Der Begriff der Qualitätspresse taucht in der Regel im Zusammenhang mit FakeNews auf. Bei der Qualitätspresse, so heißt es, da sei man vor FakeNews sicher. Bei der Qualitätspresse, so wird gesagt, da gebe es ein Impressum und ausgebildete Journalisten. Beides gewährleiste Qualität. Bei der Qualitätspresse, da stehe der Versuch, objektiver Berichterstattung an erster Stelle… Und so weiter.
Das Ziel besteht natürlich darin, Qualitätspresse als eine Art „Gütesiegel“ zu vergeben, das die Konsumenten von vermeintlicher Qualitätspresse dazu veranlasst, weniger kritisch oder gar nicht kritisch dem gegenüber zu stehen, was ihnen von dieser Qualitätspresse aufgetischt wird. Ein anderes Ziel, z.B. Konsumenten als zu eigenständigen Gedanken und unabhängigem Urteil fähige Menschen zu akzeptieren, kann sich mit dem Begriff der „Qualitätspresse“ nicht verbinden, denn Menschen, die sich eigenständige Gedanken machen und ein unabhängiges Urteil bilden, tun dies unabhängig von der Behauptung, das, was sie gerade lesen, wäre ein Ergebnis von „Qualitätsjournalismus“.
Kurz: Wer den Begriff der Qualitätspresse oder des Qualitätsjournalismus benutzt, will in der Regel manipulieren, zeigt damit, das er auch nicht weiß, warum das, was er so bezeichnet, Qualität sein soll, hat also keine stützenden Argumente für seine Qualitätsbehauptung und zudem begeht er den logischen Fehler der voreiligen Verallgemeinerung und den des argumentum ad auctoritatem.
Gestern haben wir von einem Versuch aus dem Hause DIW berichtet, ein neues Pay Gap auf keinerlei vorhandener empirischer Basis in die Welt zu reden. Die Junk-Studie, die die Grundlage der Behauptung bildet, dass homosexuelle Männer schlechter bezahlt werden als heterosexuelle Männer, haben wir hier besprochen. Jeder, der auch nur ein wenig Ahnung von empirischer Sozialforschung hat, muss beim Lesen der Junk-Studie sofort merken, dass die Datenbasis keinerlei allgemeine Aussagen, wie sie ein Sexuality Pay Gap darstellt, zulässt. Und wer noch etwas mehr als wenig Ahnung hat, muss schnell merken, dass die Autoren aktiv versuchen, die Leser über die Anzahl der Schwulen, auf die sie ihre Behauptung gründen, zu täuschen.
Tatsächlich wäre diese Junk-Studie in jedem anderen Land der Gegenstand heftiger Kritik in Medien und von Kollegen, wäre die Junk Studie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen, sie wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgezogen worden. Aber: In Deutschland gehen die Uhren anders. Hier verbreitet ein öffentlich finanziertes Institut wie das DIW munter Studien, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind und baut aktiv an einem neuen Mythos: Dem, dass homosexuelle Männer schlechter bezahlt werden als heterosexuelle Männer und vor allem soll suggeriert werden, sie würden schlechter bezahlt, WEIL sie homosexuell seien.
Kurz: Das DIW verbreitet Lügen, Lügen, die von der angeblichen Qualitätspresse nur zu willig aufgenommen werden.
Wir muten unseren Lesern nun einen repräsentativen Ausschnitt (jedes deutsche Printmedium hatte dieselbe Chance, in unserer Auswahl zu landen) der Realität deutscher Qualitätspresse zu.
