Bundesamt macht richtige Gesinnung zur Beförderungsvoraussetzung

Ein Leser hat uns ein internes Stellenangebot des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung zugespielt, das zeigt, wie weit Deutschland schon auf dem Weg in die Gesinnungsdiktatur vorangeschritten ist, wird doch die richtige Gesinnung zur Voraussetzung gemacht, um auf dem Posten eines Referatsleiters beschäftigt zu werden.

Eigentlich sucht das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung einen Referatsleister (Uni-Diplom/Master), der „umfangreiche Fachkenntnisse und langjährige Berufserfahrung (mindestens 3 Jahre) bei der Leitung und Bearbeitung von bautechnisch komplexen, repräsentative, hochwertigen, gestalterisch anspruchsvollen, vorzugsweise öffentlichen Baumaßnahmen“ und „praktische Erfahrung in der Durchführung von Großprojekten“ hat.

Also am besten einen Ingenieur oder einen Architekten, der sich auch mit der rechtlichen Seite von Bauvorhaben auskennt.

Soweit so gut.
Was würden Sie denken, wenn noch gefordert wäre, dass ein Bewerber sich zum Marxismus-Leninismus bekennt?
Man würde sich in die Sowjetunion versetzt fühlen, zur Zeit von Stalin oder von Leonid Breschnew.

Was würden Sie denken, wenn ein Bekenntnis zur Scientology-Church oder dem Anfang der Welt vor nicht mehr als 10.000 Jahren als Einstellungsvoraussetzung verlangt würde?

Sie würden sich verwundert die Augen reiben?

Was würden Sie denken, wenn ein Bewerber auf die Stelle eines Referatsleiters im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung nachweisen müsste, dass er anlässlich der letzten beiden Bundestagswahlen gewählt hat und sein Kreuz dabei weder bei der LINKE noch bei der AfD gemacht hat?

Oder wie wäre es, wenn er nachweisen müsste, den Prinzipien des katholischen Glaubens zu folgen, regelmäßig zur Beichte zu gehen, wenn er verheiratet sein müsste, seinen Job nur unter Maßgabe erhielte, sich nicht scheiden zu lassen und lückenlos die Zahlung von Kirchensteuer für die letzten 5 Jahre nachweisen müsste?

Irre – oder?

Und doch gibt es bei Stellenausschreibungen auf den Posten eines Referatsleiters beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, einem Posten, dessen Inhaber Kenntnisse aus dem Bereich von Baurecht, Architektur und der Durchführung von Großprojekten haben muss, eine Gesinnungsprüfung:

„Aufgeschlossenheit für die Strategie des Gender Mainstreamings und Audit berufundfamilie“

wird von einem Bewerber als Voraussetzung verlangt. Wie der Nachweis der Aufgeschlossenheit erbracht werden soll, kann jeder, den es interessiert, beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung nachfragen.

Wir sind also auf einer Stufe mit Stalin, der nur Mitglieder der Partei auf Führungspositionen egal, auf welcher Stufe der Hierarchie, geduldet hat. Wir sind auch auf einer Stufe mit der katholischen Kirche, die keine Geschiedenen einstellen will. Und wir sind auf einer Stufe mit der oben beschriebenen politischen Gesinnungsprüfung. Bis ins Mittelalter der Inquisition ist es nur noch ein kurzer Weg zurück.

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5 Responses to Bundesamt macht richtige Gesinnung zur Beförderungsvoraussetzung

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  2. Dietmar Niklaus says:

    Ja, ja. Besser wird´s wohl nicht und schlimmer geht´s immer. Neue Helden braucht das Land !!

  3. Stephan says:

    Regelmäßig erscheinen auch Stellenangebote von NRW-Ministerien, welche im Anforderungsprofil den Punkt “Gender-Kompetenz” enthalten. Ein Bewerber, der Gender für Hokuspokus hält, erfüllt damit nicht die Anforderungen und kann eine solche Stelle nicht besetzen.

  4. Pingback: Aktuelles vom 21.11.2017 und: Bundesamt macht richtige Gesinnung zur Beförderungsvoraussetzung – mikeondoor-news

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