster wirft.

Aber: Nichts ist so schlecht, dass es nicht für etwas gut ist. Wenn man aus der Liste der Interviewten etwas entnehmen kann, dann die Angst der angeblichen Sozialforscher vor ihrem Studienobjekt. Es findet sich kein Rechter, kein bekennender Rechstextremist, nicht einmal ein Rechtsextremist-light in Form eines NPD-Funktionärs. Die Göttinger haben offensichtlich die Hosen voll und eine Heidenangst davor, mit denen konfrontiert zu werden, über die sie angeblich forschen. Das ist noch armseliger als diese Junk-Studie.


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28 Responses to Der rechtsextrem fremdenfeindliche Ossi: Junk Science trifft journalistische Ahnungslosigkeit

  1. Jürg Rückert says:

    Das eingeölte Zusammenspiel zwischen der Politik, den ÖR und den “Experten” zeigt: Der linke Extremismus hat seine Paten in der Mitte der Gesellschaft.

  2. Pingback: Der rechtsextrem fremdenfeindliche Ossi: Junk Science trifft journalistische Ahnungslosigkeit – MoshPit's Corner

  3. Ingrid Gathmann says:

    Als ich heute morgen die obige Behauptung in unserer Zeitung “Weinheimer Nachrichten” bzw. “Mannheimer Morgen” las, dachte ich mir gleich, dass es sich hier um eine einseitige Darstellung handelt. Nach dem lesen Ihrer Erklärungen bin ich doch sehr frustriert, andererseits dankbar für die Aufklärung.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ingrid Gthmann

  4. Hosenmatz says:

    Der Auftraggeber gibt das gewünschte Ergebnis der Studie vor – die Ersteller wären blöde, würden sie nicht liefern.

  5. heter says:

    Erst gestern hat die Tagesschau einen Artikel veröffentlicht wie mit Statistiken umzugehen ist. Ein inhaltlich guter Artikel, welcher mich stark schmunzeln ließ; war er doch dazu gedacht die dumme Bevölkerung aufzuklären. Nun stellte sich mir die Frage: wenn das Wissen in der Redaktion vorhanden ist, ich vermute zumindest der Autor des Artikels hat es verstanden, weshalb schaffen sie es dennoch nicht das Wissen anzuwenden. Und ich finde es ehrlich gesagt eine Frechheit, wenn sich dazu berufen fühlt anderen Leuten oberlehrerhaft Dinge zu erklären,die man selbst nicht verstanden hat.

  6. Pingback: Neues aus dem Irrenhaus | Bodycount

  7. T. Kremer says:

    Ich hatte jetzt mit einem Journalisten einen Mailverkehr, der die Studie breit und lang zitiert hat, und habe ihn auf diesen Artikel hier hingewiesen. Seine Antwort:

    “Ich habe auch mal studiert und kenne die grundsätzliche Problematik qualitativer Studien selbstverständlich; ich sehe allerdings nicht, dass in diesem Fall „nicht mal minimale sozialwissenschaftliche Standards erfüllt“ worden sein sollen.
    Die vom Wirtschaftsministerium verbreitete Zusammenfassung entspricht meiner Meinung nach in der Tat nicht in allen Punkten den Kernergebnissen der Studie, das stellt die Studie an sich jedoch nicht infrage.”

    Jo, was soll man da noch sagen ….

    • Dazu kann man nur sagen: Schade, dass der Journalist aus seinem Studium so GAR NICHTS mitgenommen hat.

      • T. Kremer says:

        Das Schlimme ist ja, dass dies das Qualitätsniveau unserer Journalisten perfekt widerspiegelt. Ich weiß schon, warum Journalisten bei mir noch hinter Immobilienmakler rangieren.

    • Der Journalist hat erstens die Studie nicht gelesen, zweitens wird er schriftlich keine Fehler zugeben und daß er auch mal studiert hat zeigt Dir, dem dummen Leser, doch wo der Hammer hängt.