„Schwule Männer verdienen weniger als heterosexuelle: Homosexuelle Männer werden in Deutschland schlechter bezahlt als heterosexuelle. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung beträgt die Differenz beim realen Stundenlohn etwa zwei Euro.“
„Sexuality Pay Gap“ Schwule verdienen weniger, Lesben mehr als Heteros. Berlin Schwule Männer bekommen auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Schnitt einen geringeren Stundenlohn als heterosexuelle. Die Differenz beim realen Brutto-Stundenlohn betrage rund 2,14 Euro, heißt es in einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin vorstellt.“
„Homosexuelle Männer werden beim Gehalt benachteiligt: Ökonomen haben in einer Studie einen sogenannten Sexuality-Pay-Gap identifiziert: Schwule verdienen in Deutschland demnach weniger pro Stunde als heterosexuelle Männer.“
„Schwule Männer verdienen weniger als Heteros. Weniger Geld für die gleiche Leistung – das betrifft offenbar nicht nur Frauen, sondern auch schwule Männer. Sie entscheiden sich bei der Berufswahl zudem weit häufiger als Heteros für ganz bestimmte Branchen.“
„Schwule bekommen schmaleren Lohn: Schwule erhalten im Mittel einen Stundenlohn von 16,40 Euro brutto, während ihre heterosexuellen Kollegen auf rund 18 Euro kommen, heißt es in der Studie, die DIW-Ökonomen am Donnerstag vorstellten. Berücksichtigt man, dass Schwule häufig eine höhere Schulbildung haben, dann beläuft sich die Differenz sogar auf über zwei Euro. Das DIW spricht deswegen von einem »Sexuality Pay Gap«, analog zum »Gender Pay Gap«, der Lohnkluft zwischen Frauen und Männern.“
„Schwule verdienen weniger als Heteros Frauen verdienen weniger als Männer. So weit, so bekannt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet nun vor: Auch homosexuelle Männer werden benachteiligt.“
„Weniger Gehalt trotz besserer Bildung: Von wegen konsumfreudig und hedonistisch – Lesben, Schwule und Bisexuelle verdienen in Deutschland deutlich weniger Geld als Heterosexuelle. Das hat ein Wissenschaftlerteam des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW in Berlin herausgefunden.“
„Schwule haben geringeren Stundenlohn Homosexuelle Männer verdienen laut einer neuen Studie schlechter als Heteros. Im Durchschnitt ist ihr Stundenlohn 2,14 Euro niedriger.“
„Studie: Homosexuelle Männer verdienen weniger als Heterosexuelle. Der Stundenlohn unterscheidet sich einer Studie zufolge brutto um etwa zwei Euro: Welche Rolle spielt die sexuelle Orientierung bei der Bezahlung?“
Und so weiter.
So entstehen Mythen.
So verbreiten sich FakeNews. Es beginnt mit einer Pressemeldung eines Instituts, das am Tropf der Steuerzahler hängt und sich regelmäßig als politisch korrektes Institut bei Politikern andient. Darin wird behauptet, es gäbe ein Pay Gap zwischen homosexuellen Männern und heterosexuellen Männern. Dass die Grundlage dieser Behauptung keine derartige Verallgemeinerung zulässt, dass in der angeblichen Studien die Fallzahl, auf der das behauptete Pay Gap basiert, absichtlich verheimlicht wird, das steht natürlich nicht in der Pressemeldung. Um dies auf einen Blick zu sehen, müsste man in die Studie schauen. Aber das macht natürlich keiner der angeblichen Qualitätsjournalisten. Ob bei Spiegel, ZEIT, FAZ, Welt oder Augsburger Allgemeine beschäftigt, sie kupfern nur das ab, was in der Pressemeldung des DIW verkündet wird.
Sie machen sich zum Mittäter bei der Verbreitung von FakeNews.
Warum kommt keiner der angeblichen Qualitätsjournalisten auf die Idee, die Aussagen in der Pressemeldung zu prüfen? Warum interpretieren die angeblichen Qualitätsjournalisten ihren Beruf dahingehend, Sprachrohr für institutionelle Pressemelder zu sein?
Drei Antworten: Die vermeintlichen Qualitätsjournalisten sind keine Qualitätsjournalisten, sondern ahnungslose Dilettanten, die verbreiten, was man ihnen auftischt, weil sie über keinerlei Urteilsvermögen verfügen, das es ihnen ermöglichen würde, zu beurteilen, was man ihnen auftischt.
Die vermeintlichen Qualitätsjournalisten sind autoritäre Persönlichkeiten, die nie auf die Idee kommen würden, die Pressemeldung einer Institution zu kritisieren, die sie – weil sie von Ministerien finanziert wird – der Obrigkeit zuordnen. Eher machen sie sich in die Hosen, als dass ihnen der Gedanke, man könne den Inhalt von Pressemeldungen prüfen, schlimmer noch: Der Beruf „Journalist“ verlange, dass man den Inhalt von Pressemeldungen prüft, um sich nicht zum Helfershelfer bei der Verbreitung von Mythen, Lügen und Falschmeldungen zu machen, in den Kopf käme.
