Kulturbüro Sachsen: Ein sich selbst-erhaltendes System am Tropf der Steuerzahler protegiert vom SPD-Konzern

Die Dresdner Neuesten Nachrichten, eine Zeitung, an der die SPD über die Erich-Madsack GmbH beteiligt ist, berichtet von der „Sorge um Rechtsextremismus an Schulen“.

Ein Bericht, der die Bezeichnung „informativ“ zurecht tragen würden, begönne damit, Daten über rechtsextreme Vorfälle an Schulen zusammenzutragen, um das Ausmaß des Problems zu beschreiben. Ein informativer Bericht würde sich darum bemühen, auf der Grundlage vorhandener Daten, die Bedeutung des Themas einzuschätzen und Lesern nicht Anlass geben zu denken, der ganze Beitrag sei nur eine Marketing-Maßnahme für Vereine, die ein von Steuerzahlern finanziertes Auskommen darin gefunden haben, Rechtsextremismus erst herbeizureden, dann aufzubauschen und letztlich mit Schattenboxen zu bekämpfen.

Der Bericht in den Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN) ist kein informativer Bericht.

Er ist ein suggestiver Bericht. Ein Werbebericht für das Kulturbüro Sachsen und das Netzwerk für Demokratie und Courage. Beide haben eine Broschüre mit dem Titel „Auch das noch! Informationen zum Umgang mit Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Rassismus und Ideologien der Ungleichwertigkeit an Schulen“ erstellt. Die Broschüre soll in einer Auflage von 2000 Stück zum Beginn des neuen Schuljahres an Lehrer verschickt werden.

Die Broschüre sei notwendig, so berichtet der Schreiber der DNN allen Ernstes, weil Mitarbeiter des Kulturbüros oder des Netzwerks bei Veranstaltungen in Bildungseinrichtungen den Eindruck gewonnen hätten, dass rechtsextreme Einstellungen zunehmend unverblümt vorgetragen würden. Der Journalist der DNN nimmt diese Behauptung, die interessierte Parteien aus Einzelfällen ableiten, einfach so hin und macht mit seiner Werbeschrift weiter. „Die Hemmschwelle, rassistische Hetze und Beleidigungen zu äußern, sei bei den Schülern deutlich gesunken“, so zitiert er einen Michael Nattke vom Kulturbüro Sachsen, der mit Sicherheit keine Daten hat, um derart umfassende Aussagen zu machen. Im Schuljahr 2017/2018 haben 366.790 Schüler eine Schule in Sachsen besucht. Nattke hat mit Sicherheit nicht einmal 1% davon befragt. Dennoch trifft er eine allgemeine Aussage für ALLE Schüler in Sachsen und sein willfähriger Schreibdiener von den Dresdener Neuesten Nachrichten verbreitet kritiklos den Unsinn, den Nattke behauptet. Nicht einmal die „stabil hohe Anzahl“ von: 66 rechtsextremen Vorfällen an sächsischen Schulen (oder Straftaten, so genau weiß das wohl keiner), sieben davon in Dresden, bringt den DNN-Schreiber von seiner Werbetrommel ab, die er für das Kulturbüro Sachsen und die Notwendigkeit der Broschüre „Auch das noch!“ rührt.

Und natürlich fehlt auch der Hinweis auf die Dunkelziffer, die wie ungenannte „Experten vermuten“ „deutlich darüber liegen“ dürfte, nicht im Werbebeitrag aus dem Verlagshaus Madsack/SPD. Die Dunkelziffer der Redakteure, die sich bei den DNN und sachsenweit um den Verstand gesoffen haben, dürfte auch deutlich darüber liegen, über Null oder 66, je nach Geschmack. Für ein paar zehntausend Euro tun wir es dem Kulturbüro gleich und verfassen eine Broschüre zum drängenden Problem des Alkoholismus unter Journalisten.

Es geht natürlich um Ressourcen, darum, die Finanzierung des Kulturbüros Sachsen aus den Taschen der Steuerzahler auch noch in den nächsten Jahren zu sichern. 2013, das letzte Jahr, auf das sich die „Transparenz“ des Kulturbüros in Sachen Einnahmen und Ausgaben bezieht, standen öffentlichen Mitteln in Höhe von 492.226 Euro ganze 5.258 Euro aus Spenden gegenüber. Der gemeinnützige Verein, Kulturbüro Sachsen, wäre müsste er von der Nachfrage nach seinen Produkten leben, nicht überlebensfähig. Er ist auf die staatliche Alimentierung angewiesen, und somit ist es rational, dass sich diejenigen, deren Einkommen beim Kulturbüro Sachsen von der öffentlichen Förderung abhängt, bemühen, ihre Notwendigkeit zu belegen und für Nachfrage bei sich zu sorgen.