  8. Herr Ernst says:

    Richtig. Die Personenaufstellung zeigt die Wertlosigkeit der Interviews. Nicht nur wurden irgendwelche Anonymusse interviewt, es wurden offensichtlich auch Interviewte erfunden. Eine Frau Laski ist kein Mitglied des Freitaler Stadtrates, welcher immerhin seit 2014 (und noch bis 2019) besteht. Auch ist ein Herr Reese nicht als führender Mitarbeiter der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung nachweisbar.
    Der Freitaler Biotec e.V. ist übrigens ein Sozialhilfeverein, welcher Mitglied im paritätischen Bund ist.
    Alle anderen Interviewten sind die vor Ort wohlbekannten üblichen Verdächtigen aus dem rot-rot-grünen Spektrum, welches von vornherein ein vitales Interesse an möglichsts groß aufgebauschtem Rechtsextremismus vor Ort hat.

    • Herr Ernst says:

      Ich vergaß zu erwähnen, dass auch ein Herr Menke nicht Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Freital ist.

      • Herr Ernst says:

        Soeben festgestellt: Es gibt auch keinen Herrn Thiele in der Freitaler Stadtratsfraktion der “Bürger für Freital”. Ebensowenig ist ein Herr Dreier ein Freitaler Stadtrat für die Fraktion SPD/Grüne. (Siehe Link zum Stadtrat unter meinem Namen)

        Stellt sich die Frage, welche Namenslisten verwendet wurden. Denn dass die Stadräte Angst vor rechtsextremer Vendetta hätten, ist seit der Inhaftierung der “Gruppe Freital” eigentlich kein Argument für Anonymität bei der Teilnahme an politischen Studien.

  9. Liegt das:

    Es findet sich kein Rechter, kein bekennender Rechstextremist, nicht einmal ein Rechtsextremist-light in Form eines NPD-Funktionärs.

    vielleicht daran, daß solche gar nicht zu finden sind? Jemanden, den es nicht gibt, kann man auch nicht interviewen. Angst vor ihm kann man natürlich schon haben.

  10. Pingback: Befragte erfunden: Bezahlt Bundesbeauftragte Fake-Rechtsextremismusforschung? | ScienceFiles

  11. 2012
    Die Studie „Die Mitte im Umbruch – rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2012„ wurde von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung verfasst. Während wir in Fernsehberichten zu der Studie Nazi-Aufmärsche zu sehen bekommen, zeigt die Studie jedoch, in welchem Parteispektrum sich die meisten Antisemiten befinden: bei den SPD-Anhängern. Die Studie verschleiert dies allerdings geschickt. Hier die nackten Zahlen.
    https://luegenpresse2.wordpress.com/2016/06/18/studie-enthemmte-mitte-eher-eine-enthemmte-luege/

    Bisschen runterscrollen…

  12. M. Dippold says:

    Es hat sich also ergeben, dass die Göttinger Amateurforscher sich mit existenten und nicht existenten linksgerichteten Kommunalpolitikern in drei ostdeutschen Städten unterhalten haben und dabei keine rechtsradikalen Volksfeinde ausfindig gemacht haben. Ergo gibt es in der DDR.2 keine rechtsradikalen Volksschädlinge, so dass der ganze Aufwand nur Schattenboxen war.
    Meiner Erfahrung scheint derAufwand ein bisschen hoch. 1984 habe ich für die deutsche Bundesstelle für Außenhandelsinformation in Köln eine Studie über die „Industrie in Nigeria“ (144 Seiten) erstellt. Das Gesamthonorar betrug 10.000 DM und beinhaltete auch den Flug mit der Egypt Air über Kairo nach Lagos, 14 Tage in einer Absteige im Vorort Surulere, Taxi zu den Behörden, wirtschaftskammern, Banken Erstellung des Manuskripts auf dem IBM Composer in Proportionalschrift. Die Kaufkraft von 10.000 DN betrug 1985 allerdings mehr als 5.000 €.Es geht also auch ohne Veruntreuung von Staatsknete.

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