Die vermeintlichen Qualitätsjournalisten sind Opportunisten, die jede Gelegenheit nutzen, um ihre Anpassung an den Mainstream und das, was als politisch-korrekt gilt, deutlich zu machen. Am liebsten signalisieren sie durch Meldungen, mit denen man sich nicht nur bei der Lobby der gesellschaftlichen Gruppen andienen kann, die gerade In sind, ihre Fähigkeit, zum Kriechen und produzieren sich im gleichen Moment, dadurch, dass sie auf eine vermeintliche Diskriminierung hinweisen, als ein Social Justice Warrior, der im Gegensatz zu Don Quichotte nicht einmal eine Windmühle benötigt, um seine Lanze der Gerechtigkeit gegen seine Einbildung zum Einsatz zu bringen.
Diese Schreiber von der traurigen Gestalt kann man kaum als Qualitätsjournalisten bezeichnen. Man kann sie entweder nur bemitleiden, weil sie das willige Werkzeug in der Hand geübter Manipulateure sind oder verachten, weil ihre Loyalität nicht mit bei ihren Lesern liegt, sondern bei denen, die sie als ihre Obrigkeit ansehen.
Falls Sie unsere Arbeit unterstützen, und dafür sorgen wollen, dass bei ScienceFiles auch weiterhin das Rad rund läuft, dann kaufen Sie uns doch einen Kaffee:
Oder unterstützen Sie uns auf einem der folgenden Wege
Unser herzlicher Dank ist Ihnen sicher!
DENN: ScienceFiles lebt von Spenden.
Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, damit Sie uns auch morgen noch lesen können!Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:
Mein schwuler Zahnarzt bekommt das selbe Honorar für eine bestimmte Leistung vergütet wie ein heterosexueller Zahnarzt. UND, jetzt kommts: Beide bekommen das selbe Honorar vergütet wie eine Zahnärztin! Ist das nicht irre? Die Sache hat natürlich einen Haken. Alle drei haben nur dann den gleichen Verdienst, wenn sie alle drei haargenau die gleichen Tätigkeiten ausgeführt haben und bei allen dreien die Abrechnungshelferin das GLEICHE ins Abrechnungsprogramm eingetippt hat und alle drei die gleichen KOSTEN hatten. Genau dann verdienen alle drei den selben Betrag. Eigentlich ganz einfach.
„….nur bemitleiden, ….verachten“
… oder für dumm und beratungsresistent erklähren, denn sie bräuchten je nur „Wissenschafts-Dateien“ nachlesen. Hat ihnen aber keiner gesagt.
Intessant wäre eine namentliche Benennung für entsprechende Publikationsorgane, wer dort verantwortlich die Einstellung von solchen Journalisten vornimmt. Denn sie sind die eigentlich Verantwortlichen. Oder werden wir bereits von autonomen Redaktions-Ersatz-Computern gefüttert.
Da taucht die Frage auf, auch wenn diese Artikel mit Namen gekennzeichnet sind, ob diese Journalisten tatsächlich als Personen existieren. Ich habe da so meine Zweifel.
Denn wie im Beitrag schön belegt, Computer sind extrem leistungsfähig, aber auch extrem dumm.
Das würde passen !
Ansonsten wäre mein Vorschlag, falls diese Journalisten tatsächlich als Personen existieren, diese durch Computer zu ersetzen, spart Kosten und keiner würde es merken.
Nebenbei hatte ich vor kurzem ein Gespräch mit einem Nachbarn über den Nachrichtenwert seiner Zeitung. Übereinstimmung, hat er gesagt, aber es hilft nichts, ich brauch´ die zum Anheizen.