Kein Wunder also, dass sich die Mitarbeiter des Kulturbüros und des Netzwerks, nicht des Eindrucks erwehren können, Rechtsextremismus werde, obwohl seit Jahren immer mehr Steuergeld für seine Bekämpfung aufgewendet werden, ein immer größeres Problem. Kein Wunder also, dass die Mitarbeiter des Kulturbüros und des Netzwerkes eine Broschüre erstellen, um ihre eigene Notwendigkeit zu begründen. Die Broschüre, die 28 Seiten zählt, von denen mit viel gutem Willen 23 beschrieben sind, haben das BMFSFJ und der Freistaat Sachsen finanziert. Der Umgang mit Steuergeldern, er war nie so verschwenderisch wie heute.

Die 23 Broschüreseiten unterteilen sich in

  • 2 Seiten, auf denen unter der Überschrift „Ausgangssituation“ lamentiert wird, dass Rechtsextreme und Rechtspopulisten versuchten, an Schüler und Kinder heranzukommen, so wie die Herrschaften vom Kulturbüro Sachsen es versuchen. Die Behauptung, dass Rechtspopulisten und Rechtsextremisten versuchen, an Kinder / Schüler heranzukommen, ist ohne Beleg. Die Broschüre ist dagegen ein Beleg für die zweite Behauptung.
    Eine Seite, auf der sich die Ersteller über die „Zuständigkeit der Schule“ auslassen und aus dem Sächsischen Schulgesetz abschreiben, von dem man annehmen muss, dass es sächsische Lehrer als Adressaten der Broschüre wohl nicht kennen.
  • 4 Seiten, die fünf Fallbeispielen, Einzelfällen, wie z.B. einem Referat über die britische Band „Screwdriver“ gewidmet sind. Screwdriver, für die, die es nicht wissen, gilt in eingeweihten Kreisen als rechtsextrem. Allen anderen gilt die Band als Band, die sie nicht kennen. Ein anderes Beispiel, ist EINEM Schüler gewidmet, der zwei andere Schüler über „Whatsapp“ angeblich mobbed. Die Belanglosigkeit ist kaum zu steigern.
  • 6 Seiten schildern angeblich Handlungsmöglichkeiten. Die konkreteste Handlungsmöglichkeit, die geschildert wird, besteht im Erlass einer Hausordnung, für die dann gleich noch eine Vorlage auf einer Seite abgedruckt ist. Wie viele Sächsische Schulen haben keine Hausordnung? Zudem findet sich eine Seite völlig allgemeines und unbelegtes Geschwätz über die „Ursachen rechtsextremer Einstellungen“. Keine der beiden beleglos angebotenen Ursachen spiegelt den Stand der wissenschaftlichen Diskussion wider.
  • 2 weitere Seiten stellen Akteure der extremen Rechten dar, von denen die Autoren ausgehen, dass sie niemand kennt, namentlich die NPD und die Identitären, von denen noch zu zeigen wäre, dass sie Akteure der extremen Rechten sind.
  • 5 Seiten sind FAQs gewidmet, also häufig gestellten Fragen wie: Wie gehe ich mit DaZ Schülern um? Falls die Frage nicht zu den Fragen gehört, die Sie ständig stellen, nicht einmal zu denen, auf die sie die Antwort interessiert, dann mag das daran liegen, dass sie nicht wissen, was DaZ-Schüler sind. DaZ-Schüler sind im Sprachgebrauch der Eingeweihten in ihrer Sekte Schüler, die Deutsch als Fremdsprache sprechen.
  • Schließlich gibt es die drei Seiten, um die es in der Broschüre eigentlich geht. Weiterbildung und Beratung. Dort findet sich zuerst der Eintrag des Kulturbüros Sachsen, schließlich ist die gesamte Broschüre ganz offensichtlich nur zu dem Zweck geschrieben wurden, Werbung für das Kulturbüro und all die anderen, die von der Rechtsextremismusbekämpfung (der völlig erfolglosen, wie ihre eigenen Broschüren, die die Dramatik des Problems seit Jahren beweinen, zeigen) leben.

Wer hat das schon.

Eine Zeitung, die über die Bedeutung von X berichtet und als einzigen Beleg für die angebliche Bedeutung von X die Aussagen von X nutzt. Eine Zeitung aus dem SPD-Konzern, die nicht nur die Bedeutung von X publiziert, sondern auch die Wichtigkeit der Arbeit von X, die Broschüre geworden ist, eine Broschüre, die eine von Steuerzahlern finanzierte Ansammlung von Gemeinplätzen darstellt, an deren Ende sich X als Rettung für alle Probleme, die X zuvor – natürlich ohne Beleg – Lehrern versucht hat, einzureden, anpreist. Wer hat das schon: Kostenlose Werbung in der Zeitung, eine staatliche Finanzierung der Erstellung seiner Werbeschrift, die dazu dient, die Nachfrage nach den eigenen Leistungen bei Lehrern zu fördern?