Wird geladen …
Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!Antwort abbrechen
Lust auf einen kleinen Krimi, eine neue konzertierte Aktion, eine Kampagne, mit der die Pharmafia, nachdem sie den Markt medizinischer Produkte durch Produkte, die mehr Nebenwirkungen als Wirkungen haben, von Leuten bereinigt hat, die gesund und nicht krank werden bzw. besser noch: […]
Mit Crisco nimmt die Gesundheitskatastrophe ihren Anfang… Crisco, Crystallized Cottenseed-Oil wurde von Procter und Gamble im Jahre 1911 als erstes gehärtetes Pflanzenfett und als angeblich gesunde Alternative zu tierischen Bratfetten auf den Markt gebracht. Als „Shortening“, im Deutschen ein ungehärtetes Pflanzenfett, war […]
Wer am Thema „Gesundheit“ interessiert ist und immer einmal wieder im Internet diesbezüglich recherchiert, dem dürfte der Hinweis auf Omega-3-Fettsäuren mehr oder weniger regelmäßig begegnet sein. Manchmal genügt ein Hinweis der Art, dass Omega-3-Fettsäuren „essenziell“ sind, d.h. dem Körper zugeführt werden müssen, […]
Wenn man das Tohuwabohu, das die halbwgs-Legalisierung von Cannabis umrankt, auf sich wirken lässt, dann muss man den Schluss ziehen, Grüne und SPD sind der Ansicht, damit nach der Vernichtung der deutschen Wirtschaft durch Kohleausstieg und Ausstieg aus der Kernenergie und nach […]
Ringelblume (Calendula officinalis), Mariendistel (Silybum marianum), Ginseng – asiatischer Ginseng (Panax ginseng oder panax notoginseng), amerikanischer (Panax quinquefollius), Eleuthero (Eleutherococcus senticosus; eine Pflanze, die oft sibirischer Ginseng genannt wird, obwohl es sich nicht um einen Ginseng handelt, sondern die Pflanze lediglich wie […]
Vielleicht hat sich der eine Leser oder die andere Leserin schon gefragt, wie lange es dauern würde, bis wir in unserer Serie über pflanzliche Heilmittel auf Möglichketen der Vorbeugung oder Bekämpfung von Harnwegsinfektionen zu sprechen kommen würden, denn „Unkomplizierte Harnwegsinfektionen (HWI) gehören […]
Privacy & Cookies: This site uses cookies. By continuing to use this website, you agree to their use.
To find out more, including how to control cookies, see here:
Cookie-Richtlinie
Translate »
Entdecke mehr von SciFi
Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.
[…] https://sciencefiles.org/2017/09/01/qualitatspresse-anbiederungspresse-presse-der-ahnungslosen-unter… […]
Mein schwuler Zahnarzt bekommt das selbe Honorar für eine bestimmte Leistung vergütet wie ein heterosexueller Zahnarzt. UND, jetzt kommts: Beide bekommen das selbe Honorar vergütet wie eine Zahnärztin! Ist das nicht irre? Die Sache hat natürlich einen Haken. Alle drei haben nur dann den gleichen Verdienst, wenn sie alle drei haargenau die gleichen Tätigkeiten ausgeführt haben und bei allen dreien die Abrechnungshelferin das GLEICHE ins Abrechnungsprogramm eingetippt hat und alle drei die gleichen KOSTEN hatten. Genau dann verdienen alle drei den selben Betrag. Eigentlich ganz einfach.
„….nur bemitleiden, ….verachten“
… oder für dumm und beratungsresistent erklähren, denn sie bräuchten je nur „Wissenschafts-Dateien“ nachlesen. Hat ihnen aber keiner gesagt.
Intessant wäre eine namentliche Benennung für entsprechende Publikationsorgane, wer dort verantwortlich die Einstellung von solchen Journalisten vornimmt. Denn sie sind die eigentlich Verantwortlichen. Oder werden wir bereits von autonomen Redaktions-Ersatz-Computern gefüttert.
Da taucht die Frage auf, auch wenn diese Artikel mit Namen gekennzeichnet sind, ob diese Journalisten tatsächlich als Personen existieren. Ich habe da so meine Zweifel.
Denn wie im Beitrag schön belegt, Computer sind extrem leistungsfähig, aber auch extrem dumm.
Das würde passen !
Ansonsten wäre mein Vorschlag, falls diese Journalisten tatsächlich als Personen existieren, diese durch Computer zu ersetzen, spart Kosten und keiner würde es merken.
Nebenbei hatte ich vor kurzem ein Gespräch mit einem Nachbarn über den Nachrichtenwert seiner Zeitung. Übereinstimmung, hat er gesagt, aber es hilft nichts, ich brauch´ die zum Anheizen.