Früher nannte man derartige Strukturen korrupt oder nepotistisch, heute sind sie normale Rent Seeking Strukturen von Gutmenschen, die von Steuerzahlern leben und die keinerlei empirischen Beleg dafür anführen können, dass die Welt durch sie eine bessere und nicht etwa eine schlechtere geworden ist. Das einzige was sich mit Sicherheit sagen lässt ist, dass Steuerzahler durch die Existenz von Organisationen wie dem Sächsischen Kulturbüro ärmer geworden sind.

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4 Responses to Kulturbüro Sachsen: Ein sich selbst-erhaltendes System am Tropf der Steuerzahler protegiert vom SPD-Konzern

  1. Der große böse Wolf says:

    Aus der Broschüre:
    “Einig ist sich die Forschung darüber, dass rechtsextreme Einstellungen aus autoritären Persönlichkeitsmerkmalen hervorgehen können. Diese können auftreten, wenn Unterordnung in autoritären Verhältnisse erlebt werden muss, in denen Wünsche und Bedürfnisse nicht gehört werden. Zur Ausprägung einer autoritären Persönlichkeit führen nach Ansicht von Wissenschaftler_innen auch das strikte und unhinterfragte Festhalten an gesellschaftlichen Konventionen und Regeln sowie ein Klima, das jede Abweichung von diesen Konventionen streng sanktioniert.”
    Und das schlimme ist, daß sie es selbst gar nicht merken, wie widersprüchlich sie da unterwegs sind.

  2. eht says:

    Man fragt sich immer wieder interessiert, an wie vielen Stellen, meist und gern mit öffentlichen Geldern, bundesweit Materialien gegen “Rechts“, Projekte, Ausstellungen, Seminare usw. mit dem immer gleichen Inhalt („gegen Rassismus, Flucht und Migration, Neonazismus und menschenverachtende Einstellungen, Sexismus und Homophobie, Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft, Europa und gesellschaftliche Einflussmöglichkeiten“) entworfen werden.

    Was daran m. E. negativ auffällt, ist vor allem, dass alle anderen Demokratiegefährdungen (Islamismus/religiöse Ideologien, Link(sextrem)e Ideologien, Betitelung harmloser Bürger mit missliebigen Ansichten als „Rassisten“ und „Nazis“) selten problematisiert werden und alles immer so hübsch abstrakt bleibt. Ich glaube, 99 Prozent der Bevölkerung haben etwas gegen „menschenverachtende Einstellungen“, gegen die auch diese Broschüre kämpft, nur ist halt die Gretchenfrage, wie diese sich operationalisieren und konkretisieren.(!)

    Gut, in den Klassen vor „Vorbehalten gegen DaZ-Schüler_innen“ zu warnen (natürlich nicht: gegen Vorbehalte von migrantischen Schülern gegen einheimische …). Schlecht, kulturelle Unterschiede fein säuberlich unter den Tisch zu kehren: „Behandeln Sie alle Konflikte wie Konflikte zwischen Schüler_innen und nicht als vermeintliche „Kultur-Konflikte“. Indem Sie (auch wohlmeinend) Erklärungsmuster à la ‘die sind halt so’ nutzen, verstärken Sie den Eindruck, ‘die Anderen’ seien anders, und damit ggf. unbeabsichtigt rassistische Vorurteile.“

    Ergo: Kein Konflikt kann mit Kultur zu tun haben. Einerseits haben wir eine multikulturelle und -religiöse Gesellschaft, andererseits sind Konflikte zwischen Kulturen offenkundig undenkbar. Die Anderen können nicht anders sein. Alles ist mit allem kompatibel.

  3. Die pipimotivesackazität says:

    Es ist seit hundert Jahren unverändert das gleiche:
    Regime züchten über Jugendorganisationen ihr eigene Klientel heran.
    Adolf die Hitlerjugend. Die Täteträtätä-Kommunisten die FDJ. Die Antifa der spD und Linken, Die JU der angeblich christlichen. So wird für linientreuen Nachwuchs gesorgt, der bereits hirngewaschen ist, wenn er hinter den Ohren so gerade mal trocken wurde. Klappt aber wie man beim grünen Kompost sieht. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt. Denken ist Luxus und Luxus können wir uns nicht leisten.

  4. corvusalbusberlin says:

    “Denken ist Luxus und Luxus können wir uns nicht leisten.”

    Und das fängt oft schon im im Elternhaus an, dann kommt der Kindergarten – setzt sich in der Schule fort, wird inzwischen auch an den Universitäten zur ” Pflicht” und endet beim Arbeitgeber, dessen Interessen man vertreten muss, um seine Stellung zu halten.

    “Kuschen” ist das gängige Wort dafür. Und das alles, um seine immer höheren “Bedürfnisse” zu befriedigen.

    Das heißt, bei den meisten Menschen klafft Innen- und Aussenwelt weit auseinander.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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